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Nr. 155 ömttes Blatt

Montag, b.Zuli 1936

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

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Jungvolk weiht ein neues Heim

Aus der Provinzialhauptstadt

Gegen die Insektenplage im Gommer.

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In schöner und würdiger Weise beging die Gie­ßener Kreishandwerkerichast die Feierstunde, mit der 183 Junggesellinnen und Junggesellen m den Hand­werkerstand ausgenommen wurden. Im Cafe ISeib stand vor einem mit dem Hakenkreuzbanner und den Fahnen des Handwerks gezierten Hintergrund, von festlichem Grün und reicher Blumenzier ge­schmückt, die Jnnungslade der Handwerker. Ver­treter der Partei, der Stadt und der Behörden, die Prüfungs- und die Jnnungsmeister, die Gesellen und die Junggesellinnen und die Junggesellen nah­men teil. Getragene Musikweisen der Kapelle Kren­gel leiteten zur Einbringung der Fahnen über. Der Wesensoerwandtschaft von handwerklicher Schaffens­freudigkeit und deutschem Lied gab der Gesangver­einHeiterkeit" unter seinem Dirigenten Mußkleh- rer Schüttler trefflichen Ausdruck mit Silchers ChorFrisch gesungen".

Den Meistern, Gesellen und Lehrlingen und allen Ehrengästen, besonders aber den Junggesellen, für die diese Feierstunde ein würdiger Abschluß ihrer Lehrzeit bedeuten soll, entbot der

KreiohandwerkSmeister L. Stübler

Am gestrigen Sonntag wurde bei Leihgestern ein neues Heim für das Jungvolk seiner Bestimmung übergeben. Unser Bild zeigt die Jugend bei der Flaggenhissung vor ihrem reizvoll gelegenen neuen Heim. (Ausnahme: Pfaff, Gießen.)

Scbuberiabend der ASSKraft durch freute".

der dieser men ganz alte leider 3ahre alte 'bürg zur if, daß sie it gleichen

M 6.30: )ten. 8.10: idfunt. 11: ten. 11.45: Nachrichten, rendebemk.

14.10: Aus Wirtschaft. Musik der )r. ftonrab rljaltungs« i der Kiro Südrvch-

,en. 19.45: V der Dolks- jen Nation.

ner, bunter en aus dem am Rhein.

legen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben.

Ortsgruppe Giehen-Süd.

Am Dienstag, 7., und Mittwoch, 8. d. M., findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Lebens­mittel-Opferringsammlung durch die NS.-Frauen- schast statt.

Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten.

Achtung Pressestellen!

Alle Behörden, Verbände und Vereine werden hiermit gebeten, die Anschrift ihrer Pressestellen, soweit welche bestehen, dem Kreispresseamtsleiter pg. Ewald, Gießen, Kreisleitung, mitzuteilen.

Kreisleitung Wetterau der VSDAP.

Hoher Gewinn gezogen!

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auf den Boden stellt.

Zur Mottenbekämpfung nimmt man Walnußblätter, Holunderblüten oder mit Petroleum oder Terpentinöl getränkte Lappen, die mgn zwi­schen Wollsachen oder Pelze bzw. zwischen Rücken- und Seitenlehnen oder Sprungfedern der Polster­möbel steckt Auch kann man diese Plagegeister der Kleiderkammer durch Büschel von Lavendel, Rosmarin oder getrocknete Apfelsinenschalen ver­treiben.

Ist man so mit den entsprechenden Bekämpfungs­mitteln gegen die schädliche Jnsektenwelt versehen, dann können uns alle diese Plagegeister nichts mehr anhaben, Namentlich aber für Ferien- und Ur­laubsreisende empfiehlt es sich, vor Antritt der Reise die für die oben aufgeführten Fälle erfor­derlichen Mittel sich zu besorgen. Diese kleine Muhe bei geringen Unkosten wird sich durch ihre wohl­tätigen Wirkungen sehr gut lohnen.

Äornotizen.

Tageskalender für Montag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Der geheimnisvolle Mister X. Gießener Lesehalle-Verein: 18 Uhr Jahresversammlung in der Universitätsbibliothek.

Amt für Bolkswohlfahrt

Ortsgruppe Gießen-Ost.

Lebensmittel-Opferring.

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Als ein Gegen-Stuck nämlich, als°°rst°n Gegenpol und innere Umkehrung der

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des Gefühls, welche von der griechischen Alkmen dis zum preußischen Prinzen von Homburg großartige Reihe seiner Gestalten auf ,, einmalige Weise bezeichnet und kenntttcy mach.

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Höchstseltsamer Vorfall" in der Tat: nicht daß das Käthchen aus dem ehrbaren Handwerker- Haufe zu Heilbronn am Ende unter dem Baldachin als bräutliche Kaisertochter mit dem geliebten Gra­fen Friedrich Wetter vom Strahl zur Trauung in die Kirche schreitet, sondern daß sie, von seinem ersten Anblick gleichsam mitten ins Herz getroffen, nachtwandlerisch, wie das Hirtenmädchen von Or­leans ihrem Gefühl nachläuft, ihrer Vision ge­horsam, und daß schließlich der Ritter, von der Kraft ihres Gefühls und ihres Glaubens im In­nersten angerührt und überwältigt, in die Knie bricht und'sich willig und entzückt dem Zauber ihres Wesens überläßt. Die geheime und zarte Gewalt, welche die reinen und edlen Herzen dieser beiden Menschen einander zuführt und unauflös­lich bindet, ist eingesangen in einer der herrlichsten, dichterischsten Dramenstellen in deutscher Sprache, in jener berühmten Holunderstrauch-Szene, welche als Scheitelpunkt und Krönung des Schauspiels zu gelten hat. *

Brauch die Jnnungslade öffnen und die Kerzen an- zünden. Während er der Gefallenen und der To­ten und des durch tragischen Unglücksfall in der Lahn so jäh aus dem Leben geschiedenen Backer- lehrlings Ludwig L y n k e r gedachte, der heute hier freigesprochen werden sollte, ehrte die Festversamm­lung ihr Andenken. Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden. Mit Hans Sachsens Worten der Freisprechung grüßte er die Junggesellen und gab ihnen die besten Wünsche mit auf den Weg zu Deutschlands Ruhm und zur Ehre des deutschen Handwerks.

prüfungsmeisler Z u t t - Gießen brachte die Wünsche der 183 Junggesellen vor, die den Kreishandwerksmeister um die Aufnahme in den Handwerkerstand bitten. Kreishandwerksmeister Stühler sprach diesen die feierliche Derpflich- tungsformel vor und im Chor antworteten Die Junggesellen und sprachen das Gelöbnis aus, sich jederzeit für das Vaterland und das Handwerk ein- ^ufeüen

Hierauf sprach er sie los von ihrer Lehrlingszeit und überreichte ihnen die Gesellenbriefe als Urkunde für die damit erfolgte Aufnahme in den Hand­werkerstand.

Im Auftrage des Landeshandwerksmeisters Ga- m e r nahm Kreishandwerksmeister Stühler die Ehrung des Buchdruck-Maschinenmeisters Hermann Lehmann vor, der für das Jubiläum einer 25- jährigen Zugehörigkeit zum Betriebe der Firma W. N i t f ch k o w s k i eine Ehrenurkunde erhielt.

Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" ver­anstaltete im Großen Hörsaale der Universität em Konzert, ausgeführt von Herrn Gustav Bley, Bariton, am Flügel Frau Cl. Schlesier-Alt­mann. Die Folge des Abends bestand aus emem der Hauptliederzyklen SchubertsDie schone Müllerin". Wohl kein Liedwerk ist so geeignet, auf den musikalisch Gebildeten und den Laien glei­chermaßen zu wirken, denn die Musik vereinigt m sich höchste Kunst und größte Klarheit und Einfach­heit, die in dem Volkslied ihre Wurzel hat und des­halb im wahrsten Sinne des Wortes volkstümlich.ist. Schubert schrieb dieses Werk 1823, vor dem beruhm- itn a-moll. als licy I CO oti oie

den Willkommensgruß. In eindringlichen Worten sprach er von dem Bestreben des deutschen Hand­werkers das Gute und Echte einer traditionsreichen Entwicklung in die Gegenwart zu übernehmen, um es, durch nationalsozialistisches Gedankengut gelau­tert, zur Grundlage für die Arbeit in der Zukunft zu machen. Vertieft durch die feierlichen Musikklänge von SchubertsAve Maria" nahm dann der Kreis­handwerksmeister die nach altem Zunftbrauch durch- qeführte Freisprechung vor. Er grüßte die Festoersammlung mit dem alten Gruß:Gott schütze

Ein einfaches, aber wirksames Mittel, um Flie­gen von der Wohnung fernzuhalten, besteht darin, am Fenster eine Tomatenpflanze zu ziehen, wäh­rend Mücken durch Verbrennen von zerknülltem Zeitungspapier und Zugluft vertrieben werden.

Gegen zudringliche Ameisen verwendet man ein Gemisch aus gleichen Teilen Staubzucker und Borax oder einer Lösung von zwei Eßlöffeln von Zucker und zwei Eßlöffeln Hefe in einem halben Liter Wasser aufgelöst, das man in flachen Tellern

unterstützen! Denk daran, wenn derbraune Glücks­mann" vor dich hintritt mit den Losen der Ar­beitsbeschaffungslotterie und gewinnen kannst du ja auch noch!

Einsatz der Gießener Technischen Nothilfe gegen den Borkenkäfer.

Die große Gefahr des Borkenkäfers, der sich in den Taunuswäldern ausbreitet, ist in ein ent­scheidendes Stadium getreten, weil durch das Ent- schlüpfen der jungen Tiere eine weitere Vermehrung zu befürchten ist. Auf dringende Anforderung wurde nun die Technische Nothilfe zum Kampf eingesetzt. Die Gießener Ortsgruppe XI1/30 der Technischen Nothilfe beteiligte sich mit 80 Mann, die am Sonn­tag um 4.30 Uhr von Gießen abfuhren, an den Ab- wehrmaßnahmen. Wie schon bei anderen Gelegen­heiten hatten wieder Gießener Privatunternehmer die Lastwagen für den Transport zur Verfügung gestellt. Von der Polizeidirektion Gießen war der Technischen Nothilfe der Mannschaftswagen über­laden worden. Der mit ihrem technischen Rüstzeug eingesetzten Gießener Ortsgruppe war in den Wal­dern an der Saalburg ein Betätigungsfeld zuge- wiesen worden.

Wie es nun eben keine Freude auf Erden gibt, ohne daß, wie bei den Rosen die Dornen gleich daneben stehen, so muß es der Mensch in Kai^s nehmen, daß die schöne Sommerzeit von einer manchen wenig angenehmen Begleiterscheinung ge­trübt wird.

Da sind z. B. die verschiedenen Jnsektenarten, die uns in den Sommermonaten umschwärmen nnd mehr oder weniger zu Plagegeistern für Mensch ainb Vieh werden. Besonders lästig werden können -Fliegen und Mücken, die gleichzeitig als gefähr- lliche Uebertrager von Krankheiten anzusehen sind. 'Weniger dadurch, daß diese Insekten vorher auf Aas gesessen haben, als vielmehr dadurch, daß Mücken oder Stechfliegen kranke Menschen oder Tiere bereits gestochen und sich mit den Infektions­erregern beladen haben, werden die Krankheits- ßtoffe dem gefunden Menschen übertragen. Die Re­genbremse oder blinde Fliege gilt dabei als be- ßonders gefährlich. Wissenschaftlich konnten noch nach 12 Tagen im Flieaenmagen Tuberkelbazillen fest- bestellt werden, während andere Fliegenarten noch vier Wochen (ana Bakterien übertragen können. Selbst bei toten Fliegen erhalten sich Milzbrand- vazillen lebensfähig. Auch Flöhe kommen als Ba­zillenträger in Betracht, wenn auch bei ihnen wie Ibei den Wanzen die Uebertragbarfeit sehr rasch »erlischt.

Es ist daher setzt wieder die Zeit für die Be­kämpfung dieser Plagegeister gekommen. Aeußerste Sauberkeit in Haus und Hof ist vornehmstes Ge­bot, weil gerade durch Schmutz, Pferdemist und Kot diese Insekten angezogen werden. Häufige Reini­gung muß auch dem Kehrrichteimer zuteil werden, in den man zur heißen Jahreszeit keine Spelse- refte ober sonstige feuchte Stoffe hmeinwersen sollte. Bei Mückenstichen bestreicht man die betreffenden fiautftetlen mit Salmiakgeist, essigsaurer Tonerde ober einem sonstigen zweckmäßigen Praparal. woraus Juckreiz und selbst Beulen bald v-rschwm- den. Auch gegen die von Bienen Wespen oder Hornissen verursachten Stiche Hilst Salmiakgeist trefflich. __

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Sie wurde auch zum Kernstück der von Dr. Fritz Budde geleiteten Aufführung: m ihr konnten sich besten und strahlendsten Kräfte entfalten bte an diesem Abend im Marburger Schloßpark watteten. riiir hip ciroke Eingangsszene des heiligen Fehm- ge/ichts war ihr an darstellerischer Geschlossenheit etwa zu vergleichen. Musik und eine darmlo^ humorige Bewegung auf der Buhne sollen rmd) ben Worten des Spielleiters im Programmheft

Helsen sich in die märchenhafte Stimmung einzu- fübien"; wir glauben freilich daß solche opernha ft- ballettmäßigen Elemente der Inszenierung (zu denen mtnber ^ang^rad)trfin b al s $<Sn>a *im^0^^601:6?djen

und Tanzbewegung nicht zu helfen sein.

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lich empfinden und auszustrahlen vermögen wie sie: man glaubt ihr sofort die ganz unberührte und im Innersten unberührbare Jugend ihrer fünfzehn Jahre, die tiefe gläubige Kraft des Herzens, Lieb­lichkeit und Anmut eines Geschöpfes, das so nur in Deutschland erschaffen werden konnte. Gleich der erste Austritt war bezwingend in der klaren Schlicht­heit des Eindrucks, und die Szene unterm Holunder­strauch erfüllte alle Erwartungen, die man nach der ersten Begegnung hegen durfte.

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Den Grafen vom Strahl spielte Hans Joachim Recknitz, männlich und ritterlich, zwischen Zart­heit und Schroffheit schwankend, aber fern von jeder Ueberbetonung nach der einen oder andern Seite hin, sprachlich übrigens stellenweise em wenig hart. Recht tüchtig, besonders in der großen Ein­gangsszene, Seppl Litsch als Friedeborn. Hanne Mertens fand sich geschickt und beherrscht mit der nicht übermäßig dankbaren Rolle der Kuni­gunde zurecht. Linkmann spielte den alten biedern Knecht Gottschalk durchaus als Komiker und hatte ungefähr mit jedem Satz einen kleinen He^ terkeitserfolg, der ihm zu gönnen ist, wenn auch nicht übersehen werden sollte, daß derartige Zuge dem Stück leicht eine unangebrachte Nebenbetonung geben können. Genannt seien noch Robert Forsch als Erzbischof, Karl Zistag als Kaiser und Renee Stobrawa in einer hubjch unü lebendig chargierten Szene als Brigitte.

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Das Wetter war (nicht überflüssig zu bemerken) : sehr günstig. Lebhafter Beifall zum Schluß.

Dies wäre aljo entbehrlich gewesen: auch wur- s.ov mittleren Ritterszenen von unzulang-

M-^WhrL «ins von der Besetzung der

honHcben Bühne begonnen hat und als-

ÄS fÄm£ Krankheit bemerkbar machte, die ,em Leben bedroh

Marburger Fessipiele. , Kleist:Das Käthchen von Heilbronn". Zwar gehört dieses Schauspiel kaum zu den ohnehin nicht sehr zahlreichen Stucken der Welt- ; üteratur, die ihrer ganzen Natur und ihrem inne ren Wesen nach zur Aufführung unter freiem Himmel geeignet scheinen, obgleich unter die ' drei gotischen Bögen der Marburger Schloßpark- 1 bühne sinnvoller paßt als etwa das unwirtliche Eiland des shakespeareschen Spatwerkes vom Sturm. Aber es ist eines der wenigen aus Der unzählbaren und namenlosen Menge der Rtt- terbramen, die sich über em Jahrhundert und mehr in ungetrübtem Glanz erhalten haben und unver­welkt ' geblieben sind .. - kraft des dichterische Zaubers, den Phantasie und hinreißende Sprach- kraft des größten preußischen Dramatikers über feine Szenen gebreitet haben.

Mit keinem andern Werke hat man Kleist (fälsch- lich) |o sehr jum Dichter Kempe n

mallen wie eben mit demKaiycyen . u-u'cv "

~ Ä 'S unheimlich in der Mode war, m einem ^Brief aus Wurzburg lustig gemacht- wenn w?r das Stück seiner äußerlich "manschen Ele-

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verwechselbar als Kleists eigenstes Eigentum legt

Feierstunde der Gießener Kreishandiverkerschast

Lehrlings -Freisprechung und Lleberreichung der Gesellenbriefe.

Erst wenige Wochen sind vergangen, seit die braunen Glücksrnänner" der Reichslot­terte für Arbeitsbeschaffung wieder m unsere Stadt eingezogen sind und schon kann die er­freuliche Tatsache gemeldet werden, daß eine ganze Anzahl mittlerer und auch großer Gewinne gezogen wurde. Vor wenigen Tagen wurden auf dem Gleiberg 50 RM. und im Bahnhof Gie­ßen 100 RM. gewonnen. Nun wurde am Freitag ebenfalls im Bahnhof ein Los von einem Reifenden mit einem Gewinn von 500 RM. gezogen.

Seit der kurzen Dauer der Durchführung der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung konnten in Gießen schon weit über 2000 RM. Gewinne an die­jenigen ausbezahlt werden, die es sich nicht haben verdrießen lasten, immer wieder zuzugreifen und in dieser Arbeitsbeschaffungslotterie der NSDAP, nicht nur eine Gewinnchance zu erblicken, sondern vor allen Dingen eine Einrichtung zur Förderung des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit. Mit deinen Nieten, Volksgenosse, hilfst du mit, diesen Kampf

Altgeselle Al 0 h r (Vetzberg) übernahm mit schlichten aber um so eindringlicheren Worten die neuen Junggesellen in den Handwerker­stand auf. Er entbot ihnen die Grüße der Altgesellen und ihn schwermütig machte. Dies läßt sich verschie­dentlich in der Musik unschwer feststellen. Die Dich­tung Wilhelm Müllers, ganz in der Art der be­ginnenden Romantik gehalten, mag auf Schubert tn feiner damaligen Stimmung besonders anziehend ge­wirkt haben. Eines der Gedichte, das erste (Wander­schaft") ist in der Vertonung Zöllners ganz zum Volkslied geworden. Schubert hebt die Dichtung mit der genialen Leichtigkeit des Genies wett über ihren Wert hinaus. Es entsteht eine Gestaltung von höchster Künstler" und Menschenreife. Schöner laßt sich Volks- und Kunstlied nicht vereinen als z. B. inIch schnitt es gern".

Wir sehen in dem Zyklus den Müllerburschen auf seiner Wanderschaft dem hurtigen Bache folgend. Die Mühle gebietet Halt. Die Müllerin zieht ihn an. Dem Bach wird alles gebeichtet, er soll Antwort sagen. Der Bursch schwankt zwischen Ja und Nein, zweifelt, jubelt (Dein ist mein Herz"). Schließlich wird die Müllerin gewonnen und wieder verloren, der grüne Jägerbursche hat es ihr angetan. Es kommt zur Katastrophe, der arme Müllerbursch stürzt sich in den Bach. Der singt ihm ein Schlummerlied, das niemand vergißt, der es einmal gehört hat.

Dem Künstler, der dieses Werk gestalten will, muß die ganze Gefühlsskala von der höchsten Freude bis zum tiefsten Schmerz zur Verfügung stehen. Herr G. Bley wurde mit seinen prächtigen Stimmitteln allen Anforderungen gerecht. Besonders gut gelangenDanksagung an den Bach",Der Neugierige",Trockene Blumen",Der Müller und der Bach". In letzterem Stück war die Gegenüber­stellung des Müllers und des Baches durch die ver­schiedene Vokalisation sehr gut gelungen. Bei der Nachzeichnung der verschiedenen Stimmungen hatte nach der Seite des Piano noch mehr getan werden können. Auch störte die Abweichung von den Ori­ginaltonarten, die bis zu einer Terz ging (Unge­duld"). Der Klangcharakter wird doch zu sehr ver­ändert. Insgesamt bot aber der Künstler eine große Leistung, die mit viel herzlichem Beifall belohnt wurde. Leider wurde nach dem erschütternden Wie­genlied derFrühlingsglaube" als Zugabe ge­sungen. , , . .

Frau Schlesier-Altmann begleitete recht zuverlässig, doch war das Instrument nicht ein­wandfrei in der Stimmung, was in den Dor- unö Nachspielen sich störend bemerkbar machte.

Es ist der NS.-GemeinfchaftKraft durch Freude" sehr zu danken, daß sie sich bemüht yat, diese wundervolle Musik breiten Volkskreisen zu ver- mitteln. Demgegenüber wäre ein besserer z5e|uaj der schönen Veranstaltung zu wünschen^gewesen.

Die Sammlung wird am Montag, 6., und Diens­tag, 7 Juli, von der NS.-Frauenschaft durchgefuhrt. Die Mitglieder wollen die Pfundpückchen bereithal- t-p-

ten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vor-1 das ehrbare Handwerk und ließ nach^feierttcyem

** Verkehrsunfall. Gestern Abend ereig­nete sich am Selterstor ein Verkehrsunfall, der schwerste Folgen nach sich ziehen konnte. Sowohl aus der Frankfurter Straße wie auch vom Sel­tersweg her bogen plötzlich zwei Kraftwagen (deren einer aus der Schweiz) beide in der Richtung nach dem Hotel Schütz in den Horft-Weffel-Wall ein und fuhren mit großer Wucht gegeneinander. Glück­licherweise entstand nur Sachschaden.

** Die Bezahlung der Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlanbgebiet be­trifft eine wichtige Bekanntmachung der Direktion der Städtischen Betriebe in unserem heutigen Blatte, 'Meten, nmrsgenvpe, mnn ...... v...... ........ auf die wir besonders Hinweisen. Näheres in der B°.

des Führers des deutschen Volkes erfolgreich zu kanntmachung.

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