Ausgabe 
2.1.1936
 
Einzelbild herunterladen

ander sich zum lebendigen Wachstum zu verhelfen. Diese Gelneinschaft allein sei das Ziel. Am Schluß seines Grußmortes kämmt D. Zoellner auf die Ar­beit der Kirchenausschüsse zu sprechen und knüpft hieran die Bitte: Prüft den Weg, den wir gehen! Und wenn ihr keinen besseren wißt, dann kritisiert nicht bloß! Helft vielmehr mit durch Gebet und Fürbitte, auch für uns!

Dank und Aeujahrswimfche des Führers.

Berlin, 1. Jan. (DJIBJ Der Führer und Reichskanzler Hal auch in diesem Jahr zum Reujahrstage eine Fülle von Glückwün­schen deutscher Volksgenossen aus dem Reich und dem Auslande, ebenso von den Freun­den Deutschlands in fremden Ländern und von den Ausländsdeutschen in der ganzen 2BeU erhalten. Bei der großen Zahl dieser Kund­gebungen, die ihm aus allen Vevölkerungskreisen persönlich, schriftlich unb telegraphisch in diesen Tagen dargebracht worden sind und die ihn herzlich erfreut haben, ist es ihm zu seinem lebhaften Be­dauern nicht möglich, die Glückwünsche im einzelnen zu erwidern.

Der Führer und Reichskanzler spricht daher allen, die zur Jahreswende seiner so freundlich gedacht haben, auf diesem Wege seinen herzlichen Dank aus, wobei er gleichzeitig ihre Reu­jahrswünsche bestens erwidert.

Flaggenparade bei der Kriegsmarine.

Kiel, 1. Jan. (DNB.) Die Kriegsmarinestadt Ki^l selbst ruhte noch von der Silvesternacht aus, als schon Kommandos und schrille Signale über die Decks der im Kieler Hasen liegenden Schiffe hallten. In Kiel-Wik war alles lebendig. Da lagen im Tor­pedobootshafen die U-Boote und Fahrzeuge d e r U - S ch u l e. An der Tirpitz-Mole hatten einige Minen suchbootflottillen festgemacht. PanzerschiffAdmiral Scheer" hatte an der Scharnhorstbrücke festgemacht. Kurz vor 8 Uhr trat eine Ehrenwache mit der Flottenkapelle auf der Schanze des PanzerschiffesAdmiral Scheer" an. Im weiten Umkreis lag noch die Dämmerung auf der Kieler Förde und den Ufern, als es von allen Schiffen 8 Uhr glaste. Kommandos ertönten, die Ehrenwache präsentierte auf der Schanze unter dem Drillingsturm das Gewehr, und bei den Klängen des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes stieg am Heck und auch am Top aller Schiffe zum erstenmal im neuen Jahr die Reichs­kriegsflagge langsam empor. Flotte Marsch­weisen beendeten die Feier.

Glückwunschwechsel zwischen dem Führer und dem Papst.

Berlin, 31. Dez. (DNB.) Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers hat der deutsche Bot­schafter beim Vatikan Seiner Heiligkeit dem P a p st die Glückwünsche des deutschen Reichskanzlers und der Reichsregierung bei der Neujahrsaudienz über­bracht. Papst Pius XL hat den Botschafter von Bergen gebeten, dem Führer und Reichskanzler sowie der Reichsregierung mit seinem aufrichtigen Dank die beste Erwiderung der Neujahrs­wünsche zu übermitteln.

*

Kardinalerzbischof Schulte (Köln) hat anläß­lich des Jahreswechsels an den Führer und Reichs­kanzler das nachstehende Telegramm gerichtet:Zum neuen Jahr wünscht in tiefer Ehrerbietung Euer Exzellenz für Ihr persönliches Wohlergehen und zum Besten von Volk und Vaterland Gottes bestän­digen Schutz und reichsten Segen. Kardinal Schulte."

Der Führer und Reichskanzler hat telegraphisch wie folgt gedankt:Euer Eminenz spreche ich für die Segenswünsche zur Jahreswende meinen auf­richtigen Dank aus. Ich verbinde hiermit meine besten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für die Arbeit Euer Eminenz im kommenden Jahr. Adolf Hitler."

Für Zusammenarbeit der Rallonen.

Neujahrsempfang beim Präsidenten der Französischen Republik.

Paris, 31. Dez. (DNB.) Der Präsident der Republik, Lebrun, empfing am Dienstagvormit­tag das Diplomatische Korps zur Entgegennahme der Neujahrsglückwünsche. Der Präsident dankte für die Glückwünsche, die ihm der Nuntius des Diplo­matischen Korps übermittelt hatte, und führte dann u. a. aus: Frankreich ist bereit, wie in der Ver­gangenheit seinen Anteil an den gegenseitigen Bei­stands- und Gemeinschaftspflichten zu übernehmen. Die Regierung der Französischen Re­publik sucht mit allen Kräften die Verwirklichung der Bedingungen der Sicherheit und des Vertrauens, ohne die die Menschheit nicht in Frieden die Erbschaft der vergangenen Geschlech­ter genießen kann, zu erstreben. Der Friede kann nur durch eine dauerhafte und ver­trauensvolle Zusammenarbeit wirklich gesichert werden. Er verlangt genaue Achtung der Regeln der Gerechtigkeit und eine hohe Auffassung von den Pflichten, die alle Völker gegenseitig haben. Er verlangt einen unermüdlichen.V er st än- digungswillen, ein weites Verständnis für die Rechte und Bedürfnisse eines jeden und mit­unter gegenseitige Zugeständnisse, die reiflich vergolten werden durch die Befriedung der Geister und Herzen.

Die Bolschewisierung Ost-Kareliens.

.Stockholm, 31 Dez. (DNB.)Nya Dagligt Allehanda veröffentlicht den Bericht der Akademi­schen Vereinigung in Helsingfors über die Bolsche- wisierung Ost-Kareliens. Darin ist von einem Moskauer Plan die Rede, Ost-Karelien als Basis für die kommuni st ische Propaganda und für einen etwaigen militärischen An­griff auf Nordfinnland und Nord. Skandinavien auszubauen. Der Bericht spricht von der Verschickung der eingebo­renen Bevölkerung nach fernen Gebieten ^-owjetrußlands und A n s i e d l u n g sowjet- russischer Bauern. Allein im laufenden Jahre seien mehr als 8000 Menschen aus Ost-Karelien vor allem nach Sibirien und Turke st an abgeschoben worden.

Abschied vom alte« Jahr.

Als Sprecher der Reichsregierung ließ Reichs- ininister Dr. Goebbels in einer kurzen Siloester­ansprache vor den Ruiidfunkhörern noch einmal das alte Jahr Revue passieren. Er gedachte zunächst der letzten Kabinettssitzung, in der der Führer der Reichsregierung seinen Dank für die Arbeit im vergangenen Jahre ausgesprochen hatte. Mit Be­wegung hätten dabei alle der Mühen und Sorgen, der Freuden und Erfolge dieses wahrhaft histori­schen Jahres gedacht. Das Jahr 1935 werde als das Jahr der deutschen Freiheit in die Geschichte über­gehen.Drei markante Ereignisse haben diesem Jahre ihren Stempel aufgedrückt: der Sieg an der Saar, die Wiederher st ellung der deutschen Wehrhoheit und der Abschluß des de u^t sch-englischen Flottenabkom­mens. Sie haben Deutschland, das durch den Ver­sailler Vertrag zur ewigen innen- und außenpoli­tischen Ohnmacht verurteilt werden sollte, wieder in die Reihe der souveränen Staaten h i n e i n g e r ü ck t. Und das Wunderbare an die­sen Vorgängen ist, daß sie nicht etwa, wie vielfach befürchtet wurde, den europäischen Frieden ge­fährdeten, sondern ihm erst seine eigentliche Festigkeit und Sicherheit gaben. Denn nur das ohnmächtige und zerrissene Deutschland mar eine Gefahr für die Stabilität des europäi­schen Kräfteausgleiches. Wir sind nun nicht mehr Spielball in den Händen der Weltmächte. Deutsch­land hat wieder seinen eigenen politi­schen Willen und ist entschlossen, ihn auch durchzusetzen.

Die Wiedererringung unserer politischen Freiheit ist die Voraussetzung für wirtschaftliche und soziale Erfolge. Sie mußte deshalb auch vordringlich gelöst werden und bedingte eine Reihe von Ein­schränkungen, Unbequemlichkeiten und Opfern. Es zeugt für den politischen Sinn des deutschen Volkes, daß es diese mit freudiger Entschlossenheit aus sich genommen hat. Noch ist ein großer Teil der Ar­beitslosigkeit, die wir als furchtbarstes Erbe des vergangenen Regimes übernehmen mußten, nicht überwunden. Noch gestattet die Niedrigkeit der Löhne einem großen Teil unseres Volkes nicht, an den materiellen und ideellen Gütern der Nation gleichberechtigt teilzunehmen. Weil wir Rohstoffe für die Arbeitsschlacht und für die Wehrhaftmachung unseres Volkes nötig haben, mußten mir die Ein­fuhr von Lebensrnitteln, vor allem von Fetten und Fleisch, zu einem Teil einschränken. Das bedingte zeitweilige Verknappungen an Butter und Schweine­fleisch. Es mußte hier Tag für lag versucht wer­den, zu einem gerechten und erträglichen Ausgleich zu kommen, Regierung und Volk haben schon im vergangenen Jahr ihre Sorgen gehabt und werden sie auch im künftigen haben. Entscheidend aber ist, daß mir nach besten Kräften gegen Elend und Mangel ankämpften und nicht untätig zuschauten, roenn sich irgendwo ein Notstand bemerkbar machte."

Dr. Goebbels erinnerte dann an die Leistungen des Winterhilfswerks und der nationalsozialistischen

GemeinschaftKraft durch Freude" und fuhr fort: Ein wahrhaft s o z i a l i st i.s ch e s Regime leitet und lenkt die Geschicke der deutschen Nation. Es sitzt nicht auf Bajonettspitzen, sondern ruht in der Liebe und im Vertrauen des ganzen Volkes. Unser kostbarster Schatz ist ine Anhäng­lichkeit aller guten Deutschen. Sie gibt uns Kraft und Stärke in dem schweren Werk, dem wir dienen." Dabei sei es klar, daß vorerst nur Sie wich- tigsten Aufgaben in Angriff genommen wer­den konnten. Aber durch das ganze Volk gehe der einheitliche, entschlossene Wille: Wir müssen wieder wie die anderen Großmächte e i n W e l t v o l k wer­den! Unser nationales Glück liegt in unserer natio­nalen Kraft.

Der Minister sprach dann der ganzen Nation den Dank des Führers und der Regierung für den Opfersinn aus, mit der sie sich im vergan­genen Jahr bewährt habe.Sie ist ihrer großen Aufgabe würdig gewesen. Sie wird auch die kom­menden Schwierigkeiten überwinden, wenn sie an der Ueberzeugung festhält, daß Hindernisse nicht mit Kopfhängerei, sondern mit Opitimismus und Willenskraft gebrochen werden. Neue große Aufgaben warten wieder auf uns. Die Wehrhaftmachung muß gefestigt, die Ar­beitsschlacht weitergeführt werden. Jahrelang noch werden die Hämmer klingen beim B a u der Reichsautobahnen. Die organisatorische Neu­formung des Reiches findet ihre Fortsetzung: Par­tei und Staat werden ein einheitliches Ganzes bilden, um den Schutz der Volksgemein­schaft zu sichern.

Der Führer, seine Partei und seine Regierung aber vermögen nichts, wenn das Volk ihnen nicht hilft. Sie können jedoch um so sicherer auf die Mitarbeit des Volkes rechnen, da das Volk jetzt weiß, wozu hie Opfer gebracht werden müssen. Seine Hoffnung auf die Zukunft kommt ja am sichersten zum Aus­druck in dem wunderbaren Kindersegen, den ungezählte Mütter auch im vergangenen Jahr wie­der der deutschen Nation geschenkt haben. Es ist das Unterpfand der Unsterblichkeit unse­res Volkes. So wollen wir denn in dieser festlichen Stunde beim Abschluß des alten Jahres uns alle vereinigen in tiefem Dankgefühl an den Führer, der unsere nationale Hoffnung und unsere völkische Zuversicht ist. Möge das Schicksal ihn uns noch viele Jahre in Gesundheit und voller Schaffenskraft erhalten. Wenn in einigen Stunden die Glocken über dem Reich in Nord und Süd und Ost und West läuten, dann wird sich das ganze deutsche Volk zusammenschließen in heißem und in­nigem Gebet für ihn und fein Werk. Ganz Deutsch­land soll stark und glücklich werden! Es soll einmal das stolze Land unserer Kinder fein und in ihnen ewig leben! Unsere Hoffnung und unser Glaube gehören ihm. Wir werden auch im kommenden Jahr feine getreuen Diener und mutigen Vor­kämpfer fein."

Jahr des deutschen Jungvolks."

Tkeujahrsbotschast des Reichsjugendführers an die deutsche Jugend.

Der Jugendführer des Deutschen Reiches erläßt zur Jahreswende 1935/36 einen Aufruf an die deutsche Jugend, in dem es u. a. heißt:

In diesen Tagen bewegt uns vor allem das Gefühl der Dankbarkeit. Wenn die vergan­genen 12 Monate der nationalsozialistischen Jugend­bewegung bedeutende Erfolge brachten und mehr als je zuvor das Vertrauen des deutschen Volkes in unsere erzieherische Arbeit uns als fühlbare Macht vorwärts half, so danken wir dies an der Schwelle des kommenden Arbeitsjahres den deut­schen Eltern, die in ihrer Selbstlosigkeit und unermüdlichen Liebe unsere st ärk st en Bun­desgenossen im Kampfe um eine einzige und einige deutsche Jugendbewegung gewesen sind. Sie werden heute mit uns feststellen, daß die Jugend des 1. Januar 1936 ein fröhlicheres Gesicht trägt als die Jugend früherer Jahre. Die jungen Herzen sind nicht mehr durch die lügnerischen Pa­rolen des Klassenkampfes verhetzt und verbittert. Arme und reiche Jugend trägt dasselbe Kleid der nationalsozialistischen Glaubensgemeinschaft und die Sommerlager von 1935 haben unserem sozialistischen Willen einen alle Erwartungen übertreffenden Aus­druck verliehen. Die Weltanschauung, die von der alten Garde der NSDAP, in hartem Kampf gegen die Feinde unserer Bewegung durchgesetzt und zum Staatsgedanken des Dritten wehrhaften Reiches er­hoben wurde, ist für die Jugend eine Selbstverständ­lichkeit.

Es wird auch im kommenden Jahr die wesent­lichste Ausgabe der Hitlerjugend fein, die Grundge­danken der Weltanschauung Adolf Hitlers den in unseren Reihen nachwachsenden Jugendlichen zum Erlebnis zu gestalten. Die Erziehung der Kamerad­schaft ist und bleibt die Voraussetzung für alle tie­fere Erkenntnis des Wesens unserer Idee.

In ehrfürchtiger Treue grüßen wir am heutigen Tage unseren Führer und Reichskanz­ler Adolf Hitler. Er hat uns mit einem Ver­trauen, das uns stolz und glücklich macht, persön­lich die Aufgaben gestellt, die wir im. Jahre 1936 zu erfüllen haben. Die wesentlichste unter ihnen besteht in seiner Forderung, daß ausnahmslos jeder Junge und jed s Mädel, dem Beispiel der Hitler- Jugend folgend, schon in frühen Jahren dem Staate und damit der Zukunft unse­res Volkes zu dienen haben. Von der Hitler- Jugend wird erwartet, daß sie die außerschu­lische Erziehung aller deutschen Ju­

gend übernimmt. Die Einzelheiten dieser Aufgabe, die Schaffung einer einheitlichen großen Reichsjugend unter Führung der Hitler-Jugend werden den Gliederungen der nationalsozialistischen Jugendoerbände und der deutschen Oesfentlichkeit zu gegebener Zeit mitgeteilt werden.

Der Führer hat einen großen Betrag für die Heimbeschaffungsaktion der Hitlerjugend zur Verfügung gestellt und hat uns so in den Stand gesetzt, eines der schwierigsten Probleme der Ju- genbarbeit seiner Lösung entgegenzuführen. Die Grund st einlegung aller neuen I u - gendheime wird am Geburtstag unseres Füh­rers, am 20. April, erfolgen. Die geplanten Heime werden dem Stil der HI. entsprechend, schlichte, zweckmäßige Bauten sein, Symbole des Gemein­schaftswillens unserer Jugend. Dem BDM. stelle ich im Olympischen Jahr 1936 die Aufgabe, alle in ihm zusammengeschlossene weibliche Jugend sportlich zu ertüchtigen. Das ganze Jahr 1936 erhält den NamenJahr des deutschen Jungvolks". In diefer Parole liegt für alle Gliederungen der Hitlerjugend die Verpflichtung, unsere Nachwuchsorganisation so zu unterstützen, daß alle im Jungvolkalter befindlichen Jugendlichen in diesem Jahr noch durch das Deutsche Jungvolk erfaßt werden. Wenn bis Ende 1936 das Deutsche Jungvolk alle Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren umfaßt, werde ich die B e st e n aus den Reihen des Jungvolks in die Hitler­jugend berufen. Die Hitlerjugend und der BDM. sollen nicht größer werden als unbedingt notwendig ist, um für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ihren Nachwuchsbedarf an charakterlich und leistungsmäßig einwandfreien jun­gen Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen zu gewährleisten.

Meine Kameraden und Kameradinnen, erkennt diese Ausgabe der Sicherheit des Nach­wuchses für die NSDAP, a l s eure edelste und vornehmste. Die nationalsozialistische Be­wegung kennt kein Generationsproblem: sie ist selbst in ihren an Jahren ältesten Kämpfern eine B e - megung der Jugend. Mit dieser Gewißheit unserer nicht zu erschütternden jugendlichen Kraft und Gesinnung schreiten wir gläubig in ein neues Jahr des Kampfes für das Jahr des unbekannten Soldaten, der uns heute regiert. Wir werden un­sere Pflicht tun. Vorwärts, vorwärts.

Keine Lockerung der Mitgliedersperre bei der AGOAp.

Berlin, 1. Jan. (DNB.) Der Reichsschatzmeister der NSDAP, gibt über die bestehende Mitglie­dersperre der NSDAP, u. a. folgendes bekannt: Die Verfügung über eine allgemeine Mitglieder­sperre und die hierzu ergangenen Ergänzungsver­fügungen bestehen nach wie vor zu Recht. Die zur Zeit in Kraft befindlichen Ausnahmen sind folgende: 1. Meine Anordnung vom 25. Okto­ber 1935, betreffend die Aufnahme von Angehörigen der Hitler-Jugend und des Bundes deut­scher Mädel in die NSDAP. 2. Meine Anord­nung vom 15. November 1935 betreffend die Auf­nahme von Mitgliedern des aufgelösten National­sozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) in die NSDAP. Andere Aus­

nahmen der allgemeinen Aufnahmesperre als die beiden vorgenannten bestehen nicht.

Ich habe bereits in meiner Anordnung vom 1 Juli 1935 alle diejenigen Volksgenossen, die bei einer künftigen Lockerung der Mitglieder­sperre in er ft er Linie z u berücksichtigen sind, im einzelnen aufgeführt. Ich betone jedoch nachdrücklich, daß bisher eine Lockerung der Auf­nahmesperre nicht verfügt worden ist, und daß auch mit einer Lockerung der Mitgliedersperre f ü r absehbare Zeit nicht gerechnet werden kann. Die verwaltungstechnischen Schwierigkeiten, die einer Lockerung der Mitgliedersperre entgegen» stehen, bestehen solange, als nicht der Umzug der zuständigen Dienststellen in das neue Verwal­

tungsgebäude der NSDAP erfolget! kann. Ich ersuche alle Volksgenossen, von der Ein­reichung von Aufnahmegesuchen, so­lange nicht eine Lockerung der allgemeinen Mit­gliedersperre verfügt ist, 21 b ft a n b zu nehmen. Sämtliche Anträge auf Aufnahme in die NSDAP, nach einer Lockerung der Mitgliedersperre sind ausschließlich an die zuständigen Ortsgrup­pen oder Stützpunkte der NSDAP, zu richten. Dis Volksgenossen, welche Aufschluß über die ein­schlägigen Bestimmungen der NSDAP, wünschen, werden gebeten, sich mit den zuständigen Ortsgrup­pen oder Stützpunkten der NSDAP, ins Benehmen zu setzen. Die Ortsgruppen und Stützpunkte sind angewiesen, die notwendigen Auskünfte an die an- fragenden Volksgenossen zu erteilen.

Freiwilliger Eintritt in die Kriegsmarine.

Der Oberbefehlshaber der Kriegs­marine gibt u. a. bekannt: In die Kriegsmarine werden in erster Linie länger dienende Freiwillige eingestellt. Solche Freiwilligen für den Flottendienst werden auf vier Jahre zuzüglich eines Aus­bildungsvorschlags, der ein Jahr nicht übersteigt, ver­pflichtet. Gleichzeitig erklären sie sich für den Fall, daß sie Unteroffizier werden, mit einer Ver­pflichtung auf insgesamt zwölf Jahre zu­züglich Ausbildungszuschlag einverstanden. Die Ein­stellungen finden am 1. Januar, 1. April und 1. Juli jeden Jahres statt.

Neben den Bedingungen des Wehrgesetzes wird gefordert: Alter: vollendetes 18. bis vollendetes 23. Lebensjahr. Auch Angehörige der Jahrgänge 1913 und 1914 können sich also noch zum Flottendienst melden. Größe: möglichst nicht unter 1,60 Meter. Die Bewerber sollen für ihr Alter gut entwickelt, kräftig gebaut und frei von solchen Fehlern (ins­besondere ansteckenden Krankheiten) fein, die ihre Gesundheit, Beweglichkeit und Ausdauer nennens­wert beeinträchtigen. Sie müssen nach marineärzt­lichem Urteil tauglich, auch bordverwendungsfähig sein. In einer Aufnahmeprüfung wird ucn den Freiwilligen des Flottendienstes geistige Ge­wandtheit, rasches Auffassen und klares Urteil verlangt. Besonders erwünscht sind Handwerker aller Art, zumal aus der Metallindu- st r i e, die die Gesellenprüfung abgelegt haben. An­gehörige des Jahrganges 1915 und jüngere, die zum 1. Oktober 1936 und später eingestellt werden, müssen ihrer Arbeitsbien st pflickt ge­nügt haben. Der Reichsarbeitsdienst stellt jährlich zum 1. April und 1. Oktober ein und nimmt Ma­rinefreiwillige, die im Besitz des Annahmescheins sind, vorzeitig an. Bevorzugt werden Bewerber, die turnerisch oder sportlich gut vorge­bildet sind. (Marine-HI.) Ferner werden bei sonst gleicher (Signurig bevorzugt: Freischwimmer und Besitzer von Sportabzeichen, Kriegerwaisen und Söhne kinderreicher Familien. Das Einstel­lungsgesuch ist mit dem VermerkGesuch um Ein­stellung in den Flottendienst" ober Gesuch um Ein­stellung in ben Küstenbienst" an ben II. Abmiral ber Norbsee (Einstellung) in Wilhelmshaven, ober an ben II. Admiral der Ostsee (Einstellung) in Kiel zu richten. Diese Dienststellen senden auch auf Wunsch das ausführlicheMerkblatt für ben Ein­tritt in die Kriegsmarine" zu. Meldung ist jeder­zeit möglich, am besten schon reichlich ein Jahr vor dem gewünschten Eintritts» t a g.

Roosevelt im Kamps um seine Wiederwahl.

Washington, 1. Jan. (DNB.) Präsident Roosevelt überraschte ben Bunbeskongreß mit ber Ankünbigung, baß er am Eröffnungstag ber dies­jährigen Parlamentstagung eine Abend- sitzung verlange, um seine große Jahresbot- schäft nicht nur den Parlamentariern, sondern d u. r ch Rundfunk dem ganzen Volk zu übermitteln. Ein solches Verlangen ist bisher noch nie an ben Bundeskongreß gestellt worden. Es zeigt, daß Roosevelt entschlossen ist, ben Kampf um seine Wieberwahl unb um seine Re­formideen zu eröffnen. Die Schwierigkeiten, die ihm dabei von feinen politischen Gegnern gemacht wer­den, sind sehr groß. Da in den Vereinigten Staaten ein Präsident nur einmal auf weitere vier Jahre wiede rgewählt werden kann, will Roosevelt offenbar von den Wählern dieses Mandat für weitere vier Jahre verlangen, in der Hoffnung, daß nach den Jahren des ExperimenUerens nun­mehr wirklich positive Arbeit geleistet werden kann. Da die Demokratische Partei in beiden Häu­sern die Zweidrittelmehrheit hat, dürste ber Kongreß bem Verlangen Roosevelts entspre­chen unb sich am Freitagmittag kurz nach Eröffnung ber Tagung auf die Abendstunden vertagen, um Roosevelt persönlich anzuhören.

Am Montag wird die wichtige Botschaft über den neuen Bundeshaushalt folgen. Er wird weit­gehende Einschränkungen der Aus­gaben vorfehen. In der Neutralitätsfrage dürfte ein Kompromiß dahin erzielt werden, daß der Präsident zwar gehalten wird, Ausfuhr­verbote gegen Kriegführende zu erlassen, daß ihm aber b i e Zeit des Erlasses solcher Verbote sowie die Art der zu verbietenden Ausfuhrwaren i n s eigene Ermessen gestellt werden. Wie bekannt, wünschen Roosevelt und Hüll die Einbeziehung wesentlicher Kriegsmaterialien, wie Kupfer, Oel unb Baumwolle in bie Ver­botsliste, soweit bie Ausfuhr bem Umfang des nor­malen Friedenshandels übersteigt. Ferner wünscht Roosevelt ein Verbot für Kredit- und A n - leihegewährungen an kriegführende Mächte.

Moskau beschwert sich in Genf über Uruguay.

Moskau, 1. Jan. (DNB.) Das Außenkommis- fariat hat an den Generalsekretär des Völkerbundes ein Schreiben gerichtet, in dem es unter Berufung auf § 2 des Artikels 11 des Völker­bundsvertrages über den Abbruch ber diplo­matischen Beziehungen durch Uru­guay Beschwerde führt. Nach Auffassung der Sowjetregierung hätte die uruguayische Regierung vor bem Abbruch der Beziehungen zu Sowjetruß- land bie Streitfrage einem Schiedsgericht ober bem Völkerbunbsrat zur Beilegung unter­breiten müssen. Auf Beschluß der Sowjetregierung hat ferner das Auhenhanbelskommissariat allen sowjetrussischen Wirtschaftsorganisationen ver­boten, ab 1. Januar Waren uruguayischer Herkunft zu kaufen. Ferner beschlossen die sowjetrussifchen Wirtschaftsgruppen, in deren Hän­den sich der größte Teil ber Aktien ber Gesell­schaftIushamtorg " befindet, bie Gesell­schaft aufzulösen. DieJushamtorg" tätigte alle Außenhandelsgeschäfte zwischen der Sowjetunion unb Uruguay.