jeder eine Veruntreuung.
Unterschlagungen beim Gießener Etadtbauamt aufgedeckt. 3 Personen verhaftet
Die Pressestelle der Stadtverwaltung Gießen teilt uns mit:
Trotz schärfster Kontrollmaßnahmen gelingt es immer noch einigen für die Volksgemeinschaft untragbaren Elementen, sich auf Kosten ihrer Volksgenossen oder durch Schädigung der Behörden zu bereichern. Herr Stadtbaurat G r a v e r t vom Städtischen Hoch- und Tiefbauamt wurde vorgestern bei gelegentlicher Kontrolle auf dem Lohnbüro des Städtischen Hoch- und Tiesbauamtes auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam. Eine kurze Nachprüfung ergab, daß rund 2 0 0 0 Mark durch Fortführung bereits entlassener oder erkrankter Arbeiter unterschlagen wurden.
Baurat G r a o e r t erstattete dem Oberbürgermeister Bericht, der sofort die Verhaftung des Verdächtigen veranlaßte. Durch energisches Zufassen der Kriminalpolizei wurde jede Verdunkelung verhindert. Die Vernehmungen führten zur sofortigen Festnahme von zwei weiteren daran beteiligten Personen, einem städtischen Angestellten und einem Oberassistenten.
Der Oberbürgermeister beauftragte sofort das am 1. April neu eingesetzte Rechnungsprüfungsamt mit der Vornahme genauerer Ermittlungen, und es besteht zu befürchten, daß der unterschlagene Betrag sich noch weiter erh ö h e n wird. Die Unterschlagungen scheinen mit größter Gerissenheit vorgenommen worden zu sein, da schon seit Monaten die Prüfung der Lohnbücher vor Auszahlung durch einen Beamten der Hauptverwaltung angeordnet war und durchgeführt wurde. Die Unterschlagungen gehen zurück bis zum Spätherbst
Es ist bezeichnend für die Frechheit der drei An- geklagten, daß si diese Betrügereien bis m die letzten Tagen forl,ührten, obwohl sie wissen mußten, daß durch die Nachprüfungen des neueingesetzten Rechnungsprüfungsamtes die Veruntreuungen keinesfalls verheimlicht werden konnten.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Stadtverwaltung müssen abgewartet werden, bis ein abschließendes Urteil über diesen Fall gebildet werden kann.
Aufruf
an alle Schaffenden in der Landwirffchafi.
NSG. Die Landwirtschaft hat die bedeutungsvolle Aufgabe, die Ernährung unseres Volkes sicherzustellen. Diese große Tat kann nur gelingen, wenn alle Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, angefangen beim Bauer und der Bäuerin bis zum letzten Arbeiter auf dem Hof, sich ihrer Verantwortung bewußt sind und sich diesem Dienst an der Gemeinschaft des Volkes nicht entziehen. Die Arbeit auf der Scholle ist hart und schwer. Reichsnährstand und Treuhänder der Arbeit haben auf den verschiedensten Gebieten Maßnahmen ergriffen, um die Arbeitsverhältnisse zu ordnen. Der Treuhänder der Arbeit regelt in Tarifordnungen die Lohn- und Arbeitsbedingungen und wacht über den Arbeitsfrieden. Der Reichsnährstand nimmt die soziale und berufliche Betreuung der Gefolgschaft wahr.
Trotz all dieser Maßnahmen mehren sich in letzter Zeit die Klagen aus der Landwirtschaft, daß Gefolgschaftsmitglieder vertragsbrüchig geworden sind und ihre Arbeitsstelle ohne Grund fristlos verlassen haben. Weder der Treuhänder der Arbeit, noch der Reichsnährstand können ein solches Verhalten billigen. Ein Arbeiter, der grundlos seinen Arbeitsplatz verläßt, macht sich einer gröblichen Ver
letzung der in der Betriebsgemeinschaft begründeten sozialen Pflichten schuldig und hat damit zu rechnen, daß die gegebenen gesetzlichen Vorschriften unnachsichtlich gegen ihn zur Anwendung gebracht werden.
Bei Meinungsverschiedenheiten wende man sich daher stets zunächst an die zuständige Dienststelle des Reichsnährstandes, die für die Beseitigung etwaiger Streitigkeiten und Mängel auf gütlichem Wege sorgen wird. Das vorzeitige Verlassen der Arbeitsstelle bringt der Landwirtschaft einen erheblichen Schaden und gefährdet die ordnungsmäßige Einbringung der Ernte und damit die Ernährung des deutschen Volkes. Wir rufen deshalb alle Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, Bauer, Landwirt und Landarbeiter auf, sich gegenseitig die in der Betriebsgemeinschaft begründete Treue zu halten.
Dr. Wagner, Landesbauernführer.
Schwarz,
Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen.
Mädel, die Ernte ruft!
Aufruf des BDM. Obergau Hessen-Nassau.
NSG. Jeder trockene schöne Tag muß jetzt ausgenutzt werden, um das reiche Saatgut, das noch draußen auf den Feldern ist, um die ganze reiche Ernte dieses Jahres in die Scheuern zu bringen.
TNädel, der Bauer braucht dringend Hilfe, braucht Hande, Arme, die willig und tatkräftig zupacken!
BDAI.-Mädel! Für uns gibt es im Augenblick nur diese eine große Pflicht: dem Bauern mit all unserer Kraft bei der Ernte zu helfen!
Die Arbeit dort draußen ist Arbeit, ist Dienst am Bott! Denn Brot ist Leben!
Alle Mädel, die sich nur irgend freimachen können, melden sich umgehend bei ihrer zuständigen BDM.-Führerin; diese setzt sich sofort mit dem Ortsbauernführer in Verbindung, der dann die Verteilung der Hilfskräfte vornimmt.
Sollte in Eurem Heimatort die Hilfe nicht so dringend nötig sein, so mangelt es bestimmt im Nachbardorf an Arbeitskräften, in solchen Fällen
werden die Meldungen an die Bezirksbauernschaften gegeben.
Auch die $ f abf mäb el müssen helfen! IBenbet euch an bie nächste Bezirksbauernschaft. Denkt nicht, weil ihr bie Canbarbeit nicht gewöhnt feib, könntet ihr keine Hilfe sein, wer will, kann viel! Unb bah ihr wollt ist Ehrensache! Selbstverständlich ist in Notstandsgebieten unsere Hilfe freiwillig und ohne Entgelt. Mädel, die länger beim Bauern bleiben wollen, bekommen Entgelt.
BDM.-Mädel! Ihr wißt, daß es auf uns ankommt. Die Ernte ruft, das Land braucht uns! Wir sind bereit, wie immer, wenn es zu schaffen gibt für unser Land und Volk!
Kreis Alsfeld.
I. Deckenbach, 5. Aug. Unser Mitbürger Philipp Pfaff wird am morgigen Donnerstag, 6. August, 7 7 Jahre alt. Am gleichen Tage kann der Mitbürger Johannes Keller seinen 7 8. Geburtstag begehen. ______
Oberheffen.
Zusammenschluß der beiden Genoffen- schaften in Klein-Linden.
CO Klein-Linden. 4. Aug. Im genossen- schaftlichen Leben unserer Gemeinde ist ein beachtenswerter Fortschritt zu verzeichnen. Die beiden Genossenschaften unserer Gemeinde, die Sparund Darlehnskasse Klein - Linden GmbH, und der Spar- und Darlehns- kassenverein Raiffeisen GmbH., haben am Montagabend freiwillig, ohne von einer anderen Seite angeregt oder gedrängt zu werden, ihre Verschmelzung vollzogen. Nachdem sich schon in früheren Sitzungen die Vorstände beider Genossenschaften über die Verschmelzung einig geworden waren, bestätigten die außerordentlichen Generalversammlungen der Genossenschaften, die am Montagabend im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" abgehalten wurden, durch beiderseitige einstimmige Beschlüsse die Verschmelzung. Anschließend an die getrennt abgehaltenen Generalversammlungen wurde die erste gemeinsame Generalversammlung durchgeführt.
Bürgermeister Fischer als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Spar- und Darlehnskasse gab die einstimmig gefaßten Beschlüsse bekannt, begrüßte den Zusammenschluß und ermahnte die Genossen, sich nun geschlossen hinter die jetzt einzige Kasse unseres Dorfes zu stellen unb auch die Geldgeschäfte bei der Kasse zu tätigen. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann, der den Versammlungen beigewohnt hatte, gab seiner Freude über den Zusammenschluß Ausdruck. Verbandsoberrevisor Hartmann sprach über die Geschichte des Genossenschaftswesens in unserm Gau unb über die segenbringende Einrichtung der Genossenschaften in den Landgemeinden. Auch er forderte dazu auf, im Geiste echter Volksgemeinschaft für das Wohlergehen der Spar- unb Darlehnskasse zu werben. Mit dem Gruß an den Führer schloß Bürgermeister Fischer die Versammlung.
Der Spar- und Darlehenskassenverein Raiffeisen Klein-Linden war in der Inflationszeit gegründet worden, in der Hauptsache wegen gemeinsamen Warenbezugs. Er hat sich unter einer sehr umsichtigen Leitung zum Segen unserer Gemeinde ausgewirkt. Die Spar- unb Darlehnskasse Klein-Linden GmbH, wurde im Jahre 1923 ins Leben gerufen und befaßte sich nur mit Geldgeschäften. Sie ist in den letzten Jahren in ihrem Umfang bedeutend gewachsen und jetzt nach der Verschmelzung mit dem Raiffeisenverein die einzige Sparkasse unserer Gemeinde. Von den seither im Vorstand bzw. im Aufsichtsrat des Raiffeisenvereins tätigen Mitgliedern wurden Heinrich Ufer, Otto Hahn und Ludwig Volk IV. in die Verwaltung der Spar- und Darlehnskasse berufen. Möge sich der Zusammenschluß der Genossenschaften zum Segen für unsere Ge- i je ruswirken.
Landkreis Gießen.
* Steinbach, 5. Aug. Frau Margarete P i tz, geb. Gerhard, begeht am heutigen Mittwoch in körperlicher und geistiger Frische ihren 7 0. Geburtstag.
s. Lang - Göns , 4. Aug. Die NS.-Gemein- fchaft „Kraft durch Freude" veranstaltet nächsten Sonntag einen Heimatabend in der Turnhalle. Spiele und Tänze werden den Abend füllen. Der bekannte „Kunneroad aus de Wear- rcra" wird mit feiner NS.-Spielfchar dabei fein. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr. Eintritt 50 Pf.
* Hungen, 5. Aug. Der Gastwirt Wilhelm P l e t s ch I., Hungen begeht am 8. August in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 3. Aug. Die Freiwillige Feuerwehr hielt am Samstag im Gasthaus „Zur Traube" eine außerordentliche Generalversammlung ab. Nach Begrüßung durch Oberbrandmeister Heinrich Kopp gab Bürgermeister Högy
bekannt, daß die Wehr von der Aufsichtsbehörde als „öffentliche Feuerwehr" anerkannt unb hiermit als Feuerlöfchpolizei zum Tragen des Hoheitsabzeichens berechtigt fei. Sodann wurden die Bestimmungen der neuen Satzung durch Oberbrandmeister Kopp vorgetragen, die einstimmig Annahme fanden. Der Kommandant der Wehr schloß, nachdem noch einige kleinere Angelegenheiten ihre Erledigung gefunden hatten, die Versammlung mit dem Treuebekenntnis zum Führer.
# Groß-Eichen, 4. Aug. Nach vorausgegangener Uebung fand am Samstagabend bei Mitglied Karl Merz eine außerordentliche General- Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Der Kommandant, Brandmeister Heinrich Burk, begrüßte die Wehrmänner. Wehr- mann Otto Stamm verlas die neuen Satzungen, die unverändert angenommen wurden. Dann gab der Vorsitzende noch einige Dereinsangelegenheiten bekannt und schloß hieraus die Versammlung in üblicher Weise.
= Hartmannshain, 3. Aug. Em durchreisender Autobesitzer, der hier übernachtete, wurde von einem raffinierten Diebstahl betroffen. Zur Sicherung seines Autos, das er an einer leicht zugänglichen Stelle stehen ließ, legte er an Vorder- und Hinterrad des Wagens eine starke Kette mit einem kräftigen Schloß. Jedoch am nächsten Morgen war das Fahrzeug v e r f ch w u n- den. Die Kette war mit einer Ueberfetzungszange durchschnitten worden. Der Täter hatte obendrein am Platze einen Zettel mit einer höhnischen Be- merfung zurückgelassen. Die sofort benachrichtigte Polizei konnte schon an demselben Tage den Wagen in Lauterbach in Sicherheit bringen und den Dieb verhaften.
# Ober-Ohmen, 4. Aug. In einer der letzten Nächte hat ein bis jetzt noch unbekannter Dieb einem Arbeiter den größten Teil seiner Kartoffeln auf einem Gartenstück g e st o h - l e n. Derartige Spitzbuben gehören unnachsichtlich an den Pranger gestellt.
Kreis Bübingen.
ch Bad Salzhausen, 3. Aug. Am Samstag hätte 5Te Autofahrt eines bei einem Niddaer Autogeschäft tätigen Chauffeurs beinahe sehr schlimm geendet. Auf dem Rückweg von hier überführ er auf der Landstraße nahe der Eisenbahnüberbrückung die Außenkurve und rannte gegen einen Baum, wodurch der jugendliche Wagenlenker eine Gehirnerschütterung und mehrere Gesichtswunden davontrug. Das fast noch neue Auto wurde zertrümmert.
/X Bleichenbach, 3. Aug. Getreide- und Kartoffeläcker, die an größere Waldungen angrenzen, sind eben häufig der Verheerung durch Wildschweine ausgesetzt. Dieser Tage mähte ein hiesiger Landwirt Weizen in der Nähe des Gemeindewaldes, als auf eine Entfernung von etwa 20 Meter ein Rudel Wildschweine, 12 bis 15 Stück, in dem Fruchtacker die Köpfe reckte und bann langsam den Wald aufsuchte.
Kreis Wetzlar.
§ Dornholzhausen, 3. Aug. Am Samstag ließ ein auswärts wohnender Grundstücksbesitzer seine in der hiesigen Gemarkung gelegenen Grundstücke verpachten. Hierbei wurden folgende Pachtpreise erzielt: Ackergrundstücke der Boden- -klassen IV und V = 2 Mark je Ar, geringere Klassen 1 bis 1,50 Mark je Ar. Bei Wiesen lagen die Pachtpreise um etwa 20 v. H. über denjenigen für Ackergrundstücke.
<> Niederkleen, 3. August. Gestern nachmittag trafen 10 Arbeitsdien st männer aus dem Arbeitsdienstlager Straßebersbach hier ein, die bei verschiedenen Landwirten als Erntehelfer eingesetzt werden sollen. Die Arbeitsdienstmänner haben überall eine freudige Aufnahme gefunden.
Sport-Photographie.
i3on Walther Appell.
Schon bei den Ausfcheidungswettbewerden für die Olympischen Kämpfe, die zusammen mit der Suche nach dem unbekannten Sportsmann in vielen Städten abgehalten wurden, versuchte sich mancher auf dem schwierigen Gebiet der Sport-Photographie. Die meisten werden inzwischen gemerkt haben, daß es auch hier ratsam ist, entweder gute oder gar keine Ausnahmen zu machen. Mag einer in der Lage sein, zu den Olympischen Spielen nach Berlin zu fahren, oder mag er bei den vielerorts zweifellos folgenden Sportkämpfen unter Teilnahme ausländischer Olympia-Gäste photographieren wollen — er soll ukld kann sich vor Enttäuschungen bewahren. Dabei sind die Fehlschläge nicht immer in photographischen Fehlern begründet. Die Aufnahme kann freilich auch verwackelt fein — was bei billigen Apparaten und einfachen Verschlüssen mit einem nicht weiter bestimmten „Moment" fast immer der Fall sein wird, wenn es sich um rasche Bewegungen aus nicht zu großer Entfernung hanoelt. Andere haben einen guten Apparat mit einem fabelhaften Schlitzverschluß, der kürzeste Belichtungszeiten erlaubt. Aber gerade die werden ihm zur Ursache seiner Mißerfolge, denn er vergaß, daß zu den kürzesten Belichtungen eben das allerhöchst-empsind- liche Material und meist auch eine besonders angepaßte Entwicklungsmethode gehört. Er vergaß vielleicht auch, daß schon im Oval eines Stadions mit ansteigenden Rängen die Lichtverhälnisse selbst bei hell im Oval liegender Sonne weniger günstig sein können als auf freier, weiter Kampfbahn. Um solche und andere Fehler zu vermeiden, ist es notwendig, daß jeder seinen Apparat recht gut kennt und seine Leistungsfähigkeit beurteilen kann. Deshalb feien in dieser allgemeinen Betrachtung keine Angaben über notwendige oder mögliche Belichtungszeiten gemacht, die von vielen, in jedem einzelnen Fall verschiedenen Einflüssen und oft sogar von Zufälligkeiten abhängen können. Aber einige Ratschläge über die r i cht i g e Auffassung des jeweiligen Motivs seien gegeben — auf die Gefahr hin, daß nun die eine ober andere Sportaufnahme weniger gemacht wird. Nichtssagende oder schlechte Aufnahmen find sowieso entbehrlich.
Wie beim Photographieren naturkundliche Motive, so muß auch beim Photographieren sportlicher Kämpfe gefordert werden, daß der Photograph einigermaßen mit den Dingen vertraut ist, um die es sich handelt. Er wird sonst nur ausnahmsweise eine Sportaufnahme zustande bringen, die ihm und anderen Freude macht. Denn es ist bei
jeder Sportart wichtig, das Charakteristische zu erfassen. Die wilde Jagd einiger Sportler über eine Wiese braucht noch lange nicht „Fußball" zu sein — aber wer Bescheid weiß, der erfaßt eben doch einen Moment, wo die Bewegungen der Spieler unverkennbar typisch sürdiese eine Sportart sind, mit keiner andern verwechselt werden können. Dabei braucht nicht einmal immer der Ball mit im Bilde zu sein, wenn es auch ebenso erwünscht ist wie bei Tennisbällen usw., und auch bei den Gerätschaften der Wurfübungen: Diskus, Speer, Kugel usw. Ist das nicht möglich, so wird doch in jeder Sportart ein Moment der Bewegung sein, der ihr ganz eigentümlich ist und sie auch im Bilde treffend spiegelt. Dabei ist es gleich, ob wir etwa bei den Üebungen eines besonderen Kräfteeinsatzes den Moment der höchsten Spannung oder die folgende Entspannung, ob wir bei Sprüngen den Anlauf, den Leistungshöhepunkt oder den Absprung photographieren.
Schwieriger als Einzelwettbewerbe sind natürlich Rennen und dergleichen aufs Bild zu bekommen. Handelt es sich um weit auseinandergezogene Gruppen, so müssen wir uns mit dem interessantesten Teil begnügen — und müssen im übrigen hoffen, zugleich den spannend st en Teil des Rennens auf die Platte ober den Film bekommen zu haben. Bei den meisten Wettbewerben wird es ohne große Mühe möglich fein, mit dem guten neuen Aufnahmegerät mehrere Aufnahmen zu machen: Start, Kämpfe, Sieg. Niemals dürfen wir vergessen, worum es uns geht: nicht um Bilder (Porträts) von Sportlern, die gewiß auch von Interesse sein mögen. Bei der eigentlichen Sport- Photographie aber geht es um den Einsatz und Siegeswillen, um Kamps und Ehrgeiz, umgesetzt in Bildwirkung, welche uns das spannende und vielleicht sogar aufregende Erlebnis festhalten soll. Nur nebenher sei erwähnt, daß auch die Anteilnahme der Zuschauer den Verlauf und das Erleben eines Kampfes treffend kennzeichnen können. Doch müssen wir uns hierbei besonders geschickt anstellen, wenn unser Photographieren nicht als Belästigung aufgefaßt werden soll. Und wiederum gilt die Forderung, daß nicht nur ein Stadion oder Sportplatz voll Menschen der Inhalt unseres Bildes sein soll, sondern daß die Menschen, vielleicht nur eine kleine Gruppe oder nur ein einziger, in ihrem Ausdruck, in Haltung und Geste Spannung, Jubel oder auch Aerger über einen versagenden, geschlagenen Favoriten erkennen lassen.
Daß wir andere mit unserem Photographieren, zumal bei dichtbesehten Tribünen, nicht stören dürfen, ist selbstverständlich. Außerdem empfiehlt es sich, jedesmal sich zu vergewissern, ob das Photographieren erlaubt ist. Für die Berliner Mympischen
Kämpfe wurde es unbeschränkt erlaubt — aber das ist nicht immer und überall der Fall.
Rekordleistungen im Tierreich.
Im Tierreich finden sich fast alle Arten von Sportleistungen vertreten, wie wir sie bei den Olympischen Spielen beobachten, und von manchen Tieren werden Rekorde aufgestellt, die der Mensch niemals erreichen wird. Einige Beispiele im Hoch- und Diefsprung, im Weitsprung, im Laufen, Schwimmen, Tauchen, Klettern und im Fluge stellt Rudolph Schiffel in der Leipziger „Jllustrirten Zeitung" zusammen. Unter den Wirbeltieren gilt allgemein das Riesenkänguruh als bester Springer; es erreicht in der Flucht über zwei bis drei Meter hohes Buschwerk sechs bis zehn Meter. Diese Leistung wird aber noch vom Gibbon, dem Langarmaffen Indiens und der Malaiischen Inseln, übertroffen, der sich bis 13 Meter weit von Ast zu Ast schnellt und dabei noch im Sprunge die Richtung wechselt. Der Guerezaasfe in Ostasrika federt sich bis 15 Meter weit vom schwingenden Ast in die Tiefe und Weite, wobei er von seinem weißseidigen Haarmantel und dem langhaarigen buschigen Schweif getragen wird. Auch unser Eichhörnchen ist ein Meister im Klettern und Springen; wenn es vor dem Baummarder flüchtet, so wagt es Tiefensprünge vom höchsten Wipfel des Baumes-bis 20 Meter hinab auf den Erdboden. In der Not stürzt sich die Gemse vom Felsengrat 13 bis 16 Meter hinunter in die Tiefe oder überspringt sieben Meter breite Schluchten und findet dabei sicher auf kleinstem Stützpunkt Halt. Der Hirsch setzt über Hindernisse von drei Meter Höhe, der Löwe sogar von vier Meter hinweg. Das Rennpferd führt Sprünge von sieben bis acht Meter Weite aus. Aus dem Wasser schnellt sich der Delphin in lustigen Sprüngen in die freie Luft, Lachse schlagen so kräftig gegen das Wasser, daß sie auf der Wanderung nach ihren Laichplätzen in weitem Bogen von vier bis sechs Meter Länge und zwei bis drei Meter Höhe Hindernisse überwinden. Der fliegende Fisch schwebt auf der Flucht vor seinen Verfolgern in Sprüngen aus dem Wasser bis 200 Meter in der Lust.
lieber die Schnelligkeit beim Lausen der Tiere liegen nur wenige genaue Messungen vor. Rennpferde, Willlesel, Gazellen, Strauße und auch Kamele sind ganz hervorragende Läufer. Das Pferd leistet im gewöhnlichen Galopp fünf bis neun Meter in der Sekunde, beim Renngalopp bis 15 Meter; als Rekord gilt das Zurücklegen einer englischen Meile, 1608,6 Meter, in einer Minute 22 Sekunden. Der Amerikaner Andrews verfolgte auf einer Forschungsreise in Asien Wildesel und Gazellen mit
dem Kraftwagen. Wildesel flohen mit 65 Kilometer Stundengeschwindigkeit 800 Meter lang vor dem Auto her, eine Gazelle lief 400 Meter sogar in einer Stundengeschwindigkeit von 100 Kilometer. Rennkamele im Somaliland leisten mit zwei Soldaten auf dem Rücken 70 bis 80 Kilometer am Tage. Außerordentliche Geschwindigkeiten erreichen die Vögel beim Fliegen. Der Mauersegler zum Beispiel eine Stundengeschwindigkeit von 494 Kilometer. Für die Hausschwalbe nennt Brehm 300 Kilometer als Höchstgeschwindigkeit in der Stunde, für die Taube 117 Kilometer. Merkwürdig ist es, daß es Tiere gibt, die sogar rodeln. Die Gemsen gleiten auf steilen Firnflächen 100 bis 150 Meter in die Tiefe, wobei sie mit den Läufen kräftig rudern und in kauernder Stellung pfeilschnell hinabsausen, so daß der Pulverschnee hoch aufftiebt.
325 000 Mark von „Unbekannt" mit der poft.
In dem Dorfe Mize im Staate Mississippi erhielt vor einigen Tagen der Apotheker Ford ein eingeschriebenes Paket, dessen Absender nicht genannt war. Wie groß war sein Erstaunen, als er es öffnete und ihm englische Staatspapiere entnahm, deren Wert sich nach heutigem Kurs auf 375 000 Mark belief! Das Paket kam aus Kanada. Der glückliche Empfänger hat aber nicht die leiseste Ahnung, wer der Absender sein könnte und aus welchem Grunde er es getan hat. Natürlich erregte die geheimnisvolle Sendung im Dorfe das größte Aufsehen, und Ford versuchte seine aufgeregten Mitbürger zu beschwichtigen, indem er ihnen erklärte, daß er, wenn es bewiesen sein würde, daß ihm das Geld wirklich gehört, in Mize zwei Backsteinkirchen errichten würde.
Zeitschriften.
— Zum 150. Todestag Friedrichs des Großen hat die I l l u ft r i r t e Zeitung Leipzig (I. I. Weber, Leipzig) Persönlichkeit, Leben und Wirken des unvergeßlichen Königs in hervorragenden Beiträgen gewürdigt. An erster Stelle ist der Artikel des bekannten Historikers Professor Brandenburg, zu nennen, der meisterhaft in das schöpferische Werk Friedrichs des Großen einbringt. Mit den letzten Tagen Friedrichs beschäftigt sich ein Beitrag Friedrich v. Oppeln-Bronikowskis. Ein großes und sorgfältig ausgewähltes Bildmaterial veranschaulicht das Leben des Königs. — Außer diesen Beiträgen bringt das Heft wieder eine Fülle von Bildern und Artikeln, unter denen ein Bericht über „Die große Münchener Kunstausstellung 1936" besonders zu erwähnen ist.


