19. Olympia-Echo: 4. Tag. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Volkstümliche Musik. Dazwischen: Rinaen-Freiftil-Entfcheidungen, Fechten- Florett-Frauen-Dorentschetduna, Empfang ehemali- qer Olymrttafi«a-r. 22.15: Olympia-Echo. 22.45: Nachtmusik. 0.55—1: Intermezzo. 1—2: Konzert nach Mitternacht.
Mittwoch. 5. HuauJL
6 Uhr: Olymptjche Fanfarrn. Anschließend bis 8: Musik in Der Frühe. Dazwischen 6.80—6.45: Früh- Gymnastik and 7—7.16: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 750: 5. Tag der Xi. Olympischen Spiele. Programmdurchsage. 8.05: Dolksmchik. 9: Buntes Allerlei. 10.80: Unterhaltungsmusik. Dazwischen Leichtathletik: 110-Meter-chüroen-Dorläuse, 1500- Meter-Vorläufe, Regattabericht aus Kiel. 12: Die Kapelle Waldemar Haß spielt. Dazwischen: Olym
pische Siegertafel 1896—1936. 13: Blas- und Volksmusik. Dazwischen: 50-Kilometer-Gehen-Start, Re- aattabericht aus Kiel. 15: Bunte Musik. Dazwischen Leichtathletik: 200-Meter-Zwischenläufe, Diskuswerfen-Entscheidung, Streckenbericht 50-Kilometer-Gehen, Stabhochsprung • Entscheidung, 110-Meter-Hürden- Borlaufe, 1500-Meter-Vorläufe, Streckenbericht 50- Kilometer-Gehen, 50-Kilometer-Gehen Ankunft, 200- Meter-Lauf-Entscheidung. 19: Olympia-Echo: 5. Tag. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Nur für den Deutschlandsender: Militärmusik. Dazwischen Gewichtheben: Mittelgewicht-Entscheidung, Schwergewicht-Entscheidung. 20.20: Übertragung aus dem Zoo. 22: Tagesnachrichten. 22.15: Olympia-Echo. 23.30: Musikalisches Zwischenspiel. 22.45: Übertragung aus dem Zoo. 0.50—1: Übertragung aus dem Zoo. 1—2: Konzert nach Mitternacht.
Aus Der provinzialhaupistadt.
Denkt an die Zukunst?
NSG. Das neue Deutschland hat sich die große Aufgabe gestellt, ein körperlich aesundes Bolt zu schaffen, das in der Lage ist. Die entscheidenden Ausgcken in der Zukunft zu meistern.
Unsere deutsche Jugend wächst zur Kraft und Entschlossenheit auf. Aber noch sind nicht alle Schaden einer verflossenen tieit beseitigt; noch immer fehlt vielen Kindern Licht, Luft und Sonne. Die nationatsomalistische Volkswohlfahrt ist enb schlossen, auch diesen jungen Deutschen die Möglichkeit xu verschaffen, in frischer Luft bei gesunder Ernährung und libeooller Betreuung Erholung und Gesundung zu finden.
Abermals wendet sich die NSV. an die Einsicht aller derjenigen, die einen Freiplatz zur Verfügung stellen tonnen. Vor allem ergeht der Ruf an die bäuerliche Bevölkerung, die der Führer aus Zinsknechtschaft und wirtschaftlichen Nöten befreit hat. Nur erbgesunde Kinder, die erholungsbedürftig und schwächlich sind, werden von der nationalsozialistischen Polkswohlfahrt verschickt.
Vom 1. bis 10. August wird wiederum um Freiplätze für das Erholungswerk des deutschen Volkes und die Kinderlandverschickung geworben. Meldungen nehmen alle NS.-Dienststellen des Gaues Hessen-Nassau entgegen.
Dornotizen.
Tageskalender für ZHonfag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Wir find vom Schottischen Infanterie-Regiment".
Polizeibericht.
Warnung vor einem Schwindler.
Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit:
Ingenieur Karl Spiegel, 50 Jahre alt, der auch unter verschiedenartigen Namen auftritt, mietet sich meist bei alleinstehenden Frauen ein, ohne sich polizeilich anzumelden und versucht durch Inserieren in Fachzeitschriften Briefmarken zu erschwindeln. In zahlreichen Fällen hat er auch Friseure um Schnitthaare in beträchtlichem Wert geschädigt.
Arbeiter sollen Auskunft geben über Wohnstätte und Familie.
Slichprobenumfragen in allen Gauen.
Jrn Rahmen der großen Aufgaben der Akademie für Landesforschung und Reichsplanung spielen die Fragen der Laae der Arbeits- und der Wohnstätte, der Anmarschwege usw. eine bedeutende Rolle. Zur Klärung dieser Probleme hat der Leiter des Reichsheimstättenamtes und Präsident der Akademie für Landesforschung und Reichsplanung, Dr. L u d o w i c i, einen Ausschuß eingesetzt, der bereits unter dem Vorsitz von Kommerzienrat Röchling seine erste Arbeitssitzung abgehalten hat. Dabei wurde beschlossen, durch eine eingehende Umfrage d i e Verhältnisse in den einzelnen Gauen zu ermitteln. Für jedes Gaugebiet sollen etwa fünf Betriebe ausgewählt werden, die die typischen Verhältnisse ergeben und eine Beschäftigtenzahl von mehr als 200 Personen haben. Es sollen sowohl
Unternehmen aus dem Bereich der Großstadt wie dem der kleineren Städte und des flachen Landes erfaßt werden. Aufgabe des Ausschusses kann es aber, wie das Organ der Akademie, „Reichsplanung", berichtet, nicht nur fein, die Verkehrsbeziehungen und die Verkehrsdichte zu ermitteln, sondern er müsse auch bestrebt sein, die Einflüsse auf das soziale Leben des einzelnen wie der Familie zu berückfichttgen. Ferner sei 3U klären, unter welchen Bedingungen der einzelne.Arbeiter gewillt fei, einen größeren Anmarschweg zur Arbeitsstätte auf sich zu nehmen usw.
Um das zur Klärung dieser Fragen notwendige Material zu erhalten, habe das Reichsheimstätten- amt der DAF. zusammen mit der Akademie einen Fragebogen entworfen. Im ersten Abschnitt würden alle Daten erfragt, die über Größe, soziale Struktur und Beschäftigung der Betriebe aussagten, im zweiten werde nach dem Alter, Familienstand, Einkommen usw. gefragt. Der dritte Abschnitt wünsche Angaben über die Kinderzahl und mitzuunterhaltenden Personen sowie über die finanzielle Lage der Familien, im vierten Abschnitt würden die Wohnverhältnisse, der bauliche Zustand, die Zahl der Grünanlagen in nächster Umgebung und die Zahl der in den einzelnen Wohnungen lebenden Personen sowie die hygienischen Einrichtungen ermittelt; im letzten Abschnitt endlich werde nach dem Weg des Gefolgschaftsmitgliedes zum Betrieb gefragt sowie nach den Entfernungen, die die Hausfrau für ihre täglichen Einkäufe zurück- legen müsse, nach dem Anmarschweg der schulpflichtigen Kinder zur Schule und der Entfernung zu gewissen kulturellen Einrichtungen und Erholungsstätten.
Das neue Pausenzeichen des lieichssenders Berlin.
DNB. Der Reichssender Berlin erhält vom 1. August ab mittels des neuen von der Reichsrundfunkgesellschaft entwickelten lichtelektrischen Verfahrens als endgültiges Pausenzeichen den C-dur- Dreiklang in der Tonfolge C-G-E.
Hunde aus der Straße — doppelte Gefahr!
An die Hundebesitzer richtet der Reichstierschutzbund die dringende Mahnung, ihre Tiere auf verkehrsreichen Straßen nicht frei umherlaufen zu lassen, sondern sie an der Leine zu halten. Der gesteigerte Kraftzeugverkehr bildet eine immer größere Gefahr für die Hunde, und diese selbst können zur Gefahr für die Kraftfahrer werden. Einerseits kann ein frei umherlaufender Hund beschädigt oder getötet werden, anderseits kann sein Besitzer je nach der Lage des Falles für den Schaden haftbar gemacht werden, den ein Kraftfahrer infolge der Behinderung durch einen Hund erleidet. — Wer feinen Hund liebt und sich selbst vor sehr empfindlichem Schaden bewahren will, beachte die Warnung. Das ist Tierschutz und Selbstzucht!
Herbst-Facharbeiterprüfung.
Die nächste Facharbeiterprüfung findet im September 1936 statt. Ihr haben sich alle industriellen
Sport in Der Dichtung.
Äon Walter Schwerdtfeger.
In der Dichtung der Völker finden wir durch Jahrtausende das Erlebnis sportlichen Kampfes gestaltet. Sophokles verfaßte einen Hymnos auf ein Wagenrennen, von Pindar sind Epinikien erhalten, Preisgesänge auf die Sieger der großen Kampf- fpiele. Die Epen Homers sind voll von solchen Schilderungen. Odysseus, nach seinem Schiffbruch an das Gestade der Phäakeninsel geworfen, erwirbt sich durch einen Diskoswurf Achtung:
... mitsamt dem Mantel erhob er sich, packte die
Scheibe, größer und dicker und schwerer noch weitaus, als womit die Phäaken sich übeten untereinander; diese schwang er im Wirbel und warf aus gewaltiger Rechten.
Laut hin sauste der Stein; da bückten sich schnell zur Erde
ruderberühmte Phäaken umher, schiffskundige Männer,
unter dem Schwünge des Steins; und er flog weit über die Zeichen.
Auch das Nibelungenlied enthält solche Szenen. Drei „spil" muß vollbringen, wer um Brünhild wirbt: „Den Stein scol er werfen unt springen dar nach, den ger mit mir sciezen." Zwölf Männer tragen den ungefügen Stein herbei:
den Stein huop vil hohe diu edel möget guot.
fi swanc in kreftecliche vil verre (weit) von der hant;
do fpranc fi nach dem würfe, ja erklanc allez ir geroant.
der Stein der was genoßen wol zwelf klafter ban: den wurf brach mit fprunge diu möget wol getan.
Im Minne- und Meistergesang finden sich solche Spuren nicht mehr. Von Hans Sachs, dem Nürnberger Schuhmacher der Lutherzeit, mag ein Fechtspruch hier stehen:
Laß Fechten aleich nur ein Kurzweil fein,
Ist doch die Kunst löblich und fein, Adlig wie Stechen und Turnieren, Als Saitespiel, Singen und Duintieren. Ach macht Fechten, wer es wohl kann, Hurtig und fähig den jungen Mann, Gegen den Feind beherzt und unverzagt, Tapfer und keck, der 's männlich wagt!
Bei Shakespeare finden mir die erste Erwähnung des Sports, der Nationalspiel des englischen Volkes wurde:
„Du niederträchtiger Fußballspieler!" sagt Kent im »König Lear*. Etwa um 1740 erfolgt als Reaktion aegen die Verftandeskultur des Rokoko der Durchbruch eines neuen Naturgefühls. Klopftock besingt in emphatischen Oden („Braga", „Die Kunst Tialfs") das Gleiten über glitzerndes Eis:
O Jüngling, der den gleitenden Stahl Zu beseelen weiß und flüchtiger tanzt, Laß der Stadt ihren Kamin! Komm mit mir, Wo des Kristalls Ebne dir winkt!
Auch Goethe, Reiter, Fechter, Schlittschuhläufer und Schwimmer, preist den Eislauf in seinen „Vier Jahreszeiten". Die Freude an körperlicher Uebung hat er sich bis in sein hohes Alter bewahrt. Ecker mann, der mit dem Greis zusammen im Garten Bogen schießt, berichtet seine Aeußerung: „Ich hoffe, daß man die Turnanstalten wiederher- stelle, denn unsere deutsche Jugend bedarf es, besonders die studierende, der bei dem vielen geistigen und gelehrten Treiben alles körperliche Gleichgewicht fehlt und somit jede nötige Tatkraft zugleich."
Das Boxen galt vor hundert Jahren als eine Art Jahrmarktsbelustigung; das zeigt die Anekdote Heinrich von K l e i st s aus feinen „Abendblättern":
„Zwei berühmte englische Boxer, der eine aus Portsmouth gebürtig, der andere aus Plymouth, beschlossen, da sie in London zusammentrafen, zur Entscheidung der Frage, wem von ihnen der Siegerruhm gebühre, einen öffentlichen Wettkampf zu halten. Demnach stellten sich beide, im Angesicht des Volkes, mit geballten Fäusten, im Garten einer Kneipe gegeneinander; und als der Plymouther den Portsmouther in wenig Augenblicken, dergestalt auf die Brust traf, daß er Blut spie, rief dieser, indem er sich den Mund abwischte: „Brav!" — Als aber bald darauf, da sie sich wieder gestellt hatten, der Portsmouther den Plymouther, mit der Faust der geballten Rechten, dergestalt auf den Leib traf, daß dieser, indem er die Augen verkehrte, umfiel, rief der letztere: „Das ist auch nicht übel!" — Worauf das Volk, das im Kreise herumstand, laut aufjauchzte, und, während der Plymouther, der an den Gedärmen verletzt worden war, tot weggetragen ward, dem Portsmouther den Siegesruhm zuerkannte. — Der Portsmouther soll aber auch tags darauf am Blutfturz gestorben fein."
Wer erinnert sich nicht des tragikomischen Wettlaufs, der das Schicksal von Gottfried Kellers gerechten Kammachern entschied?
Lehrlinge aus der metallverarbeitenden Industrie zu unterziehen, die bei in das Handelsregister eingetragenen Betrieben im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Gießen bis zum 31. Dezember 1936 ihre Lehre beenden. Zur Anmeldung sind die Lehrherrn verpflichtet, die die Anmeldung unter Verwendung der bei der genannten Kammer erhältlichen Vordrucke bis spätestens zum 15. A u - g u ft 1 93 6 bei der Industrie- und Handelskammer Gießen, Lonystraße 7, einreichen müssen.
Mit der Meldung sind folgende Unterlagen vor- zulegen: 1. Das Schulentlassungszeugnis, 2. Alle Zeugnisse der Berufs- und Fachschulen, 3. Der Lehrvertrag, 4. Ein Vordruck, der die Dauer der Lehrzeit, den Ausbildungsgang, die bisherigen Leistungen und die Führung des Lehrlings bescheinigt, 5. Ein vom Lehrling handgeschriebener Lebenslauf. Außerdem ist das Werkstatt-Arbeitsbuch mit einzureichen, soweit ein solches geführt worden ist.
Die unter 1 bis 3 genannten Unterlagen müssen im Original oder in beglaubigter Abschrift beigegeben werden. Mit der Anmeldung ist vom Lehrherrn für jeden Lehrling eine Prüfungsgebühr in Höhe von 6 Mark zu entrichten.
Der Bezirk der Industrie- und Handelskammer Gießen umfaßt die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.
Herbst- Kaufmannsgehilfen-Pflichtprüfung.
Die nächste Kaufmannsgehilfen-Pflichtprüfung findet im September statt. Ihr haben sich alle Lehrlinge, die bis zum 31. Dezember 1936 im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Gießen auslernen, zu unterziehen. Anmeldepflichtig sind die Lehrherren, die die Lehrlinge unter Beifügung der nachstehenden Unterlagen auf dem bei der Industrie- und Handelskammer Gießen erhältlichen Vordruck bis spätestens zum 15. 21 u g uft 1936 bei der Industrie- und Handelskammer Gießen anmelben müssen.
Mit der Meldung sind vom Lehrherrn folgende Unterlagen einzureichen: 1. Das Schulentlassungszeugnis; 2. Alle Zeugnisse der Berufs- und Handelsschulen, 3. Der Lehrvertrag; 4. Ein Vordruck, der die Dauer der Lehrzeit, den Ausbildungsgang, die bisherigen Leistungen und die Führung des Lehrlings bescheinigt; 5. Ein vom Lehrling handgeschriebener Lebenslauf; 6. Ein vom Lehrling auszufüllender Fragebogen. Die unter 1 bis 3 genannten Unterlagen sind im Original ober in beglaubigter Abschrift beizufügen. Voraussetzung zur Zulassung ist u. a. eine mindestens zweijährige Lehrzeit und Die vollständige Einreichung der angeforderten Unterlagen. Mit der Anmeldung ist vom Lehr-
herrn für jeden Lehrling eine Prüfungsgebühr h.
Höhe von 3 Mark zu entrichten.
Der Bezirk der Industrie- und Handelskammer Gießen umfaßt die Kreise Gießen, Alsfeld uni Lauterbach.
Die deutsche Rrbeitofront - n.6.=0ememf(hafr „firaft öurth frcubc"
Das Fest um einen Tag verlängert!
Wie die NSG. „Kraft durch Freude" uns mit, teilt, findet am heutigen Montag ab 20 Uhr ein Wäldchessest-Kehraus statt, der als Ausklang des neuerftanbenen Gießener Wälbchestages gedacht ist Auch dieser Abend soll wieder dem Frohsinn unb der heiteren Muse gewidmet sein. Wenn das Wetter nur einigermaßen ein günstiges Gesicht macht, bann wird der letzte Tag des Gießener Wäldchesfestez wie die Vortage ein voller Erfolg werden.
*
*♦ Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 31. Juli oerftarben in Gießen: 16. Man garete Nordmann, geb. Steller, ohne Beruf, 41 Jahre alt, Kaiserallee 77; 17. Wilhelm Schmid Gastwirt, 61 Jahre alt, Löwengasse 2; 19. M Helmine Nagel, geb. Mehl, ohne Beruf, 63 3Qt)te alt, Krofdorfer Straße 2; 21. Luise Deeg, geb. ÜJlüb ler, ohne Beruf, 44 Jahre alt, Am Nahrungsberq 16; 22. Valentin Frey, Kaufmann, 67 Jahre alt, Kaiserallee 31; 23. Karl Niepoth, Friseurmeister' 47 Jahre alt, Marburger Straße 7; 25. Johann Melchior Rupp, Oberpostassistent i. 9t., 73 Iah« alt, Rodheimer Straße 49; 26. Daniel Mänges, Orgeldreher und Hausierer, 77 Jahre alt, An der Klaranlage 8; 26. Hildegard Gertrud Kramer, 6 Jahre alt, Asterweg 65; 29. Ludwig Semmler, Schneider, 39 Jahre alt, Wetzsteingasse 32; 30. Anna Greeven, geb. Noot, ohne Beruf, Senden» bergstraße 15; 30. Anna Henkel, geb. Becher, oljnt Beruf, 35 Jahre alt, Darnrnstraße 43.
♦* M it dem Rad g eftür 31. Der 23 tzohtt alte Otto Werner von hier, Wilhelmstraße 25 wohnhaft, stürzte mit seinem Fahrrad und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung sowie weitere Kopfverletzungen. Er muhte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden.
♦* Ausbruch der R 011 a u f s e u ch e. Dil Polizeidirektion Gießen teilt mit, daß in dem Schweinebeftand des Emst Walldorf, Gießen, Kläranlage 64, unb in bem Schweinebestand des Karl Sommer, Gießen, Bismarckstraße 26, Schweinerotlauf festgestellt worden ist. Gehöftsperre ist angeorbnet.
Herbfiverbaydstag der Freiwilligen Feuerwehren in Lollar.
Jubiläum der Lollarer Wehr.
£ Lollar, 3. August. Unser Ort ftanb am Samstag unb Sonntag im Zeichen bes Feuerwehrtages bes Kreises, oerbunben mit bem 60jährigen Iubiäum ber Lollarer Freiwilligen Feuerwehr. Die Straßen prangten zu Ehren ber aus unserer engeren Heimat herbeigeeilten Feuerwehrleute in reichem Flaggenschmuck.
Oie Jubiläumsfeier.
Der Samstagabenb, ber mit einer Heldengedenk- feier am Ehrenmal ber gefallenen Kameraben eingeleitet würbe, war ber Begrüßung geroibmet. Oberbranbmeifter Rohrbach begrüßte bie erschienenen Gäste unb bankte allen für ihr Erscheinen. Kreisverbanbsführer Wenzel überbrachte bie Grüße bes Provinzial- unb Kreisverbanbes; zugleich mürben von ihm 3 Kameraben 'mit bem Abzeichen für 15jährige Dienstzeit ausgezeichnet. Bürgermeister Böhm überbrachte bie Grüße unb ben Glückwunsch ber Gemeinbe unb sprach ber Wehr ihre Anerkennung für bie geleistete Arbeit aus.
Ein reichhaltiges Programm, bei bem bie beiben Gesangvereine burch ßieberoorträge, bie Turner
burch Turnen am Barren, bie Turnerinnen burdji ein Ballspiel, bie Rabsahrer burch einen Reigen mit" wirkten, gab bem Jubelfest bas richtige Gepräge..
Am Sonntagoormittag fanb im Gasthaus „Zur? Linbe" ber
Herbstverbandstag
statt. Kreisverbanbsführer Wenzel eröffnete die: Tagung. Sein Gruß galt ben Vertretern ber ren, ganz befonbers aber Regierungsrat W e b e r als Vertreter bes Kreisamtes, Kreisfeuerwehrinfpek« tor Bouffier, Ortsgruppenleiter Petrasch als Vertreter ber Kreisleitung, Bürgermeister Böhm, Lollar, Branbinspektor Lenz, Gießen, sowie ben Bürgermeistern bes Kreises.
Bürgermeister Böhm (Lollar) begrüßte die erschienenen Vertreter ber Wehren unb Regierungs- rat Weber als Vertreter bes Kreisamtes und den Ortsgruppenleiter als Vertreter ber Kreisleitung. Regierungsrat Weber bankte für bie Begrüßung. Sein Glückwunsch galt ber Lollarer Wehr bei ber sich bereits vor 60 Jahren Männer gefunben hatten, bie wußten, baß es galt, bas Gut unb Eigentum
In ber Plauberei „Meine Vaterstabt Staven- Hagen" hat Fritz Reuter launig erzählt, wie bie einzige, Gymnaftikstunbe seines Lebens verlief: „Mein Onkel Herfe hatte bunkle Gerüchte vost den Bestrebungen bes alten Turnvater Jahn gehört, unb ba er sich für allerlei Sport lebhaft interessierte, so konnte bas Turnen ihm nicht gleichgültig sein, unb er beschloß, ba er selbst zu bick zu ber Ausübung bieser Kunst geworben war, in uns ben Sinn für bie Gymnastik burch praktische Hebungen zu erwecken. Reck und Barren waren freilich meinem Onkel ganz unbekannt, dafür hatte er aber eine Leiter, bie vor bem Kuhstalle stand unb auf ben Heuboben führte. Wir mußten an berfelben auf ber rechten unb auf ber verkehrten Seite herauffteigen, wir mußten rückwärts unb vorwärts burch bie Sprossen kriechen, unb alles ging so vorzüglich, baß Onkel in ber Ueberfüüe feiner Freube „Tanten" rief, bamit sie sich auch an bem Jugenbspiele ergötze. „Tanten" schüttelte aber mit bem Kopfe unb sagte: „Unkel, bat fünb broblofe Künst! Un be Jungs werben sick borbi be Knaken introei brefen un sick bat Tüg tau= nicht rangen." — Die büftere Weissagung erfüllt sich nur zu halb: Fritzing fällt in ben Kuhbünger, woburch bas Turnen bei der „Burmeisterin" Reuter in schlechten Geruch kommt.
Wirkliche Sportbichtung ist auch heute noch selten, obwohl ber Sportbetrieb unserer Zeit eine umfangreiche Unter'*iltungsliteratur hervorgerufen hat, bie ihre Hand ig in bie Umwelt bes Sports verlegte: auf bie grauen Vänber ber Autvrennftraßen unb in bas lichtüberftrömte Viereck bes Boxrings. Rubolf G. B i n b i n g hat in feiner „Reitvorschrift für eine Geliebte" eine reife Dichtung geschaffen. Von Stefan George sei aus ben „Liebern ber Hirten" bas Gedicht ,Der Ringer' angeführt:
Sonne spielt
Auf feinem starken Leib unb auf bem Lorbeer An seiner Schläfe. Langsam wälzt Jubel Sich burch bie bichten Reihen, wenn er kommt Entlang bie grabe, grünbestreute Straße. — Er geht: mit vollem Fuße wie ber Löwe Unb ernst: Nach vielen unberühmten Jahren Die Zierbe ganzen Lanbes —
Erwähnt sei auch bie Gebichtsammlung „Olympischer Frühling" von bem polnischen Dichter Wir- zynski, bie 1928 in Amsterdam preisgekrönt wurde, vor allem das Gedicht über den Läufer Nurmi. Aus bem neuen Lebensgefühl, bas in Deutfchlanb entftanb, neuhellenifcher Verschmelzung von Körper unb Geist, schwerer nur, schicksalhafter, sind Ansätze einer echten Sportbichtung erwachsen.
Als Beispiel bafür mag hier abschließenb bas @e« bicht „Speerflug" von Ernst Fuhry folgen: „Gleich wie ber Abler, kühn unb frei, von feiner sonnverbrannten Felsenzinne bie Flügel lost zur Fahrt burch seines weiten Reiches blau Revier, so fliege bu, mein schlanker Speer, bu Sohn ber Esche, weit aus meiner Hand! Unb ist bein Leib aus bieser Erbe bunklem Wurzelschoße einst entsprossen: bu hast bie Seele einer anbren Welt! Heut löst bich meine, roilbe Kraft zur großen Sternenwanberfahrt, — ba fliegst bu schon, ich seh bir nach, unb meine Sehnsucht fliegt mit bir bis an bes hohen Himmels fernen Rand."
Germanische Schiffbaukunst.
Im Sommer bes Jahres 1863 würbe im $oor von Nybam in Schleswig ein wertvoller Fund ge* macht unb in vorsichtiger mehrjähriger Arbeit flj-' borgen. Das Nybam-Schiff, unter Dieser Bezeich- nung ist ber Funb bekannt, steht heute in Kiel lM Schleswig-Holsteinischen Museum vorgeschichtliche Altertümer. Wenn es auch nach unseren heutigen Begriffen nicht mehr ist, als ein großes Ruderboot, so ist boch in höchstem Maße erstaunlich, ®a5 unsere Altoorberen in ber Schiffbaukunst leisteten- Nach ben wissenschaftlichen Untersuchungen stamnu bas Nybam-Schiff aus bem 4. Jahrhunbert n. w)1. Die Ausmaße bieses Kielbootes betragen 22,84 Meter als größte Länge unb 3,26 Meter als grob» Breite, bte Tiefe von ber unteren Kante der plante ist 1,09 Meter. 15 Ruberpaare werdens scharf geschnittenen Fahrzeug eine beachtliche . ligfeit gegeben haben. Das Baumaterial ist ourcy । weg Eichenholz. Befonbers auffaUenb an der -dou* art ist bie Ausarbeitung ber einzelnen Teile. 0 sinb bie 19 auf Meterabstanb angebrachten öpant ; unzerteiltes Material unb auch bie 11 breiten vla fen, bie ben Rumpf bilben, bestehen durchweg n - aus einem Stück. Wenn auch zu jener Zeit ei.er - Werkzeuge zur Holzbearbeitung schon 9^9 " gäbe waren, so zeugt dieser für Deutschland einz g artige Fund ganz besonders eindringlich hohen Kulturstufe seiner Erbauer. Das Schiff mag zur Zeit feiner Entstehung vielteia)t 9 nicht einmal etwas Besonderes gewesen sem; a « sehen von einer dreifach profilierten Leiste es keinerlei ornamentalen Schmuck. Es hat stcye noch größere Meisterwerke Der Schiffbaukuntt 9 geben, ebenso wie neben dem Eichenrecken, »er I dieses Werk sein Holz gab, noch mächtigere 5a rauschten. *
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