Aus aller Welt.
freier der an der Tagung beteiligten Länder und zahlreiche Ehrengäste, Vertreter der Partei, des Staates, der Wehrmacht und der Hauptstadt der Bewegung, sowie Vertreter der Wissenschaft und Aerzteschaft teilnahmen. Ministerpräsident Siebert gab der Hoffnung Ausdruck, daß der zwischenstaatliche Gedankenaustausch und die wissenschaftliche Forschung von der Arbeit des Heilpflanzenkongresses in höchstem Maße befruchtet weroen möge. Der Präsident des internationalen Verbandes, Professor Dr. Perrot, dankte dem Ministerpräsidenten und seiner Gattin in herzlichen Worten.
Herbsttagung
der Luther-Akademie in Sondershausen.
Das Apologetische Seminar der Luther-Akademie in Sondershausen wird seine diesjährige Herbsttagung vom 5. bis 9. Oktober abhalten. Mehrere Vertreter der Naturwissenschaften sind für Vorträge gewonnen worden. So werden sprechen Geheimrat Prof. Dr. Abderhalden - Halle über „Vitamine und Hormone", Prof. Dr. M i e - Freiburg i. Br. über „Die Denkweise der Physik und ihr Einfluß auf die geistige Einstellung des heutigen Menschen". Pfarrer Dr. med. Kleinschmidt- Wittenberg wird in einem Dortrage „Das Lebenswerk von Fairfield Osborne" schildern. Einen Uebergang zu eigentlich theologischen Gegenständen bietet der Vortrag von Generalsuperintendent S ch ö t t l er - Buchschlaa b. Frankfurt a. M. „Naturerlebnis und Gotteserlebnis in der Heiligen Schrift". Eingeleitet wird die Tagung durch eine Vorlesung des Vorsitzenden des Reichs-Kirchen- ausschufses, Generalsuperintendent D. Zoellner, über: „Die Kirche und das Amt". Ferner sprechen Professor D. H e r m a nn - Greifswald über „Schriftdeutung und Schrift-Umdeutung" und Professor D. Herbert Schäffler- Köln über „Reformation und Reformationsversuche".
Wormser Römerfund als Kunstwerk des Monats im hessischen Landesmuseum.
Das Hessische Landesmuseum zu Darmstadt hat als das Kunstwerk im Monat September eine Bronzearbeit des 1. Jahrhunderts nach Christi Geburt gewählt, deren Fundort Worms war. Es ist das Köpfchen eines jungen Satyrs, das mit einem Kranz von Efeublättern und Blütendolden geschmückt ist und wohl einem Prunksofo zum Schmuck diente. Eine überaus lebensvolle und künstlerisch fein ausgestaltete Arbeit, vermutlich aus einer römischen Werkstatt Galliens stammend.
Sozial gestaffelte Künstlerbeiträge.
Die Reichskammer der bildenden Künste ist dazu übergegangen, eine Beitrags st affelung nach der wirtschaftlichen Leistungs- f ä h i gk e i t ihrer Zugehörigen durchzuführen. Die unterste Beitragsstufe bleibt zunächst überhaupt unveranlagt. Die Höhe der Beiträge wird bei den kulturerzeugenden Berufen in Hundertsätzen des Einkommens und bei den kulturwirtschaftlichen Berufen in Hundertsätzen des Jahresumsatzes berechnet. Einsprüche und Stundungsgesuche sind an die zuständige Landesleitung zu richten.
Das Grubenunglück in Bochum.
Beschleunigte Untersuchung. Frankreichs Teilnahme.
Bochum, 2. Sept. (DNB.) Der letzte auf der Zeche „Vereinigte Präsident" vermißte Bergmann ist am Mittwoch tot geborgen worden. Oberberghauptmann Schlattmann überreichte den Verletzten im Auftrag des Reichswirtschaftsministers eine Geldspende. Die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gau Westfalen-Süd, stellt für die 17 verletzten Bergknappen eine achttägige KdF. - Fahrt nach freier Wahl zur Verfügung. Die staatsbehördliche Untersuchung geht im Benehmen mit der zuständigen Staatsanwaltschaft mit größter Beschleunigung weiter.
Der Oberberghauptmann hat angeordnet, daß die Untersuchung von den zuständigen Mitgliedern des Oberbergamtes in Zusammenarbeit mit der Bergabteilung des Reichswirtschaftsministeriums geführt und so beschleunigt wird, daß das Ergebnis in acht Tagen vorliegt. Es wird dann das Urteil über die Herkunft der Schlagwetter, von denen aller Wahrscheinlichkeit nach die Explosion ausgegangen ist, über die Ursache der Zündung sowie darüber vorliegen, ob jemanden und wen ein Verschulden trifft.
Der französische Minister für öffentliche Arbeiten, B e d o u c e, hat an den Reichsarbeitsminister folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Tief bewegt durch das gestrige furchtbare Unglück auf der Zeche .Vereinigte Präsident* in Bochum bitte ich Sie, mein aufrichtiges Beileid entgeaenzuneh- men und den Familien der Verunglückten Den Ausdruck meiner innigen Anteilnahme zu übermitteln. Gleichzeitig mache ich mich bei dieser Gelegenheit zum Dolmetscher der französischen Bergarbeiter, um Ihnen die Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen, das diese an dem Unglück nehmen, das ihre deutschen Kameraden so grausam betroffen hat."
Reichsarbeitsminister Seldte hat dem Minister wie folgt gedankt: „Tief bewegt von der Anteilnahme, die Sie, die französischen Bergarbeiter anläßlich des Grubenunglücks auf der Zeche gereinigte Präsident in Bochum den Hinterbliebenen und mir zum Ausdruck gebracht haben, spreche ich Ihnen, zugleich im Namen der deutschen Bergarbeiter, meinen aufrichtigen Dank aus. Ich habe Ihre Anteilnahme den Hinterbliebenen und der deutschen Bergarbeiterschaft übermittelt."
Unglaubliche Zustände in einem Lebensmittelgeschäft.
Das Schöffengericht in Kassel verurteilte den 22jährigen Martin Lotz, der in Hersfeld ein Lebensmittelgeschäft besaß, wegen fortgesetzten Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz zu acht Monaten Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe. Außerdem wurde ihm das Betreiben eines Lebensmittelgeschäftes -für dauernd untersagt. Der Verurteilte wurde sofort in Haft genommen. Die Zu
stände, die bei der Kontrolle angetroffen wurden, spotteten jeder Beschreibung. Für 800 bis 1000 Mark Waren waren verdorben. Dreck, Fliegen und Käfer erblickte man, wohin man sah. Als ein hinzugezogener Amtsarzt den Käseschrank öffnete, tränten ihm sofort die Augen, denn beißender Ammoniakgeruch strömte ihm entgegen. Der Geschäftsinhaber war nach dreijähriger Lehrzeit gerade zwei Monate lang Gehilfe gewesen, als er sich „selbständig" machte.
Aufklärung einer Mordtat nach dreizehn Jahren.
Beamten des Landeskriminalpolizeiamtes Karlsruhe gelang es, die Aufklärung eines im Jahre 1923 in Ebnet bei Freiburg verübten Verbrechens herbeizuführen. Dort war damals ein Mann e r - drosselt und erhängt aufgefunden worden. Die Täter hatten es verstanden, einen Selbstmord des Getöteten vorzutäuschen. Insgesamt wurden fünf Personen festgenommen, die ein Geständnis abgelegt haben.
Flugzeugabsturz in Altona.
In Altona stürzte am Fifchmarkt das Flugzeug D-EGQI, das von einer UebungsfteUe zu einem Ueberlandflug gestartet war und in vorschriftswidriger Weife über der Stadt kurvte, durch eigene Schuld des Flugzeugführers ab und wurde zerstört. Der Flugzeugführer erlitt schwere Verletzungen, denen er kurz darauf im Krankenhaus erlag. Glücklicherweise wurden keine weiteren Personen verletzt.
Bei Arbeiten an der Hochspannungsleitung verunglückt.
In Kassel ereignete sich ein schwerer Unglücks- fall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Bei Anstreicherarbeiten an der Hochspannungsleitung wurde ein Arbeiter getötet, ein anderer mußte schwer verletzt dem Landeskrankenhaus zugeführt werden. Die Untersuchung ergab, daß die ausgeschaltete Hochspannung während der Arbeit von noch unbekannter Seite wieder eingeschaltet worden war. Die Ermittlungen nach dem Täter sind ausgenommen.
Tierschuhwochen in den Schulen.
Der erste größere Versuch, die Schulen planmäßig mit dem Kulturgut des Tierschutzes und der nationalsozialistischen Tierschutzgesetzqebung vertraut zu machen, ist in Dresden auf Veranlassung des Reichs-Tierschutzbundes durchgeführt worden. Zum ersten Male in der Geschichte des Tierschutzes beschäftigten sich gleichzeitig 300 Lehrer und 9217 Kinder in 45 Volksschulen während einer ganzen Woche mit den verschiedenen Tierschutzfragen. Ueber- einftimmenb bekunden die Lehrer, daß sie durch die Tierschutzwoche ein Arbeitsgebiet kennengelernt haben, dessen Ergiebigkeit sie bisher unterschätzt hatten. Gerade die Forderung der nationalsozialistischen Schule, den Charakter zu bilden, lasse sich bei den auf das Tier bezogenen Lehrstoffen besonders
gut und leicht erfüllen. Was mit dem biologischen Unterricht nie oder nur unvollkommen zu erreichen ist: das Kind innerlich zu erfassen und- in ein in» neres Verhältnis zur Natur zu setzen, das gelingt der auf Tierschutz eingestellten Naturkunde mühelos und nachhaltig. Ueber die Art der Durchführung berichtet das „Reichs-Tierfchutzblatt" in Heft 4/1936. Der Reichs-Tierfchutzbund wird in Zusammenarbeit mit allen in Frage kommenden Fachleuten und Behörden die gewonnenen Erfahrungen benutzen, um darauf weiterzubauen, damit solche Tierschutzwochen in den Schulen im ganzen Reiche durchgeführt werden.
Der Tod in den Bergen.
Der 20jährige Student Siegfried S ch a r n e r aus Kastelruth ist am Schiern tödlich ab ge* st ü rzt. Der junge Mann hatte allein eine Besteigung der Burgstaller Kante des Schiern unternommen und ist dabei in die Tiefe gestürzt. Seine Leiche wurde am Fuße der Burgstaller Wand aufgefunden.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Der bei England liegende Tiefdruckwirbel verfrachtet an feiner Vorderseite feuchtwarme Meeresluft auf das Festland, in deren Bereich es auch bei uns am Mittwoch zu vereinzelten leichten Niederschlägen kam. Die Nacht zum Donnerstag brachte absteigende Luftbewegung und Abkühlung, die vielfach Anlaß zu Nebelbildung gab. Wenn auch der englische Wirbel für die Folge keinen starken Einfluß auf unser Wetter nehmen wird, so bedingt er doch mit der anhaltenden Zufuhr feuchter Meeresluft eine vermehrte Unbeständigkeit, die auch zu gelegentlichen Niederschlägen führen wird.
Aussichten für Freitag: Morgens vielfach dunstig, sonst meist wolkig und auch vereinzelte Niederschlagstätigkeit, im ganzen aber noch freundlich, bei südlichen Winden tagsüber ziemlich warm.
Aussichten für Samstag: Bewölktes Wetter mit vereinzelten Schauern, etwas frischer.
Lufttemperaturen am 2. September: mittags 18,6 Grad Celsius, abends 14,7 Grad: am 3. September: morgens 13,7 Grad. Maximum 19,5 Grad, Minimum heute nacht 12,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. September: abends 18,1 Grad: am 3. September: morgens 16,3 Grad. — Niederschläge 0,5 mm. — Sonnenscheindauer 1,1 Stunden.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und ©teinbrurfereV R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
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