Ausgabe 
4.9.1936
 
Einzelbild herunterladen

Erlangen, 3. Sept. (DNB.) Donnerstag er­öffnete Gauleiter Bohle die 4. Reichstagung der Ausländsdeutschen, zu der gegen 5000 Ausländs­deutsche aus aller Welt gekommen find. Oberbür­germeister Groß erinnerte in feiner Begrüßungs­ansprache an das für Erlangen geschichtliche Er­eignis der Hugenotteneinwanderung vor 250 Jahren. Er gab dann bekannt, daß die Stadt zu Ehren des von jüdischer Mörderhand in der Schweiz gefallenen Parteigenossen G u st - loff eine Straße nach diesem Kämpfer der Bewegung benannt habe.

Gauleiter Bohle dankte dem Oberbürgermeister. Erlangen sei für die Auslandsorganisation das Tor zur Stadt der Reichsparteitage. In Zukunft werden sich die Ausländsdeutschen und die deut­schen Seefahrer alljährlich gelegentlich des Parteitages in Erlangen treffen. Gauleiter Bohle würdigte das leidenschaftliche Bekenntnis des Aus­landsdeutschtums zum Nationalsozialismus und zum Dritten Reich. Alle Versuche, das Auslandsdeutsch­tum von der wiedererstarkten Heimat abzudrängen, hätten keinen Erfolg haben können. Verleumdungen und Hetzereien vermochten nicht, die Deutschen drau­ßen von ihrem Glauben abzubringen. So sei es gekommen, daß man sogar glaubte, im Meuchel­mord das letzte Mittel gefunden zu haben. Gau­leiter Bohle erinnerte hierbei an den Opfertod des Landesgruppenleiters Wilhelm G u st l o f f und an die Ermordung der sieben Deutschen durch spanische Bolschewisten. Ihnen zu Ehren erklang bann das Lied vom guten Kame­raden.

Die Arbeit der NSDAP, im Ausland sei nur darauf gerichtet, auch unter den draußen lebenden Deutschen die Volksgemeinschaft aufzurichten, die das deutsche Volk stark und frei gemacht habe. Die neue Zeit erfordere deutsche Menschen, die in ihrer Zugehörigkeit zur Nation den Sinn ihres Lebens sehen und den Willen haben, sich für diese Nation einzusetzen.

4.Neichstagung der Ausländsdeutschen in Erlangen.

Gauleiter Bohle hat an den Führer folgendes Telegramm gerichtet: Die in Erlangen zur 4. Reichs­tagung der Ausländsdeutschen versammelten 5000 Parteigenossen und Parteigenossinnen der Ausland­organisation, Auslanddeutschen und Seefahrer möch­ten Ihnen in einer machtvollen Kundgebung zeigen, wie sehr die Grnudsätze sozialistischer Volksgemein­schaft und nationaler Ehre über die Grenzen des Reiches hinaus in deutschen Herzen verankert sind. Sie sind mit mir und meinen Mitarbeitern ein­mütig entschlossen, Ihr Werk, mein Führer, das Dritte Reich, wo es auch sei in der Welt, als treue Deutsche und tapfere Nationalsozialisten zu vertre­ten. Alle geloben für Sie und Ihr Werk höchsten Einsatz und größte Opfer. Heil, mein Führer. Auch an den Stellvertreter des Führers, Reichsmi­nister Rudolf Heß, die Gattin des ermordeten Landesgruppenleiters G u st l o f f und an Oberbür­germeister Dr. Strölin (Stuttgart) hat Gauleiter Bohle Telegramme gesandt.

Im Redoutensaal waren die Politischen Leiter der Auslandorganisation der NSDAP, versammelt. Gauleiter Bohle wies darauf hin, daß die Auslandorganisation die dynamische Kraft fei, die frische Luft in das Auslanddeutschtum ein­pumpe. Gekämpft hätten die Auslanddeutschen im­mer, aber dieses Jahr sei das erste, in dem der Kampf durch die Ermordung von Parteigenossen seinen sichtbaren Ausdruck fand. Gauleiter Bohle wies dann auf den Korpsgeist der Auslandorga­nisation hin. So wie die Politischen Leiter getreu­lich zur Auslandorganisation ständen, so sollten sie auch die Treue untereinander bewahren. Wie jedes Jahr eine Reichstagung der Ausländsdeutschen, so solle auch einTagderSeefahrt jährlich statt­finden. Dem Dank der Parteigenossen gaben der Landesgruppenleiter von Großbritannien und Ir­land, Bene, sowie der Auslandkommissar der Auslandorganisation für die südamerikanischen Staaten, Koehn, Ausdruck, die ihrem Guleiter im Namen der Politischen Leiter der Auslandorganisa­tion treue Gefolgschaft gelobten.

Die Landesgruppenleiter berichten.

Am Nachmittag sprach Stabsamtsleiter Ruberg zu den politischen Leitern. Er erwähnte, daß das Auslandsdeutschtum im Jahre 1934/35 an Win - terhilfsaeldern rund 1,125 Millionen RM. und im Jayre 1935/36 1,860 Millionen RM. auf­gebracht habe. Er gab bann interessante Einblicke in die Kleinarbeit zum Besten der Ausländsdeut­schen.

Der Schulungsleiter Schlüssel (Hamburg- Seefahrt), sprach über die Arbeit und den Kampf des deutschen Seemanns für sein Volk. Er stellte fest, baß das Verständnis für die schwere und ge­fahrvolle Arbeit des Seemanns im ganzen Volke gewachsen sei. Der politische Leiter an Bord sei Vertreter der Deutschen Arbeitsfront und habe im besten Sinne die Menschen an Bord zu führen, ihnen die Pflichten der Gemeinschaft klar zu machen, politisch aufklärend zu wirken, einer den Seemann im Ausland anfallenden Hetzpropaganda wirksam zu begegnen, die Aufgaben derKdF." zu über­nehmen usw., aber darüber hinaus dafür zu sorgen, daß der Seemann auch seine kulturelle Mission im Auslande und im Verkehr mit den Ausländsdeut­schen erfüllt.

K. H u b l, der Stützpunktleiter in Kitale (Afrika) konnte die erfreuliche Feststellung machen, daß die

Partei in Kenya steht. Die Schulung sei auch hier außerordentlich schwierig wegen der riesigen Entfer­nungen. Die Stimme des Blutes in diesen Menschen, die meistens schon Bürger des Gastvolkes geworden find, immer stärker zum Erklingen zu bringen und ihnen wieder klar zu machen, daß sie blutsmäßig zu uns gehören, darin müsse eine der größten Aufgaben erblickt werden. Eine weitere Aufgabe sei Aufklärung unter den Gastvölkern, um zu vermeiden, daß noch einmal eine Psychose entstehe wie jene, die zu der Katastrophe von 1914 führte.

Der Landesgruppenleiter von China, Pg. Lahr- mann, gab eine Schilderung des Chinadeutschtums, das sich in zähem Kampf emporgearbeitet und durch kaufmännische Redlichkeit die Hochachtung des chine- schen Volkes errungen hat. Seine Umgebung, die Großzügigkeit der chinesischen Landschaft und seine großen Aufgaben im Dienst des deutschen Handels in einem fremden Land habe den Chinadeutschen zwangsläufig zum ausgeprägt Individualisten wer­den lassen. Daraus fei erklärlich, daß die Bewegung nur langsam dort Boden fassen konnte. Als jedoch im vergangenen Jahr die Erkenntnis von dem, was in Deutschland vorgegangen war, allgemein geworden sei, habe sich das Chinadeutschtum freudig unter das neue Banner gestellt. Wer einmal die HI. in China habe üben sehen, der begreife, welche große Wand­

bas Urteil seines Beraters, des Volkswirtes I. M. Keynes mitgewirkt haben, der schon 1919 die unheilvollen Folgen der wirtschaftlichen Bedingun­gen der Friedensverträge voraussagte. Vergessen wir auch nicht, daß es wieder Lloyd George mar, der sich im Oktober 1921 oergeblid) in Genf dage­gen wehrte, als der französische Ministerpräsident Briand darauf bestand, Oberschlesien zu zerreißen.

Als Lloyd George 1922 als Ministerpräsident zurücktrat, blieb er zunächst zwar der Führer der Liberalen, aber er gab sich wohl selbst keiner Täu­schung darüber hin, daß im englischen Parteiwesen eine Wandlung beoorftünbe. Wieder war es Lloyd George, der aus soziologischen Erkenntnissen heraus den Gestaltwandel voraussah, der sich im nationalen und sozialen Bereich der Völker vollziehen würde. Als das neue Deutschland begann, auf dem Wege zur Nation sich von dem Druck freizumachen, den die Versailler Politik auf Deutschland gelegt hatte, war es wieder Lloyd George, der offen und ehrlich zugab, daß die Politik der Sieger in der Nachkriegszeit gegenüber Deutschland nicht offen und ehrlich gewesen sei. Die schändlichen Manöver, die auf den unterschiedlichen Tagungen getrieben wurden, die der Abrüstung dienen sollten, hat Lloyd George ebenso aufgedeckt wie die Widersprüche, die in und mit dem sogenannten Locarnovertrag ver­bunden waren und sind.

In dieser Entwicklung Lloyd Georges ist für den, der sie aufmerksam verfolgt hat, nichts Sprung­haftes, sondern im Gegenteil, es ist eine Folgerich­tigkeit darin, wie sie wirklich nur einem Staats­mann von Rang eigen sein kann. Lloyd George will nun das neue Deutschland sehen und ken­nenlernen, will vor allem an Ort und Stelle ergründen, wie es der Nationalsozialismus fertig­gebracht hat, den Arbeitseinsatz zu auszu­gestalten, daß es eine Arbeitslosigkeit eigentlich nicht mehr gibt. Seitdem Lloyd George Politiker und Staatsmann ist, hat er sozialen Fragen immer eine Aufmerksamkeit geschenkt, die es erklärt, den Geist zu begreifen, der den Nationalsozialismus be­seelt. So sehr wir in Lloyd George heute den Wis­senden sehen, so ist es gerade dies Wissen, das er mühsam erkämpft und errungen hat. Und von jener Rede im Sommer 1911 zur Zeit des Panther- Sprunges bis zu jener Rede im Unterhause am 27. Juli 1936, in der Lloyd George erklärte, daß er froh sei, daß die deutschen Truppen wieder im Rheinland stünden, ist gewiß auch zeitlich ein langer Weg. Aber Lloyd George hat ihn zurück­gelegt als ein aufrechter Mann, der der Wahrheit die Ehre gibt.

Ausländische Diplomaten in Nürnberg

als Gäste des Führers auf dem Parteitag.

Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat auch in diesem Jahre d i e Chefs der ausländischen Missionen in Berlin als seine persönlichen Gäste zur Teil­nahme am Reichsparteitag in Nürn- berg ein gelob en. Ihr Erscheinen haben z u - gesagt: die Botschafter der Türkei, von Polen, Japan, Italien, Chile, China und Brasilien; die Gesandten von Schweden, Bolivien, Aegyp­ten, Peru, Rumänien, Argentinien, Griechenland, des Irischen Freistaats, von Finnland, Portugal, Kolumbien, Uruguay, der Union von Südafrika, Kuba, Iran, Irak, Lettland, Afghanistan, Jugo­slawien, Ungarn, Nikaragua, der Dominikanischen Republik, sowie die Geschäftsträger von Guatemala, Panama, Ekuador, Bulgarien, Estland, Venezuela, Litauen, Dänemark, der Tschechoslowakei, Mexikos, der Schweiz und von Oesterreich.

Den Diplomaten wird ein Schlafwagen- sonderzug zur Verfügung gestellt. In Nürnberg sind verschiedene Ausflüge vorgesehen, u. a. nach Oberbayern. Auf der Reise werden die Diplomaten von dem Chef des Protokolls, Gesandten von Bülow - Schwante, und Legationssekretär von Reichert sowie von einer aus sprachkundi­gen SS.-Männem bestehenden Mannschaft beglei­tet werden. Zum Kommandanten des Sonderzuges ist SS.-Brigadeführer Generalmajor a. D. von Massow bestimmt worden, dem Reichshaupt­stellenleiter von Ihne aus der Privatkanzlei des Führers zugeteilt worden ist.

Lahrestagung der katholischen auslandsdeutschen Mission.

Frankfurt a. M., 3. Sept. (DNB.) In Frankfurt a. M. fand dieser Tage die Jahres - tagung der katholischen auslandsdeutschen Mission statt, in der unter der Leitung des Reichsverban- des für die katholischen Ausländsdeutschen die aus- landsdeutsche Seelsoraearbeit aller auf diesem Ge­biete tätigen katholischen Verbände zusammenge­faßt ist. Die Tagung begann mit einer liturgischen Feierstunde im Frankfurter Dom, bei der Staats­rat Bischof Berning, Osnabrück, auf die Grund­lagen und Ziele auslandsdeutscher seelsorglicher Arbeit hinwies. Auf dem Begrüßungsabend hieß der Bischof von Limburg, Dr. Hilfnch, die Gäste aus aller Welt herzlich willkommen, vor allem die anwesenden Kirchenfürsten Erzbischof Rodic aus Belgrad, Bischof Dr. Hudal aus Rom, Bischof Taver Geyer, den Leiter der auslandsdeutschen Priesteranstalt in Kloster Banz und den Abt Si­mon Landesdorfer aus Scheyern. Der Leiter des Reichsverbandes, Konfistorialrat Dr. Scherer begrüßte die Vertreter der Reichsregierung, der Partei, der Stadt Frankfurt und die vielen Mitar­beiter aus dem In- und Ausland. Geheimrat Dr. Langmann vom Auswärtigen Amt führte aus, daß deutsches Wesen und religiöses Erleben immer in enger Verbindung gestanden haben, und dankte den Trägern der katholischen auslandsdeut­schen Mission, die ihre Arbeit im Bewußtsein des Zusammenklangs von Schöpfung und Glauben lei­steten, für ihr opfervolles Wirken am deutschen Volkstum. Lebhafter Beifall erhob sich, als der Belgrader Erzbischof Raphael Rodic versprach, den 150 000 katholischen und deutschen Volksgenos­sen seiner Erzdiözese die muttersprachliche Seelsorge zu gewährleisten.

Die Haupttagung wurde eröffnet mit einem Re­ferat des Leiters des Reichsverbandes, Dr. Scherer. Ausschnitte aus der auslandsdeutschen Arbeit gaben der Rektor der Bonifatiusgemeinde in Paris, Franz Stock, und der Direktor der katholischen deutschen LehreranstaltBanatia" und Vorsitzende des Banater Bonifatiuswerkes in Te- mesoar, Chrendomherr Josef Ni sch b ach. Pro­fessor Dr. Grentrup, Berlin, gab einen Ueber- blick über den Einsatz der deutschen Orden in der auslandsdeutschen Missionsarbeit. Der deutsche Seelsorger in Madrid, Msgr. Birkenfeld, der Wochen hindurch Augenzeuge der spanischen Greuel war, berichtete von seinen aufrüttelnden Erlebnissen und fand Worte dankbarer Anerkennung für das

Hilfswerk der deutschen Behörden und der Madri­der deutschen Botschaft, denen sich Bischof Berning mit warmen Worten anschloß, daß der National­sozialismus Deutschland vor diesen bolschewistischen Greueln bewahrt habe. Anschließend überbrachte der Leiter der römischen Anima, Bischof Dr. Hu­dal, die Grüße der deutschen Kolonie in Nom. Die Mitgliederversammlung beriet sodann über die Forderung der praktischen Arbeit.

(5me deutsche Stadt wird vern'chtet!

Die Ueberschrist trifft nicht das Richtige. I m sudetendeutschen Teil der Tschecho­slowakei wird nicht eine, hier werden alle deutschen Städte, Dörfer und Siedlungen systema­tisch vernichtet, wird der deutschstämmige Bür­ger bis auf den letzten Pfennig ausgeplündert und die Volksgesundheit mit der Absicht untergraben, das Deutschtum zum Aussterben zu bringen. Hier sei aber aus der Summe des Elends im sudeten­deutschen Teil nur das Schicksal der Gemeinde Nixdorf herausgegriffen. In dieser Stadt gibt es hauptsächlich Stahlwarenfabriken, da­neben ist die B a n d w a r e n i n d u st r i e vertreten. Mühsam kann von den deutschen Unternehmern nur ein kümmerlicher Bruchteil der einstigen Be­legschaften durchgeschleppt werden, die übrigen Ar­beiter müssen mit ihren Familien hungern und darben. Nichts geschieht, um die deutsche In­dustrie genau so wie die tschechische in die Lage zu versetzen, exportieren zu können, nichts ge­schieht, um Staatsau f^räge hierher zu ver­legen, um Gelder für den Ausbau des Straßen­netzes auszuwerfen, damit die Arbeitslosen Be­schäftigung finden können. Man hat nicht einmal Geld, um das Krankenhaus ausbauen zu können. Nixdorf ist wie alle anderen sudetendeutschen Orte und Dörfer dazu verurteilt, langsam einzugehen. Kein Wunder, wenn der Geburtenrückgang auch in dieser Stadt einen katastrophalen Umfang angenommen hat. Gegenüber der Vorkriegszeit zählt Nixdorf heute 1000 Menschen weniger. Und das trotz der tschechischen Einwanderung! Das We­niger geht also zu La st en des Deutschtums! Man braucht sich nur die unterernährten Kinder anzusehen, die blaß und hohlwangig herumlaufen und namentlich in der kühleren Jahreszeit von allen möglichen Krankheiten befallen werden, weil auch noch die wärmende Kleidung fehlt. Wir lesen täglich, wie vertierte Marxisten ihre Volksgenossen bei lebendigem Leibe abschlachten. Hier wird nicht abgeschlachtet, hier wird langsam, ganz langsam dem Deutschtum die Lebenskraft entzogen, damit es sich hinlegt und stirbt.

Tag der 63* in Darmstadt.

Mit dem Gebietssportfest der Hitler- Jugend des Gebietes Hessen-Nassau in Darm- stad t am 5. und 6. September wird einTa g b e r Hitler-Jugend" mit einem großen Aufmarsch

der HI. und des Jungvolks verbunden. Beim Ge­bietssportfest stehen sich die Siegerkameradschaften und -Jungenschaften aus den Bannwettkämpfen gegenüber, die in Einzel- und Mannschaftswett- kämpfen um die Bestleistungen im Gebiet kämpfen. Schauvorführungen des Jungvolks umrahmen die Veranstaltung, die eingeleitet wird durch eine große Jugendkundgebung, auf der Stabsführer Lauter­bacher spricht. Ein Vorbeimarsch und die Auffüh- führung desI a h r e s z e i t e n s p i e l s" beschlie­ßen den Tag der HI., der einen Einblick in die Ju­gendarbeit auf sportlichem und kulturellem Gebiet geben soll.

Llngarns Nationalfest.

250. Jahrestag der Befreiung von der Türkenherrschaft.

Budapest, 2. Sept. (DNB.) Der 250. Jahres­tag der Befreiung Ungarns von der Türkenherr­schaft wurde in der ungarischen Hauptstadt feierlich

Paris, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter beschäftigen sich mit der Frage, welche Entschlüsse die französische Regierung über die Dienstzeit fassen wird. Dazu schreibt der Petit Parisien", daß der Kriegsminister seinen Ministerkollegen ganz genau ausgearbeitete Vor­schläge unterbreiten werde. Der Kriegsminister fei der Ansicht, wenigstens im Augenblick eine Er­höhung der Ist-Stärke der französischen Armee nicht vorzunehmen, denn das würde eine Verlän­gerung der Dienstzeit bedeuten. Die Vorschläge Da- ladiers, die in voller Uebereinftimmung mit denen des Ministerpräsidenten, des Marineministers und des Luftfahrtministers stehen, würden also eine Verstärkung der Verteidigungskräfte der französischen Armee bedeuten. Mit Zustimmung des Kriegsministers sei ein neues R ü st u n g s - Programm vom Generalstab aufgestellt rooroen. Danach werde d i e Bewaffnung der Armee modernisiert, und vor allem auf dem Gebiet der Motorisierung eine ganz besondere An­strengung gemacht werden.

DasPetit Journal" schreibt: Die Regierung werde außerdem die Befestigungsanlagen an der Ost grenze unter Zuhilfenahme der modernsten Technik weiter ausbauen. Die Luftstreitkräfte sollen in einem sehr großen Maßstab verstärkt werden. Bei der Auswahl der einzelnen Flugzeuggattungen werde man sich von den interessanten Ergebnissen leiten lassen, die die letzten Luftmanöver gezeitigt hätten. Auf diplo­matischem Gebiet werde die Regierung ebenfalls alles unternehmen, um die Freundschaften und Bündnisse enger zu gestalten.

lung der Nationalsozialismus unter den Deutschen Chinas gebracht habe. ...

Der Beauftragte der Auslandsorganisation für Fragen der Reichsdeutschen in Oesterreich, H. Ber- nard, führte aus: In Oesterreich lebten heute nahezu 44 000 Reichsdeutsche, von denen ca. 25 000 vom Bund der Reichsdeutschen betreut werden. Durch die Arbeit, die jetzt geleistet wird, wird auch einst der Tag kommen, an dem die Wellen der Be­wegung, die sich heute noch an den Staatengrenzen brechen, um dann schwächer zu werden und zu ver­ebben, in gleicher Kraft und in gleichem Rhythmus das ganze oeutsche Volk durchströmen.

Der Ortsgruppenleiter von Kalkutta, Pg. Dr. H a e r m s , erläuterte, wie durch unermüdliche Schulung und Aufklärung die deutschen Volksge­nossen in Britisch-Jndien für den nationalsozialisti­schen Gedanken gewonnen werden. Die Beziehun­gen innerhalb der deutschen Gemeinde seien im neuen Geiste aufgebaut worden, wobei die auf na­tionalistische Basis umgestellten deutschen Klubs eine bedeutende Rolle spielten. Ferner seien Sport­abteilungen eingerichtet worden, um die tropische Klimaeinwirkung wettzumachen. In dem Referat des infolge Erkrankung am Erscheinen verhinderten Ortsgruppenleiters von Davos Pg. Jansen heißt es: Der oberste Grundsatz der Schweizer Parteige­nossen, sich nie in die Angelegenheiten des Gast- landes zu mischen, werde auch in Zukunft heilig gehalten. Das Recht aber, die deutschen Volksge­nossen über das neue Deutschland aufzuklären, und es mit dem Ideengut des Nationalsozialismus ver­traut zu machen, könne uns niemand nehmen. Die ehemalige Landesgruppe Schweiz habe auch Rück- wandererfonds geschaffen zur Hilfeleistung an die Volksgenossen, die durch die schlechte wirtschaftliche Entwicklung gezwungen seien, nach Deutschland zu­rückzukehren. Besonders begrüßt werde die Ver­schickung deutscher Kinder zu einem Aufenthalt in Deutschland. Alljährlich holen die Schweizer auch Kinder aus Deutschland nach der Schweiz.

Schließlich sprach noch der Landesgruppenleiter Brasiliens Pg. von (Soffet Im Gesamtgebiet der Vereinigten Staaten von Brasilien gibt es etwa eine Million Deutschstämmige, von denen vielleicht 100 000 Reichsdeutsche sind.-Als eine der vordring­lichsten Aufgaben wird die Förderung des deutschen Schulwesens und der deutschen Arbeit angesehen. Dabei sei zu bedenken, daß die deutschen Gemein­schaftseinrichtungen keine Hilfe vom Staat bekom­men, sondern allein durch die Opferfreudigkeit des Deutschtums aufgebaut und erhalten werden müs­sen. Es gehe deshalb darum, die Lasten für das kulturelle und soziale Leben auf die Schultern mög­lichst breiter Massen umzulegen. Das sei mit stei­gendem Erfolg geschehen. Gerade auf dem Gebiete der sozialen Hilfe sei durch die Partei neues Leben hineingekommen. Der praktische Nationalsozialis­mus im Reich habe auch draußen verschüttete Quel­len wieder geweckt.

Anschließend waren die Pressevertreter Gäste des Gauleiters Dohle im Onoldiahaus. Der Gauleiter kündigte seinen Plan eines Austausches junger In - und Ausländsdeutschen an, mit dem schon in den nächsten Monaten begonnen werden soll. Die Schwierigkeiten dieses Austausches lägen besonders darin, daß im Reich nicht genug Verständnis für die Notwendigkeit dieses Werkes vorhanden fei, er bat daher die Presse, ihn bei die­ser Arbeit zu unterstützen und darüber hinaus das Verständnis für das Auslandsdeutschtum und des­sen politische und wirtschaftliche Bedeutung zu ver­tiefen. Die Deutschen im Reich müßten begreifen, daß sie im A-uslandsdeutschtum etwas besitzen, um das sie die ganze Welt beneiden kann.

begangen. An den Feiern nahmen Vertreter Deutschlands, Italiens, Oesterreichs, Polens, Bel­giens, Frankreichs und anderer Länder teil. Die Reichsregierung war durch den Budapester Gesandten von Mackensen an der Spitze einer aus Vertretern des Heeres und der Zivilbehörden zusammengesetzten Abordnung vertreten. Die Feier begann mit einer Messe in der Krönungs­kathedrale, die vom Kardinalfürstprimas S e r e d y zelebriert wurde und an der das gesamte diplomatische Korps, die Regierung, die Generali­tät, die Spitzen der Zivilbehörden, die Erbherzöge sowie die ausländischen Abordnungen teilnahmen. Im Anschluß an die große Feier fand an dem Wiener Tor der Hauptstadt die feierliche Enthül­lung eines Befreiungsdenkmals durch den Reichsverweser Admiral von Horthy statt. Zu Ehren der zahlreichen ausländischen Gäste veran­staltete die Hauptstadt ein Abendkonzert mit an­schließendem diplomatischem Empfang.

Manöver im Zeichen der Motorisierung.

Paris, 3. Sept. (DNB.) Die französischen Blätter veröffentlichen umfangreiche Berichte über den Abschnitt der französischen Manöver, denen u. a. der Präsident der Republik, der Kriegsminister D a l a d i e r, der polnische General R y d z-S m i g l y und der französische Generalissi­mus G a m e l i n beiwohnten. Die Ehrengäste beob­achteten von einem fünf Kilometer nordöstlich von Suippes gelegenen Aussichtspunkt die Kampfhand­lungen. Die einzelnen Operationen waren sehr schwierig zu verfolgen. Die bis zum äußersten ge­triebene Tarnung und andererseits die Schnelligkeit der Kampfhandlungen machten eine eingehende Erläuterung der Gefechtslage durch den Manöverleiter General G i r a u d notwendig.

Die Abschüsse der Artillerie und das heftige Ge­wehrfeuer sowie die zahlreichen Flugzeugstaffeln, die das Feld überflogen, gaben ein eindrucksvolles Kampfbild. Don Chälons her treffen Teile der Nordarmee auf die im Rückzug befindliche heftigen Widerstand leistende Südarmee. Besondere Beach­tung fanden die Bewegungen der motorisier­ten Einheiten, darunter die motorisierten Be­obachtungsbataillone und vor allem die schweren 70 Tonne n-A ngriffstanks, die sowohl an Bestückung wie an Besatzung kleinen Festungen gleichkommen. 14 Mann bilden die Besatzung eines solchen Tanks, der mit Zwillingsmaschinengewehren und starken Geschützen bestückt ist. Aehnlich den

Französisches Rüstungsprogramm sieht technische Verstärkung -er Armee vor.