Nr. ZI Zweites Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
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Oer große Tag.
Bis zu dem großen Augenblick sind nur noch Stunden. Festlich und erwartungsfroh gestimmt ist die ganze Olympiagemeinde. Genugtuung und Befriedigung sprechen aus den Gesichtern derer, die Mitarbeiten durften an den gewaltigen Vorbereitungen. Bis jetzt hat alles mustergültig geklappt. Sammlung und Ernst liegen aus den Gesichtern derer, die auserwählt sind, mit den Besten der Welt um olympische Lorbeeren zu kämpfen. Sie wissen, daß die Kämpfe hart fein werden.
Garmisch-Partenkirchen ist tief verschneit. Unerhört rege ist der Betrieb in der Olympiastadt. Der Strom der Neuankommenden erscheint endlos. Die fahrplanmäßigen Züge reichen nicht aus. Die Reichsbahn muß Dor- und Nachläufer einsetzen. Und jeder Zug mit seiner endlosen Wagenkolonne bringt neue Olympiadegäste. Kraftwagen und Omnibusse ergänzen den Zugverkehr. Ebenso bunt wie die Gäste, ebenso vielseitig sind auch ihre Wünsche. Aber die stets höflichen Polizeibeamten und die immer hilfsbereiten Männer mit roten, gelben und gtünen Armbinden geben bereitwillig Auskunft. Dann und wann marschieren auswärtige Sportvereine geschlossen an.
Jubel und Trubel beleben die Stadt der olympischen Winterspiele. Lautsprecher, die an allen Ecken und Enden aufgestellt sind, vermitteln alles, was der fremde Besucher wissen soll. In der Barackenstadt drängen sich die Neuangekommenen um die Schalter. Soweit noch Karten für die sportlichen Veranstaltungen erhältlich sind, finden sie reißenden Absatz. Auch die schmucken Festabzeichen werden gern entgegengenommen. Fieberhaft gearbeitet wird zur Zeit an der Kraft-durch-Freude- Halle, die in wenigen Tagen buchstäblich aus dem Boden gestampft wurde. Auch dieses neue Bauwerk verkörpert nationalsozialistischen Gestaltungswillen. Das rasche Werden dieser riesigen 5)aüe hat auch bei den Ausländern Achtung und Bewunde
rung hervorgerufen. Viele Tausende von Urlaubern werden während der olympischen Spiele in dieser Halle billige und gute Verpflegung erhalten. Bis zum kommenden Sonntag wird der Riesenraum fertig dastehen.
Auf den einzelnen Kampfstätten herrschte den ganzen Mittwoch noch einmal angestrengter Uebungsbetrieb. Die letzte Generalprobe! Unzählige Menschenmassen umsäumten das Skistadion. Hier wurde das olympische Eröffnungszeremoniell geübt. Bis aufs kleinste wird alles vorbereitet, nichts soll den großen bevorstehenden Augenblick stören und trüben.
Auf dem Rießer See obliegen die Schnelläufer einem letzten harten Training. Im Eisstadion zeichnen die Kunstläufer ihre vollendeten Figuren auf das Eis. Die Tribünen sind immer voll von Zuschauern, die mit kritischen Augen den Uebungen der Besten unter den Gästen folgen. Die schwere und harte Arbeit auf der Bobbahn hat sich gelohnt. Die Bahn ist fertig. Am Mittwochmittag sauste der erste Bob talabwärts. Im offenen Gelände sieht man die Skiläufer eifrig an der Arbeit. Auch hier folgen stets zahlreiche Schlachtenbummler mit regem Interesse den Leistungen. Auf allen Kampfstätten gewinnt der Zuschauer das gleiche Bild, daß sich die an den Wettbewerben Beteiligten mit letzter Hingabe und größter Einsatzbereitschaft ins Zeug legen, um ihre Nationen würdig und ehrenvoll zu vertreten.
Den völkerverbindenden Charakter der olympischen Spiele merkt man übrigens immer wieder auf Schritt und Tritt. Wenn nicht die Sprachen verschieden wären und die Abzeichen der Nationalitäten, dan würde man meinen, daß nicht 28 Nationen in Garmisch-Partenkirchen vertreten sind, sondern nur eine einzige große Nation: Das olympische Volk.
Bald werden die Fanfaren im Stadion den feierlichen Auftakt geben zum Kampfbeginn. Dann wird auf dem hohen Flaggenmast die weiße Olympiafahne mit den fünf Ringen wehen.
DieEröffnunMeierderOIympischenWinterspiele
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(Atlontic-M.)
Garmisch- Partenkirchen im Festschmuck.
Garmisch-Partenkirchen, die Stätte der Olympischen Spiele, bietet sich oen Gästen im Festkleid dar. An d"n Masten flattern die Fahnen der teil-- nehmenden Nationen, und frischer Schnee hat Straßen und Dächer bedeckt.
Der Führer in Garmisch-Partenkirchen.
München, 6. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Führer verließ heute früh in Begleitung des Reichsministers Dr. Goebbels, des Reichsftatt- halters General von Epp, des Reichsführer^ der SS. Himmler und anderer Angehöriger des Führerkorps der Partei, sowie seiner Adjutanten München und begab sich zur Eröffnung der IV. Olympischen Winterspiele nach Garmisch- Partenkirchen. In Garmisch - Partenkirchen hatte es d i e ganze Nacht über geschneit. Der Schneefall dauert zur Zeit noch an. In dichten Flocken fällt der Schnee, der Himmel ist grau in grau. Das Thermometer steht unter 0 Grad und somit ist Garmisch in ein weißes Winterkleid eingehüllt.
Garmisch im Festkleid.
Garmisch-Partenkirchen, die Hauptstadt der IV. Olympischen Winterspiele 1936, der Sammelpunkt des olympischen Volkes, die Weihestätte der Besten der Wintersportler von 28 Nationen, hat jetzt das schönste Festkleid angelegt. Kem Haus in dem ganzen Ort, das nicht mit Flaggen, Girlanden und den Symbolen der Winterspiele mit den fünf olympischen Ringen geschmückt ist. Ein Meer von Hakenkreuzfahnen weht von den schneebedeckten Häusern. „ „
Es war eine kurze Nacht für alle Bewohner der olympischen Hauptstadt. Noch hatte der Tag nicht begonnen, da brachten Sonderzüge und Sonderautobusse Scharen von auswärtigen Besuchern nach Garmisch-Partenkirchen. Ein fröhliches Bild entwickelt sich in den Straßen. Vor dem Bahnhof ist der Verkehr fast wie in einer Großstadt. Da rückt unter klingendem Spiel mit Jubel empfangen eine Ehrenkompanie der Wehrmacht ein. Dort kommen in geschlossenem Zuge Formationen der Hitler-Jugend,
kommen Volksgenossen, die mit „Kraft durch Freude" aus allen Gauen des Reiches nach Garmisch-Partenkirchen geströmt sind. Auf den Zufahrtsstraßen und Wegen zum Skistadion stauen sich die Menschen und Wagen.
Das Skistadion am Gudiberg, eine halbe Stunde entfernt vom Bahnhof Garmisch - Partenkirchen auf dem Wege zur Partnachklamm* am Fuße des Wetterstein, diese gewaltige Anlage prangt im F e st s ch m u ck der Fahnen der 28 beteiligten Nationen, die im Halbrund die gewaltige Anlage umsäumen. Obwohl es noch Stunden sind, bis zum offiziellen Beginn des Festaktes füllen sich schon die Ränge und Tribünen zu beiden weiten des Stadions mit Tausenden von Besuchern.
„Jedermann ist fröhlich."
Eindrücke englischer Korrespondenten.
London, 6. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter veröffentlichen lange Vorberichte über die Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen. Die Zeitungen weisen daraufhin, daß diese Winterspiele d i e größte Winter-Olympiade sei, die je statt- gefunden habe.
„News Chronicle" schreibt: Die Winter-Olympiade hat in diesem Jahr mehr Teilnehmer, Zuschauer und Journalisten angezogen, als je zuvor. „Daily Expreß" und andere Blätter berichten, daß Garmisch und Partenkirchen bis zum letzten Platz mit Besuchern angefüllt seien. Jeder Sitz im olympischen Skistadion sei ausverkauft. Auf den Hügeln werde man die größte Menschenmenge sehen, die je der Eröffnung einer Winter - Olympiade beigewohnt habe. Mit Genugtuung wird ferner allgemein festgestellt, daß in letzter Stunde vor Beginn der Spiele starker Schneefall erfolgt und daher eine befriedigende Durchführung der Spiele gesichert sei.
Der Sonderberichterstatter der „Daily Mail" schreibt: „Jedermann ist fröhlich". Die Be-
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Der Sprecher des Olympischen Eides.
Willy Bogner, der Deutsche Meister im Skilauf 1936, wird heute zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele den Olympischen Eid vorsprechen.
fürchtungen eines Schneemangels sind zerstreut worden. Das ganze Gebiet ist in einen dicken weißen Mantel eingehüllt. Jedermann, einschließlich der japanischen Mannschaft, trägt jetzt den grünen bayerischen Trachtenhut mit der Adlerfeder oder den Gamsbart. Die Frauen haben sich Sportkleider zugelegt, die den bayerischen Jägerjoppen nachgeahmt sind. Das olympische Skistadion mit seiner
riesigen Sprungschanze, von der Sprünge bis zu 90 Meter ausgeführt werden können, ist als eines der besten der Welt anerkannt. Das Problem der Unterbringung von Taufenden von Besuchern ist in meisterhafter Weise gelöst worden. Man hat Betten für 15 000 Menschen gefunden und Vorbereitungen für die tägliche Ausgabe von 300 000 Mahlzeiten getroffen.
Der Beginn der Feier.
Oie Rede des Präsidenten des Organisationskomitees.
Garmisch-Partenkirchen, 6. Febr. Heute morgen um 11 Uhr begann die Feier der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 1936. Das Skistadion sah aber Tausende von Gästen aus aller Welt versammelt. Nach den ersten Klängen der Musik erfolgte der Einmarsch der Nationen, der Einmarsch der Kämpfer, die um den Olympischen Lorbeer ringen werden. Der Führer und Kanzler Deutschlands, Adolf Hitler, wohnte dem großen Eröffnungszeremoniell bei.
Or. Ritter von Halt,
der Präsident des Organisationskomitees für die IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen, richtete an den Führer und Reichskanzler, an den Herrn Präsidenten und die Kameraden des Internationalen Olympischen Komitees, sowie an die Olympischen Gäste folgende Ansprache:
„Mein Führer! Herr Reichskanzler! Herr Präsident und meine Kameraden des Internationalen Olympischen Komitees! Olympische Gäste!
Es ist mir eine hohe Ehre und eine besondere Freude, Sie im Namen des Organisationskomitees für die IV. Olympischen Winterspiele 1936 auf das herzlichste willkommen zu heißen!
Das Organisations-Komitee hat in engster Zusammenarbeit mit allen zuständigen Behörden und insbesondere mit dem Bürgermeister unseres Olympia-Ortes Garmisch-Partenkirchen mit Begeisterung alle Maßnahmen getroffen, um den Spielen einen würdigen Rahmen zu geben, getreu dem Olympischen Protokoll, getreu dem olympischen Geist, der uns alle beseelt.
Und nun sind Sie, meine olympischen Gäste, hier im größten Skistadion der Welt 'versammelt, um den Weiheakt der Eröffnung der Spiele zu begehen.
Die Vertreter von 28 Nationen der Erde mit ihren besten Kampfern stehen vor Ihnen und erwarten den woht von uns allen schon seit langem ersehnten Augenblick, in dem das Zeichen zum Beginn des olympischen Kampfes gegeben wird. Sie treffen sich in blühender Jugendkraft zu ritterlichem Wettstreit und guter Kameradschaft. Sie geben ihr Bestes für den Sieg ihrer Farben. Sie sehen hier alles ein zum Ruhme des Sports, zur Ehre ihrer Nation.
Jrn olympischen Kampfe sind und bleiben die Kämpfer Freunde, sie ehren die Worte des Begründers der modernen Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, den wir hier in dieser weihevollen Stunde grüßen, wonach nicht der Sieg, sondern die ehrenvolle Teilnahme an den Spielen das Wichtigere ist, wonach es nicht auf die Tatsache des Kampfes sondern auf die Art des Kämpfens an- kommt.
In wenigen Minuten wird die Flagge mit den fünf ineinandergeschlungenen Ringen, unsere Olympische Flagge, das Symbol der Verbundenheit aller Nationen, gehißt. In wenigen Minuten flammt oben vom Turm das Feuer auf und leuchtet weit ins Werdenfelser Land hinein. In wenigen Minuten erklingt die Olympische Hymne, das Lied der Gemeinschaft der Nationen. Und dann tönt es in die ganze Welt hinaus, daß die IV. Olympischen Winterspiele ihren Anfang genommen haben.
Die Kämpfer der Nationen schwören den Olympischen Eid, daß sie in sportlicher Begeisterung und als ehrliche Sportsleute und gute Kameraden getreu dem Olympischen Gesetz mit aufrichtiger Einsatzbereitschaft und idealer Hingabe um den Sieg kämpfen werden.
In dieser feierlichen Stunde ist es mir ein besonderes Bedürfnis, allen meinen Mitarbeitern, allen meinen Kameraden, die sich um die Vorbereitung der Spiele in jahrelanger uneigennütziger Arbeit verdient gemacht haben, herzlich zu danken. Sie find meine Bürgen für das gute Gelingen unseres großen Werkes. Mit freudiger Genugtuung begrüße ich auch Sie, meine lieben Mitarbeiter, als Ehrengäste in unserem Olympia-Ort Garmisch- Partenkirchen.
Ferner danke ich allen hier vertretenen Nationen für die noch niemals so zahlreich gewesene Beschickung olympischer Winterspiele. Ich betrachte Ihre Anwesenheit als erfreuliches Zeichen Ihrer engsten Verbundenheit mit der hohen weltumspannenden olympischen Idee
wir Deutschen wollen der Welt auch auf diese
weise zeigen, daß wir die Olympischen Spiele getreu dem Befehl unseres Führers und Reichskanzlers zu einem wahren Fest des Friedens und der aufrichtigen Verständigung unter den Völkern gestalten werden
Und nun, meine lieben, braven Kameradinnen und Kameraden aus aller Welt, rüstet euch zum edlen olympischen Kampf und zum frohen Spiel. Olympia Garmisch-Partenkirchen beginnt!
Ich bitte Sie, mein Führer, als Schirmherr die IV. Olympischen Winterspiele 1936 für eröffnet zu erklären!
(Fortsetzung des Berichts in der morgigen Ausgabe.)
Gin Olympia-Ehrenzeichen.
Stiftung des Führers für Verdienste um die Olympischen Spiele 1936.
Berlin, 5. Febr. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird eine Verordnung über die Stiftung eines Ehrenzeichens für Verdienste um die Olympischen Spiele 1936 veröffentlicht, die die Unterschriften des Führers und Reichskanzlers sowie des Reichs- Ministers des Innern Frick trägt. In der Verordnung heißt es:
Zum sichtbaren Ausdruck meiner Anerkennung und des Dankes des deutschen Volkes für Verdienste
A. Deutscher- erster MoFe
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UM die Deutschland übertragenen Olympischen Spiele 1936 stifte ich das „Olympia-Ehren- z e i ch e n". Das Ehrenzeichen wird in zwei Klaffen verliehen.
Die erste Klaffe ist ein aus fünf Balken bestehender weiß emaillierter goldumrandeter Stern, der von fünf goldenen gerieften Strahlen unterbrochen ist. Die Mitte des Sternes trägt d i e fünf o l y m p ifchen Ringe in weißer goldumrandeter Emaille. Heber dem oberen Strahl schwebt mit ihm verbunden das Hoheitszeichen des Reiches gleichfalls in weißer goldumrandeter Emaille. Das Ehrenzeichen wird an einem fünf Zentimeter breiten ziegelroten, schwarzumrandeten, in der Mitte von fünf weißen Streifen durchzogenen Band am Halse getragen.
Die zweite Klasse ist von gleicher Form und Ausführung wie die erste Klasse, jedoch etwas kleiner, und wird an einem drei Zentimeter


