Ausgabe 
3.3.1936
 
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Nr. 53 Zweiter Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag, 3. Marz (936

Der erste Fernseb-Spreckbetrieb

haben

Aussicht, als Stenotypistin späterhin

Vögel, Die im Winter bei uns bleiben

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Derhältnis

Generation

musterhafte

Was hier geschUdert ^spitzt in seiner Mo- fall erwiesen und sicher auch' SUg des

tivierung, das Schicksal des r . Glauben an Menschen mit dem unerschutte ,jj.en Welten: diese We't als die beste aller moglicyen

stofflichen Anklänge an den berühmtenBlauen Engel", sondern wir denken an jene Zusammen­brüche, an jene Schicksalsschläge, unter denen ein einfaches, klares, anständiges menschliches Dasein zusammenbricht und denWeg alles Fleisches" geht. I a n n i n g s' Niemeyer ist eine wunderbar runde und in sich ruhende Gestalt, eine Persönlich­keit wahrhaftig und ein Mensch, der das Beste und Edelste will, und von dem nichts als Güte und Milde ausgeht. Dabei ist es dem Schauspieler zu danken, daß er nicht eine Spur von falschem Pathos oder Sentimentalität in dieser Gestaltung von hohen

wickelt aber nicht nur den Geist und den Charak­ter, sondern auch den Körper zu der Widerstands- fähigkeit, die im Beruf notwendig ist. Das junge Mädchen tritt also nach dieser Zeit in die Be- rufsarbeit, und dieses Jahr wird bei spaterer Rückschau in seiner weiblichen praktischen Betäti­gung als Kraftquelle für das ganze Leben empfun­den werden.

NSG. Ostern steht vor der Türe und damit auch der Zeitpunkt, zu dem alljährlich, eine große Anzahl von Mädels aus der Schule entlassen wird, für die nunmehr die Frage entschieden werden muß, wel­chem Beruf sie sich widmen wollen. Sicherlich hoffen sie alle einmal auf den schönsten und natür­lichsten Beruf der Frau und Mutter Aber zwischen Schulentlassung und Ehe liegt gewöhnlich eme ziemlich große Spanne Zeit, während der sich auch das Mädel in die Gemeinschaft der arbei­tenden Volksgenossen einreihen muß und zwar dort, wo die besten Kräfte des Körpers, des Geistes und des Charakters Verwendung finden können Es. ist selbstverständlich, daß unsere Schülerinnen den Wunsch haben, recht bald mit ihrer Hände Ar­beit nicht nur für sich, sondern auch für ihre Fa­milie eine Verbesserung der Lebensbe­dingungen zu erkämpfen und damit den Be­rufs- und Erwerbswunsch auf das engste verknüp­fen. Man darf jedoch niemals vergessen, daß die Höhe des Verdienstes von der Leistung abhängig ist, und daß nicht der Beruf, sondern die Leistung die Sicherheit der Lebensstellung entscheidet. Deshalb sollen die Mädels den Beruf wählen, für den in Wirklichkeit Begabung vorhanden ist, sei es nun auf hauswirtschaftlichem, praktisch - pflegerischem, handwerklich-technischem oder mehr geistigem Ge­biet.

Die Hauswirtschaft bietet auch heute un­seren Mädels eine verhältnismäßig gute Aussicht auf schnellen Verdienst, jedoch nicht für Gelegen- heits-, sondern für ernsthafte Berufsarbeit, die mit der Schulentlassung einsetzt und vom Lehrling über die Gehilfin zur geprüften Wirtschafterin für große Haushalte und wirtschaftliche Großbetriebe ihr Be­rufsziel suchen und finden wird. Dabei ist niemals zu unterschätzen, daß unser so hochentwickeltes Gast­stättengewerbe gute Lohn-, Arbeits- und Aufstiegs­möglichkeiten bietet.

Für Schülerinnen mit guter pflegerischer Veranlagung kommt der Kranken- und Säuglings­pflegerinnenberuf mit staatlicher Abschlußprüfung

aussetzung für den Beruf der Schneiderin, der Modistin, der Wäschenäherin ein feiner Geschmack ist, künstlerische Veranlagung, Farben- und Formen­sinn verbunden mit gutem Handgeschick. Hier liegt der Begabungsschwerpunkt nicht im Maschinen­nähen und im technischen Geschick allein. Für wirk­lich in dieser Richtung begabte Schülerinnen bietet das Handwerk noch immer gute Existenzmöglich­keiten, wobei nicht vergessen werden darf, daß das Handwerk ein Beruf ist, der sowohl für die allein­stehende als auch für die verheiratete Frau immer zu verwenden ist und in jedem Fall eine breite wirtschaftliche Grundlage bietet.

Sehr begehrt sind nach wie vor die kauf­männischen Berufe, also Verkäuferin und Kon­toristin, nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, daß in diesem Beruf eine Lehrentschädigung gezahlt wird. Wenn man jedoch den Vorteil einer vorüber­gehenden wirtschaftlichen Verbesserung einer langen Arbeitslosigkeit gegenüberstellt, so wird man dar­aus den Schluß ziehen können und müssen, daß dem kaufmännischen Beruf nur die Mädels zu­streben sollen, die alle Voraussetzungen für eine stärkere geistige Einspannung bieten. Das trifft so­wohl für den Vekäuferinnenberuf zu, der in ständi­ger Anforderung an stärkste Aufmerksamkeit, Men­schenkenntnis und Ausdrucksform eine hochquali­fizierte Arbeit barfteUt, als noch mehr auf den Kontorberuf mit feinen großen Anforderungen an Sicherheit im Rechnen und Deutsch, besonders im deutschen Aufsatz, in der Orthographie und Stilistik. Nur Mädels mit ganz einwandfreien Schulzeug­nissen können hier noch ausgenommen werden und

dieses alternden Mannes zur jungen noch lebendiger verdeutlicht hätte.

Verwendung zu finden. Buchhalterinnen werden heute nur sehr wenig gesucht, weil hier der Mann bevorzugt wird.

Neben den vorher genannten Berufen gibt es noch die Fabrikarbeit, die manchem jungen Mädel auf die Dauer ebenfalls eine sichere Erwerbsquelle werden kann, wenn es sich davor hütet, sie etwa in ihren Anforderungen zu unterschätzen. Soweit die jungen Mädchen in der Fabrik Gelegenheit haben, Hantierungen zu verrichten, die besonders weiblicher Art sind, z. B. sich in der Bekleidungsindustrie, Leder- oder Nahrungsmittelindustrie, wird sich auch hier bald Interesse und Freude an der Arbeit einstellen und ein befriedigendes Erwerbsleben möglich fein. Da nicht alle Mädchen in Berufen mit längerer Lehrzeit Unterkommen können, so liegt es durchaus im Rahmen der Anforderungen? das unser Wirtschaftsleben an unsere Volksgenossen stellt, daß tüchtige und gewissenhafte Fabrikarbei­terinnen herangebildet werden, für die ein Aufstieg als Facharbeiterin und Vorarbeiterin möglich ist.

Weiter gibt es natürlich noch eine Anzahl von Nebenberufen, auf die hier nicht in allen Einzel­heiten eingegangen werden kann, über die aber die Jugendlichen, wie über alles andere, in der Berufsberatung ausführlich Auskunft er­halten.

Der Weq in das Berufsleben ftihrt aber nach der Schulentlassung erst einmal in eine hauswirtschaft­liche oder landwirtschaftliche Betätigung, sei es im Landjahr, hauswirtschaftlichen Jahr oder auch in hauswirtschaftlicher Tätigkeit im Elternhaus. In jedem Fall sollen unsere Mädels nicht direkt in das Erwerbsleben eingespannt werden, sondern sie sollen als Auftakt die Pflichten der Haus­frau und Mutter aus eigener Anfch au« u n g kennen lernen, um so mehr als vielfach im Erwerbsleben keine Möglichkeit mehr besteht, Kennt­nisse auf diesem Gebiet zu erwerben. Das eine Jahr Betätigung in frischfroher praktischer Arbeit ent-

Eine Fülle von Gestalten übrigens, und fast alle ausgezeichnet besetzt. Man bestaunt da z. B. wieder­um (in der Rolle des jungen Niemeyer) die Viel­seitigkeit und darstellerische Wendigkeit eines Man­nes wie Paulsen, der ursprünglich bei der Operette war und sich immer mehr zu einem Charakterspieler von unheimlicher Treffsicherheit entwickelt. Hilde von Stolz als Lydia: unge­mein geschickt; eine raffinierte, wenn auch harm­losere Spielart des Weibsteufels imBlauen Engel". Sehr glaubhaft auch Hannes Stelzer als der junge Zedlitz, ebenso Hilde Meißner als Jadwiga, sie vielleicht um einen Ton zu kultiviert, aber sonst durchaus überzeugend als her Frauen­typ, der hier gemeint war. Herrliche Figuren sitzen am Kleinstadt-Stammtisch, von wo aus die eigent­liche Katastrophe ins Rollen kommt: Herbert Hüb­ner als Landrat, Ernst W a l d o w als Assessor und Walter Steinbeck als Major vor allem. In Chargenrollen fallen Braufewetter und Legal sehr angenehm auf.

*

Der Film (Syndikat) läuft seit gestern im Gloria- Palast. Das Beiprogramm bringt neben der Fox- Wochenschau einen interessanten und zeitgerechten BildberichtDie (Olympia-)Glocke ruft",r

Der ödeste Fleck auf Gerben.

Die großen Salzwüsten von Oklahoma sind heute noch eine der wenig bekannten Naturmerkwürdigkei­ten im amerikanischen Südwesten. Diese eigenartig schöne Landschaft erstreckt sich über ein Gebiet von fast 100 Quadratkilometer, sie ist fast von jedem Leben entblößt und erinnert in der Stimmung man­cher Tageszeiten an wildestes Polarland. Da die Tiefe der Salzablagerung sich zwischen einer dünnen Schicht und einer Dicke von 15 Zentimeter bewegt, ist es nur ganz ausgesprochenen Salzpflanzen mög­lich, sich hier auf die Dauer zu halten. Die Edith Plain im nordwestlichen Oklahoma dürfte mit ihren 20 Quadratkilometer Fläche sogar der ödeste Flecken auf Erden überhaupt fein, denn hier ist nicht die gerinste Spur von einem Lebewesen zu finden. Oeftlich davon ist ein Gebiet, das immerhin schon zwei Tiergattungen und zwei Pflanzenarten Le- bensmöglichkeiten bietet. Unter den Insekten tjaben einige Käufer den Kampf mit diesen kärglichen Le- bensoerhältnissen ausgenommen. Aber selbst hier wieder einer von dem andern. Die Augen sind das Futter für die eine Käferart, die wiederum von der andern gefressen wird. Von den Außenrändern der Salzwüste erfolgt ein ununterbrochener Ansturm der Vegetation, ohne daß es durch die Jahrhunderte hindurch bisher zu einer Entscheidung gekommen wäre. Wohl schiebt sich die Trennungslinie hin und her, aber nur wenigen Eindringlingen gelingt es, in der Einöde wirklich Fuß zu fassen. Bei günsti­gem Wind verirrt sich vielleicht ein Same hierher, der in dem spärlichen Humus seine Keimfähigkeit entwickelt. Das ist dann der Beginn. Auf der ebenen Fläche, für die jedes Hindernis eine Ablagerungs­möglichkeit bietet, sammeln sich Staub und kleine Erdteilchen. In ihnen wachsen die Pflanzen so gut es geht, wenn der Frühling genügend Regen mit sich bringt. Aber in den trockenen Wochen des Som­mers, die das letzte aus der kleinen Kolonie inmit­ten dieser Salzwüste herausholen, fängt der Kampf von neuem an. Grashüpfer lassen sich durch das bescheidene Grün anlocken und fressen alles bis 3ii den Wurzeln herunter ab. Damit ist auch das Schicksal der Pflanzengemeinschaft besiegelt. Selbst die Wurzeln, die sich noch erfolgreich gegen den Zerstörungskampf des Windes gewehrt haben, werden immer mehr vom Sand entblößt, und eines Tages zerstreut der Sturm sie in alle Himmelsrich­tungen. Dann liegt wieder unendliches Schweigen über der riesigen Fläche, die das Grab mancher Tiere geworden ist, die das Gleißen des Salzes in der Sonne reizte und die dann später nicht mehr den Weg zurück fanden.

Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz- R ü b e n a ch eröffnete am Sonntag den ersten Fernseh-Sprechbetrieb zwischen Ber­lin und Leipzig. Die sensationelle Neuerung fand gleich regen Zuspruch, und selbst dieser kleine Kiek-in-die-Welt" wollte mit unter den Ersten sein.

Oie Adolf-Hitler-Bauschule nach Mainz verlegt.

LPD. D a r m st a d t, 2. Mürz. Bei der Abschluß­feier des Wintersemesters der Adolf-Hitler- Bauschule zu Darmstadt teilte der Vertreter der Landesregierung Dr. Z e h mit, daß nach dem Weg- fall der Schwesteranstalt in Bingen die Adolf-Hitler- Bauschule ab 1. April d. I. ihre Arbeiten nach Mainz verlegt.

Som eigenenWagen zu Tode gequetscht.

LPD. Wetzlar, 2. März. In der Nacht zum Montag kam der etwa 40jährige Bauunternehmer Adolf Weber aus Stockhausen auf der Heimfahrt mit feinem Personenkraftwagen zwischen Ober- und Niederbiel von der Straße ab. Zwi­schen zwei Bäumen hindurch fuhr der Wagen die Böschung hinunter. Der Fahrer versuchte, das Auto wieder auf die Straße zu lenken, das Fahrzeug kippte aber um und begrub den Mann, der im letzten Augenblick noch abzuspringen versuchte, un­ter sich. Ein Teinehmer an der NSKK.-Nachtsuch- Fahrt bemerkte zuerst das Unglück und veranlaßte die Ueberführung des Schwerverletzten ins Wetz­larer Krankenhaus. Noch auf dem Transport starb der Mann. ______-_______________

as wollen wir werden?

Zur Berufswahl unserer schulentlaffenen Mädels.

Carl Froelichs Regie ist eine , . Leistung: er hat sich mit feinem Gefühl und spür­finnigem Instinkt in diese wilhelminische Welt hin­einversetzt und sie in überaus charakteristischen Zügen lebendig gemacht; doch hat er noch in den scharf satirischen Szenen überall die letzte Grenze gewahrt, hinter der die typischen Gestalten zu ent­fesselten Karikctturen entartet sein würden

Oben auf dem Dach des Futterhäuschens sitzen Haus - und Feldsperling und daneben em heimgebliebener Star. Unten am Futterhäuschen sieht man links amFenster" die Schwanzmeise und die Haubenmeise. Rechts davon die K o h l m e i s e und neben ihr die hübsche Blaumeise. Die zwei Vögel rechts vorn vor der Blaumeise sind die Goldammer und der B u ch f i n k. Hinten sitzen lrnks der Stieglitz und rechts ein Z e i s i g. Am rechtenFenster" sieht man zwei seltenere Gäste: hinten den Gimpel und vorn das Rotkehlchen. Unten am Stamm hängt ein Kleiber. (Zeichnung Hyan. Scherl-M0____________________2__________

Wenn wir diesen Handlungsumriß betrachten, so beSn wir, daß ein solcher Zu ommenbruch und menfehenuntergang über die Jährlichen Clemente ® hinausreicht. Daß das Schicksal Nie- mene« ün innersten Grunde an ein Problem rührt, teün^eute brennend beschäftigt, an die Frage des Verhältnisses der Generationen nämlich und d e staatsethische Forderung derjungen Führung' wovon h er in anderem Zusammenhang schon die Rede war, läßt den Film ebenso aktuell erscheinen wie er in seinen Voraussetzungen und dichterischen Grundlagen historisch wirkt.

Wir begreifen auch, daß gerade ein Schauspieler und Gestalter wie Janmngs die zentrale Rolle

Sfi an; mir meinen nicht so sehr die erwähnten

Graden aufkommen läßt. Was man vermißt haben könnte, liegt nicht an ihm, sondern in der Rolle, die ihm breitere Entfaltung hätte geben dürfen, wie er sie in früheren großen Rollen gehabt hat, und welche die positiven Kräfte im

es kann nicht ausbleiben, daß solcher Kinder- oder Köhlerglaube über kurz oder lang auf das Schänd­lichste getäuscht und enttäuscht wird: das kanm lite­rarisch gesprochen, im günstigsten Falle eine Komö­die werden, aber schon mit diesem Begriff ist ange­deutet, wie ganz nahe ein solches Drama an die Bezirke des Tragischen heranreicht. (Dabei ist es unerheblich, was wiederholt mit Nachdruck betont werden soll, obes" tödlichausgeht wie hier, oder nicht. Denn das Wesen der Tragödie kann nicht nach der Menge des vergossenen Blutes be­stimmt oder gemessen werden.!

Der Gymnasialprofessor Niemeyer muß es er­leben, wie der Primus und Lieblmgsschu er unter feinen Jnternatszöglingen eine Dummheit begeht einen Streich, ein nächtliches Abenteuer, und daß er im Grund ein sauberer und anständiger,unger Mensch, den väterlichen Lehrer was schlimmer ist und schwerer wiegt, belügt und tauscht. Daß der Junge dann wieder gut machen woltte begreift der Professor erst, als es zu spat ist. Mittlerweile hat die Verwirrung und Verstrickung des Falles in der kleinen Stadt, noch dazu einen Tag vor der Denkmalsweihe mit allerhöchstem Besuch, solche Ausmaße angenommen, daß Niemeyer, der erst schon fast zur Verzeihung undi jedenfalls zu aller Milde und Güte bereit war, sich zum zweiten Male und nun freilich für immer belogen, getauscht und enttäuscht glaubt. Da bricht ihm eme ganze Welt zu ammen, denn er verliert, wie er den Lieblings- Sr verlor/innerlich zugleich auch den Sohn und seine viel zu junge Frau

TraumuluS "

Gloria-Palast.

Wenn der Titel dieses Films, von einem Ju­gendstil-Ornament umrahmt, auf der Leinwand er­scheint, so ist schon mit dieser an sich unschem. baren Aeußerlichkeit die Welt, in der die Hand­lung sich abspielt, nicht minder sinnfällig angedeu- tet als etwa durch einige charakteristisch angeschla­gene Motive der Bühnenmusik:Hell Dir tm Sie- getlranj",Behüt Dich Gott" undIch bete an die Macht der Liebe" aus dem großen Zapfen­streich kennzeichnen schon klanglich Dorknegs- epoche wilhelminischer Prägung; man braucht kaum hinzuzufügen, daß das TheaterstückTrau- mulus" das Arno Holz mit Oskar I e r f cyr e zusammen geschrieben hat, im Jahre 1904 erschie­nen ist: es war übrigens zwar sein erfolgreichste Drama, zugleich aber auch für Holz das am mindesten charakteristische unter semen Stucke ur-d es ist merkwürdig genug, daß es, feit langem so gut wke vergessen, nach mehr als drei Jahrzehn­ten im Tonfilm wieder aufersteht.

Zwar ist nicht zu bestreitenl, daß d F nebetv mulus" in keineswegs belangio en oo ^wa

sächlichen Szenen Elemente f « & dem

als eine Mischung auf-S/'SS ^ber damit Blauen Engel kennzeichn Stemmte

würde man den Bearbeitern - Drehbuch

beit, Ueberheblichkeit und U AN g Nach­belächeln mögen (wenn auch ^zeigt wer­

dend - ein menschlichesSchicksal^geze g^ * den sollte, das über die Z^ll h aflßn Zei- unter etwas veränderten ^^f unb wohl

ten möglich und vorhanden gewesen ist auch immer wieder erlebt werd

für spätere Zeit in Frage, jedoch immer erst nach einer gründlichen hauswirtschaftlichen Ausbildung und Bewährung. Auch auf den Beruf der Kinder­pflegerin fei in diesem Zusammenhang noch hinge­wiesen.

Besondere Bedeutung dürste auch der land­wirtschaftliche B.eruf haben, um so mehr als Siedlungs- und Heuerlingswesen Aussicht auf Bo­denständigkeit für die Nicht-Anerben unter den Bau­ernsöhnen und damit verstärkte Heiratsmöglichkeiten gewährleisten. Es ist jedoch immer zu raten, nicht erst in den städtischen Berufen heimisch zu werden, sondern gleich nach der Schulentlassung über die Tätigkeit' in der Bauernwirtschaft zum Lehr­ling in der Bauern- und Gutswirtschaft über­zugehen und damit zur geprüften Jungwirtin und Wirtin. Auch der Beruf der Geflügelzüchte­rin und der Molkereigehilfin dürfte wieder gute Aussichten für Mädchen, die an dieser Spezialarbeit besonderes Interesse haben, bieten. Es ist wohl auch klar daß die wesentlich bessere Fundierung unserer Landwirtschaft eine starke Entwicklung der pflegeri­schen und fürsorgerischen Aufgaben auf dem Land mit sich bringt und damit auch wieder: um Aufstiegsmöglichkeiten für solche, die sich mit ländlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen vertraut gemacht haben und in eine derartige Arbeit über­gehen wollen. _ r, .

Im weiblichen Handwerk ist die Zahl der Berufsmöglichkeiten im Vergleich zum männlichen Handwerk verhältnismäßig eng begrenzt. Schneide­rin. Modistin, Weißzeugnäherin, Friseuse, daneben noch Pelznäherin, Konfektionsnäherin, Schirm­näherin, Büglerin, Blumenbinderin sind Berufe, die den Mädchen offen stehen. Es jei jedoch immer wieder betont, daß eine ganz wesentliche Vor-