Nr. 179 Erster Blatt
186. Jahrgang
Montag, 3. August 1936
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Oer Führer eröffnet die Olympischen Spiele
Ein unvergeßliches Fest. — Deutschland nimmt die olympischen Ausgrabungen wieder auf.
Festgottesdienste.
Anläßlich der Eröffnung der Olympischen Spiele fanden am Samstagvormittag im Anschluß an den Auftakt, über den wir in unserer Samstag-Ausgabe bereits berichteten, in den beiden Hauptkirchen Berlins, im Evangelischen Dom und der katholischen St. Hedwigskathedrale, Festgottesdienste statt.
Im Berliner Dom versammelten sich die protestantischen Mitglieder des Olympischen Komitees, an ihrer Spitze Exzellenz Dr. ß e ro alb. Unter den Ehrengästen sah man die Reichsminister Graf Schwerin-Krosigk und Seldte, Staatskommissar Dr. Lippert, sowie zahlreiche Vertreter staatlicher und kirchlicher Behörden. Die Predigt hielt Generalsuperintendent Dr. Zöllner, der Vorsitzende des Reichskirchenausschusses.
In der katholischen St. Hedwigs-Kcrthebrale empfingen weißgekleidete Sportler als Ehrendienst des Olympischen Komitees den Bischof Graf Prey» sing beim Einzug. Die katholischen Mitglieder des Olympischen Komitees, an ihrer Spitze Gra f Bailett-Latour, zahlreiche Vertreter der Diplomatie, unter ihnen die Botschafter von Frankreich, Italien und Polen, sowie deutsche Ehrengäste, unter ihnen Minister Eltz-Rübenach, nahmen an dem Gottesdienst teil. Bei dem feierlichen Pontifikalamt leistete der päpstliche Nuntius O r s e n i g o dem Bischof Thronassistenz. Nach dem Evangelium sprach der Bischof zunächst in deutscher, dann in französischer Sprache.
Kranzniederlegung am Ehrenmal
Gegen 9.45 Uhr vollzieht sich am Ehrenmal Unter den Linden als Auftakt zu der Gefallenenehrung der feierliche Aufmarsch von Abordnungen der Olympiamannschaften, der internationalen Sportstudenten und des Internationalen Jugendlagers. Einige Zeit später naht mit klingendem Spiel das Ehrenbataillon der Wehrmacht.
Inzwischen haben die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees und des Deutschen Or- ganisationskomitees die Gotteshäuser verlassen, sie egeben sich in feierlichem Zuge zu der Weihestätte.
Das Ehrenbataillon präsentiert das Gewehr, und während die übrigen Mitglieder der beiden Komitees vor dem Eingang zum Ehrenmal verharren, schreiten der Präsident des IOK. Graf Baillet-
Latour und der Präsident des Deutschen Organisationskomitees Exzellenz Lewald unter Führung des Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Schaumburg, die Front des Ehrenbataillons ab.
Dann betreten sie die geweihte Stätte. Das Lied vom guten Kameraden klingt auf, die Hände erheben sich zum Gruß in diesem feierlichen Moment,
Die historische Stätte dieser Kundgebung, der Lustgarten, bot ein unvergeßliches Bild. Punkt 12 Uhr künden Fanfarenklänge den Beginn der Kundgebung an. Zur selben Minute erheben sich unzählige Brieftauben in die Lüfte, um die Kunde von der Eröffnung dieser Friedenskundgebung der Jugend in alle Welt zu tragen. Der Einzug der Formationen der Hitlerjugend, des Deutschen Jungvolks und des Bundes Deutscher Mädel beginnt.
Inzwischen hatten die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees, des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele und die Präsidenten der nationalen olympischen Komitees und der internationalen Sportverbände ihre Plätze eingenommen. Auf der Ehrenkanzel standen der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, die Reichs- minifter Generaloberst Göring, Dr. Goebbels und Rust, der Reichsjugendführer Baldur von Schirach und der Reichssportführer von Tschammer und Osten.
Nach einem Fanfarensignal grüßte der Führer des Gebietes Berlin Obergebietsführer Axmann die Jugend der Welt. Die HI. stimmte zur Begrüßung ihrer ausländischen Kameraden das Lied „Nun laßt die Fahnen flattern" an.
Reichsjugeudfübrer Baldur v Gchirach
führte sodann u. a. aus: Ich freue mich, die Jugendabordnungen aller Nationen, die zur Feier der XI. Olympischen Spiele nach Deutschland gekommen sind, hier begrüßen zu können. Die vielen tausend Mitglieder der Hitler-Jugend, die auf diesem Platz angetreten sind, grüßen unsere ausländischen Gäste mit dem Gefühl herzlicher Kameradschaft, weil die in der Hitler-Jugend geeinte junge Generation Deutschlands mit Ihnen, die Sie durch fremde Länder und ferne Meere hierher geeilt sind, das Streben nach einem gemeinsamen Ideal der Leibes»
da das Internationale Olympische Komitee die Gefallenen des Weltkrieges durch die Kranzniederlegung ehrt und ihrer im Zeichen des olympischen Friedens gedenkt.
In prachtvollem Parademarsch in Gruppen zieht dann das Ehrenbataillon der Wehrmacht an den Ehrengästen vorbei, begleitet von den Heilrufen der Menge.
erziehung vereint. Es ist nur ein winziger Bruchteil der deutschen Jugend hier versammelt. Aber die Gedanken und herzlichen Gefühle der Jugend des ganzen Deutschen Reiches sind in dieser Stunde mit uns.
Ein gemeinsames Ideal führt die Jugend der Welt in diesen Tagen zusammen, und gegenseitige Achtung, sowie ritterliche, kameradschaftliche Haltung bestimmen das Verhältnis der Jugend untereinander.
Möge diese segensreiche Auswirkung der olympischen Idee über die kurze Dauer dieser Spiele hinaus wirksam sein. Möge die Jugend der Dell hier in Deutschland erkennen, daß unsere Jugend die Kameradschaft dieser Tage hüten und pflegen will. Denn die Jugend, die hier vor Ihnen steht, die mit Anrecht als militaristisch verleumdet wurde, sie dient mit ihrer jungen Kraft nicht kriegerischen Zielen, sondern der Erhaltung des Friedens. Meine Kameraden sehen in den Olympischen Spielen ein Sinnbild dieses Friedens, dem wir alle aus tiefster Aeber- zeugung verschworen sind.
Mit diesem Bekenntnis grüße ich die Jugend der Welt. Willkommen im Deutschland des Friedens und der Ehre.
Nach dem Willkommensgruß des Reichsjugendführers fangen die deutschen Jungen und Mädel das Lied der Hitlerjugend. Dann sprach
Reichssportführee von Tscstammer und Osten.
Wenn ich als Führer der deutschen Sportbewegung euch das herzliche Willkommen des deutschen Sportes entbiete, so bin ich gewiß, daß ich zu jungen Kameraden spreche, die einander verstehen.
Ausmarsch her 3ugenb her Welt im Lustgarten.
Ihr wißt, im Sport wird niemandem etwas geschenkt. Rekorde kann nicht jeder aufstellen, aber jeder von euch kann seine Fähigkeiten durch immerwährenden Einsatz so steigern, daß er ein ganzer Kerl ist und emporwächst zu seiner vollen Stärke, die jedermann Achtung abnötigt. Jungen und Mädel, Stärke kommt aus Reinheit, Freude am Sieg erst aus Ritterlichkeit, aus der Ritterlichkeit, die auch die Kraft würdigen Tragens und ruhmvollen Unterliegens in sich birgt. Das menschliche Leben ist harte Wirklichkeit und ewiges Ringen.
Es wirb nach ben Tagen des rauschendes olympischen Festes wieder der Alllag kommen. Im Alllag wirb sich bann erst der wirkliche Sieger und die wirkliche Gröhe des Sieges erweisen. Es werben Jahre kommen, in denen diese Tage Erinnerung sein werben. Bewahrt das Erlebnis des heutigen Tages in euren Herzen auch bann noch, wenn ihr älter geworden seid. Tragt seinen Sinn weiter in die Generation, die aus euch nach euch kommt, die einmal von eurem Kampf sprechen wirb, die aber auch von eurem Bewußtsein sprechen soll, bah euer Spiel mehr war als nur ein Spiel.
Ihr, meine jungen Karneraben aus so vielen Nationen, lernet euch nun kennen und, wie ich hoffe, schätzen und achten. Behaltet diese Achtung voreinander im Herzen, denn ihr seid die Erben der olympischen Idee. Ihr seid einmal, wenn ihr erwachsen seid, mitverantwortlich für das, was in der Welt Gutes oder Böses geschieht.
hier an der Opferschale, in bet bas heilige Olympische Feuer brennen wirb, sprecht still bas Gelöbnis, gute kamerabschaft zu halten.
Wenn ihr das immer wieder tut, so wird die Welt einst schöner und die Menschheit glücklicher sein.
Den Worten des Reichssportführers von Tschammer und Osten schloß sich der
Reichsminister Rust
an: Ob Völker alt und zukunftslos, oder ob sie jung und lebensstark sind, sehen wir an ihrer Jugend. So geschlossen wie auf diesem Platz alter preußischer Vergangenheit die Jugend des Führers als die Jugend Deutschlands beieinander steht, so geschlossen ist sie in ihrem Geist, so geschlossen in ihrem Willen, so geschlossen in der Stärke der Ge-
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Die heilige Verpflichtung: der Olympische Lid.
Rudolf I s m a y r spricht ben Sportlern aus allen Nationen den Olympischen Eid pot, während die Fahnen im Halbkreis vm dis Führertribüne ausgestellt sind. — (Scherl-Bilderdienst-M.)


