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6.2.1936
 
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Oer Mord in Davos

Eine Erinnerung an Wilhelm Gustloff

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Die Schweiz sagt strenge Bestrafung zu

Der deutsche Gesandte bei Bundesrat Motta.

Das gesamte deutsche Volk steht erschüttert unter dem Eindruck des furchtbaren Mordes, der in Da­vos an dem nationalsozialistischen Landesgruppen­leiter Wilhelm Gustloff von einem Juden namens David Frankfurter aus politischer Rachsucht ver­übt worden ist. Wieder ist ein aufrechter deutscher Mann, der den Mut hatte, sich offen zur natio­nalsozialistischen Weltanschauung zu bekennen, ein Opfer seiner idealistischen Gesinnungstreue gewor­den. Ueberall in der Welt, wo es anständige Men­schen gibt, die nicht von irgendwelchen Phrasen ver­hetzt und geblendet sind, wird das tragische Ende dieses Mannes aufrichtig betrauert werden. Die allgemeine Entrüstung über diese verabscheuungs­würdige Tat ist umso größer, als Wilhelm Gust­loff, der dem fremden Besucher wehrlos und un­geschützt entgegentrat, ohne von seinen feindseligen Absicht eine Ahnung zu haben, heimtückisch nieder­geschlossen wurde. Wer von den politischen Gegnern des Nationalsozialismus im Ausland könnte in An­betracht dieses Mordes den traurigen Mut haben, sich auf die Seite des Verbrechers zu stellen? Wie­der einmal sind die Folgen jener Hetze klar zutage getreten, die in gewissen ausländischen Zirkeln mit aller Sorgfalt und raffiniertester Bewußtheit orga­nisiert wurde: eine Hetze, die unter dem Deckmantel verlogenerdemokratischer" undpazifistischer" Re­densarten immer mehr um sich gegriffen hat.

hätte, offensichtlich den Boden für den fei­ge n Mord vorbereitet Jabe. Bundesrat Motta gab seinem Bedauern über die Tat er­neut lebhaften Ausdruck und versicherte auf das nachdrücklichste, daß seitens der Schweiz alles geschehen würde, um die verabscheuungswürdige Tat aufzuklären und den Mörder seiner g e - rechten Strafe zuzuführen.

Ein Mitglied des Bundesrates er­klärte dem Vertreter des DNB., daß er über den Mord auf das allerschwerste betroffen sei. Durch die vielen Angriffe sei Gustloff unrecht geschehen. Gust­loff hätte selbst schon persönlich im Bundeshaus zu tun gehabt, und man hätte den Eindruck gewonnen, daß er sich durchaus an die vom Bundesrat auf­gestellten Richtlinien halte, absolut ehrlich vorgehe und sich keinerlei Spitzeleien gegevoie Schweiz zu Schulden kommen lasse. Die Haltung der marxistischen Presse und eines Teiles der bürgerlichen Presse, die in ihren Angriffen ständig die Ausweisung Guftloffs verlangt habe, sei sehr bedauerlich. Der Bundesrat sei aber dieser Forderung nicht nachgekommen, da keinerlei Grund z u einer Ausweisung bestanden habe. Der Bundesrat verurteile die Tat wegen ihres verwerflichen Charakters und der damit verbunde­nen Trübung der zwischenstaatlichen Beziehungen auf das energischste. Der Bundesrat lege stets den größten Wert darauf, die Beziehungen mit den Nachbarländern korrekt und freundschaftlich zu ge­stalten, ungeachtet der verschiedenartigen politischen Einstellung. Die schweizerische Regierung sei stets bemüht, die Regierungsgrundlagen genau einzu- halten.

Dieses ruchlose Verbrechen ist zweifellos aus jener Atmosphäre geboren worden, die durch eine verantwortungslose Hetze entstanden ist. Die mora­lische Verantwortung für diesen Mord werden vor allem jene tragen müssen, die nicht müde werden, gegen die nationalsozialistische Weltanschauung mit den gemeinsten und skrupellosesten Mitteln unter­irdisch zu wühlen. Der Mann, der den national­sozialistischen Landesgruppenleiter ermordete, wollte mit seinen Schüssen die nationalsozialistische Ge­sinnung ins Herz treffen, jenen kämpferischen Idea­lismus erschlagen, der sich durch eine grandiose ge­schichtliche Entwicklung tausendmal siegreicher und stärker erwiesen hatte, als die verbrecherischen In­trigen und Haßgelüste einer innerlich hohlen und immer mehr in sich zerfallenden Welt. Wenn der Mörder bedacht hätte, daß die nationalsozialisti­sche Bewegung nicht zuletzt durch die ethische Kraft ihrer Blutopfer unüberwindlich geworden ist, hätte er sich vielleicht diese Tat überlegt. Wilhelm Gustloff ist zwar tot, aber sein Geist wird solange leben, als es eine nationalsozialistische Bewe­gung gibt. Nicht nur das deutsche Volk ist von Empörung über dieses Verbrechen erfüllt, sondern die gesamte Kulturwelt, soweit sie noch einen Fun­ken menschliches Gefühl besitzt.

Berlin, 5. Febr. (DNB.) Ein Deutscher, der gerade jetzt aus der Schweiz zurückgekommen ist, und der dort in nähere Berührung mit dem Lan­desgruppenleiter Gustloff getreten war, schildert in folgenden Zeilen den auf so ruchlose Art er­mordeten Parteigenossen. Dor wenigen Tagen noch habe ich Wilhelm Gustloff in seinem Heim in Davos, das zugleich seine Arbeitsstätte war, ge­genübergesessen. Seine Gattin, von der er sagte, daß sie ihm nicht nur die beste Lebenskameradin, sondern

Der nationalsozialistische Landesgruppenleiter der Schweiz, Wilhelm Gustloff. (Scherl-M.)

auch eine unermüdliche und tapfere Mitkämpferin sei, umhegte ihn und veide sprachen von dem Glück, das für sie in der Arbeit für den Führer und in ihrer Ehe läge. Die meisten ihrer deutschen Partei­genossen in der Schweiz kannten sie persönlich; mit vielen verband sie gemeinsame Erlebnisse und mit glücklichem Stolz sprachen sie davon, daß das Win­terhilfswerk und die Opferbereitschaft begüterter Deutscher in der Schweiz sie in die Lage versetzt hatte, in so vielen Fällen zu helfen.

Das Schönste, was er besäße, sagte Wilhelm Gust­loff, sei das Bild des Führers mit der Wid­mung aus der Zeit vor der Machtergreifung. Bei­nahe so sehr sei ihm ein schlichtes Schnitzwerk ans Herz gewachsen. Dies Schnitzwerk stelle einen Bergmann dar, der aus der Grube heim kommt und an dem fein kleines Töchterchen glücklich empor» springt. Liebevoll nahm Gustloff die hölzerne Pla­stik, stellte sie vor uns auf und gab mir ein G e - dicht zu lesen, das mit ihr aus Deutschland ge­kommen war. Es war eine Danksagung an i d n für eine große Sendung von Rocken und an­deren Kleidungsstücken, die mit der Hand von Deut­schen in der Schweiz hergestellt waren und a n Bergleute in einem der ärmsten deutschenBerg-

charakterisierte, machte er sich schon jetzt seine Aus« Zeichnungen für die Ortsgruppen, und für alle Ver­anstaltungen wollte er neue, schöne Ideen verwirklichen. Bei der Unterhaltung hierüber sagte er lächelnd, selbst seine Frau könne ihn nicht dazu bewegen, sich einen neuen Mantel zu kaufen, denn vorläufig brauche er sein Geld für die Bewegung und für seine notleidenden Parteigenossen. Er brauche nichts anderes vom Leben, als was es ihm geschenkt habe, seinen Führer und seine Frau.

Schweizer preffestimmen.

Bern, 5. Febr. (DNB.) Zu der Ermordung des nationalsozialistischen Landesgruppenleiters Wilhelm Gustloff in Daoos schreibt dieNeue Zürcher Zeitung": Der Mörder Gustlosss, David Frank­furter, habe nach feinen eigenen ersten Aussagen das Dritte Reich treffen wollen, dessen Staatsform ihm verhaßt sei. Aber wie sinnlos blind erscheine das Zeigen solchen Hasses in der Seele eines Men­schen, wenn es ihn dazu führe, kaltblütig einen Fremden niederzuschießen, dem er selbst fremd sei und den er nur deshalb zum physischen Tode verurteile, weil er in ihm ein politisches Sy­stem moralisch verurteilen wolle. Womit immer Frankfurter feine Tat zu erklären versuchen möge, für die schweizerischen Rechtsaesühle bleibe der Mord, auch der politische Moro, ein Verbre­chen, das aus tiefstem Herzen verab­scheut und mit der Schärfe des Gesetzes verfolgt werden müsse. So werde es auch hier geschehen.

Der BernerB u n d" äußert sich wie folgt: Eine Tat, auf schweizerischem Boden begangen, aber nicht aus dem Geist unseres Landes heraus, ver­gleichbar der Ermordung Wo rowskis durch Conradi, der freilich schweizerischen Stammes, aber in Rußland aufgewachsen und geistig geprägt wor­den war. Hier wie dort nimmt einer Rache an einem einzelnen Menschen wegen des Systems, das er vertritt. Hier wie dort entspringt die Tat Krei­sen, die jenem System besonders gram zu sein Grund haben. Seine jugoslawische Staatsangehörig­keit hat ihn zweifellos persönlich dem Wirken des deut­schen Regierungssystems entrückt, sie könnte aber die Frage nahelegen, ob der Täter mit den jugoslawi­schen Terroristengruppen zu tun hatte, denen am 9. Oktober 1934 König Alexander und Barthou zum Opfer fielen. Gustloff fällt nicht wegen dessen, was er persönlich tat und zu vertreten hatte, sondern einem politischen Mord zum Opfer. Die furchtbare Tat wird überall in der Schweiz nach Gebühr verurteilt.

DieBasler Nachrichten" schreiben: Die Kunde von der Ermordung Gustlofss auf Schweizer Boden wird in allen Kreisen unseres Volkes aroße Empörung Hervorrufen. Der Bundesrat hat die Tätigkeit Gustlofss durch die Organe seines Justiz- und Polizeidepartements andauernd beobach­ten lassen, hat auch Gustloffs BlattDer Reichs-' deutsche" verboten, hat sich aber nicht veranlaßt gesehen, Gustloff auszuweisen. Daraus ist zu schlie­ßen, daß dieser d i e Gesetze unseres Lan­des geachtet hat. Aber wenn er sie auch nicht geachtet hätte, so hätte das einem Landes- fremden noch lange nicht das Recht ge­geben, einen meuchlerischen Anschlag gegen Gustloff auszuüben. Einstweilen sind die Bun­des- und Kantonsbehörden noch Meister in der Schweiz und nicht ausländische Fanatiker. Nach den vorliegenden Berichten scheint es übrigens auch gar nicht, daß der Täter sich speziell an Gustloff hätte rächen wollen. Seine Tat war eine Kundge­bung gegen den deutschen Nationalsozialismus im allgemeinen und vielleicht auch gegen den natio­nalsozialistischen Antisemitismus im besonderen, und zwar eine feige Kundgebung. David Frankfurter hat si ch nicht nach Deutschland getraut, sondern hat das Schweizer Gastrecht schmählich mißbraucht, um seinen Haß aus­zutoben, das Schweizer Gastrecht, das nicht nur Gustloff, sondern auch ihm gewährt wurde. Wir hoffen, daß ihm für seine Schandtat die ganze Strenge der graubünbener Strafjustiz treffen wird.

DieN a t i o n a lz e i t u n g" schreibt u. a.: Die Tat rufe in ihrer Sinnlosigkeit und ihrem demon­strativen Charakter den Mord an den Sowjetvertre­ter Worowski in Erinnerung. Für die fanatische Leidenschaft eines solchen Täters sei die verbreche­rische Sinnlosigkeit nicht faßbar. Er vermag auch das Unrecht, das er dem gemeinsamen Gastlands von Mörder und Ermordeten und-dessen Rechtsord­nung zufügt, nicht zu empfinden. Das Blatt ent­blößet sich dann nicht, gehässige Angriffe gegen Gust­loff zu richten und den Bundesbehörden den Vor­wurfunbegreiflicher Duldsamkeit" gegenüber der Tätigkeit Gustloffs zu machen. Aehnlich äußert sich dann auch die marxistischeArbeiterzeitun g", die es für angemessen hält, von einem gewöhnlichen Kriminalfall zu sprechen, zu dem Deutschlandnichts zu melden" habe. Das sozialdemokratischeVolks- red) t" schreibt:Gustloff ist tot, durch einen aus­ländischen Studenten der gleichen Nation zugehörig, wie die Mörder König Alexanders und des Präsi­denten Barthou. Diesmal ist eine Schweizer Stadt Ort des Dramas, ift unfer Land befleckt durch Methoden politischen Mordes, die wir von jeher scharf verurteilen und als Ver­brechen empfinden, auch dann, wenn sie einen Geg­ner wie Gustloff treffen. Wenn jemand Ursache hat, über den Moro von Davos empört zu fein, dann die Schweizer insgesamt ohne Unterschied der Par­teien."

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Veranstaltungen des Reichsverbandes jüdischer Kultur­bünde bis auf weiteres verboten.

Berlin, 5. Febr. (DNB.) Nach der Ermordung des Landesgruppenleiters der NSDAP, für die Schweiz Wilhelm Gustloff durch den Juden David Frankfurter in Davos hat der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda sämtliche Ver­anstaltungen des Reichsverbandes jüdischer Kultur­bünde in Deutschland bis auf weiteres ver­boten, um etwaigen Zwischenfällen vorzubeugen.

Weitere Beileidstelegramme.

Berlin, 5. Febr. (DNB.) Reichsaußenminister Frhr. von Neurath sandte an die Witwe des Landesgruppenleiters der NSDAP, in der Schweiz, Gustloff, Daoos, folgendes Telegramm:Die Nachricht von dem verabscheuungswürdigen Ver­brechen, dem Ihr Gatte zum Opfer gefallen ist, hat mich tief erschüttert. Es drängt mich, Jynen meine aufrichtigste Anteilnahme zu dem schwe­ren Verlust, den Sie erlitten haben, auszusprecken. Die Reichsdeutschen in der Schweiz verlieren in bent

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baugebiete als Winterhilfe verteilt wor­den waren. Einer dieser Bergleute hatte in monate­langer Arbeit nach seinem Tagwerk im Schacht die Szene in Holz geschnitzt, wie fein Töchterchen ihm entgegenkommt und strahlend ihm sagt, daß sie nun endlich ein neues Kleidchen habe und daß dieses Kleidchen von den Landsleuten in der Schweiz ge­kommen sei.Für kein Kunstwerk in der Welt würde ich diese Schnitzerei hergeben. Es ist der schonste Lohn für unsere Arbeit, die wir tun dür­fen für Adolf Hitler."

Wir sprachen davon, daß Wilhelm Gustloff eines Tages vielleicht auf einem bedeutenden politischen Posten in der Heimat gebraucht werden konnte. Selbstverständlich", sagte er,würde ich hingehen, wohin mich der Führer befiehlt. Aber es würde mir weh tun, hier meine Volksgenossen verlassen zu müssen, denn ich glaube, ich kann ihnen noch viele Dienste leisten und vieles geben." Er sei selbst als Kranker nach Daoos aefommen, erzählte er, habe hier in einer Landschaft, die er dankbar liebe, seine Gesundheit wiedergefunden und könne auch so recht die kranken Deutschen verstehen, ihnen helfen und so das Seine auch für ihre Gesundung beitragen, soweit das möglich sei neben den Mitteln der Aerzte.

Wie nötig herzliche Worte und ein kamerad­schaftlicher Händedruck manchmal seien, schilderte er dann an einem (Erlebnis. Eines Abends zu Weihnacht oder zu Silvester hätte man ihn i n d i e deutsche Kriegerheilstätte gerufen, weil die Kameraden in ihrer kranken Einsamkeit nach ihm verlangten. Er sei natürlich sofort hin- gegangen, hätte zu ihnen von der Heimat gespro­chen und von der Dankbarkeit der Deutschen ihren Frontsoldaten gegenüber, von dem Vorbild, das sie der jungen deutschen Generation seien und von der Pflicht, die sie hätten, ihre Fronterlebnisse als ein heiliges Vermächtnis der Jugend weiterzugeben. Er fei von Bett zu Bett gegangen, hätte den am schwersten Kranken die Hände gedrückt und in die Augen geschaut, und er glaube, daß er Lebenskraft und Lebensfreude habe geben können, er habe jedenfalls seine Pflicht getan.

So war Wilhelm Gustloff ein sorgender, väterlicher Kamerad von vielen und weit mehr als gemeinhin ein Mensch hat er herzliche Dankbarkeit empfangen. Nicht zuletzt hat er vielen deutschen Schülern in Daoos, (Eltern, Brüder und Schwestern ersetzen müssen und ersetzen kön­nen. Zu ihm kamen die Jungen mit ihren Alltags­sorgen, mit ihren Krankheitssorgen, mit ihren Examensnöten und mit ihren Sorgen um Heimat und Vaterland. Noch vor kurzem, so erzählte er, seien Abiturienten bei ihm gewesen und hätten ihn gebeten, doch während der Prüfung anwesend zu fein; denn wenn er dabei wäre, seien sie viel ruhi­ger und sicherer, sie seien gewiß, wenn sie ihn an­schauen konnten und er ihnen Mut mache, dann würden sie es schaffen. Daß Wilhelm Gustloff ihnen versprach, dabei zu sein, war nur selbstverständlich. Seine Pläne, die nun seine letzten gewesen sind, galten schon wieder den Feiern der Deut­schen draußen zum 1. Mai. In der rühren­den, sorgsamen und edlen Art, die diesen Mann

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rung und auch König Carol von Rumänien. Man habe in Paris daher schon am Samstag Litwinow mit höflichen Worten zu verstehen gegeben, daß er sich nicht weiter bemühen solle; am näch­sten Tage sei er dann auch nach Moskau abgereist.

Oie Größe der Schlachtschiffe.

Britisch - italienische Flotteubesprechnngen.

London, 5. Febr. (DNB.) Wie Reuter meldet, fanden am Mittwoch Besprechungen zwischen der britischen und der italienischen Flot­tenabordnung statt, die sich auf die Frage bezogen, wieweit Italien in der Frage der T v n - nagebegrenzung der Schlachtschiffe auf Seiten Frankreichs steht, das erklärt hat, die Schlachtschifftonnage müsse auf 27500 Tonnen begrenzt werden. Man sei der Ansicht, daß Frankreich angesichts der Wahlen nur nach langem Kamps" dem sehr teueren 35000-Ton- n e n - S ch l a ch t s ch i f f zustimmen könne. Falls Italien dem französischen 27 500-Tonnen-Schlacht- schiff zustimme, würden England, Frankreich und Italien sich gemeinsam für diese Schlachtschifs- aröße einsetzen, so daß Amerika mit dem Vor­schlag eines 35 OOO-Tonnen-Schlachtschiffes allein bleibe. Es sei dann wahrscheinlich, daß Amerika einer Große von 30000 Tonnen zustimmen würde.

Gegen den Bolschewisten­terror in Mexiko.

Große Protestkundgebung von Arbeit­gebern und freien Gewerkschaften.

Mexiko, 5. Febr. (DNB.) Das Ueberhandneh- men der kommunistischen Hetze in der größten In­dustriestadt Mexikos, Monterey (mit 132 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Mexikos) im Staate Nuevo Leon, veranlaßte die dortige Arbeit­geberorganisation, gemeinsam mit den freien Ge­werkschaften zu einem zweitägigen Brote st aus- ft a n b aufzurufen, der als große Kundgebung ge­gen den Kommunismus gedacht ist. Da die Kommu­nisten eine Gegenkundgebung planen, werden Zu­sammenstöße befürchtet. Die Stadt steht unter M i - 1 itärschutz. Am Dienstagabend zertrümmerten 500 Kommunisten die Lichtreklame der Zeitung El Porvenir" und wollten in das Gebäude ein­bringen. Als Truppen herannahten, ergriffen sie die Flucht. In einem Telegramm an Bundespräsident Cardenas erklärte die Arbeitgeberorganisation, die Kommunisten drohten offen, die jetzige Regierungs­form durch eine bolschewistische Diktatur zu ersetzen.

Der Proteststreik begann mit einer großen Kundgebung, an der sich 60 000 Personen be­teiligten. Der Streik wird unterstützt von 42 freien Gewerkschaften. Die Kundgeber führten National-Flaggen mit und fangen die Na­tionalhymne. Hochrufe auf Mexiko wechselten ab mit Rusen wieWir sind Mexikaner und keine Sowjetrussen!". Die Kundgebung ver­lies ohne Störungen, da der Wehrkreiskommandant General Almazan die Ordnung aufrecht erhielt. Die Menge zog vor das Gebäude des Gouverneurs und verlangte eine klare Stellungnahme des Gouverneurs zu der kommunistischen Hetze. Der Gouverneur teilte aber lediglich über den Innen­minister mit, daß die Behauptungen von dem Vor­handensein einerRoten Welle" unwahr seien. Die Bildung der freien Gewerkschaften habe den Anlaß zur Beunruhigung gegeben. Der Gouverneur mußte aber zugeben, daßeinige rote Wühler" am Werk sind.

Oerprozeß der Königsmörder von Marseille.

Paris, 5. Febr. (DNB.) Vor dem Schwurge­richt in Aix-en-Provence begann zum zweiten Mal der Prozeß gegen die drei Kroaten Kra 1 j, Raitsch und Pospischil, die der Mittäter­schaft an der Ermordung des Königs Alexander von Jugoslawien und des französischen Außenministers Barthou beschuldigt sind. Der erste Prozeß mußte schon nach VMägiger Prozeßdauer unterbrochen werden, nachdem es zu dramatischen Auseinander­setzungen zwischen dem Verteidiger und dem Ge­neralstaatsanwalt gekommen war. Die Verteidi­gung der drei Angeklagten hat jetzt der Vorsitzende der Pariser Rechtsanwaltskammer, Rechtsanwalt Saint 2luban, übernommen.

Die Mittwoch-Verhandlung war dem. Verhör des Angeklagten Kralj gewidmet. Kraft leugnete, daß ihm die Ankunft des Königs Alexan- der in Marseille bekannt gewesen sei, gab aber zu, daß er von einem Manne namens Peter zwei Revolver und Handgranaten erhal­ten habe. Er habe geglaubt, daß er diese Waffen irgend jemand in Kroatien hätte abliefern sollen. Weder Peter noch Kwaternik hätten ihn angewie­sen, sich den Befehlen von Kaiemen (des eigent« lichen Königsmörders) unterzuordnen. Sie hätten ihm lediglich gesagt, daß er Kalemen folgen solle. (Er selbst fjabe nicht schießen wollen, weil auf der Straße zu viele Menschen gewesen seien, so baß also Unschuldige hätten getroffen werden kön­nen. Im übrigen habe er erst in diesem Augenblick durch Kalemen erfahren, daß es sich darum handele, den König zu töten. Kraft gibt bann weiter an, sich von Kalemen getrennt und im Autobus von Marseille nach Aix gefahren zu sein. Er habe sich dort in sein Hotel begeben, die Granaten und ein Revolver unter das Kopfkissen gelegt und sei in einem Taxi nach Avignon geflüchtet. Er sei schon in Aix gewesen, als der Anschlag begangen worden sei, was ihm der Gerichtspräsident jedoch mit Bestimmtheit abstreitet. Kraft legte ein politi­sches Glaubensbekenntnis als Kroate ab und er­klärte, daß er nur ein politisches Ziel verfolgt habe. Er bedauerte, daß Barthou bei dem Anschlag mit ums Leben gekommen sei, ob­wohl er von den Ustaschis nicht zum Tode ver­urteilt worden sei. Auch Kalemen hätte ihn nicht töten wollen.

Kleine politische Nachrichten

König Gustaf von Schweden, der auf der Durchreise nach dem Süden in Berlin weilt, stattete d e m Führer und Reichskanzler einen persönlichen Besuch ab.

Die Königin der Niederlande und ihre Tochter P r i n z e f s i n I u l i a n a, die sich zur Zeit in Jgls oberhalb Innsbrucks aufhalten, werden von dort aus die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen besuchen.

Bern, 5. Febr. (DNB.) Auf die Nachricht von der Ermordung des Landesgruppenleiters Gustloff hat ber deutsche Gesandte in Bern feinen Urlaub abgebrochen und ist sofort nach Bern zurückgekehrt. Bereits bei seiner Ankunft fand er ein Schreiben des Leiters des eidgenössischen politi­schen Departements Bundesrat Motta vor, in dem dieser namens ber schweizerischen Regierung tief ft e Bestürzung über bas verabscheuungs- mürbige Verbrechen äußert. Der feige Anschlag bes Täters müsse in ber Schweiz überall lebhafte Entrüstung ausjöfen. Die eidgenössische Regie­rung sei aufs schwerste betroffen von einer Tat, deren Ruchlosigkeit eine Beleidigung ber Tradition ihres Landes bedeute. Das Schreiben schließt mit dem Ausdruck des Bedauerns und der Bitte, der Witwe des Verstorbenen das tief empfundene Beileid der schweizerischen Regie­rung zu übermitteln.

Der Gesandte hat Bundesrat Motta aufgesucht, ihm für sein Beileid gedankt und hat im Auftrage der Reichsregierung ftrengfte Untersuchung des Attentats, dessen politische Motive nicht zweifelhaft seien, auch bezüglich eventueller Hin­termänner bes Mörders, gefordert. Er hat hierbei auf den großen Ernst der Angelegenheit hingewiesen und der Erwartung Ausdruck gegeben, baß die schweizerischen Behörden alles zur Aufklärung und Sühne des Verbre­chens Erforderliche tun würden. Der Ge­sandte hat ferner daran erinnert, daß die Hetze, die die schweizerische Linke seit vielen Monaten i n ber Presse gegen den Landesgruppenleiter Gustloff trotz wiederholter Warnung des Gesandten geführt und sogar in das Parlament getragen