Nachdruck verboten!
15. Fortsetzung.
Zehn Jahre hatte man Steffanelli nicht mehr in der bayerischen Hauptstadt gehört.
„Ich glaube, er ist noch immer unverheiratet , sagte eine Dame, deren Stuhl knapp vor dem Rolfs stand. „
„Für Künstler ist das das einzig Richtige , erwiderte ihre Nachbarin zur Rechten. „Sie machen ja doch jede Frau unglücklich." , , s
„Um Gottes willen nicht so laut , mahnte deren Gatte. „Hinter uns sitzt der erste Tenor der Staats-
Anlieferung der ersten deutschen Frühkartoffeln.
Wer-lugend im Lager und beim Sport
15000 Träger des Jettlagerabzeichens.
Verfluchtes Gold!
JRoman von 3. Schneider-Ioerstl.
Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
Nach der Kälte im Freien schien es im geschlossenen Trambahnwagen anheimelnd warm. Die Farbe aus Marias Wangen kam wieder. Wie ein blüten- hafter Schimmer pulste das Blut durch bie weiße Haut und entzückte Rolf derart, daß er nach des Mädchens Hand griff und sie an die Lippen preßte.
,Hetzt ist es wieder besser, ja?"
„Ganz gut!" Die Brücke war verge sen, das qrüne Wasser rauschte nicht mehr. Nein, fie wollte nicht sterben! Sie wollte leben! Die Sonne wieder sehen den wundervollen weißen Schimmer draußen. Und war der Himmel augenblicklich auch mit tausend Wolken verhangen, es würde doch wieder hell werden. Immer konnte es nicht Nacht bleiben. Es war doch so schön, in den Wintertag zu sehen, zu fühlen, wie das Herz schlug, wie das Blut so warm und beruhigend durch den Körper strömte. „Du , flüsterte sie und griff nach Steffens schmalen
bei dem Verkehrsverein.
Der Sonderzug aus dem Gau Hessen- Nassau fährt in der Nacht vom 24. auf 25.Juli in Frankfurt a. M. ab. Die Rückfahrt erfolgt im Laufe des 26. Juli. Genaue Abfahrtszeiten werden noch in der Presse und durch Rundfunk bekannt- gegeben.
Da die Anzahl dieser Sonderzüge beschränkt ist, und die Nachfrage nach Korten sehr stark ist, empfiehlt es sich im eigenen Interesse, die Bestellungen sofort vorzunehmen. Bestellungen werden von den Kreispropagandaleitungen der NSDAP, entgegen- genommen.
Konzert der Molinschule Schöttler.
Die Bedeutung und Größe der deutschen Musik- schätze legt uns die Verpflichtung aus, sich ihrer würdig zu erweisen und sie uns durch fleißiges Studium zu eigen zu machen. Um zu ihnen dot- zudringen, sind Fleiß und Mühe nötig; köstlich Schätze fallen nicht so einfach in den Schoß. Gewiß ist es erfreulich, wenn jemand überhaupt Musik treibt und sei es nur auf dem einfachsten Instrument, aber es darf nicht vergessen werden: zu den Höhen und Tiefen unserer schönen Kunst kommen
Der Welt größter Tenor, Albert Steffanelli, gibt einen einzigen Liederabend in der Tonhalle. Karten im Vorverkauf von Mk. 1,50
bis Mk. 20,—.
Es waren noch acht Tage bis zu dem angekün- digten Termin, aber schon jetzt setzte ein förmlicher Sturm auf die Plätze ein. Vierundzwanzig Stunden vor dem Konzert waren nur mehr die ganz teuren Karten zu haben, und auch sie waren, wie nitt anders zu erwarten gewesen, in Bälde ausverkauft.
^Daraufhin tuschelten die Damen leise weiter. Rolf mußte lächeln, denn es war trotzdem noch jedes Wort verständlich. Entweder war die eine Der beiden schwerhörig, oder das Organ der anderen ließ sich nicht weiter dämpfen. "Wißen Sie, daß er schon einmal einen fürchterlichen Skandal heraufbeschworen hat? Ich war damals noch eine junge Frau, als es hieß, er habe die Tochter des Fmanz- ministers entführt."
„Leiser!" mahnte der Gatte abermals, was ihm einen ärgerlichen Blick eintrug.
„Bildschön soll sie gewesen sein und kaum sechzehn Jahre. Auf einmal waren sie dann verheiratet. Ein Jahr später hat man nichts mehr von ihnen gehört. Die Flitterwochen haben nicht lange gedauert. Ja, ja, so geht's."
„Und es ist doch alles wahr gewesen? wollte die andere Dame wissen. ..
„Das will ich meinen! Aber natürlich, die Tochter des Finanzministers — da wurde ja einer fast gehängt, wenn er sich den Mund verbrannt hatte. Und wissen Sie ...?"
Das tosende Beifallsrufen, von prasselndem Händeklatschen begleitet, das eben losbrach schnitt ihr die Rede ab. Steffanelli betrat das Podium. Man konnte die Tochter des Finanzminlsters be- 0rSe!bft bie lästernden Damen seufzten: „Welch ein Mann! Und nicht verheiratet! Mochte der fiimmel wissen, welcher Mutter es veraonnt war, ihre Tochter einem solchen Manne schenken zu dürfen. Ganz abgesehen von seiner Stimme und den Rieseneinkünften, die man ihm nachsagte.
Rolf Steffen versuchte vergeblich, herauszufinden, worin die Anziehungskraft dieses Mannes eigentlich bestand. In dem hochmütig geschwungenen Boaen des Mundes, oder in dem bannenden Blick der
treiben." < . « . n £
Jede Führerin und jedes Mädel soll im Lause der Zeit das Leistungsabzeichen erwerben. Die Bedingungen zum Erwerb des Leistungsabzeichens sind folgende: 75-Meter-Lauf in 13 Sekunden, Hochsprung 1 Meter, Weitsprung 3,25 Meter, Schlag- ballweitwurf 25 Meter, Kugelstoßen 5,80 Meter, 25 Kilometer Wandern ohne Gepäck in 6 Stunden, Zielwandern mindestens 3 Kilometer, 200 Meter Schwimmen in beliebiger Zeit, ein beliebiger Sprung vom 3-Meter-Brett, erste Hi Ise btt Un- n wutu_ _........ ......- -■ .
glücksfallen und Erkrankungen, Anlegen von Rot- ^^n zugeführt. Vor allem gelangten „Erstlinge und verbänden. „Juli" zur Anlieferung. Die Qualität der geernteten
—■—— Ware ist als gut zu bezeichnen. Die Zufuhren rei- , chen in Verbindung mit den Resteingängen von wir damit nicht, dazu gehört eine regelrechte unD aIten Kartoffeln und den Einfuhren ausländischer
gründliche musikalische Erziehung. Ware völlig aus, um jeden Bedarf zu decken.
Die Jugend ist und bleibt immer die Trägerin Auch in Hessen-Nassau hat die Fruhkar-
der Zukunft, in ihren Händen liegt auch die Er- toffelernte im Rhem-Mam-Gebiet nunmehr emge-
Haltung eines musikalischen Erbgutes. Man darf setzt. Die Ergebnisse sind zusrledenstellend Sowttt deshalb nicht müde werden, immer wieder um sie alte Kartoffeln nicht mehr zu erhalten waren, kann 3U werben um sie für die Kunst zu gewinnen und ten die Verbrauchergebiete ausreichend mit tnian- zu begeistern. Professor Peter Raabe, der Prä- bischen Frühkartoffeln versorgt werden, sident der Reichsmusikkammer, dem die musikalische * .
Erziehung junger Menschen besonders am Herzen ♦* Dienstjubiläen bei der Reichs- lieqt, erzählt in seinem lesenswerten Buch: „Die Hahn. Der Hilfsweichenwärter Karl Steiß aus Musik im Dritten Reich", daß er während seiner Salzböden konnte dieser Tage auf eine 30jährige Aachener Tätigkeit stets unentgeltliche Orchester- ^nd öer Zugschaffneranwärter Philipp Z orb aus konzerte für Schüler veranstaltete, um sie zu be- Großen-Linden auf eine 25jährige Dienstzeit bei der geistern und zu gewinnen. Reichsbahn zurückblicken. Der Betriebsführer im
Auch die Schülerkonzerte sind zweifellos ein Bahnhof Gießen 'Reichsbahnamtmann Wahl, solches Mittel, denn die Jugend ist aktiv und will sprach vor einem Teil der Belegschaft den bttden sich betätigen. Zugleich sind diese Konzerte em nicht Jubilaren Anerkennung und Dank aus. Sie er zu unterschätzendes Erziehungsmittel im Entwick- hielten als äußeres Zeichen der Anerkennung für lungsgang des werdenden Musikers. Leider stellen Treue, Kame^dschast und Mlichtbewußtsttn je!tm sich der Ausführung viele Schwierigkeiten entgegen, ansehnliches Geldgeschenk und das Buch des Fuh denn die Jugend ist durch andere Verpflichtungen rers „Mein Kampf überreicht
stark in Anspruch genommen. Um so erfreulicher " Reichsverbilligungsscheine für ist es, daß es die Diolinschule Schüttler trotzdem Speisefette zugunsten der minderbe unternommen hat, die anvertrauten Zöglinge in mittelten Bevölkerung. Im heutigen An der Oeffentlichkeit Zeugnis von ihrem Können und zeigenteil ruft das Wohlfahrtsamt diejenigen bcr Arbeit Des ßebrers ablegen zu lassen. Man genossen, die n i ch t laufende Fürsorge dohi Wohl- roar habet pädagogisch recht klug vorgegangen, in- fahrsamt oder Arbeitsamt erhalten, aber ebenfalls dem man die Kleinsten nur vor den Angehörigen zum Bezug der Fettverbllligung^cheme berechtigt musizieren ließ und die Fortgeschrittenen nun sind, zur Empfangnahme der Scheine für Juli, nrhfcprpn Gre g vorstellte August und September 1936 auf. Auf diese Be°
Die Folge war chronologisch aufgebaut. Es war kanntmachung und die darin für Bezugsberechtigte dies insofern recht anzieheni), als eine Vermischung und Verkaufsstellen enthaltenen Hinweise werden der verschiedenen Stilarten vermieden war und I alle Interessenten aufmerksam^gemacht^^^^^
Sein Blick hing berauscht an ihr. Nach der Angst vorher, waren ihm ihre strahlenden Augen wie em Christgeschenk. m .
Der alte Herr, der in der Ecke des Wagens saß, schaute neidvoll verstohlen nach den beiden jungen Menschen, die so eng aneinandergeschmlegt waren. Noch einmal so jung sein! Noch einmal so voll unbeschwerter, glaubensseliger Liebe einem anderen Wesen angehören dürfen. — Ach! Das war alles vorbei — und kam nie wieder. Man hatte ganz einfach die Zeit versäumt. Er seufzte so laut, daß Maria und Steffen fast gleichzeitig nach ihm hm- bISann lachten sie sich an. Ihre Augen strahlten. Der alte Hetr aber faltete seine Zeitung zusammen und ging nach der Plattform. Der Wagen war nun ^^RolNegte verstohlen den Arm um die Hüften des geliebten Mädchens und zog es an sich. Zwei junge Lippenpaare fanden sich jpx einem raschen Kuß.
Privatzimmer und 2,70 Mark für ein Hotelzimmer einschließlich Frühstück zur Verfügung. Bestellkarten für diese Quartiere sind in den nächsten Tagen bei Den Kreisleitungen der NSDAP, erhältlich. Für wirtschaftlich besser gestellte Volksgenossen werden Quartiere zu Normalpreisen durch den Berliner Verkehrsverein, Berlin C 2, Muhlbamm 1, zur Verfügung gestellt. Die Bestellung für diese Quartiere erfolgt von dem Sonderzugsteilnehmer direkt
Heiken zu fördern.
Die Jungen sind begeistert. Wer kann in unserem Zug am besten erzählen? Das hat der Jungzugführer bald herausaefunden. Wer ist aber nun der beste Sprecher des ganzen Lagers? Um diesen zu ermitteln, bereitet der Lager- leiter an einem der letzten Tage, die die Lager- mannschaft noch vereint, eine Gemeinschas t s - tunbe am Feuer vor. Er erläutert zunächst )en Willen Der HI., die alte Volkskunst Des Erzählens und Der mündlichen Ueberlieferung zu pflegen unD Die Beispiele von Der überragenben Be- Deutung Des gesprochenen Wortes gegenüber Dem geschriebenen. _ _
Nacheinander treten Dann die Sprecher Der einzelnen Lagerzüge ans Feuer, geben mit eigenen Worten und ihrer eigenen Sprachfertigkeit das Erlebnis Des Lagers oder eines Tages im Lager wieder. Bei Der Bewertung wird besonders Darauf geachtet,
Zur tatkräftigen Unterstützung des Winterhilfs- werks waren Die hessischen Forstämter Durch die For st Verwaltung der Landesregierung angewiesen worden, wie in den vorhergehenden Jahren auch im letzten Winter der Belieferung von bedürftigen Volksgenossen mit Brennholz erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. In- folge Dieser Anordnung wurden insgesamt 42 000 Raummeter Brennholz aus Den hessischen Staats- und Gemeindewaldungen, z. T. gegen mäßiges Entgelt und im Wege der Selbstwerbung, an rund 15 300 minderbemittelte Volksgenossen abgegeben. Im Winter 1934/35 waren 40 000 Raummeter Holz an insgesamt 14 000 bedürftige Volksgenossen verabfolgt worden.
Für 1 pfg. je km. zur Ausstellung -Deutschland-.
Besichtigung Des Reichssportfeldes in Berlin.
NSG. Für Die HunDerttausenDe deutscher Volksgenossen, die nicht die Möglichkeit finden können, während der Zeit der Olympischen Spiele vom 1. bis 16. August 1936 Die Ausstellung zu besuchen, werden für Den 18. und 19. Juli sowie für den 25. und 26. Juli Sonderzüge organisiert. Die durch ihre außergewöhnliche Verbilligung es jeDem ermöglichen, Die Ausstellung zu besuchen und darüber hinaus noch Das Reichssportfeld mit seinen gewaltigen Kampfstätten und sonstigen Bauten, dem Olympia-Stadion mit Plätzen für 100 000 Zu- schauer, Schwimmstadion, Reitplatz mit Tribunen und Reiterhaus, Dietrich-Eckart-Freilichtbühne mit Plätzen für 20 000 Besucher, Aufmarschgelände und dem Glockenturm, in Dem die rund 280 Zentner schwere Olympiaglocke ihren Platz gefunden hat, Sportforum, Hockeystadion, Basketballfelder und dcm Haus des deutschen Sports zu besichtigen. Im Hinblick auf die dann in den folgenden Tagen dort stattfinbenben friedlichen Wettkämpfe von ungefähr 52 Nationen ist diese Besichtigung für die hier in Frage kommenden Sonderzugsteilnehmer schon ein Erlebnis ganz für sich. ri „ ..
Der Preis für Den Besuch Der Ausstellung, die Besichtigung Des Reichssportfeldes einschließlich Führung und Zubringerdienste von Bahnhöfen zum Reichssportfeld ist ebenfalls besonders verbilligt und beträgt insgesamt 2,10 Mark.
Für minderbemittelte Volksgenossen stehen für die notwendig werdende Uebernachtung verbilligte Quartiere zum Preise von 2,20 Mark für ein
schwarzen Augen, oder Dem schmalen Oval Der Wangen: Während Steffanelli schon zum Singen an- setzte, suchte Rolf noch rasch Die Reihen entlang. Maria war nicht zu entDecken. Auch Deren Vater nicht. Vielleicht hatten sie keine Plätze mehr bekommen, ober sich verspätet.
„Du bist die Ruh! Der Frieden mild?
Die Sehnsucht Du — und was sie stillt!"
Rolfs Augen waren unverwandt auf den Sänger gerichtet, dessen Gesicht ihm neuerdings zu denken gab. Ein Zug Darin sprach beDingt von Leid und Enttäuschung. Es konnte auch Ueberdruß am Leben sein. Eines davon war es sicher. Warum auch nicht? Geld allein machte nicht glücklich, obwohl — wenn man keines hatte ----Der Ge
danke riß jäh ab. Unversehens glitt Rolf das Programm aus den Fingern.
In der zweiten Reihe, etwas nach der rechten Seite zu, saß seine Mutter!
Er vergaß, sich am Beifall zu beteiligen, hatte die Hände auf den Knien liegen und starrte un- verwandt nach ihr hinüber. Die Lippen zusammen- gekniffen, wartete er, bis sie Den Kopf roenDe. Aber als sie es tat, bemerkte sie ihn nicht. Er bückte sich, bas Programm aufzuheben unb fanb, baß seine Aufregung lächerlich war. Warum sollte die Mutter nicht hier (ein? Es war lebiglich gekränkte Eitel- text, baß er es ihr übelnahm, ihn nicht oerftänbigt unb sich nicht mit ihm zusammenbestellt zu haben. Vielleicht hatte sie gebacht, baß es für zwei so teure Plätze nicht reiche, unb einen Stehplatz konnte sie Doch nicht nehmen. Vielleicht hatte sie auch vor, ihn nach bem Konzert aufzusuchen unb wollte, wenn sie ihn nicht zufällig entbeckte^ ofort nach Schluß wegqehen unb ihn in seiner Wohnung überraschen. Wie hübsch sie war! Wie ein Mabchen. Gar nicht wie eine Frau, bie schon einen funfunbzwanzig- jährigen Sohn hat.
Er würde ihr überhaupt nicht sagen, daß er sie gesehen hatte. Möglicherweise war es ihr peinlich unb fie kränkte sich, in ber Annahme, bah er ihr biesen Luxus mißgönnte. Als ob sie ihn. nicht hundert- unb tausenbsach verbient hätte für alle Ent- behrungen, bie ihr sein Stubium auferlegte und all die Einsamkeit, die sie in Klein-Ellbach zu ertragen hatte. „ , r .
(Fortsetzung folgt!)
Erft vier Wochen sind seit Der Eröffnung des ersten Sommerzeltlagers durch Gauleiter S p r e n • ; e r ins Lanb gegangen, und schon haben in Den 20 in Der Folge errichteten Lagern bis jetzt 15 000 Jungen, hauptsächlich Pimpfe, eine herrliche Kameradschaft erlebt.
Alle acht Tage wechselten Die Lagerbelegschaften. Etwa 300 Hitlerjungen zogen aus jedem Lager braungebrannt, gesund und sportgestählt wieder tn Beruf und Schule zurück, und machten 300 anderen Kameraden Platz. So werden bis in den Herbst hinein Tausende unb Zehntausenbe von Hitler- ungen unb Jungvolkpimpfen bie Zeltlager burch- lausen und bei Sport unb Spiel, ernster Feier unb luftigem Lagerleben unter ber Sommersonne sich reuen unb erholen, sich stärken und in bie Kame- rabschaft Der jungen Nation hineinwachsen.
Nach Schluß Der Zeltlageraktion aber Darf es keinen Deutschen Jungen geben, Der nicht stolzer Träger des Lagerabzelchens ist.
„Wettstreit
der Sprecher der Gemeinschaft.^
ausgeschält haben.
Das BOM.-Leistungsabzeichen.
Zum Ansporn für bie Sportarbeit des BDM. unb um einen einheitlichen Nenner unb Maßstab für die Leistungen der Mädel — Die unbedingt von einem gesunden Mädel erfüllt werden müssen und können — zu finden, gab der Reichsjugendführer bem BDM. Das Leistungsabzeichen. Balbur von Schirach schreibt im Vorwort des Leistungsbuches:
In fast allen Teilen Deutschlands hat nunmehr bie Frühkartoffelernte begonnen. In einigen Be- wirten würben ben Märkten bereits erhebliche Men-
„Der BDM. hat die Aufgabe, die gesamte weibliche Jugend Deutschlands nicht allein weltanschaulich, sondern auch körperlich zu erziehen. Leibesübungen zu pflegen ist Pflicht besonders unserer Gemeinschaft, bie sich ber Zukunft verantwortlich fühlt. Der Wert des BDM. für das deutsche Volk hängt nicht zuletzt von bem Ernst ab, mit Dem Die Mädel im BDM. ihre körperliche AusbiDung be-
vorzuheben sind folgende steuerpflichtige Rechtsge^ schäfte:
Kauf- unb Tauschoerträge; Met- unb Pachtverträge (steuerfrei) bis zu einer Miete von »ährlich 900 Mark); Dienstverträge (steuerfrei bis zu einer Jahresvergütung von 3600 Mark); Vollmachten; Bürgschaftserklärungen; Schuld- erklärungen (Schuldscheine); Schuldübernahmen usw.
Befreit finb von ber Urkundensteuer arund- fatzlich sämtliche an sich steuerpflichtigen Rechts- geschäfte, wenn beren Gegen st anbswert 150 Mark nicht übersteigt, sowie alle Rechtsgeschäfte, bie Der Sicherung unb ber Erhebung der öffentlichen Abgaben Des Reichs, bes Landes Hessen oder einer Gemeinde Dienen. Weaen Der weiteren Befreiungen wird auf ben Inhalt des Gesetzes verwiesen.
Privatpersonen dürfen nicht etwa zur Versteuerung ber von ihnen unterzeichneten Urkunden Steuennarken kaufen und solche selb st entwerten. Die Versteuerung aller privaten Rechtsgeschäfte ist vielmehr ausschließlich Sache Der dazu zuständigen behördlichen Stellen, Denen zu diesem Zwecke jeder Besitzer einer solchen Urkunde diese zur Versteueruna vorzulegen hat, damit diese Stelle die Steuer berechnen und die nötigen Steuermarken verwenden und entwerten kann.
Da Diejenigen Personen, welche urtunDenfteuer- pflichtige Vorgänge nicht rechtzeitig oDer überhaupt nicht zur Versteuerung bringen, Die strengen Straf- folgen nach Der ReichsabgabenorDnung zu gewärtigen haben, kann nur empfohlen werben, sich wegen Der schriftlich niebergelegten Verträge oDer anDerer Rechtsgeschäfte rechtzeitig Darüber zu ver- gewissem, ob UrEunDenfteuer Dafür zu entrichten ist unD bejahenDenfalls alsbalD ihrer Verpflichtung Durch Vorlegung Der Schriftstücke bei ber zuständigen Dienststelle nachzukommen.
Landesforstverwaltung und Winterhilfswerk.
Rolf Steffen hatte sich einen Stehplatz geleistet unb schwelgte bereits im voraus in bem zu erwar- tenben Genuß. Währenb er bie Stufen zum Hör- aal hinunterstieg, klopfte ihm von rückwärts jemanb auf bie Schulter. „Sinb Sie morgen abenb frei, Herr Steffen?"
,Hch hatte vor, in das Konzert von Steffanelli AU gehen. Aber wenn Sie mich benötigen sollten, Herr Professor, stehe ich selbstverständlich zur Ver-
$9lein, nein", wehrte dieser. „Sie haben wahrscheinlich Stehplatz, wie?" Und als Rolf bejahte, sagte der Professor, er habe sich einen guten Platz gesichert, müsse aber noch heute unbedingt nach Berlin. Es wäre schade, das Billett verfassen zu lassen. „Sie können es haben, wenn Sie wollen. Kommen Sie heute mittag in meine Wohnung unD holen Sie sich die Karte. Ihren Stehplatz können Sie ja dann einem anderen schenken."
„Sie sind sehr gütig, Herr Professor!"
„Also viel Vergnügen und vergessen Sie nicht! Und wenn ich nicht da sein sollte — meine Hausdame weiß Bescheid." Damit verabschiedete er sich.
Welch ein Dusel! Schade, daß man die Karte nicht teilen konnte, sonst hätten noch ein paar Kommilitonen etwas davon gehabt. Maria wurde natürlich auch ganz vorne sitzen. Vielleicht sogar in seiner Nähe. Sie würde staunen, welch em Krösus er geworden war. —
Die Kette von Autos, bie am Konzertabend an der Tonhalle vorfuhr, schien endlos. Gänge und Treppen waren schwarz von Menschen. Der Saal funkelte im Lickt großer Kronleuchter. Der Balkon war überfüllt. In allen Gesichtern spiegelte sich Er- j Wartung.
I man in einem kurzen Ausschnitt Die Entwicklung unserer Musik bis in Die jüngste Vergangenheit verfolgen konnte. Erfreulich war, Daß Die Folge auch Werke für Kammermusik enthielt, Denn gerade sie ist die Krone des Gemeinschaftsmusizierens. Em- geleitet wurde Der Abend durch das prächtige Äon- wieweit es dem Sprecher gelungen ist. Die Mann- zert für vier Violinen unD Klavier von Bivaldt,
schäft in seinen Bann zu ziehen und mitzu- stilvoll und dynamisch fein abgetönt wieder gegeben reißen von ben Damen Waltraub und Martha Schüttler,
ob der Erzählende Das Lagererlebnis wirklich in Gretel Seyffarth, Hildegard Treppinger und Ro e obsich auf^miommen at, tkCI). als Das Erlebnis Trümpert. An einer BourrÖe von Handel zeigte Der Kameradschaft und Disziplin (ohne Phrasen; L. Schttephake gute JWonahon ^nfß^cr^orh fnaens auch') und gewandte Bogenfuhrung, wahrenD -verryoiv
Beispiele sagens auch.), A^hne an einer Gavotte desselben Meisters schon
wieweit Der Gesamtoortrag geschlossenen Charak- ' ß Sicherheit im doppelgriffigen Spiel erkennen ter trägt, üeh. Käthe Hummel spielte zwei Sätze aus der
und ob der Sprecher mit wenigen Worten vieles X-clur-Violinsonate von Händel mit viel mufirali- klar zum Ausdruck bringen konnte. jrfjem Verständnis und gutem Ton. Auck wirkte
Die Entscheidung trifft dann Der Lagerleiter zu- sie erfolgreich in einem Streichquartettsatz von ammen mit Dem Schulungsleiter Des Bannes ober Boccherini an ber zweiten Violine mit, /Megaro Jungbannes. Beim Schlußappell ber Lagermann- Treppinger erste Violine, gut führend Frl.Martya chaft wirb bann ber beste Sprecher bes Lagers Schüttler Bratsche unb Karl Groß Cello Der Bor- verkünbet und geehrt. trag dieses Werkes wirkte durch seine Geschlossen-
In ben hessen-nassauischen Zeltlagern hat der heit. Viel für die Zukunft verspncht Hemz Junker, „Erzühlerwettstreit ber Hitler-Jugend" in diesen der ein Mozart-Menuett frisch und unbekümmert Tagen eingesetzt und bie Jungen in seinen Bann vortrug. Frl. Treppinger zeigte m Der r-ctur- gezogen. Nach Abschluß der Sommerlager wird sich Romanze von Beethoven schon gefeilte Technik unD bann ein ausgezeichnetes Rebnerkorps der HI. her- viel Empfindung. Die Begleiterin, Glsela Roese, 'behandelte Den Klavierpart recht verständnisvoll unb die Tuttis schon mit einer gewissen Große.
Eine in jeder Hinsicht künstlerische Leistung war das Violinkonzert von Beethoven, gespielt von Frl. Waltraud Schüttler (sehr gut unterstützt von Frau Gall). Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll, die große Ruhe unb Ueberlegenhett im Tech- nischen ober ben beseelten Vortrag. Die gropen Hoffnungen, die aus Frl. Schüttler gesetzt sind, werben sicherlich nicht enttäuscht. Ein Air vane von Rode gab Wolfgang Speck Gelegenheit, Die Geläufigkeit der linken Hand zu zeigen. Frl. Gretel Seyffarth spielte, gut begleitet von Frl. Stoll, Ög die Polonäse von Wieniawsky. Eine hoch- e Leistung. Recht frisch und natürlich spielten i Wilh. Schaaf und Rudi Strube je ein Stuck von Carl Bohm. Den Beschluß machten die Kleinsten mit einem Kindertrio von Klengel, sowohl am Klavier als an Der Violine und Dem Cello reizend gespielt von Marg. Kröck, Heinz Junker und Karl Groß. Herr Schüttler hat gezeigt, was ein gewissen- Hafter Lehrer vermag. Ein schr gelungener Abend, ber hoffentlich seinen Zweck nicht verfehlt. — a—
Der „Betrieb" in ben Sommerzeltlagern Der Hitler-Jugenb unb Des Deutschen Jungvolks hat eine wesentliche und interessante Bereicherung er- ahren. Zu den Stunden des Sports unb Spiels, les Singens unb ber ernsten Feier ist etwas Neues hinzugetreten: eine Gemeinschastsstunbe unter Dem Motto: „Wettstreit ber Sprecher Der Gemeinschaft . Sie bezweckt, bie Kunst. des Sprechens und Er- zählens, die besonders innerhalb der Schulungsund Heimabenbarbeit wichttg ist, in allen HJ.-Ein-


