Ausgabe 
6.2.1936
 
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Die für das deutsche Reichsgebiet allgemein fest­gesetzte Polizeistunde ist 1 Uhr nachts. Wer dar­über hinaus feine Wirtschaftslokalitaten aufhalten will, hat Feierobendstundenverlängerung bei der Polizei zu beantragen Konzerterlaubnisse werden in der Regel nur bis zur Feierabendstunde (1 Uhr nachts), und zwar unabhängig von der etwa ein­geholten Feierabendstundenoerlängerung, erteilt. Zur Vermeidung von Ruhestörungen für die Nach­barschaft sind in den Lokalen, in denen Musikver­anstaltungen stattfinden, die Türen und Fenster von 10 Uhr abends ab geschlossen zu halten. Trompeten, Trommeln und Pauken, die nicht unerheblichen Lärm verursachen, sind möglichst nach 10 Uhr abends durch andere Instrumente zu ersetzen oder stark gedämpft zu spielen. Namentlich gilt dies von den mitten in der Stadt gelegenen Konzertlokalen.

Tantzgenehmigungen werden bis 1 Uhr nachts (sogenaünte halbe Taufscheine) und auf Antrag auch bis 4 Uhr früh (ganze Tanzscheine) erteilt. Bei erteilten Tanzgenehmigungen ist auch gleich­zeitig die Konzerterlaubnis mit eingeschlossen

Für die NSDAP, und deren Gliederungen be­stehen besondere Bestimmungen* hinsichtlich der Ver­anstaltung von musikalischen Aufführungen. Die Polizeidirektion ist zu jeder Auskunft sofort und gerne bereit.

Bezüglich der sogenanntengeschlossenen Gesell­schaften^ bestehen in hiesigen Wirtekreisen ver­ursacht durch eine nicht ganz zutreffend ausgelegte Gerichtsentscheidung falsche Ansichten.

Geschlossene Gesellschaften (Vereinsfeste, Tanz­kränzchen usw), bei denen nur die Mitglieder, deren Angehörige und eingeladene Gäste die Ver­anstalter sind, haben, sofern die Veranstaltung bei bezahlter Musik stattfindet, nach wie vor die stempelpflichtige polizeiliche Erlaubnis einzuholen. Bezahlte Musik liegt schon dann vor, wenn den Musikern Essen und Getränke, oder eines von bei­den verabfolgt wird.

Die Polizeidirektion, die zu jeder mündlichen Aufklärung in den hier in Rede stehenden Ange­legenheiten bereit ist, gibt sich der Hoffnung hin, daß mehr als bisher die für die Musikveranstal- tungen erlassenen Bestimmungen von den Wirten vnd sonstigen Veranstaltern eingehalten werden, andernfalls sie sich leider genötigt sieht, gegen Zu­widerhandelnde einzuschreiten.

Wann ist Sonfirmafion?

ELP Ostern fällt in diesem Jahre auf den 12. und 13. April, der Sonntag Palmarum der neuerdings für die Konfirmation in erster Linie in Frage kommt, auf den 5. April. Es dürste also damit zu rechnen sein, daß in der großen Mehrzahl aller evangelischen Gemeinden die KonfirmandenvriUun- gen am Sonntag Iudica (29 März) und die Ein- feonunasfeiern acht Tage später stattfinden. In den Städten pflegen die Termine etwas früher zu li-qen. Hier dürften die Prüfungen bereits am 15 März einseßen, d d also eine Woche nach dem Helden- ged-Mktag. (Die genaue Regelung bleibt örtlichen Entscheidungen vorbehalten.)

Gießener Wochenmorktpreise

* Gießen, 6. Febr. Auf dem heutigen Woch-n- markt kosteten: Molkereibutter, das Plund 1 55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, in­ländische, frische Klasse A 13, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Unter­kohlrabi 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 70 bis 90, Tomaten 45, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, das P^und 4 Pf., der Zent­ner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, das Pttind 10 bis 30 Pf., Birnen 25, Nüsse 45. Suppenhühner 80 bis 85, Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Blumenkohl, das bück 25 bis 40, Salat 30 bis 35, Endivi-n 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf.

Eine Achtzigjährige. Am morgigen 7. Februar begeht Frau Witwe Schäfer, gebo­rene Reh, Katharinengasie 12 wohnhaft, ihren 80. Geburtstag.

♦♦ Vorbildliche Arbeits - und Haus­gemeinschaft Elisabeth Meurer, geboren am 11. August 1864 in Lohra bei Gladenbach, ist seit dem 7 Februar 1886 ununterbrochen in Dien­sten von Frau Elise Wetter Gießen, Hinden- burgwall 23. Sie hat während dieser 50 Jahre stets treu, ehrlich und gewissenhaft ihre Pflicht ge­tan und Freud und Leid mit der ganzen Familie getragen und geteilt Es ist die zweite Angestellte, die auf eine 50jährige treue Dienstzeit in der Fa­milie Wetter zurückblicken kann.

Silberne Hochzeit. Am gestrigen Mitt­woch. 5 Februar, konnten Bäckermeister Konrad M i ß n e r und Frau Toni, geb Horn. Stein­straße 35 wohnhaft, das Fest der silbernen Hoch­zeit begehen. Herr Wißner ist schon seit langen Jahren Bezieher des Gießener Anzeigers.

Schöffengericht Gießen.

Degen gefährlicher Körperverletzung im Sinne des § 223a RStGB. wurde der E. S. aus Echzell zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Am 26. Februar 1935, gegen 20.30 Uhr, ging ein 16jähriger junger Mann aus Gießen in Echzell mit einem Mädchen vom Vergnügen nach Hause. Unter­wegs begegnete beiden der Angeklagte, der sich nach dem Verbleib eines Freundes erkundigte. Es kam dabei zwischen beiden Männern zum Wort­wechsel, in dessen Verlauf der Angeklagte den andern angeblich mit einem Koppel über den Kopf schlug, so daß die Sehkraft eines Auges so gut wie verloren ist.

Der Joh. Wilh. K. aus Ilbenstadt hatte sich wegen Widerstandes zu verantworten. Im Laufe des vorigen Jahres zogen Zigeuner durch Ilben­stadt, wo sie Aufenthalt suchten. Der Angeklagte war mit ihnen befreundet. Als der Bürgermeister sie zum Weiterfahren aufforderte, wurde er von dem Angeklagten beleidigt und erhielt außerdem einen Stoß vor die Brust. Das Gericht erkannte aus eine Gefängnis st rafe von 3 Wochen.

100 Zahle Technische Hochschule Darmüadl.

DNB

Die Technische Hochschule in Darmstadt. (DNB.-Heimat-Bilderdienst.)

LPD. Darmstadt, 5. Febr. Die Technische Hochschule Darmstadt kann in diesem Jahr die Feier ihres 100jährigen Bestehens be­gehen. Dieses Jubiläum wird in Anwesenheit der Spitzen des Staates, der Partei, der Wissenschaft und der ehemaligen Studenten der Technischen Hoch­schule, die meist in der deutschen Wirtschaft tätig sind, in den Tagen vom 2 7. bis 2 9. Mai be­gangen werden.

Gleichzeitig hält der Verein Deutscher Ingenieure in Verbindung mit seinem 80. Stif­tungsfest seine Hauptversammlung in Darmstadt ab. Am 27. Mai findet in der Städtischen Festhalle man rechnet mit über 4000 Gästen von aus­wärts ein von der Technischen Hochschule und dem Verein Deutscher Ingenieure gemeinschaftlich veranstalteter Festabend, am 28. Mai vormittags, ebenfalls in der Festhalle, der akademische Festakt statt, dem sich abends ein Fest anschließt.

Das Tierkreislicht am Westhimmel.

Oer Sternenhimmel im Februar.

Von Or Erwin Koffinna K

Betrachtet man an einem klaren mondscheinlosen Februarabend nach Eintritt völliger Dunkelheit, wenn der letzte Dämmerungsstreifen verschwun­den ist, die horizontnahen Gegenden des Himmels ringsum, so gewahrt man im Westen ein überaus zartes silbernes Leuchten. Ein matter Lichtschein i steigt dort, wo die Sonne untergangen ist, in Form eines ziemlich breiten, nach links geneigten Kegels auf: das Zodiakal- oder Tierkreislicht. Der Name rührt daher, daß die Achse des Lichtkegels stets ; mit der Tierkreislinie zusammenfällt. Die Hellig­keit des Lichtkegels ist in der Achse am größten und nimmt von dort allmählich bis zu den verwa­schenen Rändern hin ab. Selten wird bas Tier­kreislicht so hell wie die Sternwolken der Milch­straße: meist ist es in unseren Gegenden schwächer. Die Beobachtung dieser Lichterscheinung gelingt daher nur bei günstigen Luftveryältnissen, wenn keine störenden Lichtquellen vorhanden sind und das Auge sich mindestens 20 Minuten an die Dun­kelheit gewöhnt hat. Man wird dennoch am besten an den mondlosen Abenden nach dem 10. Februar das Tierkreislicht auisuchen. Alexander von Hum­boldt nennt das Zodiakallicht einen beständigen Schmuck der Tropen. Dort steigt der Lichtkegel be­deutend steiler und höher empor als bei uns. In Mitteleuropa ist das Tierkreislicht nur in den frü­hen Abendstunden im Februar und März, sowie morgens im Oktober und November am Osthim­mel sichtbar, da dann die Tierkreisebene eine beson­ders aünftige Lage hat. Das Zodiakallicht rührt wahrscheinlich von einer Wolke kosmischen Staubes her, der die Sonne in Gestalt einer flachen Scheibe umgibt und weit über die Erdbahn hinausreicht. Wenn auch die Dichte dieses von der Sonne be­leuchteten Staubringes außerordentlich gering ist, so genügt sie doch, um einen schwachen Lichtschein 8« erzeugen.

Der abendliche Fixsternhimmel steht ganz unter der Herrschaft der glänzenden Wintersternbilder. Nahe dem Zenit leuchtet die helle Kapella im Fuhrmann, ein aus zwei gelben Sonnen bestehen­der Riesenstern im Abstand von 54 Lichtjahren. Hoch am Südhimmel finden wir den Orion mit den bellen Sternen Beteigeuze, Bellatrix und Ri­gel. Unter den drei in einer geraden Linie stehen­den Gürtelsternen bemerken wir imSchwertge­hänge" des Orion einen schimmernden Lichtfleck, den bekannten Orionnebel, eine leuchtende Staub­und Gaswolke, in die zahlreiche sehr heiße Helium­sterne eingebettet sind. Wahrscheinlich wird der Nebel durch die Strahlung dieser Sterne zum Leuchten gebracht. Ueber dem Orion fällt Alde­baran, der Hauptstern im Stier, durch seine röt­liche Farbe auf. Ihn begleiten die beiden Stern­haufen der Hyaden fjnd der Plejaden. Sirius im

Großen Hunde erreicht Mitte Februar bereits um 21 Uhr feinen Höchststand. Er ist nicht nur der hellste, sondern auch der weißeste von allen Fix­sternen. Dem Großen Hund voran gehen die weni­ger auffälligen Sternbilder Hase und Taube unter dem Orion. Im Südwesten neigen sich Eridanus und Walfisch dem Untergang zu.

Die Milchstraße erhebt sich steil im Südsüdosten und zieht zwischen Orion und Drokyon im Kleinen Hund hindurch über bie Bilder Zwillinge, Fuhr- mann, Perseus, Cassiopeia und Cepheus. Hoch im Nordwesten steht die Andromeda, wo wir uns mit dem Fernglas den größten Andromedanebel rechts von der Sternreihe aufsuchen. Im Perseus verdient der veränderliche Stern Algol unsere besondere Aufmerksamkeit. Dieser 14 000 Grad heiße Helium­stern, der bei dreifachem Sonnendurchmesser die 150- fache Leuchtkraft der Sonne besitzt, wird von einem fast dunklen Begleiter in sehr geringem Abstand umkreist. Alle 69 Stunden zieht der Begleiter an dem Hauptstern vorüber und blendet etwa zwei Drittel der Scheibe des Algol ab. Es tritt eine ringförmige Sternfinsternis ein. Die Helligkeit Al- gols sinkt dann für einige Stunden auf den dritten Teil der normalen. Solche Algoloerfinsterungen fin­den statt am 3. Februar um Mitternacht, am 6. um 21 Uhr, am 9. um 18 Uhr, am 26. um 22 30 Uhr, am 29. um 19.30 Uhr. Bereits drei Stunden vor den angegebenen Zeiten beginnt die Helligkeit Al- gols merklich abzunehmen.

Oestlich der Milchstraße sind die Sternbilder Krebs und Löwe mit dem Königsstern Regulus heraufge­stiegen. Gegen Ende des Monats erscheint nach 22 Uhr auch Arktur im Bootes am östlichen Horizont. Im Nordosten rollt der Himmelswagen im Großen Bären rückwärts empor, die Deichsel nach unten gerichtet. Scharfe Augen erkennen unmittelbar ne­ben dem mittleren Deichselstern noch ein winziges Sternchen, Alkor oderReiterlein". Vom Polar­stern hängt der Kleine Bär herab, um den sich das gewundene Bild des Drachen schlingt.

Am Abendhimmel ist von den Planeten nur Mars ziemlich tief im Westen sichtbar. Er geht 2V2 Stunden nach der Sonne unter. Venus erscheint als Morgenstern vor Sonnenaufgang am Osthim­mel. Jupiter geht bereits um 4 Ühr auf und steht zu Beginn der Morgendämmerung hoch im Süd­osten. Merkur und Saturn bleiben unsichtbar.

Die Lichtgestalten des Mondes fallen auf fol­gende Tage: Vollmond am 7., letztes Viertel am 15., Neumond am 22., erstes Viertel am 29. Februar. Der Vollmond erreicht in diesem Monat dieselbe Höhe wie die Sonne im August und steht, im Ge­gensatz zu dem milden, gelben Sommermdnd, sehr hell und weißglänzend am Himmel.

Oberheffen.

Derkehrsunfall bei Grünbera

* (Brünberg, 5. Febr. Heute früh gegen 7.30 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Grünberg Lindenstruth, unmittelbar an dem Straßenab­zweig nach Harbach, ein Verkehrsun­fall. An jener Stelle wollten mehrere Radfah­rer, die aus der Richtung Grünberg tarnen und nach ihrer Arbeitsstätte bei Harbach unterwegs waren, von der Hauptverkehrsstraße in die Seiten­straße abbiegen. Im gleichen Augenblick kam ein auf der Fahrt von Hersfeld nach Bonn befindliches Personenauto heran, das die Radiahrer- aruppe überholen wollte. Da von den Radfahrern kein Zeichen gegeben war, konnte der Autolenker die Absicht des Ausweichens der Radler nach links nicht bemerken, und so kam es, daß einer der Rad-

fahrer, namens Rühl aus Atzenhain, von dem Kraftwagen erfaßt und zu Boden gewor­fen wurde. Zum Glück erlitt er nur leichtere Ver­letzungen, jedoch mußte er nach Grünberg in äezt- liche Behandlung gebracht werden.

Rundfunkwerbung in Wllingen.

Z Villingen,5. Febr. Zu einer Werbe- Veranstaltung weilte der Reichsrund- funtmagen auch in unserem Orte. Um 12 Uhr mittags wurde auf dem Lindenplatz ein Rundfunk- Konzert übertragen, von 14 bis 16 Uhr fand eine Kindervorstellung mit anschließender Besichtigung von Rundfunkgeräten statt. Am Abend schloß s eine große Vorführung an, zu deren Einleitung Zellenleiter Jung eine Ansprache hielt und dem

Wunsche Ausdruck gab, daß in möglichst naher Zeil jedes Haus in Villingen ein Rundfunkgerät besitzen möchte. Neben den Rundfunkübertragungen, die allgemein mit großem Interesse angehört wurden, bereicherte der Gesangverein die Dortragsfolge mit dem schönen Gesang einiger Lieder. Es wurden zwei Radioapparate verlost, Deren einen der Holzarbei­ter Otto Jäger gewann, während den anderen ein Konfirmand, dessen Vater schon seit langer Zeit als Patient in Gießen untergebracht ist, als Ge­winn nach Hause trauen konnte. Tanz beschloß den abwechslungsreichen Abend.

Landkreis Gießen.

V Daubringen, 5. Febr. Heute fand in der hiesigen Zigarrenfabrik von Rinn & Kloß der Reichsberufswettkampf statt. An dem Wettbewerb beteiligten sich nur die Arbeiterinnen unter 30 Jahren. Während beim vorigen Reichs­berufswettkampf die Aufgabe darin bestand, dig s ch n e l l st e Arbeit zu liefern, war diesmal diü schönste Verarbeitung als Aufgabe herausgestellt. Die Fabrik war von den Frauen und Mädchen mit Blumen, Fahnen und Fähnchen und dem Bild des Führers aufs schönste geschmückt, und bot der Prüfungkommission ein inniges Bild, was auch lobend heröorgehoben wurde.

Daubringen, 5. Febr. Heute feierten die Eheleute Heinrich Grölz silberne Hochzeit. Der Gesangverein Daubringen verschönte ihre Feier durch ein abendliches Ständchen mit gemischtem Chor und Einzelchören. Der zweite Vorsitzende August Kümmel, überreichte dem Jubelvaar mit einer Ansprache im Namen des Gesangvereins einen Blumenstock. Der Männerturnverein Daubringen widmete dem Brautpaar ein Gedenkblatt, das von Dr. Bals er mit herzlichen Worten dargebracht wurde.

} Harbach, 5. Febr. Zu dem gestrigen Be­richt über die Generalversammlung des Gesang­vereinsGermania" ist aus dem Rückblick des Lehrers S ö h n g e n noch folgendes zu be­richten: Der GesangvereinGermania" wurde im Jahre 1894 von dem damals in Harbach wirkenden Lehrer Volk und einigen sangeslustigen Einwoh­nern gegründet. Am 15. Januar zählte er bereits 35 Mitglieder. Von den Gründern leben heute noch: Landwirt Karl Döring, Beig. Georg Bietz, Landwirt Ludwig A l b a ch , Polizeidiener i. R. Johannes Hartmann und Weißbinder Heinrich R e i Unter der zielbewußten Führung des Leh­rers Volk, der zugleich Dirigent war, entwickelte sich der Verein sehr schnell. Nach einigen Jahren eifrigen Schaffens war er, sowohl in wirtschaftlicher als auch in gesanglicher Hinsicht, sattelfest. Schon im Jahre 1900 konnte man eine Fahne taufen; sie kostete 150 Mark. Die Anschaffung bedeutete also für die kleine Sängerschar ein schweres Opfer. Trotzdem blieb bei der Jahresbilanz, wie aus dem Kassenbuch hervorgeht, ein Ueberschuß von 145,64 Mark. Im darauffolgenden Jahre, am 7. und 8. Juli 1901, fand die Fahnenweihe statt; sie ver­lief sehr harmonisch und brachte unsererGerma­nia" einen hübschen Reingewinn. Der Verein ent­wickelte sich weiterhin sehr gut. In den Nachkriegs­jahren nahm er an zahlreichen Wettstreiten teil und konnte schöne Erfolge erzielen. Ende 1931 mußte er aus finanziellen Gründen seine Tätigkeit ein­stellen. Da zahlreiche Sangesbrüder arbeitslos waren, konnte das Hdnorar für den Dirigenten nicht mehr aufgebracht werden. Im Sommer 1933 wurde der Verein aus feinem Dornröschenschlaf geweckt, zunächst ein halbes Jahr als Gemischter Chor, Dann aber wurde in seiner früheren Form weitergeführt. Wie in vergangenen Jahren, so wid­met er auch jetzt wieder seine ganze Liebe und Kraft der Pflege des deutschen Liedes. Unbeirrt kämpft er als Kulturträger um die Seele des deut­schen Menschen und trägt dadurch wesentlich zur Vertiefung der Dorf- und Volksgemeinschaft bei.

# Göbelnrod, 5. Febr. Das hiesige Jung­volk veranstaltete am Sonntag im Saale von Schultheiß einen Unterhaltungsabend, bei dem durch Theaterstücke, Gedichtvorträge, Sprechchor u. a. Darbietungen den Besuchern einige schone Stunden bereitet wurden. Stützpunktleiter Stühler hielt die Ansprache des Abends, der mit dem Treue­bekenntnis zum Führer geschlossen wurde. In der Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe des Kyffhäuser'- Bundes erstattete der Ka­meradschaftsführer. Bürgermeister Weber, den Jahresbericht über das verflossene Jahr. Kamerad Konrad Blei der 11 Jahre lang dem Krieger­verein Burkhardsfelden und feit 35 Jahren dem hiesigen Verein angehörte, wurde zum Ehrenmit­glied ernannt. Der Vorstand blieb wie seither be­stehen. Die Versammlung fand in üblicher Weise ihren Abschluß.

l Garbenteich, 5. Febr. Die hiesige Schweineverficherung hielt im Gasthaus "Zum grünen Baum" unter der Leitung des Der- einsführers K u l l b a ch ihre Generalversammlung ab. Der Geschäftsbericht verzeichnete eine gesteigerte Kassentätigkeit gegenüber dem Vorjahr. Größere Verluste an Ferkeln und Schweinen zwangen die Kassenführung, den Reservefonds mit einem kleinen Betrag in Anspruch zu nehmen, damit die Iahres- prämie nicht allzu stark erhöht werden mußte. Im neuen Vereinsjahr will man bei günstigeren Zucht- oerhältnissen den entnommenen Betrag wieder zu­rücklegen. Die von dem Kassenwart Schmidt vor­getragene Jahresrechnung zeigte einen einwand­freien Stand, ebenso wurde durch die Kassenprüfer die Richtigkeit der Rechnungsführung bestätigt. Dem Rechnungsführer und dem Vorstand wurde Entla­stung erteilt. Der Gesamtvorstand wurde für das neue Jahr erneut in seinen Aemtern bestätigt. Nach einer Sammlung für das Winterhilfswerk wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen.

T Watzenborn-Steinberg, 5. Febr. Ihre zweite Jahreshauptversammlung hielt die hie­sige Milchabsatzgenossenschaft bei Ludwig Schmandt (SaalZum grünen Baum") ab. Karl Hirz I. begrüßte im Namen des Vorstandes und Aufsichtsrats die zahlreich erschienenen Genossen­schaftler. Direktor Karl Schmandt V. erstattete dann den Geschäftsbericht über das abgelaufene Genossenschaftsjahr. (Eingetreten sind im letzten Jahre drei Mitglieder, so daß die Genossenschaft jetzt 209 Mitglieder zählt. Die Gesamteinnahmen be«

Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus

Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Ein- reibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zett die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das liebel an der Wurzel.

Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe:

Rontgenthal, den 5. Februar 1935.

Nachdem ich nun 4 Schachteln Gichtosint-Tabletten eingenommen habe, bin ich im Stande, ein Urteil abzugeben. Dieses Urfell lautet:

Was Sie versprochen haben, haben Sie gehalten! Ich laufe wieder tadellos, auch Die Ellenbogengelenke find wieder geschmeidig. Mein linkes Bein war fast völlig steif, und das Knöchelgelenk am rechten Bein dick geschwollen und nur unter Schmerzen zu bewegen. Heute kann ich, ohne Hindernis, stundenlang gehen im Geschwindschritt- Tempo, es ist eine wahre Freude. Nehmen Sie für Rat und Hilfe meinen ergebensten Dank. Allen Gichtikern und Rheumatikern möchte ich empfehlen: Nehmt Gichtosint!"

Walter Hartwich, Pens. Werkmeister Röntgenthcll, Kr. Nieder-Barnim, Birkenallee 14.

Wackersberg b. Bad Tölz, Oderbay., den 17. Mai 1935.

Es ist erfreulich, daß ich Ihnen mtttellen kann, daß ich von meinem Jschiasleiden befreit bin. Ich war ganz erstaunt über die Wirkung, denn nach der zweiten Gichtosint-Kur war ich von meinem Leiden ganz

befreit, das ich schon 15 Jahre getragen habe. Ich kann, ja ich muß jedem, der von dieser so schmerzhaften Krankheit geplagt ist, dieses Mittel empfehlen. Meinen besten Dank. Sebastian Burger, Bauer.

Solche Briefe besitze ich über 17 000 (notariell beglaubigt), und nun hören Sie weiter:

Gicht und Rheumatismus können von innen heraus wirklich kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene Harnsäure Salze, und diese müssen heraus, sonst nutzt alles Einreiben und Warmhalten nichts.

Zur Beseitigung der Harnsäure dient das Gichtosint. Sie können kostenlos und portofrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung erhalten, wenn Sie Ihre Adresse senden an: Gichtosint-Kontor, Berlin SW 235, Friedrichstraße 19.

Zu haben in allen Apothe*M WA8