scheu bei starkem Verkehr, das falsche Einbiegen in Seitenstraßen, das Mchtbeachten der Wege- und Verkehrszeichen — das alles sind Erscheinungen, die Menschenleben gefährden und dem Verkehrstod dauernd neue Opfer zuführen. Auch hier ist es nur eine Frage der Disziplin. Fahrer, die alle Sorgfalt im Verkehr walten lassen und die auch an sich selbst ein wenig denken, werden mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit von Unfällen verschont bleiben. Ueberhaupt scheint es, als ob die rasenden Fahrer, die es so eilig haben, daß sie mit Sekunden geizen und die dann nachher Monate im Krankenhaus zubringen müssen, immer wieder übersehen, daß der Verkehrsunfall durchaus keine einseitige Angelegenheit ist. Wie oft müssen die Schuldigen gleich an Ort und Stelle mit ihrem Leben büßen oder sie erleiden derart schwere Verletzungen, daß sie für immer zum Krüppel werden. Das mögen die Kilometerfresser endlich einmal beben- fen? wenn sie ungeduldig am Steuer sitzen und am liebsten einem von einem vorsichtigen Fahrer gelenkten und vor ihnen in normalem Tempo dahin» fahrenden Wagen einen Stoß geben möchten, um ihn zu größerer Geschwindigkeit anzutreiben. Schnelligkeit ist ganz gewiß eine schöne Angelegenheit, sie findet aber an den Gesetzen der Sicherheit und der Verkehrsordnung ihre Grenzen.
So bleibt denn schließlich noch der Fußgänger, dessen Sündenregister ebenfalls lang ist. Ist weder dem Kraftwagen noch dem Fahrrad das Recht der alleinigen Beherrschung der Straße in« und außerhalb der Stadt zuzusprechen, so ist auch der Fußgänger deswegen noch längst nicht der alleinige Herr der Verkehrswege. Einer hat auf den andern Rücksicht zu nehmen, der Mann am Steuerrad hat sich ebenso vorzusehen wie der Fußgänger beim Ueberschreiten der Straßen. Ja, dem Fußgänger fällt auch noch die Pflicht zu, besonders auf spielende Kinder zu achten, die sich mit Vorliebe Fahrwege aussuchen, so daß immer wieder Kinder in größerer Zahl unter den Verkehrsopfern zu finden sind.
Ziehen wir eine Bilanz der Verkehrsunfälle und ihrer Verhütung, dann können wir nur von neuem die Forderung nach stärkster Strahendiszi- p l i n erheben. Ohne Disziplin kann weder eine Arbeit zum guten Ende geführt werden noch ein Volk sein Dasein behaupten, noch ein so komplizierter Verkehr wie der Straßenverkehr in voller Ordnung abgewickelt werden. Vergessen wir aber nicht, daß vom Kraftwagen Hunderttausende deutscher Volksgenossen leben, daß jeder Unfall die unmittelbaren Zeugen derart erschüttert, daß sie, sofern sie sich bis dahin mit der Absicht trugen, einen Kraftwagen zu erreichen, wahrscheinlich von diesem Plan wieder abkommen werden. Den Rückschlag erleidet dann der deutsche Arbeiter der Automobil- und der Zubehörindustrie. Wer die Motorisierung Deutschlands anstrebt und selbst dazu beiträgt, der hat dann die unabweisliche Pflicht, sich so auf der Straße zu verhalten, daß die Zahl der vermeidbaren Unfälle aus der Unfallstatistik verschwindet.
Schwerer Unfall des Musikzuges der GG.-Leibstandarie.
Der im ganzen Reich durch seine Konzerte beliebte Musikzug der SS. -Leibstandarte wurde von einem schweren Unfall betroffen. Der Musikzug befand sich in zwei Autobussen auf der Heimkehr von einer Konzertreise im Westen des Reiches. Zwischen Burg (bei Magdeburg) und Genthin durchfuhren die Wagen im langsamen Tempo eine stark ansteigende Strecke. Aus der entgegengesetzten Richtung kam von Genthin her ein Lastwagen mit Anhänger, der auf der durch einen niedergegangenen Wolkenbruch schlüpfrig gewordenen Asphaltdecke ins Schleudern geriet. Der Fahrer konnte den schweren Zug nicht mehr zum Halten bringen und fuhr gegen einen Baum. Hierbei rutschte der Anhänger so unglücklich über die Straße, daß er mit voller Wucht die Seitenwand des zweiten Autobusses der SS.-Leibstan- barte in ihrer ganzen Länge aufriß. Zwei Männer des Musikzuges waren sofort tot, zwei Mann starben kurz nach ihrer Einlieferung im Kreiskrankenhaus. Außerdem befinden sich im Krankenhaus zur Zeit noch sechs Schwerverletzte und eine Anzahl von Leichtverletzten. Der erste Autobus, der die Höhe bereits überwunden hatte, bemerkte von dem Unfall nichts; erst in Berlin erfuhren die Männer von dem furchtbaren Unglück, das ihre Kameraden betroffen hat. Als die Meldung von dem Unfall in Lichterfelde bekannt wurde, eilte Obergruppenführer Sepp Dietrich sofort zur Unfallstelle und zu den verletzten Kameraden.
♦
Die Nachricht von dem schweren Schicksalsschlage, der den im ganzen Reiche außerordentlich beliebten Musikzug der SS.-Leibstandarte betroffen hat, wird in der gesamten deutschen Bevölkerung mit Erschütterung und innigem Mitgefühl ausgenommen werden. Die Nation senkt ihre Fahnen in tiefer Trauer um die in Ausübung ihres Dienstes so jäh aus dem Leben gerissenen SS.-Männer.
DieFiuanzlaoe derReichsbahn
Essen, 1. Juli. (DNB.) Der Verwaltungsrat der Reichsbahn beschäftigt sich mit Finanzfragen. Ein Ueberblick der Einnahmeentwicklung des ersten Halbjahres 1936 zeigt einen Zuwachs von 9,2 v. H. gegenüber dem Vorjahre; dabei entfällt auf den Personen- und Gepäckverkehr eine Mehreinnahme von 5,5 v. H., auf den Güterverkehr eine solche von 12,3 v. H. Den erhöhten Einnahmen aus verstärkten Verkehrsleistungen stehen erheblich vermehrte Betriebsausgaben gegenüber. Der Verwaltungsrat gab seine Zustimmung zu einem Fahrzeugbeschaffungsprogramm von 80 Millionen RM.
Beim Mitteleuropäischen Reisebüro hat die Umsatzsteigerung auch im Jahre 1935 angehalten. Die Steigerung beträgt gegenüber 1934 rund 9 v. H. Das MER. unterhielt am Jahresschluß 269 Inlands- und 844 Auslandsvertretungen, insgesamt also 1113 Vertretungen. Die Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr (RDV.) konnte in dem starken Besuch der 4. Olympischen Winterspiele einen guten Erfolg ihrer intensiven Werbearbeit verzeichnen. Die Werbung für die 11. Olympischen Spiele in Berlin und für die Segel-Olympia in Kiel wurde von Monat zu Monat weiter gesteigert. Das Netz der Auslandswerbestellen der RDV. beträgt 28 RDV.-Stützpunkte und Vertretungen, zu denen 5 nur für die Olympiawerbung eingerichtete Auskunftsstellen treten. Auch die Mitropa hat im Jahre 1935 einen weiteren Aufschwung erzielt, der in einer Umsatzsteigerung von ungefähr 8 v. H. seinen Ausdruck fand. Die Mitropa hatte im Sommerverkehr täglich 190 Schlafwagen, 228 Speisewagen und 41 Küchenpackwagen.
Genfs Antwort an den Negns.
Blum und Eden begründen das Versagen des Völkerbundes.
Genf, 1. Juli. (DNB.) Die Vormittagssitzung der Völkerbundsoersammlung begann mit der Warnung des Vorsitzenden van Zeeland, keine Ruhestörungen mehr zu unternehmen, andernfalls ftrenaere Maßnahmen ergriffen werden müßten. Der Vertreter Kolumbiens erklärte, da sich gezeigt habe, daß der Völkerbund nicht funktioniere, müsse man wenig st ens die Grundsätze retten. Es sei besser, daß sich der Völkerbund in Zukunft auf das beschränke, was er wirklich durchzuführen fähig sei, als ihn weiter mit überspannten Ausgaben und Idealen fortbestehen zu lassen, die er nie erfüllen könne. Der Plan der Gründung eines lateinamerikanischen Völkerbundes werde im Herbst vor dem Panamerikanischen Kongreß zur Behandlung kommen. Die- ser Bund solle im Rahmen des Völkerbundes bestehen, der regionale Bünde ja befürworte.
Oer französische Ministerpräsident Leon Slum
sagte u. a.: Die Ereignisse nach dem 7. März lege man so aus, als begründeten sie in der französischen Außenpolitik eine Periode der passiven Resignation, in der sich Frankreich alles gefallen lasse und erst recht hinsichtlich der anderen alles hinnehme. Beides sei ein schwerer Irrtum. Gewiß hat Europa erwartet, daß die militärische Besetzung der Rheinlandzone ebenfalls eine militärische Antwort Hervorrufen werde. Frankreich hat sie nicht gegeben. Es hat die Lösung einer so gefährlichen Krise nur im internationalen Verfahren gesucht. Anstatt zu mobilisieren, hat es die Garantiemächte des Locarnovertrages angerufen. War das eine Schwäche? Sind 'wir so weit gekommen, daß Europa heute meint, ein Volk schwäche und deklassiere sich, wenn es sich auf die Waffen des Rechtes beschränkt? Frankreich sei in einem großen Umbruch begriffen, der sich ohne Gewalt vollziehe. Wohl ist unser inneres Leben sehr bewegt, aber ein Volk schwächt sich nicht, sondern wird stärker, wenn seine innere Energie zunimmt. Ein Volk hängt um so mehr an seiner Unabhängigkeit, je freier es in einer gerechten Gesellschaftsordnung lebt. So steht es heute mit Frankreich.
Die Ursache für das Versagen des Völkerbundes liege nicht im Pakt, sondern in seiner verspäteten, unbestimmten und zweideutigen A n w e n d u n g. Die Paktver- pflichtungen müssen deshalb verstärkt werden. Der gleiche Selbsterhaltungstrieb, der die Völker ihre Rüstungen verstärken lasse, müsse sie dazu bringen, s i ch enger zusammenzuschließen. Die Rüstungen dienten zur Aufrecht- erhaltung des Friedens, aber die auf eine Koa
lition der Rüstungen gegründete kollektive Sicherheit könne kein dauerhaftes Friede nsin st rument fein. Aus der abessinischen Erfahrung müsse die Lehre gezogen werden, daß die kollektive Sicherheit in einer überrüsteten Welt die Starken vor eine zu grausame Wahl stelle. Wenn man in der Erfüllung seiner Verpflichtungen bis zum äußersten gehen wolle, so muß man die Gefahr eines Krieges auf sich nehmen.
Die französischen Reformpläne beschränkten den Beistand auf die geographisch und politisch dem angegriffenen Staat am nächsten stehenden Ländern, aber auch so bleibe das Risiko eines Krieges bestehen und müsse mutig getragen werden, obwohl dieser Gedanke heute beinahe als eine lächerliche .Utopie erscheine. Aber ohne Abrüstung könnten die internationalen Schiedssprüche keine Wirkung haben und die friedlichen Sanktionen nicht abschrecken. Kollektive Sicherheit und Abrüstung bedingten sich gegenseitig. 3n diesem Sinne werde Frankreich seinen Einfluß geltend machen und vor keiner Initiative zurückfchrecken.
Der Völkerbund müsse an die Länder, die Rechtsbrüche begangen hätten, die wesentliche Frage stellen, ob sie entschlossen seien, an dem Werk des entwaffneten Friedens im Rahmen des neuerstandenen Völkerbundes mitzuarbeiten. Sie müßten gefragt werden, welche Abrichten sie hegten und welche Garantien sie vorschlagen wollen. Die italienische Denkschrift stelle einen wertvollen Beitrag in diesem Sinne dar. Es sei zu wünschen, daß die deutsche Antwort auf den englischen Fragebogen ihrerseits den Ausgangspunkt für einen politischen Wiederaufbau Europas bilden könne. Keine Macht könne ihre Mitarbeit verweigern, wenn sie sich einem gemeinsamen Willen aller gegenübersehe. Wenn sie sich außerhalb der Gemeinschaft halte, so zwinge sie alle anderen Völker zu immer schärferer Aufrüstung, während doch die Welt Ruhe haben wolle.
Der Vertreter der Südafrikanischen Union forderte den Völkerbund auf, in elfter Stunde d i e Kollektivaktion gegen Italien, die im Oktober 1935 von 50 Nationen in seltener Einmütigkeit beschlossen worden sei, fort« zusetzen. Der Verzicht auf eine entschlossene Kollektivaktion unter Verletzung von feierlich übernommenen Verpflichtungen sei ein Verrat am Weltfrieden und am Völkerbund. Die Mitarbeit der Südafrikanischen Union werde in Frage gestellt, wenn der Völkerbund seinen Verpflichtungen nicht nachkomme.
England beantragt Aushebung der Sanktionen.
Oer englische Außenminister <§den führte bann u. a. aus: Wir haben gestern einen Aufruf des Kaisers von Abessinien gehört, der mit einer Würde vorgetragen wurde, die die Sympathie eines jeden von uns erweckt hat. Die Anwendung der Sanktionen haben nicht den Zweck erfüllt, dem sie dienen sollten. Nach unserer Meinung könnte nur eine militärische Aktion heute ein Ergebnis erzielen. Ich kann, nicht glauben, daß in der heutigen Weltlage eine solche militärische Aktion für möglich gehalten werden könnte. Unter den bestehenden Umständen kann die Fortführung der Sanktionen keinen nützlichen Zweck verfolgen. Die britische Regierung ist aber der Meinung, daß die Versammlung i n keiner Weise die italienische Eroberung Abessiniens anerkennen sollte.
Zu L6on Blums heuttgenAusführungen erklärte Eden, daß feine Regierung an der Aufgabe, die Autorität des Völkerbundes wiederherzustellen, mitarbeiten werde. Das ideale System der kollektiven Sicherheit fei fo geartet, daß in ihm alle Völker bereit wären, militärisch gegen je» den Angreifer vorzugehen. Wenn dieses Ideal augenblicklich nicht erreicht werden könne, und er fei mit L6on Blum der Meinung, daß eine schwer gerüstete Welt die Erreichung erschwere, so müßte nicht notwendigerweise die Satzung abgeändert werden, sondern die Methode, um ihr Nachdruck zu verschaffen. Es fei wesentlich, daß allen Ländern genügend Zeit gegeben werde, diese Frage zu prüfen. Deshalb schlage er vor, daß die Septemberversammlung das Problem in Angriff nehmen solle. In den letzten Tagen habe er als Ratspräsident Gelegenheit gehabt, mit ver
schiedenen Abordnungen in Fühlung zu treten. Er habe dabei ein Übereinstimmung der Ansichten über viele Fragen angetroffen und insbesondere darüber, daß der Völkerbund fortfahren müsse zu versuchen, seine Mission zu erfüllen.
Oer Eowjetkommissar Litwinow
hielt darauf eine wie üblich mit versteckten Ausfällen gegen Deutschland gespickte Rede, in der er die Verstärkung des Völker- bundspaktes forderte. Aus den Ursachen des abessinischen Mißerfolges müsse man Lehren für die Verhütung ähnlicher Vorkommnisse in der Zukunft ziehen. Artikel 16 berge starke Möglichkeiten in sich, die beim abessinischen Krieg aus vielfachen Gründen, z. B. auch wegen der „anderweitig in viel stärkerem Mahstabe betriebenen Kriegsvorbereitungen", bei weitem nicht ausges chöpft worden seien. Die Unvollkommenheit des Paktes beruhe auf feinen Lücken und Unklarheiten. Er enthalte keine klare Definition des An- griff es und sehe fein Organ für dessen Feststellung vor. Die Durchführung wirtschaftlicher Sanktionen müsse für alle Staaten obligatorisch werden, und diese in Ausnahmefällen Hand in Hand mit militärischen Maßnahmen gehen. Bis man aber soweit sei, müsse Europa mit einem Netzwerk von Regionalpakten überzogen werden. Als stärkste (Garantie für den Frieden betrachte die Sowjetunion nach wie vor die totale Abrüstung. Solange diese radikale Maßnahme nicht getroffen werde, bleibe nichts anderes übrig, als den Völkerbund, d. h. die kollektive Sicherheit und den Grundsatz der Unteilbarkeit des Friedens, zu verstärken.
Die italienischen Völkerbunds-Ioumalisten aus dem Kanton Genf ausgewiesen.
Genf, 2. Juli. (DNB.) Die während der Sitzung der Dvlkerbundsversammlung vorn Dienstag verhafteten italienischen Journalisten wurden am Mittwoch aus dem St. Antonien-Ge- fängnis entlassen. Sie begaben sich zu Fuß und unter Bewachung von Polizisten in Ziviel ins nahegelegene Polizeigebäude, wo der italienische Gesandte der Schweiz, T a m a r o , und der italienische Generalkonsul in Genf, Speiser, anwesend waren. Den Jouralisten wurde zur Kenntnis gebracht, daß gegen sie ein A u s w e i s u n g s b e - fehl vom Kanton Genf erlassen worden sei. Der Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements des Kantons Genf, Staatspräsident N i k o l e, teilte den Journalisten mit, daß sie den Kanton b i s Mitternacht zu verlassen hätten. Da die Bekanntgabe erst um 22.30 Uhr »erfolgte, der letzte Zug nach Italien aber bereits um 22.52 Uhr ab- geht, bestand für die Journalisten keine Möglichkeit mehr, in ihre Hotels zurückzukehren und ihr Gepäck zu holen. Sie beschlossen daher, in Kraftwagen nach dem waadtländischen Ort Moppet zu fahren. Um 23.50 Uhr setzte sich die Wagenkolonne nach (Toppet in Bewegung.
*
Das Verhalten der italienischen Journalisten wird i n R o m von maßgebender italienischer Seite als eine spontane und in keiner Weise an» geordnete Kundgebung gekennzeichnet. Die anwesenden Italiener konnten nicht umhin, gegen den früheren Herrscher eines Landes zu protestieren.
in dem die abscheulichsten Greueltaten begangen wurden. Kundgebungen des Mißfallens sollten ebenso zugelassen sein wie solche des Beifalles und der Zusttmmung. Auch hätten die italienischen Journalisten niemanden beschimpft oder persönlich belästigt, während eine dem Völkerbundssekretariat nahestehende Zeitung fast täglich Angriffe gegen Italien erhebe. — Die norditalienischen Blätter geben der stärksten Entrüstung und Empörung über die Behandlung der italienischen Journalisten in Genf Ausdruck und nehmen das Ereignis zum Anlaß, noch einmal mit aller Deutlichkeit den italienischen Standpunkt vorzubringen. Die Turiner „Gazzetta del Popolo" schreibt, mit einer solchen Handlungsweise, wie sie die Behandlung der italienischen Journalisten darstelle, dürfe der Völkerbund nicht hoffen, den eigenen Ruf zu heben und die Wiederaufnahme der europäischen Zusammenarbeit fördern zu können. Die Episode sei ein neuer Beweis dafür, daß der Völkerbund, wenn er leben wolle, eine dringende Reform nötig habe. Der Mailänder „Sortiere della Sera" betont, Italien habe die Angelegenheit mit Abessinien nach 40 Jahre geregeltund zwar a u f endgültige Weise. Das hätten auch die offenen und versteckten Feinde Italiens zur Kenntnis zu nehmen. Noch einmal sei zu wiederholen, daß Genf Italien weit nötiger habe, als Italien Genf. Die Vergangenheit habe den Beweis dafür geliefert, die Zukunft werde dies bestätigen.
Die Pariser Presse zur Rede Leon Blums.
Paris, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) Zu Löon Blums Rede in Genf gibt „Matin" zu verstehen, man hätte er gern gesehen, wenn Blum nachdrücklicher auf die Angriffe geantwortet hätte, die d e r N e g u s am Tage zuvor gegen Frankreich gerichtet hatte, wenn er auch zugibt, daß durch die geschickte Zurückhaltung vielleicht eine fruchtlose Polemik vermieden worden sei. Die Rede Blums in ihrer Gesamt- heit sei namentlich bei den Russen und bei der Kleinen Entente mit großer Befriedigung ausgenommen worden. Der Berichterstatter des „Journal" in Genf hebt hervor, daß die Stelle der Blum- Rede über die Sicherheit großen, die Stelle über die Abrüstung jedoch wenig Beifall gefunden habe. Selbst innerhalb des Völkerbundes glaube man also nicht mehr an die Abrüstung. Das „Petit Journal" findet die Rede würdig und gehaltvoll. Löon Blum müsse Europa den französischen Frieden geben, heißt es in dem Blatt.
„Echo de Paris" schreibt, Blum hahe seiner mit kriegerischem Alarm angestimmten Rede als Hinterarund gewisse Abrüstungsandeutungen geben wollen, so wie die italienischen Maler ihre dunklen Gemäldemotive durch eine herrliche Landschaft als Hintergrund heller machen. Aber Europa sei für den Augenblick diesesgelobteLandversagt. — „Oeuvre" behauptet, die Worte Blums hätten den Völkerbund für den Augenblick gerettet. — „Le Jour" schreibt, Blum fordert Europa zum Wettrüsten auf. — Der „Quotibien" dagegen erklärt, Blum erlasse an die Regierungen Europas einen Aufruf zum ab- gerüfteteten Frieden. — Im „Figaro" heißt es u. a., die Rede fei ein politifcher Irrtum, denn die Ausführungen hätten keine Beziehungen z u r W i r k l i ch k e i t.
Immer noch Andauer der Gireiks in Frankreich.
Paris, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Zahl der Streikenden in ganz Frankreich wird mit 154 302 angegeben. Nach längeren Verhandlungen ist in der Präfektur in Metz eine Einigung zustande gekommen. Es wurde beschlossen, daß Die Räumung der Fabriken am Donnerstag um 6 Uhr beginnen und die Arbeit möglichst bald wieder aufgenommen wird. Neue Streiks und Werkbesetzungen werden aus folgenden Ortschaften Lothringens gemeldet: Bürbach, Angevillers, Hayangen, Fontoy und Roncourt. In Lille ist der Z e i t u n g s st r e i k durch einen Schiedsspruch des Präfekten beendet worden. In Nizza wurde in der vergangenen Nacht eine vorläufige Einigung im Gaststättengewerb-e erzielt. Die Hotels an der französischen Riviera werden am Donnerstag wieder geöffnet. Die Verhandlungen über den Einheitsrahmentarif dauern noch an. Im Pariser Zeitungsgewerbe wurde von Verlegern und Setzern der Schiedsspruch des Arbeitsministers gefordert, über dessen Annahme oder Ablehnung beide Verbände zu entscheiden haben werden.
Gerüchte um Baldwin.
L o n b o n , 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Times" erklärt die in Umlauf befinblichen Gerüchte über einen Rücktritt Balbwins als p h a n t a st i s ch , hält es aber für möglich, daß der wachsenden Aufgaben des Kabinetts wegen der Ministerpräsident nur an zwei Tagen in der Woche auf Fragen im Unterhaus antworten werde, die direkt an ihn gerichtet feien. Auch „Daily Telegraph" erklärt alle Gerüchte, daß sich Baldwin mit Rücktrittsgedanken trage, als jeder Unterlage entbehrend. „News Chronicle" gibt der Meinung Ausdruck, baß nur eine rasche Wieberherstel- lung seiner Gesundheit und persönliches Bemühen, sein Ansehen wieder herzustellen, den Ministerpräsidenten halten könne. „Daily Expreß" hält es für möglich, daß Baldwin das Amt des Ministerpräsidenten gegen das des Lordsiegelbewahrers, des Lordpräsidenten ober eines Ministers ohne Geschäftsbereich austauschen werde.
Reichsminister Rust im Gan Heffen-Aassau.
NSG. Von der Feier des 550jähtigen Bestehens der Universität Heidelberg kommend, traf am Mittwochmittag Reichsminister Rust in Weilburg ein und übergab das neu hergerichtete Mann- schaftshaus „Wind Hof" der Hochschule für Lehrerbildung in Weilburg in einem feierlichen Akt feiner Bestimmung. Zu der Feier waren der Oberpräsibent der Provinz Hessen- Nassau, Prinz Philipp von Hessen, (Bau« amtsleiter Lange, als Vertreter des Gauleiters, und zahlreiche andere führende Persönlichkeiten von Partei und Staat erschienen. Die Schulen der näheren Umgebung und die Landjahrheime des Kreises Oberlahn waren gekommen, um den Minister zu begrüßen. Am Nachmittag wohnte der Minister einem K i n d e r f e st anläßlich der Weil- burger Kirmes bei, das von der Weilburger Volksschule und den Studenten der Lehrerhochschule gestaltet wurde.
Weibliche Hilfe in der Landwirtschaft.
Berlin, l.Juli. (DNB.) Amtlich. Die Aufgaben der Landwirtschaft fordern den Einsatz aller verfügbaren Arbeitskräfte, Staat und Partei sind bemüht, in verschiedensten Formen auch die deutschen Mädchen zur Hilfe in der Landwirtschaft heranzuziehen. Wenn die gesetzlich bereits festgelegte Arbeitsdienst- pflicht für die weibliche Jugend eingeführt ist, bann wirb hier eine Hilfsquelle erschlossen sein. Der Reichsminister bes Innern und der Reichsarbeitsführer haben sich auch damit einverstanden erklärt, daß Diejenigen Mädchen über 17 Jahren nicht mehr zur Ableistung der künftigen Arbeitsdienstpflicht der weiblichen Jugend herangezogen werden, die nachweislich vor dem 1. Oktober 19 37 freiwillig wenigstens neun Monate Landarbeit geleistet haben. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Arbeit a) im freien landwirtschaftlichen Arbeitsverhältnis ober b) in der Landhilfe ober c) in einem BDM.-Umschulungslager verrichtet worden ist. Als Nachweis gilt außer Dem Land-
ti* ter - l^arktM
an - '»“An? •’ giS-i • öt-
MN
Mit
Idn, Ml [räfle. die St besteht innerha! tperöen können. M «« ■#! Dreiecks liegen Zladten Spokone Im Staate 0rego Utah gebildet nx der erste dieser t deren Bau der f Zuwendungen b Alaska gebaui wahrscheinlich ti Ilorökvesllüsl gen sollen. Die 1 langem das Sor gewesen. Vor roei vor dem Untersuck 250 ans Stahl g- Ueseroeoffiz mit einem Aktion derkü^te von
Mgekistai
London, IT berichtet, baß im park eine 3e gegenüber d
Sa«:
Ähabtt
Deiningen geridjtsN der 1 Prozetz gegen bei Sinison-We Simfon, Fak Max Guthke, Werkmeister Ec nunasbeschluß D Tuthke Betru Ichen Reiche «netz unb Gull ÖQbrif angefer Mnung nefteü Nerun9 tolle
B--4 M W». M füi »«rw'nöef „ juriitf( urtö ; W« uni
S « Mif ’JMt.
S*n« betoul i !*• Ä
Sei at'
GkL 1 n feeren $
Nein
No ottl1 { aus S das Mit. i fi»86 -2'"° ptritt i„
l1 'n Di?1 °Qnn Me ftr.-fMen,
fei11?


