Ausgabe 
5.10.1936
 
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Der Reichs-Tierschutzbund fordert deshalb alle Volksgenossen auf, jede derartige Vernachlässigung eines Haustieres unnachsichtlich beim Orts-Tier- schutzverein, oder bei der zuständigen Polizeibehörde zur Anzeige zu bringen. Jedermann ist hierzu be­rechtigt.

Führerratssitzung des Kreisverbandes 0it^<n der freiwilligen Feuerwehren.

Der Führerrat des Kreisverbandes war am Samstag im Caf6 Ebel zu einer Sitzung einbe­rufen. Kreisfeuerwehrführer Bouffier teilte mit, datz durch die gesetzlichen Bestimmungen der amt­liche Vertreter Der Kreisfeuerwehren zugleich auch der Führer des Kreisoerbandes sei und dadurch die Angelegenheiten der Feuerwehren des Kreises in eine Hand gelegt würden. Er dankte dem seitherigen langjährigen ersten Kreisverbandsführer Fritz Wenzel, der die Altersgrenze erreicht hat, für seine im Dienste der Feuerwehren geleistete treue Arbeit. Sei es doch in erster Linie Fritz Wenzel zu danken, daß der Kreisoerband Gießen der Frei­willigen Feuerwehren aus kleinen Anfängen heraus eine für unseren Heimatkreis so wichtige Organisa­tion habe werden können. Für seine im Dienste der Allgemeinheit geleistete langjährige und treue Ar­beit, die hoffentlich noch recht lange den Feuer­wehren erhalten bleiben möge, ernannte er ihn zum Ehrenkreisverbandsführer und über­reichte ihm ein Ehrengeschenk. Dem Kameraden Heinrich B r e i t h e r , der über 12 Jahre das Amt des Schriftführers innehatte, und der auch wegen

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1 y3 Milliarden Reichsmark Nahrungsgüler gehen jährlich in Deutschland durch Verderb verloren. Dieser Betrag entspricht dem Werte der gesamten Lebensmlttetelnfuhr des Vor­jahres. Darum: Reihe auch du dich ein in die Abwehrfront gegen den Verderb. So hilfst du Devisen sparen und die Rahrungsfreiheit des deutschen Volkes sichern.

Erntedankfest im Gau Hessen-Nassau

die

Abende der alten Soldaten

Hessische Trachtengruppen aus dem Vückeberg

Unter Führung unseres Heimatdichters Georg Heß, Leihgestern.

Sonderbericht des Gießener Anzeigers.

Aus dem Kreis Alsfeld.

In Alsfeld wurde am Samstag bereits der Erntekranz in einer kurzen Feierstunde auf dem Marktplatz erichtet. Im Festzug des Sonntags er­freuten besonders die lustigen Schnittergruppen der Jungbauern und -bäuerinnen. Gerade in dieser Nordostecke des Gaues leben zur Zeit wieder eine ganze Reihe alter Bauernbräuche auf. So wurde am diesjährigen Erntedankfest in Kirtorf zum erstenmal wieder der Bauernkönig gekrönt, der der beste Schütze des Dorfes ist und im Festzug hoch zu Roß seine Vasallen und die Bauern anführt. Im nächsten Jahr muß er seine Würde wieder ab­legen, wenn er sie nicht mit Erfolg verteidigt.

Oer Vogelsberg.

Von Schlitz aus marschierten nach dem Staats­akt zwei Marschsäulen in die Orte Bernshau­sen und Sandlofs, um dort gemeinsam das Fest zu begehen. In Lauterbach gehörte der Vorabend ausschließlich der Jugend: Eine 17 Meter hohe Fichte, geschmückt mit bunten Bändern und dem Erntekranz, wurde unter Vorführungen von HI., BDM. und Jungvolk auf dem Marktplatz er­richtet. Am Sonntag, nach dem Festzug und der Uebertragung, hielt Kreisleiter Zürtz eine kurze Ansprache.

Im Kreis Schotten siel besonders aus, daß die nichtbäuerliche Bevölkerung sich äußerst zahl­reich aufs Land begeben hatte, um den Bauern, die durch Feldarbeit abgehalten waren, die Ausschmük- kung der Erntewagen abzunehmen. Aus der Orts­gruppe Eichelsdorf wird gemeldet, daß zwei große Erntewagen, auf dem einen die alten Frauen, auf dem anderen die alten Männer, zum Festplatz fuhren, geschmückt mit humorvollen Sprüchen.

Oie Wetterau.

In Büdingen wurde der Auftakt des Ernte­dankfestes mit der Eröffnung der KunstschauHei­mat im Bild" verbunden. Die neue Flachsrösterei in Stockheim trat im Festzug besonders hervor und zeigte eindrucksvoll die Bearbeitung des so wichtigen Flachses. In Friedberg versammelte man sich in der Turnhalle der Augustinerschule, in Bad-Nauheim in der Trinkkuranlage, während der altertümliche Marktplatz Butzbachs den Ort der Uebertragungsfeier bildete.

NSG. EinEhrentag für unseren Bauern adel", so kann man diesen 4. Oktober 1936 bezeichnen. Zum ersten Male wurden an einem Erntedanktag die alteingesessenen Bauern- und Landwirtsfamilien feierlich geehrt und ausge­zeichnet. Der Gau Hessen-Nassau mit seiner bodenständigen Bevölkerung kann eine ganze Reihe dieser Geschlechter aufweisen, denen im Namen des Landesbauernführers durch den Ortsbauernführer der Heimatgemeinde eine schwere eiserne Gedenktafel überreicht wurde, die Namen und älteste Jahreszahl trägt und am Haus angebracht wird. Diese Familien und Sippen, die eine An- scssigkeit von mindestens 200 Jahren auf dem glei­chen Hof nachweisen müssen, sind wahrhaft der rhein-mainischeBauernadel!"

Neben diesen Bauernehrungen ist der Erntedank­tag 1936 auch im Gau Hessen-Nassau wieder das Fest innigerVerbundenheit vonStadt und Land gewesen. Aus allen Teilen wird reicher Flaggenschmuck und glänzende Beteiligung bei den Uebertragungsfeierlichkeiten gemeldet. In den meisten Orten fand ein Erntefestzug statt, der das harte bäuerliche Leben sinnbildlich darstellte, aber auch zu dankbarer Fröhlichkeit weiten Raum ließ, die in den allerwärs stattfindenden Volksfesten ihren Abschluß fand. Neben diesen Höhepunkten des Erntefestes zeigten die Feiern in den einzelnen Gebieten unseres Gaues viel Eigenartiges und Reizvolles.

Oer Tag in Gießen.

Von derBraunen Messe" her zeigten bereits viele Häuser unserer Stadt auch am gestrigen Ernte­dankfesttag reichen Flaggenschmuck. Außerdem hatte die Stadt in der oberen Bahnhofstraße, vom Bahn­hof her, den bei besonderen Anlässen üblichen Fah­nenschmuck anbringen lassen. Die Gemeinschafts­feier des Erntedankfestes vereinigte die Gießener Ortsgruppe in diesem Jahre auf dem Freigelände neben der Volkshalle bzw. im Schützenhaus und in der Germania. Das Tagungszelt neben der Volkshalle war der Sammelplatz der Ortsgruppen Nord und Mitte, das Schützenhaus war für die Ortsgruppe Süd bestimmt, die Ortsgruppe Ost hatte ihren Platz in der Germania. Die SA. und die HI. marschierten geschlossen zu der Gemeinschafts­feier und wurden dort auf die drei Sammelplätze verteilt. Die Uebertragung der Feier vom Bücke­berg wurde allenthalben mit Spannung verfolgt, ganz besonders die Rede des Führers, die bei den vielen Volksgenossen einen starken Eindruck hinter­ließ. Nach dem freudigen Treubekenntnis zum Füh­rer und Vaterland lösten sich die drei Einzeloer­sammlungen auf, und ein großer Teil der Teilneh­mer begab sich sodann nach dem Gelände derBrau­nen Messe", um sich umzuschauen und anschließend noch einige Stunden in froher Kameradschaft zu verbringen.

3m Kreise Gießen.

Aus einer Reihe von Landorten des Krei­ses Gießen liegen uns bereits Berichte vor, die von einem sehr schönen Verlauf der Erntedankfest­feier in den mit Fahnen reichgeschmückten Orten

Mitteilung machen. Daben wurden vielfach auch althergebrachten Sitten des Altarschmuckes mit den Früchten der Ernte zur Verschönerung der Feier­stunde in den Kirchen angewandt. Der Gemein­schaftsempfang vom Bückeberg vereinigte die Volks­genossen in schönster Harmonie, anschließend blieb man noch in bester Kameradschaft einige Stunden beisammen. Die örtlichen Gesangvereine verschönten die Stunden durch guten Vortrag ihrer Chöre und Volkslieder, ferner kam auch der Tanz und die schöne Kunst des Volkstanzes allenthalben gebüh­rend zu Recht. Bei der fast allenthalben gleichartigen Gestaltung der Feiern müssen war auf den Ab­druck von Einzelberichten aus den Orten verzichten und es bei diesem Sammelbericht bewenden lassen.

der Himmel ein trübes Gesicht machte und leickter Regen einsetzte. Der Autobus brachte die Trachten­gruppe in den ersten Morgenstunden nach dem Bückeberg, wo um 10 Uhr die Generalprobe der an der Feier beteiligten Wehrmachtsteile statt­finden sollte, die aber infolge Nebels und Regens auf 12 Uhr verschoben wurde. Trotz des unfreund­lichen Wetters hielten die am Samstag bereits auf dem Bückeberg weilenden vielen Volksgenossen wacker aus, um sich die Proben der verschiedenen Darbietungen anzusehen. Auch unsere Hessenmädchen zeigten sich tapfer bei der Sache, und als die Trachten- und Spielgruppen zur Probe ihrer Dar­bietungen antraten, waren alle in altgewohnter Frische vortrefflichauf der Scheibe". Nach der Probe verlebten die Teilnehmer der Gruppe im Saale des GasthausesZur Krone" in Hameln bei Gesang und Tanz, zu dem die mitgenommene Dorfmusik fleißig aufspielte, bis zum Eintritt der Dunkelheit frohe Stunden in bester Kameradschaft, bis mit dem Autobus die Heimfahrt in die Quar­tiere angetreten wurde.

Sonntagfrüh um 5 Uhr stand der Autobus wieder bereit zur Fahrt nach dem Bückeberg, wo die Teil­nehmer den langersehnten Augenblick erhofften, den Führer selbst zu sehen und sprechen zu hören. Darüber wird noch besonders berichtet werden.

**DasAuslegenvonBettenundTep° pichen us<v. nach der Straße zu ist nicht gestattet. Bei der Polizeidirektion eintzegangene Beschwerden veranlassen diese Behörde, die Bevölkerung nochmals auf die bestehenden Bestimmungen mit dem Hinweis aufmerksam zu machen, daß die Polizeibeamten an­gewiesen sind, gegen diejenigen Personen vorzugehen, die gegen das Verbot verstoßen.

** Geschäftsjubiläum. In diesen Tagen konnte der Inhaber der Chadesofabrik, Wilhelm Kern, (Plostraße 7), auf ein 25jähriges Bestehen seiner Firma zurückblicken. Der Jubilar gründete fein Unternehmen im Jahre 1911 in Köln und sie­delte 1914 nach Gießen über, um hier das Erfri­schungsgetränk herzustellen. Herr Kern war einer der ersten Hersteller dieses Getränkes und konnte sich in unserer Stadt bald einen ständigen Kundenkreis erwerben.

** Konzert in d e n Kliniken. Es bedeutet für die Kranken der Kliniken immer eine ange­nehme Abwechslung, mit Musik- und Gesangsvor- trägen unterhalten zu werden. So bereitete der hie­sige GesangvereinHeiterkeit" am gestrigen Sonn­tagvormittag unter Leitung von Musiklehrer S ch ä 111 e r durch recht stimmungsvollen Vortrag verschiedener schöner Lieder den Insassen der Chirur­gischen Klinik, der Medizinischen Klinik und der Orthopädischen Klinik eine besondere Freude, wofür ihm herzlicher Dank und Anerkennung gezollt wurde mit dem Wunsche nach baldiger Wieder­holung.

** Verkehrsunfall. Am Samstagvormittag ereignete sich in der Licher Straße ein Unfall. Der 61jährige Heinrich Wenzel, der bei einer hiesi­gen Kohlenhandlung beschäftigt ist, wollte aus Der Straße am Alten Friedhof in die Licher Straße einbiegen. Im gleichen Augenblick kam eine Stra­ßenbahn an, und beide Fahrzeuge stießen zusam­men. Wenzel kam dabei zu Schaden. Er erlitt muthmaßlich innere Verletzungen. Durch die Sani­tätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz wurde der bedauernswerte Mann in die Chirurgische Klinik gebracht.

Amtsgericht Gießen.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde der F. H. M. aus Gießen durch Strafbefehl des Amts­gerichts Gießen zum 30 RM. Geldstrafe, evtl. 6 Tage Gefängnis, verurteilt, weil er auf der Landstraße von Gießen nach Steinbach am 5. Mai gegen 18 Uhr beim Ueberholen eines Radfahrers mit dem von ihm geführten Lastzug derart scharf nach rechts einbog, daß der Radfahrer von dem Anhänger erfaßt und zu Boden geschleudert wurde. Der Beschädiate trug einen Bluterguß am linken Knie, außer Beschädigung seiner Bekleidungsstücke, davon. Die gestrige Hauptverhandlung, die auf Einspruch des Angeklagten hin stattfand, ergab die Schuld des Angeklagten. Das Gericht erhöhte da­her die fr. Zt. ausgesprochene Strafe auf vier- z i g RM., hilfsweise 8 Tage Gefängnis.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleiiung )

Oie alten Artilleristen.

Der Slrtillerieoerein Gießen versammelte sich am Samstagabend zu seinem üblichen Kameradschafts­abend im VereinslokalHessischer Hof". Kamerad­schaftsführer Müller gab den zahlreich versam­melten Kameraden zunächst einen kurzen Bericht über die Tage des Artillerie-Treffens in Köln und gedachte ferner besonders des 75. Geburtstages des Bundesführers des Bundes der deutschen Waffen­ringe und Waffenringführer der ehern, deutschen Feloartillerie, General Frhr. von Matter. Er sprach dann weiter über die kameradschaftlichen Beziehun­gen zwischen den Waffenringen und dem Kyffhäu- ser-Bund und betonte dabei, daß beide gleichberech­tigt nebeneinander stehen und wirken in der Pflege des alten Soldatengeistes, in dessen Ausbreitung und Vertiefung in den Reihen der jungen Generation, besonders auch in der Pflege des Wehraedankens und des Wehrwillens zum deutschen Volke, sowie in der Pflege guter kameradschaftlicher Beziehungen unter allen alten Soldaten und zu der jungen deut­schen Wehrmacht.

Eine längere Aussprache war sodann dem bevor­stehenden Stiftungsfest des Artillerievereins Gießen gewidmet, das am 14. November im Caf6 Leib statt­finden soll und neben einem Militärkonzert und mancherlei geselligen Darbietungen insbesondere die erste Gelegenheit zur Herstellung persönlicher kame­radschaftlicher Beziehungen zu den aktiven Waffen­kameraden unserer Garnison bieten wird. Im Hin­blick auf dieses Treffen zwischen den alten und den aktiven Artilleristen bei gemeinsamer froher Feier wird mit der vollzähligen Beteiligung aller Vereins­kameraden und ihrer Familienangehörigen gerechnet.

Im Anschluß an das gemeinsam gesungene Gieße­ner Artilleristenlied, das in seinem abschließenden

Höhepunkt die Führung des neuen Deutschen Reiches durch den Frontsoldaten A d o l s H i t l e r besonders markant hervorhebt, wurde in alter soldatischer Treue und in frontkameradschaftlicher Verbunden- beit des Führers und Reichskanzlers, des Obersten Befehlshabers unserer Wehrmacht, gedacht, dem das begeisterte Sieg-Heil der alten Artilleristen als Ge­löbnis und Gruß galt.

Wie bei jedem Kameradschaftsabend gewohnt, wurde auch an diesem Abend einer Persönlichkeit, die in markanter Weise Vorkämpfer für den neuen Staat auf völkischer Grundlage war, gedacht. Dies­mal galt das Gedenken dem in unserer engeren Hei­mat besonders bekannten völkischen Vorkämpfer Dr. Böckel, dessen Leben und Wirken der Kamerad­schaftsführer in großen Zügen schilderte, dabei seine Verdienste um die Stärkung des völkischen deutschen Gedankens besonders unterstreichend.

Nach dem offiziellen Teil blieben die Kameraden bei frohem Gemeinschaftsgesang alter Soldatenlieder und in angeregter Unterhaltung noch längere Zeit in bester kameradschaftlicher Verbundenheit beisammen.

Oie ehemaligen 116er.

Bei dem Kameradschaftsabend der ehem. 116er am Samstag imAuerhahn" gedachte der Kame- radschaftsfüh'rer Hans Bill zunächst des ehern. I16er-Landwehr-Ofsiziers, General a. D. Graup, der dieser Tage gestorben ist, widmete dann dem durch einen Verkehrsunfall verletzten langjährigen Fahnenträger Bechtold herzliche Worte der An­erkennung für feine Verdienste um die Kamerad­schaft und übermittelte ihm die besten Wünsche für seine Wiedergenesung. U. a. wurde weiter die Aus­schmückung des Kameradschaftsheimes besprochen, das ein Bild des Gefallenenehrenmals erhalten wird.

In diesem Jahre nahmen wie wir bereits berichteten etwa 50 Trachtenträger aus dem Hüttenberg, dem Schlitzer Land, dem Kreis Bieden­kopf und dem Odenwald unter der Führung unseres oberhessischen Heimatdichters Georg Heß aus Leihgestern an den Darbietungen und an der Spa- üvrbilbung beim Erntedankfest auf dem Bückeberg teil.

Die Autobusse, mit denen bereits am Freitag Landarbeiter-Urlauber und Trachtenträger aus den vorgenannten Gebieten nach dem Bückeberg fuhren, trafen sich in Kassel. Von dort ging die Fahrt über Fritzlar, Karlshafen, die Weser enllang nach H a - mein. Ein Beauftragter der Landesbauernschaft Hessen-Nassau nahm in Hameln die Gemeinschafts- fahrer in Empfang. Anschließend vereinigte man sich im Saale desHameler Hofes" zu einer Kaffee­pause. Sodann hielt die Gruppe unter Leitung un­seres Heimatdichters Georg Heß eine Probe ihrer Darbietungen ab. Nach der Probe fuhren die Trachtenträger mit einem großen Autobus nach den um Hameln herumliegenden Orten, wo sie bei dor­tigen Bauern als willkommene Quartiergäfte herz­lich ausgenommen und sehr gut untergebracht wurden.

Der zweite Tag der Fahrt, der Samstag, brachte den Teilnehmern reiche Abwechslung, wenn auch

Die Wetterauer Heimatschau.

Anläßlich des Bauerntages der Kreis- bauernschaft Oberhessen-West, der mit dem Herbstpferdemarkt verbunden wird, findet vom 10. bis 14. Oktober in Friedberg in der Burg eine HeimatschauBlutund Boden" statt. Sie wird unter dem Leitgedanken stehen: Die Wetterau, ein 7000jähriger bäuerlicher Kul­turboden" und soll zeigen, wie seit vor- und früh» geschichtlichen Zeiten die Menschen sich im Lebens­kampf um die heimische Scholle gemüht haben, und zugleich, wie diese Arbeit die jüngfte Gegenwart mit der fernsten Vergangenheit verbindet. So wird eine Abteilung sich bemühen, die Kulturhöhe der st einzeitlichen Wetterauer Bauern herauszustellen und zugleich chr zähes Ringen um die brauchbarste Form der wichtigsten Bauernge- räte, jene technische Form, die einmal gefunden und erprobt, dann unverändert durch die Jahrtausende weiterlief und höchstens in geeigneteres Material übersetzt wurde. Eine zweite Abtellung soll Mensch und Landschaft in Bildern zeigen, eine weitere bäuerliche Sitte und Brauch- t u m. Auch der Arbeit der Bäuerin soll eine Abteilung gewidmet fein. Sie wird neben ber Flachsbereitung die Weberei, Stickerei, Trachten, Schmuck und Gerät, den bäuerlichen Wohnraum der Vergangenheit und vieles andere bringen. Daran wird sich eine bäuerliche Geräteschau an­schließen, die zunächst eine Reihe alter Geräte bringt, die heute längst außer Dienst gestellt sind. Ergänzt und fortgeführt wird sie durch eine Schau moderner Geräte, die manchen zum besinnlichen Vergleich zwischen einst und jetzt anregen wird. Den Hauptbestandteil wird das Wetterauer Mu­seum in Friedberg liefern, wo feit 20 Jahren auch die Zeugen bäuerlicher Vergangenheit liebe­voll zusammengetragen und erhalten werden.

Kamerad Reitz berichtete über die Tagung der Militär - Kameradschaft Gießen und machte auf einen Anfang November ftattfindenden, für alle alten Soldaten und ihre Angehörigen, besonders auch für die Jugend, bestimmten Lichtbildervortrag aufmerksam. Es wird der Verdunkämpfer, Profes­sor Dr. Kraft, überVerdun" sprechen und eine Reibe von Kriegs- und Friedensaufnahmen von Veroun zeigen.

Kamerad Sanitätskolonnenführer Kratz erzählte seinen aufmerksam zuhörettden Kameraden von sei­nen Erlebnissen bei dem großen Manöver im Vo­gelsberg, bei dem auch seine Mannschaften einge­setzt waren. Besondere Freude löste seine Erzäh­lung über das Zusammentreffen mit dem Führer und Reichskanzler aus, der den salutieren­den Kolonnen, ührer an einem Waldweg, als Kratz dem Wagen des Führers Platz gemacht hatte, freu­dig winkend begrüßte. An einer anderen Stelle traf Kamerad Kratz auf die hohe Generalität, wo er ganz in der Nähe des Generalfeldmarschalls von Blomberg kam und sich längere Zeit im Kreise Der deutschen Offiziere und der ausländischen Attaches aufhielt.

Dieses seltene, für einen alten Soldaten beson­ders erfreuliche Erlebnis veranlaßte den Kamerad- schaftsführer zu einem begeisterten Schlußwort, das in der Freude und dem Stolz auf den Obersten Oberbefehlshaber, den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, der selbst ein Frontsoldat ist, mit dem Treugelöbnis ausklang.

seines vorgeschrittenen Alters aus dem Führerrat ausscheidet, überreichte der Kreisfeuerwehrführer ebenfalls ein Ehrengeschenk für seine in diesen langen Jahren geleistete wertvolle, freiwillige Ar­beit im Dienste des Kreisverbandes. Um auch seine Kraft dem Kreisverband zu erhalten, ernannte ihn der Kreisfeuerwehrführer zum Ehrenmitglied des Führerrats. Ehrenkreisverbandsführer Wenzel dankte dem Führerrat für die Ehrung und ver­sprach auch, so lange er könne, seine Mitarbeit. Eben­so dankte Kamerad B r e i t h e r für die ihm zuteil gewordene Ehrung und versprach ebenfalls seine weitere Mitarbeit Nachdem noch einige geschäft­liche Angelegenheiten beschlossen und besprochen worden waren, dankte der Kreisfeuerwehrführer dem Führerrat für seine Mitarbeit. Zum Schluß gedachte er des Mannes, dem der Aufbau der Feuerwehr zu verdanken fei und schloß mit einem Sieg-Heil" auf den Führer.

H. O. 4604. Der Hausbesitzer ist grundsätzlich be­rechtigt, bei einer Neuvermietung die Miete zu er­höhen. Ist ein Mietzins bereits vereinbart, so sind sowohl Vermieter, als auch Mieter zunächst an den Vertrag gebunden. Beide können jedoch jederzeit dem anderen Vertragstell gegenüber erklären, daß die Höhe des Mietzinses in Zukunft nach den Vor­schriften des Reichsmietengesetzes berechnet werden soll. Diese Erklärung bedarf der schriftlichen Form. Sie hat die Wirkung, daß die gesetzliche Miete (= Friedensmiete + 12 v. H.) von dem ersten Termin ab, für den die Kündigung nach den Vor­schriften des Bürgerlichen Gesetzbuches zulässig sein würde, an die Stelle des vereinbarten Mietzinses tritt.

Kreissägermeister-Taguna.

NSG. Im alten Palais zu Darmstadt sand in Anwesenheit des Landesjägermeisters, Reichsstatt­halter Sprenger, seines Stabsjägermeisters und Der Gaujägermeister von Oberhessen und Nassau eine Arbeitstagung der Jägermeister Des Gaues Starkenburg-Rheinhessen unter Leitung Des Gau­jägermeisters Rausch in Darmstadt statt.

Aus der reichhaltigen Tagesordnung, Die die ver­schiedensten, im Brennpunkt der jagdlichen Jnter- . essen zur Zeit stehenden Fragen behandelte, seien Die Vorträge des Stabsjägermeisters, Forstassessor R o t h m a n n, Prof. Dr. Schmidtgen (Mainz) und Kreisjägermeister Hildebrand (Darmstadt) hervorgehoben. Forstassessor Roth mann sprach über die Abschuhergebnisse bezüglich des männlichen Rehwildes. Er stellte fest, daß der Abschuß im Jahre 1936 schon jetzt den von 1935 ganz wesent­lich übersteigt, ein erfreulicher Beweis für die Ar­beit Der Jägerschaft im Interesse Der Volksernährung.

Gaujägermeister Rausch betonte im Anschluß an diesen Vortrag die außerordentliche Bedeutung des Wildabschusses überhaupt für Nährstand, Forstwirt­schaft und Volksernährung. In diesem Zusammen­hang wies er namentlich auf die Wichtigkeit der richtigen Behandlung des Wildes nach Dem Schuß im Kampf gegen Den Verderb hin.

Prof. Dr. Schmidtgen, Main, sprach danach über den Abschluß Des weiblichen Rehwildes, unter Darlegung der erbbiologischen Fragen beim Wahl­abschuß Des Wildes überhaupt. Kreisjägermeister Hildebrand, Darmstadt, sprach über den Ab­schuß des weiblichen Rehwildes nach den Erfahrun- gen aus der Praxis. Aus den Ergebnissen dieser Tagung wird Der Gaujägermeister Abschußricht­linien in Kürze an die Jägerschaft Herausgebern

Weiterhin wurde über die Fragen des Wild­schadens gesprochen und dabei festgestellt, daß Wildschaden nur in wenigen Kreisen gemeldet und sehr häufig übertrieben worden ist. Wo wirklich Wildschaden in größerem Umfang vorkam, handelte es sich um Schaden von Schwarzwild (Sauen). Es sind Erwägungen zur Bildung einer Wildschaden- Ausgleichskasse wie im Gau Baden zur Minderung Der Schadensersatzpflicht des Pachters und Erhal­tung der Jagdpachten für die betroffenen Gemein­den im Gange.

Der Landesjägermeister, Reichsstatthalter Spren­ger, betonte u. a. die Notwendigkeit der Be­kämpfung des Wildererunwesens, die Bedeutung richtig angelegter Treibjagden und besonders Die Pflege Der KameraDschaft.

Die arbeitsreiche Tagung schloß Der Gaujäger­meister Rausch mit dem Gruß an Den Führer und den Reichsjägermeister, ohne die eine deutsche Jagd in ihrem heutigen Stand nach den Erfahrun­gen Der letzten Zett nicht mehr vorhanden wäre.

Preußen.

kreis Wetzlar.

V Wißmar, 4. Oft. Dieser Tage überflog em großer Schwarm Schneegänse unsere Gemar­kung in der Richtung nach Heuchelheim.

* Frankenbach, 2. Oft. Von der hiesigen Fr auen schäft wurde dem Mitglied Frau He­lene Gerth, geb. Atzert, aus Anlaß der Ge­burt ihres 8. Sohnes eine vollständig ausge stattete Wiege gestiftet. Die hiesige NS.-Frauenschaftsortsgruppe hat für das Winter- hilfswerf 179 Dosen Zwetschen einge­kocht und an die zuständige Stelle abgelieferL