Principessa eine schwere Gefahr droht. Sie aus dieser befreit zu haben, muß mir dann genügen."
Der Herzog stand auf und ging um den Schreibtisch herum auf Walter Heßling zu. Dann streckte er ihm die Hand entgegen:
„Dieses Wort hat uns zu Freunden gemacht, Doktor. Ich sehe daraus die Gesinnung eines ritterlichen Mannes. Ich danke Ihnen, daß Sie mich aufgesucht haben, amico. Ich stehe zu der kleinen Principessa und Ihnen. Möge der Himmel Ihnen und dem, was Sie planen, seinen Segen verleihen."
In lebhaftem Gespräch schritten die beiden Männer hinaus.
7. Kapitel.
„W as t ä t ich nicht um deinetwille n?"
Solange Mariella denken konnte, war es im Hause Anninas üblich gewesen, zu den Hauptmahlzeiten in großer Toilette zu erscheinen. Frau von Gellern hatte in jenem Gespräch mit Doktor Heßling behauptet, vermögenslos zu fein, wenn die Prinzessin Bonaglia ihr einundzwanzigstes Lebensjahr und damit ihre Erziehung vollendet hätte.
Das war aber stark übertrieben. Bankier Kammacher wußte besser darüber Bescheid. Er verwaltete das Vermögen Anninas und hatte es recht klug angelegt. Annina konnte nicht darüber klagen, arm zu sein. Aber sie war trotz des großen Hauses, das sie nach außen hin führte, in vielen Dingen von kleinlichem Geiz beseelt. Es konnte vorkommen, daß sie und Mariella beim Abendessen einander in luxuriösen Roben gegenübersaßen, zwischen sich eine Platte mit billigem Aufschnitt, während ein schon zum dritten Male gebrühter Teeaufguß ihre Tassen füllte.
Dafür zahlte dann Annina einen kleinen Betrag aus der städtischen Sparkasse ein. Und wenn es hundert Mark geworden waren, ließ sie sie auf ihr Konto bei der Kammacherschen Bank überweisen. Fiel also Mariellas Rente in wenigen Wochen aus, so verlor sie dadurch nichts dabei. War sie doch fest entschlossen, Mariella nicht mehr als Gast im Hause zu behalten. Damit fiel auch ein unnützer Esser fort.
Obgleich Annina es Mariella gegenüber an äußerer Sorgfalt nie hatte fehlen lassen, hatte Mariella mit ihrem Feingefühl doch Anninas Feindseligkeit bald
Samstag, 7.Mrz M6
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger sür Gberhessen)
Nr. 57 Dvittes Blatt
Die Iahresausstellung der Aliceschule.
e.V.
mit genannten Stellen in Verbindung zu
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Rachdruck verboten!
«6. Fortsetzung.
und kennt
Tante Annina?
fragte sie,
freilich recht gleich
bemühte sich, ihre
Walter sehen.
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aufs S-'' dition un
Heßling
Mädchen abserviert hatte.
„Gewiß", kam es zurück, gültig.
„Tante Annina", Marielle
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bleibt und niemand die Wahrheit über ihn erfährt. Und das ist das Motiv, das mich veranlaßt, das Geheimnis der afrikanischen Abenteuerndes Prinzen Bonaglia aufzudecken; das zweite ..."
Er vollendete nicht und wurde rot. Der Herzog sah dieses Rotwerden und lächelte ganz leicht. Aber er war viel zu taktvoll, auszusprechen, was Heßling verschweigen wollte.
„Wissen Sie, Doktor, daß ich in den letzten Jahren drei verschiedene Expeditionen ausgesch'.ckt habe, nach meinem Jugendfreunde zu forschen? Und daß alle drei in Afrika bis auf den letzten Mann aufgerieben wurden? So mußte ich den Versuch ausgeben. Dann kam auch die Nachricht von dem in Berlin eingegangenen Totenschein. Aber das alles soll uns nicht hindern, eine neue Expedition auszurüsten, wenn wir noch irgendeine Hoffnung hegen, etwas über die letzten Lebenstage Bona- glias zu erfahren."
Heßling nickte. In seinen ernsten Augen leuch
ernsthaften Willen zeigten, sich so weit auszubilden, daß sie imstande sind, universelle Kenntnisse der Jugend zu vermitteln.
Die zahlreichen gestickten Decken, die weiße Wäsche, Hemden, Schlafanzüge, Morgenkleider, die Arbeitskleidung für Haus und Garten, Kleider für den Vormittag, den Nachmittag und den Abend, für Winter und Sommer, die Schmuckgegenstände für das Zimmer, Kissen, Leuchter, Serviettenständer, Schreibmappen, dann Handtaschen, Mützen und vieles andere mehr — das alles läßt klar erkennen, daß nicht nur eifrige Schülerinnen an der Arbeit waren, sondern daß der Aliceschule auch tüchtige Lehrkräfte zur Verfügung stehen, die in verantwortungsbewußter Arbeit die vorhandenen Fähigkeiten wecken und ausbauen. Die Ausstellung läßt ferner erkennen, daß hier die Grundlagen für eine weitere Kultivierung der fraulichen Handarbeit gelegt werden, von der man nur wünschen kann, daß sie in recht breitem Kreise wirksam wird
(Aufnahme: Neuner. Gießener Anzeiger'
erkannt. Aus diesem Grunde hatte Mariella auch darauf bestanden, die Handelsschule zu besuchen und sich auf eine Sekretärinnenstellung vorzubereiten. Sie glaubte ja nicht anders, als daß sie von Annina Wohltaten empfinge, und wollte sich möglichst bald unabhängig machen. Auch Anninas Hinweis neulich, daß Mariella einmal ihre Erbin werden sollte, konnte Mariella nicht umstimmen. Sie wollte nichts von Annina von Gellern haben. Die Wohltaten, die sie von ihr erhalten, drückten sie jetzt schon. Sie wollte einmal auf eigenen Füßen stehen und Annina das zurückgeben, was ihre Erziehung gekostet hatte.
Das alles änderte sich mit einem Schlage, nachdem Erhard ihr diese unglückselige Bürgschaftsübernahme gestanden. Wie sie den Geliebten mit der Waffe in der Hand gesehen hatte, gab es für sie nur noch das eine: Sie mußte Erhard helfen.
Das aber konnte nur über Tante Annina geschehen. Würde sie es tun? Sie konnte nicht so grausam das Glück zweier Menschen opfern um des schnöden Geldes willen. Eine einzige der zahlreichen, kostbaren Halsketten aus der Schmuckkassette der Tante, eine Brosche oder ein Armband würde ja genügen, Erhards Bürgschaft zu erfüllen und die fürchterliche Frau Wobny ein für allemal aus seinem Leben auszuschalten.
Mariella beschloß, am heutigen Abend, an dem sie und die Tante seit langer Zeit einmal wieder ohne Gäste zusammen speisten, für ihre und Erhards Zukunft zu bitten.
Versammlung im „Bayerischen Hof". — Männer- Turnverein: 20.30 Uhr ordentliche Mitgliederversammlung bei Faulsiich. — Verein für Sterbeunterstützung: 20 Uhr ordentliche Generalversammlung im Katholischen Dereinshaus. — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 15 bis 17 Uhr Gedächtnis-Ausstellung von Hans-Ewald Kleine.
„Durchlauch, ich halte mich für verpflichtet, Ihnen nichts zu verbergen — ich liebe die Principessa Mariella di Bonaglia und möchte ihr helfen, obwohl die Prinzessin sich an einen anderen Mann gebunden hat."
„Und falls sie bereits die Gattin dieses Mannes ist, wenn Sie wiederkehren, Herr Doktor Heßling?"
„Ich sagte Euer Durchlaucht schon, daß der
„Seien Sie sicher, daß Sie in mir den aufmerksamsten Zuhörer finden, und daß Sie bei mir jede Unterstützung in dieser Angelegenheit erhalten. Zu- <or aber sägen Sie mir noch bitte, in welchen Lebensumständen befindet sich die Principessa? Ist ie märchenhaft schön wir ihre Mutter? Ist sie vielleicht schon glückliche Gattin?"
„Sie ist unvermählt, Durchlaucht, aber die Verlobte eines Mannes, den ich verachten muß. Außerdem droht der Prinzessin eine Gefahr, über ; d'ie ich schweigen möchte, wenn Sie mich ausdrück- ich auffordern, darüber zu reden, Durchlaucht."
Achtung Heldengedenktag!
Für die Ortsgruppe Gießen-Stadt gilt folgendes:
Die Durchführung der Feier geschieht durch die Wehrmacht. Als berufene Vertreter unserer gefallenen Kameraden ist es Ehrenpflicht unserer gesamten Mitglieder, bei dieser Feier nur in unseren Reihen und nicht bei den anderen Organisationen anzutreten.
Antreten Sonntag, 8.2Närz. morgens 8.30 Uhr, vor der Geschäftsstelle, Bahnhofstr. 38, im dunklen Anzug, RSKOV.-Wühe und Hakenkreuzbinde. Kameraden, die Politische Leiter sind, in Politische- Leiter-llniform.
Für alle übrigen Orte des Kreises Gießen sind die Parteidienststellen mit der Durchführung beauftragt und haben sich unsere RSKOV.-
.hrnen?"
pfte einen Augenblick mit sich:
billardgrünen Weste!"
Bornotizen.
Tageskalender für Samstag.
brr, schlägt die Schnepfe, zu neuem Leben erwacht, mit den Flügeln und entsetzt „fliegt" sie wieder auf den Tisch, wo die Wiedererstandene, die offenbar nur durch ein einziges Schrotkorn am Kopf gestreift und bis dahin betäubt gewesen war, gekrellt, wie der Jäger sagt, so lebhaft wurde, daß der Erleger sie rasch nach Jägerart endgültig in den Schnepfenhimmel eingehen ließ. Aber als er sie dazu aufhob, da tat sie noch zweimal das, was alle Wasser- unb Sumpfvögel so gut können. „Gesegnet ist ihre Verdauung und flüssig als wie ein Gedicht," singt schon Scheffel von ihnen. Und das ausgerechnet, nachdem der Weihnachtsmann kurz zuvor eine wirklich schöne grüne Weste aus bestem Tuche gebracht hatte, der Stolz des Besitzers. Worauf ein schadenfrohes Gemüt das Endergebnis wie folgt sammenfaßte: „Und da hing das Allerbeste auf
ton Neuhaus. 21. Vorstellung im Dienstag- Abonnement. — Mittwoch, 11. März, von 19.30 bis 21.45 Uhr das Lustspiel „Hilde und 4 PS" von Kurt Sellnick. Spielleitung: Wolfgang Kühne. 21. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. — Freitag, 13. März, Erstaufführung der Operette „Die blaue Mazur" von Fr. Lehar. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Paul W r e d e. Die Vorstellung gilt zugleich als 22. Vorstellung im Freitag-Abonnement. — Sonntag, 15. März, von 19 bis 22 Uhr, außer Abonnement „Undine", Romantische Zauberoper von Lortzing. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Paul W r e d e.
Oie Heldengedenkfeier auf Oswaldsgarten
Es sei noch einmal daran erinnert, daß die Feier des Heldengedenktages am morgigen Sonntag in Gestalt eines Feldgottesdienstes auf Oswaldsgarten um 9.30 Uhr beginnt. Da um 9.10 Uhr der Einmarsch der Fahnenabordnungen stattfindet, müssen bis dahin nicht nur die Formationen stehen, sondern auch die übrigen Teilnehmer zugegen sein, lieber die Aufstellung der Truppen und der Formationen haben wir am Dienstag bereits eingehend berichtet. Besonders sei noch darauf hingewiesen, daß für die Zuschauer der Raum an der Kirchstraße, an der Neustadt und am Werner-Wall in Betracht kommt. Die Gedenkfeier wird bekanntlich von unserer Wehr- macht in Gießen veranstaltet.
Oie Tippgräfin.
Roman von Klothilde v Gteqmann
Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin, SW 68.
— Technisches Seminar der Aliceschule: 11 bis 18 Uhr Handarbeitsausstellung.
Tageskalender für Sonntag.
9 Uhr Heldengedenkfeier auf dem Oswaldsgarten. — NSG. „Kraft durch Freude": 16 Uhr Feierstunde der Arbeit im Cafe Leib. — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr 2. Morgenveranstaltung. 19 bis 21.30 Uhr „Der Kanzler von Tirol". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Traumulus". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebesleute". — Stadtkirche: 20 Uhr Gemeindeabend der Markusgemeinde zum Gedächtnis unserer Gefallenen mit Lichtbildervortrag. — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 13 Uhr Gedächtnisausstellung van Hans-Ewald Kleine. — Technisches Seminar der Aliceschule: 11 bis 18 Uhr Handarbeits-Ausstellung.
Gefallenen-Gedächtnisfeier in der Stadtkirche.
Am Sonntagabend ist in der Stadtkirche im Rahmen eines Gemeindeabends der Markusgemeinde eine Gedächtnisfeier für unsere Gefallenen mit Lichtbildervortrag, Musik und Gesang. Die Feier ist für jedermann zugänglich. Eintritt frei. Siehe heutige Anzeige.
Der Spielplan des Gießener Stadttheaters vom 8. bis 15. März.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 8. März, anläßlich des Heldengedenktages 2. Sonntag-Morgen-Veranstaltung. Dauer von 11.30 bis 12.30 Uhr. Für die Stammabonnenten ist der Eintritt frei. Von 19—21.30 Uhr das Schauspiel „Der Kanzler von Tirol" von Josef Wenter. Spielleitung: Kurt Lüpke. Die Vorstellung ist außer Abonnement. — Dienstag, 10. März, von 20—22,30 Uhr das Gesellschaftsstück „Die Insel", Schauspiel von Harald Bratt. Spielleitung: An-
NSG. „Kraft durch Freude": Ab 15.30 Uhr gemeine Körperschule und Waldlauf auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Traumulus". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebesleute". — Artillerie-Verein, Gießen: 20.30 Uhr Kameradschaftsabend im „Hessischen Hof". — Verein, ehem. 118er Gießen: 20.30 Uhr Jahreshauptversammlung im „Pvstkeller". — Männerbadeverein e. V. 1836: 20.30 Uhr General-
Die Aliceschule veranstaltet gegenwärtig in ihren Räumen an der Steinstraße eine schöne und vielseitige Ausstellung, in der die Arbeit aus den Händen von 24 Schülerinnen ausgebreitet liegt. Die Schule, deren Aufgabe es ist, die zukünftigen Lehrerinnen für den Handarbeitsunterricht an den staatlichen Schulen auszubilden, stellt an die Schülerinnen außerordentliche Anforderungen. Die Ausstellung ist ein entsprechender Beweis dafür. Die Schau läßt eindeutig erkennen, daß eine Fülle von Arbeit geleistet worden ist, die von der einfachsten Kreuzstichstickerei bis zum fertigen Abendkleid alles umfaßt, was sich an weiblicher Handarbeit denken läßt. Darunter befinden sich viele Dinge, die dem ausschließlichen täglichen Gebrauch dienen, darüber hinaus aber auch Schöpfungen durchaus kunstgewerblicher Art in einer sicheren geschmacklichen Richtung.
Bei einem Gang durch diese aufschlußreiche Schau fällt auf, daß der persönlichen Gestaltung der Dinge freie Hand gegeben war, daß in der Wahl der Mittel die eigene Initiative der Schülerin Ausdruck finden konnte. Die Fülle der praktischen Arbeit fand eine theoretische Ergänzung im Unterricht in Materialkunde, in der Erweiterung der Kenntnisse von der Entwicklung der Frauenmode in Vergangenheit und Gegenwart (insbesondere auch der bäuerlichen Trachten), in Naturbeobachtungen hinsichtlich der Harmonien der Farben und Formen und schließlich in zeichnerischen Hebungen und Entwürfen für die anzufertigenden Arbeiten. Die schönen Dinge, die diese Schau bringt, lassen erkennen, daß die Schülerinnen mit viel Fleiß und ebenso viel Liebe bei der Arbeit waren und den
.Darf ich mich einmal mit dir aussprechen, nte Annina?" fragte sie, nachdem das Haus-
Wenn Sie Gründe haben, darüber Stillschweigen zu bewahren, so achte ich diese selbstoerständ- ich. Doch ich bitte Sie, jederzeit über mich zu ver- lügen, wenn das Wohlergehen der kleinen Prm- iipessa es erfordert."
Ich danke Euer Durchlaucht von Herzen. Doch ch'hoffe, noch im letzten Augenblick alles zum guten wenden zu können, wenn es mir gelange, Hen Nachweis zu führen, daß Prinz Bonaglia noch im Leben ist. Könnte diese Möglichkeit nicht doch vestehen?" L ... . _
Herzog Enrico machte eine unbestimmte Bewegung: ..
„Es gibt nichts, was in Afrika unmöglich wäre, Doktor Ich habe aber doch gehört, daß em Toten- >chein in Berlin vorliegt."
Heßling öffnete den Mund, als wollte er etwas ’iagen, unterdrückte aber den Gedanken sofort wle- toer.
„Allerdings liegt der Totenschein vor, Durch- !iaucht. Er besagt aber nichts über die näheren Um- Iitände, unter denen der Vater der Principessa Mariella umkam. Und gerade diese Umstände sind i-s, die mich reizen. Es muß Menschen geben, die toar-an interessiert sind, daß über Giovanni di Bona- zzlias Leben und Sterben ein Schleier gezogen
tete es dabei auf:
„Ich danke Ihnen, Durchlaucht, und bitte um Ihren Rat."
„Wir werden die Angelegenheit sehr gründlich einleiten müssen, Doktor Heßling. Sie sind für die Tage Ihrer Anwesenheit in Rom selbstverständlich mein Gast. Es freut mich, daß es gerade ein Deutscher ist, der Bonaglias Spuren suchen will. Ich werde nicht nur die Kosten dieser neuen Expedition tragen,* sondern Ihnen auch meinen erprobtesten Reisebegleiter, Pepita Arlesi, mit auf den Weg geben Er beherrscht fast alle afrikanischen Dialekte
' * auch Bonaglia gut. Er ist auch unter- die Lebensgewohnheiten gewisser um 'ölkerstämme im Innern Afrikas. Wis- Doktor Heßling, daß Sie Ihr Leden tzen, wenn Sie die gefährliche Expe-
heiße Erregung zu dämpfen und ruhig zu sprechen, „du weißt von den schwierigen Verhältnissen, in denen Erhard lebt. Ich bitte dich von Herzen: Hilf uns, damit wird endlich zusammenkommen können, wenn es auch nur in einem ganz bescheidenen Heim ist."
_ „3 cf)?" Maßloses Erstaunen klang aus der Stimme Anninas.
(Fortsetzung folgt!)
h a l b r o l h , kreisamtsleiler und Orfsgruppenobmann.
Deutsche Arbeitsfront.
kreiswaltung Gießen.
Abteilung „Freie Berufe".
Gehilfen-Pflichtprüfung für Rechtsanwalts- nnd Rolarialslehrlinge im Rhein-Mainifchen
Wirtschaftsgebiet.
Nach der vorn tBrüfungsamt für die Gehilfenpflichtprüfung der Rechtsanwalts- und Notariats- lehrlmge herausgegebenen Prüfungsordnung haben im gesamten Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet alle arischen männlichen und weiblichen Rechtsanwalts- und Notariatslehrlinge, die in der Zeit vom 1. Juli 1935 bis 30. Juni 1936 die Lehre beendet haben, oder noch beenden, die Prüfung abzu- leaen.
Zweck der Prüfung ist, wie es in der Prüfungsordnung heißt, „die Feststellung der in der Lehre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie der Nachweis einer auf die Volksgemeinschaft ausgerich-
*53 o.Sj, «Jte be. Mutbei
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Aus der Provinzialhauptstadl.
Schnepfe mit Hindernissen.
Bon Ernst Holzel. j
Bald wird in der Dämmerstunde des Frühlings- ' tages der „Vogel mit dem langen Gesicht", die Waldschnepfe, wieder streichen und gar manchen ' deutschen Waidmann hinauslocken in den Frühjahrs- 1 wald. Oft haben wir schon von dem eigenartigen Reiz dieser Jagdart gehört und gelesen; heute soll drum einmal von einem Jagdabend die Rede sein, \ der des heiteren Einschlags nicht entbehrte.
Stand da — es war anno 1931 — ein alter Waidmann irgendwo im schönen Gießener Stadt- wald und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Und derer waren zwei, einmal die Hauptperson, ! die Schnepfe (oder „der Schnepf", wie der Bayer \ sagt) und zum anderen die Mondfinsternis,,die der s „Gießener Anzeiger" angekündigt hatte. Ein Neffe, ■ der seine Ferien in der alten Musenstadt verbrachte, in den sogenannten besten Jahren, hatte sich s als „Schlachtenbummler" hinzugesellt, während „Strolch", der „Kleine Münsterländer" des Jagd- 1 freundes, der Dritte im Bunde war. Weithin dehnte sich junger Wald, durchrieselt von allerlei Wasserläufchen, so wie der Schnepf es liebt, und ein Gatter aus Fichtenstangen umschloß eine junge Kie- fernpflanzimg. Hier hatten die Drei ihren Stand gewählt. Drosseln und Rotkehlchen sangen ihr Abendlied, ein Hase hoppelte über die Schneise, ein Reh schreckte irgendwo. Leuchtend war des Mondes Scheibe emporgestiegen, und die Verdunkelung hatte bereits begonnen. Viel größer ist der Eindruck dieses Ereignisses draußen abseits der Stadt, als wenn man es vom Fenster aus etwa erlebt. Es weckt Nachdenken, wie überhaupt der Schnepfenstrich eins „besinnliche" Jagdart ist.
Da, „quoar ... quoar ... quoar..." hört es sich an, ein eigenartiger Laut, und nun schaukelt auch m eulenartig leisem Fluge die Ersehnte heran. Im schuß zeichnet sie, und dumpfer Aufschlag verrät: „Zur Strecke". In der Eingatterung muß sie liegen. „Komm her, mein Hund! So schön, such' verloren!" Und schon fühlt sich der Hund über das Gatter gehoben und sucht freudig sein Wild. Doch was ist Das? Jetzt stutzt „Strolch", steht vor und..." So war recht, mein Hund! Bring schön her." Ja, Kuchen! Der brave „Strolch" gehörte offenbar der bekannten Gruppe von Hunden an, der die Witterung einer Schnepfe unangenehm ist, und anstatt sie aufzunehmen, benahm er sich so, wie er es tat, wenn er draußen die traurigen Ueberrefte eines Hasen, einer Krähe u. ä. kurz „Aas" fand: er wälzte sich darauf herum. Alles Rufen, Befehlen and Bitten half nichts. Schließlich tarn er ohne L-chnepfe wieder.
Infolgedessen war es schon viel dunkler geworden. Wenn der Hund versagte, mußte der Mensch ran. Und so schwang der besagte Neffe seine besten Jahre über das Gatter. Ob er überhaupt schon einmal in seinem Leben eine Schnepfe gesehen hatte, weiß ich nicht. Aber den erdfarbenen Vogel im »Ibenddunkel der Kultur finden, das war zu viel □erlangt! Was blieb da anderes übrig? „In dringenden Fällen der Herr Direktor selber." Nicht so ganz einfach, wenn man an 70 Lenze zählt und die •: Gatterstangen einer Belastungsprobe von über LOO Kilogramm unterwerfen muß. Sie haben es ausgebalten, und der alte Waidmannsblick fand auch bald die Schnepfe. Unergründlich ist die Tasche n einem alten Jägerrock, in der die Beute verstaut wurde! Und nun ging's wieder den heimischen Pen- naten zu. Man sprach dabei von dem und jenem, von Mondfinsternis und Schnepfenjagd und auch von der Absonderlichkeit der Menschen, Darm und Inhalt bei der Waldschnepfe als etwas besonders ; Feines für Zunge und Gaumen zu empfinden, kurz- um man sprach vom „Schneppendreck", um die Sache oberhessisch klar zu machen. „Wenn gute Heben sie begleiten... usw."
Gießen war bald erreicht, man trennte sich, und halb vertauschte bie Schnepfe ihren Platz im Jaqd- Urorf mit bem Küchentisch. Drinnen aber im Zimmer, wo bie Rehgehörne von langem Jägerleben ß erzählen, saß bei ber Lampe trautem Schein bie I ffiaibmannsfrau. „Na, wie roar’s?" „Draußen hegt hie Schnepfe!" So was läßt man sich nicht zweimal | i.aqen, eine immerhin nicht ganz gewöhnliche Strecke muß -ruch beachtet werben. Unb schon streckt bie Öanb sich aus, um ben Vogel aufzunehmen, ba ...
■■■■■■■■■ Gesunde Haut i


