Ausgabe 
2.7.1936
 
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und

Anstiftung und der Mittäter- Münch der Beihilfe an diesen Be-

wird der 21 nftif tun

schäft.

Mau.

Der Sittlichkeitspwzeß gegen Franziskanerbrüder

Franziskanerbruder

löauer ankreich,

RiesigeLustaufrüstungSowjetrußlands

London, 17. Juli. (DNB.)Daily Telegraph" berichtet, daß im Juni der sowjetrussische Flugzeug­park eine Vergrößerung um 72 v. H. gegenüber dem Jahresbeginn aufweise.

ms sollenden Ort« irbad), Angevillers, irt. Sn Lille isl inen 6chiedsspruch Jn 91 i y o wurde oorläufige Eini« erbe nM. Die )iera werden am et Die Lerhand- tarif bauern noch lewerbe wurde Schiedsspruch des dessen Annahme e zu entscheiden

Verfolgungswahn erlitten hat und in die Landesheilanstalt eingeliefert werden muhte- gegen ihn wurde die Verhandlung abgetrennt.

Den früheren Simson-Werken, einem der wich-

Sanftes getreten. Schließlich sei es dem M. selbst zu viel geworden, und er habe den General- oberer um Versetzung in eine andere Nieder­lassung gebeten, was dieser aber mit dem Hinweis b l e h n t e , M. möge sich besser zusammennehmen.

Stabten Spofane im Staate Washington, Portland im Staate Oregon und Satt Lake City im Staate Utah gebildet werden. Es ist bemerkenswert, dah der erste dieser kostspieligen riesigen Flughäfen, für deren Bau der Kongreß vor einem Jahr besondere Zuwendungen bewilligte, in der TNitte von Alaska gebaut werden soll und daß die nächsten wahrscheinlich ebenfalls in der Rahe der Rordwestküste des Stillen Ozeans lie­gen sollen. Die Verteidigung Alaskas ist schon seit langem das Sorgenkind von Armee und Marine gewesen. Vor wenigen Monaten erklärte ein Zeuge vor dem Untersuchungsausschuß des Kongresses, dah 250 aus Stahl gebaute und von japanischen Reserveoffizieren bemannte Boote

Washington, 2. Juli. (DRB. Funkspruch.) Das Kriegsministerium hat mehrere Offiziere beauf­tragt, in der Nähe der Fairbanks eine Stelle für die Anlage eines großen Flugplatzes ausfindig zu machen. Dieser Flugplatz soll so groß sein, daß die gesamten Cuftftreit- fräfte, die gegenwärtig aus 1000 Flugzeugen bestehen, innerhalb von 24 Stunden untergebracht

Das Reich hintergangen und betrogen

Inhaber und Angestellte der ehemaligen Simson-Werke vor Gericht.

trügereien beschuldigt. Baetz ist weiter des Be­truges zum Schaden seiner Firma angeklagt, der er private Ausgaben in erheblicher Höhe in Rechnung gestellt haben soll. Der Jude Arthur Simson ist im Februar dieses Jahres ins Ausland geflohen und trotz ordnungsge­mäßer Ladung zur Verhandlung nicht erschienen. Ebenfalls nicht erschienen ist der Angeklagte Münch, der yeute früh einen schweren Anfall von

ttet. -Le Wettrüstens Blum erlasse an N,ruf zum ab. r° he'ßt es u.a., Irrtum, denn tbezrehuntzen

Amerikanische Lustrüstungen an den Ufern des Pazifik.

Oie Verteidigung Alaskas und der Aordwestküste.

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nkspruch.)Times* ien Gerüchte über phantastisch, r wachsenden Auf- MMerpräsident der Dache aus )rten werde, die Auch,N9 Tele- si sich Baldwin mit 'Str Unterlage ent« her Meinung Aus- Nederherste - und persönliches herzustellen, den . ..Daily Expreß Win das Amt des LordsiegFewah' T eines Winslers n werde.

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_11|U werden können. Vorerst find 7 Flughäfen ge- Slums hätten ben plant, die wahrscheinlich innerhalb eines großen ttot n * Dreiecks liegen werden, dessen Spitze von den

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helferbrief eine Bescheinigung des für die landwirtschaftliche Arbeitsstelle zuständigen G e - meindevorstehers.

Quedlinburg am Vorabend der König-Heinrich-Feier.

Quedlinburg, 1. Juli. (DNB.) Die Feier der tausendsten Wiederkehr des Todestages Hein­rich I. nahm am Mittwoch mit der V er gatte - rungder SS. - Verfügungstruppe auf dem Marktplatz und dem Aufziehen der Ehren­wachen an der Heinrich-Krypta des Do­mes und an der alten Kapelle des Königshofes ihren Anfang. Ganz Quedlinburg erglänzte im Lichte vieler tausend weißer und farbiger Kerzen, die hinter den Fenstern der Häuser aufgestellt sind. Die Front des Rathauses, vor der 2000 Pylonen mit Feuerschalen stehen, ist ganz mit Blumen und

nicht mehr als sechs Monate betragen hätte, wurde das Verfahren auf Grund der Amnestie eingestellt.

Wesentlich anders lag der Fall des 26jährigen Walther Spilzberg genannt Bruder A r n o , der im Februar 1936 im St. Antonius-Stift zu Linz wegen schwerer sittlicher Verfehlungen verhaftet wurde. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, mit mehre­ren Brüdern widernatürliche Unzucht getrieben und sich als Erzieher an minder jährigen geistesschwachen Zöglingen vergan- gen zu haben. Die Vernehmung des Angeklagten entrollte ein erschütterndes Bild eines Verführten. Nach seinen Aussagen war Spilzberg schon, als er noch Messediener war, entschlossen, ins Kloster zu gehen. Nach anfänglicher Weigerung seiner Eltern kam er in das Franziskanerkloster in Waldbreitbach. Dort hatte eralsKrankenpfleger eine Sta­tion mit 35 bis 40 geistesschwachen Jungen unter sich. 1934 kam er in das Kloster Waldniel, wo er in seinem Handwerk beschäftigt wurde. Kurze Zeit spater wurde er nach Linz versetzt, wo ihm wiederum ju- gendliche Kranke anoertraut wurden. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie er denn zu den außerordentlich schweren Verfehlungen gekommen sei, erwiderte der Angeklagte, daß er in Waldbreitbach den Bruder G u a l b e r t kennengelernt habe. Gualbert sei eines Tages zu ihm in die Zelle gekommen und habe ihn verführt. Bruder Gualbert ist, als er merkte, daß man ihm auf der Spur war, nach Afrika ge»

Der Leiter der sowjetrussischen Flugzeugindustrie K a g a n o v i t s ch soll bei Bekanntgabe dieser Zahlen gesagt haben:Wir haben stets genug Flugzeuge für die Verteidigung unseres Vaterlandes. Unsere Flugzeuge werden immer höher und immer weiter fliegen und unsere Feinde notwen­digenfalls vernichten. Unsere Flugzeugwerke sind jetzt größer als irgendwelche in Europa und Amerika. Wir haben gar nicht notwendig, nach dem Westen zu blicken."

polillk und Heer in Japan.

Oberstleutnant Aizawa soll hingerichtet werden.

Tokio, 1. Juli. (DNB.) Das Kriegsministerium teilte mit, daß das Todesurteil gegen Oberstleut­nant Aizawa rechtskräftig wurde, weil seine am 8. Mai eingelegte Berufung abgelehnt worden ist. Aizawa wurde wegen Ermordung des Ge­neralmajors Nagata am 7. Mai zum Tode verurteilt. Das Kriegsministerium teilte ferner mit, daß auch die Entfernung Aizawas ans dem Heere erfolgt fei. Das Todesurteil würde bald vollstreckt werden. Die Voll­streckung wird in der Hauptstadt dahin kommentiert, daß die Armee fest entschlossen sei, mit allen Mit­teln die Disziplin wiederherzustellen. Die Ablehnung einer Begnadigung wird als Zeichen dafür gedeutet, daß auch die für den Februar- a u f st a n d verantwortlichen Offiziere mit äußer- ster Strenge zu rechnen haben werden. Trotz­dem wurde in Tokio die Aufhebung des Ausnahme­zustandes eingeleitet. Auch die Marinetruppen wur­den nach Nokusuka zurückgezogen. Die Gewährlei­stung der Ordnung wird wiederum von der Polizei übernommen.

Meiningen, 1. Juli. (DNB.) Im Schwur- aerichtssaal des Meininger Landgerichts wurde der Prozeß gegen den früheren Inhaber der ehemaligen Simson-Werke Suhl, den Juden Artur Simson, Fabrikdirektor Baetz, Oberingenieur Max Guthke, Betriebsleiter Richard Klett und Werkmeister Ernst Münch eröffnet. Der Eröff- nungsbeschluß wirft den Angeklagten Baetz und Guthke Betrug zum Nachteil des Deut­schen Reiches vor, der darin erblickt wird, daß Baetz und Guthke eine große Anzahl von in der Fabrik angefertigten Werkstücken dem Reich in Rechnung gestellt und dabei oorgetäuscht haben, die Lieferung solle für das Reichswehrministerium er­folgen. Baetz und Guthke sollen weiter angeordnet haben, daß für Heereslieferungen Material verwendet wurde, das von der Abnahmekom­mission zurückgewiesen war und das durch Schweißen und andere unzulässige Mittel wieder zurechtgemacht und dem Reich als vollwertig in Rechnung gestellt wurde. Simson selbst

tigsten und größten Unternehmen dieser Art, wurde durch die Entente als einzigem Werk das Mono­pol für Waffenlieferungen für die Reichswehr verliehen. In der Systemzeit war es der zur internationalen jüdischen Hochfinanz ge­hörigen Familie Simson möglich, unfaßbare Gewinne auf Kosten der Steuerzah­ler zu erlangen. Der nationalsozialistische Staat hat nach langwierigen Ermittelungen damit Schluß gemacht. Am 22. Dezember v. I. hat Reichsstatt­halter Gauleiter Sauckel das Werk durch nota­riellen Vertrag übernommen. Der Betrieb, der von diesem Tage an den NamenBerlin-Suhler Waffen- und Fahrzeug-Werke" trägt, wird jetzt als gemeinnützige Stiftung fortge­führt. Reichsstatthalter Sauckel konnte in jenen Tagen an die im Werk versammelte Gefolgschaft unter dem brennenden Weihnachtsbaum die Worte richten:In der Zeit, in der eure Wünsche ent­täuscht wurden und eure Hoffnungen auf die Ge­rechtigkeit in dieser Welt zerbrachen und die meisten von euch außerhalb des Betriebes arbeitslos waren, damals erwarb sich diese jüdische Familie nicht nur ein gewaltiges Vermögen, sondern erzielte : ebergewinne, die sich mit dem Handeln eines echten Kaufmannes, so wie wir in Deutsch­land es verstehen, nichts mehr zu tun hatten".

Der Prozeß wird in eingehender Beweisauf­nahme feststellen müssen, wie mit Wissen und unter Beihilfe des Juden Simson das Deutsche Reich hintergangen und betrogen worden ist. Auf Antrag des Oberstaatsanwaltes wurde vor Eintritt in die Verhandlung wegen Gefährdung der Staatssicherheit die Öffentlichkeit für die aesamte Dauer des Prozesses ausge­schlossen.

Grün verdeckt. Aus dem Blumenmeer leuchten die Jahreszahlen 9361936 hervor, dazwischen die stolze Zahl: 1000.

Mit der Front zum Rathaus war ein Sturm der SS.-Verfügunastruppe III/2 angetreten. Als der Reichsführer SS Himmler in Begleitung der SS.-Obergruppenführer Daluege,Darr6 B u ch sowie der SS.-Gruppenführer I e ck e l n Heiß meyer eintraf, spielte der Musikzug den Prasentiermarsch. Reichsführer SS Himmler schritt die Front des Ehrensturmes ab und nahm darauf- hl". die Vergatterung mit dem Losungswot König Heinrich Deutschland" vor. Trommelwirbel beendete das kurze militärische Schauspiel, das viele tausend Gäste und Quedlin­burger angelockt hatte. Reichsführer SS. Himmler begab sich darauf mit seinem Stab zum Dom und zur Heinrich-Krypta, wo in seiner Anwesenheit die Ehrenwachen aufzogen.

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ßanbiaHelinW Koblenz, 1. Juli (DNB.) In der 6. Verhand-

nen, urn oe" Mi« lungswoche im Prozeß gegen die Franziskaner- na söhnte oel drüder wurde am Mittwoch gegen den 26 Jahre Mich der . ilten W. M., genannt Bruder Genefius, aus . MilbE bem Kreise Ottweiler, und den 26jährigen Walter a-firerhoM^ Spilzberg aus Westfalen, genannt Bruder L 1 Arno verhandelt. Der Angeklagte M. gab an, 1927

in das Mutterhaus der Franziskanerbrüder nach

Landw^'' Waldbreitbach gekommen zu fein. Der erste, der . , Ije Mw.1 ich M. genähert habe, lei der Franziskanerbruder Ansgar gewesen. Ansgar f:i schon vor seinem Dern de" träft ei Eintritt in das Kloster der Polizei in Hamburg Ärde' kz,jedenste" als Homosexueller bekannt gewesen. An die Stelle i (fien Jul Ansgars fei dann Bruder 21 r c ab ins und, als in in die Koblenzer Niederlassung versetzt worden

»ran.^'.Tfihie" jl |ei, die Brüder Nikodemus, Angelikus und r............- *- - ,m

1PM) Sie Ich Eich wird mit n Verhandlungen ine Einigung zu. schlossen, daß die

am Donnerstag imi< einem Aktionsradius von 8000 weilen vor > möglichst bald d e r k ü"st e v o n Alaska ständig k r e u z k e n. e Streiks und

» her ei'* . J geueitn, uiejer uuei niu «n»

»inoerKjn iE «blehnte, M. möge sich besser zusammennehmen, ' ii -.hbienst' dann würde es schon gehen. Der Staatsanwalt be- (tiacn W cntragte eine mildere Beurteilung des Falles M., 1 19 i. der in vollem Umfange geständig war. Das Gericht

. Oktob^noU verkündete die Einstellung des Versöh­ne lens auf Grund des /Straffreiheitsgesetzes vom

^abeiÖrtM l; August 1934, da bis auf einen einzigen Falle

Vien |onbßanM ! Sj übrigen ihm zur Last gelegten Falle verjährt, t in flerri*tCl 'elen- Da die Strafe für ben restlichen einen Fall 1

flohen. Spilzberg aber sank Immer tiefer und ver­ging sich an den ihm anvertrauten Zöglingen.

Der Angeklagte ist in vollem Umfange geständig. Der Staatsanwalt beantragte drei Jahre Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzten Verbrechens gegen § 174 Z. 1 und § 175 StGB, z u vier Jahren Gefängnis. In der Urteilsbegrün­dung wird festgestellt, daß sich der Angeklagte an mehreren Ordensbrüdern vergangen und in vier Fällen mit Zöglingen widernatürliche Unzucht ge­trieben habe. Da jeder Ordensbruder, der im Klo­ster in einer Krankenstation beschäftigt sei, traft seines Ordenskleides als Autoritätsperson ange­sehen werden müsse, habe in diesem Falle d i e Erzieherschaft bejaht werden müssen. Die Strafkammer habe dem Angeklagten mildernde U m st ä n d e zugebilligt. Es handele sich dabei aber um einen Ausnahme fall, weil der Angeklagte sehr jung in das Kloster gekommen und dort in der widerlichsten Weise verführt worden sei. Weil er ein umfassendes Geständnis abgelegt und ehrliche Reue gezeigt habe, billige die Straf­kammer die mildernden Umstände trotz schwerster Bedenken, um dem Angeklagten nicht den Wieder­eintritt in ein ordentliches Leben für alle Zeit un­möglich zu machen. Infolge des Geständnisses seien fünf Monate der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet worden.

Oer Clever Gchmuggelprozeß.

Cleve, 1. Juli. (DNB.) Die Verhandlung ge­gen die fünf Franziskanerbrüder und 14 weitere Angeklagte zeigte die Skrupellosigkeit, mit der im niederrheinischen Grenzgebiet von den Angeklagten gegen die Schmuggel- und Devisenverordnungen gesündigt wurde. Der Angeklagte Mathias Koch, der bei den Schmuggeltransporten nachts Schmiere gestanden hat, gab u. a. an, daß im Petrus« heim in wenigen Monaten 140 fette, aus Holland eingeschmuggelte Schweine geschlachtet und weiterverkauft wor­den sind. Als Kraftwagenführer der Franziskaner­kolonie führte Heinrich Dimmer monatelang Ge­treidetransporte in wöchtlichen Mengen von 500 Zentnern aus. Die Begleitpapiere waren oft in Zeit und Mengenangaben von Büroangestell­ten gefälscht. Des Devisenvergehens hat sich der jetzt 70jähr. Bruder Liborius schuldig gemacht, der allein und mehrfach unter dem schützenden Ordenskleid Geldbeträge nach Holland geschmuggelt hat. Der Vorsteher der Kolonie Petrusheim, Bruder Valentin, hat vor einer Kontrolle durch Zollbeamten angeordnet, die G e. schäftsbücher zu ver st ecken. Der Ange­klagte Horstmann, der dabei behilflich war, erhielt später von Bruder Valentin 500 Mark.

Aus aller Welt.

Auftakt zum Reichskriegertag in Kassel.

Die Stadt der Reichs-Kriegertage hat ihr schön­stes Kleid angelegt. Die Häuser der Stadt tragen reichen Flaggenschmuck. Die Hauptstraßen sind von mächtigen Fahnenmasten flankiert. Zum Empfang des Bundesführers hatte sich eine große Menschen­menge auf dem mit Ehrenpforten und Girlanden geschmückten Hauptbahnhof eingefunden. Eine Ehrenkompanie des Reichskriegerbundes hatte Auf­stellung genommen, als gegen 19 Uhr der Bundes­führer SS.-Oberführer Oberst a. D. Reinhard in Begleitung des Stellvertreters General a. D. von Kuhlwein und des Generals a. D. von Enckevort eintraf. Nach der Begrüßung durch den Landesführer Generalleutnant a. D. Fett und den Oberbürgermeister Dr. Lahmeyer schritt der Bundesführer die Front der Ehrenkom­panie ab. Er gab feiner großen Freude darüber Ausdruck, daß er in der Ehrenkompanie zwei alte Veteranen gefunden habe, die dem Deutschen Reichs­kriegerbund schon über 60 Jahre angehören. Den Auftakt des Reichskriegertages bildete am Abend ein großes Militärkonzert im Volkspark Schönfeld, an das sich ein Riesenfeuerwerk anschloß.

Oie Wehrmacht übergibt das Olympische Dorf.

Mit einer kurzen Feier übergab die Wehrmacht das von ihr errichtete Olympische Dorf dem Organi­sationskomitee für die XI. Olympischen Spiele Berlin 1936. Ein Fahnenmarsch, gespielt von dem Musik­korps ^des Jnf.-Lehr-Batls. leitete den kurzen Fest­akt ein. Dann übergab der Kommandant des Olym­pischen Dorfes, Oberstleutnant Freiherr von und zu Gilsa, dem Organisationskomitee das Olympische Dorf mit einer tunen Ansprache, in der er ausführte, daß das vor mehr als zwei Jahren durch den Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg versprochene, im Auftrage der Wehrmacht von dem Architekten Werner March erbaute Olympische Dorf fertig dastehe und bereit fei, die olympischen Kämpfer aus 53 Nationen auf­zunehmen. Im Namen des Organisationskomitees dankte Präsident Staatssekretär a. D. Lewald dem Kommandanten. Wenn jetzt das Dorf 5000 Olympia-Kämpfer aufnehmen könne, so sei diese Zahl noch nicht ausreichend. Dank des Entgegenkom­mens des Reichsluftfahrtministers, Generaloberst Göring, aber hoffe das Organisationskomitee, alle Olympiakämpfer, wenn nicht im Olympischen Dorf, so doch in den umliegenden Baulichkeiten ber Luft­waffe unterzubringen. Präsident Lewald dankte dann noch einmal jedem einzelnen, der am Ent­stehen und der Gestaltung dieses paradiesischen Plätzchens teilgehabt habe, beflügelt von dem Kraftstrom, der uns alle von unserem Führer und Kanzler zuströme. Langsam stieg dann unter den Klängen der nationalen Lieder die olympische Flagge am Mast empor. Das Olympische Dorf war vom Organisationskomitee übernommen.

Oie Reichshauptstadt ehrt Max Schmeling.

Max S ch m e 1 i n g hat sich im Berliner Rathaus in das Goldene Buch der Stadt Berlin einge­tragen. Staatskommissar Lippert empfing den deutschen Meisterboxer in seinen Amtsräumen. Die Reichshauptstadt sei stolz darauf, den größten Kön­ner des deutschen Boxsports, der Deutschlands Farben so eindrucksvoll im Auslande vertreten habe, zu ihren Bürgern zu zählen. Er sei daher auch der erste Berufssportler, dessen Unterschrift in dem Goldenen Ehrenbuch der Stadt Berlin stehen werde.

Nach der Eintragung wurde Max Schmeling von Dr. Lippert noch die Olympia- Bronzeplakette der Reichshauptstadt über­reicht, die sonst nur die Mannschaftsführer der Olympiakämpfer aus den verschiedenen Ländern er­halten. Nach Dankesworten erklärte Schmeling, daß leider fein erst unlängst vollständig eingerich­tetes Landhaus, das während eines schweren Ge­witters vom Blitz getroffen wurde, niedergebrannt fei. Er habe nicht einmal die notwendigsten Anzüge retten können. Der Nervenzusammenbruch seiner Gattin, Anny O n d r a, habe sich als so schwer- wiegend erwiesen, daß sie die in den nächsten Tagen angesetzten Filmaufnahmen um etwa vier Wochen verschieben mußte. Er werde mit seiner "Frau vor­aussichtlich bis auf weiteres in seinem kleinen Jagd­haus Quartier beziehen, um dort endlich die schon lange ersehnte Ruhe und Ausspannung zu finden.

Oer Mainzer Gistmordprozeß.

Im Giftmordprozeß Vogler wurden die Aerzte vernommen, welche die Opfer der Angeklagten be» handelt hatten. Dr. D r e s s e l, der 24 Stunden nach dem Tode des Gastwirts. Vogler um Mitter­nacht an dessen Leiche gerufen wurde, fand im Zim­mer etwa acht Personen, die sich in lebhafter Unterhaltung befanden. Während die An­wesenden alle zur Sektion geraten hätten, habe Frau Vogler dies abgelehnt.

Die Untersuchungen der Aerzte hatten bei allen Kranken durchweg Nervenentzündungen angenommen. In vielen Fällen glaubten einzelne

Aerzte wohl an eine Vergiftung, hatten aber eine Alkohol- oder Nikotinvergiftung im Auge. Als erster Arzt hatte Dr. Kino-Frankfurt am Main den Verdacht auf Thallium-Ver­giftung geäußert, diese Ansicht aber wieder fal­len gelassen.

Dr. Burgmann erklärte über die Krankheits- erscheinnungen des ermordeten Friseurs Seitz, daß S. sehr oft irre gewesen sei und ihn alsBürger­meister Ehrhard" angeredet habe. Die Erwähnung dieses Namens war deshalb besonders überraschend, weil am ersten Verhandlungstag mehrfach von dem mysteriösenOnkel Ehrhard" die Rede war, der seinerzeit an der Beschaffung der Gifttabletten beteiligt gewesen sein soll, den aber Frau Vogler niemals, gekannt haben will.

Zwei Augenärzte, Dr. H e i tz und Professor Dr. Göring, erklärten, bei Keim habe die Sehkraft teilweise nur Vto der Normalsehkraft betragen, sie sei dann aber wieder auf etwa Vis angestiegen. Georg Vogler sei zeitweise vollkommen blind gewesen. Er müsse auch noch als praktisch blind gelten. Eine wesentliche Besserung sei wohl nicht zu erwarten.

Oas Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.

Die Beweisaufnahme im Berliner Bau- Unglücksprozeß erreichte einen neuen Höhe­punkt mit der Vernehmung des Regierungs- und Baurates S ch u p p a n vom Berliner Polizeipräsi­dium. Dieser Zeuge äußerte sich über die Entwick­lungsgeschichte des Baues der Nord-Süd-8-Bahn so­wie über die nach dem Einsturz auf wissenschaft­licher Grundlage durchgeführten Vermessungsarbei­ten zur Ermittlung der E i n st u r z u r s a ch e. Er führte u. a. folgendes aus:

Der erste Entwurf für das Teilstück Branden­burger Tor-Potsdamer Platz ging beim Polizei­präsidium am 19. 6. 1934 ein. Beschwerden der Stadt führten zum Bericht an das Reichsverkehrs­ministerium, das die Einsprüche ablehnte. Es kam am 7.12.1934 zur landespolizeilichen Begutachtung des ersten Entwurfes, und am 12. Dezember fand bann die Vergebung der Arbeiten für die Strecke statt.

Der zweite Entwurf (Verbreiterung der Bau­grube) ging am 16. März 1935 ein und wurde landespolizeilich begutachtet am 9. Mai 1935. Auch gegen ihn legte die Stadt Beschwerde ein, so daß die Sache wiederum an das Ministerium gehen mußte. Erst am 25.6. wurde mitgeteilt, daß der Oberbürgermeister seine Beschwerde zurückgezogen habe, so daß der Entwurf, wie er nachher zur Ausführung gelangte, am 28.6. endgültig begut­achtet werden konnte und somit zur Ausführung reif wurde. Also haben die landespolizeilichen Ver­handlungen über den letzten Entwurf vom 16.3. bis zum 28.6. gedauert. Ein zweites Verfahren wurde dann anhängig, und zwar das landespoli­zeiliche Genehmigungsverfahren über die Verlegung der Straßenbahn auf den Teil zwischen den beiden Fahrdämmen auf dem Reitweg. Der Antrag wurde von der Straßenbahn am 8.10.1934 gestellt und am 13.10. genehmigt. Am 19. Januar konnte die BVG. melden, daß die Gleisverlegung genehmi­gungsgemäß ausgeführt war.

Im Anschluß daran äußerte sich Baurat S ch u p - p a n über seine Eindrücke an der Unglücksstelle und erklärte, daß sich ein klares Bild erst dann gewin­nen ließ, als der östliche Rettungsstollen bis zur Sohle heruntergetrieben war und die Träger 239 bis 248 freigelegt und vermessen werden konnten.

Der Zeuge ging anschließend zur Erörterung der Vermessungspläne und Zeichnungen über.

Eine polnische Gesellschaft zur Bekämpfung des Kommunismus.

Warschau, 2.3uli. (DNB, Funkspruch,) Unter Führung der Verbände der polnischen Front­kämpfer wurde in Warschau eine Gesellschaft zur Bekämpfung des Kommunismus in allen feinen Erscheinungsformen gegründet. Sie erhielt den NamenSelbstschutz der Bevölkerun g". Aufgabe der neuen Gesellschaft ist esr dem Einfluß des Kommunismus durch wissenschaftliche und populäre Veröffentlichungen, durch Vorträge, Versammlungen und Bildungskurse entgegenzutreten und insbesondere die Behörden im Kampf gegen die Anarchie, die pornographische Literatur, umstürzlerische, zersetzende und religions- feindliche Elemente zu unterstützen. Gleichzeitig soll durch die Wirksamkeit der Gesellschaft der Wehr- gebaute in Polen gefördert werben.

Schwere Gewitter über Berlin.

Die Reichshauptstadt und ihre Vororte wurden erneut von einer Reihe von Gewittern heim- gesucht, die zum Teil außerordentlich schwer waren. Zahlreiche Blitzschläge und Wolkenbrüche richteten in verschiedenen Stadtteilen verheerenden Schaden an. Sämtliche Wachen der Berliner Feuerwehr hatten Ausnahmezustand. Weite Strecken des Straßenbahnnetzes konnten wegen Ueberschwem- mungen nicht befahren werden, und einzelne U.- Bahn-Abschnitte mußten ebenfalls zeitweise wegen Ueberflutung außer Betrieb gesetzt werden. Die Feuerwehr hatte lange zu tun, um die Schäden zu beseitigen.