„Tag -er nationalen Solidarität."
Jn diesem Jahre am Samstag, 5. Dezember 1936.
Berlin, 30.Jtoo. (DNV.) der „lag der nationalen S o 116 a r i f ä r findet in diesem Aahre am Samstag. 5.Dezember, statt, wie dlsher werden auch in diesem Jahre wiederum die führenden und bekannten Persönlichkeiten aus par- Ki, Staat. Kunst und Wissenschaft für das Vln- terhitfswerk sammeln. Die Sammlung wird in den Ilachmittagsstunden des 5. Dezember durchgeführt.
Der „Tag der nationalen Solidarität" 1935 erbrachte fast 4,1 Millionen Mark zugunsten des win- ierhilfswerkes. Er muh auch in diesem Jahre ein voller Erfolg werden.
Ehrendienst.
Denn im Auslände die großartigen Erscheinungen des neuen Deutschland bewundert werden — fei es nun die Winterhilfe, oder die NS.-Gemein- meinschaft „Kraft durch Freude", die Olympiade läer irgend ein anderes Werk — so spricht man mit Anerkennung von der „Organisation", die solche» schuf und in der die Deutschen Meister seien. Wo in dieser Welt die Einrichtungen des nationalsozialistischen Deutschland nachgeahmt werden, nimmt man daher diese Organisation, die Kunst der Gliederung, der Propaganda und Zusammenfassung, als Beispiel. So anerkennend das für uns Deutsche immer sein wird, so verkennt man allzuleicht den Kern der Sache. Das Geheimnis unserer Erfolge ist durchaus nicht in der Organisation allein zu suchen, so notwendig diese auch ist, sondern in der Gesinnung. Man kann in einem großen und reichen Lande eine wunderschöne Organisation für ein soziales Hilfswerk „aufziehen" und wird doch nur bescheidene Erfolge aufweisen, wenn die Bevölkerung nicht den richtigen G e i st der Hilfsbereitschaft und der Brüderlichkeit besitzt, der zum Gelingen einer großen Sammlung für Wohlfahrts- zwecke die Voraussetzung ist. Es kann anderseits ein Land, das noch vor drei Jahren Millionen Arbeitslose zählte, das keine großen natürlichen Reichtümer besitzt, ein freiwilliges Hilfswerk durchführen, das zu einer Dolksfache wird, bei der nicht nur der Wohlhabende gern feinen Betrag, sondern auch der gering Bemittelte mit Begeisterung fein Scherflein entrichtet. So war es in Deutschland schon vor drei Jahren, und so ist es noch heute, obwohl die Arbeitslosigkeit und damit die Massennot geringer wurde. Jeder aber weiß, daß es immer noch Schäden genug gibt, die aus schwerer Zeit übrigblieben, und daß es auch viele Alte und Schwache gibt, die den Lebenskampf nicht mehr aufnehmen können.
Und weil dieses Volk geläutert ist in schlimmen lagen, weil es die Not an den Haustüren von Millionen gesehen hat, zum großen Teil selber darunter litt, deshalb ist es erfüllt von dem großen Schwünge der Solidarität.
Solidarität ist dasselbe wie Sozialismus, wenn wir dieses Wort nicht im Sinne des Klaffen- kampfes verstehen, sondern wenn wir mit ihm die Summe aller menschlichen und gesellschaftlichen Beziehung bezeichnen. Sozialismus bedeutet die Bereitschaft eines Volkes, zu gemeinsamen Zielen in guter Kameradschaft zu streben und, wenn es sein muß, diese Gemeinschaft auch im Tode zu besiegeln.
Am kommenden Sonntag ist der Tag der n 'a - tionalen Solidarität innerhalb der Deran- staltungen des Winterhilfswerkes. Es soll nicht so sein, daß das große WHW., das Gemeinschaftswerk der Nation, in feiner vielen Kleinarbeit allein eine Sache der vielen „kleinen Leute" werde, die von Haus zu Haus, von Treppe zu Treppe eilen, um Gelder und Sachspenden einzuholen. Nein: keiner im deutschen Lande schließt sich aus, weder von der Gabe, noch von der Arbeit, wenn an ihn der Ruf ergeht? Am nächsten Sonntag wird das wieder einmal demonstriert werden, wenn die führenden Männer des Staates, der Partei, der Gemeinden, der öffentlichen Körperschaften, die Beamten aus Ministerien und Rathäusern, die Männer der Kunst, des Sports, der Presse usw. mit der Sammelbüchse durch die Straßen unserer Städte und Dörfer gehen. Das deutsche Volk versteht diese Aktion sehr gut in seinem höheren Sinne und wird gern und freudig am Tage der „Prominenten" seine Gaben für" den Dienst der großen Hilfsgemeinschaft bereithalten.
Die Männer und Frauen, die am 5. Dezember, am Tage der nationalen Solidarität, zu uns kommen werden, erheben keinen Anspruch darauf, besonders geehrt, oder bedankt zu werden. Sie haben den ganz einfachen Gedanken der Pflichtersül- I un g für eine große und schöne Sache, den Wunsch, mithelfen zu können, um Hunger und Kälte auch in diesem Winter zu überwinden. Diese Sammler kommen nicht zum ersten Male, zum großen Teil helfen sie auch bei den übrigen Aktionen des WHW., aber an dem einen Tage des Jahres wollen sie auch für sich allein das Herausstellen, was deutscher Sozialismus bedeutet: nationale Solidarität! Dazu fühlen sie sich dem Werke Adolf Hitlers am stärksten verbunden und damit wollen sie beitragen, daß der Erfolg groß und eindrucksvoll fei. Es ist ein Ehrendienst am Volke, der geleistet wird — und das deutsche Volk wird diesen Dienst durch reiche Spenden vergelten!
Oie Beisehung der Gefallenen des„U 18".
Ergreifende Feier in Kiel.
Kiel, 30. Noo. (DNB.) Am Montagnachmittag fand auf dem Gamifonfriedhof in Kiel die Trauerfeier für die acht Verunglückten von „U 18" statt, die am 20. November in der Lübecker Bucht auf tragische Werse ums Leben kamen. Ganz Kiel steht an diesem Tage im Zeichen der Trauer. Unzählige Hakenkreuzsahnen, auf Halbmast gesetzt, bekunden die Verbundenheit der Bevölkerung mit der Kriegsmarine. Alle Schiffe, auch die der Handelsmarine, haben Trauerbeflaggung angelegt. Graue Regenschleier hüllen den Hafen ein.
Feierliche Stille liegt über dem Garnisonfriedhof, als bie Trauergäste durch das Spalier zur Gruft schreiten. Mit der Kriegsmarineflagge bedeckt stehen hier drei Särge, umgeben von Blumen und Tan- nengrün. Die übrigen fünf Särge der toten Kameraden, die in die Heimat übergeführt werden, find in der Kapelle aufgebahrt. Der Kommandant von „U18" mit einem Oberfeldwebel und einem Unteroffizier halten die Totenwache. Davor stehen die überlebenden Kameraden von „U18", die Angehörigen und die Ehrenabordnungen der Kriegsmarine.
Groß ist die Zahl der Kränze, die an den Särgen niedergelegt werden. Den Kranz des Führers legt Generaladmiral Raeder nieder. Weiter sieht man u. a. Kränze des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, des Oberpräsidenten und Gauleiters von Schleswig-Holstein sowie der Kriegsmarine- ftabt Kiel.
Nach Abschiedsworten des evangelischen und des katholischen Marinepfarrers und dem Choral „Harre meine Seele" nahm
Flottenchef Admiral Förster
das Wort zu folgender Ansprache: „Im Namen der Kriegsmarine und besonders im Namen der Flotte rufe ich euch gefallenen Kameraden von ,U18‘ einen letzten Abfchiedsgruß zu. Ihr starbt für eure geliebte U-Bootwaffe, die Waffe, die uns durch die entschlossene Tat unseres Führers vor anderthalb Jahren wieder in die Hand gegeben wurde und die ihr mithalft, fchlagferttg und scharf zu machen. Ihr fielt im Angriff, wie Weddigen fiel, bei einer Angriffsübung, die höchste Anforderungen an euch stellte, weil sie euch bereit und fähig machen soll zur höchsten Leistung, die wir alle von euch erwarten. Doll Stolz und Begelste- rung setztet ihr dabei euer aanzes Können und Wollen, setztet ihr dabei euer Leben ein. Ihr ging! dahin getreu eurem Eid in der Erfüllung eurer soldatischen Pflicht. Euer Opfer soll uns eine Mahnung sein, jederzeit in höchster Einsatzbereitschaft auf unseren Posten zu stehen, jeder an der ihm zugewiesenen Stelle.
Wir stehen erschüttert an diesen Sargen. Wir vereinigen uns in aufrichtiger Trauer mit den Verwandten und Angehörigen, die mit dem Verlust dieser blühenden Leben so viel Glück und so viel Hoffnung aus ihrem Leben schwinden sahen. Und wir drücken stumm in kameradschaftlicher Teilnahme die Hände den geretteten Kameraden von ,U 18‘. Aber aufrecht und stark gehen wir von dieser Abschiedsstunde wieder an unsere Arbeit, an das Werk, an dem sie mit so großem Mut arbeiteten und mitgewirkt haben, an den Ausbau unserer geliebten Kriegsmarine. Auch über diesen Gräbern soll und muß das Wort stehen: .Nicht klagen, wieder w a g e n !‘ So wollen wir Abschied neh. wen von unseren toten Kameraden. Wir wollen ^hnen noch einmal danken für ihre Pflichterfüllung und ihre Kameradschaft im Leben und Sterben. '•Bir wollen ihnen versprechen, daß wir sie immer in treuer Erinnerung behalten werden als leuchtendes Vorbild. Wir wollen dann mit frischem Mut von dieser Stunde des Friedens und der Er- füllung an unseren Dienst für Deutschlands Ehre
und Größe Herangehen. Und so rufe ich über die Gräber unserer toten Kameraden hinweg den Lebenden zu: Vorwärts mit Gott für Führer und Vaterland."
Kommandos ertönen. Die Ehrenkompanie tritt unter das Gewehr. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden verliest der Ches der U- Boot-Flottille „Weddigen", Kapitän z. S. L o y k e , die Namen der mit „U 18" Gebliebenen. Drei Salutsalven folgen.
Oer Oberbefehlshaber der Kriegs- marine,GeneraladmiralOr.h c.Raeüer, wendet sich darauf an die Angehörigen der toten Kameraden von „U18": „Im Namen des Führers und Reichskanzlers soll ich Ihnen allen noch einmal sagen, wie er von ganzem Herzen an Ihrer und der Kriegsmarine Trauer teilnimmt und wie er selbst in Dankbarkeit, Stolz und Anerkennung unserer Gefallenen gedenkt. Im Sinne dieser Worte, denen sich der Reichskriegs- Minister anschließt, drücke ich Ihnen allen und im Geiste unseren lieben Gefallenen die Hatü)!"
Und an die überlebende Besatzung von „U18" gewandt sagte er: „Ueberlebende! Nun wieder im Geist der Gefallenen weiter vorwärts im Namen unseres Führers und Volkes."
Nach der ergreifenden Trauerfeier wurden die sterblichen Ueberreste des Stabsmatrofen Schrumrn aus BüdolÄiorf bei Rendsburg, des Mafcbinisten- maats Wanfleck (Schönewerda, Provinz Sachsen) und des Torpedoboots - Obermechanikergastes Panitzi (Groß-Voigtsberg in Sachsen) der Erde übergeben.
In die Heimat übergeführt werden: Oberleutnant (Jng.) Bastian (Breisach am Rhein), Obermaschinist Czygan (Kronau, Ostpreußen), Stabsmatrose Dorrath (Niedereichstädt, Provinz Sachsen), Stabsheizer Ulrich Ehrig (Neumünster) und Oberheizer Abels (Düsseldorf-Rath).
Empfang der Kulturschaffenden im Propagandaministerium.
Aus Anlaß der dritten Jahrestagung der Reichskulturkammer neranftaüete der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels in den Festräumen feines Ministeriums einen großen Empfang. Der Abend sah die führenden Persönlichkeiten des deutschen Kunst- und Kulturlebens als Gäste des Präsidenten der Reichskuttur- kammer vereint. Reichsminister Dr. Goebbels, Frau Magda Goebbels und Staatssekretär Funk hießen die zahlreich erschienenen Gäste willkommen. An dem Empfang nahmen außer den Reichsfultur- fenataren viele namhafte deutsche Künstler aus dem ganzen Reiche teil. Besonders stark waren die Angehörigen des Berliner Theater- und Filmlebens vertreten. Man bemerkte ferner viele der bekanntesten deutschen Maler, Bildhauer, Komponisten, Dichter, Musiker und Architekten. Die Präsidenten, Präsidialräte und Geschäftsführer der Einzelkammern der Reichskulturkammer waren fast vollzählig erschienen. Unter den Anwesenden befanden sich ferner zahlreiche Persönlichkeiten des polittschen Lebens, darunter Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, Reichsjustizminister G ü r t n e r und Obergruppenführer vonIagow. Nach den sachlichen Beratungen der Reichskulturkammer und des Reichskultursenats war dieser Abend der freundschaftlichen und herzlichen Unterhaltung der deutschen Kunstschaffenden mit den leitenden Persönlichkeiten der nationalsozialistischen Kulturführung gewidmet. Mit seinem überaus harmonischen Verlauf war er ein neuer schöner Beweis für die enge Verbundenheit, die zwischen dem Betreuer des deutschen Kunstschaffens, Reichsmim- fter Dr. Goebbels, und den deutschen Künstlern besteht.
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