Peitsche in der Hand. Die Antje — vorbei; nie würde er sie wiedersehen; er spürte das. Was hatte er falsch gemacht? Hatte er ihr nicht jedes Weihnachten ein Geldgeschenk gemacht und zu den Geburtstagen etwas für sie aus dem Krämerladen geholt! Wie sehr merkwürdig war das alles. Jeder Mensch ist allein. Man glaubt den andern zu Fern nen, und plötzlich steht man vor einem Fremden.
Er hatte geglaubt, die Antje liebe ihn, sie sei -hm dankbar. Wahrhaftig, das hatte er gedacht. Und nun? Er knallte mit der Peitsche; die Gäule schliefen ja wohl ein! Wie gut, daß er nicht noch das andere gesagt und ausgesprochen hatte, diese Narrheit, die ihm eine Zeitlang im Kopf gesessen hatte, damals, ehe Antje mit dem Rudolf Terbrügge anfing. Eine schöne Geschichte, wenn ihm jetzt nicht die Magd, sondern die junge Frau durchgegangcn wäre!
Der Wagen polterte über Kopfpflaster und zerstieß seine Gedanken. Er schob seine Decke unter dem Sitz zurecht und nahm Antjes noch dazu, daß er weicher sitze. Eine Straßenbahn überholte ihn. Sie fuhr stadtwärts flott an ihm vorbei. Saß Antje schon darin? Er schaute nicht auf.
Hinter der Markthalle machte er halt. Er war überaus erstaunt, als ein Gepäckträger, an der roten Mütze und der Nummer daran auch ihm erkenntlich, seinen Namen ausrief. „Hier", hielt er den suchenden Mann an. „Was ist los?"
„Ich soll da einen Schließkorb von Ihnen abholen und zum Bahnhof bringen", sagte der Dienstmann und er wies einen Zettel vor, auf dem Antjes Schriftzüge erkennbar waren. Dem Bauer wurde der Atem knapp. Was für vornehme Gewohnheiten nahm denn dieses Mädchen an, kaum daß sie vom Hof weg war! Er weigerte sich nicht. „Hier ist dec Korb", sagte er und war heiser. „Wann hat Ihnen denn das Fräulein die Bestellung gegeben?"
„Eben am Bahnhof", antwortete der Dienstmann. „Ich muß mich beeilen, sie will noch mit dem Berliner Zug fort." Und er schüttelte sich, als er den Schließkorb schulterte. Dan zog er mit einem fahrigen Gruß ab. — Der Bauer spannte aus. Aber seine Gedanken waren nicht bei der Sacke. Der Händler mußte ihn auf die Schulter klopfen, um sich bemerkbar zu machen.
(Fortsetzung folgt!)
Deutscher Fußballsieg gegen Luxemburg.
Sensation im Olympischen Fuhball-Turnier: Japan schlägt Schweden.
Das Olympische Fußball - Turnier wurde am Dienstag mit zwei weiteren Spielen fortgesetzt. Dabei griff auch zum ersten Male die deutsche Mannschaft ein und sie gestaltete ihren ersten Kampf auch gleich zu einem überlegenen Erfolg. Luxemburg mußte sich mit nicht weniger als 0:9 (0:2) geschlagen bekennen. Eine Riesen-Sensation gab es im zweiten Spiel, das Schweden und Japan zusammenführte. Die Japaner siegten mit 3:2 Toren. Deutschland-Luxemburg 9:0.
Zum 3. Fußball-Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Luremburg hatten sich im Poststadion über 10 000 Zuschauer eingefunden, die ein überlegenes Spiel der deutschen Olympia-Fußballer zu sehen bekamen. Luxemburg erschien zuerst auf dem Spielfeld, von den Zuschauern lebhaft begrüßt. Der Jubel steigerte sich aber, als Deutschlands Elf in das Kampsfeld einlief.
Dem ungarischen Schiedsrichter Her- c z k a stellten sich die Mannschaften in folgender Aufstellung:
Deutschland: Buchloh
Münzenberg Ditgens Mehl Goldbrunner Bernard Elbern Gauchel Hohmann Urban Siemetsreiter Kemp Geib Mart Menge! ©tarnet Fischer Frisch Kieffer
Maserus Mousel Luxemburg: Hoscheid
Bis zur Pause 2:0.
Luxemburg begann den Kampf mit dem starken Wind im Rücken. Der deutsche Anstoß wurde abgefangen. Ein gefährlicher Vorstoß der luxemburgischen Fünferreihe konnte in der 5. Minute durch Buchloh im letzten Augenblick unschädlich gemacht werden. Langsam machte sich die deutsche Elf frei und begann „ihr" Spiel.
Ein schöner Angriff von Elbern schaffte gleich eine brenzliche Situation vor dem Tore Luxemburgs. Urban, der ausgezeichnete Schalter Halblinke, stand richtig und schoß das Leder unhaltbar zum 1:0 ein. Deutschland nahm nun das Spiel in die Hand, ein Mißverständnis zwischen Goldbrunner und Münzenberg yätte aber beinahe zu einem Gegentreffer der Luxemburger geführt. Deutschlands Sturm stand dann einige Male sehr günstig, Schüsse von Siemetsreiter, Elbern und Gauchel tarnen jedoch nicht ans Ziel. Gleich darauf war Deutschlands Sturm wieder einmal gut durchgekommen. Hohmanns Schuß auf das Tor war so scharf, daß Hoscheid nur schlecht abwehren konnte, Siemetsreiter sprang hinzu und köpfte zum 2:0 ein. Das Spiel der deutschen Mannschaft war nun ungemein flüssig und schnell.
Sieben Tore nach der Pause.
Nach der Pause hatte unsere Mannschaft Den Wind zum Bundesgenossen. Luxemburg wurde sofort in die eigene Hälfte zurückgedrängt und schon in der 3. Minute fiel der dritte Treffer. Eine Ecke wurde von Elbern gut hereingegeben, Siemetsreiter verwandelte mit Kopfball. Drei Minuten später war es Gauchel, der das Leder wuchtig und hoch in die Maschen setzte. 4:0 für Deutschland. Das 5:0 schaffte Urban, der eine Flanke Elberns einköpfte. Deutschland war nun drückend überlegen, die wenigen Angriffe der Luxemburger wurden mit Leichtigkeit abgestoppt. Luxemburgs Hintermannschaft suchte sich der ständigen deutschen Vorstöße durch Abseitsstellen zu erwehren und sie hatte damit auch einige Zeit Erfolg. Bei einem Gedränge vor Hoscheid holte sich Siemetsreiter den Ball uno nach seinem Scharfschuß stand es 6:0 für Deutschland. Luxemburgs Spieler waren jetzt schon sichtlich ermüdet. Innerhalb von vier Minuten stellten Urban und Gauchel das Ergebnis auf 8:0, und eine halbe Minute vor Schluß war es wieder Gauchel, der mit einem neunten deutschen Treffer den Torreigen beendete.
Deutschlands Elf konnte sich entfalten.
In der Kritik ist zu sagen, daß sich Deutschlands Mannschaft bei dem schwachen Gegner voll entfalten konnte, es aber verstand, die gebotenen Chancen auch restlos auszunützen.
Die Mannschaft Luxemburgs hinterließ trotz der hohen Schlappe einen guten Eindruck. Sie spielte mit Eifer und warf die Flinte auch dann noch nicht ins
Korn, als ein Tor nach dem anderen für Deutschland fiel. Schiedsrichter H e r c z k a löste seine Auf- aabe zur vollsten Zufriedenheit der Spieler und Zuschauer.
Japan schlägt Schweden 3:2 (0:2).
Auf dem Platze von Hertha/BSC. fand das vierte Vorrundenspiel des Fuhballturniers statt. Schweden und Japan standen sich gegenüber, und die 5000 Zu- schauer setzten sich daher meist aus den in Berlin anwesenden Landsleufen der beiden Mannschaften zusammen. Schiedsrichter war P e t e r s (Berlin).
Im Zuschauerraum ging es bald sehr lebhaft zu. Sprechchöre feuerten die Mannschaften an. Die Nordländer spielten in der ersten Halbzeit mit dem Wind und drängten die Japaner in die Verteidigung zurück. Schon bald nach Beginn des Kampfes verzeichneten die Skandinavier drei Ecken. Die technische lieber» legenheit der Schweden war unverkennbar, aber allmählich fand sich auch die japanische Mannschaft, von der jeder einzelne Spieler mit einem unheimlichen Eifer spielte. In der 24. Minute brachte Persson die Schweden durch einen unhaltbaren 16-Meter- Schuh mit 1:0 in Führung.
Jrn weiteren Spielverlauf hatten die Schweden Glück, als sie im letzten Augenblick einen Vorstoß des japanischen Halblinken Takeshi Kamo abwehren konnten. Acht Minuten von Halbzeitsschluß war aber Persson auf eine Vorlage des Linksaußen Hallmann zum zweiten Male erfolgreich.
Die überraschende Wendung.
Was man nicht für möglich gehalten hätte, trat nach der Pause ein. Die Japaner wurden besser und besser und tarnen bereits in der 9. Minute durch den Linksaußen Shogo Kamo zum ersten Gegentreffer. Große Begeisterung entstand, als dann nach einer Viertelstunde der Halbrechte Ukon für die Japaner den Ausgleich schaffte. Der Ball kam vom linken Flügel gut herein und wurde von Ukon unhaltbar verwandelt. Schweden drehte jetzt auf, Japan überstand alle kritischen Situationen, da Sano im Tor wahre Wundertaten vollbrachte. Aber es hatte doch den Anschein, als ob Schweden noch einen knappen Sieg daoontragen sollte. Da unternahm fünf Minuten vor Schluß der japanische Rechtsaußen einen Vorstoß, der seiner Mannschaft den siegbringenden Treffer einbrachte.
Der Sieg Japans ist um so höher einzuschätzen, da die Mannschaft in den letzten Minuten nur mit zehn Mann spielte und es trotzdem gelang, das knappe 3:2 gegen die anstürmenden Schweden zu halten.
bische Boot „Jlderim" bald an die Spitze und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. Das deutsche Boot „Germania III" geriet kurze Zeit auf Grund und verlor dadurch kostbare Zeit. Hinter dem Schwedenboot belegten Italien, Norwegen, England und Finnland vor Deutschland die Plätze.
In der 6-m-K-Klasse führte zunächst da» deutsche Boot „Gustel V" mit dem holländischen Boot. Dann fiel Holland zurück, dagegen kam das schwedische Boot „May Be" gut auf, das eine Segelhaoacie des deutschen Bootes geschickt aus- nutzte und dadurch an die Spitze kam. „Gustel V" gelang es nicht mehr, den Vorsprung der Schweden aufzuholen und belegte hinter „May Be" den 2. Platz vor England, Finnland und Norwegen.
Deutschland siegt in der Star-Klasse.
Beim Start der Star-Boote gingen 12 Gemeldete über die Linie. Eine Minute später erlitt das Boot des holländischen Vertreters „Ben II" Mastbruch und mußte abgeschleppt werden. Sehr gut waren das deutsche Boot „Wannsee" und das schwedische „Sunshine" abgekommen. Schon nach der ersten Runde lagen sie vor dem Portugiesen „Dicking". Dr. Bischof von der „Wannsee" konnte seinen Vorsprung weiter ausdehnen. Ausgezeichnet hielt sich der schwedische Vertreter, ohne jedoch dem Deutschen gefährlich werden zu können.
Harbin gewinnt400-Meier-Hürdenlauf
Unter grau bezogenem Himmel und bei stürmischem Wind wurde der Endlauf über 400 m Hürden ausgetragen. Amerikameister Glenn Har» d i n stürmte auf der Außenbahn mit herrlichen Schritten und einzigartigem Schreitstil über die Hindernisse dahin. Der innen liegende zweite Ameri- kane Patterson hielt sich noch am besten zu seinem berühmten Landsmann, war aber auf dec Zielgeraden klar hinter Harbin, der in 52,4 Sekunden glatt gewann. Auf den letzten hundert Metern kam der Kanadier L o a r i n g noch fein auf und holte sich die Silbermedaille vor dem Philippinen White, während der nachlassende Patterson vor Maaalhaes (Brasilien) und Mandikas (Griechenland) nur Vierter wurde.
Oie Olympia-Sieger im Freistilringen
Nach den stundenlangen zermürbenden Kämpfen in den zahlreichen Treffen, die jeder Ringer bei der starken Besetzung in seiner Gewichtsklasse auszutragen hatte, graute schon dec Morgen, als endlich die Sieger feststanden.
Im Bantamgewicht kam der Ungar Jombort durch entscheidenden Sieg über den Amerikaner Flood in 12:40 Minuten in den Besitz der Goldmedaille. Flood kam auf den zweiten Platz, und H e rb e r t (Deutschland), der in der fünften Runde ausgeschieden war, bekam durch bessere Punktzifsec noch die Bronzene Mebaille.
Im letzten Kampf der Federgewichtsklasse errang der Amerikaner Millard einen 3:0-Punktsieg über Joensson (Schweden), dadurch kam der Finne K. Pihlajamoki auf den ersten Rang, während der Amerikaner Zweiter wurde.
Im Leichtgewicht sicherte sich K a r p a t i (Ungarn) durch einen 2:1-Punktsieg über Ehr! (Deutschland) die Goldmedaille. Im entscheidenden Kampf um den zweiten Platz zeigte sich bann der deutsche Meister von der besten Seite und besiegte H. Pihlajamoki in 12:21 Minuten entscheidend.
Sieger der M i 11 e l g e w i ch t s k l a s s e wurde der Franzose P o i l v e durch entscheidenden Sieg über den Amerikaner Doliva, der damit auf den zweiten Platz zurückfiel.
Lewis (Amerika) holte sich im Welter- Gewicht durch Sieg über Angst (Schweiz) nach 6 Minuten die höchste olympische Auszeichnung. Auf dem zweiten Platz landete der Schwede Andersson.
Der Deutsche Siebert verlor im Halb schwer- gewicht gegen den starken Esten Neo glatt mit 3:0 Punkten, blieb aber doch noch auf dem dritten Platz und errang sich so eine bronzene Medaille. Sieger dieser Klasse wurde der Schwede Fridell, der den Estländer Neo mit 3:0 besiegte.
Den letzten Kampf im Schwergewicht gewann Palusalu (Estland) mit 3:0 Punkten gegen Nystroem (Finnland) und wurde dadurch Olympia- Sieger. Der starke Tscheche Klapuch gelangte damit in den Besitz der Silbermedaille, während Nystroem auf den dritten Platz zurückfiel.
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Italiens Sieg im Mnnschasts-Aoreiisechien.
Unerbittlicher Kampf.
In einem selten erbitterten, in der Geschichte des Olympischen Fechtturniers bisher noch nicht dagewesenen Kampf stritten am Dienstagabend im Kuppelsaal der Reichsakademie für Leibesübungen Italien und Frankreich um den Olympia- sieg im Florett-Mannschaftsfechten. Beim Stande von 9:4 wurde das Treffen wegen der Aussichtslosigkeit eines französischen Sieges zugunsten Italiens abgebrochen. Die Italiener waren gleich beim ersten Gefecht dieses Entscheidungskampfes in Führung gegangen. Trotz aller Anstrengungen und allen Einsatzes gelang es den Franzosen nicht, diesen Dorsprung aufzuholen. Im letzten und entscheidenden Gefecht — der Gesamtkampf stand 8:4 für Italien — standen sich Bocchino und Gardere gegenüber. Don den unerhörten Nervenanstrengungen ermüdet, wollte der Italiener schon aufgeben. Bei 4:4 gelang ihm aber dann doch noch der Treffer, der sein Gefecht und damit den ganzen Kampf zugunsten Italiens entschied.
Deutschland vor Oesterreich.
Der Kampf zwischen Deutschland und Oesterreich um den dritten Platz war nicht weniger aufregend. Deutschland hatte gegen Italien seine zwei besten Fechter geschont, trat dafür aber im entscheidenden Gang gegen Oesterreich in stärkster Besetzung an. Sasmir, Serben, Heim unb Eisenecker siegten mit 9:5, da nach dem neunten Punkt für Deutschland die Oesterreicher den aussichtslos gewordenen Kampf aufgaben. Unsere Mannschaft erkämpfte sich damit die Bronze- Medaille, die erste olympische Medaille überhaupt, die deutsche Fechter in einem olympischen Mannschaftstumpf gewonnen haben. Der beste
Erste Segeiweiibewerbe in Kiel.
Die Segel-Wettbewerbe der Olympischen Spiele begannen am Dienstag mit den Rennen der Olympia-Jollen. Sturm und Regen herrschten am Morgen auf der Kieler Förde. Die Leitung sah sich daher gezwungen, den Start auf 12,05 Uhr zu verschieben. Bis auf das spanische Boot waren sämtliche 25 gemeldeten Nationen vertreten.
Das Rennen der Olympia-Einheitsjollen.
Bereits auf der ersten Kreuzstrecke zog sich das Feld weit auseinander. So bildete sich eine Spitzengruppe, bestehend aus den Deutschen Krogmann, dem Holländer Kagchelland, dem Engländer Scott, dem Chilenen Wichmann-Harbeck unb bem Finnen Nyman. Auf ber zweiten Runbe klärte es etwas auf, boch hielt ber Südwestwinb mit unverminber- ter Stärke an. Die britte Runbe begann bei burch- drechenbem Sonnenschein immer noch ber Deutsche Krogmann mit klarer Führung 28 Sekunben vor
unserer Fechter war in diesem Treffen Erwin Casmir mit vier Siegen. Serben erkämpfte drei Siege, Heim unb Eisenecker je einen Sieg. Bei den Oesterreichern holten Schönbaumfeld zwei Siege, Sudrich einen Sieg, Sofert und Baylon ebenfalls je einen Sieg.
Oie Florett-Vorrunde der Frauen.
Während die Männer im Kuppelsaal die Mannschafts-Florettkämpfe fortsetzten, fanden in der benachbarten Turnhalle des Sportforums auf vier Bahnen die Dorkämpfe der Fechterinnen statt. Es wurde in sechs Gruppen gestritten und erfreulicherweise konnten alle drei deutschen Teilnehmerinnen sich die Zwischenrunde erkämpfen. Besondere Hochachtung verdient die Seistung unserer Altmeisterin Oelkers, die trotz einer Verletzung am Start erschien und durch ihren vierten Platz in der dritten Gruppe eine Runde weiter kam. Ungeschlagen beendeten die Deutsche Meisterin Hedwig Haß und Helene Mayer die Vorkämpfe. Gleichfalls ohne Niederlage ging die Olympiasiegerin von Sos Angeles, Ellen Preis, und die zweite Oester- reicherin Fr. W e n i s ch hervor. An der Spitze der ersten Gruppe steht mit nur einer Niederlage die Ungarin Hona Elek-Schacherer.
Deutschlands Fechterinnen weiter dabei.
In den vier Gruppen der Zwischenrunde kämpften 24 Fechterinnen um den Aufstieg in die Vorendrunde. Dabei war die erfreuliche Tatsache zu verzeichnen, daß alle deutschen Fechterinnen die Vorendrunde erreichten, und zwar H. Mayer und H. Haß ohne Derlustgefechte, Frau Oelkers knapp mit drei Siegen, da ihr eine Verletzung noch zu schaffen machte.
Kagchelland, dieser 21 Sek. vor Wichmann-Harbeck und 26 Sek. vor Scott, der wieder 39 Sekunden vor dem gut aufgekommenen Christensen lag. Auf der ersten Runde gab ber Vertreter Estlanbs Holst auf. Der Belgier van ben Abeole kenterte auf ber zweiten Runbe. Ueberraschenb gelang es auf ber letzten Kreuzstrecke bem Englänber Scott, ben Deutschen Krogmann auszusegeln unb 17 Sek. vor bie- sem bas Ziel zu passieren.
Zwei schwedische Siege in kiel.
Kurz vor dem Start auf der Außenjörbe setzten besonders starke Böen bis zu 16 Sekundenmeter unb mehr ein, so daß bas Segeln zu einer wahren Seemannsprobe würbe. Sämtliche Boote waren pünktlich zur Stelle unb zwar in ber 8-m-k-Klasse 10 Jachten, in ber 6-m-k-Klasse alle gemelbeten 12, in ber Starklasse ebenfalls 12.
In ber 8-m-k-Klasse setzte sich das schwe-
Unbekannte Fracht.
Roman von Frank F.vraun
6. Fortsetzung. Nachbruck verboten!
„Ich habe wenig Geld, John. Wir sitzen hier herum. Du sagst, ein anderes Schiff bekommen wir nicht. Ich fiele dir bald zur Saft und deine Frau würde ungemütlich werden. Man soll eine Freundschaft nicht allzu sehr auf die Probe stellen. Wenn es nach mir ginge, ich nähme an. John."
Schnakenbeck stieß einen Seufzer aus. „Du weißt nicht, wohin du gerätst, Junge", sagte er schwermütig. „Manchmal ist es die Hölle auf Erden. Und es gibt lange Zeit kein Zurück!"
„Wir sind zwei, John, wir werden durchkommen.
„Dann ist das abgemacht", sagte John Schnakenbeck kurz. Er drehte sich um. „Wir nehmen an, Meßlec", rief er lauter als nötig war. Vielleicht wollte er eine letzte innere Warnung übertönen. „Wie steht es mit dem Reisegeld bis Cuxhaven.
„Sie werden doch die paar Mark haben, meine Herren!"
„Sie werden uns die paar Mark lieber geben, Metzler", höhnte Schnakenbeck, den Alten im Tonfall nachahmend.
Metzler stand auf. Plötzlich überkam ihn Geschäftigkeit. Er holte Papiere, Verträge, Formulare. Hier eine Unterschrift, dort noch einmal. Dann Oie Quittung über das Fahrgeld nach Cuxhaven. — Sie tarnen nicht viel zum Sefen ber Papiere, die sie unterzeichneten. Das war nicht gut; aber jie batten sowieso in ben langen Schachtelsätzen nicht viel entdecken können. Die Fallstricke waren gut versteckt.
„Sie müssen gleich fahren, meine Herren »forderte Metzler, unb er zählte bas Gelb auf Den Tisch.
3 Kapitel.
Es roch nach Gemüse, Obst unb frifjer (frbe. Der Bauer hatte ben Wagen für bte Stabt für ben Markt ooUgelaben. Zuunterst bie frischen Kartoffeln rochen nach aufgebrochenen Ackerschollen.
Antje Oelkens ftanb bei ben Pferben. Der Knecht Johann brachte aus bem Haus ihren Schuehkorb.
Sie hatte ben Mann barum gebeten, benn ber Korb war schwer; er enthielt alle ihre Habseligkeiten, Dinge, bie sich im Saufe ber Jahre bei ihr angesammelt hatten unb bie sie nicht im Stich lassen wollte. Sie trug ihr bestes Kleibungsstück auf bem Körper; es war eine Art blaues Kostüm, bas un- mobern geworben war, aber ihr — von ber mv- bifchen Seite abgesehen — gut ftanb. Auch um bies gute, einzige Stück zu schonen, hatte sie ben Johann um bie Gefälligkeit gebeten, ihr ben Korb zu besorgen. Der Bauer sah schon auf bem Bock. Er machte immer noch ein wütenbes Gesicht. Es paßte ihm gar nicht, baß bie Antje ging. Wer hatte sie eigentlich so aufsässig gemacht? Dieser Rubolf Terbrügge etwa? Der alte Terbrügge hatte bieser Tage verkauft unb war in bie Stabt gezogen, nach Hannover. Reist die Antje vielleicht dem Rudolf nach?
Er zog eine Fratze. Dann kam sie sicherlich bald wieder. Denn er hatte erfahren, daß Rudolf Terbrügge nicht mehr bei seinem Vater war. Wo ber Junge steckte, wußte niemanb zu sagen. Auf Ter- brügges Hof machten sich schon frembe Seute bereit, ortsfrembe Arbeiter, von Ingenieuren geführt. Der Pferbeberger hatte wieber einen Bauern zur Strecke gebracht.
Er knallte grimmig mit ber Peitsche. Die beiben Falben traten an, aber er hielt sie erst noch einmal zurück. Die Antje mußte mit. „Steig auf, ber Schließkorb ist verstaut", sagte er nicht gerabe freünblich. Aber Antje hatte härtere, böse Worte in bieten Tagen von ihm zu hären gekriegt, so störte bie[e barsche Aufsorberung sie nicht mehr.
Der Knecht Johann gab ihr bie Hanb „Mach es gut, Antje", sagte er wortkarg unb nickte, eie hielt einen Augenblick bie schwieligen Finger in ihrer Hanb, bann stieg sie zu bem Bauern auf ben Bock. Der Bauer schnalzte mit ber Zunge. „Huh Die beiben Falben zogen an. Der Wagen rollte schwerfällig aus bem Hof.
Antje sah sich noch einmal um. Dies war em Abschieb. Sie wußte es. Aber es tat nicht weh. Der Hof war nie unb in keiner Stunbe eine Heimat für sie gewesen. Das Gnabenbrot hatte bitter geschmeckt unb salzig von Tränen. Sie atmete her auf.
Dec Bauer sah sie von ber Seite an. War bas ein Seufzer gewesen? Wie war er zu verstehen, Erleichterung ober Bebauern? Er würbe aus der
Antje nicht mehr klug. Bruderkind, dachte er Der« bittert, fremdes Kind.
Sie schwiegen. Die schweren Pferdehufe dröhnten gleichmäßigen Takt auf der Sandstraße. Der Boden war überall moorig und gab dumpfen Ton, auch wenn er gestampft war unb Sandstraße hieß. Don den Feldern zur Rechten stiegen Schwärme von Nebelkrähen mit mißtönendem kreischenden Geschrei auf. Es war noch sehr früh am Morgen; dieses erste Gefährt erschreckte sie. Später, wenn die Wagen regelmäßig fuhren, würden sie nur mißtrauisch zur Straße hinüberäugen und den Acker weiter absuchen, ohne aufzufliegen.
Es war eine sehr sonderbare Fahrt. Sie dauerte Stunden, aber die beiden Menschen hinter den Pferden sprachen kein Wort miteinander. Gleich hinter der Brücke über den Mittellandkanal bat Antje den Bauern, anzuhalten. Sie wollte eine Straßenbahn nehmen. Er sah sie an. „Wohin willst du denn überhaupt?" fragte er.
„Zum Bahnhof", antwortete sie ebenso knapp.
Er riß die Augen auf. „Zum Bahnhof.. .?* Eine kurze Weile dachte er nach. Dann schien ihm die Frage berechtigt: „Also willst du nicht in der Stadt bleiben?"
„In dieser Stadt nicht, nein."
Er verfolgte seine eigene Idee. „Hinrich Terbrügge" hob er an, „wohnt in der..."
„Ich will nicht zu Hinrich Terbrügge."
„So, nun, ich dachte nur, er weiß heute vielleicht schon, wo sein Sohn eigentlich steckt , meinte er lauernd. Sie schwieg. Uebergangslos meinte sie bann- „Ich habe etwas Gelb, beine Geschenke habe ich mir gespart. Ich will nach Berlin."
Nach Berlin...", ihm blieb bie Zunge stehen. „Unb in Berlin, was willst bu bort anfangen?"
„Arbeiten."
„Arbeiten konntest bu bei mir/
Darauf antwortete sie nichts.
„Also bann lebe wohl, Antje." Er hielt ihr bie Hanb hin. Sie brückte stumm diese Finger; Dann stieg sie ab. „Hüh...", sagte der Bauer. Die Falben zogen an. Als Der Wagen schon rollte, Jagte Antje halblaut: „Und Dank auch für alles Es war nicht gewiß, ob ber Bauer sie verstauben hatte; er sah sich nicht nach ihr um. Mit zusammenge. bissenen Zähnen saß er auf bem Bock, Zugel unb


