Mrgen. Tag der nationalen Solidarität!
An diesem Tage helfen alle Volksgenossen beim Spenden für das WHW! Oie Gießener Bevölkerung hat bei -en bisherigen Tagen der nationalen Solidarität ihre Opferfreudigkeit stets vorbildlich bewiesen. Männer aller Schichten und Berufe gingen mit der Sammelbüchse auf die Straße. Zn den Gaststatten erbaten sie sich von -en Gästen eine Spenve für -ie Hilfsbe-ürftigen. Lleberall fan-en sie freu-ige Herzen un- offene Hän-e. So war es bisher - so muß un- wird es auch morgen wieder sein!
Deshalb, deuifche Männer und Krauen: Auf zur helfenden Tat im Dienste des Winterhilfswerkes!
Geiger, Geißler, Neuhaus, Nieren. Rosenthal, der 1936 Schorn, Seitz, Volck. Bühnenbild: Karl Löffler, teil mehr.
erfüllen.
NG.-Lehrerbund, Gießen.
Saal
Abl. Feierabend.
landwirt Fürst wird an Hand von Lichtbildern TOarL Kartenoorbestellungen -nullen
Einreichung aller Vor-
(Nachdruck verboten.)
24. Fortsetzung.
Gute Möbel bei Koos
Giessen Schulstn6
NSV., Ortsgruppe Mitte.
Vetr. Kohlen-Abrechnung am 5. Dezember.
Walter Brand selbst aber erschrak fast über den Ausdruck von Gehetztheit in dem Gesicht seines Gegenübers, gegen den er sofort eine instinktive Abneigung hatte. Trotzdem zwang er sich zu einem ruhigen, unbefangenen Ton:
„Mein Name ist Brand, Generaldirektor Walter Brand, von der Brand A.-G. Ausgezeichnet, daß ich Sie hier antreffe, Herr Doktor! Uebrigens sehr erfreut, Ihre persönliche Bekanntschaft gu madjen. Ich habe schon des öfteren die Gelegenheit gehabt, über Sie..."
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die Aufführung des Lustspiels „Der Kampf mit dem Tatzelwurm" statt Eine heitere Angelegenheit von Leo Lenz und Ralph Arthur Roberts. Die Spielleitung führt Wolfgang K u h n e. Mitwirkende: Damen: Gerhardt, Krause; Herren:
Eine Vorfreude auf Weihnachten. Als sechste Sondervorstellung bringen wir im Stadttheater am 12. Dezember, 20 Uhr, die Märchenoper „Hansel und Gretel". Preise der Plätze sind 0,80 und 1,— Mark. Kartenoorbestellungen müssen umgehend aus 1 -' " ~ ' r‘ 18, eingereicht
Die Vorstellung findet als 12. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr.
Gastspiel von Ivo Puhonnys rNanonetten-Theaier.
Der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein teilen uns mit: Am kommenden Sonntag findet ein Gastspiel des berühmten Ivo Puhonnys Mano- netten-Theaters in der Neuen Aula statt. Das Spiel der Marionetten wird jung und alt zwei Stunden der Freude und Verwunderung bereiten. Der Spielplan für die Jugendvorstellung am Nachmittag, sowie für die Abendveranstaltung ist aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich. In über viertausend Vorstellungen sind Puhonnys Puppen bereits aufgetreten und haben der Marionettenkunst immer neue begeisterte Freunde gewonnen.
Vortrag des Obst- und Gartenbauvereins Gießen.
Der hiesige Obst- und Gartenbauverein veranstaltet am kommenden Sonntag, 6. Dezember, 15.30 Uhr, im Gasthaus Faulstich einen Vortrag. Diplom-
Vortrag des Herrn Priv.-Doz. Dr. Wulf A n k e l über „Die biologischen Grundlagen der Rassenpflege". Gäste willkommen.
chend den Stoß Rammelts zurück, wartete dann auf einen neuen Angriff des Gegners, den er im Dunkel kaum zu sehen vermochte.
„Bestechen! Bestechen sagten Sie doch, nicht wahr?!" knirschte er dabei, während ihm das Blut von neuem heiß zu Kopfe schoß.
„Aber lassen Sie sich das gesagt sein, Herr Dr. Rammelt! Ich bin nicht der Mann, der sich dergleichen gefallen läßt! Ich werde Sie verklagen! Hören Sie, verklagen werde ich Sie!" ...
Er hielt plötzlich inne, wartete ab. Daß Rammelt immer noch nicht antwortete, machte ihn doch stutzig. Unwillkürlich rief er den andern bei seinem Namen an, aber keine Antwort kani zurück. Toten- still blieb alles. Unheimlich gurgelte nur das Wasser. Ein entsetzlicher Gedanke schoß Walter durchs Hirn. Sollte Rammelt von seinem Stoß ...?
Oie Sonntagsarbeit in Bäckereien und Konditoreien.
LPD. In einer Bekanntmachung des Reichsstatt- Halters in Hessen — Landesregierung — wird über die Arbeitszeit in Bäckereien und Konditoreien bis auf weiteres angeordnet, daß an Sonntagen leicht verderbliche Konditoreiwaren während der Zeit von 10 bis 12 Uhr hergestellt und während der Zeit von 10 bis 14 Uhr ausgetragen, oder ausgefahren werden dürfen. Als Herstellung leicht verderblicher Konditorwaren gilt nur die Zubereitung von Creme-, Obst- und Eisspeisen und von Schlagsahne, sowie das Füllen von Backwaren mit diesen Speisen. Die Herstellung von Backwaren durch Backvorgänge irgendwelcher Art ist nicht erlaubt. Jugendliche Arbeiter unter 18 Jahren dürfen mit diesen Arbeiten nicht beschäftigt werden. Die Sonntagsarbeit ist auf die Wochenarbeitszeit anzurechnen und jedem an einem Sonntag beschäftigten Arbeiter ist an einem der nächsten sechs Werktage Freizeit von 13 Uhr ab zu gewähren. Die eingangs erwähnte Ausnahme für Sonntagsarbeit findet keine Anwendung auf den Ostersonntag oder Pfingstsonntag, sowie auf den Neujahrstag, den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes (1. Mai), den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, wenn diese Feiertage auf einen Sonntag fallen. Die Anordnungen vom 29. Mai 1933 werden aufgehoben.
Hausschlachtungen versteuern!
Die Polizeidirektion Gießen teilt uns folgendes mit:
Im Gegensatz zu dem seitherigen hessischen Recht unterliegen die Hausschlachtungen nach § 5 der Verordnung zur Durchführung des Schlachtsteuergesetzes vom 24. März 1934 der Schlachtsteuer.
M Die deutsche Arbeitsfront
n.s.-Gemeinschaft„Kraft durch kreude"
Dornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Kundgebung der NSDAP.: 20.30 Uhr spricht skar Wendnagel über „Unser Kampf, emst und etzt" im Cafö Leib. — Stadttheater: 20 bis 22
Mit zitternden Fingern suchte er in der Tasche, fand schließlich das Feuerzeug, brannte es an.
Da,--eine dunkle Gestalt lag quer über dem
Weg, dicht an der Hafenmauer!
Mit einem Satz war Walter an der Seite des Gestürzten, versuchte ihn aufzurichten. Vergeblich! Rammelt war bewußtlos, wenn nicht...
Wieder brannte er das Feuerzeug an, bückte sich, leuchtete in Rammelts Gesicht. Es war totenbleich. Und da,--an der Schläfe, da war ja Blut!
Blut!
In jähem Entsetzen sprang Walter auf. Wie im Fieber klopften seine Pulse. Was hatte er getan? Was hatte er nun getan? Noch einmal beugte er sich über die regungslose Gestalt, legte sein Ohr aus das Herz Rammelts. Aber das rasende Klopfen seines eigenen Herzens übertönte alles. Ein Arzt mußte kommen! Hilfe! Aber wenn er nun Hilfe herbeirief? Mußte dann nicht der Verdacht auf ihn, Walter Brand, zuerst fallen? Würde man das aller Wahrscheinlichkeit ungünstig ausgefallene Gutachten nicht als belastendes Motiv gegen ihn auslegen?
Unwillkürlich blickte Walter sich um, lauschte ins Dunkel. Aber überall herrschte Totenstille. Niemand hatte etwas von dem Vorfall gehört. Einen Augenblick ergriff ihn die Versuchung, die Flucht zu er» greifen, Rammelt in Stich zu lassen, zu fliehen, soweit es ging.
(Fortsetzung folgt!)
Aus der Provinzialhauptstadt.
Oer alte Laden.
Jedes Jahr um die Weihnachtszeit kommt er vieder, der kleine Laden. Großmutter und Mutter laben schon damit gespielt und dann war er für uns Geschwister eine alljährlich wiederkehrende große Freude. Nun spielt das Kind damit.
Braun angestrichen ist er, wie damals die Spiel- üchen waren, und wie man sie aus der Goethezeit im Museum sieht. Vorne hat er zu beiden Seiten dreistöckige Glasschaufenster und drüber ist ein jchräges 'Dach.
In der Mitte steht die Theke, nachlässig lehnt iine blonde schnürleibige Verkäuferin daran, in schwarzen Lackschühchen, kokett ein rosa Röschen om Ausschnitt.
Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlenscheine der Serie B am Samstag, 5. Dezem - ber, 20.30 Uhr, auf unserer neuen Geschäftsstelle, (Zigarrenhaus Moese r) EingangLöwengasse, einzureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers und die genaue Kohlensorte tragen muß. Nach dem 5. Dezember 1936 eingereichte Scheine haben keine Gulttg-
zunehmen, da der Gedanke an seinen Besuch in der Klinik mit jedem Augenblick stärkere Gewalt in ihm annahm. ... .
Unwillkürlich blieb Walter Brand stehen. Was bildete dieser Mensch sich eigentlich ein?!
„Sie scheinen immerhin noch nicht allzuviel von dem Gutachten zu verstehen, Herr Dr. Rammelt, onst würden Sie wissen, daß ich hier nicht zu meinem Vergnügen bin, sondern weil es um die Existenz eines großen Unternehmens und einer alten Familie und um das Wohl und Wehe unzähliger Arbeiter geht, die arbeitslos werden, wenn das Werk zusammenbricht! Aber so sind natürlich diese Herren,---das Honorar streicht man
gern ein, das übrige interessiert sie nicht! Wahrscheinlich hätte man es bei Ihnen ganz anders anfangen müssen..."
Walter Brand unterbrach sich. Er fühlte es selbst, sein Jähzorn riß ihn hin, hatte ihn fast zu weit gehen lassen... .
Und in der Tat, Rammelt W empört auf: „Herr, was erlauben Sie sich?!"
Es kochte in ihm. Ungeduld, Erregung, Wut über die versteckten Aeußerungen des Generaldirektors verleiteten ihn zu einer Antwort, die er vielleicht bei näherer Ueberlegung vermieden hätte:
„Sie haben es allerdings nötig, Herr Direktor Brand", erwiderte er dem andern mit eiskaltem Hohn, unter dem wieder der Haß aufbrach, „Sie haben es allerdings nötig, gegen mich Anschuldigungen aufzustellen! Zuerst schicken Sie mir die Tochter Ihres eigenen Rechtsanwalts ms Haus, das Gutachten widerrechtlich von mir herauszulocken, und dann schrecken Sie nicht einmal davor zurück, selbst an mich heranzutteten, um mich zu bestechen!"
Das war zuviel für Walter Brand. Außer sich, fast besinnungslos vor Zorn und Empörung, fuhr er plötzlich seinem Gegner an die Kehle, schrie ihn an: „
„Sie nehmen das sofort zurück! Sofort, oder...
Fachschaft 2.
Montag, 7. Dezember, 18 Uhr findet im des Zoologischen Instituts, Bahnhofstraße 84, (Anatomie) eine Gesamtsitzung der Fachschaft 2 (Höhere
heil Hitler!
Schmelz, Kreispropagandaleiter.
Wege im Rebel.
Vornan von Käthe Meßner.
(Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.)
noch vorlegen möchte."
Rammelt ließ sekundenlang seinen Blick auf den Zügen des andern ruhen, entgegnete dann saft
I scharf:
„Tut mir leid, aber das Gutachten ist bereits ousgefertiat. Außerdem habe ich mich genügend mit Material versehen! Im übrigen aber werden Sn»
Tag der nationalen Solidarität in Gießen.
Am 5. Dezember 1936 stehen das Iiihrerkorps der natianalfoziaUstischen Bewegung, die führenden Männer des Staates und der freien Berufe wieder im Kampf gegen die Tlot des Winters. ~ f
Keinem deutschen Volksgenossen darf an diesem Tage das Opfer für tue Not des deutschen Boltes zu grofe sein. Es gilt andrem Tage erneut zu bewe.sen dak allen Drohungen gegen das nationalsozialistische Deutschland zum Trotz das deutsche Bolk zu einer feffen Opsergemeinschasl zusammengewachsen ist.
Nationale Solidarität gegen internationalen Bolschewismus.
Diese Parole ist zu einem Lebensgrundsah des deutschen Boltes geworden. Der 5. Dezember 1936 wird es erneut zeigen.
Alle Bolfsgenoffen und alle Sammler werden an diesem Tage ihre Pflicht restlos
mich jetzt entschuldigen müssen, da ich etwas Wichtiges vorhabe! Ich glaube in der Tat auch nicht, daß eine Unterredung über den fraglichen Punkt noch irgendeinen Zweck hat!"
„Aber ich glaube das!" rief der Generaldirektor erregt. „Und ich glaube es nicht nur, sondern ich weiß es sogar! Und ich denke auch nicht daran, mich von Ihnen wie einen Schuljungen fortschicken zu lassen!"
„Nun gut!" lenkte Rammelt endlich ein, dem alles daran lag, sobald als möglich fortzukommen, um wieder nach der Weststadtklinik fahren zu können, wie ihn die Oberschwester während des vorhin geführten Ferngesprächs gebeten hatte.
„Nun gut also, wenn Sie wollen, können wir ja noch ein Stück Weg Zusammengehen! Hierzubleiben, erlaubt in der Tat meine Zeit nicht!"
Noch während Rammelt sprach, hatte er sich den Mantel übergezogen und stand bereits wartend ander Tür, so daß dem Generaldirektor nichts weiter übrigblieb, als sich ihm anzuschließen.
Wenigen Minuten später gingen beide den gleichen Weg am Hafen, den Rammelt vor einer halben Stunde in so großer Erregung entlanggehastet war.
Es war noch kälter geworden, und der Nebel war so dicht, daß kaum das Licht der Laternen ihn durchdringen konnte, da aber, wo keine Laterne stand, fast undurchdringliches Dunkel herrschte.
Aergerlich biß Walter sich auf die Lippen. Welch ein Wahnsinn war es, hier eine Besprechung em- leiten zu wollen, hier in diesem Nebel und dieser Dunkelheit, in der jedes Wort erstickte!
„Ich muß wirklich sagen, daß ich Ihren Vorschlag recht wenig angebracht finde, hier auf dem Wege die Unterredung zu beginnen, Herr Doktor! sagte er schließlich aus seinen Gedanken heraus. „Das beste wäre doch vielleicht, wenn wir auf einige Augenblicke in ein Lokal gingen! Gleich am Ende dieser Hafengassen, am Anfang der Stadt, habe ich vorhin ein kleines Cafe gesehen, das diesem Zweck entspricht. Ich werde Sie keinen Augenblick langer als nötig aufhalten!"
„Ich sagte Ihnen doch schon, daß ich keine Zett ■ habe!" bemerkte Rammelt ungeduldig. Er gab sich t üubt dte aeringste Mühe mehr, sich zusammen-
Doch schon im gleichen Augenblick traf ihn ein furchtbarer Stoß Rammelts, so daß er weit zuruck- taumelte. Aber trotz seiner äußeren Schwerfälligkeit hatte Walter Brand doch sportgeübte Glieder, die den Angriff gut aushielten. Fast noch im Fallen fing er sich, stürzte wieder nach vorn, gab keu-l
Uhr „Der Kampf mit dem Tatzelwurm'. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Schatten der Deraangenhei — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Stabt Anatol. . — Weihnachtsausstellunq der oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand.
Sladlthealer Gießen.
bestell-Liften aus den größeren Betrieben ist der 7. Dezember. Einzelmitglieder der Deutschen Arbeitsfront können Karten zu obigen Preisen im Vorverkauf auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 7, erhalten. Karten können ab Montag, 7. Dezember, abgeholt werden.
Aufgehobene Gebühren.
Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — teilt in einer Bekanntmachung folgendes mit: _ ,
Die Vorschriften des § 14 der Dritten Hessischen Durchführungsverordnung zur Sicherung der Haushalte von Ländern und Gemeinden vom 3. November 1931, daß für jede bei einer staatlichen Behörde oder vor einer staatlichen Prüfungskommission mit Erfolg abgelegte Prüfung ein Ausweis auszustellen ist, für den eine Abgabe zur Staatskasse zu ergeben ist, wird mit Zustimmung des Herrn Reichsministers der Finanzen dahin geändert, daß für die Ausweise über die an der Universität Gießen und an der Technischen Hochschule Darmstadt mit Erfolg abgelegten Doktorprüfungen eine Abgabe zur Staatskasse nicht mehr zu erheben ist.
Die Rückseite des Ladens besteht aus lauter offenen Gefächern, die mit papierener Goldborte einge- iaßt sind. Bildchen von sagenhaften Landschaften schmücken die Wände.
Und was ist darin, in diesem kleinen Laden? da stehen auf den Regalen die kleinsten Täßchen, ^ellerchen und Kännchen. Buntbeblümte Väschen und Schalen locken den Käufer und bauchige, grüne und weiße Karaffen warten auf ihre Bestimmung. Zesonders reichhaltig ist die Glaswaren-Abteilung: Da sind Wein- und Wassergläser, Gelee- und Honiggläser. Auch Einmachgläser in allen Größen oarten der Hausfrau, die sie mit guten Dingen Wen wird. Aber auch Zinngeschirr gibt es: kleine Tablette, Tellerchen und zierliche Leuchter. Besonders niedlich sind die kleinen Fayenzen: winzige Zierbecher und höhe Weinkrüge!
Im Schaufenster aber stehen die Prunkstücke dieser Handlung: Da ist eine junge Dame in geblum- letn und gebauschtem Kleidchen, die die Hände zuch- tiq über dem Busen faltet. Da ist auch ein schöner lmngling, der, in einem lila Gewand mit Pelzbe- atz ein Goldschnittbuch vor sich hält, aus dem er niner Angebeteten sicher Verse oorliest. Diese sitzt Uneben auf einem Baumstumpf und hört andächtig ;u, die Hand entzückt erhoben. Eine hochbusige Dame mit langen schwarzen Locken und sehr aus- I drucksvollem Gesichtchen hält ihr rosa Ueberkleid geschürzt, in dem sie einen Armvoll blauer Blumen zierlich darbietet.
Wieviel Kinderherzen haben bei dem Anblick des Lädchens rascher geklopft, wieviel Kinderhände ha- ben schon all diese Sächelchen behutsam angefaßt und aufgestellt! Selbst Erwachsene bekommen unbändige Lust, in diesem Laden zu verkaufen, m hem das Geschäft immer gut geht. Freilich wandern die schön eingepackten Gegenstände wieder zurück auf ihre Plätze, um nach einiger Zett erneut auf die Reise zu gehen.
Und so ist dieser kleine Laden ein Sinnbild unseres Lebens, dessen Strom auch nie versiegt und n Kindern und Enkeln weiterfließt. E. L. St.
„Darf ich Sie bitten, zur Sache zu kommen Herr Generaldirektor!?" unterbrach Rammelt schroff. „Sie haben es ja nicht für nötig gehalten, sich an- jumelden, sonst hätte ich Ihnen bereits sagen lassen, daß meine Zeit sehr knapp bemessen ist!
Im Augenblick verschwand das verbindliche Lächeln Brands; eiskalt wurde seine Miene:
„Ich fürchte, ich werde Ihre Zeit doch eine gute halbe Stunde lang in Anspruch nehmen müssen, Herr Doktor!" sagte er förmlich. „Natürlich kann es auch morgen zu einer verabredeten Zeit sein, jedenfalls muß ich Sie jetzt doch darüber aufklaren, worum es sich handelt. Wie sie sich denken werden, möchte ich mit Ihnen über das Gutachten verhandeln, das Sie über den Stand der Grube „Margret" übernommen haben. Ich habe hier noch einiges sehr wichttges Material nach dem Stand unserer letzten Untersuchungen und nach meiner eigenen Kenntnis als Mitinhaber der Grube, das ich Ihnen


