Vom 15. Juni ab Olympia-Postkarten.
Die Reichspost verkauft vom 15. Juni ab zwei Olympia-Postkarten, und zwar zu 6 + 4 Rps. und 15 d- 10 Rps. Zuschlag. Die linke Hälfte der Karte stellt einen Teil der Kampfbahn mit dem Marathontor dar. Der Wertstempel zeigt die Olympische Glocke. — tScherl-Bilderdienst-M.)
Buntes Allerlei.
seum zu Cambridge (Massachusetts) • herausgegebenen Katalog aller in amerikanischem Besitz befindlichen deutschen Gemälde kurz und bündig beantwortet. 381, nicht mehr und nicht weniger. Die Zahl ist erstaunlich gering, wenn man bedenkt, daß der Verkauf von Meisterwerken der europäischen Malerei seit der Jahrhundertwende, der unter dem Druck der Nachkriegsnot stellenweise den Charakter eines Totalausverkaufs annahm, den großen Erdteil jenseits des großen Wassers ebenso bereichert, wie er den alten Kontinent, also den Erzeuger aller dieser Kostbarkeiten, kulturell geschwächt hat. Man braucht ja nur an die großen internationalen Versteigerungen nach 1920 zu denken, um sich eine annähernde Vorstellung von dem Umfang dieser Besitzverschiebung machen zu können. Deutschland hat dabei die geringsten Verluste erlitten. Auch quali- tattv, denn abgesehen von vier erstrangigen Bildern von Holbein die von den Amerikanern größtenteils aus englischem Privatbesitz erworben wurden, findet sich in dem genannten Gemäldeoerzeichnis kaum etwas, desien Abgang nicht leicht zu verschmerzen wäre. Man könnte sich dessen freuen, wenn die Sache nicht doch einen Haken hätte, denn unmöglich ist zu übersehen, daß die amerikanische Einschätzung deutscher Kultur durch die relattv ganz unzulängliche Vertretung sehr wesentlich beeinflußt wird. Wo die Beweise, in diesem Falle also die großen Meisterwerke der Malerei, fehlen, läßt sich der Durchschnittsamerikaner nicht leicht eines besseren belehren. Nach Zahl und Wert sind in den amerikanischen Sammlungen Rembrandt, Franz Hals, Raffael, Tizian und Gainsborough, ferner Corot, Manet, Degas und schließlich Greco und Goya wahrhaft glorreich vertteten. Es ist kein einziger deutscher Name darunter, und das gibt doch zu denken.
Daß „das Los der Frauen beklagenswert" sei, hat nach Goethe, von dem das bittere Zitat stammt, bereits Iphigenie gewußt. Aber mehr noch als auf Dianens Priesterin schein der Satz auf die moderne Filmschauspielerin passen zu wollen. Greta Garbo, die Göttliche, weiß davon ein Lied zu singen, besonders im Umgang mit Zeitungsreportern, deren Berufspflicht es unter anderem ja auch ist, den Weihrauch, den man der Göttin spendet, in Druckerschwärze zu verwandeln. Nun geschah es vor kurzem, daß Greta Garbo auf der Durchreise nach Hollywood in ihrem Salonwagen auf dem Bahnhof von Chikago von einem Dutzend Pressevertre- tern regelrecht belagert wurde und sich nicht anders zu retten wußte, als daß sie plötzlich mit königlichem Anstand vor ihrem Abteil erschien und ihren Peinigern eine kleine Philippka hielt. Das Leben sei ungerecht, sagte sie (welche Erkenntnis!); Tausende von Menschen liefen herum, die gerne einmal in den Zeitungen erwähnt werden möchten, aber man würdige sie keiner Zeile! warum in aller Welt verfolge man denn nur immer sie, Greta Garbo, die doch nichts anderes als ihre Ruhe haben wolle. Es gäbe Millionen, die viel Größeres verrichtet hätten, als sie selber, Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, lauter Menschen, die verdienten, daß sie in den Zeitungen erscheinen! — Also sprach die Göttliche und nun rauscht es in dem amerikanischen Blätterwald nach der Melodie „Wer sich selbst erniedrigt, soll erhöht werden". Was wohl auch der Zweck der Uebung gewesen ist.
Gefährlicher noch als Löwe und Tiger!
Nicht Löwe und Tiger sind die schlimmsten Feinde des Menschen in der Wildnis, sondern nach den Angaben verschiedener Reisender und Groß- wildjäger sind der Gepard, der rote afrikanische Luchs und der Honigdachs weit mehr zu fürchten. Der Gepard oder Jagdleopard haust an wenig zugänglichen Orten, und nur des Nachts hört man sein heiseres Pfeifen in der Nähe der menschlichen Wohnungen. Er tötet rasch und schweigend, indem er sein Opfer erwürgt, und ganze Herden von Ziegen werden von einem solchen Untier in einer einzigen Nacht getötet. Die Eingeborenen haben daher vor den „Tschita", wie der Gepard auch heißt, die größte Angst. Man sieht seine Untaten, aber ihn selbst sieht man selten, denn er ist viel zu vorsichtig und scheu. Diese geheimnisvolle Bestie wurde von den Eingeborenen lange für eine Kreuzung zwischen Löwen und Leoparden gehalten, und diese Angaben haben früher zu falschen Beschreibungen der Naturforscher geführt. Der Gepard ist das schnellste aller Jagdtiere. Aber selbst dieser „lebendige Blitz", wie ihn die Eingeborenen nennen, hat seine Nebenbuhler im Urwald. Ein solcher ist der rote afrikanische Luchs, ein Tier, das auf die leiseste Herausforderung hin den Kampf aufnimmt. Mit seinem langen geschmeidigen Körper und seinen nadelscharfen Klauen ist der Luchs ein furchtbarer
Feind, der zu packen und festzuhalten versteht, ihil. ist ein unersättliches Verlangen nach Zerreißen und Zerfleischen eingeboren, und selbst in der Gefangenschaft bricht seine Mordlust immer wieder hervor; er weicht dem Menschen nicht aus, sondern greift ihn sofort an und verdient den Namen „der rote Teufel", den ihm der Buschmann gegeben hat. Doch es gibt auch kleinere Tiere, die nichts fürchten, auch den Menschen nicht. Da ist z. B. der afrikanische Honigdachs oder Ratel, der in Begleitung seiner Gefährten die räuberischen Feldzüge unternimmt und dessen seltsamer wie Rasseln klingender Schrei die Eingeborenen sofort zur Flucht treibt. Er kommt nicht schnell vorwärts und deshalb kann man ihm entgehen, aber wo er mit feinen Zähnen, die scharf sind wie ein Rasiermesser, sich festgebissen hat, da läßt er nicht mehr los. Im Angriff ist er unerschrocken und springt auf den Feind immer wieder mit seinem heiseren Schrei zu. Er hat es nicht nötig, um seine Nahrung zu kämpfen, denn mit feinen schaufelartigen Klauen gräbt er mit erstaunlicher Schnelligkeit Ratten und Mäuse aus und verzehrt sogar Schnecken. Aber da man ihn leicht Übersieht, so kann er einem gefährlich werden, wenn man es am wenigsten erwartet. Nicht nur mit langen Zähnen und scharfen Krallen lauern die Bestien des Urwaldes auf den Menschen, sondern auch anderen Waffen, die sie mit strategischer Geschicklichkeit zu gebrauchen wissen. Ein solcher
Melsterstratege ist das Stinktter, gefürchtet wegen des entsetzlichen Geruchs, den es verbreitet. Das Stinktier sucht sich friedlich feine Nahrung, aber wehe dem, der sich ihm in den Weg stellt! Da kennt es keine Furcht und keine Gnade; es schleudert über Menschen und Tier seine grausige Flüssigkeit, die durch ihren Pestgeruch einen unheimlichen Denkzettel hinterläßt.
Muß man im Fahrstuhl den Hut abnehmen?
In Washington ist allen Ernstes ein Streit ent. standen um die Frage, ob ein amerikanischer Mann verpflichtet ist, wie er es gemeinhin tut, den Hut abzunehmen, wenn er zugleich mit einer Frau in einen Fahrstuhl geht. Dagegen erheben sich nun Mitglieder des Kongresses im Bunde mit Berichterstattern der Zeitungen in der Bundeshauptstadt und erklären, daß diese Uebung eine übertriebene Höflichkeit darstelle, und daß man sie beseitigen müsse. Sie haben einen Bund mit dem schönen Namen „Aptohe" gegründet, der gebildet ist aus den Anfangsbuchstaben ihrer Vereinigung „Association of the Prevention of Taking Off Hats in Elevators", wörtlich übersetzt: „Vereinigung für die Verhinderung des Hutabnehmens im Fahrstuhl". Ein Führer des neuen Bundes ist ein Politiker aus dem Westen; der trögt einen Cowboy-Hut, welcher allein breit genug wäre, einen Fahrstuhl mittlerer Größe auszufüllen. Natürlich sind auch weibliche Kongreßmitglieder über ihre Meinung gefragt worden, was die Männer im besagten Fall am richtigsten tun sollten. Die Senatorin Hattie Caraway aus Arkansas erklärte: „Ich würde es vorziehen, daß man mich behandelte wie einen anderen Senator, und nicht wie eine Frau". Caroline O'Day aus Neuyork begrüßt den neuen Bund aufs wärmste, da sie sich durch ihn von der ständigen Gefahr befreit sieht, ein blaues Auge von den Ellbogen eines allzu höflichen Mannes zu bekommen, der in einem überfüllten Fahrstuhl durchaus den Hut abnehmen will. Man sieht, „Aptohe" hat ganz 'ute Aussichten ..
Die erste Frau, die geflogen ist.
Die erste Frau, von der berichtet wird, daß sie im Luftballon aufftieg, war eine Madame Tibe aus Lyon. Sie hatte gehört, daß der Luftschiffer F l e u r a n t bei seinem Versuch, einen männlichen Begleiter für seine Flüge zu bekommen, kein Glück hatte, und so bot sie sich ihm selbst als Begleiterin an. Am 4. Juli 1784 stieg sie auch tatsächlich in den Ballon „Gustave" in Lyon auf. 14 Jahre später wolle eine Mlle. Henri das Wagnis nachmachen und den Luftschiffer G a r n e r i n bei seinem Aufftieg begleiten, aber diesmal erhob sich ein heftiger Protest von den verschiedensten Seiten gegen dieses Unterfangen einer Frau, und schließlich erließ die Polizei sogar ein Verbot. Erst nach langem Verhandeln erhielten Garnerin und das Mädchen die Erlaubnis, und so konnten sie am 8. Juli 1798 im Ballon aufsteigen. Die erste Frau, die einen Beruf aus dem Fliegen machte, und die auch bei diesem Flug zugrunde ging, war Madame Blanchard, die Witwe des Luftschiffers Blan- chard, der den ersten Flug über den Kanal gemacht hatte. Im Jahre 1819 stieg sie in den Tivoli-Gärten in Paris im Ballon auf. Sie sollte in einer gewissen Höhe ein Feuerwerk abbrennen, das an der Gondel befestigt war. Dabei aber fing der Ballon Feuer und explodierte. Die Luftschifferin wurde getötet.
Blumenschmuckwettbewerb 1936
Sonntag, den 7. Juni 1936
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Grämliche Züge sind wie graue Morgennebel — ein frisch- strahlendes Gesicht gleicht dem Sonnenschein. Darum greift die kluge Frau schon bei Tagesanbruch zum Wattebäuschchen und der Flasche mit Simi Spe- üal. Ein paar Tropfen, und daS Wunder ist geschehen. Ob Winter — Frühling — Sommer — Herbst — der Erfolg bleibt gleich. Den Teint verjüngt Kampfer mit Hamamelis. Aber nicht nur ihre Wange ist sammetweich — beim Morgen- kutz bemerkt sie es und lächelt schelmisch: Aha! Der eitle Gatte ist zum Dieb geworden. Der feine Dust — die glatte haut verraten ihn. Gepflegte haut gibt gleich am Morgen Appcttt auf einen Kuß. Im Zeichen der Liebe steht nun der ganze Tag — Liebe ist Glück, und Glück teilt gern mit Andern. Darum teilen junge Leute chren Freunden mit: Nach dem Waschen — nach dem Rasieren braucht immer Simi Special mit Kampfer und Hamamelis. Flaschen zu 0,85, 1,40, 2,07 in allen eäw schlagtgen Geschäften.
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