3. Kreisturnfest des Turnkreises 8 Gießen (Lahn-Dill) in Wiesest
Gießt,
unter
Leib.
August Heinrich
Nachdruck verboten!
17. Fortsetzung.
selbst
eine und
lewährter Form durchgeführt und konnte bereits im die Mittagsstunden abgeschlossen werden. Zahl
et „Sehr gut" und 117 Arbeiten mit „Gut" bewertet. Im Richtigschreiben wurden 575 Arbeiten mit „Hervorragend", 198 mit „Sehr gut" und 89
Einigte insgesamt 866 Stenographinnen ,nd Stenographen in den Schulsälen des Realgymnasiums, der Oberrealschule und in Hör- silen der Universität. Der Wettbewerb wurde in
„Ach!" Er hieb mit der Rechten durch die Luft. ,Du ahnst ja gar nicht, wie mir das manchmal auf Hie Seele fällt. Fünfundzwanzig Jahre — und noch immer ohne selbstverdientes Brot."
„Du hast doch immer im Sommer geschafft und wrdient."
„Die paar Kröten!"
„Dreihundert Mark", warf sie beschwichtigend
kalten, wurden mit Musik begrüßt und schneidiger Marschmusik in die Stadt geleitet.
Oer Leistungswettbewerb
! er Wertung eingesetzt hatten.
Der Wettkampfleiter, Herr Busch, gab dann die Zreisträger bekannt, die mit Ehrenpreisen ausgezeichnet werden konnten. Zur Verteilung an die siegreichen Stenographinnen und Stenographen kam iine Fülle schöner Ehrenpreise, die sowohl aus den
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Er feierte w ' die großen A ektor Werner. ■ i Prüfungsb i KammersteE M als Sausach-
^"'Was ist das schon?"--„Entschuldigung!"
wandte er sich an den Herrn, mit dem er soeben rnsanft zusammengestoßen war, vernahm^ einen
Jubiläums- und Leistungsschreiben so viele wert- rolle Preise gestiftet hatten, den Dank der Gießener Lurzschriftfreunde aus.
Der weitere Verlauf des Abends brachte Reihe unterhaltsame, auch gute tänzerische nusikalische Darbietungen.
„Ja!"
„Mein Herr!" fuhr Rolf Steffen auf.
„Mein Junge", lächelte dieser zuruck. „Ich , bin dein Vater. Also muß ich doch auch wissen, ob ich tot oder lebendig bin. — Run bist du aber richtig erschrocken, was?" sagte er, Rolfs Gesicht zwischen eine Hände nehmend. „Wenn die Mama heute vormittag nicht über den Randstein gestolpert wäre, wüßte ich immer noch nicht, wo ihr zu suchen seid. Du hast eine sehr stolze Mutter, mein Sohn.
Gerhardt, Sprendlingen, Else Bauer, Griesheim bei Darmstadt, Elfriede Klein, Offenbach, Josef Hannappel-Wiesbaden-Biebrich.
14 0 Silben: Robert Bäumert, Langen, Fritz Bender, Bensheim, Fritz Kuntze, Offenbach 1874, Dietrich Zaiß, Gießen, Heinz Mayer, Offenbach, Anny Ertel, Offenbach 1887, Mariechen Diehl, Mainz 1862.
12 0 Silben: Karl Bender, Butzbach, Therese Fuchs Hanau, Erna Röhrich, Frankfurt a. M- Schwanheim, Margot Herborn, Wiesbaden, Hedy Hensel, Frankfurt a. M. 1887.
100 Silben: Friedrich Schäfer, Sprendlingen, Annele Braun, Offenbach 1874, Anne-Else Fehr, Offenbach 1874, Toni Beck, Friedberg.
ihm als Vater vorstellen. Sie werden sehen, daß ich recht habe."
Und Krelling hatte recht. — ♦
Rolf Steffen war keineswegs erstaunt, als ihm seine Wirtin einen Herrn meldete. Es kamen ja oft Kollegen zu ihm herauf. Daß es aber der Künstler Albert Steffanelli war, der ihn besuchen wollte, dünkte ihn eher ein Mißverständnis, als Absicht, ihm diese Ehre zu erweisen. Er schämte sich für den Augenblick, und es war ihm peinlich, daß die Stube nur zweieinhalb Meter im Geviert hatte und nur durch ein Mansardenfenster Licht bekam. Die Wirtin hatte wenigstens soviel Verständnis, einen zweiten Stuhl zu bringen, den er seinem vornehmen Besucher anbot. „Ich nehme an, daß Sie sich in der Wohnung geirrt haben, mein Herr!" sagte er mit einem Lächeln.
„Durchaus nicht? Ich hätte nur gern eine Frage an Sie gerichtet. Können Sie mir die Adresse Ihres Vaters angeben?"
„Meines ... Vaters ...?" Rolfs Gesicht zeigte offene Verständnislosigkeit. „Haben Sie ihn gekannt, mein Herr? Ich selbst besitze keinerlei Erinnerung mehr an ihn. Er starb, als ich kaum zwei Jahre alt war."
„So! Er ist also gestorben!"
„Ja, Herr Steffanelli."
„Wo er begraben liegt, wissen Sie wohl nicht?
„Doch! — Er liegt auf einem kleinen Friedhof in der Nähe von Wien. Meine Mutter ist früher öfter hingefahren. Nun erlauben es unsere Verhältnisse nicht mehr. Aber er ist deshalb durchaus nicht vergessen."
, Es scheint aber doch", meinte Steffanelli. „Und was Ihnen Ihre Mutter da erzählt hat, ist alles Lüge, junger Mann."
„Lüge?"
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Verfluchtes Gold!
Roman von 3. Echneider Ioersil.
Urheberrecht: Verlag Oskar Meisber, Werdau i. Sa.
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Oer Empfang der Gäste.
Arn Sonntagmorgen fanden sich Mitglieder der Drtsgruppe Gießen mit einer Musikkapelle im Kahnhof ein, um den auswärtigen Teilnehmern ter Tagung einen herzlichen Empfang zu bereiten, pünktlich zur vorgesehenen Zeit traf der Sonder- iug von Frankfurt her ein, der etwa 800 Kurz- shriftlerinnen und Kurzschriftler aus dem Rhein- Nain-Gebiet in unsere Stadt brachte. Die Gäste, tie in erster Linie zur Teilnahme am Leistungs- pettbewerb die Reise nach Gießen unternommen
Ehrenpreise der Mitglieder der Ortsgruppe Gießen im Jubiläumswettschreiben.
240 Silben: Ewald Bötig. 200 Silben: Willi Brückmann, Fritz Reh, Richard Strauch, Dora Kern. 180 Silben: Anni Schmittdiel, Wilma Lei. pold, Johanna Graf, Karl Meister, Anni Kompf, Gretel Roßkath. 160 Silben: Gertraud Hepding. 140 Silben: Albert Hinkel, Liselotte Röhm, Elli Philipp, Grete Schmidt. 120 Silben: Lore Hofmann, Josef Kämmerer, Elfriede Werner, Willi Arnold. 100 Silben: Ernst Römer. Else Schmelz, Lore Bücking, Paul Heidlindemann, Ernst Hünig, Friedrich Volkert. 80 Silben: Rudolf Metzger, Albert Schäfer, Karl Bender.
Kreisen der Behörden, der Wirtschaft und des Handels, sowie von einzelnen Ortsgruppen der Stenographenschaft gestiftet worden waren. Die restlichen Stunden des Abends waren dem Tanz gewidmet.
Die Liste der Ehrenpreis-Träger
260 Silben: Franz Winger, Frankfurt a. M.- Griesheim.
2 0 0 Silben: Karl Galloy, Mainz.
18 0 Silben: Hans Heilmann, Frankfurt a M. 1887, Emma Reitz, Gießen, Maria Wahl, Worms, Ferdinand Baas, Worms. Werner Thon, Worms.
16 0 S i l b en : Otto Krumm. Grünberg, Elsbech
.Gern, Herr Steffanelli!"
Spielen Sie, ein bißchen Detektiv für nnch und
Krelling war der Mann, der bei Steffanellis Konzerten immer den Klavierpart übernahm.
Das Wiederschauen erfolgte aber erst nach dem Mittagstisch, den Steffanelli in reichlicher Nervosität eingenommen hatte. „Also", erzählte Krelling, der sich nachservieren ließ und das Mundtuch bedächtig auseinanderfaltete. „Die Sache war höchst einfach. Ich habe die beiden verfolgt bis zum Bahnhof und, hinter dem Jungen stehend, das Ziel der Reife herausbekommen: Klein-Ellbach. Es scheint ein ganz entlegenes Nest zu sein. Dem Fahrplan nach gehen nur zwei Züge täglich dorthin. Ich habe gewartet, bis die Dame einsüea und bin bei dem jungen Mann gestanden, als sie sich noch letzte Grüße mit dem Taschentuch zuwinkten. Dann blieb ich dem Jungen auf den Fersen. Er fuhr erst mit der Tram nach der Hochschule, dann nach einer Klinik, die ziemlich weit draußen liegt. Damit ich ihn nicht aus den Augen verlor, habe ich mich dort herumgetrieben, bis er wieder zum Vorschein kam und bin dann in dieselbe Tramlinie gestiegen, die er benützte. Er wohnt vermutlich in der Hohenzol- lernstraße 46/III links."
„Das haben Sie gut gemacht, Krelling! Ich danke Ihnen. Nun fragt es sich, wen ich zuerst überraschen soll — meine Frau oder meinen Sohn.
„Ich würde es beim Sohn versuchen", schlug Krelling vor. „Weiß er überhaupt etwas von Ihrer ^Äie Frage trug ihm ein Helles Lachen ein. „Erlauben Sie, jeder Mensch weiß doch, daß er einen
Das "schon", verteidigte sich Krelling. „Aber in diesem Falle liegt es nahe, daß man ihm irgendein Märchen aufgebunden hat: der Papa ist tot, oder verschollen, oder sonst etwas. Frauen sind Ge- nies im Erfinden solcher Geschichten.
„Ich glaube nicht, daß Elisabeth das getan hat. "Wahrscheinlich", meinte Steffanelli, die Asche seiner Zigarre abstreifend, „hat sie ihm gesagt. Dein Vater ist ein Windhund gewesen. Sieh zu, daß bU Das* sollte mich wundern. Hebrigens glaube ich auch nicht, daß ein Junge dies so ohne weiteres hinnimmt. Ich bin anderer Meinung, und wette zehn gegen eins, daß der Herr Studio aus allen 1 Wolken Sfällt, wenn Sie vor ihn hintreten und sich
l$m linken Fuß über den Randstein trat. „Du hast tir doch nicht wehe getan?"
„Nein, nein. Gewiß nicht, Rolf."
„Danke, es ist nichts", wandte er sich wieder an ten Herrn, der nach den paar Schritten, die er ge- nacht hatte, wieder zuvückkam. „Meine Mutter hat ' ur einen ungeschickten Schritt gemacht.
„Das tut mir leid! Ich hoffe, nicht daran Schuld P tragen." Ehe Rolf noch etwas erwidern konnte, □ar der andere schon weitergegangen, sah sich ver-
Rolfs Gesicht war halb Glaube, halb Entsetzen. „Und Sie irren sich nicht, Herr Steffanelli?"
„Weiß Gott, nein! Ich muß wohl annehmen, daß du keine Ahnung hast/
„Von gar nichts!"
„Du wußtest nur, daß ich tot sei?"
„Nur das!"
„Willst du Aufklärung haben?"
„Bitte!"
Steffanelli legte seine Hand auf die des Sohnes und ließ dabei seine Augen durch den Raum schweifen: „Die Schuld trage ich, indem ich eine Sechzehnjährige aus der Kinderstube eines wohlbehüteten Elternhauses herausnahm. Mit siebzehn Jahren war sie mir bereits angetraut. Ein halbes Jahrs päter kamst du zur Welt. Nach weiteren ein- einhalb Jahren trennten wir uns."
„Warum?" fragte Rolf mit glanzlosen Augen.
„Warum, mein Junge? Ich sagte dir's schon, daß ich allein die Schuld trage. Ich habe deiner Mutter Grund zur Eifersucht gegeben. Vielleicht hätte sie verziehen, wenn sie nicht von anderer Seite aufgehetzt worden märe. So verließ sie mich und verlangte dich als Entgelt für die Enttäuschung, die ich ihr bereitet habe. Und das Gericht gab ihr recht."
„Und ich?"
Steffanelli zog Rolf an sich und fuhr über dessen Scheitel. „Die alte Geschichte, mein Bub. Die Kinder sind immer die Leidtragenden. Ich hoffe, daß du nicht sonderlich gelitten hast unter deiner Vaterlosigkeit."
„Nicht gelitten?" fuhr Rolf auf. „Das sagst du so. Es ist ein Verbrechen, daß du mich in die Welt gesetzt hast, schon mit dem Vorsatz, die Mutter und mich unserem Schicksal zu überlassen, wenn du unser einmal überdrüssig geworden bist."
„Du bist ungerecht!" verteidigte sich der Vater. „Ich habe deine Mutter über alles geliebt. Von einem Vorsatz, sie zu verlassen, kann niemals die Rede fein. Du wirst mich doch nicht für so schlecht halten und annehmen, daß ich keine Freude empfand, als sie mir einen Sohn in die Arme legte? Ich war damals der glücklichste Mann, den die Erde trug!"
Rolf sagte: „Fünfundzwanzig Jahre bin ich ohne Vater gewesen." , ,
„Soll das heißen, daß du auch fernerhin daraus verzichten willst?" Fortsetzung folgt.
emer Kund- /öeifammenjeh Berner ermittelte zu. Xf ®tenO- im iMtr ajiaiuy3|Luiiucii uvyc|u^iu||<tii wuum. ot Gießen und i-jche geübte und erfahrene Kräfte hatten sich Endliche Aus. i[ Dieberum in uneigennützigster Weise für die Durch- w über bie er« || sthrung des Wettkampfes zur Verfügung gestellt, oer ut^a-1 itad) der Ablieferung der Arbeiten wurde sofort nit deren Prüfung begonnen, die viel Arbeitskraft ii Anspruch nahm. Die wesentlichen Ergebnisse ligen am Abend bereits vor. Von den 866 Teilnehmern des Wettbewerbs schrieben 835 die Deutsche .(urzschrist (Einheitsstenographie), 24 Gabelsberger ind 7 Teilnehmer das System Stolze-Schrey. Im Schnellschreiben konnten 28 Arbeiten mit „Hervorragend" und mit einem Ehrenpreis bedacht wer- :en. 196 Arbeiten wurden als „Hervorragend", 416
- in jahnehnfc- rmit „Hervorragend , 198 mit „Sehr gut und 89 ie Kurzschrift in mit „Gut" beurteilt. Ferner brachte der Wettkampf reisqebietsfiihrer: mch ein Schnell schreib en in Fremd- Menste als Ob- Mrachen. In französischer Sprache stenographier- uberreWe her Hi 9 und in englischer Sprache 11 Kurzschriftler.
~ - J Rach der Mittagspause war Gelegenheit gegeben,
enbrief her jch an einem Rundgang durch die Stadt zu be- ichast Unb beiI Hilgen.
ähriae fciet- Der Nachmittag war fast ausschließlich dem kame- di-Hlberne Lstodschaftlichen Beisammensein gewidmet. Die Orts- - - truppe Gießen der Stenographenschaft hat keine
Rühe und keinerlei Unkosten gescheut, um das Ju- liläumsfest zu einem schönen Erlebnis zu gestalten. So war für den Sonntagnachmittag die Dolkshalle «^schmückt worden. Im Saal war ein großes Tanz- i jiobium aufgelegt unb schon bald fanden sich die Stenographen ein, um einige unterhaltsame Stunden zu verbringen. Die Herren Deibel und 8 o n - E i f f vom Gießener Radfahrerverein 1885 »arteten mit prächtigen Darbietungen im Zweierkunstfahren auf. Ferner wurde die von 12 Kurz- Ichristlerinnen schon am Vorabend gezeigte Gavotte Die auch die Duo-Tanzdarbietungen zur allge- neinen Freude noch einmal aufgeführt.
In einer kurzen Ansprache würdigte der Gcmge- iietsführer die Bedeutung des Tages für die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft, oürdigte kurz die Leistungen der Wettbewerbsteil- ehmer und die außerordentliche Arbeit, derer, die sch für die praktische Durchführung des Wettbe- Oerbs und die schwere und zeitraubende Arbeit
Wieseck war am Samstag und Sonntag berl 1 Schauplatz großen turnerischen Geschehens. Das i Kreisturnfest des Kreises 8 Gießen wurde hier be- l gangen. Auf dem herrlich gelegenen Festplatz an ! ber Wieseck im schönen Wiesental kamen die Turner zusammen, um im friedlichen Wettkampf ihre Kräfte zu messen. Der Turnverein Wieseck, der alle Vorbereitungen für das Fest vorbildlich getrof- : fen hatte, die Gemeindeverwaltung, die stets Verständnis für das deutsche Turnen hat, und die Wie- secker Einwohnerschaft, die in altbekannter Gastfreundschaft sich gerne in den Dienst der guten Sache stellten, hatten die besten Vorbedingungen für das gute Gelingen des Festes geschaffen. Wie- seck bot feinen Turnern aus dem Kreis ein Turnfest, das im Zeichen froher Gemeinschaft stand und bei allen in bester Erinnerung bleiben wird. Bereits mit dem Mittagswagen der Straßenbahn tarnen die Turner herbeigeeilt, und bald war reges Turnerleben im Orte zu merken. Weit über 600 Turner waren nach Wieseck gekommen.
Der Festsamstag.
Einer kurzen Kampfrichtersitzung für die zu den volkstümlichen Hebungen Ungeteilten Kampfrichter folgte die Einteilung der eigentlichen turnerischen Arbeit durch die Flaggenhissung. Don den Fahnenmasten der Vorturnertribüne auf dem Turnplatz grüßten bereits die Fahne mit den fünf olympischen Ringen und die Turner-Sturmfahne die zum Wettkampf angetretenen Turner, als der Kreisdiettvart des DRL. Dr. Römer (Großen-Linden) mit der Ansprache zur Flaggenhissung begann. Er stellte fest, daß der Turnkreis 8 geschlossen im Reichsbund stehe, dankbar dem Führer, der aus den .vielen Verbänden einen Bund geschaffen. Wenn heute erstmals über dem Kampfplatz des Kreisturnfeftes die Flagge des Reichsbundes wehe, dann wolle und solle sie Ausdruck sein des Gelöbnisses und der Treue. — Ein Turner des festgebenden Vereins sprach dann den Fahnenspruch. Der Dietwart gab das Kommando: „Heißt Flagge!" und an den beiden Masten flieg die Fahne aller Deutschen, stieg das Symbol des Reichsbundes empor. Das Horst-Wessel-Lied bekräftigt den Gruß der Turner.
Mit dem Lied „Turner auf zum Streite" marschierten dann die Zwölfkämpfer zur Erledigung ihrer volkstümlichen Wettkämpfe an die Wettkampfplätze, und auch die valkstümlichen Zehnkämpfer begannen mit ihren Hebungen, die am Samstag zur Hälfte schon ausgetragen wurden. Schnell entwickelt sich auf dem geräumigen Turnplatz eifriges turnerisches Leben, das hier und dort auch zu besonderen Leistungen führte, die bei den zahlreich erschienenen Zuschauern lebhaften Beifall fanden. Während die Zwölfkämpfer Freihoch, 100-Meter- Lauf und Kugelstoßen zu bestreiten hatten, fanden die Zehnkämpfer ihre Tagesaufgabe im 100» und 400-Meter-Lauf, Hoch- und Weitsprung sowie tm Kugelstoßen. f ,, _
Die Kämpfe waren noch im Gang, als schon me Kampfrichter für die Geräteübungen zufammen- traten, um von Kreisoberturnwart Schüler (Wetzlar) und Kreismännerturnwart Reuter ; (Gießen) letzte Anweisungen und Einteilung für ’ den Festsonntag zu erhalten.
Oie Heldengedenkfeier.
Eine große Beteiligung fand die abends am ! Heldenmal am Friedhof abgehaltene Gedenkfeier, : die durch ihre Schlichtheit nachhaltigen Eindruck ! machte. Turnerinnen mit den Fahnen des neuen l Bundes, Turner mit den Vereinsfahnen standen zu i beiden Seiten des Ehrenmals, als Kreisfachamts-
Mit zwei Stunden Verspätung begannen dann die Zwölfkämpfer ihre Geräteübungen in der Halle. Trotz des Regens hatte sich eine große Zuschauermenge eingefunden, die auf ihre Kosten kam. An allen Geräten kam es, namentlich bei den Turnern der Oberstufe, zu vorzüglichen Leistungen, selbst an dem noch so neuen Gerät, den Ringen, für die ein besonderes Interesse der Zuschauer festzustellen war.
Wettkämpfe - Freiübungen.
Als die 2)r eit ämpf er sich um 9 Hhr den Kampfrichtern stellten, hatte der Regen aufgehört.
An der völkischen Aussprache beteiligten sich alle Turner, sie folgten den Ausführungen und Erläuterungen der Dietwarte mit lebhafter Anteilnahme. Der DRL., Volk und Staat, der Führer, waren die drei Aufgabengebiete, die vom Kreisdiet- wart gestellt waren.
Das Turnen der 23erein erlegen (4 0) brachte gegenüber dem vorjährigen Fest eine starke Steigerung in der Zahl und damit den Beweis für das Erstarken gefunden Mannschaftsgeistes in den Vereinen, daneben aber auch einen erfreulich hohen Leistungsstand.
Den Höhepunkt des Tages bildete der Festzug. Er brachte ein Massenaufgebot in vorbildlicher Haltung; durch die überreich mit Fahnen geschmückten Straßen des Ortes zogen die Turner in ihrer schmucken Kleidung, Fahnenschwinger mit den Sturmfahnen voran, als besonders schöne Gruppe die Turnerinnen mit den Reichsbundflaggen und die große Abteilung mit den Vereinsfahnen. Den Abschluß bildeten die Ortsvereine. Ein schönes Bild der Geschlossenheit.
Auf dem Platze warben die Spieler für Faustball und das wenig bekannte Schleuderballspiel.
Die allgemeinen Freiübungen führten in fünf Marschsäulen rund 500 Turner auf das Feld, zu denen der Kreisführer Dr. Schäfer, Gießen, in längerer Ansprache besonders herzliche Worte fand. Er betonte, daß er mit einem Herzen voll Glaubens an die gute Sache zu den Turnern komme, er bat um ihr Vertrauen und forderte Mitarbeit im großen Bund, in dem als Hauptziel unbedingte Kameradschaft anzustreben sei. Er sagte allen alten Turnern Dank für jahrelang geleistete Arbeit am Volk, forderte die Jugend auf, dem Beispiel der Alten zu folgen und zeichnete Jahn als den großen Deutschen, dessen Sehnen heute durch Adolf Hitler zur Wirklichkeit geworden sei. Sein „Sieg-Heil" galt der turnerischen Arbeit, galt dem i Reichsbund.
Oie Siegerehrung.
Die Freiübungen selbst wurden von einem großen Teil der Turner sehr gut ausgeführt, während die Ausführung bei einem kleineren Teil zu wünschen übrig ließ. Dann bildete die Siegerehrung den Abschluß des Festes. Durch Turnerinnen wurden den 1 Siegern die Kränze ausgehändigt. Dem 1. Sieger ' des Zwölfkampfes, Ludwig Herbert (Gießen), wurde nicht nur der Kranz, sondern auch die von : der Gemeinde Wieseck gestiftete Plakette vom Ober- ‘ turnroart überreicht. Dann sprach Kreisfachamts- • (eiter Daupert das Schlußwort. Dem „Sieg- ’ Heil!" folgten die Lieder der Nation.
Aus der Siegerliste.
Zwölfkampf-Oberstufe: 1. Ludwig - Herbert, 1846 Gießen, 215V2 Punkte; 2. Adolf t Kreiling, Tv. Wieseck, 209V-; 3. Karl Schick, Tuspo. > Niedergirmes, 205; Heinrich Herbert, Tv. 46 Gießen, 203Vr; 5. Herbert Butti. Tv. 91 Sinn, 200;
Bearbeiter im NSLB., der die Verdienste des verdorbenen Reichsführers Schemm um die Schaffung »er Einheitsorganisation betonte, berichtete von iem erfreulicherweise zunehmenden Schülerlei- jiungsschreiben im Gaugebiet, an dem sich 8000 gegenüber 6000 Schüler im Vorjahr beteiligten und bessere Leistungen als im Vorjahre erzielten. Die -eeresfachschulen in Gießen und Darmstadt haben
uS'Wwie fi° mit lenken $__ce..e. r.u»«* hon sRnrthffein trat. „Du hast
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aufunl niebrig 4; l«em Ellenbogen. „Würden Sie mir einen Gefallen eher daß «weisen Krelling?"
c8 v. H. gute Leistungen vorzuweisen. Er begrüßte ! jie alten Vorkämpfer der Kurzschrift in Gießen, hanstein, Bergen, Karnbach, Kuhl und stellte sie (l5 Vorbild der Jugend vor.
Ortsgruppenführer Graf dankte in herzlichen ^.9,.öqs aiie ©orten für die Ehrungen. Ganz besonders sprach t cr den Behörden und allen denen, die für das
leiter D a u p e r t (Wieseck) einen Eichenkranz nie- verlegt als Zeichen des Kampfes und des Sieges, ! der doch noch dem deutschen Volke geworden ist. Daupert dankte dem Führer, daß er Ehre und I Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes wieder herge- tellt hat und gedachte neben den Toten des Welt- ! krieges auch derer, die im Kampf um unser neues Deutschland fielen. Ergreifend klang das Lied vom guten Kameraden, wie Verheißung das „Deutsch- , land muß leben" der vereinigten Sängerchöre von Wieseck.
Festabend im Zell.
Die offizielle Festeröftnung sah am Abend das große Festzelt — ein Zeichen der Teilnahme der Wiesecker Bevölkerung — überfüllt. Kreisfachamts- leiter Daupert entbot den Wiesecker Mitbürgern herzlichen Dank für Ausrichtung des Festes und rief den Turnern zu: „Wir wollen unser Turner- tum, unser ganzes tiefes Empfinden, ohne das keine turnerische Arbeit gedeiht, in den Reichsbund tragen". Besonderen Gruß widmete er den anwesenden Ehrengästen.
Bürgermeister Euler (Wieseck) entbot den Turnern herzhaften Gruß und Willkomm der Gemeinde unb gab dem Wunsche Ausdruck, daß das Fest gut gelingen möge.
Musikalische Darbietungen, Vorträge der Wiesecker Sänger unb turnerische Vorführungen ergaben ein großes reichhaltiges Hnterhaltungsprogramm bester Art. Die Kreisriege turnte am Barren, Pferd unb Reck und zeigte teilweise hervorragende Hebungen, die Vorführung der Wiesecker Turner am großen Ring war sehr aut, das Tanzspiel der Turnerinnen mit Chor und Orchesterbegleitung „An der schönen blauen Donau" wurde in vorzüglicher Form dar- geboten. Der außerordentliche Beifall galt nicht nur den Turnerinnen und ihrem Leiter, sondern auch dem Chor und dem Orchester. Nur durch die abgerundete Leistung aller Beteiligten wurde die Vorführung zu einem so großen Erfolg. Der Tanz gelangt heute, Montagabend, noch einmal zur Aufführung. .
Im Laufe des Abends sprach auch der Kreisführer des Reichsbundes Dr. Schäfer (Gießen). Als alter Turner, so sagte er, spreche ich gerne zu euch und übermittle euch die Grüße des Gaubeauftragten. Die Arbeit in und für die Turnerei bringt keinen materiellen Gewinn. Lohn für alle Arbeit muß der Erfolg sein. Veranstaltungen, wie sie von den Turnern begangen werden, können kaum so von einem anderen Verband gefeiert werden. Bei den Turnern gehen die Massen mit, mit ihrem hundertjährigen Vermächtnis werden sie vollwertige freue Mitglieder sein im neuen großen Reichsbund. Dem Führer galt sein Gruß. Die Lieder der Nation erklangen.
Der Fest-Sonntag.
Schien der Samstag mit seinen Veranstaltungen schon ein in allen Teilen gelingendes Fest einge- 1 leitet zu haben, so brachte der Sonntag in der Frühe einen Mißklang, für den Petrus verantwortlich war. Es regnete beim Weckruf, es regnete beim Antreten der Wetturner unb es regnete noch lange weiter. Man mußte schließlich doch noch die Geräte in bie Festhalle schaffen, um ben Zwölfkampf durchführen zu können. Zuvor stellte Kreisdietwarf Dr. i Römer in der Morgenfeier die Arbeit des , Tages unter bas Wort des Führers: „Was wir ! sind, find wir durch uns — was wir werden, wer- l den wir durch uns" und zog die Parallele zu dem l Ausspruch Jahns: „Dem Deutschen kann nur durch ° den Deutfchen geholfen werden".__
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Sie der Dame und dem jungen Manne nach. «J“is (n& Ss >st mir sehr viel daran gelegen zu wissen, wo gro6‘" ,ni(r< “ hingehen."
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i er •p wenigstens, daß es mein Sohn ist. e ., t flicht ttanben, sich versteckt zu halten. Jetzt bleibe ich ihr önb "ber auf den Fersen. Also wollen Sie Krelling?
1 twW „Selbstverständlich! — Wiederschauen!


