oiloer, Oie vor der Wett amla^en
Mord und Brand, Schutt und Asche, zeigen den Weg des Bolschewismus in Spanien. Immer deutlicher wird das grausame, grauenhafte und un- menschliche Wüten bolschewistischer Horden durch die aus Spanien eingehenden Bildberichte, die durch nichts zu widerlegen sind.
Die „Berliner Jllustrirte Zeitung" veröffentlicht in ihrer neuen Nummer vom 1. Oktober eine Bildserie „Bilder, die vor der Welt anklagen", die einen erschütternden Einblick in die Vorgänge auf spanischem Boden gibt.
Die soeben eingetroffenen Bilder sind von einer solchen Eindringlichkeit, daß sie jeder Deutsche gesehen haben muß.
25 Jahre Arbeit für das Kolonial-Oeutschtum.
Wie uns vom Reichskolonialbund Deutsches Rotes Kreuz über See mitgeteilt wird, begeht die Abteilung Gießen in diesem Jahre das Fest ihres 25jährigen Bestehens. Sie wurde vom Landesverband Hessen aus im Herbst des Jahres 1911 begründet und arbeitete sich schnell in ihren Wirkungskreis ein. Ziel des bald kräftig sich entwickelnden Orts-Vereins Gießen war die Ausbildung von Schwestern und deren Verschickung in die Kolonien, Einrichtung von Kindergärten, Mithilfe in Krankenhäusern, kurz die Betreuung der Kolonialdeutschen in fürsorgerischer Beziehung. Unter Einsatz der ganzen Kraft ist mit größter Pflichttreue und Hingabe im Vereinsgebiet gearbeitet worden, und die Hinausgesandten fühlten in ihrem schweren Beruf stets den Halt der eifrigen Tätigkeit im Heimatland. So hat der Verein sich Jahrzehnte hindurch lebendig erhalten, schwerste Zeiten überwunden und ist auch heute noch in vorbildlicher Weise tätig, seine Aufgaben weiterhin zu fördern und zu leisten.
Neue Werkstoffe im Malerhandwerk.
Der Obermeister der Maler-Innung Gießen, Kreishandwerksmeister Stuhl er, hatte für den gestrigen Mittwochnachmittag zu einer Versammlung in das Schützenhaus zu Gießen eingeladen, an der die Berufskameraden der Innung und eine Anzahl Architekten teilnahmen. Der Obermeister erläuterte zunächst den Zweck der Zusammenkunft, der darin bestehe, aus berufenem Munde über jene Werkstoffe Aufklärung zu erhalten, die in Zukunft verwendet werden müssen, um eine Beschränkung der Einfuhr technischer Oele und Fette aus dem Ausland zu erreichen. Der Obermeister wies im engsten Zusammenhang damit auf die Anordnung 12 der Ueberwachungsstelle für industrielle Fettversorgung hin, die einige Beschränkungen in der Verwendung von Leinölfirnissen auferlegt, aber keinerlei Qualitätsverschlechterung der 'Anstriche herausfordert.
Bezirks - Jnnungsmeister Bäuerle- Frankfurt a. M. sprach eingehend über die durch die Anordnung 12 der Ueberwachungsstelle für industrielle Fettversorgung geschaffene Lage. Er stellte dabei besonders heraus, daß es nicht etwa eine „Not" gebe, die die Maler zu Einschränkungen veranlasse, vielmehr bringe die Anordnung nur zum Ausdruck, daß es lediglich einer besseren Einteilung des vorhandenen Materials bedürfe und daß es zweckmäßiger eingesetzt bzw. verwandt werden müsse. Das heiße, so führte er u. a. aus, daß Oelanstriche nur dort ausgeführt werden sollten, wo sie unbedingt nötig seien. Er betonte ferner, daß der neue Einheits-Leinöl-Firnis, wie er von allen einschlägigen Firmen hergestellt werde, in seinem Oelge- halt allen Anforderungen entspreche. Der Redner beschäftgte sich anschließend mit den durch die deutsche chemische Industrie geschaffenen synthetischen Cblor-Kautschuk-Lacken, mit den Eigenschaften dieser Lacke, ihrer Verwendung, Bewährung und ihrer Wirtschaftlichkeit. Er forderte abschließend auf, in der Zusammenarbeit von Bauherr, Architekt und Malermeister der durch die Anordnung 12 geschaffenen Lage Rechnung zu tragen.
Kreishandwerksmeister Stüh l er schloß die Versammlung mit dem Versprechen, daß das Maler- Handwerk alles tun werde, um die Reichsregierung in ihren Bemühungen um die Unabhängigmachung der deutschen Wirtschaft von den Rohstoffmärkten des Auslandes nach besten Kräften zu unterstützen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler klang die Versammlung aus.
Haupkversammtung der Ma er-Innunq Gi-tzen.
Die Malerinnung für den Kreis Gießen hielt im Cale Leib ihre Hauptversammlung ab. Obermeister Stühler erstattete den Jahresbericht, dem der Kassenbericht folgte. Noch einmal dankte er seinen Mitarbeitern für die treuen Dienste während einer Zeit, die durch die vielfältigen Aufgaben auch an ihn hohe Anforderungen gestellt habe. Hierauf nahm der stellvertretende Obermeister die Wiederwahl des Obermeisters vor, zu der auch der Bezirksinnungsmeister Bäuerle, Frankfurt a. M. sprach, d°r auf die vielen Aufgaben aufmerksam machte, die ein Obermeister zu bewältigen habe. — Obermeister Stühler wurde einmütig wiedergewählt.
Der Bezirksinnungsmeister Bäuerle- Frankfurt a. M. sprach über die tiefgreifende Umwälzung, die sich im heutigen Handwerksleben durchsetzt und die durch die Auffindung neuer Wege zur Materialbeschaffung dazu angetan ist, eine Verinnerlichung der Arbeit, eine Einfachheit im Materialanspruch und im Materialverbrauch herbeizuführen, durch die sich eine neue Schönheit der Arbeit ausprägt. Ganz besonders ging er auf die Frage der neuen Werkstoffe ein. Die „Braune Messe" bringt in ihrer Ausstellung der Maler die Farbtafeln der neuesten Materialien, deren Anschauung der Vortragende allen Berufskameraden dringend empfahl. Das Malerhandwerk müsse wieder zur Einfachheit zurückkehren und sich auf die Kalkfarben einstellen. Der Maler müsse sich wieder seine Farben selbst Herstellen, weil er dabei besser und billiger fahre. Er werde dadurch stärker nachdenken müssen und wieder zu einer verinnerlichen Arbeit und neuer Schönheit und Kunstgestaltung kommen. Bei der Ausführung ihrer Arbeiten müßten die Malermeister ihre Preise so berechnen, daß sie die geringe Verdienstspanne, die ihnen noch gelassen ist, richtig und voll aus- werten. Die Handwerker müßten bestrebt fein, sich an die Richtlinien des Reichsoerbandes zu halten, weil sie dadurch am besten der Bedarfsregelung der deutschen Wirtschaft helfen und dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienen.
Obermeister Stühler dankte dem Redner für die wertvollen Ausführungen. Er dankte auch den Berufskameraden für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und wies auf die vielen und großen Aufgaben hin, die dem Handwerk gestellt sind. Auf die Schulungs- und Fortbildungsarbeit für jüngere und ältere Gesellen und Meister wurde mit Nach-
Schwurgericht in Gießen.
Der Karl Hamel, geb. 28. 12. 1881 in Frischborn, wohnhaft in Frankfurt a. M., steht unter der Anklage, am 9. Dezember 1935 in einer Berufungsoerhandlung eines am Landgericht Gießen anhängig gewesenen Zivilprozesses, den die Spar- und Darlehenskasse Frischborn gegen ihn aus Bürgschaft angestrengt hatte, unter Eid der Wahrheit zuwider abgeftritten zu haben, daß er zwei Kreditscheine als Bürge unterschrieben habe.
Der Angeklagte war vor dem Kriege längere Zeit in Frankreich und England beruflich tätig und machte sich später in Frankfurt a. M. selbständig. Er ist bis heute noch nicht mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt gekommen. Bei seiner Der- nehmuna vor dem Schwurgericht gab er an, daß er aus Liebe zu seinem Heimatorte an der Gründung einer Leineweberspinnerei in Frischborn sich beteiligt hat. Das Unternehmen, das zunächst recht aut ging, geriet später infolge der allgemeinen Wirtschaftslage in Schwierigkeiten, so daß verschiedene Kredite ausgenommen werden mußten. So mußte u. a. ein Kredit bei der Spar- und Darlehenskasse Frischborn in Höhe von 7000 RM. ausgenommen werden. Der Angeklagte, der sich in guten wirtschaftlichen Verhältnissen befindet, hat
nun mit einigen anderen Gesellschaften die Bürgschaft für diesen Kredit übernommen. Als die Kaste Rückzahlung von der Leineweberei nicht erhalten konnte, wurde der Angeklagte als Bürge in Anspruch genommen.
In dem in erster Instanz am Amtsgericht Lauterbach anhängig gewesenen Prozeß behauptete der Angeklagte, er habe nur eine handschriftliche Bürg- schaftsurkunde, nicht aber zwei weitere Kreditscheine, die die Grundlage dieses Prozesses bildeten, unterschrieben. Er wurde auf Grund von Schriftoergleichen verurteilt. Der Angeklagte legte gegen dieses Urteil Berufung ein und stritt nun in der Berufungsinstanz, in der er als Partei vernommen wurde, unter Eid ab, außer der handschriftlichen Urkunde weitere Derpflichtungsscheine unterschrieben zu haben.
In der gestrigen Beweißaufnahme wurden zwei Schriftsachverständige vernommen, die beide aussagten, daß wohl kein Zweifel bestehen könne, daß die unter den Kreditscheinen befindlichen Unterschriften die des Angeklagten seien. Die Beweisaufnahme zog sich bis in die späten Abendstunden hin. Das Gericht vertagte dann die weitere Verhandlung auf Donnerstag vormittag.
Einzelhandelstagung in Gießen.
Anläßlichder „Braune Messe — Deutsche Woche" hatte die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirksgruppe Hessen, Kreisgruppe Gießen, den gesamten Einzelhandel des Bezirks Gießen auf den gestrigen Mittwochnachmittag nach Gießen zum gemeinsamen Besuch der „Braunen Messe" und zu einer Tagung eingeladen.
zur Gewinnung unserer Unabhängigkeit vom ausländischen Rohstoffmarkt erfolgreich geführt und im Hinblick auf die Verbraucherschaft gewonnen. Nach dieser Richtung hin habe auch der Einzelhandel eine große Aufgabe zu erfüllen, der sich jeder Einzelhandelskaufmann immer bewußt fein müsse.
Albert Karsten wurde 1902 zum Dirigenten berufen, der den Verein 23 Jahre mit Lust und Liebe leitete. In dieser Zeit war das Können des Chores beachtenswert. Von den Ehrenvorsitzenden feien erwähnt H. Röhmiy (gestorben 1915) und Alwin Hardt, beide langjährige Ehrenmitglieder im Verein und Vorbilder in der Arbeit im Dienst am deutschen Lied. Zwei Mitgründer sind noch als Ehrenmitglieder im Verein tätig. Es sind die Gebrüder Ludwig und Georg Beimborn. Beide konnten im vergangenen Jahre für 50jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Zu den Gründungsvereinen des Hessischen Sängerbundes gehörten auch die „Harmonie" und die „Gemütlichkeit".
Der Großsche Männerchor wurde am 29. Sept. 1933 aus diesen Vereinen gebildet und zwar unter dem Namen seines Dirigenten Musiklehrer Philipp Groß, 30 Ehrenmitglieder l)at der Verein in seinen Reihen. Dreifache Tradition bemüht sich nun, in Liebe und Eifer vereint, unser deutsches Liedgut weiter zu hegen und zu pflegen.
Gießener Öochenmarftpreife.
* Gießen, 1. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, VA kg 1,57 Mark, f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 11, Wirsing, grün, % kg 7 bis 8, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8, Bohnen, grün, 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 35, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 15, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Pilze 50 bis 60, Kartoffeln, 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mark,
Kampf dem Verderb
rettet kostbares Volksvermögen und dient unserer Vahrungsfreiheil.
Im Anschluß an die Besichtigung der „Braunen Messe" fand die Tagung bei starker Beteiligung aus Gießen und aus zahlreichen Orten der Provinz Oberhessen unter dem Vorsitz des Leiters der Kreisgruppe Gießen, Kaufmann Horst, im Saale des Cafe Leib statt. Nach kurzen Begrüßungsworten des Vorsitzenden, der besonders die Vertreter der Behörden willkommen hieß, sprach zunächst der Bezirksgruppenleiter Kö;ler=$ranffurt über „Die Lage im Einzelhandel im Rahmen der Gesamtwirtschaf t". Er betonte einleitend, die Einzelhandelsorganisation habe im Rahmen der Wirtschaftsgruppe alles getan, um dem Einzelhändler den nötigen Rückhalt zu verschaffen. Nunmehr komme es auf jeden einzelnen an, wie er sich zu der Frage des Berufsstandes stelle. Irgendwelche Minderwertigkeitsgefühle dürfe es in Zukunft nicht mehr geben. In den letzten drei Jahren fei es der gemeinsamen Arbeit in der Organisation bereits gelungen, mancherlei Schwierigkeiten Herr zu werden. In Einigkeit und Geschlossenheit müsse auch künftighin alle Arbeit darauf gerichtet sein, die jetzt noch bestehenden Schwierigkeiten zu überwinden. Dabei sei es selbstverständliche Verpflichtung aller Einzelhändler, bei all ihrem Tun BeriUsstolz und Berufsehre zu bekunden.
Der Redner wies sodann auf den Merjahresplan des Führers hin und betonte, daß nach diesem Plane nicht nur die Produktion ein reicyes Aufgabengebiet zur Lösung erhalten habe, sondern auch der Einzelhändler als Warenverteiler ein großes Stück Arbeit mitleisten müsse. Enges Zusammenstehen sei bei dieser Mitarbeit dringend erforderlich. Daneben sei aber auch die Aufgabe der Berufsförderung der Einzelhändler als Betriebsführer von großer Bedeutung. Auf diesem Gebiete sei erfreulicherweise in den einzelnen Fachgruppen schon viel gute Arbeit geleistet worden, die alle Anerkennung verdiene. Aber damit sei es noch nicht genug. Es müsse weiterhin als hauptsächliche Aufgabe angesehen werden, sich mit allen Berufsförderungsaufgaben gründlich zu beschäftigen, im wohlverstandenen Interesse und zur Mehrung des Ansehens des Berufsstandes. Das werde für manchen Einzelhändler vielleicht eine völlige innere Umstellung bedeuten. Aber wenn es dem Führer gelungen sei, aus einem vielfach zerrissenen und in unzähligen Interessengegensätzen gespaltenen Volke ein einheitliches und geschlossenes Volk zu machen, so dürfe auch die Arbeit zur einheitlichen Aufrichtung des Einzelhandels nicht unmöglich fein.
Am Schluffe feiner interessanten Darlegungen hob der Redner die starke Verpflichtung der Einzelhandelskaufleute hervor, die sich in ausreichendem Maße Kenntnisse von der Güte der durch die deutsche Chemie und die deutsche Technik aus deutschen Bodenschätzen geschaffenen Waren anzueignen und alles dafür zu tun, daß diese deutschen Waren in gebührender Weise Eingang in allen Kreisen der Perbraucherschaft finden. Dadurch werde nicht nur der Warenbeschaffung aus deutschen Rohstoffen die verdiente gebührende Anerkennung verschafft, sondern damit werde auch die wirtschaftliche Schlacht
druck hingewiesen. Die Gesellen- und Meisterprüfungskurse haben bewiesen, wie erfolgreich solche Fortbildungsarbeit für den ganzen Berufsstand ist. Auf die Erfüllung der „Adolf-Hitler-Spende", die im Vorjahr sehr beträchtlich ausgefallen war, wurde mit Nachdruck verwiesen. Mit dem Bekenntnis zum Führer wurde die Tagung geschlossen.
SOIahreGros'scherMännerchorG eßen
Am 17. Oktober kann der Groß'scher Männerchor auf ein 90jähriges Bestehen zurückblicken. Alte Gießener Gesangvereine sind unter diesem Namen vereinigt. Der Gesangverein „Harmonie" 1846, der Gesangverein „Concordia" 1864 und der Gesangverein „Gemütlichkeit" 1885. Viele ältere Gießener Bürger werden die Namen der genannten Vereine noch in guter Erinnerung haben, da sie viele Jahrzehnte in Blüte standen und bei mancher öffentlichen Feierlichkeit mitgewirkt haben.
Ueber dem Verein „Harmonie", in den Jahrzehnten seit seiner Gründung, ist nicht viel bekannt, da Protokolle erst in den späteren Jahren geschrieben wurden. Erwähnt sei, daß die Harmonie neben dem Turnverein, der einzige Gesangverein war, der zweimal bei den Schillerfeiern mitgewirkt hatte. Einmal bei der am 100. Geburtstage Schillers 1859 erfolgten Pflanzung der Schillerlinde auf dem Lutherberge und dann 1905 am 100. Todestage des großen Dichters, bei Errichtung des Schillersteines am gleichen Ort. Als anfangs der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts das Vereinswefen sehr emporblühte, schloffen sich die Gesangvereine unserer Gegend 1860 zu einem Bunde zusammen, der anfangs den Namen Deutscher Sängerbund führte; bis 1863 die Bezeichnung „Lahntalsängerbund" angenommen wurde Der Verein gehörte dem Bunde bis zu dessen Auflösung 1933 an. Besonders erwähnt fei das 60. Jubiläum in Verbindung mit
Hauptgeschästsführer Or. Tripp, Frankfurt a. M.
sprach anschließend in grundsätzlichen Darlegungen über das Einzelhandelsschutzaesetz, das Gewerbe- reckt unter besonderer Berücksichtigung des Hausier- uno des Wanderhandels, die Wettbewerbsverhältnisse und die Pumpwirtschaft. Er betonte zunächst insbesondere die rechtliche Lage auf Grund des Einzelhandelsschutzgesetzes, nach' welcher zur Neueröffnung eines Geschäftes ausreichende Fach- fenntnifje, persönliche Zuverlässigkeit und entsprechende Kapitalkraft des Interessenten für ein neues Geschäft vorhanden sein müssen. Ferner wies er darauf hin, daß auch die Frage einer Übersetzung der Branche eine Rolle spiele, bevor die zur Zulassung des Geschäfts maßgebende Behörde ihre Entscheidung fällen könne. Er gab in seinen Darlegungen dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß das jetzige Einzelhandels schütz gesetz in absehbarer Zeit zu einem Einzelhandels b e r u f s= gesetz erweitert werde, ferner eine Reihe von Lücken ausgefüllt würden.
Hinsichtlich des Gewerberechts hob er hervor, daß bei der Bewilligung von Wandergewerbescheinen oder Hausierschsinen die Behörden die sorgfältigste Prüfung aller Begleitumstände anwenden müßten, um Mißhelligkeiten und Schäden von vornherein nach bester Möglichkeit zu verhüten, da oft der Versuch gemacht werde, mit Hilfe dieser Erlaubnisscheine die Bestimmungen des Einzelhandelsschutzgesetzes zu umgehen. Auch nach dieser Richtung hin brachte der Redner die Erwartung zum Ausdruck, daß eine Neuordnung der Gewerbeordnung Abhilfe von bisherigen Mängeln bringen werde. Weiterhin wandte er sich bei einer kurzen Betrachtung der Wettbewerbsverhältnisse mit allem Nachdruck gegen sog. Koppelverkäufe, die eine Verletzung des Zugabengesetzes bedeuten. Abschließend beschäftigte er sich noch kurz mit der im Einzelhandel vielfach noch vorhandenen Borgwirtschaft. Er betonte dabei die dringende Notwendigkeit, an die Stelle des jetzigen Kreditverkaufs einen organisierten Kredit auf Grund einer sorgsam aufgebauten Geldwirtschaft einzurichten und damit den Barkauf in den Einzelhandelsgeschäften möglich zu machen.
In Verbindung mit den abschnittweisen Darlegungen des Redners war Gelegenheit zur Aussprache gegeben, von der in reger Weise Gebrauch gemacht wurde. Es kamen dabei zahlreiche Fälle zur Sprache, die von der Leitung der Bezirksgruppe zur weiteren Bearbeitung und Abstellung von Mißständen aufgegriffen wurden.
Kreisgruppenleiter Horst
schloß sodann die Tagung, da für die weiteren Nachmittagsstunden noch Beratungen der verschiedensten Fachgruppen vorgesehen waren. Vor dem Schluß der Tagung bekundete die Versammlung ihre Verbundenheit mit dem Führer und seinem Werk, sowie ihren Dank an den Führer für die bisherige starke Hilfe mit freudigem Sieg-Heil-Ruf.
dem Bundesfest des Lahntalsängerbundes 1906 als große Feier auf dem Oswaldsgarten. Von dem Bundesfest wissen noch heute Mitglieder zu berichten, die es miterlebten. Auch Bilder zeugen noch von vergangenen Tagen. An aktiven Ehrenmitgliedern seien genannt die Sangesbrüber Heinr. Rabenau, Ernst Ruckelshaus und Julius Gräeser.
Im Jahre 1864 gründeten junge Männer den Gesellschaftsverein „Concordia". Die Mitglieder bestanden aus Sängern verschiedener Gießener Gesangvereine. Sie fanden sich zusammen, um in geselligem Beisammensein und beim Gesang von Liedern Stunden der Erholung zu genießen. Erst von August 1886 ab wurden regelmäßige Singstunden abgehalten. Die Namen der Gründer waren Karl Moll, Franz Reiber, Sack, Todt, Völken, Klees, Wilker und May. Besondere Erwähnung gebührt unter den angeführten Gründern Karl Moll, dem langjährigen Ehrenvorsitzenden. Seit der Gründung bis zu seinem Hinscheiden im November 1922 war er unermüdlich in der Concordia tätig. Der langjährige erste Vorsitzende Philipp Horn erwarb sich große Verdienste um den Verein. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Das Ehrenmitglied Wilhelm Dechert kann auf eine 28jährige Mitgliedschaft zurückblicken. Von vielen Dirigenten, die den Verein leiteten, war feit 1922 Musiklehrer Philipp Groß verpflichtet, der auch heute noch den Verein leitet.
Die Freude am Gesang und die Liebe zur geselligen Vereinigung veranlaßten im Jahre 1885 einige sangesfrohe Männer, den Gesangverein „Gemütlichkeit" ins Leben zu rufen. Auch er war in den weitesten Kreisen ein bekannter Verein. Hatte er doch öfter Gelegenheit, bei größeren Festen mitzuwirken. Seit 1901 gehörte der Verein dem Lahntalsängerbund an. Musiklehrer und Organist
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Aepfel, 15 bis 25, Falläpfel 3 bis 6, Birnen 10 bis 15, Zwetschen 7 bis 9, Nüsse 35 bis 45, Brombeeren 35, Preiselbeeren 35 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Ps^, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 2 bis 5, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bündel 10, Rettich, das Stück 5 bis 10 Pf.
* * Die Dien st stunden bei den Gießener Gerichtsbehörden (Landgericht, Staatsanwaltschaft und Amtsgericht) sind, wie der Preffe- dezernent beim Landgericht Gießen uns mitteitt, für die Zeit vom 1. Oktober 1936 bis 31. März 1937 wie folgt festgesetzt worden: Montag bis Freitag von 8 bis 13 und von 14,30 bis 18 Uhr, Samstag von 7.30 bis 13 Uhr.
* * Dienstjubiläum. Am heutigen 1. Oktober kann der Prokurist Georg Friedrich Rinn, wohnhaft in Heuchelheim, auf eine 25jährige Tätigkeit im Hauptgeschäft der Zigarrenfabrik Joh. Balth. Noll in Gießen zurückblicken. Der Firmeninhaber, Kommerzienrat Noll, und die Arbeitskameraden bereiteten dem allseits geschätzten Jubilar heute vormittag im Rahmen einer schlichten Feier wohlverdiente Ehrungen.
* * Jubiläum bei der Reichsbahn. Der Reichsbahnzugführer Wilhelm Hohmann kann am heutigen Donnerstag, 1. Oktober, auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Reichsbahn zu- rüblicken. Der Jubilar wohnt ebenfalls 25 Jahre im Hause Cderstraße 18.
** Mieterjubiläum. Am heutigen Donnerstag, 1. Oktober, wohnt die Familie Karl Flett seit 30 Jahren im Hause Christian Jnderthal, Seltersweg Nr. 55. Das Jubiläum ist ein gutes Zeichen des Einvernehmens zwischen Mieter und Vermieter.
** Schulpersonalien. In den Ruhestand versetzt wurden auf Antrag der Lehrer Georg Hartung zu Rödgen (Kreis Gießen) und der Lehrer Karl Wölfelschneider zu Oppershofen (Kreis Friedberg), ferner nach Erreichung der Altersgrenze der Lehrer Karl Börmer zu Lich (Kreis Gießen) unter Anerkennung feiner dem Reiche geleisteten treuen Dienste.
** Grund st ücksverpachtun gen der Stadt Gießen. Die Stadtverwaltung Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil eine umfangreiche Bekanntmachung über zahlreiche Termine für Grundstücksverpachtungen der Stadt Gießen bekannt. Interessenten seien besonders auf diese Bekannmachung hin- gewiesen.
** Die Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Sonntagsrückfahrkar- k art en. Zu der bereits angekündigten, am 4. Oktober in Kraft tretenden Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Sonntagsrückfahrkarten wird, um Irrtümern vorzubeugen, ergänzend bemerkt, daß die Rückfahrt am Montag spätestens um 24 Uhr beendet fein muß. Entsprechend muß die Rückfahrt auf Mittwochrückfahrkarten spätestens am Donnerstag um 3 Uhr beendet fein. Es war vielfach die Meinung entstanden, als fei 24 Uhr bzw. 3 Uhr der späteste Zeitpunkt des Antritts der Rückreise.
** Einstellung des Postanweisungs- verkehrs mit der Schweiz. Der Postanwei- fungs-, Postüberweisungs-, Postauftrags-, Nachnahme- und Gebührenzettelverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz ist in beiden Richtungen bis auf weiteres eingestellt worden.
** Schüler-Morgenfeier In der Klavierschule Schlesier-Altmann. Man schreibt uns: Die Pflege deutscher Hausmusik ist eine wesentliche Ausgabe in der Erziehung der deutschen Jugend. Guter Unterricht auf der einen, eifriges Studium und Hingabe auf der anderen Seite sind nötig, um dem Volksganzen verlorene Bezirke zu erschließen und befruchtend zu wirken. Die Vortragsfolge dieser Sonntag-Morgenfeier wurde eingeleitet von Ensemble-Musik, wie sie in jedem Haus von musikalischen Kindern ausgeführt werden kann. Helmut Knoll und Ruth Wintterlin ßgtt"n b"' ihrem Sviel eine verständnisvoll ein- fühlende Stütze an ihrer Lehrerin. Andere Schüler spielten selbständig; besonders hervorzuheben war der rhythmisch exakte Vortrag von Enckhausens „Bolero" durch H. Dem und M. S t i tz. Ueber diesen Rahmen hinaus gingen schon die Leistungen der Geschwister H. und I. Dietz, die mit sicherem Geschick eine Mozart-Sonate bewältigten. Rosemarie Wellstein gab dem zweiten Teil einen vorzüglichen Auftakt mit Kullaks „Wanduhr", die frisch und auswendig gespielt wurde. Es folgten klassische Stücke von kleinerem Format, die M. Heißler, M, Krämer, I. Giesler, H. Bern, M. Stitz mit gutem Ausdruck zu Gehör brachten. Eine schöne technische Leistung gab Marianne Krämer m»t den auswendig gebüßten Charakterstücken von Grieg und Niemann. Musikalisch besonders gut empfunden klang der 1. Satz von Havdns C-dur-<5nnate in der Jntervretation von Helmut Dietz. Seine Schwester beschloß den Morgen mit einem Sonatensatz von Beethoven.


