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Ji(53?„ Ortsgruppe Gießen Ott
Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlengutscheine bis zum Samstag, 4. Januar, 19 Uhr, auf der NSV.-Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, mit der entsprechenden Rechnung einzureichen.
Landschastsbunb Volkstum und Heimat
Ortsring Giehen.
Sonntag, 5. d. M., 11 Uhr, findet im Kaufmännischen Vereinshaus die feierliche Überreichung von Anerkennungsdiplomen an neun treue Tierpfleger unserer Stadt statt. Hierzu sind alle Tierfreunde ein- geladen.
Sonntag, 12. d. M., 10 Uhr: Führung durch die Veterinär-Kliniken und -Institute. Mitglieder und Gäste willkommen.
Oer Dienst bei parteialiederungen.
Regelung der Lohnsteuer.
Der Reichssinanzminister hat bestimmt: Zum steuerpflichtigen Arbeitslohn gehören alle Einnahmen, die einem Arbeitnehmer aus einem gegenwärtigen oder früheren Dienstverhältnis zufließen, gleichgültig, ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht und unter welcher Bezeichnung oder Form sie gewährt werden. Hiernach gehören grundsätzlich auch Leistungen der Arbeitgeber an ihre zum SA.-, SS-, NSKK- oder HJ.-Dienst beurlaubten Teilnehmer zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Ich habe aber in meinem Lohnsteuersammelerlah vom 5. Juli 1935 aus Billigkeitsgründen zugelassen, daß Unterstützungen der Arbeitgeber an ihre Arbeitnehmer während ihrer Beurlaubung zur Teilnahme an einem anerkannten Lehrgang für Leibeserziehung steuerfrei bleiben. Vorausgesetzt ist, daß sie für Zeiträume, die den bisherigen Lohnzahlungszeiträumen entsprechen, zusammen mit dem Wert der Leistungen, die der Veranstalter des Lehrgangs für Verpflegung, Taschengeld und Haushaltszuschüsse gewährt, den Betrag nicht übersteigen, der den Arbeitnehmern im letzten Lohnzahlungszeitraum nach Abzug der Steuern und der gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge ausbezahlt worden ist (Nettolohn).
Nach den gleichen Grundsätzen sind auch die Fälle zu behandeln, in denen SA-, SS- NSKK-Männer oder Angehörige der HI. zum Dienste bei diesen Verbänden beurlaubt sind. Es bedarf aber einer näheren Angabe im Lohnkonto, zu welchen Aufgaben der einzelne Arbeietnehmer beurlaubt ist. Die Unterstützungen bleiben aus Billigkeitsgründen nur dann steuerfrei, wenn die Beurlaubung entweder zu Sport- und Wehrsportkursen, oder zu Hilfeleistungen in Fällen gemeiner Gefahr (Ueberschwemmungen, Explosionen, Brandkatastrophen, Einsturzgefahr und ähnliches) oder zur Teilnahme an den Reichsparteitagen der NSDAP, erfolgt und die sonstigen Voraussetzungen meines Runderlasses vom 5. Juli 1935 erfüllt sind.
All- Oeustchen sind lustschutzpflichtig
RLB. Seit dem 26. Juni 1935 steht diese Verpflichtung für atie Volksgenossen männlichen und weiblichen Geschlechts fest. An diesem Tage hat die Reichsregierung durch Verabschiedung des Luftschutzgesetzes ihre Entschlossenheit bekundet, alle Maßnahmen rechtzeitig vorzubereiten, die bei Eintritt kriegerischer Verwicklungen zum Schutze der Zivilbevölkerung notwendig werden. Sie beweist mit diesem Gesetz, daß sie neben Armee, Marine und Luftwaffe auch den organisierten Selbstschutz des Volkes im Zeitalter des Flugzeugs für eine gebieterische Notwendigkeit hält. Die nationalsozialistische Staatsführung hat mit ihrem Vorgehen schwere Unterlassungssünden der Weimarer Republik gutgemacht. Sie handelt aus dem Gefühl der Verpflichtung, dem deutschen Volke den Frieden zu erhalten, und sie weiß, daß sie ihrem Willen nur dann Nachdruck verleihen kann, wenn sie über ein lückenlos aufgebautes System der Landesverteidigung verfügt.
Für ein angegriffenes Land wird in Zukunft gelten, was in der Vergangenheit für die Bürger einer belagerten Stadt eine Selbstverständlichkeit war. Jeder muß sich nicht nur bereitwillig unterordnen, sondern sich nach Möglichkeit auch an der praktischen Abwehrleistung beteiligen. Die Wehrmacht und die Behörden können nicht alles allein machen, Flieger und Flakwaffe können nicht in jedem Falle eingesetzt werden. Selbst ist der Mann — und die Frau! Der Wille, Heimat und Herd zu schützen, muß alle nicht erst in der Stunde der Gefahr durchglühen — dann dürfte es zu spät sein —, sondern schon vorher zu dem Entschluß bringen, im Frieden sich alle Kenntnisse anzueignen, die für die
erfolgreiche Durchführung des Selbstschutzes notwendig sind. ~ ,
Es ist ein vielseitiges und fesselndes Gebiet, mindestens ebenso anregend und wichtig wie z. B. das der Fliegerei, welches sich in unseren Tagen besonderer Volkstümlichkeit erfreut. Der Reichsluftschutzbund ,der mit der Aufklärung des Volkes und der Ausbildung der Selbstschutzkräfte betraut ist, wird nach und nach jeden Deutschen erfassen, damit alle Volksgenossen für den Ernstfall gewappnet sind.
Gießener lvochenmarktpreise
* Gießen, 2. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 12, Rotkraut 12 bis 18, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 35, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10 bis 14, Merrettich 30 bis 70, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., Birnen 15 bis 25, Nüsse 38 bis 55, Suppenhühner 80 bis 90, Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Blumenkohl, das Stück 30 bis 50 Pf., Endivien 5 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 5 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf.
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** Bevorzugt zum einjährigen Dienst in der Luftwaffe. Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe beabsichtigt, die Absolventen der höheren technischen Lehranstalten für Maschinenwesen usw. und für Hoch- und Tiefbau bevorzugt zum einjährigen Dienst in der Luftwaffe zuzulassen, wie das bisher mit den Abiturienten geschehen ist. Der Reichserziehungsminister hat hierzu die Unterrichtsverwaltungen der Länder ersucht, für eine Benachrichtigung der Studierenden der höheren technischen Lehranstalten Sorge zu tragen.
* * Steuererleichterungen fürLuftschuh- maßnahmen. Für die Abgabe der Steuererklärungen wird daran erinnert, daß die Aufwendun
gen für die Durchführung von Luftschutzmaßnah- men, die Beschaffung von Luftschutzgeräten und Aufwendungen für Luftschutzausbildung u. a. bei der Errechnung des Einkommens voll abgesetzt werden können. Einzelheiten sind aus dem Gesetz für Steuererleichterung vom 15 Juli 1935 und der Ergänzungsordnung zum Gesetz über Steuererleichterungen vom 20. April 1934 zu ersehen.
* * Probealarm der Feuersirene. Am kommenden Samstag werden die Feueralarmsirenen unserer Stadt probeweise in Tätigkeit gesetzt. Zu einer Beunruhigung liegt also kein Anlaß vor.
* * M i t dem Auto verunglückt. Am gestrigen Neujahrstag um die Mittagszeit verunglückte Sanitätsrat Dr. S ch l i e p h a k e von hier, der sich mit seinen Angehörigen im Auto auf der Fahrt von Lich nach Gießen befand, in der Nähe des Albacher Hofs dadurch, daß der Kraftwagen, anscheinend infolge Versagens der Steuerung gegen einen Straßenbaum fuhr. Sanitätsrat Dr. Schliep- hake, feine Gattin und ein Enkelkind, ein Mädchen, wurden dabei verletzt und mußten von der Licher Sanitätskolonne der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. Wie die ärztliche Untersuchung ergab, hat Sanitätsrat Dr. Schliephake bei dem Anprall des Kraftwagens an den Baum einen Armbruch und Prellungen am Knie erlitten, feine Gattin trug eine Gehirnerschütterung und Prellungen davon, das 4 Jahre alte Kind siegt mit einem Unterschenkelbruch danieder. Die Verunglückten befinden sich zur weiteren Behandlung in der Chirurgischen Klinik.
* * Oe ff entließe Bücherhalle. Jrn Dezember wurden 1727 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 17, Gedichte und Dramen 8, Erzählende Literatur 1035, Jugendschriften 243, Länder- und Völkerkunde 109, Kulturgeschichte 6, Geschichte und Biographien 179, Kunstgeschichten 9, Naturwissenschaft und Technologie 69, Heer- und Seewesen 25, Religion und Philosophie 5, Staatswissenschaft 19, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 7 Bände.
Die Jagd im Januar.
Das Kalenderjahr ging zu Ende, nicht fo das Jagdjahr, das noch ein Vierteljahr währt. Die Hauptjagdzeit neigt sich allerdings ihrem Ende zu. Schon häufen sich die schwarzen Felder im Jagdschein: Schonzeit.
Rotwild darf während des ganzen Monats, ebenso wie Damwild, noch gejagt werden. Der Abschuß männlichen Wildes dürfte allerdings meist beendigt fein. Viel wichtiger ist zur Zeit auch der Abschuß von Kahlwild, zu dem der Monat dort unbedingt noch ausgenutzt werden muß, wo die festgesetzte Abschußzahl noch nicht erreicht wurde.
Hoffentlich bringt der Hartung noch einmal Schnee, damit das Schwarzwild auf weidmännische Art bejagt und kurzgehalten werden kann.
Das Rehwild hat vollkommene Schonzeit. Die Böcke haben abgeworfen, manche schieben schon wieder deutlich sichtbar. Dem aufmerksamen Beobachter werden bei feinen Reviergängen Ende Dezember und im Januar frische Fegestellen auffallen. Es handelt sich dabei um Fegestellen von Kitzböcken, die ihr „Erstlingsgehörn" fegen, um es kurz darauf abzuwerfen und ihr zweites Gehörn zu schieben, das dann im Mai/Juni gefegt wird. Das Rehwild hat sich zu stärkeren Wintersprüngen zusammen- geruöelt, die jetzt vielfach im hohen Holz nach Eicheln oder Bucheckern schlagend angetroffen werden. Sie erleichtern die Bestandzählung sehr, die in unserem Jagdkreis auch in diesem Frühjahr wieder vorgenommen werden wird.
Die Hasenjagden sind in der Mehrzahl vorüber, am 15. Januar endigt Mümmelmanns Schußzeit. Im allgemeinen sind die Nachrichten über die Hafenstrecken in Deutschland unerfreulich. Die Ge° famtftreefe wird voraussichtlich wesentlich geringer ausfallen als im Vorjahre. Im Gegensatz dazu können die Sttecken in unserem engeren Gebiet vielfach als normal bezeichnet werden. Es häng! der Ausfall, abgesehen vom Wetter des Jagdtages, in starkem Maße davon ab, wie die Jagd im Vorjahr ausgeübt worden ist. Da auf den Strecken unserer Dezemberjagden Hasen von fünf bis über neun Pfund lagen, ergibt es sich, daß auch von einem Ausfall ganzer Sätze, wie in anderen Gegenden, bei uns nicht geredet werden kann.
Das Rebhuhn hat bereits einen ganzen Monat Schonzeit, der Fasan darf dagegen bis zum 15. Januar noch bejagt werden. Dann beginnt feine Schonzeit. Es fei darauf besonders hingewiesen,
weil die Schußzeit für Hähne in Hessen seither viel länger dauerte, und die hessischen Schuß- und Schonzeiten aus vielen Kqpfen noch nicht ganz verschwunden zu sein scheinen.
Schußzeit hat ferner noch die Ringeltaube. In gewöhnlichen Jahren hat es wenig Sinn, darauf hinzuweisen, weil die Tauben im Januar weiter im Süden weilen. In diesem Jahre hat genau wie im Mastwinter 1928/29 eine große Zahl von Tauben es vorgezogen, bei uns zu überwintern. Die Buchenmast hat es ihnen offenbar angetan. Hoffentlich bekommt ihnen der Versuch nicht so schlecht wie denjenigen aus jenem Notwinter, die damals in Massen verhungerten, geschlagen und gerissen wurden, weil sie durch die verharschte Schneedecke nicht zu ihrer Aesung kommen konnten. Auch während der diesjährigen vorweihnachtlichen Schneetage fielen die Tauben vor allem dort ein, wo das Rehwild den Schnee weggeschlagen hatte.
Die Wildente hat Schonzeit. Auch darauf sei besonders hingewiesen, weil damit die Schußzeit gegenüber den seitherigen hessischen Bestim- mungen gekürzt wurde. Es ist auch nichts davon bekannt geworden, daß der Herr Reichsjägermeister beabsichtige, von der Verlängerungsmöglichkeit Gebrauch zu machen, die das Reichsjagdgesetz vorsieht.
W i l d g ä n s e , die auf dem Zuge gelegentlich vor die Flinte kommen, haben dagegen noch weiterhin Schußzeit, ebenso Waldschnepfen und Bekassinen.
Neben den ganzjährig freigegebenen Habicht und Sperber hat auch der Mäusebussard neben seinem rauhfüßigen Vetter Schußzeit.
Der Januar ist vor allem der Monat der Raub- w i l d j a g d. Zwar hat der Dachs, der Ende des Monats bereits wirft, jetzt Schonzeit (im Gegensatz zu früher), die Jagd auf den Fuchs dagegen erreicht ihren Höhepunkt. Sie bietet dem Weidmanne ganz außerordentlich viele Möglichkeiten, die nur der eifrige Tellereisenjäger seither verlernt hatte, und die in Vergessenheit gerieten. Treib- und Drückjagd, Lockjagd mit Hasenquäke Mäusepfeifchen ober Vogel-, angftruf, Lappjagd, Pirsch ober Ansitz am Bau, bei Schnee im „weißen Zeug", unb vor allem jetzt in der Ranzzeit Sprengen mit bem scharfen Dackel ober Terrier, Auswahl genug, die bei richtiger Anwendung manchen guten Winterbalg auf das Spannbrett liefert.
Auch Edel- und Steinmarder dürfen noch erlegt werden. Ueberall spürt sich noch nach einer „Neuen" der Marder in unseren Revieren, aber das „Ausneuen" z. B., d. h. das Ausgehen der Nachtspur bis dahin, wo der Marder sich steckte, ist nur wenigen Jägern bekannt, vielen wahrscheinlich auch zu unbequem. Das war ja mit dem Tellereisen doch soviel bequemer! In den wenigen Revieren, wo das Aus* neuen regelmäßig angewendet wurde, sind fast alljährlich Marder geschossen worden.
Auch Iltis und Hermelin lassen sich bei Schnee leichter besagen als sonst.
Raubwildjagd ist Weidwerk und Hege zugleich. Raubwild muß in unseren Revieren sein, und kein wahrer Jäger möchte auch darauf verzichten. Wie einförmig wäre es doch, wenn unsere ganze Tierwelt nur aus Hasen und Hühnern bestände! Aber der Heger wird das Raubwild in seinen Grenzen halten müssen.
Daneben aber legt der Januar, meist doch unser härtester Monat, bem Weibmann bie Pflicht auf, auch sonst für sein Wild zu sorgen. In höheren
3. HeichSberusSwettkarripf 1936.
Das Ideal des deutschen Volkes ist die Arbeit, sein Wille die Leistung und seine Sehnsucht der Friede.
Jungarbeiter, hast du dich schon zur Teilnahme am 3. Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend vom 2. bis 15. Februar angemetbet? Anmeldungen nehmen alle kreis- und Ortsjugendwaltungen der DAF. entgegen.
Lagen machte im Dezember bereits der Schnee Wlnterfütterung notwendig, in tieferen mit Laubholzbeständen fand das Schalenwild Eicheln und Eckern. Eine natürliche Aesung ist es, wenn der Heger hier und dort etwas Weichholz schlägt, z. B. Weiden, wozu ihm der Forstmann gern Die Erlaubnis geben wird. Denn für ihn handelt es sich dabei vielfach um „Unkraut". Auch das Holz das beim Ausputzen der Obstbäume in der Feldmark ab= fällt, ist hervorragende Aesung und wird auch ohne Not gern angenommen. Wird die Not allerdings sehr groß, dann müssen, je nach Wildart, Eicheln, Kastanien, Klee- und Wiesenheu gereicht werden, bei Harschschnee werden Pfade getrampelt, auf denen das Wild zur Fütterung ziehen kann, ohne lauf- wund zu werden, der Rechen legt Heidekraut und Besenpfriem frei usw. Viele Wege führen zum Ziel, die besten sind in den einzelnen Revieren je nach Lage und Bestand verschieden. Die Hauptsache ist, daß überhaupt etwas geschieht. Die Fasanenfütte- rung muß schon im Gange sein und bei Not verstärkt werden, auch Hühner haben bie Fütterungen schon angenommen. Es muß bem wahren Jäger ein Her- zensbebürfnis sein, jetzt für fein Wild zu sorgen. „Und denk bei deinem täglich' Brot, ob auch dein Wild nicht leidet Not!" Wir wollen es bei der Beurteilung der Jäger mit Hermann Löns halten, der da sagt: „Der Heger, der Pfleger kann Jäger nur sein!". Allen denen, die so denken, ein „W eidmannsheil" für 1936. Hubertus.
Oie Reiterchen des WHW. brachten in unserem Gau 133200 Mark.
LPD. Frankfurt a. M., 31. Dez. Wie die Gau- führung des Winterhilfswerks mitteilt, brachte die von der Hitler-Jugend, dem Jungvolk und dem BDM. durchgeführte viertägige Reiterchen- Sammlung des Winterhilfswerks im Gau Hessen-Nassau insgesamt 13 3 2 0 0 Mark.
Auf der Kanzel vom Tode ereilt
LPD. Westerburg, 1. Januar. Während der Predigt in der Kirche zu Altstadt (Westerwald) wurde der im 68. Lebensjahre stehende Dekan a. D. Pfarrer Wilhelm S ch a r d t von einem Schlaganfall betroffen, an dessen Folgen er sofort d e r ft a r b.
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gegen spröde Haut
Nicht müde werden, Annelies?
Vornan von Bernhard Lanzer.
Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin.
23. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
„An sich wäre der Gedanke vielleicht nicht unsympathisch ..."
„Aber?"
Ihre Nasenflügel zuckten leise. Dann richteten sie sich plötzlich wieder auf.
„Ich will Ihnen mal was sagen, mein guter Costa — Sie dürfen bie Lore Birkner nämlich nicht für gar zu bumm hatten. Mit Speck fängt man Mäuse, bas ist ein altes unb bewährtes Rezept. Bei mir ver- fängt es allerdings nicht. Ein bißchen mit mir ausgehen, mir ein bißchen vorschwatzen — und bei dieser Gelegenheit herauszubekommen such'en, wo die angebetete Mia steckt — das könnte Ihnen so passen! Nein, mein Lieber, wenn Sie sich bie Geschichte so gedacht haben, schneiden Sie sich aber ganz gewaltig in die Finger. Aus den Leim gehen wir natürlich nicht."
Sie war sichtlich erregt Costa hob beschwichtigend bie Hand.
„Aber Fräulein Lore! Kein Gedanke! Natürlich, ich sagte ja schon, unter den obwaltenden Verhältnissen — es ist eben eine ganz scheußliche Sache. Eigentlich wirklich fein Wunder, daß Sie auf solche Gedanken kommen. Aber Sie irren sich bestimmt. Ich habe wirklich nicht an so etwas gedacht, denke überhaupt nicht mehr an Ihre Mia. Verstehen Sie mich doch nur mal richtig — ich — Donnerwetter noch mal — ich kann Ihnen doch nicht aus heiterem Himmel eine Liebeserklärung machen!"
Ihre Erregung schien unter seinen Worten wieder zurückzufluten. Sie schob sich eine Locke aus der Stirn.
„Ist auch gar nicht notwendig", erwiderte sie unb ließ sich wieder in den Stuhl zurücksinken. „Aber Sie dürfen sich wirklich nicht wundern. Und Sie müssen zugeben, daß es kein sehr erhebender Ge
danke ist, etwa nur als Mittel zum Zweck dienen zu sollen, im übrigen aber ..."
„Selbstverständlich", unterbrach er sie lebhaft. „Aber es geht mir dabei wirklich nur um Sie. Ich würde mich riesig freuen, wenn Sie sich ein bißchen um mich verwaisten Taugenichts kümmern und für heute abend zusagen würden. Wollen Sie, Fräulein Lore?"
Da lächelte sie wieder.
„Wenn es durchaus fein muß ..
„Es muß fein."
„Na, da wollen wir bie Mission mal auf uns nehmen."
„Das ist schön. Das ist lieb von Ihnen, Fräulein Lore. Es wird Ihnen doch auch gut tun, wenn Sie mal aus Ihren vier Wänben herauskommen. Sie haben jetzt doch rein gar nichts vom Leben. Ihre Freundin amüsiert sich ba draußen, und Sie sitzen hier wie ein Vogel im goldenen Käfig und dürfen sich die Wett nur von weitem ansehen."
„Sie haben recht. Man darf nicht allzu bescheiden sein. Und man muß etwas aus dem Leben zu machen versuchen. Wie haben Sie sich denn die Sache übrigens gedacht? Das Mädchen ist ja verschwiegen, aber man möchte doch vorläufig — man möchte doch nicht so in aller Öffentlichkeit ..."
„Natürlich. Ich hole Sie mit dem Wagen ab, und wir fahren nach irgendeinem Vorort hinaus. Ein hübsches kleines Restaurant, ein stiller Garten am Wasser — ist das nicht herrlich? Ich freue mich unbändig daraus."
„Das könnte sehr nett werden. Aber wissen Sie denn so genau, baß Sie Grund zu unbändiger Freude haben werden?"
„Klar! Ich hatte mich nämlich an Ihr Wort: Man darf nicht bescheiden sein, man muß etwas aus dem Leben zu machen versuchen. — Ich finde dies Wort herrlich vernünftig, rasend vernünftig. Und somit ergibt sich, daß wir uns verstehen. Ist das nicht Grund genug zur Freude?"
„Möglich ...", erwiderte sie unb tauchte ihren schillernben Blick tief in ben feinen.
Costa blieb noch ein paar Minuten, bann ver- abschiebete er sich. Lore Birkner begleitete ihn hinaus. In ber Diele trafen sie auf bas Mädchen, das eben wieder in bie Küche verschwinden wollte. Sie sahen sich verständnisvoll lächelnd an.
„Na, Sie kleines Wachhündchen", lachte Costa leise, „sind Sie zufrieden, daß es sich nicht um Ihre Gnädige handelt?"
Sie war sichtlich verlegen, warf aber mit fast ein wenig trotziger Bewegung den Kopf zurück.
Lore Birkner wandte sich ihr mit gleichmütiger Miene zu:
„Wenn Sie für heute abend vielleicht was vor haben, Liesbeth ... Sie können ruhig gehen. Nur nicht allzu spat wiederkommen — nicht wahr?"
Die Augen des Mädchens leuchteten auf. Sie nickte Lore Birkner lächelnd zu.
„Vielen Dank, Fräulein Birkner!"
Damit verschwand sie.
Lore Birkner ging mit hinaus an die Pforte. Costa reichte ihr bie Hanb unb senkte feinen Blick tief in ben ihren.
„Auf Wiedersehen also, Fräulein Lore. Und bie richtige Stimmung mitbringen — nicht wahr?"
Sie erwiderte den Druck seiner Hand.
„Ich werde mir Mühe geben."
Er wandte sich ab und trat mit raschen Schritten auf den Wagen zu. Der Motor fprang an. Costa winkte noch einmal mit ber Hanb zurück, bann glitt der Wagen davon. Lore Birkner sah ihm nach, bis er bie Höhe ber Steigung erreicht hatte unb in eine Nebenstraße einbog.
Costa war mit seinem Erfolg zufrieden. Das war ja verhältnismäßig glatt gegangen. Aber verteufelt gescheit war das Mädchen, man mußte vorsichtig zu Werke gehen. So auf Anhieb würde es wohl kaum glücken.' Na, auch egal, mit einem Abend war die Sache fowiefo nicht abgetan.
9. Kapitel.
Gegen halb acht Uhr abends hielt er wieder mit dem Wagen vor der Villa. Lore Birkner war schon bereit; sie hatte ihn kommen sehen und kam mit leichten Schritten vom Hause her, als er eben ausgestiegen war.
Sie sah mit sehnsüchtigen Augen in die Abendsonne.
„Jetzt freue ich mich wirklich auch. Es ist doch schön, wenn man mal so frei und ungebunden ausschwirren kann. Die Wett ist ja schließlich auch für unfereinen ba."
Costa preßte ihr bie Hand und suchte ihre Augen.
„So ist es recht", erwiderte er mit dunkler Stimme
,-,Die schöne Wett ist für jeden da. Man muß sie nur auch für sich in Anspruch nehmen wollen."
Er half ihr in den Wagen. Dann fuhren sie davon. Costa wählte entlegene Straßen für die Fahrt durch die Stadt. Dann ging es am Neckar entlang, der wie ein schimmerndes Band in der Abendsonne lag. Sie sprachen nicht viel, Lore Birkner schien sich ganz bem Gefühl ber ungewohnten Freiheit hinzugeben. Mit glänzenben, erwartungsvollen Blicken sah sie über bas Wasser zu ihrer Rechten hin, über bie oorübergleitenben Bäume, auf benen in silber- grauer Schicht der Staub des Spätsommers lag, in den Himmel, der feine weitgespannte Glocke über endlose Fernen wölbte. •
In einem kleinen Restaurant eines entlegenen Vorortes kehrten sie ein. Sie waren die einzigen Gäste in dem hübschen, ländlichen Garten, ber bicht am Neckar lag unb von alten, hohen Kastanien bestauben war. Am äußersten Enbe bes Gartens, unter abgeblühten Jasminbüschen, nahmen sie Platz. Der sreunbliche, behäbige Wirt kam, um nach ihren Wünschen zu fragen Costa besprach sich eingehend mit ihm über bas Abendessen, aber Core Birkner wies diese Frage mit einer fröhlich gelockerten Hand- beroequng ab:
„Ach, das ist boch ganz egal. Hier ist es so wunderhübsch, baß wir mit allem zufrieden sind."
Man würbe sich bann schnell einig.
„Aber wie ist es nsit bem Wein?" forschte Costa. „Haben Sie etwas Anständiges, Besonderes ba?"
Der Wirt schnalzte mit ber Zunge.
„Das will ich meinen! Einen ganz prachtvollen Einunbzwanziger Markobrunner zum Beispiel. Wirklich ein Prachtstück, Herr! Sie werden bestimmt zufrieden fein."
„Schon. Also dann mal los!"
Sie ließen sich das einfache Essen und den Wein, der in der Tat ein Glanzstück war, vortrefflich schmecken. Lore Birkner sprühte vor Lebenslust. Costa fand, daß ber Abend, abgesehen von dem eigentlichen Zweck, gar keine so üble Sache war, jedenfalls bedeutend angenehmer, als man erwartet hatte.
Mit dem vorfchrettenden Abend stellten sich noch andere Gäste ein, aber man wurde dadurch nicht behindert. Man saß ja hier auch zemlich versteckt, und im übrigen hatte jeder mit sich selbst zu tun.
(Fortsetzung folgt!)


