Ausgabe 
2.6.1936
 
Einzelbild herunterladen

strömungen, deren fruchtlose Vergänglichkeit nur allzuoft in der Geschichte das Leben der Völker mit Stillstand zu behaften drohte. So konnte es auch nicht dem aufrechten Sinn unserer auf der Wahl- ttatt gebliebenen Kameraden entsprechen, starr fest» zuhalten in unversöhnlichem Geist gegenüber jenen tapferen Männern und Seeleuten, die einst das Schicksal uns zu ehrlichem Kampfe entgegenstellte. Wo immer wir in offener Schlacht mit der eng­lischen Flotte die Klingen gekreuzt haben, stets haben wir in ihr den stammes- und sinnesverwandten Gegner kennen und achten gelernt, der treu seiner ruhmreichen Ueberlieferuny gleich uns nur das eine Ziel vor Augen hatte, sein Aeußerstes zu tun in opferbereiter Pflichterfüllung für das Wohl seines Landes. So vereinen sich heute die Gedanken der deutschen Kriegsmarine mit denen der britischen Flotte in der gemeinsamen Erinnerung an jene Männer, die beiderseits im Kanonendonner der größten Seeschlacht aller Zeiten in heldenhaftem Seemannstod dahingegangen sind, wie die Pflicht, wie die Ehre ihrer Flagge es ihnen befahl.

Kann es eine stolzere Erfüllung des Vermächt­nisses einer vielfach einzigartigen Ueberlieferung geben, als wenn nachher unter dem Donner der Salutgeschütze der hier versammelten Seestreitkräfte das Ehrenmal durch den Führer des deutschen Volkes und Obersten Befehlshabers unserer wieder» erstarkenden Wehrmacht seine Weihe erhalten wird? Der Lorbeerkranz aus seiner -and vor dem Ehren­buch der deutschen Kriegsmarine, er sei uns für alle Zeiten Sinnbild unserer unwandelbaren Treue und Dankbarkeit, aber auch eine ständige Mahnung, an Pflichtauffassung und Opferbereitschaft jenen gefallenen Kameraden nachzueifern, deren Namen nun in der Weihehalle ihre bleibende Stätte gefun­den haben. Der Geist der alten Flotte fand seinen Ausdruck im Willen zur Wehrhaftigkeit, die den alten Heldensinn in den Dienst eines neuen Volkstums stellte. So konnte die junge Reichsma­rine heranwachsen, die unter der Führung und oft entsagungsvollen Hingabe eines Trotha, eines Behnke und eines Zenker aufs neue zum reinsten Träger des deutschen Einheitsgedankens, der deutschen Ehre und der deutschen Freiheit wurde. Die rettende Tat von Scapa Flow hat unserer Marine die Ehre gesichert. Sie, mein Füh­rer, haben uns die Möglichkeit gegeben, darüber hinaus dem Vermächtnis und dem Geist der Treue­sten unserer Getreuen folgend, zur befreien­den Tat zu schreiten, zum Aufbau einer Kriegs­marine, die stets eine Gewähr sein soll für Die Sicherheit eines friedliebenden Volkes unter den gleichgeachteten und gleichberechtigten übrigen Na­tionen. Unter der Obhut dieser deutschen Kriegsma- rine möge auch der himmelwärts ragende und see­wärts schauende Bau des Marineehrenmals allzeit ein Zeuge sein von deutscher Treue und deutscher Pflichterfüllung, von deutschem Heldensinn und deut­scher Opserbereitschaft, von glückhafter deutscher Seefahrt und verantwortungsfreudiger Hingabe an die Gemeinschaft des deutschen Volkes und an die geheiligte Sache des deutschen Vaterlandes

Mein Führer! Aus nächtlichem Dunkel haben Sie .uns und haben Sie mit der Marine ein ganzes dankbares Volk aufwärts geführt aur Morgenröte einer lichteren Zukunft. Der Segen des Allmächtigen möge Sie und das deutsche Volk geleiten auf dem steilen, dornenvollen Weg des Aufstiegs, den Sie uns führen. Wir aber, die wir hier in Ihrer Gegen­wart zu weihevoller Stunde versammelt sind, wir geloben Ihnen im Angesicht dieses nationalen Heiligtums aufs neue unwandelbare Treue und Gefolgschaft. Wir bringen die Empfindungen, die in diesem für die Marine historischen Augenblick unsere Herzen erfüllen, zum Ausdruck, indem wir rufen: Des deutschen Volkes Führer Adolf Hitler, der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht, unser deutsches Volk und Vaterland: Sieg Heil.

Der Kranz des Führers.

Ein Kommando. Die Ehrenkompanie präsentiert das Gewehr, und nun bringt der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und das deutsche Volk aus. Der Führer schreitet durch den breiten Eingang des Ehrenhofes zur Ehrenhalle, in der die Modelle der Skagerrak-Schlacht, der Flandernküste und von Scapa Flow, wo die deutsche Flotte ihr Ehrengrab fand, ausgestellt sind. Durch einen tunnelförmigen Niedergang schreitet der Führer unter dem Lied vom guten Kameraden in die unterirdische Weihe­halle hinein, durch deren Oberlichtfenster nur ge­dämpft das Tageslicht einbringt. Als der Führer einen Kranz vor dem Ehrenouch der 34 836 ge­bliebenen deutschen Seehelden niederlegt, feuert die gesamte Flotte einen Salut von 21 Schuß zu Ehren der toten Kameraden ab. Während des Ehrensaluts senken sich im Ehrenhof die Fahnen und die Ehrenkompanie präsentiert das Gewehr. Unter dep Klängen des Badenweiler Marsches er­folgt dann der Ausmarsch der Bundesfahnen, hinter Denen die Ehrenabordnung der alten Kolonial­kämpfer aufmarschiert war. Wenige Minuten später schreitet der Führer die Tnbüne herab, um mit seiner Begleitung über den Strandweg zum Hafen zurückzukehren.

Weitere Kranzniederleg ungen inLaboe

Laboe, 30. Mai. (DNB.) Zur Einweihung des Marine-Ehrenmals in Laboe war auch eine Ab­ordnung der ehemaligen österreichisch-un­garischen Kriegsmarine erschienen. Sie bestand aus dem Präsidenten des Oesterreichischen Marineverbandes, Linienschiffskapitän i. R Bruno Diettrich, in dessen Begleitung sich Fregatten­kapitän a. D. Bruno A n d r e 11 a befand. Die bulgarische und die türkische Kriegs» marine waren gleichfalls durch Abordnungen ver» treten. Nachdem der Führer das Ehrenmal ver- lassen hatte, legten die Abordnungen im Beisein von Vizeadmiral Saalwächter Kränze nieder. Im Auftrag des Stabschefs wurde für die SA in der Weihehalle des Marine-Ehrenmals in Laboe zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen der Kriegs­marine durch den Führer der SA.-Gruppe Nord­mark Gruppenführer Meyer-Quade in An­wesenheit einer Abordnung des Stabes der Gruppe Nordmark und der Marine-SA. ein Kranz nieder» gelegt.

Oie Skagerrak-Wache in Berlin.

Berlin, 31. Mai. (DNB.) Mit klingendem Spiel zog am Samstagmittag die nach Berlin kommandierte Kompanie der 2. Unteroffiziers-Lehr» abteilung von Moabit in die Innenstadt, um anläß­lich des 20.Iahrestags der Skagerrakschlacht die Ehren­wachen zu stellen. Die seltene Gelegenheit,blaue Jungens" in ihren schmucken Uniformen zu sehen, zog Tausende und aber Tausende Berliner an. Am Ehrenmal vollzog sich die Vergatterung. Zwölf

Als Abschluß der Flottenparade fand am Freitagabend ein Großer Zapfenstreich der Marine statt. Im Glanz der Scheinwerfer bot die im Hafen üegenoe Flotte ein herrliches Bild. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Mann betraten die Weihestätte und bezogen als­bald Posten. Beim Rückmarsch schwenkte an der Ecke Wilhelmstraße ein Teil ab, um die Wache am Brandenburger Tor zu übernehmen. Eine dritte Abteilung schließlich bezog ihre Wachposten vor der Reichskanzlei.

Zur gleichen Stunde, Da Die Teilnehmer an Der Skagerrak-Schlacht mit ihren TausenDen von Karne- raDen Des NS.-MarinebunDes in Kiel-Laboe zur Weihe Des Marine-Ehrenmals angetreten waren, geDachten auch Die Berliner KameraDschaften Des NSD.-MarinebunDes mit einer feierlichen Kranz- nieDerlegung im Ehrenmal Unter Den LinDen ihrer 34 000 Gefallenen. Im Anschluß Daran fanD ein Vorbeimarsch statt. Mit wehenDer alter Kriegs- lagge unb Den neuen Bunbesfahnen marschierte fasblaue Tuch" vorbei. Am Pfingstsonntag Ger­ammelte sich Die KameraDschaft DerKurzen Ma­rinekanonenbatterie 10" zu einem Appell im Ber­liner Zeughaus. Dabei übergab sie Dem Zeughaus ein originalgetreues MoDell Des 42-cw-Geschützes.

Skagerrak-Gedenkfeier des Nationalsozialistischen Deutschen Marinebundes.

Kiel, 30. Mai. (DNB.) Am SamstagabenD fanD in Der NorDostseehalle in Kiel eine KunDgebung Des Nationalsozialistischen Deutschen MarinebunDes statt. Nach Dem Einmarsch von über 800 BunDesfahnen nahm Der KommanDierenDe ADmiral Der Marine- tation Der Ostsee, ADmiral Albrecht, Das Wort. Er wies auf Die große BeDeutung Des Tages hin. Sein Dank galt Dem Führer, Der Den Kranz für Das Deutsche Volk unter Dem Salut Der Flotte in Der Weihehalle Des Ehrenmals nieDerlegte. Nach Den Nationalhymnen sprach Der stellvertretenDe BunDessührer Des SolDatenbunDes, OberpräsiDent Gauleiter Schwebe (Kobura). Mit Der ReDe ver- banD sich eine Ehrung all Der Männer, Die von jeher als brave Deutsche ihr Leben in Die Opferschale zu werfen wußten. Ein Sprechchor, Der Der Skagerrak- chlacht geroiDmet war, leitete zur Festrebe Des Vize­admirals a. D. von Trotha über, Der auf Die KameraDschaft hinwies. Die nirgenDs tiefer, schöner unD sonniger sich formen könne als ip Der Enge Der Borbwänbe auf Der UnenDlichkeit Des Meeres.

unter Dem Sternenhimmel Der Ewigkeit. Mit einem Streifblick auf Die FlottenparaDe erklärte Der Reb- ner, unser Seemannsherz ist besonDers warm ge­worben unb hat höher geschlagen, als wir bie stol­zen Schiffe in ber Kieler Bucht ziehen sahen. Die Einheit bes Volkstums, bie uns ber Führer ge­schenkt hat, hat auch bas weite Tor zum Weltmeer roieber ausgestoßen. Für seine Willenskraft wollen wir bem Führer in bieser Stunbe aus tiefstem Her­zen banken. Wir, bie wir ben Weltkrieg erlebten, wissen besser als je eine Generation ben Wert bes Friebens zu schätzen. Wir wissen aber auch, baß, wenn wir ben Frieben hüten wollen, wir auch stark sein müssen, um bem Frieben bie Achtung zu sichern.

Die Kunbgebung klang aus mit einer Ansprache bes Führers bes NSD.-Marinebunbes, Fregatten­kapitän a. D. Hintzmann (Bremen), ber ben Dank an alle aussprach, bie ben Bau bes Ehren­mals ermöglichten.

Starker Eindruck in England.

London, 1. Juni. (DNB.) Die großen Londoner Blätter berichten ausführlich über die eindrucks­vollen Feierlichkeiten bei der Einweihung des Ehrenmals in Laboe, wobei vor allem auf das Gedenken an d i e britischen Geg­ner in der Rede des Oberbefehlshabers der Kriegs­marine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder hinge­wiesen wird. Der Times-Vertreter hebt besonders die freundlichen Gefühle für England hervor, die er bei allen Deutschen angetroffen habe. Für einen Engländer, der mit der deutschen Marine in Kiel in enger Fühlung gewesen fei, gebe es bestimmt nichts Angenehmeres als die ihm erwiesenen Freundlichkeiten. Die Kameradschaft des Meeres sei noch stärker als die Nationalität. In ähnlichem Sinne äußert sich der Vertreter des Observer, der am Schluß seines Berichtes u. a. schreibt: Angesichts der mir von allen Seiten zuteil gewordenen Freund­lichkeiten bin ich überzeugt, daß Deutschland e r n ft l i ch Freundschaft und Zusammenarbeit mit England wünscht. Ich bin der Ansicht, daß enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern unb ein beferes Verstehen bes in Deutschland) herrschenben neuen Geistes eine ber stärksten Hoffnungen für ben Frieben Europas unb ber Welt ist.

Vor Bildung des Kabinetts Blum.

Ein einheitliches Wehrministerium unter Oaladier. Delbos vermutlich Außen- und Kolonialminister.

Paris, 2. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der genaue Zeitpunkt bes Kabinettwechsels steht noch immer nicht fest Man rechnet aber für ben 4. Juni mit bem Rücktritt ber Regierung Sarraut unb ber Beauftragung L 6 on Blums unb ür ben 5. Juni mit ber Bekanntgabe ber Zusam- nensetzung bes neuen Kabinetts im amtlichen Ge- etzblatt bes gleichen Tages. Fest steht, baß ßöon Blum nur bie Minlsterpräsibentschatt ausüben unb baß er bem rabikalsozialistischen Ab- jeorbneten Dalabier ein einheitliches Wehrmini st erium unb bie Stellvertre­tung bes Min'sterpräsibenten über­tragen wirb; Dalabier wirb brei Unterstaatssekre­täre für Heer, Kriegsmarine unb Luftfahrt zu feiner Seite haben, wahrscheinlich bie Abgevrbneten R u- c a r t, Campinchi unb C o t Außerbem wirb einM ini ft erium für auswärtige A n - g e l e g e n h e i t e n unb für bas überseeische Frankreich" unter bem rabikalsozialistischen Ab­geordneten Delbos zusammengefaßt werben, bem als Staatssekretäre Abgeorbneter Vienot für norb- afrikanische unb Abgeorbneter b e Tessan für sonstige Kolonialfragen zur Seite stehen

Als Staatsminister sollen bem Kabinett angehören: Paul Saure (als Vertreter ber Sozialistischen Par­tei), Chautemps (als Vertreter ber Rabikalsozia­listischen Partei) unb Paul-Boncour (als Ver­treter ber Sozialistischen Vereinigung) Weiter sollen besetzt werben: Finanzministerium: Vincent- Au r i o ( (Sozialist), Arbeitsministerium: Lebas (Sozialist), Lanbwirtschaftsministerium: Monnen (Sozialist), Pensionsministerium: R i v i e r e (Sozia­list), Wirtschafts-, Industrie- u Handelsministerium: Spinafse (Sozialist), Innenministerium Sa» l e n g r o (Sozialist), Kolonialmlnisterium Mou° tet (Sozialist), Öffentliche Arbeiten Morizet (Sozialist), Postministerium: S e 11 i e r (Sozialist), Justizministerium: Violette (Sozialistische Dgg.). I o l i o t»C u r i e soll bas Gesunbheitsministerium angenommen haben. Paul-Boncour wirb wei­terhin französischer Vertreter beim Völkerbunb blei­ben und ber frühere sozialistische Abgeorbnete M o ch soll Generalsekretär bei ber Ministerpräsibentschaft werben.

Ser neue Wehrmini st er Dalabier soll sich mit Leon Blum bereits über bie Notwenbigkeit geeinigt haben, von einer Herabsetzung ber Liensizeit auf $in Jahr vorläufig abzu-

sehen, bagegen wirb er nach ber ersten Vertrau» ensabstimmung in ber Kammer Entwürfe einbrin­gen, bie teils bie Verstaatlichung, teils eine scharfe staatliche Überwachung berRüstungs- inbuftrie zum Ziele Haden.

Hur ein Zwlschensiadimn auf dem Wege zum Endziel.

Entschließung des sozialistischen Parteitags.

Paris, 2. Juni. (DNB. Funkspr.) Der soziali­stische Parteitag am Pfingstmontag schloß mit ber einstimmigen Verabschiebung einer Entschließung, in Der als politisches Ziel bezeichnet mirD: Zer­schlagung Des Faschismus, VerteiDigung Der öffent­lichen Freiheiten Kampf gegen Die Herrschaft Der Banken unD Der InDustrieinteressen, Behebung Der Arbeitslosigkeit, WieDerbelebung Der Wirtschaft WieDerherstellung Der republikanischen Gesinnung in Der Verwaltung, Demokratisierung Des Heeres Verkürzung Der MilitärDienstzeit unD schließlich Die Forderung, daß Frankreich an der Spitze der Natio­nen stehen soll, die entschlossen für den Frieden eintreten.

Die Entschließuna dringt die Hoffnung zum Aus- druck, daß nach Zurücklegung der gegenwärtigen Etappe siegreich der Marsch in Richtung aus den ganzen Sozialismus, die ganze Regierungsgewalt" angetreten werden mögeDer völlige Umsturz der kapitalistischen Herrschaft, die Klassenkämpfe, Wirtschaftskrisen und imperialistische Gegnerschaften erzeugt, ist und bleibt bis zur vollständigen Verwirklichung das revolutionäre Ziel der sozialistischen Partei und der notwendige Auftakt zum Ausbau der sozialen Ordnung." rr£^rour£e, auch noch beschlossen, daß sich bie sozia» listischen Abgeorbneten ber Wiederwahl bes Ab» georbneten Bouisson zum Kammeroorsitzenben wibersetzen.

Noch kein Streikende in Paris.

Paris, 2. Juni. (DNB. Funkspr.) Der Der- banb ber Metall- unb Maschineninbustrie von Paris und Umgebung gab in ber Montagnacht be- rannt, baß zu bieser Zeit noch immer 15 F a - vxjten von ihren Belegschaften be­

setzt waren und daß verschiedentlich die Streifen- ben Mitglieber ber Werksleitungen in ihrer persön» lichen Freiheit beeinträchtigten. Gewisse Unterneh­mungen hätten Nachricht erhalten, daß sich oe» Streik nicht nur auf anbere Anbustriezwekge aus­dehne, sondern auch wieder auf die Metallindustrie zurückschlagen würde.

Das Deutschtum in der Tschechoslowakei.

Hauptversammlung

des Deutschen Kulturverbandes.

Trauten au, l.Juni. (DNB.) Die Hauptver- sarnrnlung des Deutschen Kulturverbandes, des größten deutschen Schulschutzoereins in der Tschechoslowakei, fand am 31. Mai in der Riesengebirgsstadt Trautenau statt. Die Ver­sammlung, an der auch Abgeordnete und Senatoren der Sudetendeutschen Partei mit Konrad Henlein an ber Spitze teilnahmen, zeigte ein Bilb schönster Geschlossenheit. Im Mittelpunkt ber Begrußungs- kunbgebung ftanb bie Rebe bes Rektors ber beut- schen Universität in Prag Professor Hilgen- reiner, ber, wieberholt von stürmischen Beifalls- funbgebungen unterbrochen, u. a. ausführte:Wohl hält man uns Lanbkarten unb Stäbtenamen vor unb möchte baraus schließen, baß wir in biefem ßanbe nur Zugewanberte unb Fremblinge sind. Man spricht sogar von einem oerbeutschten Gebiet. Ader mehr als Lanbkarten, mehr als Stäbtenamen bebeuten ber Ku11urfleiß ber Deutschen unb bie Kulturarbeiten im Laufe ber letzten sieben Jahrhunberte. Wir wollen nicht Kampf, aber w a s unser ist, soll auch unser bleiben. Wir wollen nur bas Recht, in unserer eigenen Heimat baheim zu sein." Der Festzug am Nachmittag zeigte ein buntes unb freubiges Bild. Fast IVt Stunben bauerte ber Vorbeimarsch, bei bem befonbers zahlreich bie Turners ch a f t und bie Iugenb vertreten waren. Dicht gebrängt stau­ben viele Tausenbe von Zuschauern in ben Straßen. Man schätzt bie Gesamtbeteiligung auf minbeftens 30 000.

Die Mufferi-Bewegung in Holland.

Amsterdam, 2. Juni. (DNB.) Auf der Heide bei ßunteren unweit Amersfoort fanb am zweiten Pfingsttag ber ß a n b t a g b e r N S B., bieEerste Haagespraak" statt, an ber etwa 40 000 Anhänger ber NSB. aus allen Teilen Hollanbs teilnahmen. Man sah alle Bevölkerungsschichten vertreten.

Der Schulungsleiter ber NSB., van Duyl, erklärte, bas heutige Hollanb habe von seinen Vor­fahren bas große überseeische niebrländische Impe­rium geerbt. Dieses Imperium gelte es auszu» bauen unb zu verteibigen. Das letzte Iahrhunbert habe bie Hollänber stumpf gemacht. Heute rufe die NSB. bie Nieberlänber zur Selbstbesinnung, zur Wehrhaftigkeit unb zu Opfern auf. Nur babur^ könne ber Befitzstanb bes überseeischen nieberlän» bischen Imperiums gehalten werben Dann sprach ber Führer ber Bewegung, Mussert. Seine Rebe war eine scharfe Kampfansage an bie Reaierung unb an bie Parteien, benen Mussert vorwarf, Weg­bereiter bes Kommunismus zu fein. Er meinte, daß bie Parteien bas nieberlänbifdje Volk burch bie Macht ber Gewerkschaften, burch bie Art ber Aus­zahlung ber Krisenunterstützung unb burch Ge­wissenszwang ber Römisch-Katholischen Kirche unfrei gemacht habe. Diese Ketten der Un­freiheit könne nur bie NSB. burch Vernichtung ber politischen Parteien sprengen. Mussert wies auf bie ftänbig zunehmenbe Arbeitslosigkeit hin unb for- berte bie Einführung ber Ärbeitsdienft- pflicht, um bie nieberlänbifdje Iugenb ben ver­berblichen Einflüssen ber Arbeitslosigkeit zu ent­ziehen. Auch Mussert verlangte energische Maß­nahmen zur Verteidigung ber nieber- ländischen überseeischen Besitzungen, deren Verlust für die Niederlande bedeuten würde, daß drei Millionen Holländer zuviel auf ber Welt wären.

Verschärfte Spannung in Nordchina.

Nanking, 30. Juni. (Ostasienbienst bes DNB.) Die Schienen auf ber Eisenbahnbrücke zwischen Tientsin unb Tangku würben entfernt unmittelbar, nachdem ein Sonderzug mit japanischen Truppen aus Tientsin abgefahren war und kleinere Abteilungen dort ausgeladen waren. Nach Beseitigung des Schabens trafen weitere 1500 Mann japanischer Verstärkungen in Tientsin ein, von benen 600 Mann nach Peiping unb Tungschau roeiterbe« förbert unb als japanische Besatzungstruppen unterge­bracht würben. Die chinesische Presse spricht von einem neuen Mukbenzwischeniall unb befürchtet politische Rückwirkungen.Sin Wen Pehpao" weist auf eine Reihe geheimnisvoller Umftänbe hin, bie ben Mi­litärtransport begleiteten. So habe ber Sonberzug häufig gehalten unb ein großer Teil bes japanischen Militärs fei bereits vor bem Unfall in Tschanghu» eichuang ausgestiegen. Die Ursachen für biefe Vor­gänge feien durchsichtig. Chinejen seien an all bem nicht beteiligt. Gerabe in ben letzten Tagen hätten bie chinesischen Behörben eine be­ n b e r s scharfe Kontrolle auf der Bahn­strecke ausgeübt.

Wie die Agentur Domai aus Tokio berichtet, ist man im Auswärtigen A m t stark beunruhigt über den Anschlag auf einen Militärzug in Tientsin. Die Vorgänge bewiesen, wie notwendig die Truppenverstärkungen in Nordchina seien, gegen die die Nankingregierung grundlos protestiere. Die Regierung in Nanking verhalte sich aber vollkommen untätig gegenüber allen japanfeindlichen Kundgebungen. Sicher sei, daß einflußreiche Kreise der Kuomintang hinter dem Anschlag unb ben Kunbgebunaen ständen. Die nächste Aufgabe bestehe jetzt darin, die Hintergründe aufzuklären. Der chinesische Botschafter Shu-Shi- Ding legte beim Außenminister Arita gegen die japanischen Truppenverstärkungen in Nordchina Verwahrung ein. Er wies darauf hin, daß in Nordchina Ruhe und Ordnung herrsche. Arita lehnte ben Protest ab. Er legte die verstärkte unterirdische Tätigkeit der Kommu­nisten bar und erklärte, daß diese sowie ber Bombenanschlag aus einen Eisenbahntransport in Tientsin die japanischen Truppenverstärkungen durchaus rechtfertige.

Neuorganisierung der japanischen Flotte

Tokio, 2. Juni. (DNB. Ostasiendienst.) Die ja­panische Marine künbigt eine Neuorganisierung bet Flotte an. Es wurde die Bildung eines beit*