aussprach. „Die Wirtschaft ist für das Volk und nicht das^Volk für die Wirtschaft da."
Mein Führer, uns Bauern eint nicht so sehr die gleiche Art der Berufsarbeit, uns eint nicht so sehr die Zugehörigkeit zur selben Organisation, sondern was uns eint, und Sie finden es, ob Sie hinkom- men in die einfache Stuoe des Bergbauern in den höchsten Bergen, ob Sie hinkommen in das einsame o)aus des Moorbauern in dem tiefsten Moor, ob Sie nach Osten oder Westen kommen, vom Reichsbauernführer bis zum letzten Landarbeiter, uns eint viel stärker als alle äußere Bindung ein Ge- danke und eine Tatsache, das ist die ungeheuer große Liebe zu Ihnen, unserem Führer Adolf Hitler. Wir glauben, dieser Liebe am besten dadurch Ausdruck geben zu können, daß wir als Treuhänder deutscher Heimaterde der Gesamtnation mit ganzem Herzen dienen. Als kleinen äußeren Beweis aber möchte ich Ihnen heute hier namens und im Auftrage des leider erkrankten Reichsbauernführers die Flachsspende des deutschen Bauerntums überreichen. Der Ertrag von 2000 Hektar
Flachs ist es — etwa im Werte von 800 000 RM. — der unentgeltlich und freiwillig mehr angebaut wurde, oft genug nach Feierabend noch bearbeitet und geerntet worden ist: der Ertrag von 2000 Hektar ist es, wofür Deutschland keine Devisen auszuwenden braucht, sondern den wir — das heißt die gesamte deutsche Landwirtschaft — mehr er« z e ugt haben, um ihn als Ausdruck unserer Liebe und Verehrung Ihnen heute zu überreichen. Außerdem haben unsere Frauen und Mädchen in ihrer bestimmt karg bemessenen Freizeit rund 120 00 0 Paar Strümpfe aus eigener Wolle im Werte von rund einer Viertelmillion Reichsmark gestrickt und unseren Soldaten zur Verfügung gestellt.
Reichsobmann Meinberg überreichte dann dem Führer die Urkunde über die Flachsspende des deutschen Bauerntums. Neuer Jubel brach los, als der Führer dann auf die Rednerkanzel trat. Minutenlang hallten brausende Hellrufe über das Feld. Dan endlich konnte der Führer das Wort zu seiner Rede nehmen.
Das deutsche Volk ein Iels der Ordnung, Sicherheit und Stetigkeit.
Die Rede des Führers.
Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen! Deutsche Bauern!
Zum vierten Male treffen wir uns auf diesem Berg. Und wenn ich die heutige Kundgebung überschaue, so kommt sie mir vor, wie eine der vielen Versammlungen der Kampfzeit, da es oft regnete und wetterte und trotzdem Hunderttausende zusammengekommen waren, alle erfüllt von dem einen Gedanken: Wie können wir Deutschland aus der Not, aus dem Elend und der Verzweiflung wieder erlösen?
Vier Jahre sind nun bald seit dem Sieg unserer Bewegung vergangen, und ich spreche vor Ihnen, meine Bauern, kein Geheimnis aus, wenn ich sage, daß diese vier Jahre ebenso reich an Erfolgen, an schönen wie auch an schweren gewesen sind, wie sie aber auch reich an Sorgen waren. Und jeder von Ihnen, der auf seinem Hof sitzt, weiß, daß .kein Jahr vergeht, in dem nicht diese Sorgen über den einzelnen hereinbrechen und auf ihm lasten. Wie oft stehen Sie mit prüfendem Blick vor Ihrem Hofe, sehen empor zu den Wolken und versuchen das Wetter zu erraten, damll Sie Ihre Arbeit auch richtig bestellen. Und es geht im großen nicht anders!
Wir alle sehen um uns in eine dräuende und drohende Welt, sehen dort Unruhe und Unsicherheit, haß und alle Ausbrüche menschlicher Leidenschaften, ja menschlichen Wahnsinns. Und inmitten dieser Welt der Unruhe und der Unrast liegt unser Deutschland eingebettet. Wer könnte von sich sagen, daß ihn diese Zeichen der Umwelt nicht bewegen oder kalt lassen? Jeder von uns empfindet es: die Welt geht vielleicht tragischen Schicksalen entgegen — wir aber stehen mitten in dieser Welt! Deutschland kann sich nicht aus ihr entfernen. Wenn wir aber den Blick in diese Welt richten, dann wissen wir erst recht den Wert unserer inneren Ordnung zu würdigen. Das ist uns allen L-r: Denn heute Europa im Wahnsinn des Bolschewismus versinken würde — niemand könnte uns helfen, wir wären auf uns allein angewiesen. Entweder wir werden dann die Not meistern, oder die Not muh uns überwältigen!
Werden wir uns dabei einer Tatsache bewußt: Wenn in Deutschland einmal die Ernte nur um 20 Prozent sinkt, dann ist das für unser Volk eine Katastrophe. 20 Prozent weniger Getreide würde für unsere deutsche Ernährung von furchtbaren, kaum vorstellbaren Auswirkungen sein. Was Menschen tun können, um eine solche Katastrophe zu vermeiden, das tun wir in Deutschland. Allein, um so mehr empfinden wir darum das Gebot, alljährlich dem zu danken, von dem schließlich diese letzten 20 Prozent abhängig sind. Wir wissen, daß erst die ewige Vorsehung ihre
gnädige Zustimmung geben muß zu dem, was menschlicher Fleiß und menschliche Arbeit zu leisten vermögen. Und deshalb vereinen wir uns an diesem Tage, um dem Herrgott zu danken, daß er die Arbeit eines ganzen Jahres nicht vergeb- l i ch sein ließ, sondern daß uns aus der Arbeit dieses Jahres wieder das tägliche Brot für unser Volk gekommen ist für das folgende.
Wenn wir in dieser Zeit in einen Teil unserer Umwelt blicken, dann wird uns vieles für deutsche Augen befremdlich, ja unverständlich vorkommen. Die Menschen scheinen sich einander nicht mehr zu kennen: Bürgerkrieg, Mord, Plünderung, Brandschatzung, Streiks und Aussperrungen! Eine fast babylonische Sprachverwirrung ist über unsere Mitwelt gekommen. Wie sehr wird uns heute erst recht die Notwendigkeit bewußt, gerade in Deutschland die Ordnung unseres Lebens und unserer Arbeit, von der wir so sehr abhängig sind, unter allen Umständen aufrecht zu erhalten.
Und so wende ich mich nun an Sie alle und über Sie hinaus an das ganze deutsche Bauerntum und an das ganze deutsche Volk: Niemals darf in Deutschland — was immer auch woanders geschehen kann und wird — diese innere Ordnung — die Voraussetzung unseres Lebens — eine Störung erfahren! Weder politisch noch wirtschaftlich. Wir sind nicht in der Lage, es dem einzelnen sreizustellen, zu tun, was er tun will. Heber uns allen steht der große Befehl: Du muht im Dienste deines Volkes deine Pflicht erfüllen! Du kannst dich nicht toslösen von den Aufgaben und Lasten, die die Gemeinschaft dir auferlegt!
Du, deutscher Bauer, kannst nicht sagen: Ich streike jetzt, ich arbeite nicht mehr! Du kannst nicht sagen: Wich kümmert jetzt der deutsche Volksgenosse und Witbürger nicht mehr. Genau so aber kann auch der deutsche Arbeiter nicht erklären: Was geht mich der Bauer, was gehen mich die anderen Berufsstände an! Wir Deutschen können uns das nicht erlauben. So wenig wir uns politisch voneinander unabhängig machen können, so wenig auch wirtschaftlich. And so wenig als wirtschaftlich, so wenig auch politisch. Gerade in der heutigen Zeit, da scheint es mir notwendig, den Appell an die Nation zu richten, mehr noch als bisher aneinander 3 u rücken und Tuchfühlung miteinander aufzunehmen.
Denn: Wir werden um so stärker sein, je enger wir zufammenrücken! Ein Volk sind wir — und niemand kann uns brechen! Ein Volk bleiben wir — und keine Welt kann uns jemals bezwingen! And indem wir diese Kraft der Gemeinsamkeit in uns selbst alle erleben, wächst auch die Kraft zur Behauptung des Lebens auf allen Gebieten der menschlichen Arbeit!
Stabiles VechällniS zwischen Lohn und preis.
Es gibt heute auch bei uns vielleicht Leute, die das nicht verstehen können oder nicht verstehen wollen. Wenn aber jemand sagt: Ich beurteile meine Tätigkeit nach meinen eigenen Interessen, ober: Ich ermesse den Nutzen meiner Arbeit nach meinem eigenen Vorteil, so muß ich ihm antworten: Mein lieber Freund, du bist ein ganz gemeiner Egoist! Wenn andere Volksgenossen das genau so machten, wo kommen wir dann in Deutschland hin? Du hast nicht mehr Recht als der andere Volksgenosse neben dir! Ich halte es nicht für ein Glück — weder für den einzelnen noch für die Gesamtheit —, die Wirtschaft in eine spekulative Finanzauffassung ausmünden zu lassen, sondern ich glaube, daß es nur eine produktive Arbeitsleistung gibt, von der wir leben und die die Grundlage der Existenz aller Volksgenossen ist. Wenn daher einer sagt, ich bestimme meinen Lohn selbst, der andere aber: Und ich bestimme den Preis für meine Waren, wenn wir das so gehen ließen, dann wären wir in kurzer Zeit dort, wo andere Völker auch hingekommen sind. Dann zerbricht jede Odnung und jede Voraussetzung für die innere Stetigkeit und damit für die gemeinsame Existenz aller!
Sehen Sie daher in mir, meine Volksgenossen, den Mann, der mit rücksichtsloser Entschlossenheit die höheren, gemeinsamen, in der Vernunft und der Wirklichkeit begründeten Interessen der Nation wahrnehmen wird gegenüber dem Wahnsinn und dem Egoismus der einzelnen.
Ich werde nicht buloen, baß irgendeiner kommt unb sagt: Den Preis für meine Ware ober ben Lohn für meine Arbeit bestimme ich mir selbst. Mein lieber Freunb! Wenn Dich bieser Wahnsinn aber selbst bebroht, beschützt Du Dich bann auch f e I b ft ? Dann wirst Du auch einmal bie Notwenbigkeit erkennen, baß über Dir eine ftarfe Autorität steht, bie auch Dich in ihren Schutz nimmt.
Sehen Sie heute nach Spanien, sehen Sie in andere Länder — glauben Sie nicht bei solchen Beispielen selbst, daß es besser ist, wenn wir unsere Wirtschaft so aufbauen, daß zwischen Lohn und Preis ein stabiles Verhältnis besteht, als daß wir Lohne und
Preise einfach laufen ließen und am Ende dann durch Abwertungen versuchen, wieder den alten Zustand herzustellen? Wir wollen das nicht tun. Ich glaube, daß in unserem Staat die Vernunft Regentin zu sein hat und daß das deutsche Volk einsichtsvoll und diszipliniert genug ist, um die Notwendigkeiten dieser Vernunft zu begreifen. Dann aber erkennen wir: 1., daß wir nur bestehen können, wenn wir den sozialen Frieden besitzen, d. h.: wenn nicht jeder tun kann, was er will. Der einzelne muß sich der Gesamtheit, einem höheren, gemeinsamen Interesse unterordnen. Ls können daher der Arbeiter nicht nur seine Interessen und ebenso wenig der Bauer und der Städter nur die ihren wahrnehmen, sondern alle müssen gemeinsam aufeinander Rücksicht nehmen! 2., daß wir unsere Lohn - und damit aber auch unsere Preispolitik st a- bil und stetig erhalten müssen. And wenn einer meint, daß er sich dagegen versündigen kann, glauben Sie mir: Solange ich lebe und an der Spitze des Reiches siehe, werde ich die Vernunft der allgemeinen nationalen Selbsterhaltung solchen Wahnsinnigen gegenüber erfolgreich verteidigen! Ich tue damit nur etwas, was für Millionen und aber Millionen Menschen in Deutschland ein großes Glück ist. Wir könnten ja auch ähnliche Manöver wie andere machen: ich gebe heute dem Arbeiter 15 oder 20 v. f). mehr Lohn, morgen erhöhe ich dann die Preise um 15 oder 20 v. h.» dann wieder die Löhne und bann wieder die Preise, und nach zwei Monaten werten wir die deutsche Mark ab und betrügen die Sparer, und dann erhöhen wir wieder die Löhne und so fort — glauben Sie, daß das deutsche Volk damit glücklicher würde? Ich richte an Sie alle den Appell: Ermessen Sie das Glück unseres inneren deutschen Wirtschafts-, sozialen und poll- lischen Friedens! Wie ist es doch in Deutsch
land heute schönt Sehen Sie dagegen hinaus in andere Völker, die diese Autorität der Vernunft verloren haben! Wir dürfen uns dieses Glück und diesen Frieden niemals nehmen lassen, und ich weih, es wird dies auch niemals geschehen!
Wo in der Welt wäre bas möglich, baß an einem Tage wie bem heutigen — an einem Tage, ber so kalt ist, ba ber Wind bie Wolken über bie Berge peitscht unb man jeben Augenblick erwarten muß, baß es roieber regnet — wo wäre es möglich, baß an einem solchen Tage Hunberttausenbe unb Hun- berttaufenbe, ja fast eine Million Menschen zusam- menftröjnen zu einem gemeinsamen Bekenntnis!
Das ist ber große Ausdruck bes Gemein- schaftsempfinbens unseres Volkes unb ba» mit einer weisen unb hohen inneren Vernunft. Millionen haben dasselbe Gefühl: Wir gehören zusammen, bann sind mir alles! Zerrissen sinb wir nichts! Die heutige Welt, sie erforbert es, daß wir auf unserer Hut sind unb uns fest auf unseren Boben stellen. Wir wissen nicht, was um uns noch alles vorgeht, aber über Deutschlanb, ba halten wir ben ft arten Schilb unserer Wehr unb Waffen, getragen von unserer Vernunft unb von unserem Mut! Dieser Schirm unb Schild beschützt uns alle. Er beschützt den Arbeiter auf seinem Werkplatz, den Techniker unb Konstrukteur im Büro, ben Kaufmann im Geschäft unb auch ben Bauern! Er beschützt das Ergebnis unserer Arbeit. Wir wissen: was mir in Deutschland produzieren, kommt unserem beut- s ch e n Volk zugute. Was ber Bauer erntet, fließt roieber in bie Sabt, unb was ber Stäbter produziert, strömt wieder hinaus auf bas breite flache
Land. So Haden wir eine Wirtschaft der Vernunft, ber Drbnung unb ber Stetigkeit aufgebaut. Unb am heutigen Tage wollen wir es uns roieber geloben, baß wir gerabe diese Wirtschaft aufrecht erhalten. Dann kann es uns ganz gleich sein, was bie anbere Welt um uns herum macht. Dann mögen sie abwechselnd alle 14 Tage ober brei Wochen bie Löhne erhöhen, die Preise steigern, um bann roieber abzuwerten — wir werden feststehen auf unserer Erbe, sicher geführt von unserer Vernunft!
Sie Hoden vor wenigen Wochen ein großes Programm vernommen, ein Programm, das dazu bienen soll, bie Unabhängigkeit Deutschlanbs unb bamit bie Sicherheit ber Erhaltung unseres Volkes noch zu verstärken. Es ist ein Programm, das nur durchführbar ist mit einem Volk und in einem Volk, das heute so wie das deutsche geschlossen auf ein Ziel hingelenkt werden kann und das seinen gesamten Arbeitseinsatz nach einer Richtung vor nimmt. Und während Sie nun, meine Bauern, jetzt auf den Feldern sind und die Bestellungen vornehmen für das nächste Jahr, und wenn Sie im Frühjahr diese Arbeit weiterführen, bann, seien Sie überzeugt, arbeiten viele Hunberttausenbe von beutschen Menschen anderwärts schon an ber Durchführung biefes neuen Programms. Ueberall wirb gearbeitet unb wird geschafft. Ueberall in Deutschland hat man erkannt, daß das Leben nicht ein Problem von Finanzspekulationen, sondern immer nur eines der Arbeit ist. Sie, meine Bauern, Sie werden bas verstehen. Es ist kein Bauer zu etwas gekommen, ber glaubte, spekulieren zu können. Man muß bie Hacke in die Hanb nehmen und den Pflug, man muß arbeiten, um etwas zu erreichen.
DieinnereOrdnungVoraussetzungunseresLebens
Das tun wir in Stabt unb Laub unb haben angesichts bieser großen devorsiehenbea Arbeit nur einen einzigen Wunsch unb eine einzige Bitte an bie Vorsehung: baß sie uns auch im fommenben Jahr ihren Segen nicht versagen wirb. Wenn wir bann fest zusammenstehen, bann werben wir in einem Jahr roieber weiter fein als jetzt. Zahllose gewaltige R o h- stoffabriken werben uns bann schon mit bem versorgen, was uns vielleicht heute noch fehlt. Die beutschen Aecker werben roieber ihre Frucht getragen haben, unb roir werben uns bann wieder hier treffen unb uns wieder Rechenschaft ablegen: bie Stäbter unb bie Arbeiter über ihr Schaffen unb bie beutschen Bauern über ihre Arbeit. Unb ich glaube, wir werben bann nach einem Jahr in einer vielleicht noch unruhiger geworbenen Welt wie ein granitener Felsen ber Orbnung, ber Sicherheit unb ber Stetigkeit aus bieser roten Flut herausragen! Das ist meine Aeber- zeugung: Wenn um uns herum alles zu brennen anfinge, wenn überall ber Wahnsinn sich burchsehen sollte, so wie er es in Spanien versucht — in Deutschland wird das niemals mehr gelingen! hier steht die Front des deutschen Volkes, Arbeiters, Bauern und Geistesschaffenden als eine große nie zerstörbare Gemeinschaft!
So will ich Ihnen, meine deutschen Bauern und Bäuerinnen, und Ihnen allen, die Sie Arbeiter sind an unserer deutschen Landwirtschaft, am heutigen Tage danken für das Jahr der Müh.e, des Schweißes und des Fleißes. Ich kann Ihnen nur versichern, daß dank des Wirkens der nationalsozialistischen Bewegung auch der Städter eine andere Einstellung zu Ihnen und zu Ihrer Arbeit gefunden hat. Sie, meine Bauern, werden heute in der Stadt nicht mehr so angesehen wie noch vor 5 oder 10 Jahren. Das ganze deutsche Volk wird wieder erzogen zur Scholle hin, zum eigenen deutschen Boden. Und wenn ich Sie bitte, das Höchste zu leisten und die große Auf
gabe zu verstehen, die Ihnen gestellt ist, dann seien Sie überzeugt, daß Sie damit sich auch bei denen das meiste Verständnis erringen und erzwingen, die das Schicksal vom Lande weg in die Stadt geführt hat. Aus dieser gegenseitigen Ach- tu na heraus wird die nationalsozialistische Gemeinschaft immer mehr wachsen, und aus dieser Gemeinschaft heraus wird unser Reich und unser Staat immer stärker werden und aus dieser Stärke von Reich und Volk wird immer wieder kommen das Leben für uns und unsere kommenden Generationen!
Ich freue mich auf die Arbeit, die dieses Jahr uns allen bringen wird. Ich freue mich auf die Arbeit, die es mir beschert. Ich bin glücklich, an meinem Platz für mein deutsches Volk tätig sein zu dürfen. Und ich freue mich besonders auf jede Stunde, in der id) aus meiner Arbeit wieder zurückkehren kann in das Volk hinein. Deshalb freue ich mich auf jeden solchen Tag wie den heutigen, da ich mitten durch euch, meine deutschen Volksgenossen, gehen kann, euch wieder sehen, euch in die Augen blicken und wenigen von euch die Hand zu geben vermag! Ihr seid hierhergekommen, um euch hier wieder zu stärken. Aber ich, ich gehe von euch stets wieder fort, doppelt und dreifach stärker, als ich gekommen bin. Denn wer sollte nicht glücklich sein, ein solches Volk hinter sich zu wissen! Eure Augen und euer Blick sind für mich der schönste Lohn, den es auf Erden für meine Arbeit geben kann! So gehen wir in dieser Stunde wieder auseinander, um uns ein Jahr später auf diesem Berg wieder zu treffen, um uns wieder in die Augen zu sehen und wieder das neue Gelöbnis abzulegen des Kampfes und der Arbeit für unser Deutschland.
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Als der Führer geendet hat, erheben sich die brausenden Stürme bes Beifalls und der Zustimmung, die fast jeden seiner Sätze begleitet hatten und bei ben Höhepunkten seiner Rebe nicht enben wollten, zu einem unbeschreiblichen Orkan bes Jubels ber Hunberttausenbe. Immer roieber brausen die Heilrufe unb bie Kunbgebungen ber Liebe unb ber Verehrung bem Führer entgegen, bie ihn begleiten, bis er ben Augen ber Massen, bie hier mit ihrem Führer bas Erntebanksest bes beutschen Volkes erlebten, entschwunben ist.
Festlicher Ausklang in Goslar.
Triumph-Fahrt durch Aiedersachsen.
Als ber Führer roieber am Bahnhof Tündern eintraf, strömten die Massen, die bie Anfahrtstraßen umsäumt hatten, querfeldein auf ben Bahnhof zu, um ben Führer noch einmal zu sehen unb ihm noch einmal zuzujubeln. Unter brausenden Heilrufen verließ der Zug die kleine Station. Noch einmal grüßten die deutschen Bauern und vor allem die niedersächsische Jugend den Führer. Die Fahrt gestaltete sich zu einem wahren Triumph- 3 u g, ber roieber einmal so recht zeigte, wie bie deutschen Menschen in Stabt unb Lanb ihren Führer lieben. Währenb aus ben Ortschaften bie Fahnen bes Reiches herübergrüßten, waren bie Bahnhöfe, an benen ber Zug vorüberkam, mit ben Symbolen bes Erntebanktages, ben Felbblumen, Kränzen unb Aehren reich geschmückt. Ueberall erkannte man bie Liebe, mit ber biese Ausschmückung vorgenommen worben war — ein äußeres Zeichen bes Dankes bem Manne gegenüber, ber dafür gesorgt l)at, baß ber beutsche Bauer roieber ruhig seinen Acker bestellen kann, sicher vor ber Gefahr, burch volksfrembe Spekulanten von Haus unb Hof vertrieben zu werben, unb nach außen geschützt burch bie stählerne Wehr ber neuen Wehrmacht.
Aus ben größeren Stationen, auf benen ber Zug hielt, hatten sich Tausenbe angesammelt, bie in Sprechchören immer roieber ben Führer zu sehen verlangten. „Das Lanbjahr will ben Führer sehen! rief z. B. in Derneburg eine Gruppe bes Jungvolkes aus bem Saargebiet immer unb immer roieber, als hier ber Zug einen längeren Aufenthalt hatte. Hell leuchteten bie Augen ber Jungen, als ber Führer ihren Wunsch erfüllte. In H i 1 b e s • heim kannte bie Begeisterung der Wartenden ebenfalls keine Grenzen, als sich auch hier der Führer am Fenster feines Wagens zeigte. Alles eilte ihm entgegen, um ihm zuzujubeln. So begleiteten bie Liebe unb bie Dankbarkeit des Volkes den Führer auf ber ganzen Fahrt unb gaben ihm bie Gewißheit, baß bas beutsche Volk in unerschütterlicher Treue zu ihm unb zu seinem Aufbauwerk steht.
In der Kaiserpfalz zu Goslar.
Der Sitz des Reichsnährstanbes, das tausendjährige Goslar, bot am Abend des Erntedanktages ein wundervolles Bild. Alle Straßen und
Plätze waren mit Girlanden und Fahnen förmlich verhangen. Auf bem Bahnhofsvorplatz und auf dem Wege in bie Innenstadt loderten von rot beschlagenen unb mit Golbgirlanben verzierten Säulen mächtige Feuer. Wie eine Perlenkette zogen sich weiße unb bunte Lämpchen an ben Häuserfronten entlang, bie Linien ber Patrizierhäuser unb ber Fachroerkbauten nachziehend. Die steinernen Zeugen ber Geschichte bieser alten unb trabitions- reichen Stadt waren von mächttgen Scheinwerfern angestrahlt. Hinter der dichten Absperrkette der SA standen die Menschen in vielen Reihen. Als kurz nach 18 Uhr ber Führer eintraf, war in allen Straßen an ein Durchkommen nicht mehr zu denken. Die Sprache ist zu arm, um den Jubel wie- berzugeben, ber ben Führer burch die Straßen begleitete. Ein herrliches Bild bot das Rathaus, dessen eherne Torbogen in flammendem Rot glühten, während bie bunten Fenster die Vielheit ber glühenden Farben vermehrten. Zauberhaft schön bot sich die Kaiserpfalz dar. Matter Lichtschein fiel aus den Rundbogen ber hohen Fenster. Bleichenbe Scheinwerfergarben Überschütteten die große Freitreppe, auf ber eine Ehrenkompagnie Des Goslarer Jägerbataillons angetreten war. Beim Erscheinen bes Führers spielte bas Musikkorps bie Lieder ber Nation, währenb ber Führer die Front abschritt.
Die Vauernaborduungen beim Führer.
Die große Sj a l l e der Kaiserpfalz ist mit Wand, tepplchen geschmückt, die bas Hoheitszeichen der Bewegung und bas Symbol bes Reichsnährstanbes trogen. Zwischen ihnen rankt sich Tannengrün hoch 3^ Decke hinauf. Im offenen Rechteck finb bie suhrenben Männer des Reichsnährstanbes und die Bauernabardnungen aus allen Teilen bes Reiches angetreten. Der Obmann bes Reichsnährstanbes Meinberg überreicht bem Führer eine von einem Münchener Künstler geschaffene Schatulle, bie eine Urfunbe mit bem Spruch birgt: „Hanbele ajs Deutscher stets so, daß dich dein Volk als Vorbild erwählen kann!" Auf diesen Spruch werden jeweils die Mitglieder bes Reichsbauernrates vereidigt. Der Führer dankt dem Reichsobmann unv begrüßt dann bie leitenben Männer des Reichsnährstandes, bei denen die Verantwortung für ole vielen Aufgaben der Ernährungswirtschaft, der Erzeugungsschlacht und der Marktordnung liegt.


