Ausgabe 
3.8.1936
 
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Der Führer empfängt das Olympische Komitee

An der Spitze des IOK. begrüßt Graf de Baillet-Latour den Führer mit einer Ansprache. (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.)

wißheit, daß ihr die Zukunft gehören wird. Das größte aber, was einer lebenden Generation wer­den kann, ist die Tatsache, daß ihre Jugend sich nicht rufen läßt, sondern von selbst sich stellt. Das hat diese Jugend vollbracht

Nun ist sie heute angetreten, um symbolisch den Willen zum Ausdruck zu bringen, daß diese Jugend aus ihrem Geist und in eigener Kraft und in eige­ner Verantwortung der Jugend der Welt die Hand reicht, um eine neue, bessere Welt heraufzusühren. Sie weiß sich damit verantwortlich vor jenem Ge­schlecht, das vor 22 Jahren auch ungerufen sich ein- stellte, als das Verhängnis des Weltkrieges über die Völker dieser Erde hereinbrach.

Und wenn heule die Glocke vom Olympischen Felde zum ersten Male ruftIch rufe die Jugend der Dell", dann ruft sie nicht nur ein junges Geschlecht, sie ruft eine junge Welt, sie ruft eine kämpferische Welt, die nicht Sieger und Besiegte wissen will, sondern nur ein Siegergeschlecht über eine alte und schlechte Vergangenheit, sie ruft eine Epoche der Jugend.

TieichSminister Dr. Goebbels

als Gauleiter der gastgebenden Stadt hieß dann die Jugend aus aller Welt willkommen. Wenn auf der Olympischen Glocke der Gruß stehtIch rufe die Jugend der Welt", so hat die Jugend von Ber­lin, so hat die deutsche Jugend sich diesem Rufe nicht versagen wollen. Sie ist gekommen, um ihr Bekenntnis abzulegen zum Dreiklang des Körpers, des Geistes und der Seele und damit zu einer neuen, jungen und modernen Lebens- und Welt­auffassung. In diesem Sinne grüßen die Jungen und Mädel von Berlin und aus ganz Deutschland die olympischen Sportler der Welt.

Möge die Fackel des olympischen Lichts eine wärmende Flamme des Lebens, des Lichtes und des Friedens sein und möge sie alle Völker erfüllen mit dem Geiste der Fairneß, der Kame­radschaft und sportlichen Verbundenheit auf alten Gebieten des Zusammenlebens.

In diesem Sinne grüßen wir Jungen die Flamme die da kommt, mit dem Spruch:Heilige Flamme, glüh, glüh und erlösche nie!

Da künden aufbrausende Heilrufe das Nahen der Olympischen Flamme an. Mit unbeschreiblicher Be­geisterung grüßte die Jugend der Welt, grüßten die vielen Tausende den Läufer, der schnellen Schrittes von dervia triumphalis, den Linden her, auf den Festplatz zueilte zur Feuerschale vor dem alten Museum. Hellauf loderte das von dem Läufer entzündete Feuer. Dieser lief dann wieder zurück zu der riesigen Feuerschale vor dem Schloß, um auch hier das Feuer zu entzünden. Während die Flammen in den beiden Feuerschalen erglühten, stimmten die Tausende das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied an und ehrten mit dem Gesang der deutschen Nationalhymnen alle bei den Olympi­schen Spielen vertretenen Nationen.

Der Reichsjugendführer brachte ein dreifaches Sieg-Heil der Olympischen Jugend auf den Führer und Reichskanzler aus. Mit dem Fahnenausmarsch fand die feierliche Kundgebung der Jugend ihr Ende.

Das Internationale Olympia- Komitee beim Führer.

Dor der Eröffnung der Olympischen Spiele emp­fing der Führer und Reichskanzler die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees, an ihrer Spitze den Präsidenten Graf de Baillet- Latour, sowie die Vorstandsmitglieder des Deut­schen Organisationskomitees für die XI. Olympiade Berlin 1936 unter Führung seines Präsidenten Staatssekretärs L e w a l d. Der Präsident des In­ternationalen Komitees

Graf de Baillet-Latour

richtete an den Führer und Reichskanzler eine An­sprache, in der er u. a. sagte:

Herr Reichskanzler! Das Internationale Olym­pische Komitee betrachtet es als eine große Aus­zeichnung, von Ew. Exzellenz am Tage der Er­öffnung der Olympischen Spiele empfangen zu werden und so die Möglichkeit zu haben, Ihnen feine tiefe Dankbarkeit für das Interesse auszu­drücken, das Sie der olympischen Idee bezeugt haben.

Das Stadion und die verschiedenen sportlichen Einrichtungen, die Deutschland dank der unbegrenz­ten Hochherzigkeit Ew. Exzellenz erbauen konnte, sind mit allen modernen Bequemlichkeiten ausge­stattet und erinnern in ihrer Pracht an das Colos­seum in Rom und die Kampfstätten in Olympia.

Das Dorf, in dem die Jugend von 53 Nationen beherbergt wird, ist in einer Art geschaffen, die gleichzeitig die Behaglichkeit eines Heimes mit den Vorzügen eines Klubs vereint.

Sie, Herr Reichskanzler, haben, überzeugt von dem glücklichen Einfluß, den diese Spiele ausüben, um zwischen den Völkern der Erde den Geist des

Verständnisses und der Eintracht zu erwecken, nichts unterlassen, um die Anstrengungen des Organi­sationskomitees zu unterstützen, deren Präsident un­ser lieber Kollege Lewald ist.

Ich bin sicher, daß die gewaltige Anstrengung, die Deutschland zugunsten der Olympischen Spiele gemacht hat, und die in der Organisa­tion dieser Wettkämpfe so edel zum Ausdruck kommt, ein unvergeßliches Zeugnis des Bei­trages fein wird, den Deutschland für die Kultur der Menschheit geleistet hat.

Alle diejenigen, die in sich die heilige Flamme fühlen, die von Olympia nach Berlin getragen wurde, hegen auch Ihnen, Herr Reichskanzler, gegenüber die tiefste Dankbarkeit dafür, daß Sie nicht nur die Vergangenheit mit der Gegenwart verbunden, sondern daß Sie auch zur Förderung der olympischen Idee in der Zukunft beigetragen haben.

Der Führer und Reichskanzler

antwortete ihm mit folgenden Worten: Verehrter Herr Präsident, meine Herren vom Internationalen Olympischen Komitee und vom Organisationskomitee! Es ist mir eine Freude, Sie am Tage der Eröff­nung der Olympischen Spiele persönlich und im Namen des deutschen Volkes willkommen zu heißen und Ihnen, verehrter Herr Präsident, für die freundlichen Worte, die Sie an mich richteten, danken zu können.

Mein Dank gilt dem Internationalen Olympischen Komitee dafür, daß es die Feier der XI. Olympiade neuer Zeitrechnung in die Hauptstadt des Deutschen Reiches gelegt und Deutschland dadurch Gelegen­heit gegeben hat, einen Beitrag zum ewigen Ge­denken der Olympischen Spiele zu leisten.

Deutschland hat sich gern und freudig der Auf­gabe unterzogen, die diesjährigen Wettkämpfe vorzubereiten in einer Form, die der großen Idee und den Traditionen der Olympischen Spiele gerecht zu werden versucht und es hofft, damit zur Stärkung des völkerverbindenden Ideals beizutragen, das diesen Kampfspielen zugrundeliegt.

Ihnen, meine Herren des deutschen Organisations­komitees, danke ich für die hingebende und sorg­fältige Arbeit, die Sie in der Vorbereitung der Spiele geleistet haben. Der Erfolg wird, so hoffe ich zuversichtlich, Ihre Mühen lohnen.

Die Grundgedanken, die in den Olympischen Spielen erneut vor die Weltöffentlichkeit treten, sind ältesten Ursprungs. Sie gehen aus von jener Kultstätte, wo mehr als ein Jahrtausend lang die Spiele als Aus­druck religiösen Empfindens und als Zeugen des Kraftbewußtjeins des griechischen Volkes gefeiert wurden. Diese ehrwürdige Stätte ist in den Jahren 1875 bis 81 gemäß dem damals mit der griechischen Regierung abgeschlossenen Vertrage durch deutsche Gelehrte ausgegraben worden: dadurch erhielt die Welt ein genaueres Bild vom Kampfplatz dieses nationalen Heiligtums der Hellenen, sowie von der Art und der Durchführung der Spiele. Die Aus­grabung wurde damals nicht ganz zu Ende geführt.

Ich habe mich nun entschlossen, zur bleibenden Erinnerung an die Feier der XI. Olympiade zu Berlin, die im Jahre 1875 begonnenen Ausgra­bungen der olympischen Fest- und Sportstätten wieder aufzunehmen und zu Ende zu führen. Ich danke der königlich Griechischen Regierung, daß sie ihre freudige Zustimmung zu diesem Derk erklärt hat. Es wird dadurch eine ge­weihte Stätte alter Kultur der heutigen Mensch­heit zurückgegeben werden.

Ich hoffe, daß dies mithilft, für alle Zeiten die Erinnerung wachzuhalten an die Feier der Olym­pischen Spiele des Jahres 1936. Daß diese glücklich gelingen, ist mein und unser aller aufrichtigster Wunsch!

Hierauf begrüßte der Führer und Reichskanzler die einzelnen Herren des Internationalen Olympi­schen Komitees sowie des Organisationskomitees.

Im Anschluß an den feierlichen Empfang der Mit­glieder des Internationalen Olympischen Komitees und des Organisationskomitees gab der Führer und Reichskanzler zu Ehren des Olympischen Komitees ein Frühstück, an dem sämtliche Reichsminister, Reichsstatthalter und die Chefs der Länderregierun­gen, sowie eine Anzahl anderer Ehrengäste teilnah- men.

Die Olympia-Kämpfer kommen

Arn Glockenturmplatz kommen die Omnibusse der Wehrmacht mit den Olympia-Mannschaften an, die auf dem Maifeld in der für den Einzug vorge­schriebenen Reihenfolge nach dem deutschen Alpha­bet mit Griechenland an der Spitze und Deutschland am Schluß Aufstellung nehmen. Mit fliegenden Fahnen ziehen sie an ihre Plätze.

Während an der Feierstätte das Olympia-Fest­orchester das Vorspiel zu Richard WagnersMei­stersingern" spielt, marschieren vor dem Glocken­

turm zwei Kompanien des Jnfanterielehrbataillons mit Spielmanns- und Musikzug, eine Kompanie der Kriegsmarine und eine Kompanie der Luftwaffe auf. Unmittelbar vor der Tribüne des Glockenturms ist die Salutbatterie aufgefahren, die Nationen stehen in zwei Gliederungen, 26 auf jeder Seite. Kurz nach 13.30 Uhr treffen die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees und des Organisationskomitees ein und begeben sich sofort auf ihre Plätze vor den Nationalmannschaften.

Die Abfahrt des Führers zum Reichssportfeld.

Trotz einsetzenden Regens harrte die Menge in der Wilhelmstrahe und auf dem Platz vor der Reichskanzlei aus, um die Abfahrt der am Empfang Teilnehmenden und die Fahrt des Führers zum Glockenturmplatz zu sehen. Gegen 14.45 Uhr war der große Empfang in der Reichskanzlei beendet. Wie­der trat die Wache ins Gewehr. Kurze Komman­dos ertönten, als der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß als erster die Reichs­kanzlei verließ und sein Wagen sich an die Spitze der langen Wagenkolonne zum Reichssportfeld fetzte.

Ein Motorradfahrer mit dem Stander des IOK. eröffnete dann die Wagenreihe der Mitglieder des IOK. Als letzte verließen Generalfeldmarschall v. Blomberg, Generaloberst Goring, Gene­raloberst von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und Reichsminister Dr. Goebbels die Reichskanzlei

Brausender Beifall ertönte, als der Führer feinen Wagen bestieg. Immer wieder brachte die begeisterte Menge ihm Huldigungen dar, für die

er, im Wagen stehend, mit erhobener Rechten dankte.

Mit großer Freude wurde das Erscheinen des LZ.Hindenburg" von der begeisterten Menge be­grübt, der gerade während der Abfahrt des Füh. rers die Wilhelmstrahe kreuzte.

Eine Viertelstunde vor dem Beginn der Eröff­nungsfeier ist das Olympische Stadion bis auf den letzten Platz besetzt. Es ist ein atemberaubendes Bild, diese Menge von Menschen zu sehen mehr als 100 000 sind es die hier dem feierlichen Augenblick entgegenfiebern.

Am Vrandenbmaer Tor.

Inzwischen haben in langen Wagenkolonnen die Mitglieder des IOK. und des OK. mit dem Grafen d e Bailett-Latour und Exzellenz Lewald an der Spitze die Fahrt zum Reichssportfeld an­getreten. Brausender Jubel begrüßt sie auf der Fahrt. Sie trugen zum ersten Mal die goldenen Amtsketten, die auf deutsche Anregung geschossen wurden und in Zukunft die Zeichen ihrer Wurde sein werden. Bald geben lauter und lauter wer­dende Jubelrufe, die von der Wilhelmstrahe her herüberschallen, davon Kunde, dah der Schirmherr der Olympischen Spiele die Reichskanzlei verlassen hat. Langsam, im Wagen stehend, durchfährt der Führer das Spalier, umbrandet von einer Be- geifterung, die ihm aus vollen Herzen entgegen« schlägt.

Dann kommt die Fackel näher und näher. Stär­ker wird der Jubel, großer die Begeisteruna. Eilen­den Fußes hat der Fackelträger den Pariser Platz erreicht und nun durchläuft er, während sich die Hände dem olympischen Symbol entgegenrecken, das Wahrzeichen Berlins, das Brandenburger Tor.

Der Führer auf dem Reichssportfeld.

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Die Ankunft des Führers auf dem Reichssportfeld.

Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler betritt mit den Mitgliedern des Internationalen und Nationalen Olympischen Komitees durch das Marathontor das Stadion. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Man sieht beinahe das gesamte diplomatische Korps und alle führenden Persönlichkeiten 'aus Staat und Bewegung. Die Heilrufe klingen ge­waltig auf. Der Führer ist, begleitet vom Reichsinnenmini st er, am Glockenturm ein­getroffen und hat die Front der hier aufgestellten Ehrenbataillons abgeschritten. Dann betritt er das Maifeld. Der Kommandeur der Salutabteilung er­stattet seine Meldung, die Fanfarenkorps auf den Türmen des Marathontores blasen die Olympia- Fanfare 1936. Am Glockenturm begrüßt der Führer sämtliche Mitglieder des IOK. und des OK. und betritt dann, von ihnen begleitet, das Olympische Stadion. In einem ohrenbetäubenden Orkan des Jubels bricht das gesamte Stadion aus, als es des Führers auf der höchsten Stufe der Marathon- treppe ansichtig wird.

Das ganze Stadion hat sich von den Plätzen erhoben, eine Delle begeisterter Verehrung begleitet den Führer aus seinem Dege zur

Ehrenloge.

Ein reizendes kleines Blondköpfchen überreicht dem Führer einen Blumenstrauß. Als der Führer in der Ehrenloge sichtbar wird, an deren Ehrenmasten die Standarte des Führers und die Olympiaflagge geheißt werden, brandet wieder die Welle der Be­geisterung und Verehrung zu ihm empor.

Der Führer wird in der Ehrenloge durch feinen Stellvertreter Reichsminister Heß empfangen. Die 46 Mitglieder des IOK. und 39 Mitglieder des Organifationskomitees nehmen ihre Plätze ein. Alle Musikkapellen spielen die Nationalhymnen, die von den Hunderttausend begeistert mitgesungen werden. Aus des KommandoHeißt Flagge" steigen lang­sam auf sämtlichen Masten des Stadions die Fah­nen der beteiligten Länder empor.

Die Glocke ruft, die Glocke rüst, die Juaeud kommt.

In die atemlose Stille tönt plötzlich die eherne Stimme der Olympischen Glocke, und ehe ihre

Klänge verstummt sind, taucht im Tunnelausgang des Marathontores das blauweiße Banner Grie­chenlands auf, dem noch olympischen Brauch die Ehre zuteil wird, als erste der Nationen in die Kampsstätte zu ziehen. Hinter der Fahne folgt der Marathonsieger Spiridon Luis, die Offiziellen und die griechische Mannschaft. Unter tosendem Jubel zieht die schmucke Gruppe über die Laufbahn. An der Ehrentribüne senkt sich die Fahne, die Griechen erheben die Hand zum olympischen Gruß. Dann folgen mit ihren Fahnen alle übrigen National­mannschaften.

Alle Nationen erweisen ihren Gruß dem deut­schen Staatsoberhaupt, dem Präsidium des IOK, und OK. je nach dem Brauch ihres Landes. Als das Hakenkreuzbanner im Marathontor sichtbar wird, spielt die Kapelle das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Alle Mannschaften entblößen ihre Häupter und erheben, wie die Besucher, die Hände zum Gruß. Hinter der Freiheitsfahne marschiert der Reichssportführer, wie die gesamte deutsche Mannschaft ganz in weiß gekleidet. Nur die 14 Offi­ziere der Militärmannschaft tragen Uniform ihrer Truppenteile. Mit 45 Frauen und 382 Männern ist die deutsche Mannschaft die stärkste von allen teilnehmenden Nationen. Schnurgrade ausgerichtet stehen auf dem prächtigen grünen Rasen die Tafel­träger und hinter ihnen die Träger der Fahnen.

Der Aufmarsch ist vollendet. Ein unbeschreiblich schönes unvergeßliches Bild bietet sich dem Auge.

Handelt ritterlich!

Der Beifall ist verklungen. Aus den Lautsprechern bringt vernehmlich die Stimme des greifen Barons Pierre d e Coubertin, der leider der Feier persönlich nicht mehr beiwohnen kann:

Das entscheidende Gewicht bei den olympischen Spielen liegt nicht im Sieg, sondern in der Teil­nahme. Nicht etwa zu kämpfen, sondern ritterlich zu handeln ist das Wichtigste!"

Zugleich erscheinen diese Worte in deutscher Sprache auf der Anzeigentafel. Der Präsident des Organisationskomitees

Staatssekretär a. D. Dr. Lewald

hält dann eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Mein Führer!

Im Namen des Organifationskomitees für die XI. Olympiade Berlin 1936 habe ich die Ehre, Sie als den Schirmherrn der Olympischen Spiele Berlin in diesem herrlichen Stadion, das nach ihrem Wil­len geschaffen ist, in Dankbarkeit und Ehrerbietung zu begrüßen.

Was könnten die stärksten Worte der Begrüßung und des Dankes an einzelne heute und hier sagen, das nicht überklungen würde von dem ungeheuren Eindruck dieses gewaltigen Raumes mit seinen edlen Maßen, von der kraftvollen Schönheit dieser jungen Mannschaften zu unseren Füßen. So bitte ich alle die vielen bedeutenden und wertvollen Männer und Frauen, die in Deutschland und in allen anderen Ländern der Erde die Abhaltung die­ser Spiele ermöglicht haben, und Sie alle, die mit Ihrer Anwesenheit zur Weihe dieses Festes bei­

tragen, den beglückenden Anblick dieser Äugend der Welt als unseren Dank entgegenzunehmen.

Mein Auge, das dieses weile Rund umkreist, wird gebannt durch das hehre Schauspiel fried­licher Völkervereinigung. Wo gibt es noch eine Feslslälle, wo gab es je eine, auf der die Fah­nen von mehr als 50 teilnehmenden Volkern, gemischt mit dem deutschen Banner und dec Olympischen Fahne, wehen? Vor uns in Reih und Glied viele lausende junger Männer und Frauen, die Jugend von mehr als 50 Völkern, ihre Angehörigen in buntem Gemisch um uns herum, und alle diese beseelt von der Vorfreude auf ein stolzes, schönes und ritterliches Fest.

Diese machtvolle Beteiligung der Volker der Erde an den Berliner Olympischen Spielen beruht auf dem sittlichen Gehalt des olympischen Gedankens. Er ist ausgesprochen in dem Olympischen Eid, den