Ausgabe 
1.12.1936
 
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Oer Antikommunismus eine defensive Bewegung.

Italienische Klarstellungen.Entlarvung -er imperialistischen Politik Liiwinow-Finkelsteins.

Rom, 30. Noo. (DNB.) In Fortsetzung seiner Polemik gegen Litwinow-Finkelstein weist der Direktor desGiornale d'Italia" am Montag nochmals die gegen Italien gerichteten Verdächtigungen seiner Spanien-Politik zu­rück und verlangt von Litwinow-Finkelstein die sofortige Bekanntgabe seiner Unterlagen.

Giornale d'Jtalia" sagt dabei, wenn Litwinow- Finkelstein dieser Forderung nicht nachkomme, so heiße das nur, daß seine Angaben erfunden seien, was heute schon feststehe. Litwinow-Finkel­stein treibe dlso eine provokatorische Poli­tik, mit der die eigentlichen düsteren Ziele ver­schleiert werden sollen. In Wirklichkeit liegen die aggressiven Absichten bei Sowjet­rußland. Das genaue dokumentarische Material, das das halbamtlicheGiornale d'Jtalia" über die Vorgänge in Spanien veröffentlicht habe, liefere den Beweis, daß man in Moskau die Völker in zwei Lager teilen wolle, und daß Spanien für die erste Aktion großen Stiles gegen die faschistischen Staaten und Ideen auserkoren worden sei. Die angebliche Friedenspolitik Litwinow-Finkelsteins sei eine klare Kriegspolitik, wie sich das auch aus dem Moskauer Bericht desTemps" vo-m 28. November ergebe, wonach ein sowjetrussischer Offizier beim Erscheinen Stalins auf dem Sowjet­kongreß klipp und klar erklärte:Die rote Armee werde nicht nur verhindern, daß der faschistische Angriff auf sowjetrussischen Boden getragen werde, sie werde vielmehr ihrerseits marschieren, um ihn auf seinem eigenen Boden zu schlagen."

Diese typischen Worte seien, so betont das Blatt, der beste Kommentar für die großen Rüstun - gen Sowjetrußlands, das seinen heftigen Expansionsdrang ebenso sehr in der äußeren Mon­golei, wie mit seinen Drohungen gegenüber den kleinen baltischen Staaten Lettland, Estland und Finnland offenbare. Diesem neuen s o w j e t r u s - fischen Imperialismus werde der Deck­mantel des unteilbaren Friedens umgehängt. Die kommunistische Offensive mache die Ab­wehr zu einer allgemeinen Pflicht, und Litwinow-Finkelstein sollte nicht vergessen, daß im­mer neue sowjetrussische Transport- und Muni­tionsschiffe für die spanischen Roten, zuweilen so­gar unter Mißbrauch der englischen Flagge, den W'i ins Mittelmeer und nach Spanien nehmen.

In dem gleichen Artikel heißt es schließlich, daß, wenn Litwinow-Finkelstein heute die Stimme gegen die antikommunistische Bewegung und die entspre­chende Verständigung zwischen Berlin und Rom bzw. Berlin und Tokio erhebe, so müsse festgestellt werden, daß der Antikommunismus eine defensive Bewegung sei, die nicht gegen Sowjetrußland, sondern gegen den Kommunis­mus und damit gegen die Komintern gerich­tet sei. Die Moskauer Regierung habe immer be­hauptet, mit der Komintern nichts gemein zu haben. Der unüberlegte Protest Litwinows-Finkelsteins verrate aber einen inneren Zusammen­hang zwischen den beiden Stellen, den man bis jetzt vergebens durch ein Spiel mit Worten habe verschleiern wollen.

Eden Wer das deutsch-japanische Abkommen.

London, 30. Nov. (DNB.) Außenminister Eden gab am Montag im Unterhaus auf Befra­gen eine Erklärung über das deutsch-japa­nische Abkommen ab. Eden führte aus:

Der Wortlaut des am 25. November in Berlin von den Vertretern der deutschen und der japani­schen Regierung unterzeichneten Abkommens ist den britischen Botschaftern in Berlin und Tokio von den Außenminister der beiden Länder kurz vor der Veröffentlichung mitgeteilt morden. Hierbei versi­cherte der deutsche Außenminister dem britischen Bot­schafter, daß irgendein militärisches oder anderes Bündnis zwischen Deutschland und Japan nicht vor­handen sei. Der japanische Außemininster erklärte, daß überhaupt kein Geheimvertrag bestehe. Ich habe keine Mitteilung darüber, daß Italien schon ein ähnliches Abkommen mit Japan abgeschlossen hat. Was die Haltung der britischen Regie­rung angeht, so ist im Unterhaus bekannt, daß die Regierung ausdrücklich jede Tendenz einer Tei­lung der Welt in verschiedene Lager, besonders auf ideologischer Grundlage, ablehnt. Die Politik der britischen Regierung besteht weiterhin darin, alles in unserer Macht stehende zu tun, um freund­schaftliche Beziehungen zwischen allen Nationen zu fördern."

Die Komintern in Barcelona?

Der Eindruck des deutsch-jaHanischen Abkommens.

Paris, 30. Nov. (DNB.)Matin" will nähere Aufklärungen über die Absichten Sowjet­rußlands machen können, insbesondere hinsicht­lich der zukünftigen Tätigkeit der Komintern. Die Unterzeichnung des deutsch-japanischen Abkommens, so schreibt das Blatt, habe in Sowjetrußland einen sehr viel st ä r k e - ren Eindruck gemacht, als man dies allgemein glauben machen wolle.

Eine Gruppe in Moskau fei der Ansicht, daß Sowjetrußland sich nicht eher in einen Kon­flikt einlassen dürfe, bevor es nicht einer zu­mindesten wohlwollenden Haltung der bürger­lichen Staaten sicher sei. Zu diesem Zweck habe man vorgeschlagen, den politischen Sih der Komintern aus Sowjetrußland zu verlegen. Es handle sich jedoch nur um das politische Sekretariat, während der technische Dienst und die Geheimarchive nach wie vor in Moskau bleiben sollten. Die Versammlungen der Dritten Internationale aber sollen in Zu­kunft an dem neuen Sih stattsinden.

Der ursprüngliche Gedanke, das politische Büro der Komintern nach Paris zu verlegen, sei auf- gegeben worden, da man eine zu heftige Reaktion in der französischen Öffentlichkeit befürchte. Es scheine jedoch, als ob man sich nunmehr auf Barcelona geeinigt habe. Diese Lösung habe nach Ansicht der bolschewistischen Kreise auch den Vorteil, den Kampf endgültig nach dem Westen Europas zu übertragen. Die katalani­schen Behörden hätten schon ihre begeisterte Zu­stimmung zu diesen Plänen gegeben,

Die schwarze Flat des Liebeis.

Ein englischer Hirtenbrief.

London, 30. Nov. (DNB.) In einem Hir­tenbrief, der am Sonntag in allen römisch- katholischen Kirchen der Erzdiözese von St. Andrew und Edinburgh verlesen wurde, nennt der Erz­bischof Dr. MacDonald den Kommunis­mus die größte geistige, moralische und soziale Gefahr, der die Welt heute gegen­überstehe. Wo auch immer der Kommunismus sein anmaßendes Haupt erhebe, bleibe eine gräßliche Spur der Gewaltätiqkeiten, des Blut­vergießens und des Frevels zurück. Diese Macht behaupte sich durch eine Tyrannei, die angesichts ihrer Rechtlosigkeit und Rücksichtslosib- keit in der Geschichte nichts ihresgleichen finde. Die unaussprechlichen Greuel, die den Aufstieg der kommunistischen Macht in Rußland begleitet hätten, und die schrecklichen Verbrechen, die wäh­rend der letzten Monate von der roten Revolution in Spanien begangen worden seien, seien ledig­lich die Durchführung des kommunisti- schen Planes, der, wenn die richtige Stunde komme, auf jedes Land der Welt angewandt wer­den würde. Es könne wahrlich gesagt werden, daß sich in der Geschichte niemals zuvor eine solche schwarze Flut des Nebels über die Welt ergossen habe, wie sie sich jetzt von Moskau aus verbreite.

Molotow verherrlicht das Judentum.

Hemmungslose Beschimpfungen Deutschlands.

Moskau, 30. Nov. (DNB.) Eine anderthalb­stündige Rede des Vorsitzenden des Rates der Volks­kommissare, Molotow, vor dem Rätekongreß bestand in dem Schema, daß den meisten Kongreß­reden zugrunde gelegt war: In der Verherrlichung derSowjetdemokratie" und in hemmungslosen Be­schimpfungen gegen denFaschismus", die offenbar eine Antwort auf die Reden des letzten Nürnberger Kongresses der NSDAP, darstellen sollen. Bekannt­lich hatte es damals die Sowjetpresse vorgezogen, die Nürnberger Anklagen gegen den Bolschewismus vor der Öffentlichkeit der Sowjetunion voll und ganz zu verschweigen.

Molotow sprach nunmehr vonmodernen Menschenfressern" und führte als Beispiel dafür die deutsche Judengesetzgebung an! Ihr

gegenüber betonte er, daß die bolschewistische Auffas- sung der Judenfrage sich mit einem Ausspruch Sta­lins decke, der erklärt hätte, daß derAntisemitismus als gefährlicher Rest des Kannibalismus für die werk­tätigen Massen besonders bedrohlich sei. Aktiver Antisemitismus werde in der Sowjetunion mit dem Tode bestraft. Ferner erklärte Molotow, daß die Hal­tung des Bolschewismus zur Judenfrage dadurch bestimmt fei, daß das jüdische Volk den genialen Befreier der Arbeiterklasse Karl Marx hervorge- bracht habe. In der Sowjetunion würden die Juden alstalentierte Organisatoren und Verteidiger der Sache des Sozialismus" gefördert.

Schließlich kam Molotow auch auf das deusich- japanische Abkommen gegen die Komintern zu spre­chen und versuchte, es als eineVerschwörung gegen den Frieden" hinzustellen. Dabei verstieg er sich zu der Behauptung, daß der Kommunismus den Frie­den, die gegen ihn gerichteten Kräfte jedoch den Krieg bedeuteten.

Moskau putscht auch in Indien.

London, 30. Nov. (DNB.) Am Montag gab der Unterstaatsfekretär für Indien, Butler, im Unterhaus eine Erklärung über die Lage an per indischen Nordwest grenze ab. Er teilte mit, daß die Grenzstämme den Wunsch geäußert hätten, daß britische Truppen einen Demon­strationsmarsch durch die fraglichen Gebiete veran­stalteten, da sie dem Treiben des die Unruhen ver­ursachenden Fakirs sonst nicht Einhalt gebieten könnten. Um die regierungstreuen Eingeborenen zu stärken, sei dieser Marsch beschlossen worden, dem manche Stämme ernsten Widerstand entgegengesetzt hätten. Verluste seien wegen der Geländeschwierig­keiten unvermeidlich gewesen. Während der drei­tägigen Aktionen seien 19 Offiziere und Mann­schaften getötet und 119 verwundet worden. Butler bestätigte dann noch auf Anfrage, daß die Stam­mesangehörigen, die die Unruhen verursachten, nicht aus dem britischen Teil des Gebietes, sondern aus den angrenzenden Bezirken kämen.

Außerordentlich bemerkenswert ist in diesem Zu­sammenhang ein Artikel in derEvening News", in dem betont wird, daß auch bei diesen Unruhen Moskau sei ne Hand im Spiele gehabt habe. Durch den Fakir von Jmpi habe Moskau ver­breiten lassen, daß die Engländer in Indien erledigt seien, und daß man ihnen getrost trotzen könne. Jetzt stehe die indische Regierung vor der Not­wendigkeit, eine schwierige und kostspielige Straf­expedition zu organisieren, um das britische An­sehen an der Grenze und jenseits der Grenze wie­derherzustellen.

Die deutsch-spanische Freundschaft.

Geschäftsträger General a. D. Faupe» überreicht sein Beglaubigungsschreiben.

Salamanca, 30. Nov. (DNB.) Der neu­ernannte Geschäftsträger des Deutschen Reiches, Ge­neral a. D. Faupel, überreichte am Sonntag­abend dem Bevollmächtigten für auswärtige Ange­legenheiten der spanischen Nationalregierung, ©er­rat, im Hauptquartier des Generals Franco fein Beglaubigungsschreiben.

Dabei hielt der Geschäftsträger General a. D. Faupel folgende Ansprache:Euer Exzellenz! Ich habe die Ehre, Euer Exzellenz mein durch den deut­schen Reichsaußenminister, Freiherrn von Neurath, unterzeichnetes Einführungsschreiben zu überreichen. Diese Ernennung bedeutet für mich die größte Ge­nugtuung, da ich schon in meiner Eigenschaft als Präsident des Jbero-Arnerikanischeen Instituts und der Deutsch-Spanischen Gesellschaft, beide in Berlin, Gelegenheit hatte, für die Engergestaltung der kul­turellen Bande, die unsere beiden Länder einen, zu arbeiten.

Es ist für mich eine besondere Ehre, dieses Amt in dem historischen Augenblick anznlreten, wo mit immer größerer Klarheit zum Ausdruck kommt, daß der Kommunismus die größte Ge­fahr und eine dauernde Bedrohung für den ersehnten Frieden darstellt und daß er der ge­meinsame Gegner aller zivilisierten Völker ist." Der Leiter der außenpolitischen Abteilung der spanischen Nationalregierung, ©errat, dankte

dem deutschen Geschäftsträger für seine Worte und gab der Genugtuung darüber Ausdruck, daß gerade der dem spanischen Volke schon seit langem bekannte und für die Vertiefung der kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern so überaus verdiente Ge­neral a. D. Faupel zum Geschäftsträger des Deutschen Reiches bei der spanischen Nationalregie­rung ernannt worden sei.

Darauf erfolgte die Einführung des deutschen Geschäftsträgers beim Staatschef General Franco und die Vorstellung der Beamten der deutschen diplomatischen Vertretung. In den dabei gehaltenen Ansprachen wurde

die traditionelle Freundschaft und Verbunden­heit zwischen Deutschland und Spanien gefeiert Nach Beendigung des offiziellen Aktes blieben Staatschef General Franco und seine Mitarbei­ter noch längere Zeit im zwanglosen Gespräch mit dem Geschäftsträger F a u p e s und den übrigen deutschen Herren zusammen.

Sowohl bei der Hin-, wie auch bei der Rück­fahrt wurden dem deutschen Geschäftsträger durch eine verstärkte Ehrenwache eines marokkanischen Eliteregimentes und Guardia Civil militärische Ehren erwiesen. In feierlicher Form wurde der deutsche Geschäftsträger durch den Chef der spa­nischen Nationalregierung sowohl von seinem Hotel abgeholt, als auch wieder dorthin zurückgeleitet.

Sestise Kämpfe an der Madrider Front.

Salamanca, 30. Nov. (DNB.) Der Heeres­bericht gibt bekannt, daß die Nationalen am Sonntag die Kampftätigkeit wieder aufnahmen. Die Front der Roten wurde westlich von Madrid in nördlicher Richtung durchbrochen. Dabei wurden das Dorf Pozuelo de Alarcon und die diesen Ort beherrschenden Höhen , die von Feind stark befestigt waren, eingenommen. Die Bol­schewisten haben allein bei dem Angriff einer ein­zigen Kolonne der nationalen Truppen über 400 Tot» und hundert Gefangene verloren. Eine andere nationale Kolonne fügte dem Gegner bei einem Sturmangriff schwere Verluste zu. Hier ließen die Bolschewisten über 200 Tote auf dem Kampfplatz. Außerdem fiel zahlreiches Waffenmaterial und viel Munition den nationalen Streitkräften in die Hände.

Amtliche Nachrichten von der N o r d a r m e e be­sagen ferner, daß die Nationalen die Ortschaft Hu- mera westlich von Pozuela de Alarcon (etwa vier Kilometer norwestlich von Madrid) besetzt haben. In der Nacht zum Sonntag haben ßuftftreitträfte der nationalen Regierung die Häfen von -Al i - cante und Cartagena mit zahlreichen schwe­ren Bomben belegt. Obwohl bolschewistische Jagd­flieger und Kriegsschiffe d en Bombenangriff zu ftnren versuchten, wurden sichtbare Erfolge erzielt.

Nationale Flugzeuge bombardierten am Sonntag die Eisenbahnstationen Pedro Abad el Carpio und Montoro (etwa 40 Kilometer östlich von Cordoba) und die in der Nähe der Bahnhöfe haltenden Züge, die beschädigt wurden.

Drei sowjetrussische Dampfer in Cartagena versenkt.

London, 30.3too. (DRV.) General Q u e i p o d e Llano teilte am Hlonfag über den Rund­funksender von Sevilla mit, daß bei der Beschie­ßung von Cartagena drei sowjetrussi­sche Dampfer versenkt worden seien, von denen einer eine Granatenladnng an Bord gehabt habe.

Erfolgreiche nationale Luftangriffe.

Front vor Madrid, 1. Dez. (DNB. Funk- spruch vom Sonderberichterstatter des DNB ) An der Madrider Front kam es am Mon'ag zu heftigen Kämpfen um die westlich von der Hauptstadt gelegene Ortschaft Pozuelo d e Alar­con. Nachdem während des Vormittags die na­tionale Artillerie die feindlichen Stellungen unter Feuer gehalten hatte,, erschienen gegen 14 Uhr fünf nationale Bombenflieger in Be­gleitung einer Jagdstaffel. Bei herrlich klarem Wet­ter warfen die Flugzeuge aus etwa 800 Meter Höhe ungehindert ihre Bombenlast ab, die beim Feind beträchtlichen Schaden und riesige Verwir­rung verursachte. Etwa eine Stunde später, nach­dem die nationalen Flieger bereits wieder fort waren, erschienen zwei rote Bomber, die un­gefähr an der gleichen Stelle die nationalen Stel­lungen bombardierten. Da sie jedoch außerordent­lich hoch flogen, war der von ihnen angerichtete Schaden nur gering.

Ungeachtet der Gefechtstätigkeit bei Pozuelo grif­fen die nationalen Truppen am Montag auch die Madrider I n n e n st a d t von der Universitäts­stadt ausgehend erneut an. Nationale Artillerie be­schoß vor allem die Geaend um die Montana-Ka­serne. An der Ponton-Brücke kam es zu heftigen Feuergefechten, da die Roten alles daran fetzten dwse Brücke unbrauchbar zu machen. Im Park der Casa de Campo bat sich ein regelrechter Stellungs­krieg entwickelt. Die Bolschewisten wehren sich ver- zweifelt und bringen immer neue Verstärkungen heran, doch müssen sie fast täglich vor den un- aufhaltsam vordringenden nationa­len Truppen eine mehr oder weniger große Strecke zuruckweichen.

Nach in Salamanca eingetroffenen Berichten belegten bte nationalen Flugzeuge am Montag an der Aragon-Front die feindlichen Stellungen

bei Fuendepotos und Alcubierre, sowie die Straßk- von Villamayor nach Farlete erfolgreich mit Bom­ben. An der © ü d s r o n t bombardierten sie bi« vorgeschobenen roten Stellungen an der Landstraße von Villaharta nach Pozoblanco und von Espiel nach Älcaracejos (nördlich von Cordoba).

Rationale Erfolge an der SMaya-Front.

Lissabon, 1. Dez. (DNB. Funkspruch.) Qn seiner Rundfunkansprache über den Sender Sevilla meldete General Queipv de Llano am Mon­tagabend neue nationale Erfolge an der Biskaya-Front, wo mehrere strategisch wich­tige Punkte besetzt werden konnten. Gegenangriffe der Bolschewisten in der Nähe Bilbaos und bei Villarea (Provinz Alaoa) wurden mit großen Verlusten für die Roten zurückgeschlagen. In Astu- r i e n meldeten sich 228 Ueberläufer bei den natio­nalen Truppen.

Der Vormarsch an der Front von Ma­drid geht, wie der General weiter erklärte, zwar langsam, jedoch unaufhaltsam vorwärts. Straße nach Straße wird von den nationalen Grup­pen in erbitterten Kämpfen den Roten entrissen. Zum Schluß seiner Ansprache forderte der General die vermögende Zivilbevölkerung auf, die Familien der an der Front Kämpfenden mit allen Mitteln zu unterstützen.

Die bolschewistischen Bestien.

Salamanca, 1. Dez. (DNB. - Funkspruch.) Vom Sonderberichterstatter des DNB.: Der rote Rundfunksender Madrid gab am Montagnachmü- tag die Hetzrede eines Anarchisten wieder, die ein bezeichnendes Licht auf die verbrecherischen Absichten und die V e r t i e r t h e i t der marxisti­schen und anarchistischen Horden wirft.

Der anarchistische Mordbrenner scheute sich nicht, öffentlich zu erklären, daß der Kampf jetzt soweit gediehen sei, daß man nicht mehr von huma­ner Gestaltung des Krieges sprechen dürfe. Gegen dieFaschisten" sei jedes Mittel recht.

Dir werden uns nicht mehr scheuen", so schloß der Redner,unsere Bomben und unse­ren Granatenhagel auf die Zivilbevölkerung zu werfen und die Familien der Faschisten zu töten und zu verwunden. Dir wollen der Delt beweisen, zu was wir fähig sind. Denn die Delt uns Kanaille nennt, so wollen wir auch wirklich Kanaillen fein.

Auch der Rundfunksender Barcelona rief am Montagabend zumAustilgungskrieg" gegen das nationale Spanien auf. Man werde nichts unver-

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Note Milizen in Malaga

unter sowjetrussischem Kommando.

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London, 1. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie Reuter aus zuverlässiger Quelle aus Gibraltar mel­det, sind ein sowjetrussischer General und mehr als 100 sowjetrussische Offi­ziere in Malaga eingetroffen und haben das Kommando über die dortige rote Miliz über­nommen. Zweimal täglich würden die Milizmänner von den sowjetrussischen Offizieren ausgebildet: im Laufe dieser Woche erwarte man 2 Ö sowjet- russische Flugzeuge in Malaga.

präsident^Casarwvas geht nach Paris aufUrlaub".

Paris, 30. Nov. (DNB.) Havas meldet aus Barcelona, daß der Präsident des katalanischen Parlaments, Casanovas, am ©onntagnachmittag nach Paris abgereist sei. Wie der Havas-Bericht- erftatter weiter meldet, habe Casanovas um einen Urlaub von einigen Tagen nachgesucht. In der letzten Zeit sei Casanovas im Innenministerium zu- rückgehalten worden, um die Ergebnisse einer Unter« suchung über politische Umtriebe gewisser extremisti­scher Organisationen abzuwarten. Der Havas-Mel« düng zufolge habe es sich aber nicht um eine Ver­haftung gehandelt.

Der innere Kampf in der französischen Volksfront.

Paris, 1. Dez. (DNB. Funkfpruch.) Die Pari- fer Presse beschäftigt sich immer eindeutiger mit der Frage, welche Partei aus derVolks"' front zuerst ausbrechen werde. Daß es in­nerhalb der Volksfront bedenklich gärt, wird als stillschweigende Voraussetzung hingenommen.

Anlaß zu dem Meinungsstreit gibt vor allem die Bemerkung des Kommunisten Thorez, wonach das Schicksal derVolksfront nicht von einem be­stimmten Ministerium abhänge, d. h., daß ein Sturz der Regierung Blum nicht das Ende des Volksfront- Versuches zu bedeuten brauche.

Gegen diese kommunistische Auffassung wendet sich die marxistische ZeitungPopulaire" mit alleip Nachdruck und schreibt u. a.: Thorez scheint sich ein»Volksfront-Regierung unter dem Vor- sisi. eines anderen Marxisten als Leon Blum als möglich vorzustellen. Das fei entweder ein Witz ober eine etwas gewagte Behauptung. Die sozial­demokratische Partei stehe hinter ihrem Vorsitzenden. Wenn man also plane, den Ministerpräsidenten Leon Blum zu stürzen, dann würde man auch seine Partei als solche zu Fall bringen. Die Kommunisten müßten an ihre Ver­antwortung denken. Nach mehrfachen Erklärungen Blums zu schließen würde die kommunistische Partei, wenn sie gegen die Regierung Blum stimme, so­fort den Rücktritt der Regierung heraufbeschwören, gleichviel wie das ziffernmäßige Abstimmungsver­hältnis ausgehen würde. Es hänge von den Kom­munisten allein ab, ob die Feinde derVolks"- front-Regierung triumphieren sollen.

Scharfe Kritik am französisch-sowjetrussischen Pakt. Paris, 30. Noa. (DNB.) In einer Versamm- hing nationaldenkender Franzosen in Versailles geißelte Senator H a y e den französisch-sow- jetrussischen Patt. Wenn Frankreich in Europa vereinzelt dastehe, so deshalb, weil seine Politiker mit Sowjetrußland und sogar mit der Komintern paktieren. Der Kampf gegen d i e ko mm unistische Gefahr wurde auch von sämtlichen anderen Rednern gefordert.

Paris, 30. Nov. (DNB.) Unter Vorsitz von Ministerpräsident Blum hat am Montagabend eine Besprechung der Minister stattgefunden, die für die Landesverteidigung zuständig sind. Auch Außenminister Delbos wohnte den Bev- handlungen bei.

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