stehenden Mängel muß durch eine umfassende I Crsahreserve I überwiesen worden sind, ihre aktive Neuregelung für den Gesamtberuf angestrebt * Dienstpflicht in der Wehrmacht aber noch nicht ab
leisten oder abgeleistet haben;
um Hal mit enl- zur Die
Kriegsrecht in Griechenland.
Die Regierung pariert kommunistischer
werden. Zunächst müssen die Schwierigkeiten und Gefahren beseitigt werden, die sich aus der
fen kommunistischen Bewegung gegenüber, die das Land in blutige Auseinandersehungen zu ziehen droht. Sie hat sich daher mit voller Zustimmung des Königs entschlossen, das Kriegsrecht zu verhängen. Diese Nachricht ist von der öffentlichen Meinung mit Erleichterung ausgenommen worden. Die griechische Kammer wurde aufgelöst, ohne daß bisher der Zeitpunkt der Neuwahlen festgesetzt wurde. Sämtliche Ministerien werden von Kavallerie-Abteilungen bewacht, um gegebenenfalls Angriffe der Streikenden im Keime zu ersticken. 3m ganzen Lande herrscht vollständige Ruhe.
Drohungen.
Athen, 5.Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Mitternacht proklamierte General st reik eine derartige Verschärfung der Lage
Erhöhung der Neichsbürgschafien für den Kleinwohnungsbau.
Berlin, 4. 2Iug. (DNB.) Nachdem die im Februar dieses Jahres bewilligten 100 Millionen Mk. Reichsbürgschaften erschöpft sind, hat der Reichs- Minister der Finanzen weitere 15 0 Mlll» o - n e n Mark Reichsbürgschaften bereitgestellt. In einem Rundschreiben an die Länder hat der Reichs- arbeitsminister allen Behörden zur Pflicht gemacht, auf eine schärfere Auslese der Bauvor- haben hinzuwirken. Die verfügbaren Mittel des Kapitalmarktes sollen vornehmlich für Klein- siedlungen und Volkswohnungen sowie für die W o h n u n g s b a u t e n für b i e B e - dürfnissederWehrmacht eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen mit Reichsbürgschaft nur wirklich einfache und billige Bauvorhaben gefördert werden. Es wird daran erinnert, dvß die Wohnfläche bei Geschoßwohnungen in der Regel 75 Quadratmeter und bei Einfamilienhäusern 100 Quadratmeter nicht überschreiten darf. Bei Einfamilienhäusern ist jedoch der Einbau einer Einliegerwohnung bis zur gleichen Größe zugelassen. In jedem Falle müssen die Mieten und Lasten für Familien mit geringem Einkommen auf die Dauer erträglich fein.
Neuzugang zum zahnärztlichen Studium einstweilen gesperrt.
Berlin, 4. Aug. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern gibt u. a. folgendes bekannt:
Wie die Reihenuntersuchungen und die Beobachtungen der Krankenkassen ergeben, ist die Gesundheit des deutschen Volkes durch die starke Verbreitung von Zahnkronkheiten ernstlich gefährdet. Der Staat muß dafür sorgen, daß die Ausbildung und damit die Leistungsfähigkeit der Zahnärzte und Dentisten eine m ö g - l i ch st gute ist und daß überall im Reich, b e - sonders auch auf dem Lande, die Möglichkeit einer einwandfreien Zahnbehandlung sicher- gestellt wird. Die Beseitigung der vielfach noch be-
sich gebracht, daß sich die griechische Regierung schlossen hat, außerordentliche Maßnahmen Aufrechterhaltung der Ordnung zu ergreifen. Regierung sieht sich einer ernsten organisier-
panamerikanische Wandlungen
Don Otto Eorbach.
den Golddollar steigern, das alles bei einer unerbittlichen Zurückführung des Anteils des Außenhandels am Gesamtumsatz auf das für europäische Industrieländer normale Maß von etwa einem Fünftel.
Wenn die übrige Welt bei diesen Strukturwand- langen im Wirtschaftsleben lateinamerikanischer Länder zunächst eher zu verlieren als au gewinnen hat, so müßten solche Umgestaltungen doch mit der Zeit auch zum Vorteil aller am internationalen Warenaustausch Beteiligten ausschlagen, besonders derer, die sich beizeiten darauf einzustellen verstehen. Die natürlichen Reichtümer Lateinamerikas sind so ungeheuer groß und noch so wenig angetastet, daß sie über jedes Maß noch so gesteigerter Bedürfnisse einer noch so rasch wachsenden Beoölke- runa hinaus unbegrenzte Möglichkeiten für die Entfaltung eines fruchtbaren, für beide Teile vorteilhaften Gegenseitigkeitsverkehrs mit rohstoffarmen Ländern bieten. Es kommt dabei vor allem viel darauf an, von welcher Seite lateinamerikanische Länder am ehesten Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen bereit sein werden, sobald die Aufgaben, die sie sich gesetzt haben und setzen mußten, um für später ihre Sicherheit weniger verbürgende Zeiten gerüstet zu sein, ihnen über den Kopf zu wachsen beginnen. Das ist, da die Zahl ihrer Bevölkerung zu der gewaltigen Ausdehnung ihrer Gebiete in gar keinem Verhältnis steht, in absehbarer Zeit zu erwarten.
Offenbar möchte man sich in der nordamerikanischen Union für diesen Fall gegenüber europäischen und ostasiatischen Wettbewerbern beizeiten die Vorhand sichern. Es soll der letzten Rest alten Miß-
altüberlieferter, bescheidener Lebensanschauungen verharren zu wollen.
Die Abhängigkeit von überlegenen fremden Machtentfaltungen bedeutete für die Völker Lateinamerikas vor allem den Zwang, ihre Kräfte einseitig für die Entfaltung von „Monokulturen" zur Verfügung zu stellen. Kuba wurde das wichtigste „Zuckerland". Mexiko hatte seit Jahrhunderten die ergiebigsten Silberminen und ging nun dazu über, seinen Reichtum an Del raubbaumäßig auszuschöpfen. Mittelamerika wurde in den der karibischen Küste naheliegenden Strichen Bananenland, während an der pazifischen Küste Kaffee-Pflanzungen vorherrschten. In Venezuela machte die Petroleumerzeugung in dem Maße stürmische Fortschritte, wie in Mexiko die Tätigkeit fremder Gesellschaften eingeengt wurde. Brasilien zeichnete sich als „Kaffeeland", Bolivien als Zinnlieferant, Chile als Stickstoffversorger aus; Argentinien lebte vorwiegend davon, Vieh, Häute und später Weizen auszuführen. Die Wohlstandsentwicklung in allen diesen Ländern war den Launen des Weltmarktes unterworfen; die allgemeine Wirtschaftskrise bedeutete für sie eine umso größere Katastrophe, als die Handelskanäle für Rohstoffe schon vor ihrem Ausbruch verstopft waren.
In den wichtigsten lateinamerikanischen Ländern geschah nun das Wunder, daß nationalrevolutionäre Bewegungen organisatorische Kräfte auslösten, die den freien Spielraum, der sich gerade aus der allgemeinen Wirtschaftskrise ergab, mit überraschender Um- und Weitsicht für den Neubau eines echten volkswirtschaftlichen Gefüges ausnutzten. Die Washingtoner Regierung war einerseits durch ihre eigenen, der Wirtschaftskrise entspringenden Nöte, anderseits durch die wachsende Bedrohlichkeit der Machtentfaltuna der fernöstlichen gelben Großmacht vollauf in Anspruch genommen. Sie mußte gute Miene zum bösen Spiel machen.' Um so weniger waren von europäischen Regierungen Einmischungen zu befürchten. Die Lateinamerikaner konnten ohne Rücksicht auf überlieferte weltwirtschaftliche Bindungen in wenigen Jahren nachholen, was in Jahrzehnten für die Weckung schlummernder einheimischer Energien und damit die Hebung des nationalen Wohlstandes versäumt worden war.
In Mexiko zog die Regierung, als das Petroleumgeschäft in höchster Blüte stand, drei Fünftel ihrer Einnahmen aus dessen Erträgen, trotzdem sie fremden Gesellschaften den Löwenanteil einräumen mußte. Das Volk hatte das Nachsehen. Heute ist die Qelerzeuglmg nur zu einem kleinen Bruchteil an dem nationalen Einkommen beteiligt. Damals wurden Bahnen durch die ausgedehnte nördliche Wüste gebaut, um nordamerikanischem Finanzkapital die Ausbeutung mexikanischer Rohstoffe zu erleichtern. Für die Allgemeinheit bedeuten sie eine dauernde Belastung. Die drei Bahnstrecken, die teils gebaut, teils mit fieberhaftem Eifer vorwärts getrieben werden, sollen die äußerst dicht bevölkerten tropischen Gegenden von Campeche, Tabasco, Michoa- can und Oaxaca erschließen. Von einem entsprechenden grundsätzlichen Wandel im Verhältnis zwischen Volk und Staat zeugen andere großzügige Maßnahmen, auf Grund eines Sechsjahresplanes die nationalen Produktivkräfte zu entwickeln, wie solche für umfassende Bewässerungsanlagen, neue Industrien, Bildung landwirtschaftlicher Genossenschaften, Ausdehnung der Anbaufläche, öffentliche Gesundheitspflege, modernes Erziehungswesen usw.
Die meisten der andern lateinamerikanischen Länder eifern dem mexikanischen Beispiel in dem Bestreben nach, die ihnen gemeinsam vergönnte weltpolitische Atempause nach Kräften für eine beschleunigte unabhängige Entwicklung nationalen Wohlstandes auszunutzen. Die argentinische Regierung will durch planwirtschaftliche Maßnahmen jungfräulichen Boden im Umfange von 600 000 Hektar aufschließen und besiedeln, die Zahl der sinnvoll und gewinnbringend Beschäftigten um 568 000 vermehren und die Aufnahmefähigkeit des Binnenmarktes für Jndustrieerzeugnifse um 1,5 Milliar-
Me spanische Volksfrontregierung Waffen und Munition einzukaufen. Bolanos hat einen ansehnlichen 'Barscheck beim Crsdit Anversois einge- zahlt und steht in Verhandlungen mit belgischen Waffenfabriken. Bislang sind seine Verhandlungen zum Abschluß gelangt über den Ankauf von Handgranaten, Maschinengewehren und großen Mengen Munition. Außerdem hat Bolanos Verhandlungen mit privaten Kreisen eingeleitet, die 13 anscheinend ehemalige belgische Militär- und Verkehrsflugzeuge an der Hand haben. Der Transport des Kriegsmaterials soll mit zwei Schiffen unter spanischer Flagge über Antwerpen erfolgen. Die Flugzeuge werden sich auf- dem Luftwege nach Spanien begeben. Wie nicht anders zu erwarten, wird Bolanos durch das belgische Büro der II Internationalen und der belgischen Arbeiterpartei unterstützt. Die leidenschaftliche Ein- stellung der belgischen marxistischen Presse für die spanische Dolksfrontregierung bildet die Begleitmusik zu diesen Vorgängen.
Oie deutschen Kriegsschiffe in den spanischen Gewässern.
Berlin, 4. Aug. (DNB.) Mn den zum Schutze der deutschen Interessen und deutscher Staatsangehöriger sich in spanischen Gewässern befindlichen deutschen Kriegsschiffen gingen am 4. August das Panzerschiff „Deutsch- land" und das Torpedoboot „Luchs" nach Malaga, das noch in Händen der Regierung und zur Zeit Hauptliegehafen spanischer Kriegsschiffe ist. Das Torpedoboot „Leopard" lief am Montag für einige Stunden Melilla (Spanisch- Marokko) an, um die bei der letzten Beschießung durch Regierungsschiffe verursachte Beschädigung deutschen Eigentums festzustellen. Das Panzerschiff „Admiral Scheer" ging von Almeria über Tarragona nach Barcelona. Der Kreuzer „K ö l n" und die Torpedoboote „Seeadler" und „Albatros" liegen weiter vor Bilbao. Der deutsche Dampfer „Uckermark" brachte von Barcelona weitere 280 Flüchtlinge nach Genua. Der Dampfer „Bellona" ging mit 39 Flüchtlingen, darunter 19 Deutschen, aus San Sebastian. Dijon und Santander nach Bayonne. Außerdem nahm ein englischer Zerstörer 110 Flüchtlinge, darunter 26 Deutsche, von der zu den Balearen gehörigen Insel Ibiza an Bord.
Seit dem großen Kriege haben sich auch in der Neuen Welt alle politischen Verhältnisse so grund- türzend geändert, daß man sich hüten muß, die vom Präsidenten der nordamerikanischen Union, Franklin D. Roosevelt, angeregte interamerikanische Konferenz, die im Herbst oder Winter dieses Jahres in Buenos-Aires tagen soll, für eine geradlinige Fortsetzung der auf früheren „panamerikani- chen" Zusammenkünften verfolgten Bestrebungen zu nehmen. Viel eher handelt es sich darum, die panamerikanische Vergangenheit zu liquidieren, um )ie Voraussetzungen für eine ganze neuartige Solidarität aller Staatswesen auf der westlichen Erdhalbkugel zu schaffen. Möglich, daß man aus reiner Pietät ein gemeinsames Lippenbekenntnis zu manchen toten Formeln der panamerikanischen Dor- kriegs-Ueberlieserung ablegen wird: Don praktischer Bedeutung werden sich nur solche Beschlüsse erweisen, die sich auf den Boden unvorhergesehener Tatsachen stellen, wie sie sich aus den revolutionären Ereignissen der jüngsten Vergangenheit ergaben.
Sowohl durch die Bezeichnung der geplanten Konferenz als einer „interamerikanischen, statt „panamerikanischen", wie durch die Betonung einer „Politik guter Nachbarschaft" gibt Präsident Roosevelt zu erkennen, daß er den Wandel der Zeiten begriffen hat. „Panamerika" hat für die heutigen führenden Kreise der meisten ibero-ame- rikanischen Länder etwas Anrüchiges. Die Botschaft des Präsidenten Monroe vom 2. Dezember 1823 war der harmlose Keim, aus dem sich der mächtige Baum des nordamerikanischen Imperialismus entwickelte, der schließlich den jüngeren lateinischen „Schwesterrepubliken" Licht und Lust zu normalem Wachstum raubte. Dieser Baum ist in den Stürmen des Weltkrieges und der Weltwirtschaftskrise zum mindesten seines weit ausladenden Astwerkes größtenteils beraubt worden, und die um so kraftvoller emporstrebenden lateinamerikanischen Gemeinwesen möchten lieber künftig auf den Schutz seines schirmendes Daches verzichten. Daher nähert sich ihnen Roosevelt als reuiger Imperialist. Die Union soll hinfort in der Völkerfamilie der Neuen Welt nur mehr als „guter Nachbar", Gleicher unter Gleichen, gelten. Gewiß ist die Washingtoner Regierung auch feit Jahren bemüht, sich in diesem Sinne durch bedeutsame Handlungen zu bewähren. Haiti wurde von ihren Truppen geräumt. Auf das ihr vertraglich und verfassungsrechtlich zustehende Jnterven- tionsrecht in Kuba und Panama hat sie verzichtet. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit betonte Roosevelt gegenüber Lateinamerika den Grundsatz. der Nichteinmischung. Er hat den „großen Stock" des ersten Roosevelt vor den Augen der ganzen Welt zerbrochen.
Um die volle Bedeutung dieses Wandels zu verstehen, muß man die geschichtliche Entwicklung der Neuen Welt seit der Kolonialzeit überblicken. Die Masse der Bevölkerung in den lateinamerikanischen Ländern, vorwiegend Farbige oder Mischlinge, geriet zunächst aus dem Joch europäischer Kolonialmächte in die Hände einheimischer aristokratischer Cliquen, die an den feudalen Grundsätzen der früheren spanischen oder portugiesischen Kolonialherrschaft festhielten, und als sich hier und da nach jahrzehntelangen inneren Wirren so etwas wie ein nationaler Elan für eine unabhängige moderne Entwicklung hervorzuwagen begann, hatte sich bereits unversehens fremdes, mit überlegenen Machtbefugnissen ausgestattetes Finanzkapital der Hauptansatzstellen für die Ausnützung natürlicher Reichtümer bemächtigt. Während des großen Krieges und in den ersten Jahren danach wurden in diesen Ländern in großem Umfange europäische „imperialistische" Interessen von nordamerikanischen abgelöst. Die Völker kamen dabei nur vom Regen in die Traufe. Ihre Ohnmacht gegenüber fremden Gewalten im eigenen Lande schien um so hoffnungsloser, als reichlich zwei Drittel von 90 Millionen nicht lesen und schreiben konnten, auf Matten schliefen, Sandalen statt Schuhe trugen, also zu arm waren, um nicht ängstlich im engen Bannkreis
2. die tauglich 1 und 2 befundenen, im 1. Vierteljahr des Jahres 1915 geborenen Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1915, in Ostpreußen alle tauglich 1 und 2 befundenen Angehörigen des Geburtsjahrganges 1915, soweit sie ihrer Arbeitsdienstpflicht bis zum 1. Oktober 1936 genügt haben und sich zur Zeit der Aushebung nicht in Arbeitsdienstabteilungen außerhalb des für ihren letzten Wohnsitz zuständigen Wehrbezirks befinden;
3. in Ostpreußen außerdem die tauglich 1 und 2 befundenen Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1911 einschließlich der bei der Musterung 1935 zurückgestellten Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1910, soweit sie bei der Musterung 1936 als tauglich 1 und 2 befunden und der Ersatzreserve I überwiesen worden sind. Ausgenommen hiervon sind die verheirateten Dienstpflichtigen, soweit sie vor dem 1. April 1936 geheiratet haben.
Geburtstagsglückwünsche des Führers an den Oberbefehlshaber des Heeres.
Der Führer und Reichskanzler hat den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherrn v o n F r i t f ch, der am Dienstag seinen 56. Geburtstag beging, folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: „Mein lieber Herr Generaloberst! Zu Ihrem heutigen Geburtstage übermittele ich Ihnen die herzlichsten Glückwünsche in der zuversichtlichen Hoffnung, daß Sie dem Heere noch lange Zeit in Gesundheit erhalten bleiben mögen. Als Ausdruck meiner besonderen Verbundenheit lasse ich Ihnen mein Bild zugehen. Adolf Hitler."
trauens gegenüber dem „Pankee-Jmperialismus" durch die Betonung „guter Nachbarschaft" überwunden, durch gegenseitige handelspolitische Bevorzugung die Neue Welt zu einem einheitlichen Wirtschaftsblock zusammengeschweißt werden. Daß dabei auch Kanada nach Möglichkeit einbezogen werden soll, dessen wirtschaftliche Bindungen an das Mutterland und die übrigen britischen Dominien durch den neuen Handelsvertrag mit der Union schon erheblich gelockert wurden, lehrt der angekündigte Besuch Roosevelts in Ottawa. Und daß sich neue wirtschaftliche Interessengemeinschaften von selbst mit der Zeit zu neuen politischen verdichten würden, versteht sich von selbst.
Europäische Regierungen, einschließlich Londons, hoffnungslos in ihre eigenen Probleme und Gegensätze verstrickt, werden kaum sobald in der Lage fein, die panamerikanischen Kreise Washingtons zu stören. Es fragt sich gleichwohl, ob die weißen Amerikaner ohne Nachschübe und Hilfeleistungen aus ihren Stammländern auf die Dauer in der Lage sein werden, ihre Vorherrschaft in der Neuen Welt zu behaupten, zumal der rote Mann, den man schon zum Untergang verurteilt glaubte, trotzdem er noch die weiträumigsten und zukunftsreichsten Teile Pan- amerifas besetzt hält, eine wachsende Neigung bekundet, statt von Europäern ober Amerikanern, von Asiaten Dienste anzunehmen, wie sie ihm die Japaner immer verlockender anbieten.
Krise
des französischen Fremdenverkehrs
In der französischen Kammer ist festgestellt worden, daß im Jahre 1927 noch mehr als 2,2 Millionen Fremde nach Frankreich kamen, daß aber im Jahre 1935 nur noch 700 000 Fremde in den französischen Hotels und Badeorten gezählt wurden. Der Fremdenverkehr ist also auf ein Drittel zusammengeschrumpft. Soweit diese Angaben in Betracht kommen, spielen für das Nachlassen des Reiseverkehrs nach Frankreich die Weltwirtschaftskrise und die Verarmung der Völker, dann aber auch die Deoisenschwierigkeiten eine große Rolle. Die Ziffern in diesem Jahre werden für die französische Fremdenindustrie noch schmerzlicher ausfallen. Schon während der Streikwochen machte sich ein plötzlicher Rückstrom aller Reisenden aus Frankreich bemerkbar. Viele Reiselustigen nahmen davon Abstand, französischen Boden überhaupt zu betreten. In der Kammer-Aussprache ist nun vom Minister für nationale Wirtschaft behauptet worden, daß in diesem Jahre 28 v. H. Fremde mehr nach Frankreich gekommen seien als 1935, weil eben Frankreich so ruhig sei wie fein anderes Land. Wir wissen nicht, welche Statistik dem Minister Vorgelegen hat. Die Berichte über den Fremdenverkehr in Frankreich lauteten jedenfalls bisher etwas anders. Der Entrüstungssturm, der den Worten des Ministers auf den Bänken der Rechten folgte, bestätigt unsere Auffassung über den französischen Fremdenverkehr des Jahres 1936. Frankreich gilt heute in den Augen des internationalen Reisepublikums als ein Land, um das man am besten einen Bogen schlägt, schon weil es jedem Fremden passieren könnte, daß er eines Tages genötigt wäre, seinen eigenen Diener in den Hotels zu spielen. Die Streiks haben noch keineswegs nachgelassen, sie flammen immer wieder auf, sie können ganz gewiß nicht als ein Mittel zur Anlockung der Fremden angesprochen werden. Die Abgeordneten der Rechten haben auch in ihren Zwischenrufen auf diese Streiks hingewiesen. Welche Verluste Frankreich durch diese innere Unruhe erleidet, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß in den normalen Jahren bis 1927 der Reise- und Fremdenverkehr der französischen Wirtschaft einen Gewinn von 12 bis 15 Milliarden Franken brachte.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. 2). 21. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
augenblicklichen Ueberfüllung der beiden Berufe ergeben. Daher hat der Reichs- erziehungsminifter den Neuzugang zum zahnärztlichen Studium einstweilen gesperrt. Da die Ausbildung zum Dentistenberuf staatlich noch nicht geregelt ist, können nur diejenigen Personen später zur staatlichen Dentistenprüfuna zugelassen werden, die bereits jetzt in der Ausbildung zum Dentistenberuf stehen. Solche Personen, die nach Veröffentlichung dieser Bekanntmachung die Ausbildung zum Dentistenberuf aufnehmen, werden bis auf weiteres weder zur staatlichen Prüfung zugelassen, noch wird ihnen ein Ausweis zur Berechtigung der Berufsousübung als Dentist erteilt werden.
Oie Aushebung
für den aktiven Wehrdienst im Jahre 4936.
Berlin, 4. Aug. (DNB.) Die Aushebung für den aktiven Wehrdienst im Jahre 1936 findet laut einer Anordnung des Reichskriegsministers Inder Zeit vom 17. bis 2 9. August 1936 statt.
Zur Aushebung werden nach § 55 Abs. 3 der Verordnung über die Musterung und Aushebung herangezogen:
1. Die tauglich 1 und 2 befundenen Dienst- pflichtigen des G e b u r t s j a h r g a n g e s 1914 einschließlich der bei der Musterung 1935 zurückgestellten Dienstpflichtigen, die bei der Musterung 1936 als tauglich 1 und 2 befunden und der
Eg lohnt sofortigen Ölwechsel!
In Deutschlands modernster Raffinerie wird nach einem umwälzend neuen Verfahren aus deutschem Rohoel das neue Mobiloel hergestellt — ein Auto-Oel, das seinesgleichen sucht.


