Ausgabe 
2.1.1936
 
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Der Führer bei der Uraufführung des FilmsLlnfere Wehrmacht".

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Der Führer wohnte der Uraufführung des FilmsUnsere Wehrmacht" im Ufa-Theater am Zoo in Berlin bei. Links im Vordergrund Leni R i e f e n ft a h l, die der Führer nach der Aufführung für ihre Regiearbeit beglückwünschte. (Deutsche Presse-Photo-Zentrale-M.)

Der deutscheBotschaster inparis gestorben

Paris, 31. Dez. (DMB.) Der deutsche Botschaf­ter Roland K ö st e r ist nach kurzem schweren Leiden am heutigen Dienstag gegen 14 Uhr im Amerikanischen Krankenhaus in Paris verschie­den. Er war am lUontag ins Krankenhaus ge­bracht worden, nachdem er seit einigen Tagen unter einer schweren Bronchitis mit hohem Fieber gelitten hatte. Die Bonchitis hat sich in eine Lun­genentzündung verwandelt, an deren Folgen der Botschafter gestorben ist.

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Botschafter Roland Köster ist am 1. Juni 1883 in Mannheim geboren, seine Gattin entstammt der Familie Liebig. Rach den üblichen Studien trat er sofort in die diplomatische Karriere ein und war nach dem Kriege zunächst Gesandtschaftsrat in Prag,

(Scherl-Bilderdienst-M.)

alsdann Chef des Protokolls. Nachdem er dann von 1927 bis 1930 die Gesandtschaft in Oslo gelei­tet hatte, und dann als Ministerialdirektor der Ab­teilung I des Auswärtigen Amtes vorgestanden hatte, berief ihn im September 1932 der damalige Reichskanzler von Papen als Nachfolger des nach London versetzten Botschafters von Hoesch auf den außerordentlich schwierigen Posten in Paris. Er hatte dort besonders in der Zeit der Machtüber­nahme durch den Nationalsozialismus, des Saar­kampfes und nach der Wiedererringung der Wehr­hoheit Deutschlands Gelegenheit, sein diplomatisches Geschick im Dienst seines Vaterlandes einzusetzen. Es war nicht seine Art, sich vorzudrängen oder in der Oeffentlichkeit in den Vordergrund zu , treten; daß Kösters stille und gleichwohl sehr intensive Tä­tigkeit auch von französischer Seite anerkannt wurde, hat Ministerpräsident Laval gelegentlich selbst er­kennen lassen. Botschafter Köster hat es verstanden, auf einem der schwierigsten diplomatischen Posten Europas seinem Land und seinem Volk unter Ein­satz seiner ganzen Persönlichkeit erfolgreich zu die­nen. Er hat mehr als einmal Mißverständnisse bei­seite zu räumen gewußt und hat auch ein gutes Verhältnis zu dem Chef des französischen Kabi­netts hergestellt. Das sichert ihm ein dankbares An­denken über seinen Tod hinaus.

Trauer in Paris.

Paris, 1. Jan. (DNB.) Die Nachricht von dem plötzlichen Ableben des Botschafters Roland Köster hat sich in der deutschen Kolonie und in den politi­schen Kreisen der französischen Hauptstadt, wie ein Lauffeuer verbreitet. Wenige Stunden nach seinem Tode schmückten zahlreiche Blumenspen- d e n das einsame Sterbezimmer im Amerikanischen Krankenhaus, in dem der Botschafter zunächst aus­gebahrt war. Die sterbliche Hülle des Botschafters wurde am Neujahrstag von Mitgliedern der Fa­milie und dem deutschen Geschäftsträger Dr. For­ster in die Deutsche Botschaft einge­holt und in dem in eine Trauerkapelle umgewan­delten Grünen Salon aufgebahrt. Am Samstag- oormittag wird der T r a u e r g o t t e s d i e n st für die deutsche Kolonie in der deutschen evan­gelischen Kirche stattfinden, wohin der Sarg, der mit der Reichsdienstflagge bedeckt wurde, in­zwischen überführt wird. Die Trauerfeier, an der die Vertreter der französischen Regierung und das Diplomatische Korps teilnehmen, erfolgt an­schließend am Ostbahnhof.

Der P r ä s i d e n t d e r R e p u b l i k hat sich so­

fort, als er von dem plötzlichen Ableben des deut­schen Botschafters unterrichtet worden war, in die Beileidsliste in der deutschen Botschaft eintragen lassen. Ministerpräsident Laval hat sich persönlich in Begleitung seines Kabinettschefs in die deutsche Botschaft begeben. Unter den ersten Beileidsbesuchern bemerkte man den italienischen Botschafter in Paris, den Generalsekretär in der Präsidentschaft der Republik, Magre, den Chef des Militärhauses des Staatspräsidenten, General Bra- connier, den Generalsekretär am Quai d'Orsay, Leger, den Chef des Protokolls, de Fouquiöres, den Pronuntius Kardinal Maglione, Kolonial- Nlinifter Rollin und den Ehrengouverneur der Bank von Frankreich. Marschall Petain und General Gamelin haben sich in die Beileidsliste eintragen lassen. Beileidstelegramme gingen ein von Reichs­außenminister v. Neurath und Reichskriegs­minister v. Blomberg, ferner von dem franzö­sischen Botschafter in Berlin, Francois Pon­cet, von Staatsminister Herriot und vom ehe­maligen Ministerpräsidenten T a r b i e u.

Die Pariser Presse bringt am Neujahrstage Bil­der des verstorbenen Botschafters und veröffentlicht einen Ueberblick über seine diplomatische Laufbahn. Mehrere Zeitungen widmen dem Verschiedenen ehrende Worte des Nachrufs. DasI o u r n a l" schreibt, Roland Köster, der eingehend den Geist Frankreichs und die französische Kultur gekannt habe, habe als diplomatischer Vertreter des Reiches in Paris an der Lösung der schwierigen und heiklen Aufgabe der wirtschaftlichen und politischen An­näherung Deutschlands und Frankreichs gearbeitet. Das Blatt erinnert an die Worte Kösters an Prä­sident Lebrun bei der Ueberreichung seines Beglau­bigungsschreibens am 21. November 1932:Es sind zwischen Deutschland und Frankreich noch ernste Fragen zu klären und sehr viele Schwierigkeiten zu überwinden. Aber dieses Ziel wird verwirklicht wer­den, wenn die beiden Regierungen an die auftreten­den Fragen mit dem Entschluß Herangehen, ihre Lösung durch eine aufrichtige Zusammenarbeit auf der Grundlage der Gerechtigkeit und Billigkeit zu erreichen."

DerPetit P a r i s i e n" sagt, Roland Köster habe in Paris d i e Sympathien aller zu gewinnen verstanden. Botschafter Köster fei, so erklärt das Oeuvre, ein ausgezeichneter Diplomat gewesen, der in der Erfüllung seiner schweren Aufgabe gegenüber Frankreich trotz ge­wisser Schwierigkeiten viel Taktgefühl und viel Verständnis zu beweisen verstanden habe. Dank der zahlreichen ausgezeichneten Be­ziehungen, die er sich verschafft habe, habe er nach besten Kräften zur Besserung der deutsch-franzö­sischen Beziehungen beigetragen.

Laval an den Neicksauhenminister

Paris, 1. Jan. (DNB.) Der französische Mini­sterpräsident und Außenminister Laval hat fol­gendes Beileidstelegramm an den Reichsaußen­minister gesandt:Tief bewegt von dem Tod des Herrn Roland Köster bitte ich Ew. Exzellenz i m Namen der Regierung der Republik und in meinem eigenen Namen Öen Ausdruck tief ft er Trauer entgegenzunehmen, die uns infolge des Ablebens des betrauerten Vertreters Deutschlands erfüllt."

Nas Beileid des Präsidenten Lebrun.

Berlin,!. Jan. (DNB ) Der P r ä s i d e n t d e r französischen Republik hat dem Füh­rer und Reichskanzler aus Anlaß des Ab­lebens unseres Botschafters in Paris folgendes Bei­leidstelegramm gesandt:

Es ist mir ein Bedürfnis, Ew. Exzellenz die Trauer zum Ausdruck zu bringen, die mir der Tod Ihres verewigten Botschafters in Paris Herrn Roland K ö ft e r bereitet. Er hatte sich unsere Achtung zu erwerben gewußt, sein Andenken wird unter uns wach bleiben.

Albert Lebru n."

Der Führer hat telegraphisch wie folgt gedankt: Ew. Exzellenz danke ich aufrichtig für den Ausdruck Ihrer Teilnahme an dem schmerz­lichen Verlust, den das Deutsche Reich durch den Tod des Botschafters Roland Köster erlitten hat.

Ado l ft H iiter, Deutscher Reichskanzler."

Außerdem hat Seine Exzellenz der französische Botschafter in Berlin Herr Franxois Poncet

heute mittag den Führer und Reichskanzler persön­lich aufgesucht und ihm, zugleich für die Reichs- regierung, das Beileid der französischen Regierung und feine eigene Anteilnahme ausgesprochen.

Ein verdienter Kolonialpionier 1*.

Am 31. Dezember ist der Ministerialdirigent Ge­heimer Oberregierungsrat Edmund Brückner kurz vor Vollendung des 65. Lebensjahres nach einer schweren Operation gestorben. Als Gerichts­assessor trat er 1902 in das Auswärtige Amt (Kolo­nialabteilung) ein, wurde 1903 Bezirksamt- mann in Kamerun und 1905 in das Reichs­kolonialamt berufen, wo er 1909 zum Vortra­genden Rat ernannt wurde. 1910 erfolgte seine Ernennung zum stellvertretenden Gou­verneur in Südwest-Afrika und 1911 zum Gouverneur in Togo. Auf beiden Posten hat er die Entwicklung der ihm anvertrauten Ge­biete hervorragend gefördert. Nachdem er den Krieg, in dem er schwer verwundet wurde, als Reserveoffi­zier des 3. Garderegiments mit Auszeichnungen mitgemacht hatte, wurde er 1918 m das Reichs- t o I o n i a I a m t und 1920 in das Reichsfinanz­

ministerium übernommen, wo er am 1. Februar 1921 zum Ministerialdirigenten aufrückte. 1924 wurde er in das Auswärtige A m t einberu­fen und mit der Leitung der Kolonialab. t e i l u n g beauftragt. Die ausgezeichneten Dienste, die der Verstorbene dem Reich auf den verschiedenen wichtigen Posten geleistet hat, sichern ihm ein dauerndes ehrenvolles Gedenken.

Um den englisch-äqyptischen Vertrag.

London, 2. Jan. (DNB.) Der englische Außen­minister Eden hat auf das ägyptische Ersuchen, Verhandlungen über einen Vertrag aufzunehmen, vorläufig mitgeteilt, daß diese Frage äußerst sorgfältig und in freundschaftlichem Geiste erwogen werden würde. Die britische Regierung habe nicht die Absicht, die Antwort hin- auszuzögern. Eine weitere Mitteilung würde bald folgen. Nach einem Reuterbericht aus Kairo hat diese Veröffentlichung zu Studentenkundgebun­gen geführt, die ein Eingreifen der Polizei erforder­lich machten. Die Vereinigte Aegyptische Front tritt heute abend zusammen, um zu der Antwort Edens Stellung zu nehmen.

Lustangriff aus eine schwedische Rote-Kreuz-Station in Abessinien.

pwtesttelegramm des Kaisers.

Addis Abeba, 1. Jan. (DNB.) Der Kaiser von Abessinien hat am Mittwochvormittag an den Völkerbund ein »neues Protesttelegramm gesandt, in dem es u. a. heißt:Unter Bezugnahme auf unser Protesttelegramm vom 30. Dezember tei­len wir mit, daß am 30. Dezember italienische Flieger erneut Truppen der Südarmee mit Bom­ben belegt und Giftgase verwendet haben. Bei diesem Bombenabwurf wurden dieStation des schwedischen Roten Kreuzes und die Sa­nitätsabteilung, in der sich zahlreiche Kranke und Verwundete befanden, vollständig zerstört. Der Chefarzt Dr. H y l a n d e r wurde schwer verletzt. Seit dem Bombenabwurf auf das Ho­spital von Adua und auf das Hospital von Dessie benutzt Italien ständig Giftgas und behauptet dabei, daß es feine ganze Aktion im Namen der Zivilisation durchführe. Wir erheben er­neu Protest gegen diese Verletzungen der interna­tionalen Rechte durch die italienische Regierung. Eine italienische Stellungnahme.

Rom, 1. Jan. (DNB.) Von amtlicher italieni­scher Seite wird zu den Meldungen über Bomben­würfe auf eine schwedische Rote-Kreuz-Abteilung fol­gende Darstellung gegeben:

Die an der Somalifront erfolgten Bombenwürfe werden durch die mit Sicherheit erwiesene Tatsache vollauf gerechtfertigt, daß zwei bei Dagabur abgeschossene italienische Flieger ermordet und ihre abgeschlagenen Köpfe im Triumph noch Harrar gebracht worden sind. Die italie­nischen Flugzeuge hatten selbstverständlich nicht die Zelte des Schwedischen Roten Kreuzes oder des Ro­ten Kreuzes anderer Länder zum Ziel, obwohl es heute bekannt ist, daß sich die abessinischen Führer beim Erscheinen der italienischen Flug­zeuge dorthin flüchten. Die Nachrichten über die Zahl der Toten lauten noch unbestimmt. Die neue Spekulation, die man mit diesem Ereignis versuchen will, hat angesichts der abessinischen Kriegsgebräuche an der Somali- und Erythräa-Front, die bereits beim Völkerbund dokumentarisch bekanntgegeben worden sind, keine Grundlage."

Große Emvörung in Stockholm.

Das Präsidium des schwedischen Roten Kreuzes einberufen.

Stockholm, 2. Jan. (DNB.) Der Präsident des Schwedischen Roten Kreuzes, Prinz Carl, hat am Mittwochabend im Zusammenhang mit den Bombenwürfen auf eine schwedische Rote-Kreuz- Abteilung in Abessinien das Präsidium auf Don­nerstag einberufen. Die Nachrichten über die Ver­nichtung der sog. Westlichen Station des Schwe­dischen Roten Kreuzes an der abessinischen Nord­front haben in der Oeffentlichkeit größtes Auf­sehen und Erbitterung hervorgerufen. Die Blätter bringen Meldungen über den Bombenan­griff der italienischen Flieger, wobei 3 2 Mann, darunter sämtliche neun Schweden, den Tod gefunden haben sollen. Die Blätter veröffentlichen bereits die Namenliste der toten Schweden, obgleich eine amtliche Bestätigung noch nicht vorliegt. Demnach werden der Tod des Chefarztes Dr. Hylander, zweier Aerzte, eines Kandidaten der Medizin, eines Pastors, eines Me­chanikers und dreier Beamter beklagt.Nya Dagligt Allehanda" spricht u. a. von einer erschütternden Botschaft, die eine Katastrophe für die schwedische Abteilung des Roten Kreuzes in Abessinien und einen harten Schlag für das ganze schwedische Volk bedeutet. Der italienische Bombenangriff sei ein Vergehen gegen das internationale Ehrenrecht, weil er die Waffen gegen Nichtkämpfer richtete. Die To­ten würdigt das Blatt als Helden, die sich und dem Lande Ehre eingebracht hätten.Aftonbladet" er­klärt u. a., der furchtbare Tod der Schweden ent­behre jeglichen Gegenstückes in der Kriegsführung zivilisierter Länder. Aus dem In- und Auslande find dem Schwedischen Roten Kreuz zahlreiche Bei­leidskundgebungen zugegangen, darunter vom König von Dänemark.

Das Schwedische Rote Kreuz erhielt am Mitt- wochvormittag ein Telegramm des Konsuls Hanner aus Addis Abeba, aus dem her­vorgeht, daß die Meldungen über die Folgen des Bombenabwurfes auf die schwedische Rote Kreuz­station nicht voll bestätigt werden können. Nach Auskünften des abessinischen Außenministe­riums wird gehofft, daß das Unglück nicht so groß ist, wie zunächst gemeldet wurde. Konsul Hanner hofft, noch im Laufe des Mittwochabend einen ausführlichen Bericht geben zu können.

Italienischer Heeresbericht vom Neujahrsiag.

Rom, 1. Jan. (DNB.) Der am Neujahrstag ausgegebene italienische Heeresbericht amtliche Mitteilung Nr. 85 besagt:An der Eritrea- Front hat die Luftwaffe eine sehr lebhafte Er­kundungstätigkeit entfaltet. An der Somali- front hat Hussein Halle, Stammesführer der Oga- oen Rer Dalal, die sich uns unterworfen haben, Danane im Tal des Baula (Nebenfluß des Webi Schebeli) besetzt. An diese Streitkräfte haben sich qeftern die des Sultans Schaveli Olol Dinle ange­

schlossen und damit die Stärke und die Treue der Streitkräfte erwiesen, die früher abessinisch waren und sich uns unterwarfen."

Der Kriegsberichterstatter des DNB. meldet, daß in den Weihnachtstagen im Tembien-Gebiet weitere Kämpfe ftattgefunden haben, bei denen b i e Abessinier schwere 23 e r I u ft e erlitten. Die Verluste auf italienischer Seite werden mit 44 Mann europäischer Truppen und acht eingeborenen Sol­daten angegeben. Verwundet wurden zwölf weiße und zwei schwarze Soldaten. Vom oberen Webi Schebeli an der Somalifront werden gleichfalls Zu­sammenstöße gemeldet. Nach in Asmara vorliegen­den Nachrichten sollen sich sämtliche Stam­mesführer Ogadens den italienischen Be­hörden zum Kampf gegen Abessinien zur Verfügung gestellt haben.

Herabsetzung

der englischen Versicherungsprämien gegen Kriegsgefahr.

London, 2. Jan. (DNB. Funkspr.) Die Der- sicherungsgesellschaft Lloyds hat be­schlossen, die Versicherungssätze gegen Kriegsgefahr für Schiffsfrachten durch das Mittelmeer und das Rote Meer von 5 Schilling v. H. auf 3 Schilling und 4 Pence v. H. herabzusetzen.Daily Telegraph" schreibt, daß diese Herabsetzung eine sehr b e r uhigende Wirkung im politischen und geschäftlichen Leben auslösen müsse, da sie die Annahme einer oerrringerten Kriegs­gefahr zum Ausdruck bringe.

MeutereiineinerKamelreiter-Ableilung in Tnp»litanien?

Paris, 2. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Agen­tur Radio weiß von einer Meuterei in Tripolitanien zu berichten. Grenzposten in Südtunesien sollen mehrere tripolitanische Kamelreiter-Soldaten ent­waffnet haben, die sich auf tunesisches Gebiet geflüchtet hatten. Die Flüchtlinge hätten erklärt, zu einer Truppenabteilung zu gehören, die bei Nalut gemeutert haben. Der Befehlshaber der Abtei­lung, der italienische Leutnant Biondi, soll von sei­nen Leuten ermordet worden sein.

Folgen her Sanktionen für hie französische Wirtschaft.

Paris, 2. Jan. (DNB. Funkspruch.) Mehrere Industrie-Betriebe in Modane (Savoyen) haben ihren Arbeitern und Ange st eilten ge­kündigt, weil sie wegen der wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen gegen Italien keineBeschäf- tigungsmöglichkeit mehr haben. Eine Bank in Modane hat um Zahlungsaufschub n a ch s u ch e n müssen, well ihre beträchtlichen Gut­haben in Italien infolge der Sühnemaßnahmen ein­gefroren find.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hat an Stelle des ver­storbenen Präsidenten der Reichstheaterkammer Laubinger den Reichskulturwalter Franz Moral- l e r zum Präsidenten des Reichsbundes für Freilicht- und Volksschauspiele be­rufen.

Vom Oberpräsidenten der Povinz Hessen- Nassau ist Landeshauptmann T r a u p e l in Wiesbaden zum Landeshauptmann des B e z i r k s v e r b a n d e s Hessen und des Provinzialverbandes Hessen-Nassau ernannt und mit Wirkung vom 1. Januar 1936 ab in seine neuen Aemter vom Reichs- und Preußischen Minister des Innern eingewiesen worden. Landes­hauptmann Traupel verlegt seinen Amts- und Wohnsitz nach Kassel.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die über Frankreich liegende und mit recht kräf­tigem Luftdruckfall verbundene Regenfront wird unser Gebiet voraussichtlich in der Nacht zum Frei­tag erreichen. An ihrer Rückseite bringt zunächst un­ter Druckanstieg etwas kältere Meeresluft nach, die auch bei uns Abkühlung und Beruhigung bringen wird. Ein Ende der vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit ist jedoch noch nicht absehbar, doch scheinen die Wirbel auf südlicherer Bahn vorzu- stoßen, so daß wir mehr als seither in den Bereich kälterer Luftmassen kommen werden.

Aussichten für Freitag: Nach verbrei­teten Regenfällen wechselnd bewölktes 2Setter mit nur vereinzelten Schauern, bei kräftigen südlichen, dann auf Westen drehenden Winden Abkühlung.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An« zeigen: Theodor Kümmel. D.A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein« druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Df. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.