Beweis
Fähigkeiten des deutschen
leben
Tausende von Ihnen aus fünf Erdteilen
ertennun
tungen zum
Der Berichterstatter des großen Pariser Sportblattes „L'A u t o" schreibt in seinem ausführlichen
lichem Geiste zur Ehre unserer Länder und zum Ruhme des Sportes."
Alle Teilnehmer, auch die Hunderttausend, haben ihre Häupter entblößt und den Schwur vernommen, den sie auch auf der Anzeigentafel lesen. Händels „Halleluja", das Professor Bruno Kittel zu schöner Eindringlichkeit gestaltet, beschließt den erhebenden Akt.
P a r i s , 2. Aug. (DNB.) Die feierliche Eröffnung der XI. Olympischen Spiele in Berlin beschäftigt am Sonntagmorgen die gesamte Pariser Presse. Fast in allen Blättern kommt rückhaltlose A n - g der gewaltigen deutschen Vorberei- Ausdruck.
gewesen. Außerordentlich lobend Äußert sich der Pressevertreter auch über die Stadionanlage.
Der „Sunday Expreß" nennt das Reichs- sportfeld „Deutschlands olympisches Paradies".
Auch die „S u n d a y Times" widmet der Eröffnung der Spiele einen Leitartikel und schreibt, die Vorbereitungen in Berlin seien von einer noch nicht dagewesenen Großzügigkeit.
Deutschland sei ein Land, das in den letzten 150 Jahren der europäischen Zivilisation viele Beiträge geleistet habe, und nicht zuletzt auf dem Gebiete der Wiedergewinnung alter Kulturen.
In diesem Sinne seien die Olympischen Spiele in Berlin besonders angemessen.
Belgien „restlos begeistert".
Begeistertes Echo in der Welt
Die ersten Preffestimmen aus dem Ausland.
Laufbahn wird er vom Präsidenten des IOK. Graf Baillet-Latour und dem Präsidenten des OK. empfangen und zum Führer geleitet, dem er den Oelzweig mit den Worten reicht:
„Ich übergebe Ihnen diesen Oelzweig aus Olympia «ls ein Symbol der Liebe und des Friedens. Wir wünschen uns, daß die Völker stets nur in diesen friedlichen Wettkämpfen sich begegneten."
Während dieser Zeit haben die Fahnen der Rationen sich um das Rednerpult geschart, zur Linken die von Griechenland bis Japan, zur Rechten die von Jugoslawien bis zu den Vereinigten Staaten.
„Wir schwören"
Der Fahnenträger Deutschlands und Rudolf Ismayr, einer der deutschen Olympiasieger aus Los Angeles, treten in das Halbrund der Fahnen. Rudolf I s m a y r hebt die rechte Hand zum Schwur, während er mit der Linken das Tuch des Hakenkreuzbanners ergreift. Bei gesenkten Fahnen spricht er jedes Wort feierlich betonend, den Olympischen Eid:
„Dir schwören, bei den Olympischen Spielen ehrenhafte Kämpfer zu fein und die Regeln der Spiele zu achten. Dir nehmen teil in ritter-
Bericht über die Eröffnungsfeier am Samstag, der Führer habe den modernen Olympischen Spielen einen noch nie dagewesenen Auftrieb gegeben. Paris, Amsterdam und Los Angeles hatten gewiß feit Athen Etappen einer Entwicklung dargeftellk. Berlin habe jedoch alles übertroffen.
„Jour" berichtet, der Empfang der französischen Mannschaft im Stadion habe alle Erwartungen übertroffen. Reben dem anhaltenden Beifall für den Führer und die deutschen Sportler sei es die französische Mannschaft gewesen, die sich die Menge zum Ziele ihres Beifalls auserwählt habe. Die Berliner hätten am gestrigen Samstag eine Geduld an den Tag gelegt, die wirklich zu bewundern fei.
Wie auch das Ergebnis der deutschen sportlichen Leistungen sein werde, so erklärt das „Echo de Pari s", der Eröffnungstag der XI. Olympischen Spiele selbst sei das Wichtigste, das Eindrucksvollste und Gewaltigste.
Aehntaufende von Jungen hätten den ganzen Tag über im gleichen Schritt unter Gesang ihrem Führer den Dank dafür abgestattet, daß er ihnen die Freude zum Leben gegeben habe. Beim Anblick der Legionen des neuen Deutschland, fo meint der Sonderberichterstatter des Blattes, habe er einen traurigen vergleich dieser Jugend mit erhobenen Armen und derjenigen, die die Faust zum Gruße erheben lerne, gezogen.
Der „M a t i n" schreibt, mit 100 000 Kehlen und mit 100 000 Armen sei der deutsche Kanzler bei seinem Eintreffen im Riesenstadion begrüßt worden. Richt nur weil er der Chef der deutschen Regierung sei, sondern weil man einem Manne danken
für die nächsten Wochen in enger kameradschaftlicher Verbundenheit in dem Olympischen Dorf, dessen Einrichtung wir der Wehrmacht des Reiches danken. Das oeutsche Heer trägt so Größtes zum Gelingen unserer friedlichen Spiele bei — ein wundervolles Sinnbild seines Wesens. Möchte trotz heißen Ringens und trotz der Leidenschaft der Kämpfe Eintracht und Herzlichkeit unter Ihnen allen herrschen, möchte damit ein leuchtendes Vorbild für das von dem Führer und Reichskanzler Deutschlands immer wieder betonte Ideal friedlichen Zusammen-
Oesterreich und Ungarn des Lobes voll.
Wien, 2. Aug. (DRV.) Die Blätter veröffent- lichen seitenlange Berichte über die Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin. Sie bezeichnen die gestrigen Feierlichkeiten als ein grandioses Fest, wie es nur den Deutschen mit ihrer Begabung, Feste zu feiern, und ihrem Organisations- latent gelingen könnte. Man habe Aehnliches wie den gestrigen Olympia-Auftakt in Berlin kaum noch in der Welt gesehen. Besonders unterstreichen die Blätter auch den herzlichen Empfang der Oesterreicher in Berlin.
B u d a p e st, 2. Aug. (DRB.) Die Berichte über die Eröffnung der Olympischen Spiele werden von den ungarischen Blättern an leitender Stelle veröffentlicht. In spaltenlangen Artikeln und Sonderberichten geben die Zeitungen ein imposantes Bild von der Berliner Olympiade, die allgemein als die größte sportliche Veranstaltung der Geschichte bezeichnet wird. Als besonders rühmenswert wird die tadellose Organisation der Spiele und die aufrichtige Herzlichkeit registriert, mit der die Ungarn vom Berliner Publikum aufgenommen worden sind.
„Aue unerhörte Feier."
Die jugoslawische Presse zum Olympia-Beginn.
Belgrad, 3. August. (DRB. Funkspruch.) Die jugoslawischen Blätter berichten in größter Ausführlichkeit über die Eröffnung und den Beginn der Olympischen Spiele. Die Berichte geben einmütig den gewaltigen Eindruck wieder, den die Eröffnungsfeier machte, die von der „Politika" eine „unerhörte Feier" genannt wird.
DieWnstenTraumeßbertroffen.
Bewunderung in Dänemark und Schweden.
Kopenhagen, 2. Aug. (DRB.) Die Eröffnung der XI. Olympischen Spiele in Berlin steht im Mittelpunkt des Interesses der dänischen Presse. Heroorgehoben werden besonders die ausgezeichnete Organisation und die prachtvollen klassisch- architektonischen Linien des Stadions. Der Führer und mit ihm ganz Deutschland hätten sich für die Olympischen Spiele eingesetzt, und bereits der erste Tag mit seinen Erfolgen habe die kühnsten Träume übertroffen. Die Blätter bedauern, daß der Schöpfer der modernen Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin, der Eröffnung der XL Olympischen Spiele nicht habe beiwohnen tön? nen. Es wäre für ihn ein wunderbares Erlebnis gewesen, seine Idee in so gigantischer Form verwirklicht zu sehen.
Stockholm, 2. Aug. (DRB.) Die Morgen- blätter bringen ausführliche Berichte über die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Die Anerkennung und Bewunderung des „W underwer- kes deutscher Organisation" ist allgemein und gilt nicht nur der Ordnung auf dem Reichssportfeld, sondern auch der Derkehrsordnung auf den Zufahrtsstraßen. Sehr ausführlich berichtet die Presse über die letzte Strecke der olympischen Fackel- läufer. „Sagens Ryheter" findet namentlich für d i e SA. - und SS. - Verkehrsordner Worte rückhaltloser Anerkennung. Alle Blätter bringen reiches Olympia-Bildmaterial.
Ausklang.
In der gleichen Reihenfolge wie beim Einmarsch verläßt dann die Blüte aus 52 Rationen das Olympia-Stadion, das die Jugend der Welt nun 16 Tage lang als ritterliche und ehrenhafte Kämpfer sehen wird. Und wieder jubeln ihnen die Zeugen dieser herrlichen Stunden zu.
Alle Mannschaften grüßen auch beim Abmarsch zur Führerloge herauf. Der Führer und die Präsidenten Graf B a i l l e t - L a t o u r und Dr. L e w a l d danken ihnen unermüdlich. Frankreich, Oesterreich, Ungarn, Griechenland, Kanada, England, die nordischen Staaten und die Schweiz nut dem famosen Fahnenschwinger H u g, aber auch die Amerikaner werden besonders ausgezeichnet. In die unbeschreibliche Begeisterung, der die deutsche Mannschaft aus dem Stadion geleitet, klingt spontan taktmäßiges Händeklatschen. In diesen Jubel sind die heißen Wünsche für das Abschneiden unse-
lebens aller Völker geschaffen werden!
So soll dieses Fest der Völker ein Fest des Sieges für die Besten, ein Friedensfest für alle fein.
Besiegeln wir diesen Glauben, liebe Sportfreunde aus nah und fern, indem wir uns im Geiste die Hände reichen, erheben wir uns zu Ehren des Festes von den Plätzen in dem heißen Wunsch, daß wir alle gemeinsam ein unvergleichliches Fest erleben mögen, ritterlich in seinem Kampfe, unerreicht in seinen Leistungen, einzigartig in seinem Geiste, ein hell leuchtendes Glied in der, wie wir alle zuversichtlich glauben, unendlichen Kette kommender Olympischer Spiele. Das walte Gott!
Nunmehr richte ich an Sie, mein Führer, die ehrerbietige Bitte, die Eröffnung der Olympischen Spiele von Berlin zur Feier der XI. Olympiade verkünden zu wollen."
Der Führer eröffnet die Spiele.
Der Ville folgend, tritt der Führer vor das Mikrophon der Lhrenloge. Mil klarer Stimme spricht er die Worte: „Ich erkläre die Spiele von Berlin zur Deihe der XI. Olympiade neuer Zeitrechnung als eröffnet."
Das heilige Feuer kommt.
Ein Chor von 1000 Sängern, begleitet vom Olympia-Orchester unter Leitung des Komponisten Meister Richard Strauß, stimmt die Olympische Hymne an:
„Völker seid des Volkes Gäste, Kommt durchs offene Tor hinein! Friede sei dem Völkerfeste, Ehre soll der Kampfspruch fein. Junge Kraft will Mut beweisen, Heißes Spiel Olympia, Deinen Glanz in Taten preisen, Reines Ziel: Olympia."
Im gleichen Augenblick tritt am Osttor der l etzte Fackelläufer, der Berliner Mittelstreckler, S ch i l g e n, ein, auf der Osttreppe hat zu beiden Seiten der Ehrendienst Spalier gebildet. Wieder erhebt sich alles von den Plätzen, um d a s o l y m - pifche Feuer, das aus dem heiligen Ham von Olympia, von der Sonne Griechenlands entzündet, über viele taufend Kilometer von Hand zu Hand roeitergegeben, nach Berlin getragen wurde, zu grüßen.
Leichtfüßig fliegt der blonde deutsche Junge über die Bahn, eilt die Treppe des Marathontores hinauf, und auf dem Block, der den Dreifuß mit der Feuerfchale trägt, bleibt er einen Augenblick stehen und grüßt mit der Fackel die olympische Gemeinde, die hier versammelt ist, ehe er den Brand in die Schale wirft. Sofort loht die Flamme empor, die der Well den olympischen Frieden verkündet.
Aus der griechischen Mannschaft tritt Spiridon Louis, der Marathonfieger bcr I. neuzeitlichen Olympischen Spiele, in seiner Nationaltracht hervor, in den Händen trägt er einen Oelzweig aus dem heiligen Hain von Olympia mit einem Band in den blauweißen griechischen Farben umwunden. An der
Brüssel, 2. Aug. (DNB.) Die Sonntag-Mor- genblätter bringen ausnahmslos begeisterte Berichte über den herzlichen Empfang der belgischen Sportler und ganze Seiten über die Eröffnungsfeier. Die Schilderung der festlichen Straßen Berlins und der Anlagen des Reichssportfeldes nehmen einen breiten Raum ein. Die Mehrzahl der belgischen Blätter ist von der organisatorischen Leistung, die das deutsche Volk vollbracht hat, restlos begei- t e r t. Die flämische Zeitung „Het laatfte Nieuws" schreibt, die Olympischen Spiele hätten erneut einen für die überragenden organisatorischen n des deutschen Volkes erbracht.
rer Fahne, die der Diskuswerfer Fritsch den Kämpfern ooranträgt, verwoben. Kaum sind die Letzten im Bogen des Marathontores verschwunden, bricht erneut ein Sturm des Jubels aus, der den Führer, solange er in der olympischen Stadt ist, und auch auf der Heimkehr über die Via Triumpha- lis geleitet.
An der feierlichen Eröffnung der Spiele, die damit ihren Abschluß gefunden hatte, nahmen alle führenden Persönlichkeiten des ausländischen und deutschen Sports, sowie die höchsten Vertreter von Staat und Partei teil. Dem Führer zur einen Seite saß der italienische Kronprinz, zur anderen Graf Baillet-Latour, Exzellenz L e w a l d , die Minister und Staatssekretäre der Reichsregierung, die Reichsleiter der Bewegung und viele führende Männer von Partei und Staat. Hinter der Führerkanzel hatten die Mitglieder des IOK. und OK. Platz genommen. Das Diplomatische Korps war fast vollzählig vertreten, und endlich sah man neben den Siegern früherer Olympiaden zahlreiche andere hohe Persönlichkeiten, so den Kronprinzen Paul von Griechenland, Prinz GustafAdolf von Schweden, Prinz und Prinzessin Axel von Dänemark, den italienischen Propagandaminister A 1 f i e r i, den berühmten schwedischen Forscher Sven Hedin, den amerikanischen Nationalhelden Oberst Charles Lindbergh mit feiner Gattin und viele andere.
wolle, der durch diese Spiele die Kraft des Deut- < scheu Reiches und sein organisatorisches Können ' der Welt unter Beweis gestellt habe.
Der „Petit P a r i f i e n" sagt, Deutschland 1 habe die Olympischen Spiele in einer noch nicht dagewesenen Größe Wirklichkeit werden lassen. Der Eindruck dieser Eröffnungsfeier werde eine gram diose Erinnerung bei den 100 000 Zeugen dieser Feier vom Samstag zurücklassen.
Ulan habe in Frankreich über den Empfang der französischen Mannschaft bei den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen bei einigen Journalisten Zweifel geäußert. Alle jene Zweifler seien aber am Samstag beim Einzug der französischen Sportler in das Olympia-Stadion überrascht worden, kaum habe sich die französische Fahne am Eingang gezeigt, so hätten sich die Blassen wie auf ein Kommando einmütig erhoben, und ein Sturm der begeisterten Freude sei losgebrochen.
Der Sonderberichterstatter des „E x c el s i o r" erklärt, noch niemals sei eine Olympiade in einer so grandiosen Art und Weise eröffnet worden.
Das „Petit Journal" nennt den Moment des Einmarsches der französischen Mannschaft tief ergreifend. Der Beifall habe nicht abreißen wollen. Keine andere Mannschaft sei von den 100 000 so herzlich begrüßt worden.
Auch das „Journal" meint, bei dem Empfang der französischen Mannschaft im Stadion habe man das Gefühl gehabt, einen der großen Augenblicke des Weltgeschehens mitzuerleben.
„Das großartigste Sporlereignis das die Welt je gesehen hat." Begeisterung in der englischen Presse.
London, 2. Aug. (DNB.) Die Spalten der Londoner Sonntagspresse sind mit begeisterten Berichten über die Eröffnung der Olympischen Spiele gefüllt, begleitet von zahlreichen Bildern.
Ausnahmslos äußern sich sämtliche Zeitungen in restloser Anerkennung über die umsichtigen Vorkehrungen der deutschen Behörden, die Herzlichkeit des Empfanges und nicht zuletzt über die ebenso schönen wie gewaltigen Olympiabauten.
Der Berichterstatter des „Sunday Dispatsch" leitet seinen Bericht mit den Worten ein: „Ich war in Berlin auf starke Eindrücke gefaßt, aber dieses Schauspiel hat mich geradezu überwältigt. Es gibt hier keinen Maler wie Turner, der die herrliche Farbenfreudigkeit der Szene feft» halten konnte, es gibt keinen Wagner, der die Symphonie ihrer Bewegung zu bannen imstande wäre; es gibt nur eine armselige Schreibmaschine, die mir helfen muß, das Gesehene wiederzugeben." Der Berichterstatter schildert hierauf die Eröffnungsfeierlichkeiten. Worte konnten allein nicht die freudige Erregung beschreiben, die beim Einmarsch der Nationen geherrscht habe.
Der Berichterstatter betont die außerordentliche Wärme, mit der die französische wie die österreichische Mannschaft empfangen worden seien.
Die Sonntagszeitung „News o f the World" spricht von einem unvergeßlichen Ereignis und schreibt, es sei unmöglich, in bloßen Worten den Jubel zu beschreiben, mit dem der Führer begrüßt worden sei. Das gleiche gelte für die riesige Begeisterung beim Vorbeimarsch der „Blüte der Nationen" vor Adolf Hitler. Bei der Herstellung des Rahmens für die Olympischen Spiele mache sich überall die deutsche Gründlichkeit bemerkbar. Als besonders eindrucksvoll schildert der Berichterstatter die deutsche Mannschaft, die die würdige Vertreterin einer Nation sei, die soviel getan habe, um den Erfolg der Spiele zu sichern.
/Einen anderthalb Spalten langen Bericht veröffentlicht der „O b s e r o e r" auf feinem Hauptblatt. Kein sportliches Treffen habe einen besseren Anfang gehabt.
Das neue Deutschland scheine der hervorragendste aller Gastgeber zu fein. Diese Veranstaltung fei das großartigste Sportereignis, das die Welt je gesehen habe. Das verjüngte Berlin mit feinem neuen Anstrich, feinen neuen Straßen und feinen Taufenden von Flaggen und Bannern atme den Geist der Jugend. Bei einem Besuch im Olympischen Dorf komme man unwillkürlich auf den Gedanken, daß die Welt glücklicher sein würde, wenn es gelänge, die Jugend aller Rationen häufiger auf diese Art zusammenzubringen.
Der Berichterstatter der „Sunday Times" । erwähnt besonders die herzliche Begrüßung der französischen Mannschaft und spricht in dieser Verbindung von einem dramatischen Augenblick. Der Eindruck der deutschen Mannschaft . bei ihrem Einmarsch sei stärker als der aller anderen
Sie, meine kämpfenden Teilnehmer, nunmehr schworen werden. Amateur sein, heißt den Sport frei von Eigennutz und Gewinnsucht betreiben mit dem alleinigen Ziel der Vervollkommnung und nur zur Ausbildung der seelischen und körperlichen Eigenschaften, die Staat und Volk von ihren Bürgern verlangen.
Der Amateurgrundsah ist hoch und heilig. Rur solange Sport nicht ein selbstischer Zweck, sondern sittliche Pflicht, nicht schales Vergnügen und öde Erlebnissehnsucht, sondern Zucht und Hingabe an ein höheres Ziel ist, darf ihm ein solches Fest bereitet werden. Rur dann ist er würdig der Förderung aller Regierungen und Völker, nur dann verdient er die Begeisterung der Jugend und die Teilnahme des Alters, ver- dient er den klang der Musen und die Ehre des Geistes.
Denn die Olympischen Spiele, wie sie Baron Pierre de Coubertin erneuert hat, verbinden Wettkampfe des Sports mit den Wettbewerben der Künste und des Geistes. Jeder, der an diesen Wettkämpfen teilnimmt, tunt es nach dem Wahlspruch des Begründers, daß nicht zu siegen, sondern teilzu- nehmen Ehre und Sinn dieser Spiele ist. Und so schlagen unsere Herzen voller Dank und Bewunderung dem Manne entgegen, der als einer der größten Erzieher aller Zeiten vor 42 Jahren die seit anderthalb Jahrtausenden versunkenenOlym- pischen Spiele des Altertums mit dem genialen Blick des Sehers für unser und alle kommenden Zeitalter erneuerte, dem lebenslänglichen Ehrenpräsidenten der Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, dessen geistvolle Züge in ebenem Bild den Saal des Olympischen Komitees schmücken.
Ich danke dem großen deutschen Meister der Töne Dr. Richard Strauß, daß er uns das olympische Weihelied beschert hat, das nach dem gestern gefaßten Beschluß des Internationalen Olympischen Komitees die Hymne für alle späteren Olympiaden sein soll.
Mit besonderer Wärme und freudiger Bewegung gilt mein Heil-Ruf der Jugend von mehr als 50 Volkern, die weit zahlreicher als je bei früheren Olympischen Spielen versammelt ist, ein heiliger Frühling der Volker, der um olympische Ehren und Siege ringen und kämpfen will. Und als Mahnwort für Ihr Ringen rufe ich Ihnen Verse des großen deutschen Dichters Friedrich Schiller zu, denen Beethovens Genius in der Neunten Symphonie die höchste Weihe verliehen hat:
„Froh wie feine Sonnen fliegen durch des Himmels prächt'gen Plan, laufet, Brüder, eure Bahn freudig, wie ein Held zum Siegen!"
Ergriffenheit in Italien.
„Eine unvergleichliche Kundgebung der Brüderlichkeit."
Rom, 2. Aug. (DNB.) Die italienische Presse ist von den Feierlichkeiten in Berlin geradezu überwältigt. In seitenfüllenden Berichten schiloern die Sonderberichterstatter das übermächtige Erlebnis des Eröffnungstages, dessen Programm sich von Stunde zu Stunde in wohldurchdachtex Weise gesteigert habe und ein wahres Fett- und Weihespiel geworden sei.
„Deutschland hat , so heißt es in der „Voce d ' Ita 1 i a", „in der olympischen Idee das Symbol der Jugend, der Schönheit und des Friedens verherrlicht.
Was an Grandiosem für eine unermeßliche Gemeinschaft erdacht werden konnte, ist verwirklicht worden."
„Messagero" spricht von einem triumphalen Tag nicht nur für den Sportgedanken, sondern vor allem auch für Deutschland und für Berlin. „Die Deut- chen dürfen auf den Erfolg, den sie mit der Eröffnung >er Olympiade errungen haben, wahrhaft stolz fein." Dieser Erfolg fei im höchsten Grade verdient. Dazu komme eine Atmosphäre größter Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die alle Gäste ohne Ausnahme umfasse.
Die Deutschen dürften sich rühmen, eine unvergleichliche Kundgebung der Brüderlichkeit und der Solidarität mit dem Odem des Lebens erfüllt zu haben.
„Roch niemals ist der Sport mit solcher Pracht und solcher Feierlichkeit verherrlicht worden wie bei der Eröffnung der XI. Olympiade in Berlin", so schreibt „P o p'o 1 o di Rom a". Die Deutschen haben für diese kultische Handlung den weitesten und monumentalsten Tempelbau der Welt erstellt, haben diesem Welttreffen den großartigsten Rah- men gegeben.
Aus all und jedem fühlte man heraus, daß dieser Tag mehr als nur eine Eröffnungsfeierlichkeit fein sollte, daß es zu höherer Bedeutung und symbolischer Sinngebung herausgehoben wurde."
Worte tiefer Ergriffenheit finden alle Berichterstatter für die Feierlichkeit des Olympiaschwurs, für das Entzünden des Olympischen Feuers, für das weihevolle Erklingen der Olympiaglocke, für die musikalischen Darbietungen und ebensosehr für die jubelnde Begrüßung des Führers und der deutschen Mannschaft.
VollsteAnerkennunginFrankreich
Berlin hat alles übertroffen.


