Ausgabe 
6.4.1936
 
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d r anderen, nach der gewaltigen Aufrüstung der einen und der Abrüstung der anderen, kein Sicher- heitsgefühl besaß, wenn man Jahre später bei raschem Fortschreiten der Ausrüstung meinte, nun erst recht ungesichert zu sein, dann wird sich die Sicherheit eines jeden Landes mit dem Mittel der Bewaffnung überhaupt nicht mehr erzielen taffen. Daraus folgt also, daß man es einmal mit einem anderenWeg, dem der friedlichen 23er- ständigung und des Ausräumens des gegen­seitigen Mißtrauens, versuchen sollte. Der große deutsche Friedensplan vom 31. März bietet vorzüg­liche Mittel für diesen Zweck.

Aeichsminifier Dr. Frank in Rom.

Rom, 4. April. (DNB.) Die Königliche Akademie von Italien veranstaltete in der Villa Farnesina eine feierliche Sitzung zu Ehren des Reichsmini st ers Frank. Präsident Marconi begrüßte Neichsminister Frank und gab dem auf­richtigen Wunsch für immer engere kulturelle Bande zwischen beiden Ländern Ausdruck, aus denen die gegenseitige Achtung und Kenntnis erwachsen könne, die sich nur gut und dauerhaft auf den wei­testen Gebieten der Beziehungen zwischen Hitler- Deutschland und dem Italien Mussolinis auswirken

könne. Reichsminister Frank wies auf die Jahrhun­derte alte geistige Zusammenarbeit Deutschlands und Italiens hin, deren Kultur sich gegenseitig be­fruchtet habe und deren geistiger Zusammenklang auch heute spürbar sei. Zum Schluß hielt Excel- lenz Farinelli in deutscher Sprache eine Rede, in der er gleichfalls die Zweckmäßigkeit einer weit­gehenden wissenschaftlichen und kulturellen Zusam­menarbeit zwischen Italien und Deutschland unter­strich.

Am Samstagmittag veranstaltete Botschafter von Hasse11 ein Frühstück, an dem auch Justiz­minister Solmi, und viele andere teilnahmen. Mi­nister Frank wohnte dann an einem Fenster des Palazzo Venezia der Zehnjahresfeier der Balilla bei. Mussolini nahm hierbei erneut Gelegenheit, sich mit dem Reichsminister zu unter­halten. Um 19 Uhr fand eine Unterredung des Mi­nisters mit Baron Aloisi statt. Arn Abend besuch­ten die deutschen Gäste eine Galavorstellung vonTristan und Isolde" in der italieni­schen Staatsoper. Ihr wohnten auch Mussolini und Botschafter von Hassell bei. Vor Beginn der Oper spielte das Orchester die deutschen und die italienischen Nationql- und Revolutionshymnen, denen das Publikum in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Riesenraum stehend zuhörte.

Die Bundesdienstpflicht h Oesterreich.

Außenminister Berger-Waldenegg bestreite» Verletzung der Verträge.

Paris, 5. April. (DRB.) Der österreichische Außenminister von Berger-Waldenegg erklärte einem Mitarbeiter desJntransigeant" zu der Ein­führung der Wehrpflicht u. a., daß das neue System Dien ft e" vorsehe, die von jedem männlichen Bürger von 18 bis zu 42 Jahrenb e m Staat 3 u leisten seien". Es sei nicht ausgeschlossen, daß man eines Tages auch die Frauen dazu auffordern werde. Der Staat habe das Recht, feft- zusetzen, in welcher Form diese Dienste zu erfolgen hätten, mit Waffen oder ohne Waffen usw. Eine Verletzung der Verträge liege nicht vor, da diese die Einführung von Diensten, die dem Staate zu leisten seien, durchaus nicht ver­bieten und da sie im übrigen schon in Bulga­rien vorhanden seien. Es handele sich aus­schließlich um eine innere Angelegenheit, die zu keinem Vertrag und keiner internationalen Ver­pflichtung im Widerspruch stehe.

Gemeinsamer Schritt der Kleinen Entente in Wien?

Prag, 4. April. (DRB.) In Prag wird der österreichische Entschluß, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen, weiter scharf abgelehnt. Die dem Außenministerium nahestehendeLidove Noviny" schreibt, die Regierungen der Kleinen Entente seien in ständiger Fühlung miteinander. Sie seien bereit, einen gemeinschaftlichen Schritt ihrer Wiener Vertreter bei der öster­reichischen Regierung durchzuführen. Man könne nicht scharf genug verurteilen, daß Oesterreich vor feinem Beschluß nicht daran gedacht habe, mit den Unterzeichnern des Friedensvertrages von Saint Germain zu verhandeln. Weiter sagt das Blatt, wenn ein Versuch zur Wiederein­setzung der Habsburger gemacht werden sollte, würde die Kleine Entente sofort e i n s ch r e i- t e n. Andere Prager Blätter berichten, daß die Ge­sandten der Kleinen Entente in Wien gesondert im

wesentlichen gleichlautende Verbalnoten über­reichen würden.

Lngam wird selbständig entscheiden.

Gegen die Presseangriffe der Kleinen Entente.

Budapest, 5. April. (DRB.) Im Zusammen­hang mit der Einführung der Wehr­pflicht in Oesterreich weisen die ungarischen Blätter aufdieungarnfeindlichenPresse- a n griffe der Kleinen Entente hin. Un­garn hat gar nichts getan, so schreibt derPester Lloyd", und doch ist die Atmosphäre um dieses Land voller Kriegsdrohung. Diese unpro­vozierten Presseangriffe gegen Ungarn entlarven eine Methode, die unter dem SchlagwortPolitische Annäherung" die Unterjochung Ungarns versteckt.Fueggetlenseg^ schreibt, wenn Ungarn auch den österreichischen Schritt billigt und versteht, hat die ungarische Regierung doch nie daran gedacht, das österreichische Beispiel zu befolgen. Ungarn behält sich die Art und den Zeitpunkt für die Aufwerfung dieser Frage ausschließlich allein vor. DemMagyarsag" zufolge werde Ungarn in der Frage der Gleich­berechtigung selbständig entscheiden, da die Gleichberechtigung niemals Gegen st and des Feilschens sein könne und ohne Bedin­gungen und Vorbehalte erfolgen muß. Budapesti Hirlap" betont, daß Ungarn alles über­nommen habe, um feine friedlichen Absichten zu bekunden. Ohne Wiederherstellung der Gleich­berechtigung könne aber keine Befriedung und keine Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten Zu­standekommen. Angesichts der Haltung der Klei­nen Entente sei die Zeit für die Herstellung besserer politischer Verhältnisse im Donaubecken noch nicht, reif, da die Kleine Entente zu keinen Kon­zessionen bereit sei.

1.2.Hindenburg"

Oie Maschinen haben

Das LuftschiffH i n b e n b u r g", das, wie ge­meldet, am Samstag bereits um 7 Uhr MEZ. über der Stadt Rio de Janeiro erschienen war, setzte um 10 Uhr MEZ. im Flughafen Santa Cruz zur Lan­dung an. Der Luftriese bot beim Eintreffen über dem Festland im Licht der gerade über den Bergen aufgehenden Sonne einen unbeschreiblich schönen Anblick. Der brasilianische Verkehrsminister Dos Reis besichtigte das Luftschiff sofort nach der Lan­dung und äußerte sich begeistert über den Komfort der Einrichtungen.

*

Der Sonderberichterstatter des DNB. hat. die Schiffsführung über die Eindrücke über d i e Lei­stungendes Luftschiffes auf feiner ersten Südamerikafahrt befragt. Für je­manden, der zum ersten Male an einer Atlantik- Ueberquerung mit einem so prächtigen, geräumi­gen, schnellen und bequemen Luftschiff teilnimmt, der erlebt, daß man heute in einigen hundert Meter Höhe die Teetasse auf drei Finger­spitzen balancieren kann, während bei Wind- ftärfe 8 bis 10 unter ihm vorwärtsschleichenden Schiffen die Wellen bis an die Kommandobrücken schlagen, für den ist das Erlebnis so mitreißend, daß er gar nicht auf den Gedanken kommt, es fei vielleicht noch eine Verbesserung möglich.

Anders natürlich die Männer von der Schiffsfüh­rung, die ja alle Kinderkrankheiten des Luftschiff­baues erlebt haben. Der Sonderberichterstatter des DNB. hat sich darauf beschränkt, der Schiffsführung eine einzige Frage vorzulegen, nämlich die nach den grundlegenden Verbesserungen gegenüber demGraf Zeppelin" durch die neuen Gasölmotoren.

Es ist noch zu früh", so wurde erklärt,ein endgültiges Urteil über die Maschinen abzugeben. Damit wird man bis zur Rückkehr nach Friedrichs­hafen warten müssen, bis insbesondere die Lager nachgesehen worden sind. Aber man darf wohl fagen, daß sich die Maschinen bisher glänzend, ja über alle Erwartung gut bewährten. Unmittelbar nach der 75ftünbigen Deutschlandfahrt ist das Schiff auf die Reise nach Rio de Janeiro gegangen, und die Motoren laufen jetzt schon mehr als 80 Stunden, ohne daß mehr als eine einzige geringfügige Störung an einem Motor voraekom- men ist, die aber in Kürze behoben werden konnte. Es darf somit die Hoffnung ausgesprochen werden, daß diese Motoren sich sehr bald zu absolut be­triebssicheren Maschinen entwickeln werden. Dann wird man selbstverständlich bei den Dieselmaschinen bleiben, schon weil der Betriebsstoff viel unge­fährlicher als Benzin ist. Außerdem ist Roh­öl auch erheblich billiger. Zu lösen bleibt dann aller­dings noch die Frage einer BallastgewIn­nung, um das Gewicht des Oeloerbrauchs aus» Ungleichen. Die Versuche in dieser Richtung befrie­digten bisher nicht. In diesem Problem liegt wohl auch die nächste große Verbesserung, die man er­warten darf."

in Rio deLaneiro. sich glänzend bewährt.

Anerkennung in England.

London, 6. April. (DNB. Funkspr.) Die er­folgreiche Südamerika-Reife des1^-Hindenburg" wird in den Morgenzeitungen als ein hervor­ragendes Ergebnis der deutschen L u f t s ch-i s s a h r t beschrieben. DerDaily Tele­graph" schreibt, das LuftschiffHindenburg" sei bei seiner ersten Reise hohen Ansprüchen ausgesetzt gewesen, denn in der letzten Woche habe es starke Stürme gegeben, durch die das Luft­schiff seinen Weg nahm, ohne eine einzige Minute der fahrplanmäßigen Zeit zu verlieren.

DieMorning Post" schreibt, Deutschland mäch­tiges Luftschiff wurde mit majestätischer Unerschütterlichkeit über den Ozean ge­leitet. Nationen wie die Vereinigten Staaten und England, die die Luftschiffahrt aufgegeben hätten, würden diesem Erfolg ihre Achtung zollen. Ohne Zweifel hätten die Deutschen bewiesen, daß sie seit vielen Jahren die besten Erbauer von Luftschiffen seien. Man habe von einem regelmäßigen Dienst nach Rio und Washington und auch nach Hollän­disch - Ostindien gesprochen. Mit einem deutlichen Unterton des Neides erklärtMorning Post", man könne Deutschland nicht erlauben (!), diese Reisen allein für f i ch auszunutzen, wenn fte 3 u nor­malen Handelsdiensten ausgebaut werden sollten.

Ein Aufruf des Hauptamtsleiters des AG -Lehrersundes.

Bayreuth, 5. April. (DNB.) Der Hauptamts- leiter des NS.-Lehrerbundes, Gauleiter Fritz Wächt- ler, erläßt folgenden Aufruf an die deutsche Er­zieherschaft:

Mitglieder des NSLB.! In der Zeit vom 1. bis 20. April wirbt die Hitlerjugend um den Ein­tritt aller Jungen und Mädel in die Organisationen des Deutschen Jungvolks und der I u n g m ä d e l. Das Ziel ist, daß jeder Junge und jedes Mädel erfaßt wird. Ich weiß, daß alle Lehrer und Lehrerinnen befähigt und g e - willt find, sich voll einzusetzen, damit dieses Ziel in einigen Wochen erreicht wird. Es muß der Stolz jedes Erziehers sein, daß seine Klasse geschlossen der Hitlerjugend angehört. Familie, Schule und Jugendorganisation sollen die drei großen Erziehungsfaktoren sein, unter denen die deutsche Jugend zu einem starken Geschlecht her­anwachsen wird. In diesem Sinne erwarte ich von jedem Erzieher und jeder Erzieherin vollen Einsatz für den Eintritt der Jugen'd in di e HI."

Reichsautobahn BerlinStettin.

Ministerpräsident Göring eröffnete den ersten Teilabschnitt.

Joachimsthal, 4. April. (DNB.) Der erste Teilabschnitt der Reichsautobahn BerlinStettin, die Teilstrecke von Berlin nach Joachims­thal, wurde durch Ministerpräsident Göring feierlich dem Verkehr übergeben. Schon um die Mittagszeit waren die Ausfallstraßen von Berlin über Weihensee mit Fahrzeugen angefüllt. In den Dörfern am Rande der Autobahn standen die Men­schen an den Straßen, waren die Fahnen auf­gezogen, herrschte festliche Stimmung. Der Andrang auf den Straßen war so stark, daß der Ministerpräsi­dent immer wieder halten mußte, um jubelnden Menschen die Hände zu schütteln.

Unterhalb der riesigen 200 Meter langen im Bau befindlichen Brücke, die die alte Reichsstraße BerlinStettin über die Autobahn führt, war eine Tribüne aufgebaut. Davor standen in langem Spalier die Gliederungen der Bewegung, NSKK., SS., SA., die Politischen Leiter, die nationalsozia­listische Jugend mit ihren Fahnen. Unter den Klän­gen des Präsentiermarsches schritt Hermann Göring die Fronten ab. Direktor Rudolphi meldete den ersten Teilabschnitt Berlin-Joachimsthal als voll­endet. Ministerpräsident Göring erinnert an die Vorgeschichte des Baues der Reichsautobahnen. Adolf Hitler habe kürzlich mit Recht gesagt, er suche nicht Siegesruhm im Getümmel der Schlach­ten, hier bei seinen großen Bauten habe er sich ein unauslöschliches Denkmal gesetzt. Ich glaube, so sagte der Ministerpräsident, daß diese Autostraßen einmal das Kernstück sein werden von allen Taten des Führers auf technischem Gebiet. Der Minister­präsident ging dann auf den Anteil ein, den das Werk der Reichsautobahn an der Zurückführung des Millionenheeres der Arbeitslosen in Arbeit und da­mit in Lohn und Brot hat. Auch dieser Kraftstrom, der von dem Bau der Autobahnen ausgehe, und die Wirtschaft allseitig belebe, sei ureigenstes Werk des Führers. Der Ministerpräsident streifte auch den Kampf, der früher zwischen Schienenstrang und Straße herrschte. Auch hier habe der Führer Ein­halt geboten. Wo früher Kampf herrschte, steht heute auch hier auf diesem Gebiet ein gemeinsames Werk. Ihr, meine deutschen Arbeiter und wir alle, so schloß der Ministerpräsident, sind in diesem

Augenblick erfüllt von der unauslöschlichen Dank­barkeit gegen diesen einen Mann, gegen Adolf Hitler. Ich wünsche, daß diese Straße zukunftwei­send sein möge. So, wie sie den Blick frei gibt in deutsches Land, so soll sie uns entgegenführen einer schönen Zukunft und einem stolzen Volke.

Ministerpräsident Göring setzte sich dann mit seinem Wagen an d i e Spitze der großen Kolonne der Ehrengäste, und in sausender Fahrt ging es zum erstenmal über diesen neu eröff­neten, mehr als 40 Kilometer langen Teilabschnitt. An den Ueberführungen, am Straßenrand, überall winkten die Menschen, standen die Jugend und die Formationen der Bewegung mit ihren Fahnen. Auf der Fahrt durch die Schorfheide erklangen die Wald­hörner der Förster. Am Endpunkt der Straße in Joachimsthal nahm der Ministerpräsident die Pa­rade der Fahrzeuge ab. Auf der Reichsauto­bahnstrecke herrschte sofort nach der offiziellen Frei­gabe regster Betrieb. Samstag und Sonntag fuhren fast 12 000 Fahrzeuge die weißgrauen Bän­der der Strecke Berlin-Joachimsthal in beiden Rich­tungen entlang.

Eröffnung der Strecke Lehrte-Braunschweig.

Braunschweig, 5. April. (DNB.) Nach zwei­jähriger Bauzeit wurde am Sonntag in Anwesen­heit des Reichsministers Göring, des Stabschefs Lutze und des braunschweigischen Ministerpräsi­denten K l a g g e 5 die Strecke Braunschweig Lehrte der Reichsautobahn BraunschweigHan­nover vom Generalinspekteur für das deutsche Stra­ßenbauwesen Dr. Todt für den Verkehr frei­gegeben. Dr. Todt betonte u. a.:Am ersten Sonn­tag nach der Abstimmung des deutschen Volkes über seine Ehre wird diese Strecke dem deutschen Volke übergeben. Und diese Freigabe ist d i e e r st e D a n - kesleistung des deutschen Arbeiters an d en Führer für feine Tat am 7. März, durch die der Führer dem deutschen Volke die Ehre wie­dergegeben hat.

Aus aller Welt.

Schwere Orkanverheerungen im Süden der Vereinigten Staaten.

In den Staaten Alabama, Mississippi und Tennes­see richtete ein Orkan schwere Verwüstungen an. Die Stadt Tupel 0 im Staate Mississippi wurde zu einem erheblichen Teil z e r st ö r t. Nach den ersten Meldungen beziffert sich die Zahl der Todes­opfer auf etwa 40. Außerdem wurden viele hun­dert Personen verletzt. Tupelo ist vorläufig völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Von Birmingham (Alabama) und anderen Städten sind Nettungszüge des Roten Kreuzes entsandt worden. Die Verheerungen in Tupelo wurden durch Explo­sionen und Feuer noch erheblich vergrößert.

Amerikanisches Bombenflugzeug an einem Felsen zerschellt.

Bei Fredericksburg im Staate Pennsylvanien zer­schellte ein zweimotoriges Bombenflugzeug, dessen Pilot im Sturm d i e Orientierung ver­loren hatte, an dem Steilhang eines Berges. Die Besatzung, ein Offizier und vier Mann, wurde getötet.

Strenge Kälte in Schlesien.

Der Einbruch arktischer Kaltluftmassen hat in Schlesien starken Temperaturrückgang gebracht. Im Flachlands sanken die Tieftemperaturen in der Nacht zum Montag meist 6 Grad unter den G e - frierpunkt. Aus dem Gebirge melden die Heu­fuder-Baude und die Reifträger-Baude 8 Grad Kälte, Bad Altheide 9 Grad und Großiser sogar minus 10 Grad. In der klaren arktischen Kaltluft herrschte außergewöhnlich gute Fern­sicht, so daß am Montagmorgen z. B. von Breslau aus der 100 Kilometer entfernte schneebedeckte Riesengebirgskamm sehr gut zu sehen war.

Schweres Autounglück in Jütland.

Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich am Sonntagvormittag auf der an der D ft E ü ft e Jütlands gelegenen Halbinsel Mols. Eins aus sieben Personen aus Aalborn und Umgegend beste­hende Gesellschaft hatte einen Kraftwagen gemietet, um zu einer Konfirmationsfeier nach Abel- toft zu fahren. Als Führer des Wagens wurde ein arbeitsloser Chauffeur verpflichtet. Unterwegs fuhr der Wagen mit einer Geschwindigkeit von 60 Kilo­meter gegen einen Baum, überschlug sich und stürzte eine anderthalb Meter hohe Böschung hinab. Wie ein Augenzeuge beobachtete, wurden die Insassen des Wagens durch das Dach bis zu 15 Meter weit fortgeschleudert. Der Führer des Wagens und einer der Insassen wurden auf der Stelle ge­tötet. Vier weitere Personen wurden schwer ver­letzt, während die übrigen mit leichteren Verletzun­gen daoonkamen.

Drei Todesopfer eines Autounglücks in Holstein.

Auf der Chaussee bei Neustadt (Holstein) hat sich ein schweres Kraftwagenun glück ereignet, das drei Todesopfer forderte. Kraftfahrer ent­deckten in der Nähe der Stadt einen zertrümmerten DKW.-Kleinwagen, der gegen einen Baum gerast fein mußte. Bei dem Wagen lagen drei Personen, von denen nur eine, ein Mädchen, noch schwache Lebenszeichen von sich gab, während die beiden anderen bereits tot waren. Auf dem Transport in das Krankenhaus ist auch das Mädchen feinen schweren Verletzungen erlegen. Bei den Toten han­delt es sich um einen Eisenwarenhändler Meinert und dessen kaufmännischen Gehilfen sowie um die Tochter des Malermeisters Voß, sämtlich aus Neustadt. Die drei Personen hatten sich auf dem Wege nach Neustadt zurück befunden.

Ein Einbrecher fängt sich selbst.

Ein merkwürdigerKunstfehler" unterlief kürz­lich dem 27jährigen, in Marburg geborenen und in Kassel ansässigen Bernhard R i e ch e l. Der bereits elfmal Vorbestrafte wollte in ein Kasseler Fisch­geschäft einbrechen. Er hob den Rolladen, der den Eingang sperrte, hoch und fand, wie er erwartet hatte, die dahinter liegende Ladentür unverschlos­sen. Als er sich schon fast völlig in das Geschäft hin­eingezwängt hatte, fiel der Rolladen wieder herun­ter und traf ihn zwischen Wade und Fuß. Ver­gebens bemühte sich der auf solche Weise Gefan­

gene, sich wieder zu befreien, er blieb festgeklam- wert. Vorübergehende, die die unter dem Rolladen festgeklemmten Füße sahen, riefen die Polizei her­bei, die den Einbrecher aus seiner Fußangel be­freite und mitnahm. Das Gericht erkannte jetzt we­gen versuchten Einbruchs im wiederholten Rückfalle auf zwei Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehren­rechtsverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht.

Der Mord im Berndorfer Forst.

Zu der bereits gemelbeten Bluttat im Bern­dorfer Forst teilt die Kasseler Kriminalpolizei fol­gendes mit: Im dringenden Verdacht der Täter­schaft steht der Hermann Fischer, geboren 1907 in Banzkow (Mecklenburg-Schwerin), zuletzt wohn­haft in Korbach. Fischer war Mitte März aus der Strafanstalt Kassel-Wehlheiden nach Verbüßung einer mehrjährigen Zuchthausstrafe wegen Sittlich- keitsverbrechens entlassen worden. Fischer ist 1,76 Meter groß, kräftig, hat hellblondes Haar, rundes volles Gesicht, niedrige eckige Stirn, blaue Augen, hellblonden kurzgeschnittenen Schnurbart, kleine spitze Nase, abstehende mittelgroße Ohren, breites Kinn, mittelgroßen Mund, lückenhafte Zähne lispelt und stoßt beim Sprechen mit der Zunge an, wobei er Kaubewegungen macht. Bekleidet ist er mit dunklem Ueberzieher, dunklem Schlapphut, grün­lichem Anzug mit langer Hose. Er hat einen scheuen Blick und einen phlegmatischen schleppenden Gang. Seine Kleidung ist möglicherweise mit Blut be­schmutzt. Im Betretungsfalle wird gebeten, die Fest­nahme zu veranlassen.

Vom Führer begnadigt.

Der Führer und Reichskanzler hat die durch das Urteil des Schwurgerichtes in Insterburg gegen den 1902 geborenen Hans Bacher aus Großen- Ragauen wegen Mordes ausgesprochene Todes­strafe im Gnadenwege in lebenslange Zucht­hausstrafe umgewandelt. Bacher hat sein drei Monate altes uneheliches Kind unter Mitwirkung der Kindesmutter getötet.

Der Führer und Reichskanzler hat ferner die durch das Urteil des Schwurgerichtes in Frank­furt a. d. O. gegen den 1892 geborenen Franz Klaus aus Fürstenwalde wegen Mordes ausge­sprochene Todesstrafe im Gnadenwege in lebens­lange Zuchthaus st rafe umgewandelt.

Der erste große Luftschutzkeller in Paris.

Der erste große bomben- und gassichere Luft­schutzkeller in Paris, der 8000 Personen aus­nehmen kann, ist dieser Tage fertiggestellt worden. Der Keller, der als Modell für später anzulegende Räume dienen soll, ist in einem verlängerten Tunnel einer Untergrundbahnstation eingebaut und mit allen Errungenschaften der Technik ausgerüstet. Ein besonders abgetrennter Raum enthält Filtrier­maschinen, die angeblich selbst die gefährlichsten Gase entgiften und für Erneuerung der Lust sor­gen. Der Keller hat nach zwei Seiten hin hermetisch verschließbare Türen. Die Pariser Stadtverwaltung beabsichtigt, in 130 Untergrundbahnstationen ähn­liche Keller anlegen zu lassen.

Drei norwegische Dampfer im Weißen Meer in Seenot

Im nördlichen Teil des Weißen Meeres sind drei norwegische Dampfer in Seenot geraten und haben 808-Rufe gefunkt. Zur Feststellung ihrer Lage ist ein Sowjetflieger entsandt worden. Die drei Norweger sind vom Packeis bedroht. Von den Sowjets wird die Entsendung eines Eisbrechers zur Hilfeleistung vorbereitet.

Ittoforfegdflug BerlinEngland in neun Stunden.

Der bekannte englische Sportflieger Lord Sem« pill ist mit seinem Motorsegler von Berlin kom­mend glücklich auf dem Flugplatz in der Nähe von Canterbury gelandet. Er benötigte für seinen Rückflug nur eine Zeit von neun Stunden.

Blutige Zusammenstöße in Mexiko.

In der Nähe von ßabarca in Guadalajara (Me­xiko) kam es zu blutigen Zusammenstöße» zwischen Bauern und Anhängern der Roten Agrar­partei. Fünf Personen wurden getötet und adjt schwer verletzt.