Donnerstag, 2. Juli 1936
Ur. 152 Erstes Blatt
186. Jahrgang
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger sür Oberhessen
Michsparieiiag Weimar 1926
Der Tod am Kreuzweg.
Die meisten Verkehrsunfälle spielen sich an den Straßenkreuzungen ab. Hier werden auch vorsorglich die Warnungszeichen errichtet, die leider nur zu oft die gewünschte Wirkung nicht ausüben. Wollte man allerdings jeden Verkehrsunfall voller Voreingenommenheit behandeln, wollte I man unbesehen dem Kraftfahrer die Schuld beimessen oder die Radfahrer für schuldig erklären, dann würden sich alsbald Gegensätze herausbildcn, die es von vornherein unmöglich machen, das Ziel einer Verringerung der Zahl der Verkehrsunfälle zu erreichen. Gerechtigkeit eines jeden Straßenbenutzers ist die erste Vorbedingung für eine wirkungsvolle Bekämpfung des übexall am Wegrand und an den Kreuzwegen hockenden Todes, der täg
lich reiche Ernte halten kann.
Wiederum find innerhalb einer Woche im Reich 149 Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, 4434 Personen haben mehr oder minder schwer verletzt ins Krankenhaus geschafft werden müssen. In der Vorwoche waren es 131 Tote und 4522 Verletzte, weiter vorauf 110 Tote und 4118 Verunglückte, wieder eine Woche früher 134 Tote und 4064 Personen, die mit Schädelbrüchen, Arrn- und Beinbrüchen, inneren Verletzungen, Schnittwunden und Hautabschürfungen davongetragen werden mußten. Das sind Ziffern, die aufs Tiefste erschüttern. Mehr als zwanzig Todesopfer hat bei uns jeder Tag der letzten Woche allein der Straßenverkehr gefordert.
Wir wissen, daß in anderen Ländern mit einer wesentlich größeren Motorisierung die Unglücksfälle aus den Straßen noch zahlreicher sind. Man braucht sich doch angesichts der deutschen Verluste nur einmal vor Augen zu halten, daß bei uns aus 63 Einwohner ein Kraftwagen kommt, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika jedoch schon auf fünf Einwohner, um sofort zu wissen, daß dort die Verkehrsoerluste ungleich höher sein müssen. Für Deutschland ist aber die Bekämpfung des Verkehrstodes und des Unfallteufels von unerhörter Wichtigkeit. Dank der durch - den Führer in Gang gebrachten Motorisierung konnten Tausende und aber Tausende erwerbsloser Volksgenossen wieder einer geregelten Beschäftigung
der Standarte „Thüringen", die a m S o n n t a g , 4 Juli 1926, während eines General-Appells im Deutschen Nationaltheater in Weimar mit den Standarten „München", „Württemberg", „Franken", „Augsburg", „Sachsen", „Baden' und „Berlin" zusammen vom Führer feierlich geweiht wurde. Die Standarte, das Wahr- und Feldzeichen des naiionasozialistischen Kampfes, wurde vom Führer selbst entworfen. „Der Adler, der einzige Vogel, dessen Blick und Flug der Sonne, dem Licht zustrebt, er allein darf das Sinnbild unserer Bewegung sein" — so wollte es der Führer. Und der „Völkische Beobachter" schreibt hierzu 1934 in der Reichsparteitag-Sondernummer: „Noch sind des Adlers Schwingen nicht gebreitet; er setzte erst zum Flug an: aber das Himmelanstrebende, das Losgelöste von der Schmach und Niedrigkeit einer untergehenden Zeit, ist die tragende Linie der nationalsozialistischen Symbole. Pyramidenförmig ist die Linienführung der ganzen Standarte. Sie verjüngt sich nach oben, ein aufwärtsweisendes Zeichen für die Kämpfer, denen sie vorangetragen wird, für die Abseitsstehenden, die sie mitreißt".
Hakenkreuzstandarten anvertraute. Hier deutete er noch einmal den Sinn des Zeichens: „Rot — Symbol der sozialen Gesinnung, Weiß — unser Nationalsozialismus der Tat nicht der Phrase, Schwarz — der Geist der Arbeit, der immer juden-1 gegnerisch, rasseschützend sein wird. Das Eichen-1 laub, der Adler versinnbilden den kommenden Sie-! geszug". — Und dann sprach er von der Standarte: „Sie predigt den Geist des Freiheitskampfes: den unversöhnlichen Haß gegen alle Feinde des Vaterlandes, die uns wehr- und ehrlos erhalten wollen, und die beispielloseste, innigste Liebe zu Volk und Vaterland". — Mit Adolf Hitler schwuren Tausende: „Wir können diese Fahne nie lassen, man müßte uns denn die Herzen (mit dem felsenfesten Glauben an die deutsche Auferstehung) aus den Leibern reißen".
Das war der 4. Juli 19 26 in Weimar. Hunderttausende werden in diesem Juli das Zeichen der zehnjährigen Wiederkehr des Reichsparteitages Weimar voller Stolz tragen und dabei geloben, der alten Kämpfer, die die Weihe dieses Wahrzeichens miterlebten, sich würdig und dankbar zu erweisen.
Gautag Hessen-Nassau 8 —'12.Iuli
in der Gauhauptstadt Frankfurt a. Main.
Vor zehn Jahren.
Am 27. Februar 1925 trat die bis dahin verbotene Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei wieder voll in die Erscheinung. Ein Jahr und einige Monate später war sie bereits soweit, um ihren ersten großen Parteitag abhalten zu können. In Weimar trafen sich damals viele tausend Träger des Hakenkreuzes, um dem Führer zu huldigen und der Bewegung, deren Banner sie auch während der Verbotszeit nicht verlassen hatten, erneut die Treue zu schwören. So sehr sich auch die marxistischen Kräfte alsbald zur Wehr setzten, so sehr alles getan wurde, um die Bedeutung dieses Treffens zu verkleinern und den Worten des Führers nach Möglichkeit kein Echo zu geben, so stark wirkte dennoch die nationalsozialistische Idee. Es dauerte nicht lange und sechs Millionen Wähler standen an der Seite Adolf Hitlers. An die ersten Grundsteine des nationalsozialistischen Baus waren weitere gefügt worden, das Gebäude wuchs und wuchs und wurde von Jahr zu Jahr machtvoller, bis es schließlich das ganze deutsche Volk und das ganze Deutsche Reich überdachte. m .
Zehn Jahre sind seit dem Tag von Weimar vergangen, eine Zeitspanne, die in ihrem ersten Abschnitt unserem Volke nur Unerfreuliches brachte, aber gerade deswegen auch den Glauben an die nationalsozialistische Idee immer festere Wurzeln schlagen ließ, bis dann der Tag der Machtübernahme durch den Führer kam und nun auch die Letzten, die noch beiseite standen, angesichts der zielbewußten und erfolgreichen Aufbauarbeit Adolf Hitlers ebenfalls zu ihm stießen. Wieder dürfen wir feststellen, daß die Idee, wenn sie gut und klar und gesund ist, immer und alle Zeit siegreich bleiben wird. Gewiß, es war für den einzelnen nicht leicht, sich von Anschauungen frei zu machen, die sich schon tief verankert hatten, aber Mut gehörte schon dazu, nun für das, was als richtig erkannt war, auch offen einzutreten. Die da zu Adolf Hitler in den Jahren schwersten Kampfes gingen, fetzten nicht nur fast durchweg ihre Existenz aufs Spiel, die sie sehr oft opfern mußten, sie warfen auch ihr Leben in die Waagschale. Denn damals mußten die Prediger der nationalsozialistischen Weltanschauung, die Verfechter der bedingungslosen nationalen Idee denen entgegentreten, die entweder mit brutaler Gewalt, mit Dolch und Revolver der deutschen Innenpolitik ihre besonderen Merkmale verliehen oder aber durch polizeiliche Maßnahmen und Notverordnungen dem Nationalsozialismus jede Wirkungs- und Ausdehnungsmög lichkeit zu nehmen suchten.
Die Idee blieb siegreich, der Glaube des Führers und feiner Getreuen, die sich zum ersten großen Aufmarsch nach dem Parteiverbot in Weimar vor zehn Jahren um ihn versammelten, erfüllte sich, eben weil dieser Glaube Berge zu versetzen ermochte, weil er niemals wankend wurde und weil die nationalsozialistische Bewegung kompromißlos ihre Ziele anstrebte. Zehn Jahre sind seit diesem Parteitag vergangen: Jahre des deutschen Niederganges, aber auch Jahre des deutschen Aufstiegs und des erfolgreichen nationalsozialistischen Wiederaufbaues. Eine Lehre hat sich m dieser so kurzen Zeitspanne erfüllt, die, und das müssen wir an diesem Tage eindeutig zum Ausdruck bringen, unserem gesamten Volke ohne Unterschied das Beste gebracht'hat und auch weiter bringen wird und die durch ihre Lauterkeit und Unverfälschtheit, durch ihre echt deutsche Gesinnung zum Ewigkeitswert geworden ist.
Die Standarte.
Gefahrenstelle!
An (fieser Kreuzung ereigneten sich im Jahre 1935 75 Unfälle und zwar
£> ■ - Todesfälle Ä X J Körperschäden X x . J?.. Sachschaden x
Vom 3. bis S. Juli begeht die NSDAP, die Z e h nj a h r e s s - i - r des ersten Reichspartei, tages nach der Neubildung der Partei. Dies ist ein Bild aus jenen historischen Tagen: Am Natwnal- theater begrüßten die Getreuen mit stürmischer Begeisterung den Führer. ImAuto erkennt man Rudolf Heß, den Stellvertreter des Führers — (Presse-Jllustratlon-Hoffmann-M.)
In Hamburg stellte man an 20 verkehrsreichen Plätzen Schilder auf, die die Unfälle des vergangenenJahresandenbetreffen- den Gefahrenstellen verzeichnen. Diese eindringliche Mahnung wird sicherlich ihre Wirkung nicht verfehlen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
zugeführt werden. Wie stark die Motorisierung an- gewachsen ist, ergibt sich am besten daraus, daß im Jahre 1933 auf 95 Personen ein Auto kam, im Jahre 1935 jedoch schon auf 63 Einwohner. Nimmt man noch die Krafträder hinzu, dann entfällt auf 33 Einwohner ein Motorfahrzeug.
Gehen wir einen Schritt weiter und sehen wir zum Fahrrad hinüber, das man als das Auto des kleinen Mannes anzusprechen hat, das aber im Straßenverkehr eine große Rolle spielt, dann haben wir festzustellen, daß durch die Arbeitsbeschaffung des Führers die Zahl der Fahrradbesitzer erheblich angewachsen ist. Heute gibt es 15 Millionen Radfahrer, das heißt auf jeden Einwohner kommen vier Fahrradbesitzer. Die meisten Radfahrer setzen sich aus Arbeitern und Angestellten zusammen, die mit dem Zweirad des Morgens zum Arbeitsplatz fahren und abends mit ihm nach Hause zurückkehren. Auf diesen Kreis unserer Volksgenossen entfällt nicht nur ein hoher Prozentsatz der Verkehrstoten und Verkehrsverletzten, sondern auch der Schuldigen. Bei allem Verständnis für die Eile, die auch der Mann auf dem Fahrrad hat, scheint es höchste Zeit zu sein, daß der Radfahrer, der bei jedem Zusammenprall doch immer den Kürzeren zieht — noch niemals ist ein Auto durch ein Fahrrad überfahren worden! —, erst an die Verkehrsvorschriften und dann an das Tempo denkt.
Die gleiche Mahnung ist an alle Kra ft- mag en fairer zu richten. Sie können natürlich nichts dafür, wenn sie auch bei vorsichtigem Fahren auf einer glatten Stelle ins Rutschen kommen unS gegen einen Baum prallen. Aber das Hinüber» jagen über Kreuzungen, das Ueberholen bei höchster Geschwindigkeit, das rücksichtslose Durchquet-
und neuartige Verkehrswege sich berühren wie dies bei dem neuen Flug- und Luftschiffhafen der Fall ist, an dem bekanntlich die Straße des Führers, die Reichsautobahn, dicht vorbeiführt.
Zum Tag der Weihe werden zum letzten Mal in diesem Jahre beide Luftschiffe in Frankfurt a. M. weilen. Die gesamte Jugend Frankfurts und wohl Teile aller Bevölkerungsschichten werden an der ersten Großveranstaltung des Gautages, der Weihe des Weltluftschiffhafens Rhein-Main teilnehmen. Am Mittwoch, 8. Juli, wird der Weiheakt um 15 Uhr mit dem Legen einer Baugedenkplatte an der Stelle, an der Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger den ersten Axthieb bei der Errichtung des Luftschiffhafens geführt hat, beginnen; dann wird nach einer Ansprache des Generals der Flieger und Staatssekretärs Milch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger den Flug- und Luftschiffhafen an Kreisleiter Dr. Krebs, den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Südwestdeutschen Flugbetriebs AG. Rhein-Main, übergeben. Zwischen 17 und 18 Uhr siedeln dann die Lufthansamaschinen vom alten Flughafen auf den neuen über und eine Reihe englischer Pool-Flugzeuge wird bereits am ersten Tage dem Hafen einen Besuch abstatten. Zwischen 17 und 18 Uhr wird LZ. 129 .Hindenburg" eintreffen und im Hafen landen. Etwa gegen 20 Uhr startet LZ. 12 7 „Graf Zeppelin" zu einer Fahrt nach Südamerika, dieser gewaltige, für unser ©augebiet, für Deutschland, ja sogar für die ganze Welt so ungeheuer wichtige Weiheakt wird die erste Groh- veranstaltung des Gautages der NSDAP. 1936 in der Gauhauptstadt Frankfurt am Main sein.
Zehnjährige Vieöerkehr des keilhsparteitages, Weimar ™
NSG. Das Zeichen der Feier der 1 Oj a b t i 8 ‘ " Wiederkehr des Reichs parteN a g e sm Weimar 1926 trägt wuchtig und schlicht das -öii
NSG. Anläßlich derWeihedesFlug-und Luftschiffhafens Rhein-Main wird der General der Flieger und Staatssekretär Milch vom Reichsluftfahrtministerium das Wort ergreifen. Dieser neue Flug- und Luftschlsfhafen hat für unseren Gau Hessen-Nassau zweierlei Bedeutung, einmal kommt hier der starke Wille der Partei zur Neugestaltung der gesamten Berke h r s v e r h ä l t n i s s e zum Ausdruck. 3ft ee doch Gauleiter Sprenger dessen klarem Blick und unbeirrbarem Willen diese gewaltige Anlage ihre Entstehung verdankt. Zum zweiten aber be- deutet die Schaffung dieser bis ,-tzt beispiellosen Einrichtung nicht weniger als die Entwicklung des Rhein - Maingebietes z um T o r d er ganzen Welt. Die Größe und Welterentwlck- lunasmöglichkeit in dieser Hinsicht ist >heute noch nicht annähernd zu überblicken. Allein die Tatsache daß dadurch zukünftig in jedem Jahr Tausende prominenter Persönlichkeiten der verschiedensten Lebensgebiete aus fast aller Herren Lander unseren Gau berühren, läßt jetzt schon ooraussehen daß Frankfurt a. M. zum Beispiel auch als Huterm und Pflegerin des neuen kulturellen Lebens im Dritten Reich eine ganz besondere und wichtige Stellung einnehmen wird. Welche Amöben Frankfurt als der Gauhauptstadt m be uq °us die Ausgestaltung seiner kultur- len Stötten erwachsen, liegt dadurch heute ^°n kar
Wo vor zwei Jahren noch dichter Wald stand, hoiwt fkh heute eine Fläche von 278 Hektar aus, die beispiellos rasch geschaffen wurde. Um einen Begriff von der Größe dieses gewaltigen Platzes macken zu können, vergegenwärtige man sich, daß man 6 ^Kilometer beim Umschreiten des Flug- und LuftfchiffhgfE cn mu6 Es gibt woh in
der ganzen Welt keine Stelle, an der so gewaltige
Ein Jubelsturm erhob sich, als Adolf Hitler im Deutschen Nationaltheater seinen Kämpfern bie*
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