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Der Sternhimmel im Januar.

Totale Mondfinsternis.

Bon Dr. Erwin Kossinna.

Der erste Monat des neuen Jahres ist reich an schönen und interessanten Himmelserscheinungen. Das bedeutendste astronomische Ereignis bildet die totale Mondfinsternis am 8. Januar. Da an diesem Tage Vollmond ist und der Mond gleichzeitig den Schnittpunkt seiner Bahnebene mit der Ekliptik passiert, durchquert er den Kernschatten der Erde und wird verfinstert. Um 17.28 Uhr tritt der Mond in den Schattenkegel des Erdballs. Man kann be­obachten, wie der Erdschatten von links über die Mondscheibe wandert, die bereits wenige Minuten nach 18 Uhr zur Hälfte verdunkelt ist. Die Ver­finsterung der ganzen Scheibe dauert von 18.58 Uhr bis 19.21 Uhr, also rund 23 Minuten. Sind die Luftverhältnisse günstig, so sieht man dann den Mond in einem eigentümlich kupferroten Licht leuchten. Dieses schwache kupferfarbene Leuchten des Mondes rührt von den Sonnenstrahlen her, welche durch die Erdatmosphäre gegangen sind und dabei so gebrochen werden, daß sie den Mond noch treffen, während alles direkte Sonnenlicht durch die Erde abgeblendet ist. Ein Beobachter auf dem Monde würde zur selben Zeit die Erdkugel als dunkle, aber von einem rötlichen Kranze umgebene Scheibe sehen. Nach Schluß der Totalität, von 19.21 Uhr ab, sehen wir dann, wie der Erdschatten nach rechts oben über die Mondscheibe wandert und sie um 20.51 Uhr verläßt. Der Mond ist aus dem Schattenkegel der Erde wieder herausgetreten.

Auf seiner Himmelsbahn zieht der Mond am Morgen des 20. und 21. Januar als schmale Sichel an Ätares, Jupiter und Venus vorüber, am Abend des 26. Januar am Mars und Saturn, was Anlaß zu besonders schönen Konstellationen gibt. Die Hauptphasen des Mondes fallen auf folgende Tage: erstes Mertel 1. Januar, Vollmond 8., letztes Viertel 16., Neumond 24., erstes Viertel 31. Januar.

Die Sonne beginnt im Laufe des Monats bereits merklich zu steigen; ihre Mittagshöhe nimmt um zehn Sonnendurchmesser zu. Am 4. Januar durch­läuft die Erde den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn; ihr Abstand von der Sonne beträgt dann 147 Millionen Kilometer, während uns im Juli 152 Millionen Kilometer von der Sonne trennen. Die wechselnde Entfernung der Sonne ist jedoch auf die Jahreszeiten nur von geringem Einfluß.

Im Januar sind alle Planeten sichtbar. Venus und Jupiter, die beiden hellsten Wandelsterne, schmücken den Morgenhimmel und sind zwei Stun­den lang vor Sonnenaufgang im Südosten sichtbar. Mars und Saturn stehen bei eintretender Dunkel­heit ziemlich tief am Südwesthimmel. Den trotz seiner Helligkeit schwierig zu beobachtenden sonnen­nahen Merkur sucht man am besten um die Mitte des Monats/< Stunden nach Sonnenuntergang in geringer Höhe über dem südwestlichen Horizont. Am 16. Januar erreicht nämlich Merkur seinen größten Abstand von der Sonne und ist dann mit einem

Opernglas verhältnismäßig leicht zu finden. Uranus im Widder und Neptun im Löwen sind nur mit einem Fernrohr zu sehen.

Der abendliche Fixsternhimmel im Januar er­freut uns durch den Glanz der prachtvollen Winter- jternbilder. Während der ganzen Nacht beherrscht das großartige Bild des Orions den Südhimmel. Unter den drei in einer Linie stehenden Gürtel­sternen bemerken wir in klaren mondlosen Nächten einen Lichtsleck, den bekannten Orionnebel, eine leuchtende Gaswolke von gewaltiger Ausdehnung, in die zahlreiche Sterne eingebettet sind. Man schätzt ihren Abstand auf 500, ihren Durchmesser auf 10 Lichtjahre (1 Lichtjahr 10 Billionen Kilometer). Gegen 20 Uhr erscheint im Südosten Sirius, der hellste aller Fixsterne, der schon durch sein makellos weißes, stark funkelndes Licht auffällt. Am Neu­jahrstag steht er um Mitternacht genau im Süden, so daß man ihn mit Recht als Neujahrsstern be­zeichnet hat. Sirius ist von den in Europa sicht­baren Hellen Fixsternen der nächste. Sein Licht ist neun Jahre unterwegs, um zu uns zu gelangen. Die Sonne würde in der Entfernung des Sirius nur so hell wie der Polarstern erscheinen, nämlich als Stern 2. Größe, woraus sich ergibt, daß Sirius 27mal so hell ist wie unsere Sonne. Die Temperatur seiner strahlenden Oberfläche beträgt 10 000 Grad, während die Sonne es nur auf 5900 Grad bringt.

Oestlich vom Orion leuchtet Prokyon, der Haupt­stern des Kleinen Hundes. Darüber erblicken wir das langgestreckte Bild der Zwillinge Castor und Pollux, rechts davon den Stier, wo sich um den rötlichen Aldebaran die weißen Hyaden gruppieren, ein lockerer Sternhaufen in 120 Lichtjahren Ab­stand. Enger stehen die Plejaden oder das Sieben­gestirn, doch ist diese Sternwolke mindestens drei­mal so weit entfernt von uns wie die Hyaden. Im Zenit glänzt die helle gelbliche Capella im Fuhr­mann. Großer Sternenreichtum zeichnet diese Him­melsgegend aus, denn sie gehört zur Milchstraße, die steil im Südosten aufsteigt und vom Zenit über die Bilder Perseus, Cassiopeia, Cepheus zum Schwan im Nordwesten hinabzieht. In den frühen Abendstunden funkelt hier auch noch die blauweiße Wega in der Leier.

Rechts vom Perseus erkennen wir leicht die Sternreihe der Andromeda und das Pegasus­quadrat, während der Südwesthimmel von den ausgedehnten Bildern Eridanus und Walfisch ein­genommen wird. Wenden wir unfern Blick nach Norden, so sehen wir den Großen Wagen bei seiner Drehung um den Pol mit nach unten weisender Deichsel aufwärts steigen. Der Kleine Wagen hängt gewissermaßen vom Polarstern herab. Um ihn schlingt sich das Sternbild des Drachen, dessen Kopf nach unten auf die dicht am Horizont befindliche Wega gerichtet ist.

meinben hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer Stutz, die Predigt, der Visitator eine Ansprache. Die Prü­fung der christenlehr- und der schulpflichtigen Jugend erfolgte in Ulrichstein in einem besonderen Jugend­gottesdienst, in Feldkrücken im Visitationsgottes­dienst selbst. In den Sitzungen der Kirchenvorstände beider Gemeinden kamen verschiedene Gegenstände des kirchlichen und gottesdienstlichen Lebens zur Verhandlung; in Feldkrücken, dessen Kirche nunmehr 200 Jahre lang besteht, gab der Visitator die An­regung zu einer unbedingt erforderlichen Wiederher­

stellung des Inneren des Gotteshauses. Auch mit den Organisten der beiden Gemeinden erfolgten Be­sprechungen über die Orgeln und über die Kirchen­musik. Im Rahmen der Visitation wurden auch die Kirchenbücher, die kirchliche Ortschronik sowie die Pfarrakten einer Durchsicht durch den Visitator unterzogen. Sehr erfreulich war die gute Beteiligung beider Gemeinden an den Gottesdiensten und vor allem bei der Jugend das Ergebnis der Prüfung ihrer religiös-kirchlichen Kenntnisse.

Aus den preußischen 7iachbargeb«eien.

Schaffung einer Allgemeinen Orts­krankenkasse für den Kreis Wetzlar.

0 Wetzlar, 1. Jan. Auf Beschluß des Ober­versicherungsamtes in Wiesbaden find die Allge­meinen Ortskrankenkassen Braunfels, Ehrings­hausen und Wetzlar, sowie die zum Kreis Wetzlar gehörenden Teile der Allgemeinen Ortskranken­kassen Gladenbach und Ufingen zu der Allge­meinen Ortskrankenkasse des Kreises Wetzlar.mit dem Sitz in Wetzlar vereinigt wor­den. Die Verwaltung der neugegründeten Kasse er­folgt durch eine Hauptstelle und vier Zahlstellen. Die Hauptverwaltung befindet sich in Wetzlar. Zahl­stellen werden errichtet in Braunfels, Ehrings­hausen, Groß-Rechtenbach und R o d h e i m. Zum kommissarischen Leiter der neuen Kasse ist der bisherige Leiter der Ortskrankenkasse Ehringshausen, Hofmann, ernannt worden. Die Neuregelung tritt am 1. Januar in Kraft. Es handelt sich um eine Maßnahme, die auf Grund des Gesetzes über den Neuaufbau der deutschen Sozialversicherung getrof­fen worden ist und die in der Hauptsache die Ver­einfachung und Verbilligung der Verwaltung auf der einen Seite und.die Erhöhung der Kassenleistun­gen bei niedrigeren Beiträgen auf der anderen Seite bezweckt. So konnte z. B. schon der Bei­tragssatz vom 1. Januar ab von 6 auf 53/< v. H. des Grundlohnes ermäßigt werden. Die neue Kaffe wird rund 15 000 Mitglieder zählen.

Festnahme eines Handtaschenräubers.

LPD. Frankfurt a. M., 31. Dez. In letzter Zeit wurden in den westlichen Vororten Frankfurts mehrfach Handtaschen geraubt, ohne daß der Täter bisher gefaßt werden konnte. Der Krimi­nalpolizei ist es nun gelungen, den Räuber in der Person des 27jährigen Hermann L i e b e ck aus Nied zu fassen.

Kreis Wetzlar.

* Krofdorf, 2. Jan. Am heutigen Donnerstag, 2. Januar, kann die Hausangestellte Fräulein Eli­sabeth M ö b u s auf eine 3 0jährige Dienst­

zeit im Haufe der Familie des Sanitätsrats Dr. Seipp in Krofdorf zurückblicken. Das Jubiläum beweist das gute Einvernehmen zwischen der Fami­lie und der treuen Hausgehilfin.

[D Wißmar, 1. Jan. Nach der kirchlichen Statistik wurden im Jahre 1935 in unserer Kirche 19, jedoch zwei aus unserer Gemeinde gebür­tige Kinder in der Klinik zu Gießen getauft. Ge­storben sind in unserer Gemeinde 20 Personen, ge­traut wurden 12 Paare, konfirmiert wurden 49 Kinder (33 Knaben und 16 Mädchen). Am heiligen Abendmahl nahmen 1023 Personen (416 männliche und 804 weibliche) teil. Der hiesige Obst - und Gartenbauverein hielt bei Gastwirt W. L e i b feine gut besuchte Jahreshauptversammlung unter Leitung des Vorsitzenden Gg. T ö r n e r ab. Der Verein, der vor zwei Jahren gegründet worden war, hat unter seiner zielsicheren Leitung gute Fortschritte gemacht und sich mit seinen 200 Mitgliedern zum stärksten Verein des Dorfes entwickelt. Der Verein * hat bereits mehrere Geräte angeschafft, die allen Mitgliedern zur Verfügung stehen. Demnächst ist die Abhaltung eines Familienabends vorgesehen, ferner wird auch in diesem Jahre ein größerer Ausflug nach Geisenheim a. Rh. unternommen. Der Verein hat es sich zur Ausgabe gemacht, einen Mustergarten anzulegen. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. Infolge der günstigen Witte­rung sah man dieser Tage noch einige Landwirte auf dem Feld mit der Ernte von Stoppel­rüben als Futtermittel beschäftigt.

> Dutenhofen, 1. Jan. Bei einer Treib­jagd in unserer Gemarkung wurden 59 Hasen, 6 Fasanenhähne und eine Bisamratte (wahrscheinlich handelt es sich um eine Nutria) erlegt.

(t) Lützellinden, 1. Jan. Bei einer Treib­jagd in einem Teil der hiesigen Feldmark, sowie in drei Waldtreiben wurden 79 Hasen, 3 Füchse und 1 Fasanenhahn zur Strecke gebracht. Die vorjährige Strecke betrug über 100 Hasen.

<> Dornholzhausen, 1. Jan. Bei einer Treibjagd in einem Teil der hiesigen Feldmark und in verschiedenen Waldtreiben wurden 10 Hasen, 1 Reh und 1 Fasanenhckhn zur Strecke gebracht.

Obecheffen.

Dem olympischen Jahre znm Gruß!

Landkreis Gießen.

§ Staufenberg, 1. Jan. Die hier durchge­führte Kuchen - und Gebä cksamrnlung er­gab insgesamt 15 Kuchen und 21 P^und Gebäck.

"Y Watzenborn-Steinberg, 2. Januar. Morgen Freitag, 3. Januar, begehen die Eheleute Konrad Röhmia und Frau Katharine, geborene Sommer, im Kreise ihrer 4 Kinder, 18 Enkel und ein Urenkel das Fest der goldenen Hochzeit. Beide erfreuen sich noch einer recht guten Gesund­heit; der Jubilar steht im 77., feine Ehefrau im 73. Lebensjahre.

. Watzenborn-Steinberg, 2. Jan. Unsere Mitbürgerin Elisabeth Häuser Witwe. Bahnhofstraße 26, begeht heute bei verhältnismä­ßiger Rüstigkeit ihren 81. Geburtstag.

Z Lich, l.Jan. Die Ortsgruppe Lich der Nationalsozialistischen Kriegsopfer­versorgung beging in der festlich geschmückten Turnhalle ihre Weihnachtsfeier. Ortsgrup­penobmann Schmidt gab nach dem Eröffnungs­marsch und Einmarsch der Fahne seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Mitglieder, selbst aus den weiter entfernten Orten Nieder- und Ober- Bessingen, so zahlreich der Einladung der Orts­gruppe Folge geleistet hätten. Einem Prolog, ge­sprochen von dem Sohn Wilhelm des Obmannes Schmidt, folgte die TheateraufführungO du selige Weihnachtszeit", ein Strauß deutscher Weihnachts­lieder in szenischer Darstellung. Mit Begeisterung brachten alle Mitwirkenden das schöne Spiel zur Aufführung. Das Töchterchen Edith des Stützpunkt­leiters Carl (Ober-Beffingen) und Hilde Rinker (Ober-Bessingen) trugen zur Verschönerung der Feier durch den Vortrag zweier sinniger Weih- nachsgedichte bei. Die Bedeutung von Blut und Boden für unser Volk brachte in eindrucksvoller Weise das TheaterstückWohl dem, der eine Heimat hat" zum Ausdruck. Aus den vorn Stützpunktleiter Helmut Walter Carl (Ober-Bessingen) verfaßten und Dorgetragenen GedichtenGlaube, Wille, Friede" undWeißt du es noch" klang das gewal­tige Fronterlebnis des Weltkrieges und das Gelöb­nis zu friedvoller Mitarbeit an Volk und Vaterland. Zwischen den einzelnen Darbietungen erklangen ge­meinsam gesungene Weihnachtslieder. Ein gemüt­liches Beisammensein vereinigte die Besucher noch einige Zeit in echter Kameradschaft. Für die Kinder der Mitglieder fand eine Feier mit Bescherung statt.

)( L ich, l.Jan. Eine schöne kirchenmusi­kalische Feier wurde unserer Gemeinde in unserer Stiftskirche geboten. Orgelspiele, Chor- und Einzelgesang, sowie Gemeindelied wechselten mit­einander ab. Als Solistin war Frau Marie Wag­ner (Lich) gewonnen worden, die, von Organist Stein begleitet, mit ihrer gut geschulten, reinen und den großen Raum der Kirche füllenden Stimme Weihnachtslieder von Franck, Reger und Corne­lius zu Gehör brachte. Organist Stein, der auch den Kirchenchor und die Chorschule mit bekannter Meisterschaft leitete, spielte den OrgelchoralIn duld jubilo von I. S. Bach,Heilige Nacht, Hir­tenmusik" von Bartmus,Andante pastorale von Herzog und zum SchlußPastorella von I. S. Bach und brachte damit wieder einmal unser pracht­volles Orgelwerk zur vollen Geltung. Der Kir - chenchor sang sehr schön und innigLobet den Herren, ihr Heiden all" nach einem Tonsatz von Vulpius (1609) und eine Weise der böhmischen BrüderPreis, Lob und Herrlichkeit" in der Ver­tonung von I. S. Bach. Die Chor schule ließ ihre zarten und reinen Kinderstimmen in wer alten Weihnachtsliedern erklingen und durfte auch den Reinertrag der Veranstaltung für ihre Kasse ver­

buchen. Die Feier versetzte die Gemeinde noch ein­mal in die rechte Weihnachtsstimmung.

EU Hungen, 1. Jan. Der Meisterprüfung haben sich im Jahre 1935 mit Erfolg unterzogen: Ernst Kohlheyer, Schmiedemeister; Willi L i n d, Schuhmachermeister; August Vogt, Bäckermeister.

<5 Villingen , 1. Jan. Die Gemeinde Vil- lingen hat im Laufe des vergangenen Jahres u m - fa 'ngreiche Arbeiten zur Ausführung brin­gen lassen, die dem ansässigen Handwerk'und Ge­werbe lohnende Beschäftigung gaben. Der Kirch­turm, der schon geraume Zeit sehr reparaturbe­dürftig war, ist mit einer neuen Schiefereindeckung versehen worden. Gleichzeitig wurden die an sich schlechten konstruktiven Teile des Turmes durch Einbau neuer und Auswechselung schadhafter Hvlz- teile verbessert, wodurch nicht zuletzt der ganzen Turmkonstruktion eine erhöhte Sicherheit gegeben wurde. Durch Anlegen eines bisher noch fehlenden Blitzableiters wird der Kirche der notwendige Blitz­schutz gewährt. Ebenfalls konnten hierbei das an der höchsten Spitze des Turmes befindliche Wahr­zeichen der Kirche ein schöner, in gotischen Stil­formen gehaltener Gockel und das Zifferblatt der Kirchenuhr einer eingehenden Überholung un­terzogen werden. Alles in allem bietet nun die Kirche ein sehr freundliches Bild ländlichen Frie­dens und ländlicher Sicherheit. In Verfolg dieser Arbeiten wurde das Rathaus, dessen stilvolles Fachwerk leider unter einer starken Mörtelschicht verdeckt dem Beschauer nicht zu Gesicht kommen kann, im Innern einer gründlichen Renovierung unterzogen. Harmonisch gehaltene Farbtöne lassen nun die Räume in ihrer Schlichtheit voll und ganz auf den Beschauer wirken. Besondere Erwähnung verdienen hierbei die in dem Amtszimmer des Bür­germeisters befindlichen alten Stühle, die als Pro­dukte eines vergangenen Jahrhunderts bestes Zeug­nis handwerklichen Schaffens ablegen und nun in ihrer Farbenfrische dem Raume ein besonderes Ge­präge geben. Nicht unerwähnt sollen weiterhin die von Meister Heßler nach Entwürfen des staat­lichen Hochbauamtes Gießen ausgeführte Aus­malung der Schrankfüllungen bleiben. Geben sie doch bestes Zeugnis von handwerklichem Können und lassen darüber hinaus ländliches Schaffen in geschmackvoller und kunstvoller Ausgestaltung an­regend und verständniserweckend auf die ländliche Bevölkerung einroirfen. Die Putz- und Anstreicher­arbeiten wurden von den Weißbindermeistern Heßler und Bender zur Ausführung gebracht. Die Leitung dieser Gesamtausführungen lag in den Händen des staatlichen Hochbauamtes Gießen. Die Kanalisation des Ortes, die ebenfals in Angriff genommen wurde, schließt den reichhaltigen Rah­men dieser großzügigen Arbeitsbeschaffung ab.

Kreis Alsfeld

N. Flensungen, 1. Jan. Am Sonntagmorgen stürzte im hiesigen neuen Eisensteinberg­werk ein Bagger in einen alten Stol­len. Da an diesem Tage nicht gearbeitet wurde, kam glücklicherweise niemand zu Schaden. Erst nach langer, mühevoller Arbeit gelang es, den Bagger wieder aufzustellen.

Kirche und (5d>ule.

Kreis Schotten.

(]) Ulrichstein, l.Jan. Durch den Dekan des Evangelischen Dekanats Schotten, Dekan Wid­mann (Schotten), fand am Sonntag nach Weih­nachten hier und in der kirchlich mit Ulrichstein ver­bundenen Nachbargemeinde Feldkrücken eine ordentliche Kirchenvisitation statt. In beiden Ge-

Die vierjährige Spanne der X. Olympiade, die wir 1932 durch die Spiele von Los Angeles in unvergeßlich schöner Weise feiern durften, ist vor­über. Die XI. Olympiade hebt an, und mit ihr das Jahr, in dem die Olympische Glocke mit ihrem ehernen Klang die Jugend der Welt zu friedlichem Wettstreit der Kräfte nach Berlin ruft.

Nur wenige Wochen trennen uns noch vom Be­ginn der Olympischen Winterspiele in Garmisch- Partenkirchen, die den XI. Olympischen Spielen im August in Berlin vorausgehen. Die ersten aus­ländischen Wettkämpfer, die an den Winterspielen teilnehmen werden, find bereits in Deutschland ein­getroffen.

Inmitten < einer Welt, die von Unruhen und Gegensätzen erfüllt ist, hat sich die unter dem Zeichen der fünf Ringe stehende Weltgemei.nschast des Sports nicht nur der Angriffe zu erwehren vermocht, die aus den Lagern der Politik gegen sie herangetragen wurden, sondern sie steht heute mächtiger, gesünder und in sich geschlossener da als je zuvor. 49 Nationen rüsten sich für die Ent­sendung starker Sportmannschaften zum festlichen Treffen in Berlin und über die Hälfte von ihnen wird schon in Garmisch-Partenkirchen vertreten sein. Mit lebhafter Anteilnahme verfolgt die Oeffentlich- keit der gan.^Ai Welt die sportlichen Vorbereitungen. Die Olympischen Komitees finden bei Gönnern und Freunden des Sports materielle Unterstützung, und in zahlreichen Ländern tragen auch die Negierungen zur Aufbringung der für die Olympia-Expedition erforderlichen Mittel bei.

Der Führer Deutschlands und die deutsche Re­gierung tun alles, um dem Weltfest die höchste Würde und Weihe zu geben. Nach dem einhelligen Urteil der vielen Sportführer aus aller Welt, bi? wir im vergangenen Jahr bei uns zu begrüßen die Freude hatten, sind nie zuvor Kampf- und Wohn­stätten für die olympischen Spieler in solcher Zweck­mäßigkeit, Größe und Schönheit bereitgestellt wor­den. Alle Vorbereitungen baulicher und technischer Art schreiten planmäßig voran. Das deutsche Volk in Stadt und Land sieht den Spielen in freudiger Erwartung entgegen, zu herzlicher Gastfreundschaft für jeden bereit, der zum Olympischen Fest zu uns kommt.

Möge das neue Jahr, das erste der XI. Olym­piade, einen guten Verlauf der olympischen Wett­kämpfe und Festlichkeiten und damit die Erfüllung des Wünschens und Sehnens bringen, das wir für die deutsche Jugend wie für die Jugend aller teil­nehmenden Länder, diese stolze Hoffnung der Menschheit, hegen.

Glückauf das Olympia-Jahr 1936!

H. v. Tschammer und Osten, Reichssportführer.

Präsident des Deutschen Olympischen Ausschusses. Dr. Th. L e w a l d ,

Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympiade Berlin 1936.

Aus Verbänden ist ein Bund geworden.

Der Reichssportführer

über die Aufgaben des deutschen Sports.

Wir stehen an der Schwelle des für uns so bedeutungsvollen Jahres 1936. Unter den Glocken, welche das neue Jahr begrüßen, wird zum ersten- male auch die Olympische ihre erzene Stimme er­heben. Sie ruft die Jugend der Welt nach Deutsch­land, in unser Deutschland, das wir mit heißem Herzen lieben und dem all unser Tun gilt. 1933 war dgs Jahr des revolutionären Umbruchs, 1934 das der Planung, das abgelaufene Jahr war das Jahr der Formung, 1936 treten wir in das Jahr der Bewährung, und ich weiß, wir find gerüstet.

Nicht nur, weil wir uns bemühten, unsere Män­ner und Frauen möglichst leistungstüchtig zu machen, sondern weil wir unsere Pflicht gegen­über unserem ganzen Volk getan haben. Aus 300 und mehr Verbänden ist ein Bund geworden. Le­bendige Kraft und ein heiliger Eifer durchpulsen ihn. Der Wille zur Gemeinschaft des Volkes hat ihn gebaut. Der heiße Atem der nationalsozialisti­schen Bewegung hat seinen inneren Gehalt be­stimmt.

Ihr Männer und Frauen, wo Ihr auch schafft für die Leibesübung, haltet diesem Bund die Treue. Schenkt ihm Eure ganze Liebe. Wer immer ihm in echter nationalsozialistischer Gesinnung dient, der tut sein Werk am Aufbau der deutschen Volkskraft und damit am Staate Adolf Hitlers.

In unserem Werk sind die Olympischen Spiele nur ein einmaliges Ereignis. Wir haben unsere ganze Kraft aufgewandt, unter den Nationen ehren­voll zu bestehen. Nur wenige Wochen trennen uns von den Winterspielen und die Zeit bis zu den Sommerspielen zählen wir auch nur noch nach Mo­naten. Ihr, meine jungen Kameraden, die Ihr Deutschland in den Olympischen Kämpfen- vertreten sollt, seid größtenteils geboren in den Jahren tief­sten deutschen Elends und maßloser Entbehrungen. Ihr habt es schwerer als die Vertreter der meisten anderen Nationen. Euer Wille muß deshalb doppelt so stark und der Einsatz doppelt so groß sein. Ich weiß, Ihr tut Eure Pflicht, Ihr seid alle Kämpfer, die uns Ehre machen werden, auch dann, wenn Talent Natur und glückliche Umstände den anderen den Sieg schenken. Denn in dem Kampf um die Idee eines deutschen Reichs leibestüchtiger Brüder und Schwestern werdet Ihr stets Sieger bleiben.

Mit Euch marschiert unser sieben Millionen Volksgenossen umschließender Bund in das Jahr der Bewährung. Es wird viel von uns verlangen, und wenn es sich zu Ende neigt, werden wir die Hände nicht in den Schoß legen dürfen, denn unser Bund hat kein endliches Ziel. Seine Aufgabe ist es, den Vormarsch der ewig jungen Kräfte unseres Volkes mit vorzutragen. Wir sind uns des Glücks des Stolzes und der Verantwortung bewußt, an diesem Vormarsch teilzuhaben."

Anordnung des Aeickssporiführers.

Die Presse st elle des Reichssportfüh­rers teilt mit:

Für die Zeit des Uebergangs in den Zustand der Einheit der deutschen Leibesübungen war die Betrauung besonderer Beauftragten für die Umer­ziehung der Massen der Geführten notwendig. Die Zeit des Ueberganges ist beendet, die Zeit der Be­währung hyt begonnen. Die Führung der Sport­gaue steht fest. Deshalb hat der Reichssportführer sämtliche Kreisvertrauensmänner seiner Beauftrag­ten von ihren Pflichten zum 1. Januar 1936 ent­bunden und ihnen für ihre freudige Mitarbeit ge­dankt.

. Gleichzeitig gilt, diese Maßnahme der Verein­fachung der Verwaltung und der Befreiung der Vereine von Verwaltungslasten, die im Laufe der Einrichtung des DRL in den Einzelheiten des Be­triebes immer weiter fvrtschreiten wird."

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Die Goldene Ehrennadel der DSB. wurde dem Leichtathletiksportwart des Kreises Starkenburg, Heinz Lindner- Darmstadt verlie­hen. Lindner war früher einer der besten Lang­streckenläufer in Süddeutschland. Zu seinen zahl­reichen Schülern gehört u. a. auch der deutsche Mei­ster über 10 000 Meter, Heiner Haag.