und
Schach-Ecke
Bearbeitet von K. Helling.
s e l l s ch a f t" kaufte den „Parseval I" an übernahm die Patente des Erfinders.
Schachaufgabe Nr. 122.
Die abgebildete Stellung entstand in einer durch Briefwechsel gespielten Partie Keres — Verbot. Der Schwarze zog in dieser Stellung den König nach e8 und verlor nach D X e5 + eine Figur und die Partie.
Wie hätte der Weiße elegant gewonnen, wenn der Schwarze seinen König nicht nach e8, sondern nach
Ein Pionier der deutschen Lustfahrt
Zum 75. Geburtstag August von parsevals am 5. Februar.
Die abgebildete Stellung entstand im Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft zu Amsterdam zwischen Dr. A l i e ch i n und Dr. E u w e. Der Weiße hat soeben mit b2 —b4 die schwarze Dame angegriffen. Daß Schwarz den Bauern nicht mit der Dame schlagen darf, ist klar, denn das würde den Springer e5 kosten. Warum aber darf Schwarz den Bauern b4 nicht mit dem Läufer schlagen?
Nun ging die Entwicklung schneller voran. In den nächsten Jahren wurde eine größere Anzahl von Parseoalluftschiffen gebaut, wie die Behörden dem Bau von lenkbaren Luftschiffen nun überhaupt größere Aufmerksamkeit ^uwandten, allerdings mit dem Ergebnis, daß aus dem Wettbewerb der verschiedenen Systeme das starre Luftschiff des Typs Zeppelin, mit dem die ersten Fahrten auch bereits 1900 gelungen waren, schließlich vor dem halbstarren und später dem unstarren Parseval- luftschiff als Sieger hervorgingen.
Lösung
E. Löbel. Matt in drei Zügen. Weiß: Ke4, Tg6, Se8, Be5, g2 (5). Schwarz: Kh4, Be6, g3, h6 (4).
1. Tg6—g8 h6—h5 2. Se8 o7 K beliebig 3. Sg7—f5; 1. . . . Kh4—h5 2. Se8—16+ Kh5—h4 3. Tg8—g4 matt.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedaktionStisch,
Die Gummischuhe des Landrals.
Die schwedische Tageszeitung „Svenska Dag- bladet" hat ein Preisausschreiben zur Erlangung von guten Anekdoten veranstaltet. Die folgende wurde als eine der besten belohnt:
Der bekannte Landrat Bergström, ein Hüne von Gestalt, mußte öfters Dienstreisen nach Noedland unternehmen, die sich manchmal wochenlang hinzogen. Einmal kehrte er in einer kleinen Stadt in einem Hotel zum Uebernachten ein, aber er hatte die Rechnung ohne die Gäste gemacht. An Schlaf war nämlich nicht zu denken, denn unten feierten einige Herren, und das pflegt auch in Schweden ziemlich laut zuzugehen.
Endlich wurde es dem Landrat zu dumm. Er läutete nach dem Hausburschen, zeigte auf seine Gummischuhe und sagte:
„So, mein Lieber, jetzt nimmst du diese Gummischuhe und gehst damit hinunter und zeigst sie den Herren und sagst, wenn sie nicht augenblicklich mit ihrem Radau aufhören, käme derjenige persönlich hinunter, dem diese Schuhe passen."
Es wurde schnell ruhig im Hotel.
Die Sintflut
Ein Maler lud den alten Meister Moritz von Schwind in sein Atelier, um die ziemlich umfangreiche Skizze eines Gemäldes, das „Die Sintflut" darstellen sollte, zu betrachten. Schwind erschien und saß eine Weile still und nachdenklich vor der Leinwand, bis er endlich langsam begann:
„Das freut mich — nein, das freut mich —"
Der Kollege fühlte sich bereits geschmeichelt: „Im Ernst, Herr Professor?"
„Ganz im Ernst: das freut mich — daß das Luderzeug alles versaufen muß!" —
kindliches Gemüt
In der ersten Klasse der Volksschule sind die Kinder eifrig mit Malen beschäftigt. Vor jedem liegt ein Zeichenheft, in das sie mit Bleistift ein kleines Haus malen mit Tür, Fenstern und Schornsteinen. Karlchen beugt sich neugierig zum Heft seiner Nachbarin und ruft entsetzt aus: „Was die macht! Das gibt's ja gar net, grünen Rauch!" Worauf Mariechen schüchtern einwendet: „Wenn's aber doch bei uns heut Spinat gibt!" lleberwältigendes Erlebnis auf der Hochzeitsreise.
Die Jungvermählten sind auf der Hochzeitsreise an der Riviera und blicken in einer schönen Mondnacht auf das Meer. Der junge Ehemann zitiert in einer poetischen Anwandlung Byron: „Roll an, du dunkler, tiefblauer Ozean, roll an!" worauf die junge Frau mit verklärtem Lächeln den Arm ihres Mannes packt und ausruft: „Oh, Richard, Liebling, sieh nur — wie wundervoll: er tut es!"
Parsevals Verdienst um die Anerkennung des lenkbaren Luftschiffes durch die Regierung ist jedenfalls unbestreitbar. Im Jahre 1907 richtete das preußische Kriegsministerium bei dem schon länger bestehenden Luftschifferbataillon, dessen Beschäftigungsfeld bisher nur der Fesselballon war, eine besondere „Versuchskompanie für Militärflugzeuge" ein. Damit war das Lenkluftschiff als Heereswaffe eingeführt, eine Entwicklung, die kurz vor dem Weltkrieg mit der Vereinigung sämtlicher Luftschifferbataillone in einer „Inspektion für die Luftschiffertruppen" zu einem gewissen Abschluß kam.
Major von Parseval hat noch die große Freude gehabt, den gewaltigen Aufschwung der deutschen Verkehrsluftfahrt zu erleben. Das ist für einen Mann, dem es immer um die Sache ging und nicht um persönliche Ehrungen, der reichste Gewinn. C. K.
Wenn wir die gewaltigen Fortschritte der deutschen Luftfahrt, die Ergebnisse einer Entwicklung von wenigen Jahrzehnten schon mit einer gewissen Selbstverständlichkeit hinnehmen, so beweist das nur, welches Vertrauen diesem jüngsten Zweig der Verkehrstechnik bereits entgegengebracht wird.
Wir danken das neben der unermüdlichen Tätigkeit der Piloten, Bordmonteure, Funker und zahlreichen Hilfskräften auf den Flugplätzen, der zähen Arbeit einer Reihe von Erfindern und Konstrukteuren, vor allem aber denjenigen, die sich durch keine Fehlschläge entmutigen liegen und die allen Schwierigkeiten zum Trotz unbeirrbar an ihrem Ziel festhielten. Das Verdienst jedes einzelnen nur an feinem sichtbar bleibenden Erfolg zu messen, ist gerade auf diesem Gebiet nicht berechtigt, auf dem es so entscheidend auf die Geduld und den Mut zu immer neuen Versuchen ankonmit. Graf Zeppelin wurde als hoffnungsloser Phantast verlacht, ehe sich das von ihm vertretene Sy st em des starren Luftschiffes durchsetzte. Andere wiederum sind der Vergessenheit verfallen, nachdem ihr Name in aller Munde war. Das Gedächtnis der Menschen ist voller Launen. Zu jenen Männern, deren Pioniertaten unvergänglich im Buch der G e - schichte der Luftfahrt einen ehrenvollen Platz gefunden haben, auch wenn ihre Leistungen gegenüber den neuen Erfindungen und anderen Konstruktionen in den Hintergrund getreten sind, gehört der Major August von Parseval, der noch heute in stiller Bescheidenheit unter uns weilt.
Im Jahre 1889 erschien ein Buch „Die Mechanik des Vogel flugs"; es gipfelte in einem Satz, daß der Mensch nur die Gesetze des Dogel- flugs auch auf sich anzuwenden brauche, um den alten Traum des Ikarus, den Vögeln gleich durch die Luft zu fliegen, zu verwirklichen. Das Werk erregte in der Öffentlichkeit beifälliges Aufsehen urtb trug dem Verfasser einen zweijährigen Urlaub in seinem Offizierdienft ein, um seine Forschungen auf diesem noch gänzlich brachliegenden Feld weiterzuführen. Der Verfasser war der junge Leutnant August von Parseval vom 3. bayrischen Infanterie-Regiment in Augsburg, der sich schon in seiner frühesten Jugend für Fragen der Technik interessiert hatte und der eine hervorragende mathematische Begabung geiate. Mitarbeiter bei seinen Bemühungen um die Lösung des Flugproblems war Leutnant Bartsch von Sigsfeld, der sich später ebenfalls als Luftschiffer großen Ruhm erwerben sollte und der zu Beginn dieses Jahrhunderts auf einer Ballonfahrt an der belgischen Küste auf tragische Weise ums Leben kam. Der Begründer der weltbekannten Augsburger Ballonfabrik August Riedinger unterstützte die ersten Arbeiten dieser beiden Pioniere der deutschen Luftfahrt mit beträchtlichen Geldsummen.
Die Versuche zum Bau eines Eindeckers mit automatisch reguliertem Dordersteuer verliefen erfolglos. Parseval beschäftigte sich dann mit Ballonkonstruktionen, die zur Erfindung des Drachenballons führten. Nach fünfjähriger Arbeit wurde ein solcher Drachenfesselballon 1897 bei der Berliner Lustschifferabteilung vorgeführt, diesmal mit glänzendem Ergebnis. Der Parsevalsche Drachenballon fand in fast allen Staaten Eingang und erfuhr feine erste ernste Bewährung im russisch-japanischen Kriege. Den jungen Erfinder aber ließ die Frage des lenkbaren Luftschiffes nicht ruhen. Das erste Fahrzeug dieser Art konnte er, diesmal mit finanzieller Hilfe des Grafen Ernst Moy, im Jahre 1900 fertigstellen, es erwies sich jedoch besonders in den Motoren noch verbesserungsbedürftig, und so gingen die Versuche noch viele Jahre weiter. Endlich im Jahre 1906 führte Parseval, der inzwischen zum Major und Bataillonskommandeur befördert worden war, der Luftschifferabteilung das Slug» schiff „P. 1" über dem Tegeler Schießplatz bei Berlin in einer Reihe wohlgelungener Flüge vor, die bei der Militärverwaltung ungeteilten Beifall fanden. Die im Dezember des gleichen Jahres gegründete „M otorfchiffahrt-Studienge-
Lö fu n 0
Philipp Klett. Matt in zwei Zügen. Weiß: Kd3, Del, Sc8, Bb4, d6 (5). Schwarz: Kd5, Bb6, b5, d7, e6 (5).
1. Del—h6 KdS—c6 2. Dh6—hl matt; 1. . . . Kd5—e5 2. Dh6—g5 matt; Lee» e6—e5 2. Sc8—e7 matt.
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Schachaufgabe Nr. 124.
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Gesellenwandern 1936.
(NSG.) Der Reichshandwerksmeister hat jetzt die Richtlinien für das Gefellenwanoern 1936 in der Deutschen Arbeitsfront erlassen.
Die zur Wanderung zugelassenen Handwerksberufe sind erheblich erweitert worden. Vom Bauhandwerk sind zugelassen: Die Dachdecker, Glaser, Tapezierer, Stukkateure, Gipser, Maler und Zim- merer, vom Metallhandwerk: die Schmieder, vom Holzhandwerk: die Tischler und Stellmacher, vom Nahrungsmittelhandwerk: die Bäcker, Fleischer, Konditoren und Müller, weiter die Friseure, Schnei- der, Schuhmacher, Buchdrucker und Buchbinder. Einzig bei den Friseuren und Schuhmachern ist die Anzahl der zur Wanderschaft zugelassenen Gesellen beschränkt. Das Gesellenwandern wird grundsätzlich nur in Form des Austausches durchgeführt. Zwei Gesellen mit den gleichen beruflichen und sonstigen Voraussetzungen werden ausgetauscht. Der Besitz eines festen Arbeitsplatzes ist also die Voraussetzung für die Zulassung. Die Handwerksmeister, die einem Gesellen die Zustimmung zur Beteiligung an der Wanderschaft geben, übernehmen damit die Verpflichtung, den Austauschge- fetten bei feinem Eintreffen unbedingt einzustellen. Für die Dauer der zwei Monate währenden Wanderschaft müssen Aushilfen beschäftigt werden. Nur charakterlich und politisch einwandfreie, sowie fach-
Am 9. Februar ist Einlopfsonnlagk
Wiederum ist es deine Pflicht zu opfern!
lich tüchtige und ledige Gesellen sind zur Wanderschaft zugelassen. Für Notfälle muß der Geselle bei Beginn der Wanderschaft mindestens 20 Mark vorweisen. Die Mitnahme von Fahrrädern ist verboten, ebenso wird es den wandernden Gesellen untersagt, auf der Wanderschaft Autos und andere Fahrzeuge um Mitnahme anzurufen. Während der Wanderschaft ist der Geselle verpflichtet, in seinem Beruf zu arbeiten. Dauer und Art der Arbeit werden im Wanderbuch bestätigt. Die Austauschzeit beträgt 9 Monate. Während der Wanderschaft soll der Geselle Unterkunft und Verpflegung möglichst bei den Meistern feines Handwerksberufes finden, wo dies nicht möglich ist, stehen die Jugendherbergen zur Verfügung, die durch ein Abkommen für die Wandergesellen freigegeben sind. Jeder Wander- geselle erhält von der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk ein Gutscheinheft mit 60 Gutscheinen zu je 50 Pf., deren Einlösung durch die Kreisbetriebs» gemeinschaften erfolgt.
Llmsahsteuerveranlaoung und Umsatzstatistik 1935.
Mit der Umsatzsteuerveranlagung dieses Jahres wird eine Umsatzstatistik verbunden werden. Die Statistik soll dazu dienen, über die Umsatzgrößen in den verschiedenen Gewerbezweigen in den verschiedenen Reichsstellen, auch über die Verteilung der Gewerbezweige innerhalb des Reiches ein möglichst klares Bild zu bekommen. Die so gefundenen statistischen Zahlen sind von großer Bedeutung für die wirtschasts- und finanzpolitischen Erwägungen der Reichsregierung.
Es ist daher selbstverständliche Pflicht jedes Volksgenossen, die Arbeit der Finanzämter auf diesem Gebiet nach Kräften zu unterstützen. Hierzu gehört — neben der richtigen Angabe des steuerpflichtigen Umsatzes — nur zweierlei: Erstens die sorgfältige Austeilung der steuerpflichtigen Umsätze in die verschiedenen Umsatzsteuersätze (II g der Umsatzsteuererklärung) und die zutreffende Einreihung der steuerfreien Umsätze in die verschiedenen Arten. . Hierfür ist fast die ganze Rückseite der Umsatzsteuererklärung vorgesehen. Zweitens die richtige Angabe der Gewerbe- oder Berufsart und der Berufsorganisation, welcher der Unternehmer ange- hört. Hierzu ist der Umsatzsteuererklärung 1935 ein besonderes Merkblatt beigefügt, in dem eine größere Anzahl von Beispielen aufgeführt ist, wie es falsch gemacht wird, und wie es richtig zu machen wäre. Dieses Merkblatt muß jeder Unternehmer vor Abgabe der Steuererklärung genau durchlesen.
Gießener Stadttheater.
Gastspiel Ludwig Linkmann: „Die große Chance."
Es war eine schöne und fröhliche Wiedersehens- feier. Das Gießener Stammpublikum bereitete Herrn ßintmann vom Hessischen Landestheater in Darmstadt, der sich bei uns die Sporen verdiente, an dessen frühere Tätigkeit im hiesigen Ensemble wir uns mit Vergnügen erinnern, einen überaus herzlichen Empfang und feierte ihn nach Gebühr und Verdienst mit manchem Zeichen alter Anhänglichkeit.
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Etliche Besucher werden übrigens auch mit dem Stück, das er sich mitgebracht hat, Wiedersehen gefeiert haben, d. h. sie werden sich vielleicht des Films entsonnen haben, der nach dem Lustspiel von Alfred Möller und Hans Lorenz gedreht worden und vor längerer Zeit auch bei uns gelaufen ist: in beiden Fällen ganz die gleiche Sache, ein bißchen unwahrscheinlich, wie Lustspiele meistens sind, nicht ohne das bekannte Körnchen Ernst und Wahrheit, recht wirksam und angenehm zu sehen und zu hören.
Die große Chance oder der liebenswürdige Zufall oder das richtige Glück, das gewöhnlich nur einmal kommt oder gar nicht: ein kleiner Schlosser hat eine fabelhafte Erfindung gemacht, das Perpetuum mobile oder eine ähnlich phantastische Angelegenheit — aber er kann natürlich den reichen und sachverständigen Mann nicht finden, der das Ding finanziert. Der kommt nicht, aber die nette Tochter von einem solchen, die ausgerechnet vor dem Hause des jungen Mannes vom Pferd und in Ohnmacht fällt. Auf diese, immerhin ungewöhnliche Art (es ist nicht einmal Zufall, sondern pures Glück) wird die erste Verbindung hergestellt.
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Die so plötzlich gewonnene „Beziehung" würde aber noch gar nicht weiter helfen — denn der junge Mann hat seinen Stolz, und die junge Dame ist ein ziemlich oberflächliche Pute — zum Glück ist jedoch der alte Kuhlmann von nebenan auch noch da, hat gleich die Finger dazwischen und arrangiert mit einem kleinen Schwindel die ersehnte Einladung im Hause des großen Mannes indem er feinen Schützling gesellschaftlich unter der Hand ein bißchen avancieren läßt.
Er stiftet dem Jungen auch einen Fracks unerläßliches Möbel, und der Junge macht darin eine
ausgezeichnete Figur, findet sogar einen Kenner, der die Erfindung zu würdigen versteht, das kleine Fräulein macht überraschende Wandlungen durch und dem Erfinder die dicksten Liebeserklärungen — aber leider kommt der Schwindel vom alten Kuhlmann vorzeitig raus, und die Einladung endet mit einem Mihklang.
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Inzwischen hat der Junge aber das nötige Selbstvertrauen gewonnen, er ist auf die Vorschläge der „Jnteressentengruppe", die ihn heftig übers Ohr hauen wollte, nicht eingegangen: er weiß genau, wer er ist und was er kann. Er kann jetzt sogar warten, bis man zu ihm kommt, und sie kommen wahrhaftig, eine höchst lustspielhafte Szene, wie das komische Terzett gewichtiger Männer sich bei dem Jungen an den Verhandlungstisch setzt, dieweil das Fräulein schon im Nebenzimmer auf das Ergebnis wartet: das wird, geschäftlich, teuer, aber mit Recht, und zum Schluß geht die Tür auf, und es gibt die längst fällige Verlobung, und der alte Kuhlmann von nebenan lacht sich ins Fäustchen und erteilt großmütig feinen Segen.
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Der alte Kuhlmann: das ist Herr L i n f m a n n , und es ist eine Rolle, die ihm, wie man sagt, auf den Leib geschrieben scheint: eine Spitzweg-Figur, wie sie im Buche steht, mit Großvaterpfeife, Hängehosen und krummen Knien, aber auch mit einem Köpfchen begabt und mit einem Svarkassenbuch, was beides wichtig und nützlich ist. Dieses kauzige Original, ehemaliger Eisenbahner, ist ein lächelnder Philosoph, der die Welt aus der Bahnwärterhäuschen-Perspektive betrachtet; er hat ein goldenes Gemüt und einen verschmitzten Humor, wenn er sich mit Kuckuckruf auf die Brusttasche klopft, wo das Sparkassenbuch sitzt, oder wenn er der Mutter des Jungen, den er in fein Herz geschlossen hat, die Weltläufte, philosophisch betrachtet, etwas einleuchtender macht. Das ist eine Sache für Ludwig ßinfmann, eine recht tüftelige, behäbige und humorige Angelegenheit; er macht das ganz betulich, läßt sich Zeit, setzt Pünktchen an Pünktchen, und wenn es fertig ist, steht da eine Figur wie aus dem Bilderbuch; sehr luftig.
Dabei ist es nicht einmal eine Paraderolle, die alle andern an die Wand drückt. Die andern haben auch noch was zu spielen (im ganzen zweiten Akt ist der alte Kuhlmann überhaupt nicht zu sehen), und es wird unter der verständnisvollen, ein wenig geflissentlich unterstreichenden Regieführung des Herrn von Spallart auch sonst munter und angeregt gespielt. Zum Beispiel gibt Herr Lindt
den jungen Mann mit Schwung und aus dem Dollen, er hat „die Wut im Bauch", wie sichs versteht, und er sagt seiner Braut und seinen Partnern gehörig Bescheid; dann ist ihm gleich leichter. Das „komische Terzett": die Herren Kühne, Frickhoeffer und Hub, der besonders gut aufgelegt und bei Humor schien. Fräulein Henckel! konnte zwar keine psychologischen Verwandlungen zaubern, aber sie trug mit Naivität, Frische und Natürlichkeit einen gerechten Sieg davon. Die Damen Schubert und Markgraf und Herr Schorn rundeten das Ensemble angenehm ab. — *
Vom strahlenden Erfolg war schon die Rede. Der Beifall war gestern abend von besonderer Ausdauer und Lautstärke. hth.
Kleinigkeiten.
Von Jo Hanns Rösler.
Zock sitzt im Zug.
Plötzlich sticht ihn ein Floh.
Zock hascht ihn und öffnet das Fenster:
„So eine Frechheit! Geh doch zu Fuß!"
„Ich habe auf der Friedrichstraße in Berlin ein Weekendhaus!"
„Auf der Friedrichstraße?"
„Ja. Ein achtstockhohes Weekendhaus. Unten sind Geschäfte darin, oben Büroräume."
„Aber das ist doch dann kein Weekendhaus!"
„Und ob! Den ganzen Tag denke ich: Wie kennt ich das Haus wieder los werden!" — (Au!)
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Plüsch und Plumm haben ein Duell.
Das Duell steigt.
Plüsch und Plumm stehen sich gegenüber.
„Einer von uns muß am Platze bleiben!", schreit Plüsch.
Plumm nickt:
„Wir werden ja sehen, wer es ist."
Brüllt Plüsch: „Du natürlich! Ich geh jetzt schnell nach Hause."
Busse geht in ein Kaffeehaus.
Plötzlich fetzt sich ein Herr zu ihm.
„Wir kennen uns doch?"
„Woher?"
„Hier aus dem Kaffeehaus."
„Aber —"
,Hch erkenne Sie an dem Schirm."
„Damals hatte ich doch gar keinen Schirm!"
„Sie nicht. Aber ich."
Buffe und Bamm streiten sich.
Brüllt Bamm:
„Wenn es ein Domino gäbe von Ochsen, dann wärst du dort die Doppelsechs!"
*
Busse erzählt Räubergeschichten.
,Hch bin viel gereift im Leben. Einmal war ich sogar am Nordpol!"
„Busse! Ehrlich, war es wirklich der Nordpol?" „Vielleicht war es auch der Südpol", gesteht Busse. „Na, na!"
Sagt Busse verlegen:
„Na, ja — aber kalt war es wenigstens."
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Busses aus Borna fahren nach Rom.
Verwundert stehen sie auf dem Forum Romanum.
Frau Busse seufzt klassisch:
„Ja, ja — Rom ist nicht an einem Tage erbaut worden!"
Brummt Busse und zeigt auf die Trümmer:
„Es sieht aber so aus, als ob!"
♦
Busse war im Zirkus gewesen.
Eine Löwendressur war die Hauptattraktion.
„Ich war auch schon einmal in einem Löwenkäfig!"
„Sie, Busse?"
„3a!", sagt Busse stolz.
Ehrfürchtiges Schweigen ringsum.
„Haben Sie keine Angst gehabt, Busse?"
„Angst? Wovor?"
„Vor den Löwen."
„Unsinn! Wo ich im Käfig war, waren doch keine
Löwen darin."
Ein Echwein fällt vom Himmel.
Zu einem seltsamen Zwischenfall kam es während des Transports eines preisgekrönten amerikanischen „Rekordschweines" mit dem Flugzeug zu einer landwirtschaftlichen Ausstellung in Los Angeles. Gerade über der Stadt Brainville konnte das Schwein sich aus seinem Kasten befreien, fiel, als das Flugzeug schwankte, gegen ein Fenster, zerbrach es und stürzte aus 800 Meter Höhe auf das Dach eines Hauses. Das zentnerschwere Tier durchbrach das Dach und landete im Schlafzimmer einer Wohnung in einem Bett, in dem glücklicherweise niemand lag. Natürlich war das Schwein sofort tot


