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Englandfeindliche Kundgebungen
London, Nom meldet, Hunderte t e n, die den
„Terum tum tum
Die neue Lage
auf -em Kriegsschauplatz in Ostafrika
in Rom.
2. April. (DNB.) Wie Reuter aus versuchten am Donnerstaqoormittag von italienischen Studen-
Zn England geht die Werbetrommel um.
Von unserem O.-Korrespondenien
London, im März.
Mit äußerster Eindringlichkeit wird in Großbritannien die Werbetrommel für den Eintritt ins Heer gerührt. Schon lange'hat man in den Rekrutenlagern und Kasernen Elternabende eingeführt, an denen Musik, Tanz und Vorführun- aen aller Art die Begeisterung für das Soldaten- leben wecken sollen. Besonders nimmt man sich in der letzten Zeit der früher reichlich vernachlässigten Territorialarmee an. Mit den alten Werbemitteln hat man die Zahl der neuen Freiwilligen bereits nicht unbeträchtlich erhöhen können. Neuerdings will man für die Territorialen als besonderes Lockmittel eine Ausgehuniform schaffen, die von den Rekruten nach Belieben getragen werden soll. Da das englische Volk eine besondere Vorliebe für Uniformen hat, und zwar für möglichst bunte, verspricht man sich von einer solchen Galauniform für die Territorialarmee eine ganz besondere Werbewirkung. Bisher war die Territorialarmee nicht uniformiert, da ihre Mitglieder ja nur an Sonntagen und in ihren Ferien Dienst machten. Bei ihren kleinen militärischen Hebungen tragen sie entweder ihre eigene Klei- dunb oder sie bekommen Uniformftücke geliehen.
Eine andere, einschneidendere Neuerung schlägt Lord Strabolgi, besser bekannt als Oberst Kenworthy, vor. Er meint, man müsse bei der Annahme von Freiwilligen alle sozialen Unterschiede ausmerzen und jedem Mann die gleichen Möglichkeiten bieten, Offizier zu werden, ob er nun Arbeitsloser ist oder Sohn eines millio- nenschweren Lord. Heute bilde der Offiziersstand eine besondere Kaste, in die nur ausgenommen
jüngsten italienischen Sieg in Abessinien feierten, vor dem dortigen britischen Konsulat eine Massenkundgebung zu veranstalten. Unter Gesängen und Schmährufen gegen England marschierten sie auf das Konsulat zu, wurden aber kurz vorher von der Polizei in eine Nebenstraße abgedrängt. Auch die britische Botschaft wird stark bewacht. Reuter berichtet: Die Kundgebung am Donnerstag sei der Höhepunkt eines heftigen Pressefeldzuges von achttägiger Dauer gegen Großbritannien gewesen. Die öffentliche Meinung in Italien sei nach dem kürzlichen Siege in einen betätigen Zustand der Trunkenheit geraten, daß Italien kaum Friedensvorschläge ' unterbreiten werde, solange nicht die Offensive des Generals Graziani gegen Harrar stattgefunden habe.
Durch die in den letzten Tagen bekannt gewordenen neuen Abmachungen zwischen Italien und Albanien unterstreicht nun Italien ausdrücklich seine Bemühungen, sich wieder einer aktiveren Politik in Südosteuropa zuzuwenden. So ist es kaum ein Zufall, daß die neuen Vereinbarungen mit Albanien zeitlich zusammenfielen mit der römischen Dreier-Konferenz, bei der die feiner- zeitigen Protokolle zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn erneuert und erweitert wurden. Wenn die Presse der drei an diesen Vereinbarungen beteiligten Staaten ausdrücklich hervorhob, Italien zeige nunmehr erneut, daß es feine Bemühungen, entscheidenden Einfluß im Südostraum zu nehmen, besonders verstärke, so unterstreicht Italien gewissermaßen diese Feststellungen, wenn es durch seine neuen Abmachungen mit Albanien seinen Einfluß in diesem Land über das bisherige Maß hinaus erweitert.
In den Abmachungen zwischen Rom und Tirana sind zwei Hauptteile scharf zu unterscheiden: nämlich die wirtschaftlichen und die militärpolitischen Vereinbarungen. Im wirtschaftlichen Teil des Abkommens wird festgesetzt, daß die albanische Regierung eine in drei Jahresraten auzuzahlende Anleihe von 9 Millionen Goldfranken zur Deckung der Fehlbeträge im Staatshaushalt bekommt und außerdem eine in fünf Jahresraten zu zahlende Anleihe von 10 Millionen Goldfranken, die zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung in Albanien verwendet werden soll. Eine weitere Anleihe von drei Millionen ist für die Errichtung eines staatlichen Tabakmonopols bestimmt. Insgesamt erhält also Albanien im Laufe der näch- ften Jahre 22 Millionen Gold franken. Wenn auch in den Veröffentlichungen über diese Abmachungen ausdrücklich gesagt wird, daß die Anleihen in bestimmten Zeiträumen zurückzuzahlen sind, so ist doch kaum anzunehmen, daß das kleine und arme Land derartigen Verpflichtungen jemals wird nachkommen können. Man wird also die italienischen Kredite mehr als ver st eckte Subventionen ansehen müssen.
Weiter wird in den wirtschaftlichen Abmachungen bestimmt, daß die Verwaltung der italienischen Staatsbahnen eine neue Erdölkonzession bei Berat erhält und daß die schon früher vergebene Oelkonzession erweitert wird. Als Gegenleistung verpflichtet sich die Verwaltung der italienischen Staatsbahnen dazu, eine neue Petro- leumrafsinierie zu errichten, deren Erzeugnisse dann der albanischen Regierung zu Vorzugspreisen zur Verfügung gestellt werden sollen. Schließlich wird gemäß dem Abkommen ein italienisches Finanz- inftitut noch eine besondere Anleihe zur Verfügung stellen, mit deren Hilfe die Hafeneinrichtun- gen in Durazzo verbessert werden sollen. So ist geplant, moderne Getreidesilos, Kühlanlagen und größere Magazine einzurichten, um dadurch die albanischen Exportmöglichkeiten zu erhöhen.
Soweit die wirtschaftlichen Abmachungen, die auch von der albanischen Presse veröffentlich werden. Daneben wurde aber zwischen den beiden Regie-
werde, wer bestimmte finanzielle und soziale Vor- aussetzungen erfülle. Lord Strabolgi sieht voraus, daß eine völlige Demokratisierung des Heeres auf starken Widerstand stoßen würde, er verweist aber auf Napoleons Armee und Cromwells Eisenseiten, die beide ausgezeichnete Heere gewesen seien, obwohl sie keine Offiziersprivilege gekannt hätten. Strabolgi hätte übrigens als besseres Beispiel die neue deutsche Armee anführen können, die jedem Mann die Möglichkeit gibt, Offizier zu werden und keine anderen Voraussetzungen als die menschliche, militärische und geistige Tauglichkeit verlangt.
Eine große Rolle spielen bei der britischen Werbung Geschichten von besonders begeisterten Rekruten. So wurde z. B. dieser Tage in allen britischen Zeitungen berichtet, daß ein junger Mann aus Britisch-Columbia 8000 Kilometer teils zu Fuß, teils auf der Bahn und dem Schiff zurückgelegt habe, nur um sich in London für die Armee anwerben zu lassen. Er verstehe nicht, erklärte dieser junge Mann den Londoner Reportern, daß es so viele Arbeitslose gebe, die es vorzögen, auf den Straßen herumzubummeln, statt „a go of life“ zu machen, Schwung in ihr Leben zu bringen, und Soldat zu werden.
Man hilft übrigens der Werbung für die Territorialarmee mit etwas drastischeren Mitteln nach, indem man neuerdings alle Firmen, die Heeres- auf träge erhalten, dazu veranlaßt, ihren Arbeitern und Angestellten den Eintritt in die Territorialarmee dringlich nhezulegen und die Arbeitszeit soweit irgend möglich nach den Erfordernissen des Dienstes bei den „Terriern zu richten.
Mit der Herstellung der 15 Millionen Schmetter- lings-Abzeichen, die zugunsten der NSV. im ganzen Reich verkauft werden, wurde der „Verband deutscher Fabriken für Gebrauchs-, Zier-, Kunst- porzellan und Keramik", Weimar, beauftragt. Etwa 60 Fabriken, die über das ganze Reich zerstreut liegen, konnten dadurch mit Aufträgen bedacht werden. Die Abzeichen werden in acht verschiedenen Modellen hergestellt: Zitronenfalter, Bläulinge, Dukatenfalter, Kohlweißlinge, Schwalbenschwänze, Trauermäntel, Admirale, Pfauenauge.
Jugend der Stadt-mit Schippe und Hacke.
ZW- Bei den umfassenden Maßnahmen, die das Jugendherb ergswerk feit der Uebernahme durch die HI. für die deutsche Jugend durchführte, wurde vor kurzem der Versuch unternommen, etwas gänzlich Neues auf diesem Gebiet zu schaffen: den Jugendhof. Ausgehend von dem Gedanken, städtische Jugend auf ihren Wanderfahrten durch deutsches Land auch mit bäuerlichem Wesen und bäuerlicher Arbeit vertraut zu machen, entstand so der erste Jugendhof in Bruhn in Pommern', zu dem 40 Morgen Land gehören und auf dem der Herbergsvater gleichzeitig Bauer ist. Wenn schon bisher unsere Jugendherbergen sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit erfreuten, so wird das jetzt in noch stärkerem Maße der Fall sein, denn auf den neuen Jugendhöfen helfen unsere Jungen und Mädel beim Heuen und Dreschen, bei der Bestellung des Ackers und bei der Ernte — kurz bei allen auf dem Hof vorkommenden Arbeiten. Sie verwachsen so in viel stärkerem Maße mit der Landwirtschaft als das nur bei einer Durchwanderung der Fall sein kann. Die Erzeugnisse der Jugendhöfe sollen, soweit sie nicht vom jeweiligen Jugendhof selbst verbraucht werden, anderen Jugendherbergen zur Verfügung gestellt werden, sodaß dadurch eine Herabminderung der Kosten auch für die anderen entsteht. Wenn man bedenkt, daß in den letzten drei Jahren 125 neue Jugendherbergen geschaffen und 64 Umbauten durchgeführt wurden, so reiht sich diese Neuschaffung würdig ein in das große deutsche Jugendherbergswerk, durch das die Jugend dem deutschen Lande in all seiner Vielfalt und Schönheit wieder näher gebracht werden soll.
Deutschlands Obstbau macht Fortschritte.
AM. Die deutsche Obsteinfuhr hatte im letzten Jahre noch den beträchtlichen Wert von rund 97 Millionen Mark. Wenn man berücksichtigt, daß der Obstverbrauch ständig zunimmt, dann erkennt man, wie notwendig die Vermehrung unseres eigenen Obstbestandes ist. Maßnahmen, wie die Bewilligung von 400 000 Mark für Neu - Pflanzungen von Ob st bäumen durch den Reichsernährungsminister im vergangenen Herbst, haben ihre Wirkungen nicht verfehlt. Allein in Bayern wurden 150 000 Obstbäume im Zuge dieser Obstbaum-Erzeugungsschlacht neu gepflanzt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung des Obstbauers in den letzten Jahrzehnten. Obstbäume sind statistisch nur ganz selten erfaßt worden. Bis vor kurzem war man im wesentlichen auf die Zählungen von 1900 und 1913 angewiesen. Die neuesten statistischen Erhebungen stammen aus den Jahren 1932 und 1934. Die letzte Zählung ergab einen Obstbaumbestand von run'b 176 Millionen Stück gegenüber rund 156 Millionen im Winter 1932/33. 1900 wurden etwa 172 und 1913 rund 196 Millionen Obstbäume gezählt. Dieser Rückgang gegenüber dem Vorkriegsstand ist außer auf die Gebietsabtretungen besonders auf die harten Winter 1916/17 und 1928/29 zurückzuführen, die außerordentlich große Ausfälle mit sich brachten. Die erfreuliche Aufwärtsentwicklung, die die letzte Zählung nachwies, ist bei Kernobst schon so stark gewesen, daß hier ein größerer Bestand vorhanden ist als 1913 im damaligen Reichsgebiet. Es steht zu erwarten, daß d-ie Aufwärtsentwicklung sich weiter fortsetzt und somit auch die Erntemengen auf weite Sicht erheblich gesteigert werden. Damit rückt die Selbstversorgung Deutschlands mit Obst immer mehr in greifbare Nähe.
Der Reichskultursenat zum Samstag einberufen.
Berlin, 2. April. (DNB.) Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, hat die Mitglieder des Reichskultursenats
Abessinien fordert Mkerbundshilfe.
Paris, 2. April. (DNB.) Der abessinische Gesandte in Paris hat an den Völkerbund eine neue Note gerichtet. Abessinien bezweifelt, daß Italien die Absicht habe, den Frieden im Geiste des Völkerbundspaktes wiederherzustellen. Italien trachte mit allen Mitteln das abessinische Volk zu vernichten. Dem Völkerbund wird zum Vorwurf gemacht, nicht alle geeigneten Sanktionen durchzuführen. Es sei der italienischen Regierung sogar möglich, die Aufhebung jeder Art von Sanktionen im Wege eines Tauschgeschäftes zu erhoffen. Die abessinische Regierung richtet dann folgende Forderungen an den Völkerbund:
zu einer Sitzung am Samstag, 4. April 1936, eingeladen. Auf Der Tagesordnung dieser zweiten Arbeitstagung des Reichskultursenats steht neben dem Referat des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt a. M., Staatsrat Dr. Krebs, eine Rede des Reichsministers Dr. Goebbels. Eine Aussprache über schwebende Fragen der deutschen Kulturpolitik schließt sich an.
Qunft und Wissenschaft
Frühjahrsneuerscheinungen im Verlag Ullstein.
— Der Verlag Ullstein, Berlin, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Herbert 23 o I cf: „Die Wölfe". 33 000 Kilometer. Kriegs-Abenteuer in Asien. — Else Steup: „Miete will nach Afrika". Von der Kolonialschule ins Leben. Ein Jungmädchenbuch. — Friedrich Lützow, Konteradmiral a. D.: „Sieger auf sieben Weltmeeren". Lebensbilder großer Admirale. Mit vielen Bildern. — Walter Franke- Ruta: „Das Haus an der scharfen Kurve". Roman. — Friedrich Lindemann: „König im Moor". Roman. — Walter Kiaulehn: „Die eisernen Engel". Geburt, Geschichte und Macht der Maschinen. Mit vielen Bildern. — Dr. jur. Semjonow: „Die Güter der Erde". Vom Haushalt der Menschheit. Eine Wirtschaftsgeographie für jedermann. Mit vielen Bildern von Wilhelm P e - tersen im Text. — Friedrich S t r i n d b e r g :
„3nfereffengeftd" Albanien
Von unserem (Sch.)-Berichterstaiier.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Tirana, Ende März 1936.
Daß Italien schon seit ieher das Bestreben hatte, Albanien gcuu in feinen Machtbereich zu ziehen, um sich dadurch einen festen Brückenkopf auf dem Balkan zu schaffen, ist eine altbekannte Tatsache. Ja, es gab sogar einmal eine Zeit, in der Italien über Albanien hinauszugreifen versuchte, nämlich damals, als ein italienisches Kommando die griechische Insel Korfu besetzte, eine Maßnahme, die von der italienischen Regierung nur unter dem Druck des Völkerbundes zurückgenommen wurde. Später bemühte sich Italien durch einen planmäßigen Ausbau freundschaftlicher Beziehungen zu Bulgarien, den albanischen Brückenkopf zu erweitern und zu verstärken.
Im Laufe der Jahre erwies sich nun aber der Versuch, Bulgarien in das politische System Italiens im Südosten einzubauen, als nicht durchführbar. Die vorn bulgarischen König und ebenso von der südslawischen Dynastie angestrebte Verständigung zwischen den beiden sla- wischen Nachbar st aaten führte zu einer immer stärkeren Ausschaltung d e s italienischen Einflusses in Bulgarien. Darüber hinaus verschlechterte sich, wenigstens zeitweilig, das Verhältnis zwischen Italien und Albanien sehr erheblich, und zwar hauptsächlich als Folge- wirkung der italienischen Bestrebungen, in dem für landwirtschaftliche Zwecke besonders günstigen albanischen Küstengebiet italienische Kolonisten anzusiedeln. In diesen Bestrebungen sah die albanische Regierung eine allzu große Gefahr für die Unabhängigkeit des Landes. Der Unwille, den die italienischen Kolonisationsversuche unter der albanischen Bevölkerung erregte, führte damals zu scharfen Demonstrationen gegen Italien und sogar zur Abberufung der italienischen Lehrer und Jnstruk- tionsoffiziere. Durch diese Erfahrungen gewitzigt, war Italien seitdem bestrebt, sich das für seine politischen Ziele außerordentlich wichtige Albanien freundlicher gestimmt zu erhalten. Man verzichtete daher in Rom auf die ursprünglich geplante Ansiedlung von italienischen Bauern in Albanien und beschränkte sich auf die wirtschaftliche Durch- dringung und Erschließung des Landes.
Die Erfahrungen, die Italien im abessinischen Krieg gemacht hat, geigten sehr bald, von welcher außerordentlichen Bedeutung der albanische Brückenkopf für Italien ist. Einmal auf wirtschaftlichem Gebiete, denn das albanische Erd» ö l, das durch die planmäßigen Arbeiten italienischer Ingenieure und Techniker gerade in diesen entscheidenden Monaten zum erstenmal in größerem Umfange nutzbar gemacht werden konnte, bedeutete für Italien mehr als nur einen Prestigegewinn. Aber auch politisch war die italienische Position gerade in den letzten Monaten durch seinen Einfluß in Albanien beträchtlich gestärkt. Brauchte doch Italien auch in den Zeiten der stärksten Spannung mit England und in den Augenblicken der Gefahr eines Mittelmeerkonfliktes für feine Ostküste nichts zu fürchten, da es durch den starken Ausbau des albanischen Hafens von V a l o n a mm Marinestützpunkt jederzeit in der Lage gewesen wäre, den Zugang zur Adria für fremde Schiffe, also auch für englische Kriegsschiffe, ganz abzusperren.
Wessel-Liedes und des Deutschland-Liedes leitete über in das Lied „Freut euch des Leben s", bas sich über den ganzen Hafen und weit über Straßen und Häuser der Stadt schwang. Dann lösten sich die Ozeanriesen von den Landungs- brucken ab und zogen, begleitet von einem Rudel festlich geschmückter Barkassen und Hafendampfer dem weiten Meer zu.
Die erste Ilelchssammiung der RGB.
Schmetterlinge als Abzeichen.
Berlin, 2. April. (DNB.) Die NSV. veranstaltet am 4. und 5. April die erste Reichssammlung. Der Hauptamtsleiter des Hauptamts für Volkswohlfahrt, Erich H i l g e n f e l d , weist auf die Leistungen der NSV. im Kampf gegen Not und Sorge hin. Dadurch sei Hunderttausenden von Kindern Gesundheit an Leib und Seele, Zehntausenden unserer Mütter Erholung von schweren Familiensorgen und ungezählten Tausenden von alten Kämpfern und Volksgenossen frohe Urlaubstage geschenkt worden. Das Jahr 1936 werde die Mitglieder der NS.-Volkswohlfahrt bereitfinden, mit demselben Geist der Kameradschaft und mit derselben Treue zu Führer und Volk an ihre Arbeit heranzuyehen. Den Mitgliedern der NS.-Volkswohlfahrt übertrage ich, so heißt es in dem Aufruf Hilgenfelds, nun die ehrenvolle Aufgabe, die er sie Reichsfammluna der NSV. durchzufuhren. Ueberzeugt, daß ihr bereit seid, den ehrenamtlichen Helfern des WHW. nachzueifern.
Neue Kumpfe am Mlau-paß.
Im Hauptquartier der Nordfront, 2. April. (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) lieber den Verlauf des Mittwoch hört man hier im Hauptquartier der italienischen Nordfront, daß am Nachmittag südlich des Mekan- Passes abessinische Truppen beobachtet und sofort unter Feuer genommen wurden. DieAbessinier wurden aus ihren Stellungen vertrieben und erlitten schwere Verluste.
Die italienischen V e r l u st e in der großen Schlacht im Gebiet des Aschangi-Sees wurden im italienischen Hauptquartier mit etwa 1200 Toten und Verwundeten beziffert. Auf abessinischer Seite sollen zahlreiche hohe Würdenträger gefallen sein. Unter den Gefallenen sollen sich der Post- minister Wolde Markos, der Oberhofzeremonienmeister Le Ligaba Tasse, der die kaiserliche Garde befehligte, und der Führer des Stammes der Asdo Galla, Äwera Tela, befinden. Der Stamm der Asdo Galla ist teilweise auf italienische Seite übergetreten. Er beteiligte sich an der Verfolgung der flüchtenden Truppen des Ras Mulugheta.
Auch das abessinische Hauptquartier meldet.
Addis Abeba, 2. April. (DNB.) Das abessinische Hauptquartier meldet:
Seit dem 31. März finden in der Gegend bei Mai Cio südlich des Amaba Aladschi und in der Gegend von Debar schwere Kämpfe statt. Die von Abessinien eingeleiteten Kämpfe spielen sich unter der Führung des Kaisers ab. Den abessinischen Truppen gelang es, am 31. März sieben b e - festigte Stellungen des Gegners, am 1. April vier befestigte italienische Stellungen z u nehmen. Am 1. April begann die Schlacht um 5 Uhr morgens und dauerte bis zum Abend. Von den italienischen Truppen fielen 36 weiße Offiziere und 700 Soldaten, ferner an die 2000 Mann der erythräischen Truppen. Die Abessinier erbeuteten viele Waffen, Kanonen, Maschinengewehre und sonstiges Kriegsmaterial, insbesondere Munition. Die Verluste auf abessinischer Seite betrugen in dem gleichen Zeitraum 887 Tote und 350 Verwundete. Die amtliche Verlautbarung des Hauptquartiers hebt besonders hervor, daß die abessinischen Truppen sich außerordentlich tapfer geschla- g e n hätten und vorgerückt wären trotz des ungewöhnlich starken Artillerie- und Maschinenge- weyrfeuers, trotz des ungeheuren Fliegerbombarde- ments und des Abwurfs von Gasbomben.
Gewährung der schon wiederholt verlangten finanziellen Hilfe;
Aufhebung aller noch bestehenden Hindernisse und Erschwerungen für den Transport von Waffen nach Abessinien;
Verstärkung und Ergänzung der Sanktionen;
dringliches Einschreiten gegen die italienische Regierung, um „dem Kriegsrecht und d?n internationalen Abkommen Achtung zu verschaffen und den planmäßigen Zerstörungen und der Ausrottung Unbeteiligter Einhalt zu gebieten".
„Sturm über Abessinien". Kleines Tagebuch aus dem ostafrikanischen Krieg. Mit vielen Bildern nach eigenen Aufnahmen des Verfassers. — Oberregierungsrat Dr. Martin Schwartz und Dr. Karl Ludewig: „Der Gartendoktor". Schädlinge und Pflanzenkrankheiten ohne Vorkenntnisse erkennen und bekämpfen. — Dipl.-Gartenbauinspektor Ernst Partisch : „Ob st und Gemüse in Speisekammer und Keller". Eindosen, Sterilisieren, Einmachen, Einkellern. — Prof. Dr. Franz Muth: „Der gute Hau strunk". — Dr. med. Georg Kaufmann: „Vom Helfen und Heilen". Ge- danken und Ratschläge eines Arztes.
Frühjahrs-Neuerscheinungen im Propyläen-Verlag.
Der Propyläen-Verlag, Berlin, kündigt u. a. die folgenden Neuerscheinungen an: „Die Großen Deutsche n". Neue deutsche Biographie. Heraus- gegeben von Professor Andreas und Wilhelm von S ch o l z. Vier Bände. Der Preis ist 15 Mk. für den Ganzleinenband und 12 Mk. für die broschierte Ausgabe bei Bestellung aller vier Bände. — Ulrich Sander: „Bauern, Fischer und Soldaten". Siebzehn norddeutsche Geschichten. — Richard Boleslawski: „Lanzen nieder". Roman. — Karl E. Thalheim und A. Hillen Ziegfeld: „Der Deutsche Osten". Seine Geschichte, sein Wesen und seine Aufgabe. Mit 8 oierfarbiaen Kunstdrucktafeln, 16 Tiefdrucktafeln und mehreren Karten. 640 Seiten. Ganzleinen 25 Mk.
Gut schlafen — froh erwachen:
...auf KAFFEE HAG umstellen!


