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186. Jahrgang Dienstag, 2. Juni 1956
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
Die Weihe des Marine-Ehrenmals in Laboe.
Kiel 30. Mai. (DNB. Funkipruch., Ais der Morgen graut, kommt Bewegung in die Krieas. marinestad. Siel Während noch die Sonderzüae h,n nWhmbCr T ®5ren,a?. bringen, «ammein sich auf den Platzen die Formationen des NSD Marine, bundes, der SS.. SA.. Marine-SA., der des Jungvolks und BDM. und anderer Verbände'zum Ab ransport nach Laboe. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen gleiten wir an dem an Bojen festgemachten b ye»;^Urnbf1r9"-.bem Schilf des Befehlshabers der Aufklarungsstreitkrafte, Konteradmiral Böhm vorbei; weiter an den Kreuzern „Leipzig-, „Köln" ^Konigsberg dem Flottenflaaaschiff „Admiral Graf Spee den Panzerschiffen „Admiral Scheer" und „Deutschland", dem Segelschulschifs „Gorch Fock" und dem Aviso „Grille".
Die Ftotte hat am Morgen mit Flaggenparade grohen Flaagenschmuck angelegt und auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht die Kriegs flagge des Weltkrieges in Großfock gefetzt. Am Achtermast der „Grille^ leuch- tet der Stander des Führers, der sich an Bord des Schiffes befindet. Bei bedecktem Himmel heben dre Leiber der Kriegsschiffe sich bläulich schimmernd von dem Graugrün des Wassers ab. Auch auf dem Kommandogebäude der Marinestation weht, wie auf allen anderen Gebäuden der Kriegsmarine, die alte Flagge neben der jetzigen Reichskriegsflagge.
Ankunst in Laboe.
Das kleine Fischerdorf Laboe steht heute in einem Flaggenschmuck, der einzigartig ist. Wie ausgerichtete Soldaten stehen die hohen Fahnenmaste in kleinen Abständen nebeneinander, von dem schmucken kleinen Hafen bis hoch zum Ehrenmal, eine Strecke von etwa zwei Kilometer. Ehrenstürme der SS. stehen auf beiden Seiten des Strandweges. Die niedrigen Häuser des Bade- und Fischerdorfes find mit rührender Liebe ausgeschmückt. An den offenen Fenstern sind die Bewohner mit ihren Bekannten versammelt. In unaufhörlicher Folge läuft Schiff auf Schiff ein. Endlos ist der Zug der Kraftwagenkolonnen, die auf dem Landwege die Teilnehmer aus allen Teilen des Reiches heranbringen.
Run stehen wir am Fuße des Ehrenmals. Wir betreten durch den Säulengang den landeinwärts gelegenen Ehrenhof. Dort stehen vier Blocks. Einer der Wehrmacht, aus 14 Kompanien der Flotte und der Marineartillerieabteilungen, Schiffsstammdivisionen und Schulen beider Marinestationen. Daneben Ehrenabordnungen der Parteigliederungen und Verbände und in drei großen Blocks die Abordnungen des RS. Deutschen Marinebundes.
Um 10 Uhr erfolgt der Einmarsch von 800 Fahnen des RS.-Marinebundes, die sich dem Kreisrund des Ehrenhofes bei der Aufftellung anpassen. Reichsstatthalter General a. D. Ritter von Epp, der Ehrenvorsitzende des RS. Deutschen Marinebundes, begrüßt seine alten Mitkämpfer aus dem Weltkrieg, die sich aus den aufmarschierten Ehrenabordnungen mit ihren Khaki-Uni- formen deutlich sichtbar abheben. Die Ehrenkompanie präsentiert das Gewehr, und unter den Klängen des „Holländischen Ehrenmarsches" marschieren die alten, mit dem Frontkämpfer-Ehrenkreuz geschmückten Flaggen der deutschen Kriegsmarine in den Ehrenhof ein, wo sie unmittelbar hinter dem Rednerpult Aufftellung nehmen. Vom Turm des Ehrenmals herab erklingen Fanfaren- stöße: Der Führer kommt! Die Ehrenkompanie der Kriegsmarine präsentiert das Gewehr. Das Deutschlandlied erklingt. Der Führer betritt den Ehrenhof und schreitet die Ehrenkompanie ab.
Der Staatsakt.
Nun spielt der Musikzug das Sanctus von Schubert. Die große Weihestunde hat begonnen. In tiefem Schweigen lauschen wir dem gedämpften
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Nach dem Weiheakt begab sich der Führer in die Weihehalle des Ehrenmals und legte dort einen Kranz nieder. Links von ihm Generalfeldmarschall von Blomberg, rechts Generaladmiral Drhc. Raeder. Im Hintergrund säumten die Traditionsfahnen das Rund. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Spiel. Der Sprechchor der Kriegsmarine spricht dann „Das Mahnmal", eine Dichtung von Kapitänleutnant Fuchs. Wie aus einem einzigen Munde gesprochen hallen die Worte des Chors durch den Ehrenhof, unterbrochen von kurzem Trommelwirbel. Ergreifend die Aufzählung der Opfer deutschen Seeheldentums, erhebend, aufrüttelnd der wuchtige Ausklang.
Der Erbauer des Ehrenmals, Architekt G. A. ZU u n 3 e r (Düsseldorf) übergibt das Denkmal dem Führer des JIS Deutschen Marinebundes, Fregattenkapitän a. D. hinh- mann (Bremen). Fregattenkapitän a. D. Hintz- mann übernimmt im Namen des Bundes, des Bauherrn dieses Werkes, das Ehrenmal. Mit besonderem Dank an diejenigen, die vor einem Jahrzehnt trotz aller damals^ entgegenstehenden Hemmungen den Entschluß gefaßt hatten, ihren im Weltkriege gebliebenen Marinekameraden ein gemeinsames Ehrenmal zu errichten. Des |
Mannes, so sagt der Redner weiter, gedenken wir dabei in dieser Stunde voll Dankbarkeit, der im Sommer 1927 die Entscheidung für die Grundsteinlegung des Baues gab und damit den Bund vom Planen zum handeln geführt hat, des damaligen Ehrenpräsidenten unseres Marinebundes, Admirals Scheer. Das Mahnwort, das er nach der Grundsteinlegung an die Kameraden des Bundes gerichtet hat:
„Zum Wollen gehört das Vollbringen.
Zur Seemannsehr' muß es gelingen." ist beherzigt worden.
Dankbar und stolz sind wir, daß unser Marine- Ehrenmal diese Weihe heute in diesem Staatsakt vor dem Führer empfangen soll, daß Sie, mein Führer, selbst den ersten Kranz in der Weihehalle vor dem Ehrenbuche der deutschen Kriegsmarine im Namen des deutschen Volkes niederlegen wollen. 34 836 Namen, die Namen aller im Weltkrieg 1914
bis 1918 gebliebenen Angehörigen der deutschen Kriegsmarine, stehen in diesem Buche.
Fregattenkapitän H i n tz m a n n erinnert dann an das Wort, mit dem Admiral Scheer am 8. August 1927 den Grundstein zu dem Ehrenmal gelegt hat:
„Für deutsche Seemannsehr', für Deutschlands schwimmende Wehr, für beider Wiederkehr."
Wir weihen das deutsche Marine-Ehrenmal heute in dem dankbaren Bewußtsein, daß mit der deutschen Ehre die deutsche Seemannsehre wiederher» gestellt ist, in stolzer Freude, daß Deutschlands schwimmende Wehr wiedergekehrt ist. Unter ihren Schutz, unter den Schutz der deutschen Kriegsmarine, soll das Ehrenmal in dieser Weihestunde gestellt werden. Dafür danken wir dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, und dafür danken wir Ihnen, Herr Admiral, daß diese 55 deutschen Kriegsflaggen, die im Kampf auf deutschen Kriegsschiffen geweht haben und auf Befehl des Führers mit dem Ehrenkreuz des Frontkämpfers geschmückt worden sind, als Traditionsflaggen der Kriegsmarine ihre bleibende Stätte in b er Weihehalle unseres Ehrenmales erhalten sollen. Dort werden sie schweigend den Gefallenen und all ihren Mitkämpfern, die im Weltkriege Deutschland hoch in Ehren gehalten haben, danken. Dort werden sie schweigend die Soldaten der deutschen Kriegsmarine mahnen, so wie ihre Kameraden der Vorkriegs- und Kriegszeit Deutschland in alle Zukunft hoch in Ehren zu halten.
Admiral von Trotha spricht.
Nach der Rede des Führers des NS.-Marine- bundes leitete das vom Musikzug gespielte Lied „O Deutschland hoch in Ehren" zur Rede des Vizeadmirals von Trotha, des Chefs des Stabes der Hochseeflotte in der Skagerrak-Schlacht über. Admiral von Trotha erinnerte an die Heldentaten der deutschen Flotte im Weltkriege, die aus dem so ungünstigen Helgoländer Winkel die ganze weite deutsche Küste gedeckt habe, so daß kein feindliches Geschoß je deutsche Gestade berührte. Ihre Kraft habe uns den benachbarten neutralen Staaten gegenüber den nötigen Halt gegeben und einen Einbruch Englands in die Ostsee verhindert und auf der anderen Seite die Russen in Schach gehalten. Alle Fronten des Weltmeeres, Flanderns Küste und der Entscheidungskampf um die Dardanellen künden von den Heldentaten der Marine. In dem gewaltigen Ringen vorm Skagerrak habe die deutsche Flotte unter Führung des Admirals Scheer deutsche Seemannsehre unauslöschlich mit der Geschichte verbunden. Mit seinen Hammerschlägen habe Admiral Scheer den Urstein dieses gewaltigen Bauwerkes dem deutschen Boden eingefügt. Wir alle aedenken heute dieses Mannes, der als S i n n - bilddeutschen Seegeltungswillens vor uns steht. Die Kühnheit seines Willens und die Stärke feiner Entschlußkraft finden in den gewaltigen Linien dieses Bauwerkes ihren lebendigen Ausdruck. Sie sind in alle Zukunft ein Wahrzeichen dafür, daß die Einheit deutschen Volkstums und der Wille zur See untrennbar miteinander verbunden sind.
Der Oberbefehlshaber der Kriegs- marine,(Seneraladmiralvi-.k.o.Iraeder führte dann u. a. aus: Mit freudiger Genugtuung übernehme ich das Marine-Ehrenmal in die Obhut der Kriegsmarine. Das Ehrenmal, vor dessen ragenden Bau seit langer Zeit bereits die Flaggen der passierenden Schiffe in Ehrfurcht sich senken. In einem freien Deutschland, als freies, aufrechtes Volk, das in mannhafter Geschlossenheit hinter seinem Führer sich aufs neue die Achtung der Außenwelt erobert hat, dürfen wir heute — 20 Jahre nach der Skagerrakschlacht — diese Weihestunde begehen. Es lag von jeher im Wesen einer richtig verstandenen Überlieferung, im Vorwärts- und Äufwärtsschrei- ten nicht hängen zu bleiben an Dingen und Zeit-
Links und rechts neben dem Führer gehen Generaladmira, Raeder und General,-IdmarjchaU vonBlomberg. — (Scherl-Bllderdtenst-M.)
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Die Ehrentafel in dem Ehrenmal in Laboe führt die Namen all der Schiffe auf, die mit wehender filaaae vor dem Feind sanken. — (Scherl-Bilderdienst-M^


