Swens phantastische Weilsprung-Leistung.
Lona gewinnt die „Silberne^ und springt deutschen Rekord.
8m Weitsprung siegte erwartungsgemäß der hervorragende Amerikaner Owens; der Deutsche Lutz Lang (rechts) bestätigte die Erwartungen, die man auf ihn gesetzt hatte, und blieb nur wenige Zenti- Meter hinter dem Amerikaner zurück. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Der von 16 Teilnehmern bestrittene Vorkampf im Weitsprung wurde auf der auf der Nordseite gelegenen Sprungbahn durchgeführt. Bereits im ersten Durchgang setzte sich der tief duckende und tigerhaft anlaufende Jesse Owens mit einer Weite von 7,74 Metern vor dem Japaner T a j i m a mit 7,65 und dem Deutschen Long mit 7,54 an die Spitze und stellte gleichzeitig einen neuen olympischen Rekord auf. (Bisher: j)amm=USA. 7,73 Meter). Im zweiten Durchgang übersprang Jesse Owens zum zweiten Male die olympische Rekordmarke und landete bei 7,87 Meter. Long verbesserte sich auf 7,74 Meter und schob sich damit auf den zweiten Platz vor den Japaner. Großes Pech hatte Leichum, der zweimal bei großen Weiten knapp übertrat. Auch B ä u m l e blieb bei seinem ersten Sprung von 7,32 stehen. Eine großartige Leistung vollbrachte im dritten Gang der Italiener Maffei, der mit 7,73 Metern einen neuen Landesrekord aufstellte und damit ganz dicht zu Long heranrückte. Aber schon kurz daraus setzte Long-Leipzig zu seinem nächsten Sprunge an, erzielte 7,84 Meter und verbesserte damit seine bisherige Bestleistung um zwei Zentimeter. Owens hatte' in diesem Durchgang nur 7,75 erzielt. Dem guten Beispiel von Long folgte Wilhelm Leichum, indem er sich mit seinem ersten gültigen Sprung von 7,52 Meter für die Entscheidung qualifizierte. Dagegen fiel Bäumle aus. Zum Endkampf traten dann folgende sechs Mann an: Owens 7,87 Meter, Long 7,84, Maffei-Italien 7,73, Tajima-Japan 7,74, Clark- USA. 7,60 und Leichum-Deutschland mit 7,52 Meter.
Die Entscheidung.
Ein dramatischer Endkampf entspann sich dann auf der Nordbahn zu Füßen der Ehrenlogen. Der
Leipziger Lutz Long bewies seine große Beständigkeit auch im ersten Sprung der Entscheidung. Mit 7,73 Meter blieb er über dem internationalen Durchschnitt. In diesem Durchgang war er so- garamBesten,daer Owens übertraf. Endloser Jubel galt dem Leipziger, als er im zweiten Durchgang mit 7,87 Meter seinen eben erst aufgestellten deutschen Rekord um weitere drei Zentimeter verbesserte und gleichzeitig mit Jesse Owens zusammen die Spitze hielt. Doch der Amerikaner riß sich zusammen, sprinterte los, und mit mächtigem flachen Sprung erkämpfte er sich mit 7,97 Meter erneut die Führung. Eine weitere schöne Ueberraschung war es für uns, als der nicht recht in Form scheinende Wilhelm Leichum in seinem letzten Sprung alles auf eine Karte setzte und sich mit 7,73 Meter zusammen mit dem Italiener Maffei den 4. und 5. Platz teilte. Den Höhepunkt des großartigen Kampfes aber bildete wieder einmal Jesse Owens, der mit dem letzten Sprung von 8,06 Meter einen neuen Weltrekord aufstellte und damit seinem zweiten Olympiasieg eine besondere Bedeutung gab.
Die Siegerehrung.
Gleich nach Owens Weltrekord lief Long auf den Amerikaner zu und gratulierte ihm zu seinem zweiten Sieg. Wenige Minuten später folgte die Siegerehrung. Owens erhielt das Eichenbäumchen für seinen Sieg, Long und der Japaner Tajima wurden mit dem schlichten Lorbeerkränzchen geschmückt. Nach dem Verklingen der amerikanischen Nationalhymne verließen Owens und Long Arm in Arm den Jnnenraum .
Die Kämpfe aus der Aschenbahn.
Helen Stephens dieGchnellste der Welt
Die 100-7Neter-Entscheidung der Frauen.
Die Ansprache des schwedischen Forschers Sven H e d i n an die Olympiakämpfer verzögert den Start zum 100-Meter-Endlauf der Frauen. Die Startverteilung der Plätze ist von innen nach außen: Dollinger, Rogers, Albus, Stephens, Krauß, Walasiewicz.
Die Spannung war nicht geringer, als bei der gleichen Entscheidung der Männer am Vortage. Die Amerikanerin Rogers ist am schnellsten flott, doch schon nach fünf Metern geht Helen Stephens mit ruhigem, fast 2,70 Meter langem Schritt auf und davon. Die junge Amerikanerin ist um eine Klasse überlegen. Den zweiten Platz hält die Polin Walasiewicz nach schärfstem Kampf mit Käthe Krauß, Ebrunq der Sieger im Hammerwerfen
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In der Mitte Hein, links von ihm B l a s k und im Vordergrund der Schwede O. A. W a r n g a r d, der die Bronzene Medaille erhielt.
(Presfe-Bild-Zentrale-M.)
die nur ganz knapp unterliegt. Marie Dollinger kommt nach schlechtem Start noch vor der zweiten Amerikanerin Rogers und der Deutschen Albus als Vierte ein.
8 mal Dorlauf über 200 Meter,
van Veveren in 21,4.
Geschlossen kommt das Feld nach einwandfreiem Start im ersten der acht 200-Meter-Vorläufe weg. Der Holländer van Beveren auf der dritten Bahn schafft sich schon in der Kurve prächtig nach vorne, hat eingangs der Zielgerade einen klaren Vorsprung und gewinnt mit 5 Meter in der hervorragenden Zeit von 21,4 Sekunden vor dem Argentinier Beswick.
Ofendarp vor Schein.
Schein hat die erste Bahn. Er läuft kraftvoll die ersten 100 Meter, liegt nach der Hälfte an zweiter Stelle hinter dem führenden Holländer Osendarp, der in 21,7 Sekunden leicht gewinnt. Pennington (England) kommt als Dritter auf der Außenbahn.
Owens läuft olympische Rekordzeit.
Im dritten Vorlauf steht der Deutsche Meister Neckermann auf der vierten Bshn. Der Neger Jesse Owens hat wieder einmal die Außenbahn. Neckermann geht kraftvoll in die Kurve und liegt nur zwei Meter hinter dem verhalten laufenden Neger. Auf der Geraden kommt der Kanadier Orr mächtig auf und überholt den Deutschen. Der Mannheimer muß zum Schluß noch hart mit dem Briten Sweeney um den dritten Platz streiten, den er durch doppelte Handbreite zu seinen Gunsten entscheidet. Wiederum war nichts zu sehen, daß der Olympiasieger Jeffe Owens bei seinem spielend leichten Vorlauf mit 21,1 Sekunden neue olympische Rekordzeit erzielen würde. Er war damit um eine Zehntelsekunde besser als sein schwarzer Landsmann Tolan 1932 in Los Angeles.
Humber gewinnt den 4. Vorlauf.
Im vierten Vorlauf fehlen der Japaner Suzuki und der Jugoslawe Dremil. Der Kanadier Humber läuft mit dem Ungarn Gyenes auf den Fersen scharf durch und gewinnt in 22,1 Sekunden ganz knapp. Für den Ungarn wird die gleiche Zeit gemessen. Der Oesterreicher Rinner kommt als Dritter, stark angefeuert, noch in den Zwischenlauf.
Hänni vor Frangoudis.
, • ®ried>e Frangoudis ist auf der Innenbahn ms 100 Meter der Schnellste, dann kommen der Ungar Sir und Hänni stark auf. Hänni siegt sicher in 21,9 Sekunden vor dem Griechen und dem Ungarn, die fast in gleicher Höhe durchs Ziel gehen.
Theunissen schlägt TNcPhee.
Den sechsten Vorlauf holt sich der Südafrikaner Theunissen in 21,7 Sekunden zusammen mit dem Kanadier McPhee, der bis 150 Meter klar führt, dann aber dem Vertreter des Springbockes den Vortritt läßt. Der Finne Strandvall erobert sich den dritten Platz.
Steinmetz wird Dritter.
Den vorletzten Vorlauf bestreitet der Deutsche Steinmetz auf der fünften Bahn, da die Innenbahn freigehalten wird. Der Amerikaner Packard läuft innen sehr scharf in der alten olympischen Rekordzeit von 21,2 Sekunden das Rennen nach Hause. Der Deutsche liegt dauernd an zweiter Stelle und läßt erst auf den letzten 30 Meter den Südafrikaner Grimbeck vorbei.
Robinson Sieger im letzten Vorlauf.
Der amerikanische Neger Robinson gab im achten und letzten Lauf eine Probe seines Könnens zum besten. Auf der Innenbahn liegt der riesige Schwarze sofort an der Spitze und gewinnt mühelos mit drei Meter Vorsprung in 21,6 Sekunden. Hinter ihm entspinnt sich ein erbitterter Kampf, aus dem überraschend der Finne Tammisto um Handbreite gegen den Argentinier Hofmeister als Sieger hervorgeht. Ihre Aussichten haben damit der Ungar Minai, der Oesterreicher König und der Belgier Devrint begraben müssen.
Die deutschen Hürdler ausgeschieden.
Scharfe Vorenscheidungskämpfe brachte die 4 00- Meter » Hürden st recke. Schon der erste Lauf gibt einen Vorgeschmack von den zu erwartenden packenden Kämpfen. Kürten auf der Innenbahn liegt bis zu 300 Meter glänzend. In der Zielkurve kommt er jedoch an der drittletzten Hürde zum Straucheln und aus dem Rhythmus. Amerikas Weltrekordmann Glenn H a r d i n g läuft auf der Außenbahn souverän und gewinnt in 53,2 Sek. vor dem überraschend schnellen Philippinen White und dem sich ins Ziel werfenden und stürzenden Griechen M a n d i k a s und dem gleichauf liegenden Schofield (USA). Die Ankunft zwischen den beiden ist so knapp, daß zum zweiten Male die Zielphotographie abgewartet werden muß, um festzustellen, wer als Dritter in den Endlauf kommt.
Die 800-Meter-Entscheidung.
Um den Bewerbern im 800-Meter-Endlauf die Möglichkeit zu geben, mit größter Geschwindigkeit in die Kurven zu gehen, wurden Start und Ziel für die zwei Runden lange Strecke um 40 Meter zurück genau in die Höhe der Führerloge verlegt. Nach einem durch Lanzi verursachten Fehlstart schießt der schwarze Kanadier Edwards nach vorn und führt das dicht geschloffene Feld in sehr mäßigem Tempo durch die erste Runde, die in 57,4 Sek. zurückgelegt wurde.
Ueberraschend ist das langsame Tempo, das sich erst nach dem Läuten der Glocke verschärft. Nun übernimmt Woodruff die Führung. Edwards versucht, den Amerikaner zu überholen, aber Woodruff läßt>
den Kanadier nicht vorbei. 200 Meter vor dem Ziel geht der Italiener Lanzi vor. Er ist noch völlig frisch, kann aber den mit zwei Metern führenden Woodruff, der nun auch erst ganz ausläuft, nicht mehr erreichen. Edwards ist zurückgefallen und wird nur Dritter vor dem Polen Kucharski, der die berühmten Amerikaner Hornbostel und Wil- liamson sicher in Schach hält.
Die Siegerzeit von 1:52,9 Min. enttäuscht, ist aber durch das schwache Anfangstempo erklärt. Nach vier olympischen Erfolgen wurde in diesem Wettbewerb Englands stolze Tradition zum ersten Male durchbrochen.
Die 8000-Meter-Vorläufe.
Etwas enttäuscht wurden wir von dem Abschneiden unserer 5000-Meter-Läufer. Alle drei deutschen Vertreter, nämlich Becker, Stadler und S y - ring gaben sich zwar in ihren Vorläufen die erdenklichste Mühe, aber zu einem der fünf ersten Plätze, der zur Teilnahme am Endkampf berechtigt, reichte es keinem.
Im er ft en der drei Vorläufe sind 15 Läufer am Start. Unter Führung des Ungarn Simon bleibt das Feld lange geschlossen zusammen. Erst vier Runden vor Schluß bildet sich eine aus Cerati (Italien), Lalh (USA.), Stadler (Deutschland) und Siefert (Dänemark) bestehende Spitzengruppe. In den letzten beiden Runden gehen Cerati und Siefert los, Salminen (Finnland), Reeve (England) und Lash folgen in einigem Abstand. Der Italiener gewinnt in 15:01 vor dem Dänen Siefert, Lash (USA), Salminen (Finnland), Reeve (England), Jansson Schweden und Lefevre (Frankreich). Stadler wird Achter.
12 von den 13 gemeldeten Teilnehmern nehmen das zweite Vorrennen auf. Mit Ausnahme des sofort abgehängten Mexikaners Gonzalez bleibt der starke Trupp eng beisammen. Erst auf den letzten 1400 Meter stößt der Finne Gunnar Höckert vor und gewinnt in 15:10,2 vor dem sehr gut gelaufenen Engländer Close, dem Polen Noji, dem Schweden Hellström und dem Norweger Hansen. Der Deutsche Becker hielt sich im ersten Teil recht achtbar in dieser „vornehmen" Gesellschaft, dann gab er sich jedoch geschlagen und belegte schließlich den 10. Platz.
Im Zeichen des Schweden „Kalärne" Jonsson stand der dritte Vorlauf. Syring lag nach der Hälfte des Rennens schon an zehnter Stelle; er arbeitete sich auch in schönem Lauf noch zwei Plätze vor, kam aber ebenso wie vorher schon Stadler und Becker nicht in den Endlauf. Drei Runden vor Schluß stürmte der Schwede mit langen Sätzen davon und siegte mit großem Vorsprung in der schnellsten Vorlaufszeit von 14:54.
Oberleutnant Handrick hält die Führung! tteberragende Leistungen im Modernen Fünfkampf.
Mit die schwerste Prüfung hatten die Teilnehmer am Modernen Fünfkampf am Dienstag zu bestehen. Auf dem Schießplatz in Ruhleben hatte jeder der Fünfkämpfer 20 Schuß auf die 25 Meter entfernt stehende Einmann-Scheibe mit der Pistole abzugeben, wobei für die vier Serien zu je fünf Schuß je drei Sekunden pro Schuß zur Verfügung standen. Zwischen den einzelnen Schüssen war je eine Pause von zehn Sekunden eingelegt. Die Abwicklung ging auf Grund der elektrischen Einrichtung schnell und vor allem fehlerfrei vonstatten.
Als bester Schütze erwies sich der Amerikaner Lt. Leonard, der das fast Unmögliche vollbrachte, 200 Ringe bei 20 Treffern zu erreichen. Dadurch hat er zugleich einen neuen Rekord aufgestellt. Oblt. Thofelt-Schweden und Oblt. WeberUSA. konnten anfangs mithalten, kamen aber an die Überragende Leistung Leonards nicht heran.
Von unseren deutschen Vertretern war wieder Oblt. Handrick der beste, der in den vier Serien 48, 48, 49, 47 Ringe erzielte. Lt. L e m p kam auf 46, 48, 48, 46 Ringe und Uoffzr. B r a m f e l d auf 48, 45, 44, 46 Ringe. Oblt. H a n d r i ck belegte im Pistolenschießen den vierten Platz und sicherte sich damit in der Gesamtwertung weiterhin die Führung. An die zweite Stelle in der Bewertung des Modernen Fünfkampfes nach Abwicklung von drei Uebungen hat sich nunmehr der schwedische Fünfkämpfer Oblt. Thofelt geschoben, der im Schießen auf den sechsten Platz kam. Der Sieger im Pistolenschießen, Lt. Leon- Hard-USA., hält jetzt in der Gesamtwertung den dritten Platz vor Oblt. Abba-Italien, der den Geländeritt gewonnen hatte. Lt. L e m p sicherte sich im Schießen den 11. Platz und steht damit in der Gesamtwertung an 11. Stelle, während Uoffzr. B r a m f e l d im Schießen die Platzziffer 19 erhielt und damit den 28. Rang einnimmt.
Das Olympische Poloturnier.
Deutschland spielt gegen Ungarn 8:8.
Das zweite Spiel des Poloturniers zwischen Deutschland und Ungarn endete unentschieden 8:8; die Ungarn waren zwar technisch besser, aber die
Deutschen spielten überaus eifrig und glichen diesen Vorteil des Gegners durch ihren großen Kampfgeist wieder aus. Die Ungarn führten schon 4:0 in den beiden ersten Spezialabschnitten, aber nach und nach kamen die Deutschen auf. Bei Schluß des letzten Spielabschnittes stand das Treffen 8:8 und mußte so nach den Regeln verlängert werden. Da auch in der Spiel-„Streckung" fein Treffer erzielt wurde, mußte die Begegnung für Donnerstag neu ange- setzt werden. Dann geht es bis zur Entscheidung!
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Beim Schießen der Fünfkämpfer überraschte bet amerikanische Leutnant Leonardmit einem neuen Weltrekord. Mit 20 Schuß erzielte er 200 Ringe, die Höchstzahl der überhaupt möglichen Ringe.
(Presse-Bilo-Zentrale-M.)
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Blick auf den Schießstand des III. Bataillons Infanterie-Regiments Nr. 67 in Ruhleben wo bas Schnellfeuer-Pistolenschießen der Fünfkämpfer stattfand. — (Scherl-Bilderdienst-M.)


