Ausgabe 
3.10.1936
 
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Aus »erprovmziathaupMadl RSÄÄ»5

. rück: doch der Getroffene sondert sich vom Rudel

3<n Morgenrot.

rZon Franz Hohen.

Kreisleitung Wetlerau der RSDAP.

1936

Mitt-

D.

Die

Nachdruck verboten!

14. Fortsetzung.

icn

res

Amt für Voikswohlfahrt.

Ortsgruppe Giehen-Ost. Bett. Cebensmittel-Opferring.

Gewinn.

Krachend schlagen die Stangen von neuem zu­sammen, doch der Kampf hat die längste Zert ge­dauert. Der Vierzehnender, seit Jahren Herr des Brunstplans, ist dem eingedrungenen Thronrau- ber nicht gewachsen und verliert rasch an Boden. Unversehens wirft er sich auf den Hinterlaufen herum und flüchtet gegen den Wald Da sprüht d^ Büchse. Mit einer steilen Flucht zeichnet der Hirsch die Kugel, dann prasselt er mit dem Rudel und dem

NSDAP., Amt für Beamte,

kreis Lvellerau.

Oie RGB donki den Bauer« unseres Gaues.

Die Gauamtsleitung der JlSB. dankt zum Erntefest 1936 im Namen aller von der NSV. betreuten Volksgenossen für die Bereitschaft des deutschen Bauern zum Tatsozialismus.

Ihr habt durch eure Freiplähe beigetragen, unsere Hilfsaktionen ..Kinderlandverschickung" und ^Hitler- Areiplahspende" zu einem Erfolge zu führen, der des deutschen Volkes würdig ist.

Durch eure Hilfe konnten deutsche Menschen ihre Heimat kennen und lieben lernen und an Leib und Seele gesunden. Stadt und Land ist wieder eine heilige Gemeinschaft geworden. In der sich die Volks­genossen gegenseitig achten und verstehen, und da­mit ist eine große Tat für den inneren Frieden und den Aufbau unseres Vaterlandes geschehen.

Eure Hilfe und Mitarbeit gilt als Dank an den Führer, der euch wieder zu einem starken Bauern­tum machte.

Wir verbinden unseren Dank mit den Segens­wünschen für eure harte Arbeit und wissen, daß in alle Zukunft der Bauer opferbereit und freudigen Herzens hinter unserer NSV.-Arbeit sieht.

heil hitlert

Haug,

Amt für Volkswohlfahrt, Gau Hessen-Nassau.

ab und zieht mit gekrümmtem Rücken schwerkrank weiter. Bald ist er den Blicken des Schützen in der dichten Lärchenschonung am Hübelhang entschwun­den: der aber weiß, daß der Hirsch ihm sicher ist.

Eine Weile bleibt das Rudel noch unter den Bäumen sichtbar, tritt zögernd umher und sichert immer von neuem zurück was war das für ein Blitz und Knall? Dann zieht es trollend, der neue Herr und Gebieter mitten unter dem wetterwendl- chen Weibervolk, tiefer in den Bestand hinein.

Die Sonne hat die letzten Nebel ausgesogen. Em- am liegt der weite Plan. Nur aus der Ferne dringt noch von Zeit zu Zeit das Röhren des Siegers herüber.

Dornoiizen.

Die Diensträume des Amtes für Beamte und der Kreiswaltung des RDB. befinden sich ab 1. Oktober Gießen, Johannesstraße 15.

Hessischen Host'. Kameradschaft ehem. 116er: 20 Uhr Kameradschaftsabend imAndres", Sonnen­straße.

Tageskalender für Sonntag.

Braune Messe: 10 bis 20 Uhr in der Bolkshalle. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr 2. Morgen- VeranstaltungErntedankfest"; 19 bis 21.30 Uhr Der Sprung aus dem Alltag". Gloria-Palast, Seltersweg:Ungeküßt soll man nicht schlafen gehn". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:90 Ml- nuten Aufenthalt".

Stadttheater Gießen.

Erntedanktag in Gießen.

13 Uhr: Gemeinschafisempsaug der Aührerrede vom Staat-aN auf dem Backeberg

1. im Taguogszelt der Braunen Messe für die Ortsgruppen Stehen Bord und Giehea-Mtte;

2. im Schüheuhaus für die Ortsgruppe Stehen-Süd;

3. In derGermania" für die Ortsgruppe Glehen-Ost.

Die Gliederungen beteiligen sich bei der Ortsgruppe, zu der sie gehören. SA SS JtSßft. werden von ihren Dienslflellen eingdeilt

Nach dem Gemeinschaftsempsang:

Konzert und Tao, Im Zelt der Braunen Messe. Es spielt der Musikzug der SA.-Standarte 116.

Abends (gegen 20 Uhr): Garlenbeteuchtung in der Sonderschau.

Der Eintritt zu dem Gemeinschaftsempsang, dem anschliehenden Konzert und Tanz ist frei.

Aus parteiamtlichenBekanntmachungen

Eine Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Gleßen-Süd findet am heutigen Samstag, 3. Oktober, 20.30 Uhr, im Studentenhaus statt. Das Erscheinen aller Parteigenossen wird zur Pflicht ge- macht. Die Angehörige der Gliederungen der Partei, sowie der angeschlossenen Verbände sind eingeladen.

25 Jahre bei der Stadt Stehen

Am 1. Oktober d.I. blickte der in weiten Kreisen der Bevölkerung geachtete Verwaltungsinspektor Wilhelm G r ä f auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Stadt Gießen zurück. Herr Gräf, der feine Der- waltungsprüfungen mit bestem Erfolg ablegte, hat sich im Laufe der Jahre zu einem Spezialisten auf

Deine Mutter hat ganz recht gehabt, mit dem Geld meine ich. Es rennt dir ja nicht davon, du kannst ja in Ruhe deine Eier ausbrüten, mittler- weile verdienst du an Büchern." Herdegen steckt sich eine Zigarre an und streckt die Beine von sich. Er ist müde und legte sich am liebsten ins grüne Gras. Aber im Wolde hat ihn wie in Klammern.

In Ruhe! Meinst du vielleicht, ich bin der Ein­zige der sich mit Heckmotor oder Frontantrieb be- schäftigt? lieber Nacht kann es einem einfallen, fragt sich bloß, wer am ersten davon schreiben wird. Es liegt in der Luft, du, man riecht es ordentlich. Ich sehe das Hell und den Erfolg nur im richtig entwickelten Fahrgestell, in nichts an­derem." Ä

Kann ich nicht beipflichten, mein Lieder. Der letzte Witz ist die Formgebung des ganzen Fahr­zeuges, und wer dahinterkommt, hat es geschafft, und die andern dürfen sich die Nase wischen, du auch, wenn du auf deinen einseitigen Prinzipien herumreitest. Du muht dich umstellen"

Sag mir lieber, wo ich Geld herkrigge," knurrt Leonhardt.

Du, wenn ich das wüßte, hätte ich längst selbst davon'Gebrauch gemacht! Wenn ich du wäre, würde ich mir jetzt meinen Laden schön ausbauen: das Zimmer, in dem du wohnst, ist doch ein Loch, laß dir wenigstens ein Fenster einbauen, wozu brauchst du drei Schaufenster, zwei tun es auch. Es ist schade um die schönen alten Friesenmöbel, sie kommen in dem ewigen Schummerlicht garnicht richtig zur Geltung, du kannst dich"

Einen kleinen Waldteufel werde ich tun! Laden­fenster, Zimmerfcnster Schummerlicht! Ich brauche jeDen Pfennig für wichtigere Dinge. Leonhardt steht auf, stopft die Hände in die Taschen und geht auf dem Rasen auf und ab. Plötzlich sieht Herdegen, daß er Haltung annimmt und grüßt. Er folgt dem Blick des Kameraden und schmunzelt dann.

Wer ist denn das?", fragt er, als er sich die junge, elegante Dame und ihren Begleiter genügend i betrachtet hat.

Meine neueste Kundin. Fraulein JBranbes. Du brauchst gar nicht so dumm zu lachen!"

>Tu ich auch gar nicht, aber mir ist was einge» i fallen, was dir vielleicht weiter hilft. Geh doch mal zu dem sinnigen Mann, der dir den Wagen ge»

schenkt hat, nimm den Wagen mit, fahr ihm was vor, erzähl chm das, was er von deinen Planen wissen und verdauen darf, vielleicht hat er noch­mal so eine noble Anwandlung und pumpt dir was auf weite Sicht." , . . .

Sekundenlang beschaut sich Leonhardt im Wolde das Getändel zweier Schmetterlinge die sich auf dem schwankenden Stiel einer Feuerlilie ein Stell­dichein geben. ©Untermann. Richtig. Aber ob das nicht doch reichlich unverschämt ist, ihn um Geld anzugehen? v .

Versuchen kannst du es doch. Mehr als nein sagen, kann er doch nicht. Du brauchst fa Nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Fahr ihm den Wagen vor, das ist doch Beweis genug für dein Können, für ihn wenigstens. Melde dich nicht erst an, rolle einfach hin. Hohe Herren haben oft Ausreden, dann kannst^ du nur stramm stehen und ,Ve^elhung^rMU wicht" Leonhardt abwesend.

Er' sieht sich schon fahren und reden die Per- spektiven werden verlockend und haben ein phan­tastisches Ziel.Steig ein, fahren wir hin."

Wie bitte?" Herdegen wollte eben mal herzhaft gähnen, die Luft hat ihn müde gemacht, jetzt fährt ihm Leonhard nicht schlecht in seine Kaffeegemüt­lichkeit.Du bist ein bißchen plötzlich, hat denn das nicht bis morgen Zeit? Es ist doch schon halb sechs! Die Beiden gehen übrigens jetzt, wahrscheinlich ge­hört ihnen auch der kleine Mercedes-Roadster, ganz anständiger Wagen, neu, wie mir_ scheint."

Leonhardt muß noch einmal grüßen, denn Hanna Brandes geht eben an ihm vorbei. Aber da bleibt sie plötzlich stehen. . .... ...

Sie sind das! Ich habe Sre vorhin wirklich Nicht erkannt. Ist das Ihr Wagen?"

jawohl, Fräulein Brandes."

Hanna kann ihre Verblüffung nicht gatu Ber­bergen. Es will ihr nicht gleich m den Kopf, daß der Besitzer einer Leihbücherei sich so einen Wagen leisten kann. Der hat keine Kleinigkeit gekostet und ist auch fabelhaft gehalten. . n

,Zch wünsche noch gute Unterhaltung! , Jagt fit und schließt sich John Herding an, Derjte eben ein­holt.Das Buch werde ich ball) lesen.

Geht es Fräulein Gottschalk besser?", fragt Leonhardt noch schnell.

(Fortsetzung folgt)

Was willst du denn noch weiter aus dem Wa­gen herausholen, Leonhardt, du hast doch da noch was vor?"

Verzapfe ich dir nach dem Prüfstand , sagt Wolde kurz.

Ingenieur Weigert ist sofort bereit, den Wagen unter die Lupe zu nehmen. Er kennt und schätzt im Wolde, obwohl Autodidakt, als tüchtigen Fachmann und ist ihm gern behilflich. Während er den Wagen prüft, fällt kein Wort. Die beiden Kameraden stie­ren auf die Meßinstrumente und warten schwei­gend auf Weigerts salomonisches Urteil. Aber der Versuchsingenieur nimmt sich Zeit, er tut, als be­merke er die Spannung nicht. Aber einmal wird er ja doch fertig, da lacht er, als er die zwei Au­genpaare starr auf sich gerichtet sieht.

Tadellos, im Wolde. Ich kann keine günstigere Einregulierung vornehmen. Gute Leistung. Gratu­liere. Ganz ohne Prüfstand?"

Klar," meint Leonhardt mit mühsam gezeigter Sachlichkeit. Er freut sich wie ein Kind über gute Zensuren und nickt dem Kameraden zu.Na, siehst du! Herzlichen Dank, Weigert! Ich komme Ihnen später mal wieder näher, ich habe noch allerhand vor. Rin in die Kiste, Ludwig!"

Wieder brausen sie ab, und diesmal bringt Leon­hardt den Motor auf höchste Tourenzahl, wozu ist er denn auf der Avus! Dann nehmen sie es wieder mehr mit der Ruhe, steigen bei einem kleinen Waldaasthaus ab und setzen bei einer Taste Kaffee ihre Fachgespräche fort.

Ich denke an den neuen Autobahnwagen, Lud­wig, ich habe da eine Idee, über die ich jetzt noch nicht reden will. Ich mußte Geld haben Mensch, Geld aber wo soll ich das hernehmen! Daß man doch immer wieder an diesem Dreck scheitert. Diel brauchte ich ja nicht, fürs erste wenigstens, nur eine kleine Werkstatt, in der ich ungestört arbeiten könnte." , v .

Und deine Bücherei? , fragt Herdegen trocken 3UJBüd)erei? Du lieber Himmel ist mir doch erst mal nur der Boden unter den Füßen. Ich wollte, ich hätte die tausend Mark jetzt, aber meine Mutter wollte nicht, ich mußte ihr versprechen, nur damit einen vernünftigen Beruf zu suchen, der sei­nen Mann ernährt. Sie hat den Wagen nie leiden mögen!"

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet ein Lichtbildervortrag des Sport- referenten des Deutschlandsenders Rolf Wernicke überDie XL Olympischen Spiele in Blld und Ton" statt. Der Lichtbildervortrag umfaßt sämtliche Sport­arten, sei es auf dem Reichssportfeld, bei den Ruder- Wettbewerben in Grünau oder auf den gigantifdu** Wasserbahnen in Kiel. Die fesselnden Worte b> Sportreferenten lassen uns wieder Zeuge der ge- wattigen Leistungen der Jugend in der ganzen Wett werden. Anfang 20 Uhr, Ende22 Uhr. Außer Miete.

Der Spielplan des Stadttheaters Gießen vorn 4. bis 11. Oktober.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 4. Oktober, findet die 2. Morgen- Veranstaltung unter dem MottoErntedankfest" statt. Die Feier ist auf einen volksliedhaften Ton gestimmt, dem sich die Lieder und der Tanz ein­ordnen. Kapellmeister Ernst Bräuer, der die Musik zusammensetzt, hat die Lieder von I. A. P. Schulz gewählt, weil hier der volksliedhafte Ton am natürlichsten getroffen ist. Der Intendant Schultze - Griesheim und Charlotte [Traufe sprechen Gedichte. Gesänge Paulus

Der Ingenieur klopft seinem Kameraden auf die Schulter, er lacht.

Das kann ich mir lebhaft vorstellen. Da hast du nun im heißen Bemühen ein Dutzend Leerlauf- und Hauptdüsen verbraucht, vielleicht ebenso viel Lust­trichter für den Vergaser, hast selbst im Schlaf noch am Zündzeitpunkt herumgestellt und hattest die ganze Sache sehr viel einfacher haben können. Warum bist du nicht auf den Regulietttand irgend­eines Brennstoffvertriebs gegangen? Da hattest du die ganze Sache in ein paar Minuten erledigt.

Du quatscht jetzt dämlich. Das weiß ich selber. Es" lag mir aber daran, selber darauf zu kommen, sonst hätte mir das Ganze gar keinen Spaß ge­macht, dann konnte ich den Wagen auch dem Fritze in die Hand drücken und sagen:Hau ab und komm mit besserem Anzugsmoment und höherer Endgeschwindigkeit wieder!" Leonhardt im Wolde wird immer eifriger, sein Gesicht glüht, er will den skeptischen Freund gern überzeugen. Herdegen hat sich über den Motor gebeugt, ist mit viel Ernst bet der Sache und überprüft noch einmal den Klang der Maschine ... Er hört genau auf das, was ihm der Kamerad sagt.

Aber du kannst mir doch nicht erzählen, daß du lediglich mit Fingerspitzengefühl für Maschinen das erreichst, was mit Mestunaen durch Prazisionsin ftrumente auf den ausgeklügelt konstruierten Ver­suchsständen geleistet wird!"

Zuaeqeben. Aber prüfen wir das doch. Und zwar sofort. Ich fahre jetzt zum B. V.-Aral-Pruf- stand auf die Avus, ich kenne den Ingenieur dort, da werden wir ja sehen, was los ist."

Wolde wischt sich die öligen Hande mit Putz- wolle ab und wirft sie Herdegen zu. Sehr sauber sind die beiden nicht, aber das ist ihnen sehr egal. Sie machen kehrt und rasen zur Avus.

Kuen. Irmgard Zenner wird eine Tanzsuite nach Volksliedern mit der Tanzgruppe zur Auf- führung bringen. Die musikalische Leitung hat Ka- pellmeister Ernst Bräuer. Dauer der Feier von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Für Platzmieter ist der Eintritt frei Am Abend findet anläßlich des Ernte­dankfestes die Aufführung des rheinischen Volks­stückesDer Sprung aus dem Alltag" statt. Lust­spiel von Heinrich Zerkaulen. Spielleitung: Fritz Walter Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete. Dienstag, 6. Oktober Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr,Reims", Drama von Friedrich Dethge. Spielleitung: Theodor H a e r t e n. Diens­tag-Miete. 3. Vorstellung. Mittwoch, 7. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr,Der Sprung aus dem Alltag", Lustspiel von Heinrich Zerkaulen. Spielleitung: Fritz Walter. Mittwoch - Miete. 3. Vorstellung. Freitag, 9. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr, ErstaufführungDer Bettel- student" Operette von Carl Millöcker. Spielleitung: Paul W r ed e. Freitag-Miete. 4. Vorstellung. Samstag, 10. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr,Donna Diana", Lustspiel von Moreto. Spiel- leitung: Der Intendant. Theaterring der NS.- Kulturgemeinde. Sonntag, 11. Oktober, Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr,Der Bettelstudent", Operette von Carl Millöcker. Spielleitung: Paul Wrede. Außer Miete.

Frühmorgens glitzern jetzt Gras und Heidekraut ] von fiibergrauem Reif, das bunte Laub und das samtgrüne Nadellaub der Fichten und Föhren * fchimmert, als wäre über Nacht ein Gespinst dar- \ auf gefallen, und der Fliegenpilz trägt aus seinem 1 roten Hütchen einen hauchdünnen Üeberzug von , winzigen Frostperlen. Kein Vogelrus kommt aus den Baumkronen, nur quarrende Krähen ziehen über den Wipfeln den Feldern zu, wo jetzt mehr für sie zu finden ist als in den herbstlichen Wäldern.

Allnächtlich liegen Nebelschleppen über den Wie­sen. Durch das sterbende Röhricht weht frostig der Frühwind und läßt das rotbraune Laub der Zitter­pappeln am Flußufer aufrauschen. Noch herrscht das Dunkel, doch im Osten breitet sich fahles Zwie­licht aus, das bald einer matten, die grauen Wolken mit sanftem Goldglanz überhauchenden Röte weicht, während über der Tiefe noch die Dämmerung liegt. Nun ein dumpfes fernes Grollen, verschwommen und geisterhaft uuuoa... ein Hirsch hat ge­schrien. Don wo kam der Rus? Der Rufer steht weit entfernt, und Dunst und Nebel drücken so schwer auf Heide und Wald, daß das Ohr leicht irregehL Doch auf der nahen Wiese, die noch unter grauen Schleiern liegt, regt sicb undeutliches Leben; gedämpftes Trappeln und Schlagen läßt sich ver­nehmen der alte Dierzehnender treibt dort {ein Rudel zusammen und umkreist es eifersüchtig.

Ziehende Graugänse rufen, im Rohrgürtel des Flusses schnattern Wildenten, wandernde Ring­drosseln lärmen in den Wacholüerbüschen am Wald- faum. Aus dem Wald jenseits des Wassers, wo tm Frühjahr der Habicht horstete, tönt das Röhren junger Hirsche herüber, klagend und böse, und nun schreit auch der Platzhirsch auf der Wiese trotzig und drohend. ,r

Es ist heller geworden. Als milchweiße Scheibe steigt mit blassem Schein die Sonne über den walddunklen Hügeln auf, und der Nebel gerät in flutende Bewegung. Der Reis verwandett sich m funkelnde Tropfen, an Busch und Kraut blitzen die Wasserperlen, und die langen tiefgrünen Reiser des Besenginsters triefen von Nässe. Der Wind frischt auf, die dunklen Schwaden zerrinnen. Es wird Tag. Der alte Platzhirsch, müde von Brunst und Eifersucht, hat sich an dem Wiesenbuckel meder- getan und läßt sich von den Sonnenstrahlen ine taufeuchte Decke trocknen. Rehe ziehen durchs Hoch­holz nach der Flußsenke zu, ein bejahrter Löffel- mann hoppelt unter den braunen Farnen heran und verschwindet zwischen den Stauden; das Mutter - wild steht äsend auf der Blöße umher.

Da bricht es in dem dichten Fichtenmantel des Stangenholzes, dürre Aeste knacken, ein Hirsch schiebt sich durch das Gestrüpp, überfällt mit einer Flucht den trockenen Abzugsgraben und verhofft kurz, dann donnert er seinen Kampfruf über die Wiese ein Fremdling, den der Grünrock aus dem Hochsitz noch nie gesehen hat und der herzugewan- deri ist. Welch ein Hirsch und welch em Geweih! Die blanken Enden der schwarzen massigen Stan­gen leuchten in der Morgensonne. Mit gehobenen Häuptern und steilen Lauschern äugt ihm das Rudel entgegen, dann fährt es wirr durcheinander... Mit jähem Ruck ist der Platzhirsch hoch geworden, nur einmal dröhnt er seinen Zornruf zu dem Neben­buhler hinüber, der langsam auf die Bloße hmaus- gezogen ist. In einem kurzen Bogen trollt er dem Störenfried entgegen, und schon prasseln tue mäch­tigen Geweihträger auf Schußweite zusammen. .

Mit verhaltenem Atem blickt der Jäger auf Das Ringen, dessen Zeuge er überraschend geworden ist ein Kampf spiel gewaltiger Kräfte, das er in solcher Wucht kaum jemals wieder erleben wird. Soll er den Kolben heben und das Turmer vor­zeitig beenden? Nein, hier darf nur das Maß der Kräfte entscheiden, dann mag der Schwächere fallen. Ist der Fremde der Stärkere, so soll ihm auch Die Herrschaft zufallen, denn frisches Blut ist für Die Nachzucht immer gut; unterliegt er, Dann wäre sein Leben für Den WilDstanD Des Reviers fein

Dem Gebiete des Rechnungswesens ausgebildet. Bei Errichtung Der Kasse Der StäDtischen Betriebe Gießen im Jahre 1934 würbe Herr Gräf Durch Das Ver­trauen Des Herrn Oberbürgermeisters zum Letter Dieser Kasse bestellt. Der Herr Oberbürgermeister Dankte Herrn Gräf Durch ein Glückwunschschreiben Die Mitarbeiter Des Herrn Gräf ehrten ihn Durch Ueberreichung eines Geschenkes.

Oie Konzerte des Konzertvereins.

Der Gießener Konzertverein gibt wie er uns chreibt auch in Diesem Winter wieder neun Abonnements - Konzerte, Darunter vier große Or­chester-Konzerte mit namhaften Solisten unter Lei­tung von Professor Temesvary, ferner eine Anzahl Solisten-Abende, für die er ganz hervor» ragenDe Künstler gewonnen hat, und zwar Edwin Fischer für einen Klavier-Abend, Den schnell zur Berühmtheit gelangten Geiger Wi 1 h. Str o ß, sowie Den hier bereits bestens bekannten Organisten Der Thomaskirche zu Leipzig, Günther Ra m in. Außerdem wird nach langer Pause Das Wend­ling-Quartett mit einem Kammermusikabend erfreuen. Als Chorkonzert ist das auf Den Olympi­schen Spielen mit so großem Erfolg aufgeführten Oratorium Herakles von Händel unter Leitung von Professor Temes vary in Aussicht genommen.

Kameradschostsatend der OAF., Abteilung Art e 'sdank.

Tageskalender für Samstag.

Braune Messe: 10 bis 20 Uhr in Der Dolkshalle. Stadttheater: 20 bis 22 UhrDie XI. Olym­pischen Spiele in Bild und Ton". Gloria-Palast, Seltersweg:Ungeküßt soll man nicht schlafen qehn". Lichtspielhaus Bahnhofstraße:90 Mi- nuten Aufenthalt". Kurzschriftvereinigung Der DAF.: 20 Uhr Oktobers^ auf DerKarlsruhe". Artillerieverein: 20.30 Uhr KameraDfchaftsabenD im

Sammlung wirD Dienstag, 6., unD woch, 7. Oktober, von Der NS.-Frauenfchaft durch- geführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen ficht- bar anzugeben.

Ab 1. Oktober kommt die Sammlung dem ©in« terhilf swerk zugute. Es wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volks­genossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern.

WenwW

Vornan von Ilse Schuster.

Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68

Am Donnerstag fand eine Zusammenkunft der hiesigen Mitglieder des Arbeitsdankes statt. Der Bezirksarbeitsdankwalter, Feldmeister a.

H a n ß, eröffnete Den Abend, inöem er Die zahl­reich erschienenen KameraDen unD Kameradinnen begrüßte unD befonDers Diejenigen im Arbeits- Dank herzlich willkommen hieß, Die jetzt aus Dem ArbeitsDienst entlassen worden finb. Nach einem ge­meinsamen Lied sprach er über Die Bedeutung der Eingliederung Des ArbeitsDankes in Die Deutsche Arbeitsfront. Früher (ei Der ArbeitsDank ein ein­getragener Verein gewesen, wie viele anbere, jetzt aber habe er burch biefe Einglieberung eine ganz anbere Bebeutung bekommen. Er wies bann auf bie enge Zusammenarbeit bes Reichsarbeitsbienstes und ber D.A.F. hin, bie auch äußerlich baburch zum Ausbruck kommt, baß Der Reichsarbeitsführer die Ehrenführerschaft über Die in Die D.A.F. ein­getretene Jungmannschaft übernommen hat. In seinen weiteren Ausführungen schilDerte Der Redner Die zersetzenDe Tätigkeit Moskaus, wie Dieser Geist die ganze Welt in Unruhe versetzt unD nur zer- ftörenD wirkt, währenD in DeutschlanD am Ausbau gearbeitet wirb, eine Arbeit, bei Der jeDer einzelne mithelfen muß. UnD wenn im ArbeitsDank jeder seine Pflicht tut, Dann ist Das ein Stein am großen Aufbauwerk unseres Führers. Wer sich außerhalb unserer Reihen stellt unD nicht mitarbeitet, ist nicht zum Tragen Der ArbettsdanknaDel berechtigt. Zum