Ausgabe 
5.10.1936
 
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186. Jahrgang

Ht. 255 (Eriks Blatt

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Des deutschen Volkes Erntedank.

Der Führer spricht beim Staatsakt auf dem Bückeberg zum deutschen Bauern.

cheinen Flugzeuggeschwader, Jagdflugzeuge, Sturz­bomber und schnelle Heinkel-Maschinen. Nun steigt

haben tehen

Unter einem Sturm des Jubels und des Aus­bruchs der herzlichen Freude entsteigt der Füh­rer am Fuße des Bückeberges seinem Wagen. Er schreitet die Front der Ehrenformationen ab. Die Batterien feuern Salut von 21 Schuß, aber lauter noch als die Schüsse dröhnen die Freu­denrufe derHunderttausende vom Berge hinab in das Tal Hunderttausende von Händen recken sich zum deutschen Gruß. Am Himmel er-

des Feldes, die sie mitgebracht haben, sich ansieht, Blumen entgegennimmt. Der Führer geht mit sei­nem Gefolge weiter bergan. An seiner Seite be­findet sich der Reichsobmann des Reichsnährstandes, Staatsrat M e i n b e r g. Es ist das erstemal, daß der Reichsbauernführer, Reichsernährungsminister D a r r e , an diesem Feiertage des deutschen Bauern nicht zugegen ist. Er leidet noch an den Verletzun­gen, die er sich bei einer Sportübung zugezogen hat. In der Begleitung des Führers sieht man den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, die Reichsminister Dr Goebbels, Dr. Frick, Rust, Graf von Schwe rin»Kro­sigk und Freiherrn von Eltz-Rübenach, den Stabschef der SA. Lutze, SS.-Reichsführer Himmler usw Auf der Tribüne begrüßt der Führer die Diplomaten, die unter der Füh­rung des Chefs des Protokolls des Gesandten von Bülow-Schwante, gekommen sind. Unter den Ehren­gästen befindet sich auch der italienische Propa­gandaminister A l f i e r i.

Auf der Höhe des Bückeberges überreichte eine saarländische Bauernabordnung dem Führer eine Ernte­krone, als Symbol des Dankes, von dem das gesamte deutsche Bauerntum erfüllt ist. (Scherl°M.)

Der Wang in Hannover.

Hannover, 3. Okt. (DNB.) Wie in den ver­gangenen Jahren wurden auch diesmal die Bauern- und Landarbeiter-Abordnungen aus dem ganzen Reiche am Vortage des großen Aufmarsches am Bückeberg von Dr. Goebbels im Namen des Führers und der Reichsregierung in Hannover begrüßt, der damit jene enge und herzliche Fühlungnahme zwischen der Führung der Nation und den deutschen Bauern bekräftigte. In den Sälen der Stadthalle hatten sich die Vertreter der Bauern- und Landarbeiter-Abordnungen eingefunden. Mit jubelnder Begeisterung wurde Dr. Goebbels begrüßt. Dr. Goebbels nahm zwischen den Bauern und Land­arbeitern Platz, mit denen er sich in seiner gewin­nenden und herzlichen Art angeregt unterhielt. Im Laufe des Nachmittags ergriff der Minister das Wort zu einer Ansprache, in der er dann u. a. aus­führte:

Meine deutschen Bauern! Sie haben in der Zeit vor dem Nationalsozialismus manchmal mit

im Jahre 1936 vor dem Führer mit Stolz und Freude feststellen, daß es ihnen gelungen ist, das deutsche Volk satt zu machen und daß wir auch für die nähere und weitere Zukunft die Sicherheit haben, daß das deutsche Volk sein tägliches Brot besitzt. Dieses Ergebnis ist aber nicht nur ein Erfolg der Landwirtschaft, sondern vor allem und in erster Linie ein Erfolg der Politik oder, besser gesagt, ein Erfolg der Führung des Reiches. (Lebhafter Beifall!)

Sie, mein Führer, haben dem deutschen Bauern und darüber hinaus dem ganzen Volk die Grund­lage unseres nationalen und wirtschaftlichen Le­bens wieder zurückgegeben. Wir fühlen uns heute wieder sicher an den Maschinen und auf der Scholle, weil über uns das Schwert ist, das Sie, mein Führer, für die Nation geschmiedet und geschliffen haben, ein Schwert, das nicht zum Kriege, sondern zur Bewahrung des Frie­dens dient. Darum ist dieser Erntedanktag für das ganze Volk und vor allem für das deutsche Bauerntum ein Festtag. Während die ganze Welt von Krisen sozialer und politischer Natur er­füllt ist, ist Deutschland unter Ihrer Führung, mein Führer, ein Hort der Ordnung und der Disziplin geworden. Die Arbeiter pflegen Ihnen das am 1. Mai zu danken, die Bauern tre­ten vor Ihr Angesicht beim Erntedankfest. Und so gibt es auch für uns an diesem Tage keinen an­deren Auftakt bei diesem großen Bauernfest, als daß wir uns vereinen in dem Rufe: Unser Führer, Sieg heil!"

sandten und Geschäftsträger der fremden Staaten stiegen den Berg empor und nahmen auf der gro­ßen Ehrentribüne ihre Plätze ein.

Der Führer auf dem Festplah.

Die dauern des Saarlandes Lberreichlen dem Führer den Erntekranz

der Führer den Berg empor. An dem Wege stehen zu beiden Seiten die Trachtengruppen. Jeder möchte )em Führer die Hand drücken Viele von ihnen ' ' das große Glück, daß der Führer vor ihnen bleibt, das Wort an sie richtet, die Gaben

Staatsrat Aremberg, der Vertreter des Reichsbauernführers, erstattete dann den Rechenschaftsbericht des R e i ch s - nährstandes und übergab dabei dem Führer die Flachsspende des deutschen Bauerntums. Da­bei führte er u. a. aus:

Ein Jahr voll Anstrengung und Arbeit mit all ihren kleinen, aber auch großen Sorgen liegt wie­derum hinter uns. Aber es war für unser Bauern­tum auch ein Jahr des Glückes und der Freude, wenn wir es heute rückschauend über­blicken. Während in Sowjetrußland das Bauerntum enteignet und die Masse des wurzellosen Proletariates um Millionen heimatlos gemachter Bauern vermehrt wurde, während dort eine Clique erbarmungsloser Machthaber die Hungerpeitsche über das gequälte Volk schwingt, während in anderen Ländern der Segen der Arbeit weder dem Bau­ern noch dem Verbraucher zuteil wird, sondern durch Börsenmanöver und jüdische Handelsspekulationen der Bauer um den Ertrag dieser Arbeit gebracht und dem Arbeiter in seiner Gesamtheit das Brot verteuert wird, konnten wir in unserem Va- t e r l a n d e in Ruhe und Ordnung unter dem star­ken Schutz unserers Führers unserer Arbeit nach­gehen. Der Ertrag unserer Heimaterde aber sichert der deutschen Landwirtschaft ihre Lebensmöglichkeit und gibt dem deutschen Verbraucher zum gerechten Preise das, was er zum Leben notwendig hat.

Vor einem Jahre verkündigte der Reichsbauern­führer Darrä von dieser Stelle aus das lieberem» kommen der Arbeitsteilung zwischen der Deutschen Arbeitsfront und dem Reichsnährstand. Und heute können wir sagen, daß dieses Uebereinkommen sich so gut und günstig auswirkte, wie es unter zwei nationalsozialistisch ge­führten Organisationen selbstverständlich ist. Und wenn Hunderttausende unserer Volksgenossen hier unten stehen, dann sind sie nicht auf irgeneinen Be­fehl hierhergekommen, auch nicht, um eine Sensa­tion zu erleben, sondern sie sind gekommen, unse­rem Führer aus treuem, ehrlichen Herzen Dank zu tagen für das, was er für uns getan hat. Als erstes hat der nationalsozialistische Staat der Landwirtschaft ihre Lebensmöglichkeit gegeben und die Scholle gesichert, daher haben auch wir die erste und größte Pflicht, soweit es überhaupt möglich ist, die Ernährung unseres Volkes, den Bestand der deutschen Nation sicherzustellen. Und der Aufruf, die Erzeugung unserer Nahrungsmittel zu vergrößern, er genügte, um vom Norden bis Süden, vom Osten nach Westen die gesamte deutsche Landwirtschaft in diese Linie hineinzubringen. Nur zwei Zahlen aus einem Gebiet, dessen Anbaumethoden in weite­sten Kreisen Deutschlands schon fast unbekannt ge­worden waren, der O e l f r u ch t a n b a u ist ge­stiegen von rund 5000 Hektar im Jahre 1933 auf rund 60 000 Hektar im Jahre 1936. Der Flachs­anbau stieg von rund 4800 Hektar im Jahre 1933 auf rund 45 000 Hektar in diesem Jahre.

Wir stehen erst in den Anfängen unserer Arbeit. Manche Maßnahme wird sich bei der Struktur der Landwirtschaft erst in den Jahren voll auswirken können. Daher werden wir das Tempo unserer Er­zeugungsschlacht noch mehr steigern: denn das Wort .Volk ohne Raum" ist für uns kein Schlag­wort, sondern eine bitter ernste Realität. Wir ha- ( den, um 100 Menschen zu ernähren, nur 45 Hektar . landwirtschaftlich genutzter Fläche, von denen noch ein riesig großer Teil minderertragreicher Sand- . baden ist. Wir mußten, wenn wir unserer Aufgabe, , die Ernährung zu sichern, nachkommen wollten, dir , gesamte Wirtschaftsstruktur der deutschen Land« wirtschaft mit dem gewaltigen, großen Apparat der Erzeuger, Verarbeiter und Verteiler nach dem einen Grundsatz ausrichten, der der wirtschaftliche Lebeiisgrundsatz unserer Weltanschauung ist und , den unser Führer in Nürnberg mit den Worten

DieVorfuhrungen der Wehrmacht

Eine Knallbombe kündigte den Beginn des Staatsaktes an, der mit den Vorführun­gen der Wehrmacht feinen Anfang nimmt, an. Zunächst überfliegen Fleugzeuggeschwader das Feld. Vor der Tribüne fahren die 2. und 3. Batterie des Artillerieregiments 73 sowie die 1. und 3. Kom­panie der Panzerabwehrabteilung 37 und des Pan- zerregiments 1 auf. Die roten Truppen beziehen Dann ihre Verteidigungsstellungen in dem im Tale gelegenenMeckerer-Dorf". Eine Flugzeugstaffel und einige Flugzeugketten auf der einen Seite, nturzbomber auf der anderen Seite leiten das Ge­fecht ein. Insgesamt sind 2000 motorisierte Fahr­zeuge an den Hebungen, die unter dem Kommando des Generalmajors V i e t i n g s h o f stehen, betei­ligt. Nun gehen bei den blauen Truppen die Kraft­radschützen vor. Eine rote Batterie eröffnet das Feuer auf die angreifenden Kraftradschützen, und es kommt zu einem lebhaften Feuerkampf. Die heranbrausenden Panzerwagen der blauen Trup­pen durchfahren die vorderen Linien des Gegners. Aus den blauen Flugzeugen sieht man einen MG.- Zug mit Fallschirmen abspringen und die Nord­flanke von rot angreifen. Der Kampf nimmt immer heftigere Formen an. Das Panzerregiment bringt durch das brennende Dorf weiter vor, und unter dem Schutze des MG.-Feuers der Fallfchirmabsprm- ger greift das Kraftradschützenbataillon von Nor­den her die Flanke von Rot an. Neue Reserven greifen in den Kampf em, Geschütze, MGs., i>laks und Flugzeuge feuern. Die blauen Truppen brechen schließlich in die feindlichen Stellungen em, so daß

Schmerz, Ingrimm und innerer Verbitterung fest­stellen müssen, daß der deutsche Bauer in der deut­schen öffentlichen Meinung nicht die Ehre und die Würdigung erfahren hat, die ihm eigentlich gebührt. Das lag daran, daß Deutschland ein industrieller Grohstadt-Staat geworden war und daß man glaubte, es genügte, wenn man Brot, Eier und Fleisch aus dem Auslande einführte und damit das deutsche Volk ernährte. Wir begannen einzu­sehen, daß ein Volk eine wahre, nationale, wirt­schaftliche und soziale Freiheit nur besitzt, wenn es sich auch auf seiner eigenen Scholle er­nähren kann. Wir sind unter Aufbietung un­serer ganzen nationalen und völkischen Kräfte daran gegangen, unsere Ernährungsfreiheit im weitesten Sinne des Wortes für unsere agrarpolitische Situa­tion in jeder Beziehung sicherzustellen. Sie haben mit Ihrem Pflügen und Eggen dasselbe getan wie unsere Soldaten mit ihren Kanonen und Maschinen­gewehren tun. nämlich die Sicherheit und die Frei­heit unseres Volkes zu garantieren. Das deutsche Volk sieht heute ein, daß die kleinen Opfer, die wir auf ernährungspolitischem Gebiet bringen und bringen müssen, nur dazu beitragen, uns jene innere und äußere Sicherheit zurückzugeben, die das deutsche Volk von 1918 bis 1933 sehr zu seinem eigenen Schaden auf das bitterste entbehren mußte. Deshalb haben wir allen Grund, beim Erntedank­fest das ganze deutsche Volk aufzurufen und den Bauern zu danken und weiter uns mit dem ganzen deutschen Volk zu vereinen und in gemeinsamem Dank vor das Schicksal hinzutreten und uns bei diesem Dank zu unserer Nation und unserem Volk zu bekennen. t v

Für Bauern und Landarbeiter dankte dann der Obmann des Reichsnährstandes, Staatsrat Mein­berg, dem Minister mit herzlichen Worten, m denen er unterstrich, daß es gerade dem Minister zu verdanken sei, wenn heute die naturgegebenen Schwierigkeiten, die sich aus dem Gegensatz zwischen Stadt und Land unvermeidlich ergeben hätten, der Vergangenheit angehören. Minister Goebbels der sich noch längere Zeit mit seinen Gästen unterhielt, verlieh gegen 18 Uhr die Stadthalle, nachdem er nach einem kurzen Schlußwort ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht hatte. Anschließend Überreichte Staatssekretär Backe die den m diesem Jahre besonders in der Erzeugungsschlacht verdien­ten Bauern und Landarbeitern gespendeten künst­lerischen Holzteller.

DerAusmarschausdemSülkebero

Auf dem Bückeberg, 4. Oktober. (DNB.) Deutsche Männer und Frauen aus Stadt und Land legen alljährlich, wenn die Felder abgeerntet und die Scheuern gefüllt sind am Buckeberg ein Be­kenntnis zur deutschen Volksgemeinschaft ab, ein Treuebekenntnis zum Führer, der dem beuttf) n Volk die Nahrungsfreiheit gegeben und dem deut­schen Bauern die Stellung wieder verschafft hat, die ihm als Ernährer des Volkes gebührt. In fast ununterbrochener Reihenfolge waren am Samstag­abend und in der Nacht zum Sonntag die San­der z Ü g e auf den Bahnhöfen rund um den Bucke­berg eingetroffen. Allen Festteilnehmern die von weither gekommen waren, wurde "°ch die Mög­lichkeit gegeben, sich auszuruhen und sich zu ver- pflegen. Schon vor Tagesanbruch ertönte der Maricktritt Musikklänge weckten die letzten

Waldes schmückten den ganzen Weg. Jn Gottes d i e n st e n unter freiem Himmel und m den Hir- d)en rourbe zunächst bet Dank sur ffrnte °bg°- ftattet Dann ging es weiter äutn -Butfeeerg äh r.' »s

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die rote Artillerie sich zurückziehen muß. Damit hat die Uebung ihren Abschluß gefunden.

Dr. Goebbels spricht.

Nach dem Abschluß der militärischen Hebungen begab sich der Führer in Begleitung der Reichs­minister und Reichsleiter zu der Redner-Tribüne am Fuße des Bückebergs. Wieder setzte em Be­geisterungssturm ein. Von der Rednertribüne nahm dann zunächst Reichsminister Dr. Goebbels das Wort:

Mein Führer!

Zum vierten Male, seitdem Sie das Reich füh­ren, ist das deutsche Bauerntum vor Ihnen am Bückeberg und im ganzen Lande aufmarschiert, um vor Ihnen und mit Ihnen das Erntedank­fest zu begehen. Diese vier Jahre sind für die deutsche Bauernschaft, aber auch für das ganze deutsche Volk eine große Lehre gewesen Sie Bauern und wir alle haben in diesen vier Jahren gelernt, daß die Freiheit und Sicher­heit der Nation nicht nur durch Kanonen und Maschinengewehre, sondern auch durch das tägliche Brot gewährleistet werden muß. Des- halb haben die deutschen Bauern in diesen vier Jahren eine große politische Aufgabe darin ge­sehen, die Ernährungsfreiheit des deutschen Volkes mit allen Mitteln sicherzustellen und Deutschland damit, soweit das überhaupt im Bereich des Mög­lichen lag von allen anderen ausländischen Ein­flüssen auf diesem Gebiete frei zu machem Das hat in diesen vier Jahren ungeheuer viel Muhe und Sorge gekostet, aber die deutschen Bauern können

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