Ausgabe 
3.9.1936
 
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Nr. 206 Drittes Blatt

Donnerstag, Z. September 1956

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Aus der Provinzialhauptstadt.

Vom Gehorsam.

Mit einem Herrn steht es gut, Der, was er befohlen, selber tut.

Goethe.

Wenn unsere Kinder uns nicht gehorchen so sollten wir zu allererst sehen, ob wir'es denn auch verstehen, ihnen zu gebieten, ob wir denn an uns selbst die Bedingung erfüllen, die jeder natürliche Gehorsam voraussetzt, die Bedingung nämlich, daß wir uns den Kindern gehorsamwürdig darstellen Nicht nur im Kreise der Menschen, überall in der lebendigen Natur ordnet sich das Kleinere, Schwä­chere, Unfähigere dem Größeren, Stärkeren, Fähi­geren und darum auch das Jüngere dem Aelteren unter, wenn sich das Aeltere nur auch als das Größere, Stärkere und Fähigere darstellt. Und darin liegt wohl das ganze Geheimnis. Es sorge nur der Vater, es sorge nur die Mutter, daß sie ihrem Kinde in der Tat geistig und sittlich über­legen erscheinen, daß ihr Kind in der Tat in ihnen bessere Menschen ehren und verehren kann, dann wird das Kind von selbst in Ehrfurcht zu den Eltern aufblicken. Nicht den Worten, der Stimme folgt der wahre Gehorsam. Mache dich zur rechten Persönlichkeit und dein Kind und Zögling wird dir den rechten Gehorsam zollen.

Jede Schwäche, die das Kind an seinen Erziehern gewahrt, schwächt seinen Gehorsam. Sieht es, daß du selbst nicht Herr deiner Leidenschaft bleibst, wie sollte es aus Ehrfurcht vor dir eine Kunst zu üben sich entschließen, die du selbst nicht verstehst, in der du ihm selbst nicht in Meisterschaft vorangehst. Der Zorn, selbst die Heftigkeit, in der du gebietest, kann dein Kind in Schrecken und Angst versetzen und einen augenblicklichen Gehorsam erzielen, schwächt aber die Verehrung und somit jenes von selbst und gern sich unterordnende Gefühl in der Brust deines Kindes und Zöglings, das die einzige und uner­setzbare Quelle jenes Gehorsams bildet.

Dafür mögen Vater und Mutter sorgen, daß das Bild, welches sie durch ihr ganzes Leben dem Ge­müt ihres Kindes von ihrem geistigen und sittlichen Wesen einprägen, ein reines, ehrfurchtgebietendes sei, und das bloße Andenken an die Eltern wird das Kind bis in die tiefste Faser seines innersten Wesens beherrschen.

Es ist ein ernster, großer Augenblick, in welchem der Schöpfer eine junge Menschenseele einem Vater, einer Mutter zur leiblichen, geistigen und sittlichen Pflege in die Arme legt. Es ist eine ernste, große Aufgabe, die sie zuerst an sich selber zu lösen haben. Nicht nur, weil sie diesem Kinde die Führer zu allem Guten und Wackeren werden sollen, müssen sie fortan selbst die größte Meister­schaft im Guten und Tüchtigen wünschen und sich anzueignen srkchen; nicht nur weil das Beispiel, die Tat, das Wort, die Miene den mächtigsten Ein­druck auf die weiche Kinderseele übt, sondern weil der Erfolg der Erziehung überhaupt in allererster Linie durch die geistige und sittliche Vollkommen­heit des Erziehers bedingt ist. Vater sein, Lehrer sein, heißt vor allen Dingen selbst in Taten und Sitten untadelig sein. Das Kind, dessen Urteil und Kinder haben ein scharfes, unbestechliches Ur­teil über Aeußerunqen, Handlungen, Benehmen ihrer Eltern und Lehrer den Stab bricht, wird Eltern und Lebrsrn fortan weniger gehorsam sein; denn mit der sittlichen Achtung vor der Persönlich­keit des Erziehers steigt und fällt der Gehorsam und die Fügsamkeit des Zöglings. F. H.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Ekapade, seine offi­zielle Frau". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Die stunde der Versuchung".

Gastspiel Henny Porten im Stadttheater.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die aus vielen Filmen bekannte und beliebte Künst­lerin Henny Porten wurde von der Intendanz

Berdunkelungsmaßnahmen

in einzelnen Stadtteilen in Gießen.

Don der Polizeidirektion Gießen wird uns mit­geteilt:

Am Mittwoch, 9. September, von 21 bis 2 2 Uhr, führt die Polizeidirektion Gießen in Zusammenarbeit mit dem Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, Derdunkelungsmahnahmen durch. Das Verdunkelungsgebiet erstreckt sich auf folgende Straßen:

Am Nahrungsberg, Bergstraße, Hessenstraße, Gutenbergstraße, ausschließlich Ludwigsplatz, Gartenstraße von der Wieseckbrücke aufwärts, Löberstraße, Bleichstraße von der Wieseckbrücke ab, Gäßchen an der Wieseck entlang zwischen Bleichstraße und Alicenstraße, Alicenstraße von Frankfurter Straße bis Ludwigstraße, Ludwig- straße bis Bahnunterführung, Gnauthstraße, Stephanstraße, Lessingstraße, Bruchstraße, Hen- selstraße, Bismarckstraße von der Wieseckbrücke bis Bahnüberführung, Keplerstraße.

3n dem Verdunkelungsgebiet werden sämtliche Straßen verdunkelt. Die Privatwohnungen, Ge­schäfts- und Wirtschaftslokale, sowie Büroräume sind so zu verdunkeln, daß Lichtschein von außen nicht sichtbar ist.

Den Anweisungen der Polizeibeamten und Amts­träger des Reichsluftschutzbundes, die im Auftrage der Polizeidirektion handeln und zur Kenntlich­machung Uniform oder Armbinden tragen, ist un­bedingt Folge zu leisten. Die Amtsträger haben sich in ihren Blocks usw. aufzuhalten und die er­forderlichen Anordnungen zu treffen. Die Luftschutz­hauswarte haben sich an den Eingängen zum Ge­höft aufzuhalten und den die Kontrolle durchfüh­renden Leitern Meldung über den Sachstand zu er­statten.

Ls ist verboten:

1. sich an offenen Fenstern und auf Balkons zur Beobachtung der Verdunkelung aufzu­halten,

2. sich unbefugt (als Neugieriger) auf der Straße aufzuhalten oder gar zu Ansammlungen zu­sammenzurotten,

3. die Beleuchtung der Treppenhäuser auszu­schalten. (Für hierdurch verursachte Unfälle bleiben die gesetzlichen Bestimmungen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch bestehen.)

Den Kraftfahrzeugbesitzern, die gezwungen sind, in den Bereich des Verdunkelungsgebiets zu fahren, empfehlen wir, sich Abblendungsoorrichtungen für ihre Fahrzeuge zu beschaffen.

Wir fordern die Bevölkerung auf, alle Der- dunkelungsmaßnahmen bis zu dem Uebungstage soweit vorzubereiten, daß alle notwendigen Ar­beiten in den Wohnungen und Geschäftshäusern trotz der Verdunkelung nach außen ohne Störung durchgeführt werden können. Es muh sich jeder Volksgenosse darüber klar sein, daß ein einziger nicht verdunkelter Raum einen Anhaltspunkt für Flugzeugführer bildet und somit eine ganze Stadt dem Luftangriff preisgeben kann.

Diejenigen, die bis heute noch nicht die Notwen­digkeit des zivilen Luftschutzes erkannt haben und dem Luftschutzgedanken fernstehen, geben wir zur Kenntnis, daß nach § 2 des Reichsluftschutzgesetzes

jeder Deutsche luftschuhpflichtig ist

und wir gegen alle Personen, die das Vorhaben durch Nichtbefolgen der Anordnungen schädigen, von dem Gesetze Gebrauch machen werden.

Wir erwarten von der gesamten Bevölkerung, daß alle Anordnungen aufs genaueste befolgt wer­den.

Nähere Auskunft über die Verdunkelungsmög­lichkeiten erteilt die Polizeidirektion, Abt. Luftschutz, Landgraf-Philipp-Platz, und die Geschäftsstelle des Reichsluftschutzbundes, Ortsgruppe Gießen, Linden­platz 1.

zu einem nochmaligen Gastspiel nach Gießen ein- gelaüen. Das ausverkaufte Haus im Januar dieses Jahres bewies, daß die Künstlerin auch in Gießen eine große Gemeinde treuer Freunde und An­hänger besitzt. Die vielen enttäuschten Gesichter all derer, die seinerzeit keine Karte mehr erhalten konnten, und nicht minder die im Laufe des Som­mers oft an uns herangetragene Bitte der Wieder­holung dieses erlebnisstarken Gastspiels gaben der Theaterleitung Veranlassung, Frau Porten zu einem zweiten Gastspiel einzuladen. Henny Porten wird nun am morgigen Freitag in einer Auffüh­rung des SchauspielsMaria Garlund" von Zdenko von Kraft die gleichnamige Titelrolle spielen. Henny Porten im Mittelpunkt, um sie herum ein Ensemble unter der Spielleitung von Carl Klubertanz, das verspricht einen eindrucksstarken Theaterabend. Dauer der Vorstellung von 20 bis 22.15 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.)

Allendorf (Lumda) über Gießen.^

Im Gießener Anzeiger Nr. 193 vom 19. August brachten wir eine Mitteilung der Reichspost unter der UeberschriftGenaue Briefanschriften" zum Abdruck. Darin war u. a. von der Reichspost angegeben worden, daß zweckmäßioerweise bei Sendungen nach Landorten die Zustell- oder Leit­postanstalt angegeben werde, z. B. Allendorf über Gießen. Ein Leser unseres Blattes, der an dem Orte Allendorf besonders interessiert ist, machte in einer Zuschrift an uns mit Recht dar- auf aufmerksam, daß die von der Reichspost emp­fohlene AufschriftAllendorf über Gießen" Irr­läufer in der Zustellung zur Folge haben könnte,

weil wir ja bekanntlich im Kreise Gießen zwei Orte Allendorf haben. Der Einsender machte den Vorschlag, eine eindeutige Ortsbezeichnung zu be­stimmen. Wir gaben diese Zuschrift an die Reichs- oostdirektion Frankfurt a. M. weiter und betonten befürwortend, daß der Vorschlag sachlich vollkommen begründet sei. Nunmehr teilt uns die Reichspost­direktion Frankfurt a. M. erfreulicherweise mit, daß sie der Anregung Folge gegeben hat. Die Reichspostdirektion bemerkt in dem Schreiben an uns weiter: Die Poststelle führt künftig die BezeichnungAllendorf (Lumda) über Gieße n".

Sonderpostwertzeichen

für den Reichsparteitag 1936.

Aus Anlaß des Reichsparteitages 1936 gibt die Deutsche Reichspost in beschränkter Auflage zwei Sondermarken zu 6 und 12 Rpf. mit demselben Markenbild heraus. Die Marken sind in Rastertief­druck und in ähnlichen Farben wie die gewöhnlichen Freimarken hergestellt. Der Verkauf der Marken, die auch im Verkehr mit dem Ausland verwendet werden können, beginnt bei allen Postanstalten am 3. September.

*

** Eine diebische El st er. Ein Leser un­seres Blattes, der auf dem Landgraf-Philipp-Platz wohnt, berichtet uns folgenden interessanten Vor­gang: In einer Wohnung am Landgraf-Philipp- Platz ereignete es sich, daß eine Elster, welche seit Tagen durch Füttern auf der Fensterbank heimisch geworden war, gestern ins Zimmer flog, wo auf

dem Tisch neben einer Armbanduhr Gebäck stand. Die hinzukommende Hausfrau konnte gerade noch feststellen, daß die Elster mit der Armbanduhr ver­schwinden wollte, jedoch gegen einen verschlossenen Fensterflügel flog, die Uhr durch den Anprall auf das Fensterbrett verlor und dann schnell durch ein offenes Fenster verschwand. Eine Warnung für alle, die Ringe und andere Kostbarkeiten offen in der Nähe eines Fensters liegen lassen.

An alle Arbeitgeber!

B e r H n, 2. Sept (DNB.) Von der Reichs­führung SS. wird mitgeteill: Zum erstenmal übernimmt auf dem Reichsparleitag 1936 die Schuhstaffel der NSDAP, den gesamten Ab- sperr- und Sicherheitsdienst. Die übrigen Ver­bände der NSDAP, werden dadurch entlastet. Während die Deutsche Arbeitsfront die Arbeit­geber gebeten hat, Arbeitnehmer, die am Reichsparteitag 1936 teilnehmen, für die Zeit vom 6. bis 15. September zu beurlauben, bittet nunmehr der Reichsführer SS. die deutschen Arbeitgeber, die für die Absperrung in Nürn­berg angesehten Angehörigen der Schutzstaffeln der NSDAP, für die Zeit vom 6. bis 15. Sep­tember von der Arbeit freizustellen, da sie rechtzeitig vor Beginn des Reichsparteitages in Nürnberg eintreffen müssen und erst nach Ab­schluß des Reichsparleitages in Sammeltrans­porten wieder heimbefördert werden können.

Schöffengericht Gießen.

Wegen fahrlässiger Tötung wurde der 31jährige F. H. aus Vilbel unter Annahme mildernder Um­stände zu drei Monaten Gefängnis und zur Kostentragung verurteilt.

Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte im Februar 1935 mit seinem Personenkraftwagen die Straße FrankfurtVilbel mit erheblicher Ge­schwindigkeit und unter Außerachtlassung der er­forderlichen Sorgfalt befahren hat. Ihm entgegen kam ein Lastkraftwagen, beide Wagen hatten ab­geblendet. Der Angeklagte fuhr mit seinem Wagen einen Radfahrer an, der so schwer verletzt wurde, daß er in der darauffolgenden Nacht im Vilbeler Krankenhaus verstarb. Strafmildernd wurde von dem Gericht berücksichtigt, daß der Radfahrer den Rückstrahler nicht an der vorgeschriebenen Stelle, sondern zwischen den Federn seines Fahrradsattels angebracht hatte, den, so unterstellte das Gericht, der Angeklagte nicht sehen konnte, da die von dem Verunglückten getragene Windjacke den Rückstrahler verdeckt hatte.

Rundfunkprogramm.

Freilag, 4. September.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik für Violoncello und Klavier. 9: Flaggenparade und Morgenmusik der deutschen Kriegsmarine. 9.45: Hausfrau, hör zu! 10: Nachrichten. 10.30: Schulfunk. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Hörer, schaltet euch ein, jetzt startet Frankfurt a. M.! 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Hörer, schaltet euch ein, jetzt startet Frankfurt a. M.! 14: Nachrichten. 14.10: Aus Tonfilm und Operette. 15: Volk und Wirtschaft. Alles in vl^-Format! Rationalisierung am rechten Platz. 15.15: Tausend Jahre Waldkirch. Ausschnitte aus der Tausendjahr­feier der Stadt Waldkirch im Breisgau. 15.30: Jung- mädel singen in der Funkausstellung. 16: Nachmit­tagskonzert. 17.30: Arbeiter fahren ins Hochgebirge! Eine Hörfolge mit KdF. 18: Musik zum Feierabend. 19: Zum Gedächtnis von Edvard Grieg. 19.45: Nürn-

ten, sondern an der G e s i n n u n g und an der L e i st u n g, die es im Interesse dieser Gesinnung darstellt. . v

Der Kreis des Schrifttums, in dem mir den Wort­schaft des Nationalsozialismus suchen und finden werden, ist das p o l i t i s ch e Schrifttum. Dieses mußte eine besondere Betreuung durch die NSDAP, erhalten, die Parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums übernahm sie. Ueber diese Arbeit schrieb Reichsamtsleiter K. Hederich:Zunächst galt es, die Maßnahmen zu treffen, die literarischen Angriffe Mißdeutun- gen und Verfälschungen aller Art abzufangen und unschädlich zu machen und zu verhindern, daß sich Schmarotzer und unsaubere Gewinnler auf dem Wege über das Schrifttum in der Gefolgschaft der revolutionären Erhebung einnisteten. Die Tätigkeit der Parteiamtlichen Prüfungskommission galt vor­wiegend dieser Aufgabe. Aber aus der rem ab­wehrenden Tätigkeit, die mit Hilfe eines besonderen Vermerks, der den anzuerkennenden Büchern ge­geben wurde, entwickelten sich rasch die Grundsätze einer umfassenden Schrifttumspolitik im Einklang mit den übrigen Stellen des Staates und der Par­tei. Der Unbedenklichkeitsvermerk hat nur die eine Aufgabe, Mittel zu sein in der Wah- rung des Rechtes der Partei, selbst darüber zu be- stimmen, was sich mit Recht oder Unrecht auf das Wollen des Nationalsozialismus bezieht.

Unsere Erwartungen gegenüber dem nicht ausge- sprochen politischen Schrifttum gehen sehr weit und über das, was geleistet wird, oftmals hinaus. Die Weltanschauung muß nach ihrer grundlegenden Verkündung nicht mehr nur in allgemeinen und unverbindlichen Formulierungen gezeigt werden, die schon so und so oft geschrieben und gesprochen worden sind. Die Anwendung der Welt- a n s ch a u u n g in der Lebensarbeit des einzelnen, im Beruf, in den Einzelfragen, muß jetzt dargelegt werden. Hier helfen nicht mehr allgemeine Formu­lierungen wieGemeinnutz geht vor Eigennutz . Ein Schrifttum wird notwendig, das sachkundig in die Einzelheiten führt. Dafür wird der Appell an die entscheidenden Grundwerte des Nationalsozia­lismus, die klar und einfach sind, wieder um so eindringlicher sein, wenn sie seltener und nur von wirklich berufenen Kündern unserer Weltanschauung ausgesprochen werden. Der Kämpfer und Künder muß auch Könner sein, wenn er an einem Schrift- tum mitschaffen will, das aufrüttelt und überzeugt. Kampf der Verflachung, das ist die zweite Aufgabe des Schrifttums an sich selbst. Das Fach­schrifttum ist bereits im wesentlichen diesen For­derungen gefolgt, während für weite Gebiete des wissenschaftlichen Schrifttums das gleiche noch nicht gilt. Täuichen wir uns darüber

Aattonalsozialistische Forderungen an das Schrifttum.

Äon Hellmuth Merzdorf.

Die Forderungen des Nationalsozialismus an das Schrifttum finden keineswegs ihren Ausdruck in Verordnungen und Gesetzen, denn derNatiio nalsozialismus ist zuletzt nicht autoritär und obrigkeitsstaatlich, sondern sein einziges tft es, den Weg ürdie schöpferischen Kraste des deutschen Volkes zu bahnen, ste hervorzu. locken sie zu entfalten und das zu befeit-gen, was ihnen hindernd im Wege steht. Dabei . es am besten, wenn di- künstlerischen Kraste elbst aus eiaener Kraft schaffen, wenn dre Wlssenjchasuer ihre Lehre und Forschung in g-genMger Krckik ausbauen. Die Betreuung richtet s ch idann nur , die Kräfte die noch iung oder sorderungswuroig und förderungsbedürftig Wenn es sein dazu' es mögen alle Handschriften ers o! P. nrethen ehe sie zur ^^legung fommen fo widersprech^ wir diesemautoritären Verantwortung

Schriftstellern und Verlegern die Verantwortung nimmt. Der Sprung in s 9 Anstren- Schriftsteller und Verleger wagen, reizt zur zi I gung der Kräfte zur L« Ws letztlich als Wegbahner, sei es «ls Forscher,^ a^ $ sein neuer Ideen nut s^nem Rf, w s&XT

Werk nicht die Verantwortung^ mit seinem verlangen aber auch, daß de cy p unb barum ganzen Sein hinter seinem W \ Me

richtet sich .unsere Drage a j Gesinnung? hielt es dein Schöpfer mit oem ben

Steht er ganz dahinter °d 9^ bafi) für dies Landsknechten der Gefinnu g, Äonjunftur und und bald für das kämpfen, je nacy " politischem Barometer? .fd)äuung eines Buches

So richtet sich unsere We tsch % $9^.,unserer nicht danach, wie oft darin Gegenteil:

Weltanschauung vorkommen, s ! ^e, Schicksale

Stellt ein Buch bestimmte Aden 9 des Ratio- oder Probleme unter den G l mjt allgemeinen nalsozialismus, so kann es in bis-

Ausführungen aufhalten, w * e5 wirkliche her unbekannte ^fc^mnrfmhmung sein, so muß Schöpfung und nicht bloß N ch^h künstlerische es seinen sachgemäßen Au..^3, begriffliches Er- Kraft oder sein wissenschaf cy Schrifttum, das gebnis finden. Wir erkennen das v-Y^^ unseren Erwartungen entspricht,

nicht, daß das scharfe Tempo, das die national­sozialistische Bewegung in der neuen Ausrichtung der Wissenschaft angeschlagen hat, durchgehalten werden muß und nicht nachlassen darf.

Die Lage in den einzelnen wissenschaftlichen Ge- bieten ist verschieden. Am klarsten ist die Erneue­rung und am erfolgreichsten auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaft. Walter Frank hat in dem HeftKämpfende Wissenschaft" die Auf­gaben und die Wesenszüge der nationalsozialisti­schen Geschichtsschreibung aufgezeigt. Demgemäß hat er an größeren Werken folgende geschrieben:Na­tionalsozialismus und Demokratie im Frankreich der Dritten Republik",Adolf Stöcker, eine na­tionale Bewegung" undFranz Ritter von Epp". Zur Generation der jungen Historiker gehören wei­ter Männer wie Ganzer, Bogner, Botzen- hardt, Grau. Frank und seine Mitarbeiter am Reichsinstitut für die neuere Geschichte Deutschlands beweisen, daß weltanschauliche Gebundenheit und das Forschen nach der geschichtlichen Wahrheit ein­ander nicht ausschliehen, sondern zusammengehören.

Auf dem Gebiet der Rassen künde hat unser Schrifttum in Hans F. K. G ü n t h e r schon immer einen bewährten Führer gehabt. SeineKleine Rassenkunde des deutschen Volkes",Die Rassen­kunde des deutschen Volkes" und die anderen be­rühmten Werke sind Kernstücke des Rasseschrift- tums geworden. Zu den führenden Schriftstellern des Gebietes zählen wir weiter Dr. Walter Groh, Stämmler, Burgdörfer, Gütt, Ruttke, B. K. Schultz, Graf. Rubin, Frercks und Lenz. Sie entsprechen der Grund- sorderung, die Dr. Groß in seiner SchriftRassen­politische Erziehung" aufgestellt hatte, sich nicht in Einzeluntersuchunqen und Theorien zu verlieren, sondern in allen Einzelfragen den weltanschaulichen Inhalt des Rassegedankens herauszustellen. Beson- ders forderte Dr. Groß, daß die Ergebnisse der Rassenkunde auf die besonderen Lebensgebiete ange­wendet würden und mit den blutsmäßigen Grund­lagen unserer Weltanschauung durchdrungen wurden.

Dem schöngeistigen Schrifttum, msbe- sondere den Romanschriftstellern, erwachst eine be­sondere Aufgabe in der Uebersetzung des national­sozialistischen Gedankengutes in die künstlerische Form und Gestalt. Weltanschauliche Lehrgespräche gehören nicht in den Roman; hier erwartet der Le­ser Spannung, Geschehen, Schicksale. Die weltan­schauliche Haltung kommt 3um Ausdruck in der Erfassung und Gestaltung der Gesetze, die oft un­sichtbar, aber dennoch wirklich und wesentlich das Geschehen bestimmen! Die Gesinnung darf nicht nüchtern wiedergegeben werden, sondern sie muß aus den Taten sprechen. Das Gemüt soll ange- sprochen, angepackt und ergriffen werden. Die Ten­

denz darf nicht deutlich sichtbar erscheinen, sondern sie muß sich indirekt aus den Menschen und ihren Kämpfen ergeben. Die weltanschaulichen Fragen dürfen nicht erklärt oder diskutiert werden, nein, die Repräsentanten der Weltanschauung, die Kämpfer der Ideen müssen durch ihre Leben aus­sprechen, wes Geistes Kind sie sind. Nicht Beleh­rung, sondern wirklich große G e st a l t u n g ist die Forderung an das schöngeistige Schrifttum.

Von der inneren Bindung der Dichtung sagte Hans Hagemeyer:Schrifttum und Dichtung haben genau so einen Wachtumsvoraang aufzu­weisen, wie die Volksgemeinschaft, die Gemeinschaft, aus der der Verfasser oder Dichter sich entwickelte. Es ist diesem Schrifttum daher auch eigen, daß es, ob es will oder nicht, diese Gemeinschaft wieder an­ruft, aus der es feine Berufung erhalten hat. Und es ist für uns, für eine politische Hoch-Zeit be­sonders interessant und wichtig, das Schrifttum zu erkennen und herauszustellen, das die stärksten aktivsten Seiten einer solchen biologischen Gemein­schaft, sagen wir Volk, anzurufen vermag."

Wenn der Nationalsozialismus in dieser Weiss an das Schrifttum feine Forderungen stellt, dann erkennen wir daraus auch die Wichtigkeit dieses Schrifttums. Es ist Herzstück der nationalsozialisti­schen Gestaltung. Wenn neue Generationen auf deutschem Boden leben werden, wenn künftige Zei­ten die politische Gestaltung neu geformt haben werden, dann wird der Geist des Nationalsozia­lismus jederzeit in voller Reinheit und Frische aus den Büchern unserer Tage erkannt werden. Man wird sich auf diese Bücher beziehen und sagen: Was haben die ersten Nationalsozialisten gesagt? Wie ist es richtig?" Um deswillen die Härte unserer Forderungen, um deswillen jene rastlose Selbst­erziehungsarbeit, im Dienste des ewigen Deutsch­land.

Zeitschristen.

Langenscheidts English Monthly Magazine bringt im Septemberhest u. a. einen interessanten Aufsatz über die stillen Helden der Oelfelder, die es übernehmen, ausbrechende Brände mit Hilfe von Nitro-Glyzerin zu ersticken, gefahr­volle Aufgaben, die viele Opfer erfordern. Ein wei­terer Aufsatz behandelt Texas, den südlichsten Staat der USA., der an Bodenfläche so groß ist, daß er die gesamte Bevölkerung der USA. aufnehmen könnte und dann doch nicht stärker bevölkert wäre als der Staat Massachusetts. Eine Sbort-Story, reichlich Humoristisches, dazu Busineß-English und andere kurze Artikel vervollständigen den Inhalt dieser Nummer.