Das
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Der Chefkonstrukteur der Zeppeline, Dr. Dürr, der auch den neuen „LZ 129" baute, ist begeisterter Radfahrer und legt täglich den Weg von seiner Wohnung zur Werft fast ausschließlich mit dem Fahrrad zurück. (Deutsche-Presse-Photo-Zentrale-M.)
Dr. Eckener von der Zulassungsfahrt des „LZ 129" hochbefriedigt.
Baldur von Schirach, Jugendführer des Deutschen Reiches. Dr. Robert Ley, Leiter der Deutschen Arbeitsfront.
den monatlichen Beitrag für Wohnung, Verpflegung, Betreuung und Schulgeld auf 45 bis 80 Mk. festgesetzt. Wir werden es trotz dieser niedrigen Sätze möglich machen, in jeder Schule noch einige Freiplätze zur Verfügung zu stellen. Wir wissen genau, daß es heute noch Gesellschaftskreise gibt, die glauben, daß nur standesgemäße Pensionats in der Lage sind, Töchter zu „gesellschaftsfähigen" und damit brauchbaren „jungen Damen" zu erziehen. Es ist uns eine Selbstverständlichkeit, daß ein Mädel über die notwendigen Umgangsformen verfügt, wir sind aber der Meinung, daß diese äußere Haltung entspringen muß aus einer klaren, sauberen und ^ielbewußten inneren Haltung, die nicht erlernt werden kann, sondern erlebt werden muß.
Großer Start der KdF.-Fahrten nach Madeira.
Die diesjährige Madeira-Flotte der RSG. „Kraft durch Freude", die aus den Dampfern „St. Louis", „Der Deutsche", „Sierra Cordoba" und „Ozeana" besteht, geht am 15. März vom Hamburger Hafen aus geschlossen in See. Der Start wird, wie die „Deutsche Arbeitskorrespondenz" meldet, zu einem großen Ereignis für Hamburg und darüber hinaus für ganz Deutschland werden. Wie im Vorjahre wird die Hamburger Arbeiterschaft ihre Kameraden, die aus sämtlichen Gauen unseres Vaterlandes kommen, zu ihrer einzigartigen Südreise verabschieden Bei der großen Startfeier spricht auch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Die
Sichert den Nachwuchs in Wirtschaft nnd Verwaltung!
Stellt Lehrstellen für unsere Jugend in ausreichender Zahl bereit!
____ Jugendamt der Deutschen b e i t s f r o n t schreibt zu dem Aufruf zur
Friedrichshafen, 6. März. (DRB.) Die l dritte Ausfahrt des „LZ 129" begann um 13.25 Uhr. Es handelt sich um die behördliche Z u - lassungsprüfung, die von Mitgliedern der Prüfungsstelle für Luftfahrzeuge im Reichslust- fahrtministerium, an ihrer Spitze Oberstleutnant B r e i t h a u p t, abgenommen wird. Das Luftschiff ist um 16.38 Uhr auf dem Werftgelände glatt gelandet. Die Landung erfolgte bei strömendem Regen. Die Abnahmekommission ist hochbefriedigt gewesen. Erst für Mitte nächste Woche ist die nächste Fahrt angefetzt. Möglicherweise wird es schon die große Deutschland-Fahrt sein.
Dem Vertreter des DRB. erklärte Dr. Eckener auf die Frage, wie er die drei Probefahrten beurteile, mit höchster Befriedigung: „Sie sind über alle Erwartungen gut ausgelaufen. Das neue Schiff ist viel ruhiger, feine Motoren arbeiten wesentlich geräuschloser als bei irgendeinem anderen Schiff. Seine Vibration ist kaum zu bemerken, nicht einmal in den Teilen, die den Maschinen am nächsten liegen, also auch nicht in den Maschinengondeln. Auch die Passagierräume werden nicht mehr von zu starken Geräuschen und Erschütterungen erfaßt. Sie sind viel ruhiger als der beste Schlafwagen. Abgesehen von der fast absoluten Geräuschlosigkeit aber ist besonders hervor- zuheben sowohl die ruhige Lage in der Luft als auch die hervorragende Steuerfähigkeit des Schiffes. Wir hatten für kurze Zeit mit einigen Böen zu tun. Ein ausgesprochen böiges Wetter mit starker Turbulenz der Luft war jedoch nicht vorhanden. Diese Probe aufs Exempel wird das Schiff noch zu bestehen haben. Die G e - schwindigkeit scheint gut zu sein. Sie ist wesentlich höher als wir erwartet haben. Während 20 Minuten Fahrtdauer wurde heute die Geschwindigkeitshöhe gemessen, die ungefähr bei 38 Metersekunden liegen dürfte."
Zum Schluß teilte Dr. Eckener noch schmunzelnd mit, daß er heute a l s blinder Passagier die Fahrt mitgemacht habe und sich erst nach einer Stunde zur allgemeinen Ueberraschung in der Führergondel gezeigt habe. Kapitän Lehmann erklärte, daß Die Navigation fabelhaft geklappt
den Wunsche der Mädel und der Eltern Rechnung getragen, die Ausbildungszeit für hauswirtschaftliche und soziale Frauenberufe in einem Rahmen zu verleben, der n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch aus gerichtet ist und den Anforderungen der Jugenderziehung entspricht. Die Schulen liegen in verschiedenen Teilen des Reiches und unterstehen dem sozialen Amt der Reichsjugendführung. Unterricht und Leitung liegt in Händen von staatlich geprüften Fachkräften, die aus der natio- nalfozialistifchen Jugendbewegung herausgewachsen ind. Wir wollen den ganzen jungen Menschen in einer politischen und weltanschaulichen Haltung er- assen und ihm eine lebenswahre Erziehung zur taktischen Hausarbeit vermitteln, so wie sie zum Mufbau einer Familie erforderlich ist. Wir haben
Kriegsmarine, die seit Bestehen der KdF.-Reisen immer großes Interesse für die Arbeit der NSG. „Kraft durch Freude" bewiesen hat, wird durch Entsendung des Kreuzers „Köln" den Urlaubern ein besonderes Erlebnis bereiten, und zwar trifft sich der Kreuzer mit der KdF.-Flotte auf der Höhe von Helgoland. Die diesjährige Madeira-Fahrt wird ein kulturell stark ausgeprägtes Gesicht erhalten. Außer einer Volkstanzgruppe von Moselwinzerinnen und der bekannten Pommerschen Spielschar der HI. haben sich eine Reihe namhafter Künstler und Dichter uneigennützig zur Verfügung gestellt, um den Arbeitskameraden tinterroegs die Fahrt zu verschönen und auch den Ausländsdeutschen in Lissabon und auf Madeira eine Ueberraschung zu bereiten.
Aus aller Well.
NeuebluNgeZusammenstöheinSpanien
Madrid, 7. März (DNB. Funkspr.) Die Zahl der politischen Anschläge wächst in Spanien von Tag zu Tag. In Madrid wurde ein Bäcker- m e i ft e r , der der spanischen faschistischen Partei angehört, beim Schließen seines Ladens von Marxisten aus dem Hinterhalt erschossen. Das gleiche Schicksal ereilte einen anderen Faschisten, der sich gerade auf dem Balkon seiner Wohnung befand. In Pamplona entspann sich bei der Auflösung einer nationalistischen Kundgebung durch die Polizei ein Feuergefecht, bei dem 14 Personen verletzt wurden. In Santander gab es bei einer Schießerei zwischen wieder eingestellten marxistischen Arbeitern und entlassenen Arbeitern einen Toten und zehn Verletzte.
Berlin, 6. März. (DNB.) Getragen von Der Erkenntnis der Bedeutung einer geregelten Berufsarbeit für die deutsche Jugend, die Ostern 1936 die Schule verläßt, und erwachsen aus der Sorge für die Sicherstellung eines ausreichenden und leistungsfähigen beruflichen Nachwuchses für die deutsche Volkswirtschaft haben die zuständigen Reichsministerien, sowie der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Der Reichsjugendführer und der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung folgenden Aufruf erlassen:
„Auch in diesem Jahre möchten die O st e r n zur Schulentlassung kommenden I u - a e n d l i ch e n pünktlich am 1. April ihre berufliche Ausbildung beginnen. Viele wollen später als tüchtige Facharbeiter, Gesellen oder Meister in Handwerk und Industrie tätig sein, viele wollen im Handel und in der Verwaltung von privaten und öffentlichen Betrieben arbeiten, viele auch die Hand an den Pflug legen. Alle wollen sie einmal als Arbeiter Der Stirn oder der Faust ihrem Volke bienen. Alle wünschen daher nichts sehnlicher als Lehrstellen und Ausbildungsplätze, in denen sie sich auf diese Arbeit für Staat, Volk und Wirtschaft vorbereiten können.
Soll dieses gesunde Drängen der deutschen Ju- aend nach beruflicher Ausbildung nicht vergeblich sein, dann ist es notwendig, daß Betriebsführer, Lehrmeister und die verantwortlichen Stellen der öffentlichen Verwaltung alle geigneten Lehrstellen und Ausbildungsplätze verfügbar machen und sie schnellstens den Berufsberatungsstellen der Arbeitsämter melden. Dann ist zu hoffen, daß jeder Jugendliche den ersehnten Lehrplatz findet und daß für jeden Beruf und jeden Betrieb Der notwendige und geeignete Nachwuchs sichergestellt wird.
Im Zusammenwirken der Arbeitsämter mit Eltern, Schule und Arzt, mit Hitlerjugend, Deutscher Arbeitsfront, mit Vertretern der Berufe und Betriebe ist durch Monate hin eine gewaltige vorbereitende Arbeit geleistet worden. Trotzdem ist der Bedarf an Lehrstellen noch nicht gedeckt. An die gesamte deutsche Wirtschaft, an Die Bauernschaft unD Die mafjgebenDen Behörden wenden wir uns daher mit der Aufforderung, auch auf diesem Gebiete ihre Pflicht zu tun.
Dr. Hjalmar Schacht, Präsident des Reichsdankdirektoriums, mit Der Führung Der Geschäfte Des Reichs- unD Preußischen Wirtschaftsministers beauftragt.
Franz SelDte, Reichs- und Preußischer Arbeitsminister.
R. Walther Darrä, Reichs- und Preußischer Minister für Ernährung und Landwirtschaft.
Dr. S y r u p , Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittelung und Arbeitslosenversicherung.___________
Neuer „politischer Mord" in Sowjetrußland.
Die sowjetrussischen Blätter melden erneut einen „politischen Mord", dessen entsetzliche Begleitumstände schlagartig die Erbitterung enthüllen, die die Stachanowschen Antreibermethoden hervorgerufen haben Matrosen eines Dampfers in Baku haben ihren Steuermann, der sich durch seine Antreibereien aufs äußerste verhaßt gemacht hatte, vom Deck des Dampfers in den Maschinenraum hinabgestoßen ihn mit Petroleum begossen und ihn Dann in Der Feuerung verbrennen lassen. Einer Der Täter ist zur Erschießung verurteilt morDen. Ein anDerer erhielt eine langjährige Freiheitsstrafe.
Lawinenunglück in Oberitalien. — Gelber Regen und roter Schnee.
Die reichen Schneefälle unD andauernden Regengüsse in Oberitalien haben vor allem im Aosta-Tal große Schäden verursacht. Im Lys-Tal haben zehn Lawinen die Straßen verschüttet. Cogne ist seit zwei Tagen durch eine riesige Lawine völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Hochspannungsleitung, die den Strom für die Seilbahn und die Lichtanlagen in den Bergwerken von Colonna und Locony liefert, ist durch Lawinen gerissen. Beim Flicken der Stromleitung wurden vier junge Arbeiter von Schneemassen verschüttet. Zwei von ihnen konnten sich aus dem Schnee herausarbeiten und schleppten sich mit Verletzungen unter ununterbrochenem Steinschlag und niedergehenden Kleinlawinen nach Colonna. Die beiden anderen Verschütteten konnten nur als Leichen geborgen werden. Die vier Verunglückten hatten das Flicken der Stromleitung trotz der großen
habe. Endlich stellte Diplom-Ingenieur Knut Ecke- ner, der Leiter der Montageabteilung des Luftschi fbaues, mit Begeisterung fest: dieses Luftschiff „LZ 129" ist das beste Schiff, das wir jemals in den Fingern gehabt haben. Die Fahrt war trotz des Regens fabelhaft.
ftellung von Lehrlingen:
„Auch in diesem Jahre wieder hat die deutsche Jugend durch den Reichsberufswettkampf bewiesen, daß in ihr der Wille zur Arbeit und Leistung lebt und daß sie jede Gelegenheit ergreift, dies durch die Tat zu beweisen. Wenn es jetzt zu Ostern gilt, 1,2 Millionen Jugendliche, die zu diesem Zeitpunkt aus der Schule entlassen werden, einer geordneten Berufsausbildung zuzuführen, so ist es die nationale Pflicht von Industrie und Handel ebenso wie von feiten des Handwerks, diesen jungen Kameraden und Kameradinnen die Möglichkeit dazu zu geben, damit sie sich das Wissen und Können aneignen, das ihnen Die Garantie Dafür gibt, sich später als brauchbare Arbeitskräfte in Den Arbeitsprozeß einzuschalten zu können.
Wir Dürfen nie mehr in Den ZustanD geraten, daß die Jugend, die voll Glauben und Hoffnung an die ^t und voll Vertrauen zu Volk und Vaterland ule verläßt, schon zu Anbeginn ihres Berufslebens eine derartige Enttäuschung erlebt, wie es für sie die Tatsache bedeuten würde, daß sie Ostern vor dem Nichts steht. Es hat daher einen tiefen Grund, wenn die führenden Männer von Partei und Staat aemeinfam einen Aufruf zur Einstellung von Lehrlingen an die gesamte deutsche Wirtschaft, an Die Bauernschaft und maßgebenden Behörden richten.
Wir können nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß dieser Aufruf, der gewissermaßen einen Appell an das Verantwortung s- und Pflichtbewußtsein jedes einzelnen Betriebsführers und jedes einzelnen Meisters darstellt, nicht ungehört verhallen wird. Die Jugend soll einst Deutschlands Zukunft garantieren. Man muß ihr also auch die Möglichkeit geben, sich auf ihre spätere Aufgabe, jeder an feinem Platz, vorzubereiten
Gießener Stadttheater.
Harald Bratt: „Die Insel".
Wir haben im Herbst 1934 an dieser Stelle einen Film der Ufa besprochen, welcher unter dem Titel „Die Insel" erschien; da der Film auf Das Schauspiel zurückgeht, Das wir gestern sahen, ergibt sich Die NotwenDigkeit, einiges von Dem zu wieDerholen, was Damals schon entwickelt wurde. Es hanDelt sich um Den Ausschnitt aus einem Lebensbezirk, Der bisher, soweit wir zu sehen vermögen, verhältnismäßig selten Dramatisch behanDelt morDen ist; genauer gesagt: um ein Problemstück, Das seine unleugbaren theatralischen Qualitäten aus Dem Um- ftanDe bezieht, daß sich Die wirksamsten Bestandteile des Gesellschaftsstückes und des Kriminalschauspieles in ihm durchdringen. *
Der Titel ist in übertragenem Sinne zu verstehen, er ist ein Bild, ein Symbol: die Insel ist der kleine, in sich abgeschlossene Bereich der diplomatischen Vertretung eines Staates im Ausland. Die Botschaft ist ein Stück eigenen Landes, ein winziges Stück Heimat auf fremdem Boden, weit vorgeschobener, äußerst exponierter Posten, unantastbar, begabt mit außerordentlichen Vollmachten, belastet mit außerordentlicher Verantwortung. Die Botschaft, so lautet die These dieses Schauspiels, steht unter eigenen, anderen Gesetzen als alle übrigen Lebensgemeinschaften. Die Menschen, welche auf dieser Insel wohnen, befinden sich jederzeit gleichsam im Ausnahmezustand, sie bilden eine Besatzung die nur einer einzigen Idee zu dienen hat: dem Wohle Des Staates, Den sie vertreten.
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Diese These roirD an einem Beispiel erörtert, Das sich wahrscheinlich praktisch aus mehrfachen Grün- Den nur selten ereignet. Das aber Deutlich erkennen läßt, wie Der Begriff Der Insel gedacht ist unD was es mit Dem AusnahmezustanD auf sich hat, von Dem soeben die Rede war. Der Dramatiker Bratt bedient sich dazu eines zwar krassen, aber unmißverständlichen Exempels: er setzt den Fall, daß auf der Insel ein Verbrechen geschieht;' der Tater ist, worüber von Anfang an kein Zweifel bestehen kann, ein Angehöriger der Botschaft —: wie reagiert die Insel auf diesen Tatbestand, und warum reagiert sie so und nicht anders?
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Ein Attache Der Botschaft hat — aus welchen Gründen, steht zunächst dahin — eine Urkundenfälschung begangen, und zwar unter Umstanden, die einen seiner Kollegen unschuldigerweise verdächtigen. Dessen Unschuld wird bald zweifelsfrei
erwiesen. Dennoch fordert der Chef der Botschaft von ihm, daß er die Schuld auf sich nehme, um den Schein zu wahren: Denn auf der „Insel" ist ein solches Verbrechen schlechterdings nicht möglich. Der Botschafter lehnt auch die von dem unschuldig Verdächtigten zur Reinigung seiner Ehre geforderte Untersuchung zur Ermittlung des Schuldigen ab, Denn nach Den ungeschriebenen Gesetzen, Die auf Der Insel herrschen, muß Der Täter Die Tat selber sühnen UeberDies gelten hier nicht die bürgerlichen Gesetze, auf die der Verdächtigte sich beruft. Die Folgerungen Die aus Dem Fall gezogen werden, sind klar: die Besatzung der Insel in ihrer Gesamtheit ist (nicht nur völkerrechtlich) unantastbar. Persönliches Schicksal und die Ehre eines Einzelnen werden unwichtig, sobald die Ehre, das Ansehen und die Wohlfahrt des Staates auf dem Spiele steht, den alle auf dieser Insel zu vertreten berufen hnh
Was das Stück angeljt, |o i|t es nach Dem Gesagten nicht erheblich, ob Der hier geschilderte Fall „in Wirklichkeit" irgendwann vorgekommen ober nur möglich ist, ob er sich so ober anders hätte entwickeln können. Es handelt sich nur um einen Schul- fall oder ein Beispiel. Daß es auf eine theatralisch sehr wirksame Weise oorgefübrt wird, wurde zu Anfang bereits angedeutet. Dies ist bemerkenswert, weil Die, sagen wir: kriminalistische Spannung streckenweise außerorDentlich gelockert roirD. Der größte Teil Des zweiten BilDes besteht nur aus Konversation unD ist für Den Fortgang völlig unergiebig. Es spricht für Bratt, Daß man trotzdem interessiert zuhört unD geDuIDig wartet, bis Das Telephon flinaelt unD Der FaDen mieDer aufgenommen roirD
Immerhin Darf gesagt roerDen, Daß Der Film, Der nach Dem Stück geschrieben rourbe, über Das Stück hinausgelangt, baß er Den Sinn Der Fabel konzentrierter gestaltet — aus verschieDenen Grün- Den. Der Film hat nicht Zeit, sich mit größeren Dialogpartien aufzuhalten, Der Film begründet auch die Tat selbst, was doch nicht unwesentlich erscheint, sehr viel ausführlicher, während sich hier die Exposition auf Andeutungen beschränkt. Der Film begründet ferner, warum es nicht zu der Aussprache zwischen dem Täter und dem Verdächtigen kommt, die so befreundet sind, daß eine solche Aussprache zum mindesten naheläge. Vor allem: im Film wurde der Beschauer viel unbedingter zur Anerkennung des durch den Botschafter vertretenen und verkündeten Insel-Gesetzes gezwungen, als das hier geschieht, wo den Ausgestoßenen mindestens lebhafte Sympathien begleiten.
Das liegt wieder daran, daß im Stück ein zweites Problem zugleich mit Dem Kernproblem ausgerollt roirD: Das Problem Der Generationen oDer, Deutlicher, Die Gegenüberstellung Der alten Diplomatischen Schule unD Des neuen Typs, Des Außenseiters unD Emporkömmlings; TraDition und unromantische Bürgerlichkeit. Das ist gewiß nicht ohne Reiz, auch nicht ohne grundsätzliche Bedeutung, lenkt aber, wie wir glauben, vom Grundgedanken der Fabel ab. Jedenfalls wird der Beschauer und Zuhörer mit einer ganzen Reihe von Fragen entlassen; daß diese zum Nachdenken und zum Gedankenaustausch anregen, sei anerkannt und dankbar begrüßt
Die Spielleitung hatte Herr Neuhaus; er ließ sich die Möglichkeiten, die das bühnenmäßig vielfach ergiebige und dankbare Schauspiel anbietet, nicht entgehen. Wir sahen ein Gesellschaftsstück, einen Kriminalfall, ein Problemschauspiel in konzentrierter Form, mit allen Vorzügen und Reizen, Die jebe Dieser Gattungen in sich vereinigt. Eine gewisse Zwiespältigkeit Des EinDrucks, Die wir zu begründen versuchten, und deren Beseitigung naturgemäß der Einwirkung der Regie entzogen ist, war nicht zu überbrücken. Der äußere Rahmen, von Herrn Löffler mit sicherer Hand geformt, betonte Die Sachlichkeit wie auch Die geDiegene Vornehmheit, welche Die von Der Außenwelt abgeschlossenen Bezirke Der „Insel" kennzeichnet
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Was Die darstellerische Besetzung betrifft, so war im Gesamteindruck die innerhalb der kleinen Gemeinschaft aufgerichtete Einheitsfront ebenso wie Die sich balD abhebenden Außenseiter-Positionen sinnvoll und sinnfällig markiert. Herr Lindt in Der Rolle Des Handelsattaches Raaz vermochte der in zunehmendem Maße isolierten Erscheinung dieses im übrigen klar und gradlinig gezeichneten Charakters erheblich mehr Sympathien zuzuwenden, als das dem Träger der Filmrolle möglich war. Auch Herr Rosenthal (Hauptmann von Rist) hatte die Figur von Anfang richtig angelegt und in den schweren inneren Kämpfen vor der Tat zu Beginn eindringlich glaubhafte Momente; daß die Figur im Verlaufe an Überzeugungskraft verliert, ist, wie wir anDeuteten, nicht seine Schuld. (Der Kollege im Film hatte es leichter.) Herr L ü p f e als Botschafter, von formvoller Verbindlichkeit bis zu eisig-starrer, hochmütiger Ablehnung, sprach mit Nachdruck das unerschütterliche Glaubensbekenntnis, bas hier regiert.
Die übrigen Beamten der Botschaft wurden von Den Herren Frickhoesser, Schorn, 33old
unD Kühne (der ein paar Augenblicke lang ins Karikaturistische abzugleiten drohte) treffend individualisiert. Fräulein Decker als Karin fand aus dem anfangs unverbindlichen Konversationston allmählich Die Uebergänge zu impulsiver Gefühlsäußerung. Fräulein Markgraf als Silvia: äußerst präzis, geschmeidig und Deutlich zugleich; im Ganzen erfreulicherweise doch um einen Grad gepflegter, als Die Figur im Film angelegt war. Sehr lebenDig brachte Herr Hub Den kleinen, aber inhaltschweren Auftritt Des Bankbirektors. —.
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Das Publikum folgte merklich gefesselt und dankte mit verdientem Beifall. hth.
Nie seltene Pflanze.
Wie bei vielen berühmten Leuten war auch bet Dem großen französischen Maler M e i s s o n i e r Die Pflege seines Gartens eine Leidenschaft. Sein Gärtner war ein ausgezeichneter Botaniker, er kannte alle Samenarten, und Meiffonier hatte stets vergeblich versucht, ihn aufs Glatteis zu führen.
„Jetzt habe ich ihn aber", sagte eines Tages Meiffonier zu einigen Freunden, Die bei ihm zu Mittag speisten, und zeigte ihnen ein Päckchen getrockneten Heringsrogen. Dann ließ er den Gärtner rufen.
„Kennen Sie diesen Samen?" fragte der Maler mit pfiffigem Gesicht.
Der Gärtner betrachtete die Körner mit großer Aufmerksamkeit. „Wie sollte ich nicht," sagte er endlich, „es ist der Samen einer sehr seltenen tropischen Pflanze".
„Wie lange roirD es Dauern, bis Der Samen aufgeht?" fragte Meiffonier mit unverhohlener Schabenfreube.
„Etwa vierzehn Tage!"
Nach genau vierzehn Tagen faßen Die gleichen Gäste roieDer an Der Tafel Des Malers; nach Der Mahlzeit kam Der Gärtner.
„Monsieur Meiffonier", sagte Der Mann, „Die Saat ist aufgegangen!"
„Ach, Das ist ein wenig stark!" rief Der Künstler und begab sich mit seinen Gästen in den Garten, um das botanische Wunder in Augenschein zu nehmen.
Da, als alle versammelt waren, hob der Gärtner eine Glasglocke hoch, unter der sich ein kleines, sorgsam gepflegtes Beet befand. Und da sah man denn, wie Drei Reihen gesalzener Heringsköpfe aus Der ErDe hervorlugten.
Die Heiterkeit wollte fein Ende nehmen, und am allermeisten lachte der Maler, den fein finget Gärtner durchschaut hatte. Ad.


