Ausgabe 
3.8.1936
 
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Oberhessen

in »inen

Nachdruck verboten!

^Fortsetzung.

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Schwerer Unfall um unbeschrankten Bahnübergang.

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43.

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Inbelannte Zracht

Roman von Zrank $. Braun.

Bon einem Auto überfahren und schwer verletzt.

M e r k e n f r i tz (Kreis Büdingen), 1. Slug. Hier enZnete sich in der Nacht zum Sonntag ein sltiwerer Derkehrsunfall. Ein Auto aus Irmksurt a. M. überfuhr den Dienstknecht Conrad Nutzet von Merkenfritz und verletzte ihn schwer. B( bedauernswerte Mann mußte schleunigst nach w! Klinik in Gießen verbracht werden, wo er mit tfinrn schweren Schädelbruch, einer grö­ßten Verletzung im Gesicht und einem 2 iinbruch in sehr ernstem Zustand darmeder- [i-,. (Wie wir am heutigen Montagvormittag auf Srrage in der Chirurgischen Klinik hören ist das Seinben -es Verunglückten unverändert ernst. Die ^-riftleitung.) '

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Landkreis Gießen.

Grün berg, 2. Aug. Die Freiwilli ge Feuerwehr hielt im Saale des GasthausesZum Rappen" eine außerordentliche Haupt­versammlung ab. Anwesend waren 127 Kame­raden. Oberbrandmeister Seisart berichtete über den Landesoerbandstag in Nieder-Olm, anschließend sprach Kamerad Schott über Gasmasken. Als­dann wurde die neue Einheitssatzung, die der Feuer­wehr bei ihrer Tätigkeit polizeiliche Funktionen überträgt, bekanntgegeben. Nacktem noch auf den Besuch des Krcisfeuerwehrtages in Lollar hinge­wiesen worden war, schloß Oberbrandmeister Sei- f a r t die Versammlung in der üblichen Weise.

Scharfes Urteil für Weinfälscher und Steuerschwindler.

LPD. Mainz, 1. Aug. In viertägiger Ver­handlung rollte vor der Großen Strafkammer in Mainz ein umfangreicher Steuerhinter- ziehungs - und Weinfälschungsprozeß ab. Angeklagt waren zwölf Personen aus Rhein­hessen; von ihnen waren vie Juden Walter und Friedrich Frohwein aus Mainz flüchtig. Die Anklage stellte fest, daß die Hauptbeschuldigten F r o h w e i n, Joh. Kehr und Konrad H u st e r rund 130 000 Kilogramm Futterzucker sich beschaff­ten, wobei sie sich in raffinierter Weise unrecht­mäßige Steuervorteile erschwindelten. Mit diesem Zucker stellten sie 40 000 Liter Johannisbeer-Stich­wein und 127 000 Liter Trauben-Stichwein her, der den Vorschriften des Weingesetzes widersprach. Die Beweisaufnahme fand unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt. Das Gericht verhärmte folgende emp­findliche Strafen: Joh. Kehr erhält sechs Monate Gefängnis, 25 000 Mark Geldstrafe und 5625 Mark Wertersatz. Konrad Hu st er II. erhält elf Monate Gefängnis, 42000MarkGeldstrafe und 6581,25Mark Wertersatz. Karl Aloys Höß erhält elf Monate

,Öft Johnny oben?" fragte die dicke Frau zu irr: Knienden hin,hast du ihn raufgehen sehen, 2öm?"

.Nein", sagte Dora und bückte sich wieder über rinn Eimer,aber ich muß einen neuen Feudel t/tin, der hier hat mehr Löcher als noch Stoff an v. Terbrügge fiel diese norddeutsche Redeweise nt' als ungewöhnlich auf.

.illnsinn", sagte die Blondine,der Feudel tft rtc lange gut, Dora, du bist ein Ouakbüdel, sei lici t so pütscherig."

, 3d) reiß mir ja Splitter in die Finger!

,Denn nimm doch den Schrubber, dummes G) ü"

!)mdolf Terbrügge stand einen Augenblick abwar- h: da. Er begriff, die dicke blonde Frau war die !Mn, Dora das Dienstmädchen. Er fühlte sich zu bi i Dora mehr hingezogen, aber er mußte die $id:in anlächeln und sagen:Ich kann ja vielleicht ml raufgehen? Hat Joyn hier ein Zimmer?

Es5 Mädchen Dora prustete. Die Wirtin sah Ü '.uls Terbrügge mißbilligend an.Wer sinb Sie bn ?" wollte sie wissen.Ich kenne alle Freunde niues Mannes. Sie habe ich noch nie gesehen.

.Hohn ist verheiratet?!" . ,.

Mit mir, jawohl. Wenn Sie das noch nicht legren haben, scheinen Sie nicht gerade em naher -;hnnter von John zu sein." _ v _

komme aus Wietze", stotterte Rudolf Ter- hi:.ge, von der imposanten Frau e**^9.ef7UCx ' -önr wenigstens aus der Gegend von Wietze. John mür eine Karte geschrieben. Ich wollte ihn be- fen. Wir sind zusammen zur Schule gegangen, udl da dachte ich" Er brach ab. Statt weiterer (rtürimg zog er die Karte hervor und gab sie tn®ie einen Ausweis.

O:e Wirtin las die wenigen Zeilen. "Stimmt , fitzitigte sie dann.Das hat Johnny geschrieben. Erllegte den Putzlappen weg.Na, denn kommen 6m man mal mit, Herr Terbrügge. Johnny wird E't oben sein und schlafen. Er schläft immer, wenn

b Mitmenschen zu schützen. Ortsgruppenleiter v?trasch als Vertreter des am Erscheinen ver- hiderten Kr.eisleiters überbrachte die Glückwünsche Dt Kreisleiters, die ganz besonders aber der Lol- Ic$r Wehr galten. Die Bewegung, so führte er toiter aus, habe der Feuerweyrsache immer sehr ; Interesse entgegengebracht und dies bleibe auch foffür die Zukunft.

llls Rechnungsprüjer wurden die Kameraden Sch ä f e r (Wiefeck), Köhler (Hungen) und Har- b:ich (Alten-Buseck) bestimmt. Die neugegründete Unwillige Feuerwehr Obbornhofen wurde auf- griommen. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier gci die gesetzlichen Maßnahmen und die Einteilung dt Wehren bekannt. Er forderte hierbei von den Aihren vollkommene Klarheit. Den Gemeinden ßu er genaue Richtlinien, wobei an Schlauch- iwlerial von mindestens 250 Meter von jeder Ge­rn inde verlangt wird. Der gemeinsame Bezug der neuen Satzungen wurde empfohlen, da jedes Mit- g|rb eine Satzung besitzen soll. Die Wehren haben tte Meldung bis zum 1. Oktober 1936 an den 8r:iswehrführer zu machen. Kommandant K ö h - (er (Hungen) fragte an wegen Unfallversicherung uti gerichtliche Eintragung der Wehren. Hierzu gab dt Kreisfeuerwehrinspektor genaue Aufklärung. ®mn auch die Feuerwehrleute durch die Reichs- UkBllversicherung versichert seien, so empfehle er bo:t) eine persönliche Versicherung über die Ge- Itninbe. Heber die Eintragung der Wehren gebe bc Kreisamt Richtlinien heraus. Auch solle eine Kiienverminderung angestrebt werden.

Hierauf überreichte Kreisfeuerwehr - Inspektor V u f f i e r dem Kommandanten der Freiwilligen Gllschen Feuerwehr Münch das Hessische 1 Liren kreuz. Er beglückwünschte ihn und dankte ih: für seine langjährige treue Dienstzeit. Es folgte liitO eine Anfrage wegen Aenderungen der Satzun- ge die vom Kreisfeuerwehrinspektor beantwortet tni de. Kreisoerbandsführer Wenzel gab die WHren bekannt, in denen Kameraden für 15jährige Oi^stzeit ausgezeichnet werden. Es sind dies: Anne- ro: 5 Kameraden, Saubringen 4, Freiw. Feuerwehr ®i$en 3, Freiw. Gailsche Feuerwehr 3, Großen- ßioen 1, Grünberg 10, Heuchelheim 2, Klein-Lin­de 3, Leihgestern 5, Lollar 3, Nieder-Bessingen 4, Wtzenborn-Steinberg 2, Lang-Göns 3. Mit einem

KJrjr jheil wurde die Ehrung dieser 48 Kameraden deylossen. Zum Schluß dankte der Kreisverbands- füier dem Führer des Deutschen Reiches, der den

Feuerwehren wieder Aufschwung verliehen hat mit einem dreifachen Sieg-Heil. Die beiden National- licder beschlossen die Tagung.

Sodann folgte die

Llebung der Zubelwehr.

127 Feuerwehrleute traten an. Die Exer^ierübung zeigte schon die straffe Unterordnung und den guten Geist der Wehr. Die nun folgenden Geräteübungen, Hakenleiterübungen zeugten von großem Können und guter Führung. Der B r a n d a n g r i f f, zu dem noch die Werksfeuerwehr der Eisenwerke Bu­derus in Stärke von 30 Mann zugezogen war, klappte vorzüglich, was auch aus der vom Kreis­feuerwehrinspektor geübten Kritik hervorging. Hier­bei sei noch erwähnt, daß bei den Hebungen mit dem Rettungssack keine Kinder verwendet werden sollen. Auch sollen nach den Ausführungen des Kreisfeuerwehrinspektors die motorischen Kräfte besser ausgenützt werden, da gerade die heutige Hebung gezeigt habe, daß bei den alten Saug- und Druckspritzen zu viel Leute gebraucht werden, die im Ernstfall anderswo notwendiger gebraucht würden.

Der Höhepunkt des Tages war der

Festzug

von weit über 1000 Feuerwehrleuten. Beim Vor­beimarsch konnte man die gute und straffe Haltung der Wehren feststellen. Auf dem Festplatz hatten sich inzwischen zahlreiche Festoesucher eingefunden.

Die Feuerwehrkapelle Lollar eröffnete das Volks­fest mit dem Jubiläumsmarsch der Freiwilligen Feuerwehr Lollar, der ihr vor zehn Jahren von dem Kammervirtuosen L. Kümmel (einem Lol- larer) gestiftet war.

Nachoern Oberbrandmeister Rohrbach noch die Festgäste begrüßt hatte, gab er nochmals einen kurzen Rück- und Ausblick der Wehr.

Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier dankte der Lollarer Wehr und Einwohnerschaft für die Gast­freundschaft und der Wehr für die 60jährige Arbeit im Dienste des Nächsten. Nachdem Kamerad Klein (Büdingen) die Grüße des Kreisverbandes Büdin­gen überbracht hatte, wurde der offizielle Teil mit dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lred beschlossen. Ein frohes Volksfest gab der Veranstaltung den Abschluß.

er an Land ist." Der letzte Satz klang nicht sehr erfreut.

Die Treppe ächzte.Ich heiße Beate", sagte die Frau über die Schulter zurück, es war nicht ver­ständlich, warum sie das dem Fremden erzählte Mit Nachnamen ja nun Schnakenbeck. Aber mein erster Mann hieß Twehleh." Sie schritt mit raschen Schritten auf eine Tür im jetzt erreichten ersten Stock zu und stieß sie ohne weiteres auf.

Der Raum, den sie betraten, war klein und mußte eher für eine Kammer denn als ein Zimmer angesprochen werden. Er war der Platzbeschränkung entsprechend dürftig möbliert.

Auf dem Feldbett an der Wand lag eine Män­nergestalt ohne Jacke, mit am Hals offenem Hemd. Die Füße steckten in ehemals weih gewesenen Se­geltuchschuhen. Um das Bettzeug zu schonen, hatte der Ruhende die Beine auf die obere Metallstange am Ende des Bettes gelegt. Man sah zunächst nur die beiden roten Gummisohlen.

Johnny", sprach die blonde Frau diese beiden Schuhsohlen an,hier ist ein Freund von dir, du hast ihm geschrieben."

Das Bett krachte, Sprungfedern stöhnten. Ein Mann kam hoch. Er hatte rote Haare, die ihm verwirrt in das rote Gesicht hingen. Aber seine hel­len Augen strahlten, als er den Mann neben der Frau sofort erkannte.Mensch, Rudolf, haft du nach Hamburg gefunden!" Er kam ganz und gar vom Lager empor und schüttelte seinem alten Schul­kameraden herzhaft die Hand.Beate", sagte er dann und hieb seiner Frau auf die Schulter,das ist Rudolf Terbrügge, mit dem ich auf unferm Dorf groß geworden bin."

Herr Terbrügge hat sich mir bereits gebührend vorgestellt", äußerte Frau Beate mit Genugtuung. Du brauchst nicht um dich zu schlagen wie ein Pferdeknecht, John." Sie redete ihn nicht mehr mit Johnny an, sondern mit einem ganz langsam ge­sprochenen O sagte sie John. Es klang sehr förm­lich, beinahe Abstand heischend.

John Schnakenbeck verstand; er hatte Gelegenheit gehabt, seine Frau kennenzulernen. Es mußte an dem vertrackten Vornamen Beate liegen. So ein Name verpflichtete zur Vornehmheit. Er fchüttelte sich; etwas Asche fiel von seinem grauen Wollswea­ter; bann fuhr er sich mit gespreizten Fingern käm»

Londorf, 3. Aug. Heute Morgen ereignete fit auf dem Bahnübergang zwischen L o n - t) ir f und Nordeck ein schwerer Unfall. D.« Auto des Metztzermeisters Meister von Gie­ße. das gerade den Bahnübergang passierte, wurde do dem in der Richtung nach Gießen fahrenden Z.jg erfaßt und 10 0 Meter weit mit» gt chleift. Da der Zug vom Bahnübergang aus Hohlweg einfahrt, war keine Möglichkeit gechben, daß das Auto vom Eisenbahnzug loskom- M und eventuell zur Seite fallen konnte. Als ^ilZug zum Halten kam, war das Auto voll - [iimbig zertrümmert, der Fahrer jedoch blioo, mit Ausnahme geringfügiger Hautabschurfun- gei wie durch ein Wunder völlig unverletzt. Es war tos Fahrer sogar noch möglich, die Schweine, dieser geladen hatte und die zum Teil erheblich in Vi'.eidenschaft gezogen waren, an Ort und Stelle >b zu s ch l a ch t e n. Der Zug hatte durch diesen Do faü geraume Zeit Aufenthalt.

Wirtschaft

mend durch das Haar. Seine Frau hatte heute ; scheinbar ihren vornehmen Tag; da hieß es, sich rechtzeitig anpassen, sollte nicht die Stimmung ver­dorben sein.

Meine liebe Beate", sagte er und lächelte un­sicher,können wir irgend etwas bekommen?"

Was für eine Frage, John!" verwies ihn Frau Beate.Herr Teerbrücke ist natürlich unser Gast."

Er heißt nicht Teerbrücke, sondern leerbrugge, Beate. Wenn wir zunächst einen Grog haben könn­ten? Wir kommen hinunter."

Sehr gern. Auf Nachher, Herr Terbrügge. Dora wird euch servieren." Sie verschenkte ein Lächeln an den Gast und rauschte wieder hinaus. Ein Wind­zug zog ihr nach. Die Tür fiel zu. Ihre Schritte verklangen. Die beiden jungen Männer standen lauschend, bis nichts mehr von ihr zu vernehmen war. Dann fiel ein Bann ab.

John Schnakenbeck umarmte feinen Freund und wirbelte ihn durch das enge Gemach, bis sie gegen einen Schrank polterten.Ein Mensch!" schrie er, dämpfte sich selber und wiederholte leiser, aber nichl weniger strahlend:Ein Mensch! Kommt zu mir! Ein Freund, ein Mann! Rudolf, du bist die Ret­tung!" ,

Der so sonderbar Empfangene machte sich los und rieb seinen schmerzenden Ellenbogen.Bist du verrückt geworden, Johnny?!"

John Schnakenbeck wurde ernst, beinahe feier­lich, aber um seinen Mund stand noch der Abglanz eines Lachens.Ich bin nicht verrückt, Rudolf , sagte er,es sieht nur so aus. Aber ich glaube, wenn du nicht gekommen wärst, hätte nicht viel gefehlt, daß ich überschnappte."

Wieso wärst du übergeschnappt, John, was ist denn los?" ..

Das kann ich dir nicht erklären. Du warst nie verheiratet. Die Frauen, Junge, noch dazu eine Beate, also Schwamm drüber. Du bist gekommen, ich bin gerettet!"

Rudolf Terbrügge war sich nicht klar, inwiefern sein Kommen eine Rettung für John Schnakenbeck bedeuten sollte, aber er fragte nicht. John schien sich über den Besuch wirklich zu freuen; das war mehr, als Terbrügge erwartet hatte. Er hielt sei­nen schon zur Tür strebenden Freund am Aermel fest. John", hob er an,ich bin nicht nur gekommen, I

Rbein-Mainische Börse.

Mttagsbörse abgeschwächt.

Frankfurt a. M., 1. Aug. Die Wochenschlutz- börse setzte entgegen den vorbörslichen Erwartun­gen am Aktienmark in abgeschwächter Hal­tung ein. Die Hmsätze hatten ziemlich großes Aus­maß, da durch den Ausfall der Berliner und der Düsseldorfer Börse die Kundschaftsaufträge am hiesigen Platz einliefen. Die schwächere Haltung wurde heroorgerufen durch Betrachtungen eines westdeutschen Blattes über die evt. Dividenden- aussichten bei Hoesch Eisen. Die Kulisse nahm in größerem Umfange Abgaben vor, auch von der Kundschaft erfolgten Verkäufe. Hoesch ermäßigten sich auf 118,50 (121,75), Klöckner auf 119 (122,50), Verein. Stahlwerke auf 114 bis 113,40 (115,75), auch Buderus und Mannesmann ließen etwa im gleichen Ausmaß nach. Ferner gingen Harpener um 2 v. H. auf 135,50 zurück. Nach den ersten No­tierungen unterlagen vorgenannte Werte mehrfachen Schwankungen, eine Erholung trat nicht ein. Die übrigen Marktgebiete wurden hierdurch etwas be­einflußt und lagen gleichfalls um etwa 0,50 bis 1 v. H. niedriger. IG. Farben 171,75 (172,25). Elektrowerte verloren 0,50 bis 1 v. H., so Gesfürel, AEG. und Schuckert. Von Maschinenwerten Gebr. Junghans 105,50 (106,75), Moenus unter Schwan­kungen mit 99,50 bis 99 (99) behauptet, Daimler 0,25 o. H. niedriger. Dagegen blieben Aschaffen­burger Zellstoff weiter fest mit 126 (125), auch Westdeutsche Kaufhof bei noch lebhaften Umsätzen mit 60,75 voll behauptet. Sehr große Umsätze hat­ten erneut Kunstseide AKU. mit 63,90 bis 63,25 (62,90), Kemberg mit 88 (88,40) nur knapp gehal­ten.

Der Rentenmarkt lag still und im ganzen wenig verändert. Altbesitz etwas höher mit 112,75 (112,50), Kommunal-Umschuldung etwa 88,15 bis 88,25, Zinsvergütungsscheine 93. Zertif. Dollar- Bonds unverändert und ruhig, 6 v. H. Preußen 67,50, 6 v. H. Spargiro 67.

Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktien­markt sehr lebhaft. Besonders am Montanmarkt war die Hmsatztätigkeit groß. Weitere Abschwächun­gen ergaben sich nicht mehr, da das Angebot nach- ließ und sich auf der ermäßigten Basis Rückkaufs­neigung zeigte, so daß teilweise mäßige Erholun­gen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. eintraten. Verein. Stahl 113,75 nach 113,40, Mannesmann 114 nach 113,50 (116), Harpener 136 nach 135.50 und Hoesch ca. 118,75 nach 118,50. Westdeutsche Kaufhof gingen auf 60 nach 60,75 zurück, zogen aber wieder auf etwa 60,25 bis 60,50 v. H. an. Kunstseide AKU. bei weiter sehr großem Umsatz auf 62,65 nach 63,25 gedrückt, Bemberg 87,50 nach 88. IG. Farben 170,75 nach 171,75, später etwa 171. Auf den übri­gen Marktgebieten wichen die Kurse nur wenig von den Anfangsnotierungen ab.

Gefängnis, 20 000 Mark Geldstrafe und 2812,50 Mark Wertersatz. In Abwesenheit erging folgendes Urteil ^egen Walter Frohwein: eineinhalb Jahre Gefängnis, 60 000 Mark Geldstrafe und 8006,25 Mark Wertersatz; gegen Friedrich Froh- wein: ein Jahr Gefängnis und 60 000 Mark Geld­strafe. Gegen die beiden Frvhwein sowie gegen Huster und Höß wurde Haftbefehl erlassen. Die Verurteilungen erfolgten wegen Vergehen gegen die Reichsabaabenordnung, das Weingesetz und das Lebensmittelgesetz. Die übrigen Angeklagten wurden teils amnestiert, teils freigesprochen, unter ihnen einer mangels Beweises.

Wieder zwei Geschästseinbrüche in Frankfurt.

LPD. F r a n k f u r t a. M., 1. Aug. In der Nacht zum Samstag drangen unbekannte Einbrecher in ein Herren- und Damenmodengeschäft in der Innen­

stadt ein und entwendeten für einige tausend Mark Wäsche. Auch in ein Ge­schäftshaus in der Mainzer Landstraße wurde in derselben Nacht ein Einbruch verübt. Den Tätern siel hier eine Stahlkassette mit verstellbarer Skala, ohne Schloß, in die Hände. Außer Bargeld be­fanden sich in der Kassette vier Barschecks zu 50 und 100 Mark bzw. zwei zu 25 Mark. Da der Täter vermutlich versuchen wird, diese Schecks ein­zulösen, ersucht die Kriminalpolizei, ihn beim Dor­zeigen der Schecks festzunehmen. Die Barschecks sind ausgestellt von der Deutschen Bank und Dis- kontoaesellschaft mit DruckstempelDeutsche Reichs­kraft-Verkehrsgesellschaft".

Kreis Wetzlar

+ Frankenbach, 28. Juli. In unserer Ge- meinbe, die 735 Einwohner zählt, verzeichnet der Reichsluftschutzbund etwa 370 Mitglieder.

Durchgreifende Sanierung und Reorganisation der AEG.

Zum Zwecke der seit langem als notwendig er­kannten und vorbereiteten sinanziellen Reorgani­sation der AEG. hat der Auftichtsrat der Gesellschaft beschlossen, zum 21. August 1936 eine außerordent­liche Hauptversammlung einzuberufen und ihr fol­genden Plan vorzuschlagen:

1. Das bisherige Aktienkapital von 185 Millionen Reichsmark soll im Verhältnis 3:1 auf 61 666 600 Reichsmark herabgesetzt werden.

2. Anschließend soll das Kapital um bis zu 58 333 400 RM. auf bis zu 120 Mill. RM. erhöht werden. Der Zeichnungskurs für die neuen Stamm­aktien, die ab 1. Oktober 1936 gewinnberechtigt sind, soll 103 v. H. betragen. Den bisherigen Aktionären, soll ein Bezugsrecht derart gewährt werden, daß auf einen zusammengelegten Nennwert von 500 Reichsmark neue Aktien zum Kurse von 103 v. H. bezogen werden können. Von den unter das Be­zugsrecht fallenden neuen Aktien von insgesamt etwa 24,5 Mill. RM. ist der Bezug von annähernd 18 Millionen RM. durch Zusage der Ausübung des Bezugsrechtes oder durch Zeichnungsgarantte sicher- gestellt. Ferner hat sich dieGesellschaft für elek­trische Hnternehmungen Ludw. Löwe & Co. AG.", Berlin, bereit erklärt, einen Posten von 30 Millio­nen RM. neuer Aktien fest zu übernehmen.

3. Die Gesellschaft soll schließlich Teilschuldoer­schreibungen von 25 Millionen RM. ausgeben, die von ihrem Bankenkonsortium zum Kurse von 98 v. H. übernommen werden. Diese Teilschuldverschrei­bungen sind vom 1. Oktober 1936 ab mit 5 v. H. verzinslich und vom Jahre 1942 ab in zehn gleichen Jahresraten zu tilgen.

Senkung der Benzol-Zapfstellpreise.

Fwd. Nach der Regierungsverordnung vom 11. Juli 1936 ist die Abgabe von Benzol als Kraft­stoff ab 1. August 1936 an die Beimischung von zehn Gewichtsteilen Methanol gebunden. Ab 1. Ok­tober 1936 gelangen nur noch alkoholhaltige Kraft­stoffe nach den Mischungsoorschriften der Reichs- monopoloerwaltung zum Verkauf.

Wie' der Fwd erfährt, werden die Preise für das ab 1. August 1936 vorgeschriebene Benzol-Metha- nol-Gemisch 1 Pf. je Liter niedriger als die bis­herigen Benzolpreife festgesetzt. Der seitherige Ben- Iol-Zapfstellenpreis, der bekanntlich in allen Ver­kaufszonen 10 Pf. über dem Benzin-Preis lag ausgenommen Berlin und Hamburg, wo diese Spanne 11 Pf. betrug ist nunmehr einheitlich für das ganze Reich festgesetzt worben, und zwar beträgt ber Hnterschied gegenüber dem Benzinpreis jetzt nur noch 9 Pf. je Liter, so baß für die Gebiete Berlin unb Hamburg eine Ermäßigung um 2 Pf., für die übrigen Bezirke eine solche um 1 Pf. je Liter Benzol eintritt. Der niebrigfte Benzol-Zapf­stellenpreis stellt sich nunmehr auf 44 Pf., der höchste auf 47 Pf. je Liter entsprechend den Preis­zonen im Treibstoffgeschäft. Die Preise für Benzol- Benzin-Alkohol-Gemische (wie Aral, Esso, Dyna- min usw.) werden nicht geändert, weil der Gehalt an reinem Benzol in diesen Gemischen derselbe bleibt wie bisher.

Die Methanolbeimischung ist von besonderer Be­deutung, weil durch Methanol nicht nur die deutsche Treibstoffdecke eine Erweiterung erfährt, und zwar auf heimischer Grundlage, sondern auch weil damit Preisermäßigungen verbunden sind.

dich zu besuchen. Es ist ich bin von zu Haus fort, verstehst du? Vater hat verkauft, oder tut es in diesen Tagen. Er will bann in bie Stabt ziehen. Mich kann man ba natürlich nicht gebrauchen. Er hat gesagt, er wolle mich mitnehmen, aber ich fürchte, es würbe ihn sehr halb reuen. Unb bann ist es auch so: ich kann nicht in ber Stabt leben. Ich will nicht in bie Fabrik gehen!" Er schüttelte lei­denschaftlich den Kopf.

John Schnakenbeck überlegte bas Gehörte. Er ging zunächst nur auf Terbrügges letzte Bemerkung ein.Sie nehmen bich in ber Fabrik auch gar nicht", sagte er.Es sinb viele gelernte Arbeiter ohne Beschäftigung. Du finbest in ber Stabt als Frember unb Neuling bestimmt keine Arbeit." Nachbenklich betrachtete er seinen ehemaligen Bank­nachbar von ber Dorfschule.Was hast bu bir benn gebacht?" forschte er vorsichtig unb ganz unbetont. Wolltest bu in Hamburg bleiben?"

Du hörst boch, ich will nicht in ber Stabt blei­ben!"

Aber bu bist hergekommen...

Weil ich glaubte, ich konnte mit bir fortgehen. Deine Karte, baß bu gerabe einmal in Hamburg an Lanb seiest, kam wie ein Zuruf. Ich weiß nicht, was mich eigentlich trieb. Ich bachte an bich, wie bu einmal einfach aufs Geratewohl aufgebrochen warft aus unferm Dorf, unb ba wollte ich es bir nachmachen." ,

Damals waren ganz anbere Zeiten, Rubolf.

Gewiß, es ist ja auch ich wollte nur fragen, ob bu mich auf beinern Schiff mitnehmen kannst. Natürlich sollst bu nein sagen bürfen. John, bann ist bas erlebigt. Aber wenn bu vielleicht bem Ka­pitän ein gutes Wort gibst unb ihm sagst, baß ich kräftig unb willig bin, meinst bu nicht, es wäre möglich, mich anzubringen?"

John Schnakenbeck lächelte.Man gibt seinem Ka­pitän kein gutes Wort, Rubolf, allenfalls bekommt man sehr selten eines von ihm. Deine Kraft unb Willigkeit sinb auch keine Grünbe, bich einzu­stellen, arbeitswillig sinb alle, unb Schwächlinge haben wir nicht unter uns. Aber ber Fall liegt 'etzt auch sonst noch besonbers. Ich habe nämlid) im Augenblick selber gar fein Schiff, mein Junge.

DieNeuwerk", von ber bu schriebst...

(Fortsetzung folgt!)

Schneller bräunen hilft

Leckrem mit Sonnen-Vitamin