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Bolschewistische Barrikaden in London

Gegen die Kommunisten in Paris

Wachsende Unsicherheit in Madrid

Es den

Ein Hungermarsch unterwegs nach London.

den wird.

In Margate hat die Koniervative Partei und da­mit auch praktisch die Regierung die Meilensteine für den künftigen Weg abgesteckt. Und dieser Weg soll enden in einem britischen Weltreich, das stark genug ist, seine Dinge nach außen und innen allein zu meistern, das nicht mehr auf die Krücken eines Völkerbundes anaeroieien ist, wenn man ne auch gern in Anspruch nehmen wird, falls sich die Gelegenheit dazu bietet. Das Wichtige und Entscheidende aber bleibt der Umstand, daß dem britischen Löwen die Krallen wieder wachsen, und daß er sich der Notwendigkeit seiner Stärke bewußt wird.

Studentenhöchstziffern für Großstadt- Llniversitäten.

könne. *

Reichserziehungsminister Rust hat an die Hoch­schulen den nachstehenden Erlaß gerichtet:Ich weise nachdrücklichst darauf hin, daß a l l e in der Füh­rer der Deutschen Studentenschaft be­fugt ist, in studentischen Angelegenheiten verbindliche Anordnungen für die Gesamtheit der deutschen Stu­dierenden herauszugeben. ^Gez. Rust."

Reichserziehungsminister Rust hat für die aus Anlaß des Geburtstages des verstorbenen Gauleiters und Staatsministers Hans Sch e mm am Dienstag, dem 6. Oktober, um 10 Uhr stattfindende Ueber - rragungausBayreuthHans Schemm zum Gedächtnis" G e m e i n f ch a f t s e m p f an g für alle Schulen angeordnet.

Man könnte noch die Frage der Reform des Oberhauses anführen, wollte man dem Par- teikongreß von Margate mangelnde innere Einig­keit nachsagen. Wenn die Linksopposition das auch tut, jo darf das alles nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Konservative Partei geschlossen ist, daß sie sich vollkommen hinter die Regierung stellt, und daß sie sich stark genug fühlt, die Dinge auch in der Zukunft zu meistern, sogar allein. Bedürfte es hierzu noch eines Beweises, so genügt der Hinweis darauf, daß die Konservativen es abgelehnt haben, i h r e n N a m e n z u ändern und daß man darauf verzichtet hat, die Verbündeten aus dem Kreise der Liberalen und nationalen Ar­beiter mit in das große Sammelbecken der Partei e i n z u s ch l i e ß e n. Ja, man kann wohl sagen, daß die Partei geschlossener ist denn je. Die Op­position des rechten Flügels macht sich kaum noch bemerkbar, und es sprechen nicht un­wesentliche Anzeichen dafür, daß, sie im 93 er = schwinden begriffen ist. Das ist für den künfti­gen Kurs, den die englische Regierung einschlagen wird, naturgemäß von Bedeutung, denn man kann daraus schließen, daß sich linker und rechter Flügel auf einer gemeinsamen Linie gefun - d e n haben ein Umstand, der seinen Niederschlag in der englischen Politik nach außen und innen fin-

d i e spanischen Marxisten aufgebracht hat. wurde jedoch bestritten, daß diese Gelder für Kauf von Waffen verwendet worden seien.

Oie Gonniagskrawalle im Londoner Ostend-Vieriel.

Marxisten, Kommunisten und Juden im Kampf mit der Polizei. - Oie englischen Schwarz- Hemden kündigen verstärkte Propagandatätigkeit an.

ißbräuliche Benutzung zu ver- oes ganzen Sonntags fuhren

Vor Auflösung der Partei de la Rocques?

Paris, 6. DEL (DNB.) Das Innenministerium erklärt, der Aufmarsch der Partei de la Rocaues habe ausgesprochen militärischen Charakter gehabt und sei von Drohungen begleitet gewesen, die die Regierung nicht hätte unbeachtet lassen können. Die Wahrungsangleichung und die wirtschaftliche Wie­derankurbelung, von deren Gelingen der allgemeine Wohlstand abhänge, könne nur Erfolg haben in einer Atmosphäre der Ruhe und Ordnung. Die Re­gierung sei deshalb entschlossen, Unruhen zu verhin­dern. Deshalb werde sie bis auf weiteres in Paris und Umgebung keine Kundgebungen undj

beworfen.

Als die Schwarzhemden Mosleys tn Tower Hill auf das Zeichen zum Abmarsch warteten, erschien auf dem Dach eines Gebäudes em Mann, der eine rote Flagge mit Hammer und Sichel schwenkte. Etwa um diese Zeit entschloß sich der Londoner Polizeichef zur Vermeidung blutiger Zusammenstöße den geplanten Demonstra­tionszug der Faschisten nach dem Westen der Stadt abzulenken. Als sich die Schwarzhemden m Marsch setzten, feuerte ein Unbekannter einen Revolverschuß ab, wodurch sich der Menschenmenge eine große Erregung bemächtigte.

Vor vier Polizeigerichtshöfen fanden am Mon­tag die Londoner Sonntagsunruhen ein gerichtliches Nachspiel. Die meisten Angeklagten kamen mit Geldstrafen zwischen 2 und 40 Schilling davon. Eine Blütenlese der Namen gibt Aufschluß über den Kreis, aus dem sich die Täter zusammensetzen. Dor dem City-Gericht mußte sich u. a ber Jude Moritz Goldstein verantworten, der bei Dem Versuch, zwei Faschisten die Armbinden abzurei- hen, verhaftet worden war. Mit jüdischer Unver­schämtheit versuchte sich Goldstein durch die Be­hauptung herauszureden, die beiden Faschisten seien Deutsche gewesen. Er habe ihnen ihre Armbin- den abnehmen wollen, um sie v o r w e i ter e n Be­tz e l l i g u n g e n z u s ch ü tz e n. Nach Zahlung einer Geldstrafe von 10 Schilling konnte Goldstein das Gebäude verlassen. Eine Strafe in gleicher Hohe zahlte der Jude Lionel Churfl an wegen beleidigender Aeuherungen. Sam Jacobs wurde belangt, weil er die Menschenmenge zu einem Angriff auf die Pol i z et au f zu­putschen versucht hatte. Aehnlich lautete die An- klage gegen seinen Bruder Jacob Jacob 2. Da­gegen glückte es dem Juden Moischir Ben Ä r o a n , einen Freispruch zu erzielen. Samuel Rose mußte sich gegen die Anklage verteidigen, im Besitz von A n g r i f f s w a f f en gewesen zu sein. Fay Markowitsch hatte Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet. Die meisten übri­gen Angeklagten waren englische Ma r r i ft e n.

Die Unruhen werden in politischen Kreisen und von der Presse lebhaft erörtert. Während die Links­parteien und ihre Presseorgane der Regierung nahe­legen, uniformierte Kundgebungen der Faschisten m Zukunft zu verbieten, wird von den der Regierung nahestehenden Kreisen betont, daß d a s R e ch t d e r Redefreiheit und Kundgebungsfrei, heit unter allen Umständen aufre ch t - erhalten werden müsse. Die Faschisten seien da- her vollkommen berechtigt gewesen, einen Kund- gebungszug zu veranstalten. Anderseits wird das Vorgehen des Polizeikommissars Sir Philip Game gebilligt, der die Fortsetzung des faschistischen Mar­sches verbot, als er feststellte, daß sich die Kommu­nisten und Juden in Ostende zu Straßenkämpfen rüsteten. Preß Association meldet, daß die Regie­rung möglicherweise gewisse Einschränkun- n e n für öffentliche Kundgebungen beschließen werde, um eine Wiederholung der Unruhen zu vermeiden. Zu diesem Zweck müßten jedoch dem Parlament neue Gesetzesmaßnahmen vorgeleyt werden. Auf jeden Fall halte man es für unmöglich, faschistische Kundgebungen in irgendeinem Teil Londons ober Englands einfach zu verbieten, weil dies einer Ein­teilung Englands in politische Zonen gleichkommen würde Die British Union of Faszifts erklärt daß sie im Hinblick auf das Verbot ihres gestrigen Demon- trationszuges beschlossen habe, ihre Propa­ganda im Londoner O st ende zu v e r - türken. Sämtliche bereits vorher geplanten Der- ammlungen würd.en mit einem Zusatzprogramm durchgeführt. Am Montagabend würden allein tm Londoner Ostende wahrscheinlich zehn V e r a n - st al tun gen stattfinden. Auf einer großen Ver- Sammlung im Victoria-Park, der ebenfalls im Osten liegt, wird Sir Oswald Mosley der

Versammlungen mehr dulden, die geelg» net wären, die öffentliche Ordnung zu erschüttern.

Die Erklärung wird als eine eindeutig gegen d i e Sozial-Partei de la Rocques gerich. tete Maßnahme betrachtet, um so mehr, als der In« nenminifter diemilitärischen Methoden" dieser Par» teil zur Rechtfertigung des Versammlungsverbots anführt. Die marxistische Presse läßt durchblicken, daß in einer Besprechung des Ministerpräsidenten mit den Ministern der Justiz und des Innern Dor» kehrungen dafür getroffen worden sind, der Partei de la Rocques und anderen rechtsstehenden Bunden den Prozeß zu machen, d. h. sie a u f z u l ö s e n und wenn möglich, ihre Führer ins Gefängnis zu bringen.

London, 5. DEL (DNB.) Die englische Presie berichtet eingehend über die Unruhen m den mar­xistisch durchsetzten Stadtteilen Londons am Sonn­tag. Nach dem Bericht desDaily Telegraph waren im Ostende der Stadt P o l i z e i a b t e l- lungen in noch nie d aaewe jenem Um­fan g zusammengezogen worden. Insgesamt bUOU Polizisten sowie die gesamte berittene Polizei hatten zwischen Tower Hill und Whitechapel die wichtigsten PunEte besetzt. Kraftwagen mit Funkan­lage hielten den Londoner Polizeichef S i r Philipp Game über die Bewegungen der Menschenmenge, die allein in diesem engen 93yirE auf über 100 000 angegeben wird, ständig auf dem laufenden. Außerdem leistete e i n F 1 u g z e u g der Polizei Beobachtungsdienste. Jeder Feuermelder des Bezirks wurde von einem Feuerwehrmann be­wacht, um eine mifcbräuliche Benutzung zu ver­hindern. Während o-..u -----. -

Kraftwagen der Marxisten die Straßen, durch die der Dernonftrationszug der englischen Schwarzhemden ursprünglich gehen sollte, auf und ab. Lautsprecher und Plakate forderten die warten­den Menschen zum Widerstand gegen den Faschis­mus auf. In der Cable-Straße stürmten die Marxisten den Hof eines Bauunternehmens. Bausteine, Gerüftpfähle und anderes Material wur­den auf die Straße geschleppt und ein Lastkraft­wagen umgestürzt. Um ein Einschreiten der be- rittenen Polizei zu verhindern, streuten die Kom­munisten Glasscherben auf die Straßen. Ein dutzend- mal mußte die Polizei mit dem Gummiknüppel vorgehen, ehe es gelang, die Straßen zu säubern und die Barrikaden zu beseitigen. Hierbei wurden die Polizisten mit Ziegeln und Steinen

Berlin, 5. DEL (DNB.) Der Reichserziehungs­minister hat auch für das Winter-Seme­ster 1936/37 Studentenhöchstziffern für Die Uni­versitäten Berlin, Frankfurt a. M., Köln, Leipzig, Hamburg, München, Münster, die technischen Hoch­schulen Berlin, Dresden, München, die Tierärzt­liche Hochjchule Hannover und die Medizinische Akademie in Düsseldorf festgesetzt. Studenten, die an diesen Hochschulen studieren wollen, wird empfohlen, rechtzeitig einen Antrag auf Einschreibung zu stellen Dabei wird darauf hingewiesen, daß infolge der außerordentlich er­höhten Aufnahmefähigkeit der Industrie und Wirt- jchaft für Ingenieure in letzter Zeit ein großer Abgang von den Technischen Hochschu­le n zu verzeichnen ist. Ein Zugang zu diesen Studienfächern ist daher durchaus erwüns ch t.

Selbst bei einem verstärkten Zugänge besteht kein Anlaß zu der Befürchtung, daß eine Zulassung zum Studium auf Technischen Hochschulen nicht erfolgen

Hauptredner fein.

Zahrestaaung der Labour-Pattei

London, 5. Dtt. (DNB.) Die Jahresta- gung der englischen Arbeiterpartei wurde am Montag in Edinburgh in Anwesenheit von etwa 700 Personen eröffnet. Der Versammlung wurde sofort eine Dringlichkeitsentschließung vorge­legt, die die Schuld an d e n Ereignissen am Sonntag den F a s ch i st e n zu schiebt und von der Regierung ein Verbot des Tra­gens politischer Uniformen verlangt. Diese Entschließung wurde angenommen, nachdem der Vorsitzende des Londoner Stadtrates und Un­terhausmitglied Herbert M o r ri s o n den Innenmi­nister der Schwäche und Feigheit beschuldigt und die britische Schwarzhemdenbeweaung verdächtigt hatte, von fremden Regierungen ober fremden po-

1 Mischen Drganifationen Geldmittel zu erhalten.

Ferner wurde em Dringlichkeitsantrag ange­nommen, der sich in der spanischen Frage

für die Politik des nationalen Arbeiterrates, d. h. also für eine Politik der Nichteinmischung, aussprach. Für den Antrag wurden 1836 000 und gegen ihn 519 000 Stimmen abgegeben. Der Führer der Arbeiterpartei Major A 111 e e erklärte, der na­tionale Arbeiterrat sei niemals von der Annahme ausgegangen, daß die spanische Regierung nicht jedes Recht auf Einfuhr von Waffen habe. Der Abgeordnete Baker erklärte, die britische Regierung müsse, wenn sie sich überzeugt habe, daß der Nicht- einmischungspakt verletzt worden sei, das Aus­fuhrverbot auf eigene Verantwortung aufheben. Eine solche Politik würde sehr schnell ein Ende des Krieges in Spanien herbeiführen. Aehnlich äußerte sich der Unterhausabgeordnete Greenwood.

Im Laufe der Sitzung wurde bekannt, daß die

britische Arbeiterbewegung 16000 Pfund für150 v. H. der Bevölkerung arbeitslos sind, ersuchen.

Seit 79 Tagen vonderrotenLebermachtbelaaert

Pans 6. Dkt (DNB. Funkspruch.) Die helden­hafte Verteidigung des Alkazar von Toledo ist nicht das einzige Beispiel für den Opfermut und den zähen Siegeswillen der nationalistischen Kämpfer. Ein Sonderberichterstatter der französischen Nach­richtenagentur Havas teilt mit, daß sich 150 Z i - vilgardisten mit ihren Familien, 100 Mitglie­der der nationalen Phalanx und einige Familien aus Andujar fett 79 Tagen in dem 30 Kilo­meter von Andujar gelegenen, eine natürliche Festung bildenden Kloster gegen eine rote lieber» macht halten. Unter den Belagerten befanden fid) die Frau und die Tochter des Obersten Iglesias. Ein Flugzeug der Nationalisten aus Sevilla habe vor drei Tagen über demneuen Alkazar" Le»

weit Partei und Regierung sich hier gegen eitig 'Bälle zugespielt haben, wieweit man sich nicht schon vorher über den Gang der Dinge einig war. Die Möglichkeit besteht, wenn damit auch noch nicht gesagt fern soll, daß es tatsächlich so gewesen ist. Auf alle Fälle muß sich die Regierung darüber klar fein, daß sie im eigenen Lager keine Gefolg­schaft findet, falls sie geneigt fein sollte, in dieser, England so sehr interessierenden Frage irgendwelche Zugeständnisse zu machen. So ist die Lage trotz der Warnungen einflußreicher Männer, die sich dar­über klar waren, daß das koloniale Unrecht an Deutschland in irgendeiner Form wieder gut ge­macht werden müsse.

Kann man in der Frage der Mandate auch dar­über verschiedener Meinung fein, ob die Partei sich tatsächlich gegen ihre führenden Männer aufgelehnt hat, so scheint es doch ziemlich sicher, daß m der Frage der Agrarpolitik ein Konflikt zwischen Lanowirtschaftsminifter und Konservativer Partei besteht. Der Landwirtschaftsminister hat eine über­aus schwere Aufgabe. Er soll die Eigener­zeugung des englischen Eilandes schüt­zen und fördern: er soll aber gleichzeitig auch ge­bührend auf die Wünsche und Absatz bedürf- nisse der Dominien Rücksicht nehmen; denn das ist ja einer der wesentlichen Punkte des ganzen Ottawa-Abkommens. Die Vergangenheit hat zwei­fellos gelehrt, daß dieser Einklang nur schwer oder gar nicht herzustellen ist. Denn die Statistik zeigt, daß die englische Landwirtschaft aus einer gewissen Notlage heraus dazu übergegangen ist, ursprüng­liche Ackerflächen in Weiden umzuwandeln, um so Betriebskosten zu sparen. Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche nimmt ab, die Arbeitslosigkeit unter den Landarbeitern steigt, die Eigenerzeugung geht zurück. Ein Umstand, der vor allem für den Kriegsfall von Bedeutung ist. Auf Sonder­gebieten hat dabei England ähnliche Zustände w i e Deutschland früher. Man verzichtet beispiels­weise in einzelnen Gebieten heute auf die Obsternte, weil die Erntekosten die später zu erzielenden Preise übersteigen.

Wenn heute die Konservative Partei gegen ihren Landwirtschaftsminister eine Agrar-Schutz- politif fordert, so trägt sie diesen Umstanden Rechnung. Wenn der Landwirtschaftsminister sie aber in diesem Umfange verweigert, so aus der einfachen Erkenntnis heraus, daß der wirtschaftliche Zusammenhalt des über die ganze Welt zerstreuten britischen Riesenreiches wichtiger ist, als eine Schutz­zollpolitik, die in den Tochterländern Unruhe, Miß­trauen und wirtschaftliche Schwierigkeiten Hervor­rufen müßte. Wenn es hieß, daß der Landwirt- fchaftsminister im ersten Augenblick habe zurück- treten wollen, als die Haltung des Parteikongresses klar war, so ist das vielleicht übertrieben. Sicher aber ist, daß sich in weiten Kreisen der Konserva­tiven eine sichtliche Unruhe wegen der mangelnden Schutzmoglichkeit für die eigene Landwirtschaft be­merkbar macht.

Sevilla, 6. DEL (DNB.) Nachrichten aus Madrid melden, daß die Unruhe der Bevötterung stündlich steigt. Die Enttäuschung der Bevölkerung, die immer deullicher merke, wie sehr sie betrogen worden ist, zeige sich in Protestkundgebun­gen und Anschlägen gegen Volksfrontpoli- t i E e r So soll der Landtagspräfident Martinez B a r r i o, als er sich im Kraftwagen in das Parla­ment begeben wollte, von einer wütenden Volks­menge überfallen worden fein. Nur das jchnelle Eingreifen feiner Leibwache habe ihm das Leben retten können. Mehrere Personen wurden bei diesem Zwischenfall getötet. Zur Verteidigung der Stadt werden drei Reihen Schützen­gräben und Befestigungen angelegt. Flugblätter fordern die Republikaner und Marxisten auf, sich an der Verteidigung Madrids zu beteiligen. Wer der Anordnung nicht Folge leistet, werde zum Staatsfeind erklärt und erschossen.

London, 5. DEL (DNB.) Von Jarr ow aus, der nordenglischen Industriestadt am Tnne-Fluß, setzten sich am Montag über 2 0 0 A r b e i t s l o s e zu einem Hungermarsch nach London in Bewegung. VierStadträte werden den Zug bis nach Lon­don begleiten, das man Anfang November erreichen will. Sie werden die Regierung in einer von 12 000 Personen unterzeichneten Bittschrift um Hilfs- Imahnahmen für Jarrow, wo zur Zeit über 150 v. Sk der Bevölkerung arbeitslos find, ersuchen.

Zum ersten Male hat man in London die bolschewistische Bürgerkriegstaktik in den eigenen Mauern beobachten können. Unser Bild zeigt eine kommunistische Barrikade m der Cablestreet, bte von der Polizei gestürmt werden mußte. (Scherl-Bilderdienst-M.)

e.n Maris batten die Kommunisten im Prinzenpark eine Demonstration veranstaltet, zu der etwa 100 000 Menschen zusammengkkommenwaren^ Mitglied« der sranzosischen Sozial-Partei d°oVb°rstendeaRocq^ die früheren Feuerkreuzler, veranstalteten eine Gegenkundgebung^Unfer Bild zeigt einen Ausschnitt aus einem Zug der französischen Sozial-Partei. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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