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Kampf den Mißständen im Möbel­transportgewerbe.

Der Rationalsozialistische Gaudienst Hessen-Nassau schreibt u. a.:

Die Tagespresse hat wiederholt darauf hingewie­sen, daß sich im Möbeltransportgewerbe mangels allgemeiner Konzessionierung unzählige gewerbe­fremde, unzuverlässige Unternehmer neben ihrem eigentlichen Gewerbezweig mit der Ausführung von Umzügen betätigen, um einen risikolosen Nebenverdienst zu erreichen, da sie kei­nen Tariflohn zahlen und steuerliche, sowie soziale und allgemeine Verpflichtungen nicht erfüllen, also den Staat und die Allgemeinheit betrügen, da sie sonst mangels fachlicher Voraussetzungen nicht kon­kurrenzfähig wären. Der Schaden, der der All­gemeinheit infolge Berücksichtigung derartiger Ele­mente durch entgehende Steuern, Sozialleistungen, niedrigere Löhne usw. entsteht, ist erheblich, worauf besonders in den Fällen geachtet werden sollte, in denen der Staat bei Versetzungen usw. die Um­zugskosten aus staatlichen Mitteln decken muß. Es ist beschämend, in welcher Weise manchmal versucht wird, Firmen gegenein­ander auszuspielen, um aus den bestehen­den ungesetzlichen Verhältnissen eigenen Vorteil zu ziehen. Zum Schaden der Allgemeinheit und des Staates, die nur an geordneten, an einer Erhal­tung gesunder mittelständischer Betriebe und Ge­werbe und an einer Beseitigung gesetzwidriger Dor- aänge Interesse haben. DerVölkische Beobachter" schrieb mit Recht:Der volkswirtschaftliche Zweck des Umzuges wird nur erreicht, wenn das um­gesetzte Geld den ordentlichen Gewerbe- und Handelsgruppen zufließt, und von diesen wieder im Kreislauf zu Erfüllung aller gesetzlichen, sozialen und wirtschaftlichen Verpflich­tungen verwendet werden kann. Daß diese Not­wendigkeit leider immer noch nicht genügend be­achtet wird und auf mangelndes Verständnis stößt, zeigt der fortdauernde Kampf gegen die Schwarzarbeit im Möbeltransport und ande­ren Gewerbe- und Handwerksgruppen."

Kleine politische Nachrichten.

Der neue Handelsvertrag zwischen Polen und der Belgisch-Luxembur­gischen Zollunion wurde von dem polnischen Außenminister Beck und dem belgischen Außen­minister van Zeeland unterzeichnet. Der Vertrag gilt zunächst für das Jahr 1936 und ist von da ab vierteljährlich kündbar.

Donnerstag abend gab der Gesundheitszustand des Großadmirals Lord Beatty erneut zu Be­fürchtungen Anlaß. Lord Beatty hat sich erst vor kurzem von einer schweren Krankheit erholt.

Der berüchtigte Anführer der Kommunisten in Südamerika, Luiz Carlos Prestes, konnte in einem Vorort von Rio de Janeiro verhaftet werden. Ein amerikanischer Kommunist, der der Polizei den Schlupfwinkel des Kommunistenhäupt- linas mitaeteilt hatte, beging auf der Polizeiwache Selbstmoro.

*

In Paris mußte wiederum eine Vorlesung des vielumstrittenen Professors Jeze abgebrochen wer­den. Es entstand ein Handgemenge zwischen Freun­den und Gegnern des Professors. Als der Dekan versuchte, die Studenten zur Ruhe zu ermahnen, wurde seine Ansprache mit dem Absingen der Marseillaise beantwortet. Polizei zerstreute einige Gruppen.

In der alten spanischen Universitätsstadt Alcala de Honares zündeten Linksradikale die Innen­einrichtungen von zwei Kirchen an, vernich­teten Heiligenbilder und verbrann­ten Särge. Der Sachschaden ist bedeutend, da die zerstörten Kunstgegenstände zum großen Teil unersetzlich sind.

Aus aller Welt.

Zwei hundertjährige durch den Führer geehrt.

Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Angela Niemann in Cloppenburg und dem ehe­maligen Schneider Albert Gustav Harke in Wup­pertal aus Anlaß der Vollendung ihres 10 0. Le­bensjahres ein persönliches Glückwunschschrei­ben und eine Ehrengabe zugehen lassen.

Schwere Bluttat eines Sechzehnjährigen.

In einem Betrieb in Regensburg gerieten der 16 Jahre alte Anton F u m y und der 15jährige Lohann Lichtl wegen einer' Arbeit, die keiner verrichten wollte, in Streit. Fumy warf mit einem Holzscheit nach seinem Arbeitskameraden. Es kam zu einem Handgemenge zwischen den beiden, in dessen Verlauf Fumy plötzlich zu einem sog. Drei­kantstahlschaber griff und damit dreimal mit aller Wucht auf Lichtl einstach. Der Junge wurde in die Herz-, Lungen- und rechte Nierengegend getroffen und so schwer verletzt, daß er schon wenige Mi­nuten nach feiner Einlieferung in das Krankenhaus an innerer Verblutung verschied. Der Messer­held wurde verhaftet.

Kraftwagen fährt in einen Rangierzug.

Bei Schlegel in Niederschlesien ereignete sich ein folgenschwerer Zusammen st zwischen einem Personenkraftwagen und einem Rangierzug der Eulengebirgsbahn. Der Kraftwagen, in dem meh­rere Kinder vom Konfirmationsunterricht nach Haufe fuhren, wurde zehn Meter weit mitaeschleift. Der Kraftwagenführer Walter N i e z i a k wurde tödlich verletzt. Der die Kinder begleitende Pastor Wissel aus Neurods trug einen Oberschenkelbruch davon. Die 13jährige Gebauer aus Schlegel hat

den Verlust eines Auges zu beklagen, während das gleichaltrige Mädchen S ch m i n d e r eine Gehirn­erschütterung erlitt.

Riesenbrand in einer chilenischen Stadt.

Die chilenische Stadt Castro auf der Insel Chiloe wurde von einem Riesenbrand heimgesucht. Der größte Teil der Gebäude ist zerstört worden, lieber 5000 Menschen wurden obdachlos. Die Ob­dachlosen werden wahrscheinlich in andere Bezirke gebracht werden. Der DampferAtlas" und der AvisoFoca" gingen zur ersten Hilfeleistung mit Pionieren und Polizisten an Bord nach Castro ab. Durch das Großfeuer wurde nach einer späteren Meldung die Innen st adtvollkommenver- nichtet. Menschenopfer sind anscheinend nicht zu beklagen, da sich die Einwohner rechtzeitig in Sicher­heit bringen konnten. Die Regierung verlangte von den Kammern als erste Hilfe für die durch den Brand Geschädigten den Betrag von 5 Millionen Pesos.

Selbstmord im Untersuchungsgefängnis.

Der wegen dringenden Verdachtes des Mordes an feinem Vater in München in Untersu­chungshaft befindliche Stefan Herpfer hat sich im Polizeigefängnis erhängt. Der Selbstmord des jungen Herpfer steht zweifellos mit dem in der letzten Zeit gegen ihn beigebrachten Belastungs­material in Zusammenhang. Stefan Herpfer ist höchstwahrscheinlich in der Nacht zum 2. Februar 1936 zum Mörder seines Vaters, des Kunstmalers Friedrich Herpfer, geworden, möglicherweise um sich in den Besitz des väterlichen Erbes zu setzen. Kunst­maler Herpfer, der als Witwer allein eine Woh­nung in München bewohnte, wurde dort, wie seinerzeit gemeldet, erschlagen aufgefunden. In der Wohnung fehlte nichts, es wurden aber auch die Mordwerkzeuge nicht gefunden.

Vier Bauernhöfe in Vorarlberg eingeäfchert.

In Uebersaxfen, einer Ortschaft im Bezirk Feld­kirch (Vorarlberg) brach ein Großfeuer aus, dem vier Bauerngehöfte mit Wirtschaftsgebäuden zum Opfer fielen. Der Gesamtschaden beträgt. gering gerechnet 70 000 Schilling. Fünf Familien sind ob­dachlos. Es wird Brandlegung vermutet.

Die Reklamekönigin.

Ein mertmürbiger Gast wird Europa nächstens heimsuchen: die am meisten photogra­phierte Frau der Welt. Ihr Name ist aber, im Gegensatz zu den amerikanischen Filmdiven, fast ganz unbekannt und sei hier auch nur im Ver­trauen ausgeplaudert: Gwendolyn Jarvis. Dafür ist das Gesicht der Miß Jarvis jedem Amerikaner von den Plakaten in der Untergrundbahn, aus den Zeitungen und den Reklamefilmen wohlbekannt. Natürlich, denn sie bietet ihr Gesicht dem Photo­graphen zu Reklamezwecken dar und ver­dient eine schönes Stück Geld damit, so daß sie es nicht einmal nötig hat, nach Hollywood zu gehen

und wochenlang unter den heißen Jupiterlampen zu schwitzen. Angesangen hat ihre Karriere selbst- verständlich mit einem Sieg in einer Schönheitskon­kurrenz. Dann stellte man sie mit einer Waffel Eis vor die Kamera, und sie machte ein so verzücktes Oe- sicht dabei, daß jedermann, der Miß Jarvis in die­ser Stellung auf den Plakaten der betreffenden Eisfirma sah, von der Güte des kühlenden Ge­nusses überzeugt war und der Besitzer der Firma in den nächsten Wochen dreimal soviel verdiente als gewöhnlich. Damit hatte Miß Jarvis ihren Lebens­beruf gefunden, und in den nächsten vier Jahren saß sie dem Photographen für Zahnpulver, Strümpfe, Radio und Zigaretten, sie begeisterte sich berufsmäßig für schöne Kleider, den neuesten Roman und eine Patent-Kaffeekanne. Jetzt will sich Miß Jarvis auf einer Europareise ausruhen und hofft, hier unerkannt bleiben zu können.

Weiterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die über Deutschland liegende feucht-milde Misch­luft wird durch polarmaritime Luftmafsen verdrängt. Dabei ist es auch in unserem Gebiet seit gestern zu verbreiteten Niederschlägen gekommen, die im Ge­birge aus Schnee bestanden. Gleichzeitig hat sich in der Höhe erhebliche Abkühlung eingestellt. Voraus- sichtlich wird die Witterung in den nächsten Tagen etwas lebhaftere Formen annehmen, wobei jedoch der Gesamtcharakter der Witterung freundlicher wird.

Aussichten für Samstag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch einzelnen schauerartigen Niederschlägen (im Gebirge vielfach Schnee), nachts vereinzelt etwas Frost, westliche Winde.

Aussichten für Sonntag: Unbeständiges Wetter mit einzelnen Niederschlägen, aber nicht durchweg unfreundlich, ziemlich frisch.

Lufttemperaturen am 5. März: mittags 6,4 Grad Celsius, abends 4,7 Grad; am 6. März: morgens 2,6 Grad. Maximum 7,1 Grad, Minimum heute nacht 1,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. März: abends 4,5 Grad; am 6. März: mor­gens 3,6 Grad. Niederschläge 2,4 mm.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder; Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwort­lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. H. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'schs Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen.

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lielilßDgeileDklag am 8. März 1936 Antreten 8V? Uhr vordenMarkllan- ben z. Teilnahme an der Feier auf dem Oswaldgar- ten und aus dem Brandvlat?. 14220

Somslag, 7. Mürz 20.30 Uhr fiameraWs oöenö imHessisch.Hof.

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Arn Mittwoch, dem 11. März, von 9.30 Uhr ab, bei Gastwirt Bender zu Krofdorf. 1420D

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Revierfö. Waldhaus, Distr. 28a, 52b, 52d, 55, 59 und Sammelhieb.

Lichen-. 64 rm Scheit, 175 rm Knüppel, 1306 rm Reis IH.

Buchen: 298 rm Scheit, 69 rm Knüppel, 1340 rm Reis III.

Radelh.: 14 rm Scheit, 12 rm Knüppel.

Ferner wird an Ruhholz verkauft aus Distr. 2, 4, 7, 8a, 8b, 20a und 47:

Lichen: 18 rm Nutzrollen und Nutzknüppel, 24 m lang.

Hainbuchen: 2 rm Nutzknüppel, 1,20 m lang.

Fichten und kief.: 2 rm Nutzknüppel, 2 m lang.

Aenderungen bleiben vorbehalten.

Der im Termin anwesende Rendant nimmt auch Zahlungen aus früheren Verkäufen an.

Dom 16. März 1936 ab wird die Strom- und Gas­lieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für Januar 1936 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben.

Gießen, den 4. März 1936.

Direktion der Städtischen Betriebe.

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Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueber- landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Lrheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom­gelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe, Gartenstraße 3, oder auf Postscheckkonto 27707 Frankfurt a. M., ge­zahlt werden. Bei Ueberschreiten der Zahlungs­termine müssen die Beitreibungskosten berechnet

Zur

Beiden gedealter amSonntag/dem 8 März,Antreten der Kameradsch. mit Bahnen um 8.30Uhrvormitt. vor den Markt- 1 lauben.Von dort geschlossener Ab­marsch zum OS- waldsgarten.Be- teilig. ist Ehren­sache. 1421d Arbeitsgemeinschaft der ßieben.Soldaten

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Samst.,28.März von 20 bis gegen 22.30 Uhr

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H. Bratt.

Montag,30 Mär; von 20 bis gegen 22.30 Uhr Die Insel" Schauspiel von

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Für April i. Aus­sicht genommen: Undine", Ro­mantische Zau­beroper v. Lort- zing, sowieDer zerbrach. Krug", Lustspiel von H. Kleist, u.Lavv imSchnakenloch" ein Spiel von E. Reinacher.

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