Ausgabe 
3.3.1936
 
Einzelbild herunterladen

kehr mit dem Juden Frankfurter und Frau Roose­velts Beziehungen zu schwarzen Frauenvereinen gegen den jetzigen Bewohner des Weißen Hauses ausgenutzt. Angeschlossen sind oder werden die An­hänger des ermordeten, zum Faschismus neigenden Huey Lang, dessen Parteimaschine, wie die kürz­lichen Wahlen in Louisiana zeigten, immer noch gut organisiert und mächtig ist.

Die Demokraten im industriellen Osten und im agrarischen Süden sind also wenig erbaut von Roosevelt und könnten es unter Um­ständen verhindern, daß er im Juni in Philadelphia die erforderliche Zweidrittelmehrheit erhält. Stö­rende Faktoren innerhalb der eigenen Partei sind ferner die Phantasten, die demT o w n s e n d - plan" anhängen.- jeder Mensch über 60 erhält jeden Monat eine Pension von 200 Dollar, ohne je in eine Kasse eingezahlt zu haben, ohne zu ar­beiten; nur muß er das Geld innerhalb des betref­fenden Monats restlos ausgeben. Außerdem ist die Stellung jener Demokraten im Mittel- w e st e n unsicher, die sich entweder in der Vertei­lung von politischen Pfründen benachteiligt glauben, oder denen die Agrarpolitik Roosevelts nicht paßt. Alles in allem also verspricht der Parteitag recht bewegt zu werden!

Auf der republikanischen Seite steht es nicht viel besser: auch dort kämpfen individualistische und weltanschauliche Ansichten gegeneinander. Zu den bisher sich als Kandidaten gebärdenden Republi­kanern gehören: Herbert Hoover, Senator Ban­de n b e r g , Senator B o r a h, Gouverneur Lan­don und der Zeitungsbesitzer Knox; weiter ge­nannt werden die Senatoren Rye, Dickinson und andere. Borah und Landon scheinen (mit anderen, deren Aussichten zur Zeit noch zu wenig geklärt sind) in die engere Wahl zu kommen. Landon vertritt die Fortschrittler, er spricht für Un­terstützung der Landwirtschaft, Abbau der Bundes- ausgaben und Erhöhung der Schutzzölle. Die Kon­servativen, die wieder zum Alten Kurs von 1928 zurückkehren wollen, sollten eigentlich der Flagge Hoovers folgen. Sie haben sich aber in den letzten Wochen von ihm abgewandt, weil seine Aussichten nach den schmerzlichen Erfahrungen wäh­rend seiner früheren Amtsperiode gleich Rull sind; sie sitzen daher im bereits erwähntenF rei­he i t s b u n d" zusammen mit vielen konservativen Demokraten, haben sich aber noch nicht für einen Kandidaten entschieden. Senator Borah, der alte Kämpe für die Verfassung gegen dieTrusts" (Mo­nopole), fühlt sich berufen, der Republikanischen Partei neues Leben einzuflößen. Er agitiert für größeres Interesse der Wähler an Persönlichkeit und Programm des von ihnen in den Wahlkampf zu entsendenden Kandidaten, ein hier recht hoffnungs­loses Unterfangen. Er ist gegen so ziemlich alles, was unter demReuen Kurs" getan wurde und hat kaum einen positiven Vorschlag, so daß die armen Wähler es wirklich schwer haben. Der republika­nische Parteitag wird daher wohl ebenso stürmisch verlaufen wie der demokratische.

Riesige Anleihe in Amerika.

Washington, 2. März. (DRV.) Das Schatz­amt kündigte die Auflegung einer neuen Anleihe in Höhe von 1809 000 000 Dollar an. Davon sind 800 Millionen Dollar zur Auffüllung der flüssigen Barreserven für die Ar­beitslosenunterstützung, die Farmer­no t h i l f e und die Veteranenauszahlung vorgesehen. Insgesamt benötigt das Schatzamt 1 250 000 000 Dollar Bargeld. Dies ist d i e größte B a r g e l d f o r d e r u n g seit dem Welt­kriege. 450 000 000 Dollar sind für die Abdeckung der am 16. März fälligen kurzfristigen Anleihe be­stimmt; außerdem sollen die am 15. April fälligen Schatzamtsnoten im Betrage von 559 000 000 Dol­lar eingelöst werden. Die neuen Finanzmaßnahmen erhöhen die Staatsschuld um 8 0 0 Mil - Honen auf 31300 000 000 Dollar. Dies ist die h ö ch st e Staatsschuld in der Geschichte der Ver­einigten Staaten von Amerika. Der amerikanische Gewerkschaftsverband veröffentlicht eine Aufstel­lung über die Arbeitsmarktlage in den Vereinigten Staaten, Die Zahl der Arbeitslosen wird im Januar auf 12 626 000 geschätzt. Gegen den Vormonat ergibt dies eine Zunahme um 12 2 9 000 Arbeitslose.

Roosevelt unterzeichnet das Reutralitätsgeseh.

Washington, 29. Febr. (DRB.) Präsident Roo­sevelt hat das neue Neutralitätsgesetz unterzeichnet. Das Gesetz enthält die Zusätze, daß künftig auch An­leihen oder Kriegskredite an kriegführende Staaten verboten sind und eine Waffensperre gegenüber Staaten des amerikanischen Erdteils nicht erklärt werden darf, solange diese Staaten gegen Länder außerhalb Amerikas kämpfen. Letztere Ausnahme von der Waffensperre gilt jedoch nicht, wenn einer dieser amerikanischen Staaten (dies bezieht sich offen­bar zunächst auf Kanada) gemeinsam mit einer fremden Macht gegen einen dritten Staat Krieg führt. Sollte also England gegen Italien kämpfen und Kanada sich am Krieg beteiligen, so würde die Ausfuhr nach Kanada unter das Verbot fallen. Nicht verboten bleibt die Ausfuhr von kriegswichtigen Roh­stoffen wie Oel, Kupfer, Baumwolle, Schrott.

Kleine politische Nachrichten.

In Kairo wurden die englisch-ägypti­schen Verhandlungen über einen neuen Vertrag eröffnet. Die ägyptische Abordnung, der die Führer aller Parteien angehören, steht unter dem Vorsitz des Führers des Wafd Nahas Pascha. Die englische Abordnung wird von Sir Miles Lampson, dem britischen Oberkommissar in Aegypten, geleitet. Nahas Pascha brachte die Hoff­nung Aegyptens zum Ausdruck, diesmal endgültig zu einem Abkommen mit Eigland zu gelangen, das die Beziehungen beider Länder auf der Grundlage der ägyptischen Unabhängigkeit und der Wahrung der Interessen Großbritanniens regeln solle. Sir Miles Lampson versicherte, daß die britische Regie­rung mit Vergnügen den Augenblick erwarte, in dem Aegypten seine völlige Selbständigkeit erlangt haben werde und Großbritannien und Aegypten sich vor der Welt als gleichberechtigte Verbündete zeigen würden.

Der Standartenführer der ehemaligen Wiener SA., Fitzthum, der sich mit einer kurzen Aus­nahme feit der Auflösung der Partei im Jahre 1933 in Haft befindet, ist aus dem Wiener Rainer- Spital, in das er wegen Erkrankung gebracht wor­den war, entflohen. Er hatte mehrere Bettücher zu einem Strick zusammengebunden und sich daran in der Nacht auf die Gasse geschwungen. Bis jetzt fehlt von ihm jede Spur. Vier Krankenschwestern wurden wegen angeblicher Begünstigung der Flucht in Haft genommen.

man

heute

c <

noch gar nicht abschätzen könne.

Reichsverkehrsminisier Freiherr EIH von Rübenach

'Wenbt

heute 25 bis 32 Stundenkilometer beträgt, werde um etwa 33 v. H. zunehmen, d. h. es können täglich 2 0 0 Kilometer mehr a l s bisher an einem Werktage gefahren werden. Außerdem ergäben sich weitere Aufgaben für den Güterfernverkehr: z. B. der Transporte von Frisch« obst und Gemüse, der heute z. T. schon durch das Flugzeug ausgeführt wird und der Transport von frischen Seefischen. Es sei selbstverständlich, daß die großen Vorzüge der Reichsautobahnen nicht kosten« los zur Verfügung gestellt werden können, aber es

fungen entwertet werden. Die Steige­rung der wirtschaftlichen Leistung wird die Kaufkraft der Einkünfte langsam aber sicher in aeiünderer Weise heben als noch so raffinierte Währungsexperimente. Freie Wirtschaft ist dadurch nnzcichnet, daß Können und Leistung sich frei entfalten können, während verbre- chensche Neigungen rücksichtslos unterdrückt wer­den, weil das sittliche Empfinden des Volkes sie verurteilt. Wir find gesonnen, im freien gleich­berechtigten Austausch mit allen Völkern der Erde das anzunehmen, was sie uns zu unserem

gesonnen, Monopole anzuerkennen, deren Anerkennung Arbeit und Arbeitsertrag unse- . rer Volksgenossen von den Beschlüssen Vaterlands« . loser Börsianer abhängig machen würde. Wenn wir heute nur das beziehen, was wir unbedingt brau­chen, so liegt es in der Hand unserer Lie- f e r a n t e n, dafür zu sorgen, daß wir mehr be« ziehen können.

malerwüse gerüstet we

werde angestrebt, diese Abgabe so zu bemessen, daß sie die Leistungsfähigkeit nicht behindert. Die Lei­stungsfähigkeit der Reichsautobahnstraßen werde mit rund 3000 Wagen in der Stunde noch nicht er­schöpft sein.

Der Leiter der ReichsbetriebsgemeinschastVer­kehr und öffentliche Betriebe" in der D A F. Kör­ner sprach überErziehungsarbeit im Kraftfahr- ge werbe durch die Deutsche Arbeitsfront". Der Leiter des Reichskraftwagen-Betriebsverbandes Dr. Scholz sprach über das ThemaDer Güterfern­verkehr im Kraftwagen nach dem Gesetz vom 26. Juni 1935". Direktor Treibe, der Leiter der Verkehrs- und Tarifabteilung der Reichsbahnhaupt­verwaltung äußerte sich über die Zusammenarbeit von Schiene und Kraftwagen. Mit einer Schluß­ansprache von Direktor Benninghoff wurde die erste Reichstagung geschlossen.

Leipzig, 2. März. (DNB.) Zum dritten Male veranstaltete die Kommission für Wirt­schaftspolitik der NSDAP, aus Anlaß der Leipziger Messe eine große Kundgebung. Wirt­schaftsminister Lenk eröffnete die Kundgebung. Das deutsche Volk, so erklärte er, habe sich zu den Quellen seiner arteigenen Schöpferkraft zurück­gefunden und sei durch seinen Führer Adolf Hitler zu einer einzigartigen organisch und weltanschau­lich gebunbenep Leistungsgemeinschaft zu- sammengeschlosfen. Die Kulturvölker müßten sich aus der Verstrickung internationaler Verschuldung, die eine fast tödliche Lähmung der gesamten zwischenstaatlichen Güterbewegung zur Folge haben müßte, frei machen, um der Weltzivilisation wieder Aufwärtsentwicklungsmög­lichkeiten zu geben.

Oer Vorsitzende derWirtschastskommission derTlSOAY.

Bernhard Köhler

führte bann u. a. folgenbes aus: Eine natio­nale Rüstungsinbustrie kann an sich nie­mals eine Kriegsgefahr barstellen. Erst wenn inter­nationale Kapitalien ihre Rechnung bahin auf­machen können, baß in jebem Fall ihre Werte unb ihre Interessen gewahrt bleiben, bebeutet Rüstungs- wirtschaft auch Kriegsgefahr. Nicht b i e R ü - ft u n g führt ben Krieg herbei, fonbern i h r Miß­brauch zum Geschäft. Den Grunbfatz, baß wir nicht mehr einführen, als wir durch Ausfuhr bezahlen können, hat Reichsbankpräfibent Dr. Schacht in feinemNeuen Plan" durchgeführt, er muß boch jebem anftänbigen Kaufmann in ber Welt lieber fein als jenes Verfahren, bei bem wir von Jahr zu Jahr tiefer in Schulden verstrickt wurden.

Das feste Verhältnis zwischen Arbeit unb Brot, bas im festen Brotpreis unb in ben stabilen Löhnen zum Ausdruck kommt, ist im Zu- jammenhang mit bemNeuen Plan" burchaus genügenb zur Sicherung unser Wäh­rung unb ist allein schon Gold wert. Auch wenn neue Vereinbarungen über die Goldbewertung an der Zeit sind, wird sich an dem festen Verhältnis von Arbeit und Brot, das heißt also an der in­neren Kaufkraft des Geldes nichts ä n b e rm. Wir werben niemals zulassen, baß b ie Ersparnisse, die den Lohn ehrlicher Arbeit darstellen, durch Währungsschwan-

Der Ausbau vernünftiger Arbeits­methoden beruhe auf der Erkenntnis, daß das wertvollste Kapital nicht die Maschine, sondern der Mensch ist. Oberstes Gesetz sei es, den Takt der Maschine mit dem Rhythmus der Rasse in Ein- klang zu bringen Nur bann, nicht aber mit ber Uebernahme einer Rationalisierungsmethode ameri­kanischer ober russischer Prägung sei bie höchste Leistung zu erzielen. Neben bem Reichsberufswett­kampf werbe ber Reichsleistungskampf treten, besten Ziel ber Musterbetrieb fei.

Für uns, erklärte Dr. Ley unter lebhaftem Bei­fall, finb Arbeiter unb Unternehmer Solbaten ber Arbeit, bie alle gemeinsam einer Mission bienen wie ber Solbat, gleichgültig ob General ober Musketier, seinem Vaterland bient. Sie haben eine gemeinsame Ehre. Das schönste Vorrecht besten, ber zu befehlen hat, ist barin zu sehen, baß er für ben, bem er befiehlt, sorgt. In ber Fürsorge liegt bas Prinzip bes Füh­rers. Der Lohn ist nicht mehr gebunben an bie Lohntüte. Freizeit, Feierabenbgestaltung, Kraft burch Freube, Theater, Musik, bas alles ist uns Lohn. Arbeiter unb Unternehmer bilben eine Schick­sals- unb Leistungsgemeinschaft. Wir lassen d i e Urzelle ber Gemeinschaft, bie Werk« ftatt, in ber ber Mensch fein Brot verbient,.nicht antasten. Jeber beutsche Mensch soll bas Bewußt­sein haben, baß er in Deutschland) nicht allein steht, jonbern in einer Gemeinschaft, bie ihn niemals untergehen läßt, vor allem bann nicht, wenn er fleißig ist unb gewissenhaft seine Arbeit verrichtet.

Aktive Konjunkturpolitik.

Der Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk zur Wirtschaftslage.

Die deutsche Leisiungsgememschast.

Arbeiter und Unternehmer als Soldaten der Arbeit in einer Front.

Das Krastfahrgewerbe und seine ivirlschastlichen Aufgaben-

Erste Veichsiagung der neuen Organisation.

11 L deutle

wirtschaftenben Menschen kommt es an! Der Staat soll sich auf möglichst wenige Hoheitsaufgaben beschränken unb bie Reichsver­kehrsgruppen sollen sich auf die Verkehrswirtfchaft beschränken.

Generalinspektor Dr. Todt

sprach bann über bie Bebeutung ber Reichsauto- bahnen für ben Güterfernverkehr. Noch vor Pfing­sten würben bie Reichsautobahnstreuen zwischen Braunschweig unb Hannover, zwischen Halle unb Leipzig, zwischen Köln unb Düsseldorf, zwischen Bremen, Hamburg unb Lübeck, zwischen Königs­berg unb Elbing, zwischen München unb Rosenheim bem Verkehr übergeben werben. Der Sommer werbe bann bie Verlängerung biefer Teilstrecken unb wei­tere neue Teilstrecken bringen. Insgesamt würben im Laufe bes Jahres 1936 runb 1000 Kilometer Reichsautobahnstrecken bem Verkehr übergeben.

Der Kraftwagen im Dien ft e bes Güter- fernverkehrs erhalte burch bie Reichsautobah­nen eine gewaltige Förberung. Zur Zeit würben etwa 250 Fernstrecken mit Entfernungen von burchschnittlich 300 .Kilometer je zehnmal im Monat befahren. Nach ber Fertigstellung ber Reichsauto­bahnen werbe biefer Verkehr wesentlich erweitert werben können. Runb 90 v. H. biefer regelmäßig befahrenen Strecken werben auch eine wesentliche Verkürzung erfahren. Die Reisegeschwinbigkeit, die

! g5 |ei ««- Ur

I«i»J

ff®*; ater ertc«lcl fimg in ®o b II bisher bereits (tritt ber $ nru untern# K, Annahme Mage eines inftig gegen' Sie Preß

I foniber Der|ta Msch-mglischl \M. nur i liiheDorscl I ienmächter I öe# noch | darüber mitge Seinen zweiseüi die Flottenkon dankt sei nid für ein solche' auch dann n Mn.

Sno

London, | arbeitet des 1 noch im ß< nigtr als lische Flotte werden. Da« Flotte werde auch amtlich ber Regien» träge für das Fii ben Bau r vorsehen. A

Lübeck, 2. März. (DNB.) In Lübeck führte Reichsfinanzminister Graf Schwerin v. Kro­sigk vor ber Industrie- und Handelskammer u. a. aus:

Erst im Frühjahr 1933, als mit der Machtüber­nahme durch Adolf Hitler die Voraussetzungen für das Vertrauen in eine starke, bleibende und auf lange Sicht disponierende Regierung gegeben ge­wesen sei, habe der Staat sein jetziges Aktivum, den Kredit, in die Bresche werfen und eine aktive Konjunkturpolitik führen können. Naturgemäß könne diese nicht am laufenden Band fortgesetzt werden, sondern sie habe ihre Grenze an der Tragfähigkeit des Etats für den Schuldenbien st ber an­genommenen Krebite unb in ber Leistungsfähigkeit des Kapitalmarktes für die Fundierung ber kurz- fristigenKrebite. Die normalen Ausgaben müßten daher wieder auf den laufenden Etat übernommen werden, und man müsse unter allen Umständen jetzt zu einem ausgeglichenen Haushalt kommen. Auf der anderen Seite müsse der Kapital­markt für manchen volkswirtschaftlichen und privat­wirtschaftlichen Bedarf ausfallen, bis bie letzten großen Aufgaben burchgeführt feien. Die hierdurch aufgeftaute Reserve würbe uns später sehr zugute kommen. Wir hätten roieber eine gefunbe Lanbwirtschaft. Es sei bem Nationalsozialis­mus gelungen, ben bisher immer wieberkehrenben Streit zwischen Jnbustrie unb Lanbwirtschaft, ins- befonbere bei Hanbelsverträgen unb begleichen, auszuschatten unb bie Lanbwirtschaft in bie Sage zu versetzen, in fteigenbem Maße zur Belebung ber Gesamtwirtschaft beizutragen. Auch auf bem Ge­biete ber Konsumgüterinbustrie, bie im Vergleich zur Jnvestitionsgüterinbustrie zurückge­blieben sei, beftänben vielleicht noch Möglichkeiten in ber Weiterentwickelung ber bereits begonnenen Verbrauchslenkung. Für ben Außen­handel würden zwar die Verhältnisse sicher nicht

Freie Arbeit-Freie Wirtschaft die Grundlagen der Weltwirtschaft

Oie Leipziger Kundgebung der Wirtschaftskommission der NGOAp.

führte bann in längerer Rebe u. a. aus: Ich halte nach wie vor an ber Auffassung fest, baß bie Reichsverkehrsgruppen freie Selbstverwal- tungskörver mit überroiegenb eigenen Auf­gaben fein sollen, bie nur sparsam unb nur in wirklich nötigen Angelegenheiten vom Reich sozu­sagen als Auftragsverwaltungen in Anspruch ge­nommen werben sollen. Die Reichsverkehrsgruppen unb bie beiben großen staatlichen Verkehrsanstalten marschieren nebeneinanber auf ein gemeinsames Ziel los: bie V e r k e h r s e i n h e i t. In ber Reichs­verkehrsgruppe Kraftfahrgewerbe finb alle Sparten bes gewerblichen Kraftverkehrs zufammengefaßt. Neben ben öffentlichen Omnibusbetrie­ben finben wir bie große Fachschaft ber rein privaten Mitglieber, häufig nur eine kleine Linie betreibend Wir sehen auch ben keines­wegs so rosig als es mancher im Zeichen rapiber Motorisierung glauben möchte, in seine wirtschaft­liche Zukunft blickenden Stand der Kraftfahr- lehr er, und wir sehen als Hauptpartner im Ausgleichsverfahren zwischen Eisenbahn unb Kraft­wagen ben Güterfernverkehr. Die Sonder- glieberung bes Güterfernverkehrs im Reichs-Kraft- wagen-Betriebsverbanb barf nicht zu einer Ab­trennung biefes Verkehrszweiges von ber Gemein­schaft bes Kraftverkehrsgewerbes führen! Die Er­fahrungen bes Güterfernverkehrs bürfen in ber Verwaltungsarbeit ber Reichsverkehrsgruppe Kraft­fahrgewerbe nicht unverwertet bleiben. Der Reichs- Kraftwagen-Betriebsverbanb barf nicht eine Ent­wicklung nehmen, als ob nur bei ihm Kraftver- kehrsintereffen beheimatet wären, unb er barf bie schwierigen, im Nahverkehr üegenben Fragen nie­mals aus bem Auge verlieren. Durch bie Zusam­menfassung bes Reichs-Kraftwagen-Betriebsverban- bes unb ber Reichsverkehrsgruppe Kraftfahrgewerbe barf keine Erhöhung ber Beiträge für bie Mitglie­ber entstehen. Ich sehe in kürzester Zeit einem ge­meinsamen Vorschläge ber Reichsbahn unb bes Reichs-Kraftwagen-Betriebsverbandes über bie zu­künftige Z a r i f g e ft a 11 u n g beim Kraftwagen entgegen. Das bobenftänbige Verkehrsgewerbe lei­det nicht unter der zunehmenden Motorisierung, sondern unter ber Preisschleuberei, welche befonbers von ungefeftigten, auf Schulben gegrünbeten Unternehmen betrieben wirb. Alte gute Unternehmungen geraten in Schwierigkeiten, weil Schleuderfirmen ihnen auf anderer Leute Kosten die Aufträge unterbieten. Ich will Hefen Erschei­nungen entgegenwirken. Aber wenn ich das im Personenverkehr und im Güterfernverkehr ein- gefuhrte Konzesfionsverfahren auf den gesamten Nahverkehr ausdehnen sollte, so müßte D0? ..oer unübersehbaren Flut der Konzessions­antrage im Güternahverkehr jede Aussicht auf eine erfolgreiche Handhabung biefer Frage burch bie urgane bes Staates schwinben. Ich glaube nicht an bie Möglichkeit, alles wirtschaftliche Glück von Staats wegen imputieren zu können. A u f ben

fobalb leichter werben. Immerhin fei zu hoffen, baß ber Grunbfatz, baß ein Jnbustrielanb Roh­stoffe brauche, auch für Deutschland anerkannt werbe.

Mahnung an die Vernunft.

Die Leipziger Messe wird oft als der Deutschen Reiches Weltschaufenster bezeichnet uni) man glaubt an ihrem Verlauf wie an einem Baro­meter ablesen zu können, ob sich ber Himmel der Weltwirtschaft oerbüftern ober aufhellen werde. Dieser Vergleich trifft leiber in nur sehr bedingtem Maße zu. Denn der überaus hoffnungsvolle Beginn der Leipziger Messe spiegelt diesmal vor allem den Aufschwung der deutschen Wirt­schaft wieder, und die ausländischen Einkäufer, die in Rekordzahl nach der sächsischen Handelsmetro­pole gekommen sind, haben die Reise vor allem im Vertrauen auf die Reichhaltigkeit und Güte der deutschen Arbeitserzeugnisfe, aber nicht s o sehr im Vertrauen auf die weltwirtschaftlich' Vernunft des internationalen Handels geroagi Reichsminister Dr. Goebbels hat diesen Gegen­satz in seiner Rede klar herausaearbeitet und damit den fremden Kaufleuten und Ausstellern aus ber Seele gesprochen. Aber indem er die mangelnde Uebereinftimmung von Bedarfszen:- tren und Erzeugungszentren darlegte, gab er zugleich bie Richtung an, bie ber zwischen­staatliche Handel einschlagen muß, wenn es über- , Haupt zu einer wirklichen Gesundung ber weltwin- schaftlichen Beziehungen zwischen ben Nationen kommen soll. Diesen Weg mit Energie unb Erfolg beschritten zu haben, ist bas unbestrittene Verdien!! der Leipziger Messe. Möge diese Handelswoche auch den verantwortlichen Männern im Ausland die Augen öffnen, damit sie die tieferen Ursachen der Weltkrise erkennen und somit auch die Mitt'! zu ihrer Ueberwindung finden können.

ReichsorganisaiionsleiterDr.Ley führte als letzter Redner u. a. aus, daß die Leip­ziger Messe den Weg zeige, wie das deutsche Volk sich den Platz an der Sonne, auf den es ein An­recht habe, wieder erobern wolle, nicht mit Waffen, Kanonen und Maschinengewehren, sondern mit seiner Leistung. Wir haben keine Schätze, wie die übrigen Völker. Wir haben aber den schöpferi- scken faustischen Geist, und der ist das einzige, aber auch unerschöpfliche Kapital, das wir einsetzen können. Deshalb wollen wir den deutschen Men­schen eine ausgezeichnete Berufserzie­hung geben, der ungelernte Arbeiter in Deutsch­land muß verschwinden. Sodann wollen wir ver­nünftige Arbeitsmethoden schaffen und schließlich ein gesundes Arbeitsverhält- n i s unter den deutschen Menschen herbeiführen. Wirtschaftliche Not dürfe nicht die Menschen dazu zwingen, schon von früher Jugend an als Hilfs­arbeiter tätig fein zu müssen, vielmehr solle der ju­gendliche Mensch eine Lehrlingszeit durchmachen. Der Ausbildung für ein Fach müsse eine gründ­liche allgemeine Ausbildung vorangehen. Das Spe­zialistentum könne erst dann einsetzen, wenn der junge Mensch ein Fundament habe. Nach $mei Jah­ren würde der Lehrling in die Industrie übergehen und in Lehrlingswerkstätten feinem besonderen Fach übergeben werden. Die Lehrzeit solle an keine Zeit, sondern an Leistungen gebunden werden, die in laufenden halbjährigen Prüfungen feftgefteüt werden.

Vorteil bieten können, und wir sind bestrebt, ben Erwerb dieser Dinge dadurch zu ermöglichen, daß | den wir den Völkern das bieten, was sie zu ihrem Vor- | ver­teil von uns nehmen können. Wir sind aber nicht 3U ?

tfS ®i*!ei ! - S r i«ä U '"'Ätoe 6 ff,

*^ch- ffru6l-nl

Berlin, 2. März. (DNB.) Die Reichsverkehrs- 0 nippe Krastfahrgewerbe, die alle gewerblichen Unternehmungen der Fachgruppe Perfonenverkehr, Güterfahrverkehr, privater Kraftfahrlehrer, kom­munaler und gemischt-wirtschaftlicher Kraftomnibus- verkehr und Güterfernverkehr umfaßt, trat zu ihrer ersten Reichstagung zusammen. Direktor Benning- h o f f schilderte die organisatorische Entwicklung des Kraftfahrgewerbes. Die Aussichten des Kraftfahr­wesens seien in jeder Hinsicht günstig zu beurteilen, besonders da sich für das Verkehrsgewerbe aus dem schnell fortschreitenden Bau der Reichsauto­bahnen Möglichkeiten ergeben würden, die

Regierung t Flottenvertn Kreuzer

?Mtii Ri * i SlQQ|s

I Um den 5 entsprechen, jer Schisse Stelle der ' veraltete Teres-Ktasse

A

A

London, nner Meldun »Daily Telegi «chnen, daß ! Jen eines Be Eichung &e Ohren hat wrde anerka'r ^gefüllt wer hat. Ix fjter Stelle A°gl>chkeit ei «SS

Vie @ro

^Montag 1 ihr.

ii g raiWn, ein

»Mm

mi'M

Är rprZ

«Id de