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Nr. 30 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch, 5.5ebruar M0

Der gute Eintopf.

Reue Rezepte

Matrosen kraut mit Speck und Kar­toffeln. Ein Weißkrautkopf wird kleingeschnitten, in Salzwasser einige Minuten gekocht und auf ein Sieb zum Ablaufen gegeben. 125 Gramm würfelig geschnittenen Speck läßt man aus, röstet darin eine gehackte Zwiebel und 80 Gramm Mehl hellgelb, setzt einen guten Viertelliter Würfelbrühe zu, kocht die Tunke auf und schmeckt sie mit Salz, Pfeffer und Essig ab. 1 Pfund in Scheiben geschnittene Kartoffeln werden in einer Kasserolle mit einer ganz kleinen Menge Salzwasser bis zum Kochen ge­bracht, 100 Gramm Butter, zwei in Würfel geschnit­tene Aepfel, das Kraut und die Specktunke darüber gegeben und das Gericht zugedeckt 35 Minuten lang- sam gedämpft.

Linsen von der Waterkant. Die einge­weichten Linsen werden mit Sal^ und Zwiebeln ge­kocht. Man nimmt 1 Pfund Linsen dazu! Und man nimmt auch 1 Pfund Backpflaumen und kocht sie ohne Zutaten in dem Einweichwasser. Die kurzeinge­kochten Linsen werden mit der Backpflaumenbrühe und Essig, Sirup und Salz gewürzt. Dann wird Speck in Würfel geschnitten, ausgebraten und über die Linsen gegossen. Garniert werden sie mit den Backpflaumen.

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Nürnberger Peterli. Die ganz jungen Petersilienwurzeln werden geschabt, in fingerglied- lange Stücke geschnitten, mit kräftiger Fleischbrühe übergossen uno unter Zugabe von frischer Butter weichgekocht. Die Suppe wird nunmehr mit Butter und Mehl sämig gedickt, vor dem Abrichten mit einigen verquirlten Eigelben und etwas süßer Sahne abgezogen und mit einem Strich Muskatnuß ge­würzt. Als Einlage gibt es die beliebten Schwemm­klöße, die wie folgt bereitet werden: Man rührt nach Bedarf Butter schaumig, fügt 4 Eigelb hinzu, gibt drei gehäufte Löffel recht feinen Grieß hinein, würzt und kocht die mit dem Löffel abgestochenen Klößchen in kochender Brühe, um sie beim Anrich­ten in die Suppe zu tun. Zur Sättigung können auch noch gekochte Salzkartoffeln hineingegeben werden. Und natürlich, auch das in kleine Stücke geschnittene Fleisch, von dem die Fleischbrühe ge­kocht wurde.

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Rote Hanne. Etwas Suppengrün und 23 rote Rüben schneidet man fein, ebenso einige Pilze und Tomaten, röstet das Ganze in Speiseöl etwas an, gießt bann mit Wasser Brühe auf, gibt 2 Eß­löffel ganz kleine Linsen dazu und läßt alles zu­sammen langsam garkochen. Kurz vor dem Gar­werden gibt man rohe geschälte, würfelig geschnit­tene Kartoffeln und nach Geschmack Salz und Kümmel dazu. Dann reibt man eine halbweichge­dämpfte rote Rübe fein, mischt einige Löffel sauren Rahm und nach Geschmack einige Tropfen Zitro­nensaft dazu und rührt das ganze vor dem An­richten in die Suppe. Hinein gibt man kleine Fleisch­klößchen, die vom gewiegten Fleisch zu bereiten sind.

Pommersches Herzel. 1 Pfund Rinder­herz, 1 Pfund Mohrrüben, 1 Sellerieknolle, 1 Pfund Kartoffeln, feingehackte Petersilie undZwiebeln, Rin­dermark oder Speck, Salz, Gemüse und Fleisch werden in kleine Würfel geschnitten. Der Topfboden wird ntit gut gewässerten und enthäuteten Rinder­markscheiben oder mit Speckscheiben belegt. Da­rauf folgen je eine Lage Fleisch, Mohrrüben, Selle­rie und Kartoffeln sowie die Gewürze, alles leicht gesalzen, und sich so oft wiederholend, wie die Menge reicht. Den Abschluß bildet eine Lage Mark oder Speck. Mit wenig Wasserbeigabe wird das Ge­richt in gut verschlossenem Topfe in IV2 Stunden langsam fertig gekocht.

Hamburger Herr. 2 Pfund Schellfisch, 1 Pfund gekochte, abgezogene Kartoffeln, 3 große Zwiebeln, '/< Liter saure Sahne. 3 Eier, Pfeffer, Salz, Fett. Den gesäuberten, gesalzenen Fisch 1 Stunde ziehen lassen, in Stücke schneiden. Dann eine Backform einfetten, lagenweise Fisch und die in Scheiben geschnittenen Kartoffeln einfüllen. Mit den in Fett hellgelb gebratenen Zwiebeln, Pfeffer darüber stäuben und Eier mit der Sahne verquirlen und über das Ganze geben. 45 Minuten backen:

E. Th.

Der Stuhl in der Küche erleichtert die Arbeit.

Leider weiß nicht jede mit Küchenarbeit beschäf­tigte Frau, wie sehr ihr das viele Stehen schadet. Stehen ist weit ungesunder als gehen, und wenn die Hausfrau auch zahllose Schritte machen muß, bevor sie einen Teil der Küchenarbeit vollendet hat, so ist sie dadurch dennoch weniger angegriffen. In der Küche gibt es ein einfaches und nicht zu unter­schätzendes Mittel, um die Hausfrau vor lieber» müdung zu bewahren. Das ist ein angenehmer und guter Küchen st uh l. Er soll handlich, fest sein, sich leicht tragen lassen, möglichst ein Sitzkissen aufweisen. Wie viele Arbeiten lassen sich i m Sitzen verrichten, die einer unzeitgemäßen Über­lieferung zufolge stets im Stehen ausgeführt werden! Gemüse putzen, Kartoffeln schälen, Speisen vor­bereiten, und vor allen Dingen bügeln. Das lange etwas gebückte Stehen beim Plätten greift die Hausfrau daher so sehr an, weil ihre Füße das Kör­pergewicht ungleichmäßig verteilt tragen müssen. Der Rücken beginnt zu schmerzen, und oft sind auch Kopfschmerzen, ja, vielfach Migräne die Folgen der ungewohnten und sich häufig wiederholenden Tätig­keit. Man braucht das Plättbrett nur entsprechend niedriger zu stellen, um bei der Bügelarbeit sitzen zu können. Auch die Uebersicht ist dann besser. Ferner gelingen das Ausziehen von Spitzen, das sorgfältige Behandeln der Säume beim Sitzen. Neben dem Bügelbrett stehe der Korb, in dem die fertige Wäsche Aufnahme findet, und auch beim Weglegen wird die Hausfrau sich dann viel weniger anstrengen müssen als beim Stehen. Niemand hat etwas davon, wenn die Hausfrau ihre Kräfte überanstrengt, vielmehr ist die ganze Familie glücklich, wenn Mutter trotz Arbeit und Sorgfalt nicht übermüdet ist. Schü.

FASCHINGSKOSTÜM

ZUM

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EIDERN

Mas sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

Meine Tochter schreibt aus dem Arbeitsdienstlager:

Hoch oben im Westerwald liegt abgeschnitten Don dem bewegten Leben und Treiben unser geues Lager. Das hat seinen ganz besonderen

Wir fragen uns, warum sind es hier Mädels, d" vor eine so gewaltige Aufgabe gestellt werden?

Ä b,ea aU5J?e °lten Fachwerkhaus ein ge­mütliches Heim schaffen wollten, wußten noch nichts von jener großen Aufgabe. Aber schon nach den ersten Tagen, tn denen wir Land und Leute ken­nen lernten wußten wir: Hier ist eine noch unüber­sehbare Aufgabe zu erfüllen. Wir müssen ganz von vorne anfangen, erst die Grundlage schaffen auf denen weiter aufgebaut werden kann

<5^ Öie arme ßanbfcf)aft hat uns von der Not des Westerwalder Bauern erzählt, ehe wir ihn selbst kennen lernten. Er muß einen harten Da­seinskampf fuhren, der durch die schlechte Ertrags­fähigkeit des Bodens und durch das rauhe Klima bedingt ist.

Wer von uns Stadtmädel hatte je nach dem Bauern draußen gefragt? Und plötzlich standen wir Seite an Seite mit ihm! Der Führer hat uns hierher gestellt und wir wollen uns einfetzen für feine große Idee.

Schon auf dem Weg in die benachbarten Dörfer (unser Lager ist Bauernhilfslager) wollen wir den Bauern draußen im Feld durch unsere frohen und luftigen Lieder sagen: Wir kommen und wollen euch helfen! Im Dorf trennen wir uns und jede geht zuihrem Bauer", wo jede wieder vor eine andere Aufgabe gestellt ist. Hier fehlt die Mutter, die Kinder sind vernachlässigt dort lebt eine alte Frau, deren Glieder von der jahrlangen, anstren­genden Arbeit in Haus, Hof und Feld müde und steif geworden sind und wieder in einem ande­ren Bauernhaus erwartet die Frau einen kleinen Stammhalter und bedarf ganz besonderer Pflege. Hier tritt an das Mädel eine Aufgabe heran, die seinem Wesen am meisten entspricht und es kann feine nationalsozialistische Haltung und Einstellung am schönsten zeigen.

Wir anderen, die mit dem Bauer aufs Feld gehen, Kartoffeln setzen, hacken, disteln, Mist fahren oder Heu machen, sehen wieder eine andere Aufgabe vor uns. Der Bauer soll das Mißttauen, das er uns Stadtmädels zuerst entgegenbrachte, überwin­den verlieren. Gerade die Art, w i e wir an eine Arbeit Herangehen, unsere Haltung und Einstellung zu ihr wird ihm dazu helfen. Er wird fühlen, daß er in einer Gemeinschaft lebt, die zu jedem Opfer bereit ist, und die Brücke zwischen Stadt und Land ist geschlagen.

Eine weitere Aufgabe sehen wir in der Ent­lastung der kinderreichen Familien. Im Kindergar­ten, den wir selbst eingerichtet haben, finden die Kinderunserer Bauern", wenn die Eltern drau­ßen im Feld sind, eine zweite Heimat.

An jede Aufgabe gehen wir mit Lust und Liebe heran mit dem Vertrauen und dem Glauben an den Führer.

Und wennunser Bauer" den Glauben an Füh­rer und Volk gefunden hat, dann dürfen wir stolz sein, daß wir Mädels vom Arbeitsdienst ihm den Weg dazu bahnen durften. Ph. H.

Vorratskontrolle im Haushalt.

Es darf nichts umkommen!

Die Hausfrau schafft gewöhnlich zur Zeit der Ernte Vorräte ins Haus und verwahrt sie in der Speisekammer, im Keller ober wo sonst gerade Platz ist. Wichtig ist, daß diese Vorräte v 0 n Z e 11 zu Zeit kontrolliert, also sorgfältig durchge­sehen werden, damit sie nicht unbemerkt verderben. Die Gefahr, die unseren Vorräten droht, ist immer­hin recht groß. Nicht nur Fäulniskeime und Schim­melpilze siedeln sich gern an, sondern auch tierische Schädlinge, Gärungserreger und dergl. mehr. Linen besonderen Platz unter den Vorräten nehmen die eingemachten Früchte und Gemüse em Sie werden sehr oft aus Platzmangel nicht sehr günstig aufbewahrt z. B. oben auf Schranken stehend, was die Nachprüfung naturgemäß er- schwert. Die Nachprüfung der Vorräte ist aber be­sonders wichtig, denn es kommt immerhin vor daß ein Verschluß nicht dauerhaft halt. Manchmal ist an einer Stelle der Gummiring etwas beschädigt ober es ist am Glasrand em ganz kleines Stückchen ausgeplatzt, was man nicht bemerkt hat, unb an solchen befetten Stellen bringt bann nach unb nach bie Außenluft ins Glas, wodurch der Verschluß locker wirb. Wenn man bas offene Glas rechtzeitig bemerkt, kann man es mit einem neuen Gummiring roieber sterilisieren unb ber Schaben ist behoben. Wirb aber bas Lockerwerben bes Ver­schlusses nicht gleich bemerkt, so gelangen mit der Außenluft auch Schimmelpilze unb Faulmskeime in das Glas unb balb ist ber Inhalt verdorben. Bei Marmeladen und Obstmus ist em D-rd-rb-n weniaer 311 befürchten, wenn ste richtig zubereitet wurden trotzdem follte man auch öfter nachf-h-m Macht sich wider Erwarten A ch > m m e l b , l d u n g bemerkbar so wird sosort d,e befallene Oberfch^t ar7ndlich entfernt, bis kein Schimmel mehr sicht­bar ift Dann kocht man das klebrige am besten S S&iMmSÄtt «-.1 te.'SWfirS mstäure hiernach wird das Glas wieder gut ge-

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Wollene Wasche

Eine wichtige Modefrage

Im Winter ist sie beinahe bas wichtigste bungsstück, bie wollene Wäsche, benn sie ist es, bie uns hauptsächlich vor Erkältungen schützt. Es gibt heute alle Arten von Höschen, Unterziehhemdchen, Strümpfen, bie mit so viel Rücksicht auf bie Wahrung unserer s ch l a n f e n Linie" in ber Wahl bes Materials unb ber Art ber Ausführung von der Wollindustrie herausgebracht werben, baß sie wirklich jebem Ge­

schmack gerecht werben.

Für ben Tag bie Wollkombmation! Sie ist bie ibeale Verbindung von Hemd unb Hös­chen, bie sich vollkommen ber Figur anschmiegt. Bei ben Unterziehhöschen, bie meistens unter ber Wäsche allein getragen werben, haben wir viele Formen. Die gebräuchlichsten sinb bie windelarti- gen, bie wie ein Dreieck aussehen unb bie bis zu ben Strümpfen gehenben, bie sich eng an bie Schenkel legen. Sie werben burch einen kleinen geknöpften Sattel ober burch Gummiband gehal­ten. Die Strümpfe, bie man an kalten Ta­gen unter bie seidenen ober funftfeibenen zieht, sinb so fein unb trotz ihrer Durchsichtigkeit eng ge- webt, daß sie beim Tragen nicht sichtbar sind Richtig zu schätzen weiß man sie erst bei regneri­schem Wetter! denn nasse Fuße zu bekommen, ist bei ihnen so gut wie ausgeschlossew

Das waren erst einmal bie Maichinenerzeug- nsise -aber wir sind auch selbst in ber Lage, be. genügend Zett, Ausdauer und Lust wollene Sachen

zu Handarbeiten, zu stricken oder zu häkeln. Außerdem sollte man da nur diese Dinge arbei­ten, die sich auch lohnen. Ich denke an Bett- jäckchen und Schuhe. Hier können wir unsere Kunstfertigkeit und Phantasie betätigen. Hier kön­nen wir in allen zarten Farben. Pastelltönen schwelgen und immer neue Muster erfinden. Man häkelt oder strickt sie lose und weich, kann Blumen plastisch auf- oder einarbeiten. Man kann Wolle mit Seide verarbeiten, beispielsweise die klei­nen gehäkelten Spitzenkanten aus Seide, die das Jäckchen oder den Schuh einsäumen, oder die Blü­tenkelche des Blumenmusters mit farbiger Seide aussticken. Die Formen der Jäckchen sind verschie- Am nettesten sind alle Handarbeiten in Wolle in möglichst einfacher und fester Maschenhäkelei. Durch Luftmaschen unterbrochen erhalten sie das duftige unb luftige Aussehen. Bei Höschen unb Hembchen beschränkt man sich meistens auf Maschinenarbeit. Die anberen Sachen werben, wie gesagt, in allen zarten Tönungen gehalten; man kann sie auch zwei» unb breifarbig arbeiten. Hier können wir auch ohne weiteres ben zweiten ober dritten Farbton in Seide ober Kunstseide wählen. Nur müssen wir beim Einkauf danach fragen, ob die Zutaten auch waschbar und waschecht sind. Bei gu­tem Material und richtiger Behandlung (lau und nur mit Seifenflocken waschen, niemals kochen) werden sie weder einlaufen noch sich dehnen. Wenn man diese Vorsichtsmaßregeln einhält, dann kann man seine wollenen Sachen mit der Gewiß­heit tragen, daß sie nicht nur nicht dicker machen, sondern warm und damit gesund erhalten.

r Schü.

Faschingskostüme zum Selbstschnei - bern zeigt unser heutiger Vorschlag, und zwar sind die Kostüme entweder aus Porhandenem, einem Abendkleid, einem Strandanzug zum Beispiel, ober aus Stoffen zu arbeiten, die im Sommer wieder zu ähnlichen Zwecken verwandt werden können.

Sv ist etwa das erste ModellSchäferin" aus kleingeblümtem Kretonne oder Chintz herzustellen. Die Rüschen und Aermelgarnituren sind cremefarbiger Tüll, die Bänder schwarzer Samt und der kleine Hut helles Stroh.

Das zweite ModellTfchinelle" ist aus einem einfarbigen Strand- ober, am schönsten, aus einem schwarzen Hausanzug zu arbeiten unb wirb ergänzt burch vier große Scheiben unb ein paar Golbverschnürungen. Die Scheiben sinb auf ber oberen Seite mit Golbstoff unb auf ber unteren mit schwarzer Seibe bespannt. Die

beiben kleineren Teller an ben Handgelenken sind an zwei kurze schwarze Stulpen genäht.

Zu dem dekorativen Kostüm derSpanischen Tänzerin" (3) kann gut ein altes schwarzes (oder weißes) Abendkleid verwandt werden, dessen Rock sechs Rüschen aus schwarzem (oder weißem) Tüll aufgesetzt werden. Die großen roten Blumen an Rock und Schultern sind aus Taft geschnitten. Ein großer Fächer und ein Kamm vervollständigen das Kostüm.

Die beiden Anzüge desHolländischen Pärchens" (4 und 5) sind leicht aus blau-weiß gestreiftem und einfarbigem Satin herzustellen. Die Kragen, die Schürze, die Stulpen und das Häubchen aus weißem Nessel ober Seinen. Für die beiden Jacken mit den großen Silber« knöpfen sowie die Mütze ist auch schwarzer Samt geeignet. H.

Aus dem Reiche der Krau.

Flüssigkeit abgießt und mit etwas doppeltkohlen­saurem Natron gründlich aufkocht. Ist die Gärung aber schon vorgeschritten und haben die Früchte schon einen unangenehmen Geschmack angenommen, dann ist es kritisch. Man kann dann mit einer kleinen Probe versuchen, ob sie durch Aufkochen mit Natron den Geschmack verlieren, also wieder genießbar werden. Wenn der unangenehme Geschmack aber nicht völlig verschwindet, dann sind die Früchte ungenießbar. Die nach dem Aufkochen wieder gut schmeckenden Früchte muß man auf alle Fälle gleich verbrauchen, also nicht weiter auf­bewahren. Durch das Aufkochen verlieren die Früchte stets an Aroma und Aussehen, aber das ist schließlich das kleinere liebel.

Vorräte von Kartoffeln, Gemüse und Obst müssen gerade am Ausgang des Winters öfter sorgfältig nachgesehen und von allen angefaul­

ten Teilen befreit werden. Die Fäulnisherde brei­ten sich gerade um diese Jahreszeit besonders schnell aus.

Schließlich sollte die Hausfrau noch ein besonders wachsames Auge haben für bie Vorräte an Mehl, Grieß, Graupen und dergl. Hier sind es we­niger die größeren Vorräte, die verderben, als die kleinen Reste, die man in Porzellantonnen oder sogar in Tüten verwahrt. Diese Kleinvorräte wer­ben sehr oft von Milben usw. befallen und dadurch dem Verderben ausgesetzt. Es muß aber der erste Grundsatz der Hausfrau fein, alles zu verbrauchen, ehe es schlecht wird. Bemerkt man, daß Mehl ober Grieß zur Klumpenbildung neigt, dann muß man den Vorrat sofort gut durchsieben und dann hin­tereinander verbrauchen. Im gut geleiteten Haus­halt darf nichts umkommen, deshalb öfter die Vorräte kontrollieren! E. G.