er-
dürfte,
Die Jagd im Oktober
Oktoberjagd-Herbstjagd: im Walde, den der große taler Herbst in eine Fülle bunter Farben getaucht
gehabt.
(Fortsetzung folgte
er- am ein
die Folgen zu tragen haben.
Das Rebhuhn, das in Revieren mit regel« mäßiger Hege (Fütterung, Deckungsanlagen, ver« nünftiger Abschuß) in diesem Jahre z. T. wesentlich besseren Besatz aufwies als seither, kann noch besagt werden.
Zu ihm gesellt sich im Oktober der Fasan. Es ist erfreulich, daß aus vielen Revieren von Besserung im Fasanenbesatz berichtet werden kann. Wenn regelmäßig etwas für seine Winterfütterung geschieht, das Raubwild (Dachs!) kurzgehalten und er nicht zu oft durch Besagen beunruhigt wird, dann wird er immer mehr zu einem Bestandteil aller Reviere werden. Daß unsere Reviere im allgemeinen noch keinen Hennenabschuß vertragen, dürfte klar sein. Es müßte jeder Jäger als seine Ehrenpflicht betrachten, an der Hebung des Fajanenbesatzes mit- zubelfen. , .
Die Waldschnepfe zieht und streicht in der Dämmerstunde, in nassen Wiesen wurmt die Bekassine.
Die Enten ziehen. Der Stockerpel hat seine Mauser hinter sich und trägt nun sein Prachtae- wand. Jetzt macht die Entenjagd erst richtig Freude.
Wenn die Zwetschen reif sind, ist Grimbart, der Dachs, feist, und die beste Zeit zum Graben ist da.
Wo der Mäusebussard sich zu stark vermehrt hat und zu Schaden geht, kann seine Zahl jetzt vermindert werden. Im Hinblick auf seine Mäuse vertilgende Tätigkeit kann dies aber nur dort vertreten werden, wo z. B. Fütterungen regel- mäßig von ihm „bejagt" werden, oder er sich zum „Geflügelliebhaber" entwickelt, wie das vorzukommen pflegt.
Ueberall sammelt die Jugend jetzt die braunen Früchte der Rostkastanie, die für das Wild ein hochwertiges Winterfutter darstellt. Unser Rehwild nimmt sie allerdings meist nur dort auf, wo es die Frucht kennt, weil z. B. tragende Bäume in dem Revier stehen. Rotwild dagegen nimmt sie immer gern an. Darum sollte kein Rotwildjäger diesen Segen ungenutzt lassen, sondern die Früchte aufkaufen und so seinem Wilde ein wertvolles Futtermittel sicherzustellen und gleichzeitig damit andere Futterarten schonen, die für den verbrauch in der Viehhaltung benutzt werden können. Da 311
Maler Herbst in eine Fülle bunter Farben getaucht hat, im Felde, das nun frei ist, oder auf dem der Landmann die letzte Ernte birgt, am Wasser, wo der Erpel im schönsten Prachtgewandte prahlt! O könnte es Herbst im ganzen Jahre bleiben, das wär' es, was mein Herz begehrt!
tergebracht, wobei es empfehlenswert fein sich mit einer Schlafdecke zu versehen.
Oberhesfen.
Landkreis Gießen.
Das Deutsche Frauenwerk für den Kreis Gießen veranstaltete im Anschluß an die sehr lehrreiche und interessante Ausstellung der RS.-Frauenschaft in der „Braunen Messe" in der Dolkshalle eine Kundgebung im Wirtschaftszelt. Rach einem einleitenden Musikstück einer zahlreichen Ziehharmonikagruppe prach die
Kreisfrauenschastsleiterin Frau Llse Wrede
lich aus wie im vorigen Jahre.
4 Lauter, 30. Sept. Am Samstag verpachtete hier ein hiesiger Einwohner seinen Grundbesitz. Für den Morgen wurden, da wenige Pachtliebhaber anwesend waren, etwa 30 bis 35 Mark Pacht bezahlt. — Gestern fand die G e m e i n d e 0 b st - Versteigerung statt. Zahlreiche Kaufliebhaber, besonders auswärtige Händler, trieben die Preise in die Höhe, so daß ein beträchtlicher Gesamterlös erzielt wurde. Maßgebend für die Preise war die Sorte und Qualität. Der Zentner Tafelobst kostete am Baum im Durchschnitt 10 bis 15 Mark. Für Wirtschaftsobst wurden etwas geringere Preise zielt. Für Kelteräpfel wurden 3 bis 4 Mark Baum bezahlt. Für einige Bäume wurde Höchstgebot von über 50 Mark abgegeben.
Kreis Büdingen.
4 Bad Salzh auf en, 30. Sept. Zur Erinnerung an den Tag der Grundsteinlegung zum Kaufmanns-Erholungsheim vor 25 Jahren fand eine einfache, wohlgelungene Feier statt. Ein Vertreter der Gesellschaft für Kaufmanns- Erholungsheime hob besonders die soziale Bedeutung dieser Heime hervor, die in Zusammenarbeit
Die Frau als Helferin im Kampf gegen den Verderb
Kundgebung des NG.-Frauenwerks.
Haarwaschen — aber ohne Erkältung! Kühle Tage sind kein Grund mehr, die notwendige Haarwäsche hinaus- zuschieben. Man wäscht das Haar mit dem seifenfreien Schwarzkopf - Extra (Mild, Blond oder Zart), dann trocknet es in der halben Zeit. Wenn es aber noch schneller gehen soll, dann nimmt man die Trocken-Haarwäsche Schwarzkopf-Trocken-Schaumpon. Einfach leicht pudern, kräftig ausbürsteii! Erfolg: in 3 Minuten schönes Haar!
vielfachen Möglichkeiten auf, Nahrungsmittel so zu lagern und zu bewahren, daß sie zum Vorteil für die Familie werden. Sie wies auch auf die Auswertung von Obst und Beeren aller Art hin.
Zu der richtigen Aufbewahrung der Nahrungsmittel kommt deren richtige Zubereitung, die richtige Verwendung. Wichtig ist dabei der frühzeitige Einkauf, der mit Bedacht und Ruhe eine gute Auswahl ermöglicht. Die Hausfrau soll auch ihren Wareneinkauf bei bestimmten Kaufleuten tätigen und nicht von einem zum anderen gehen. Dadurch hilft sie mit an einer richtigen Warenverteilung und an der Vermeidung von Verderb in den Warenlägern der Kaufleute. Die Hausfrau darf nicht unvernünftig sein und darf nicht in knapper Zeit gerade nach der knappen Ware fragen, nur um die Schwierigkeiten zu vergrößern. Eigennützigkeit ist nicht am Platze, und wer die Festpreise überbietet, wird genau so bestraft wie derjenige, der sie annimmt. In der Abteilung Hauswirtschaft und Volkswirtschaft des Deutschen Frauenwerkes wird durch Schulungen und Dorträae die deutsche Frau so vorbereitet, daß sie mithelfen kann am Aufbauwerk.
Neben den Nahrungsmitteln gilt es die Stosse aller Art vor schädlichen Tiereinwirkungen oder vor dem Mülleimer zu bewahren. Was nicht mehr der NSV. zugewiesen werden kann, soll gesammelt werden, wie z. B. Aluminiumkapseln von den Milchflaschen, altes Eisen, Papier, Pappe, die an sich wertlos sind, damit sie in der Verarbeitung dem Dolksvermögen erhalten werden können.
Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Wrede dankte der Vortragenden für den beifällig aufgenommenen Vortrag. Gleichzeitig kündigte die Kreisfrauenschaftsleiterin an, daß auf Grund der Erfahrungen der „Braunen Messe" durch einen Aufruf zur Sammlung von Rohmaterialien aufgefordert werden soll, das dann von dem Jungvolk von Haus zu Haus abgeholt werden wird. Sie schloß die Kundgebung mit einem Treugelöbnis zum Führer.
Kreis Alsfeld.
♦!♦ Ruppertenrod, 30. Sept. Dieser Tage versteigerte unsere Gemeinde ihr diesjähriges O b st. Die Menge der Aepfel und Birnen war verhältnismäßig gering. Dementsprechend lagen die Preise außerordentlich hoch. Noch niemals war das Obst so am Preise, wie in diesem Jahre. Die Zwetschen wurden einige Tage früher versteigert.
—Homberg (Ohm), 30. Sept. Der Auftrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug nur 145 Stück Ferkel. Für das Stück wurden 15 bis 23 RM. bezahlt. Der Handel verlief schleppend; es verblieb Ueberftand.
Die Gonderzüge aus Heffen-Naffau zum Bückeberg.
Lpd. Frankfurt a. M., 30. Sept. Wie bereits mitgeteilt, werben aus Hessen-Nassau zwei Sonder- züge zum Erntedankfest auf dem Bückeberg gefahren. Für die Teilnehmer aus der Provinz Starkenburg und aus O b e r h e s f e n fährt am 3. Okto- der, 15.10 Uhr, ein Sonderzug in Darmstadt ab, der Zwischenstationen in Arheilgen, Langen, Buchschlag-Sprendlingen, Frankfurt a. M., Vilbel, Friedberg, Butzbach, Gießen, Langeland hat und in Hameln um 23.12 Uhr eintrifft. Die Rückfahrt dieses Sonder^uges ist aus den 5. Oktober, 7.55 Uhr, ab Hameln angesetzt. Die Teilnehmer aus Rheinhessen und Nassau besteigen den von Kaiserslautern ausgehenden zweiten Sonderzug, der am 3. Oktober, 7.45 Uhr, in Monsheim abfährt und über die Stationen Pfeddersheim, Worms, Osthofen, Guntersblum, Oppenheim, Nierstein, Bodenheim, Mainz, Hochheim, Hattersheim, Frankfurt a. M.° Höchst, Oberursel, Bab Homburg, Friedrichsdorf, Wehrheim, Usingen, Grävenwiesbach, Brandobern- dorf, Wetzlar, Gießen, Kassel, Kreiensen, Boden- wehrda-Kemnade nach Hehlen fährt und dort u m 19.20 Uhr ankommt.
Die Verkehrszeit für beide Züge ist so gelegt worden, daß die Teilnehmer von den Seitenstrecken (Heimatbahnhof — Zusteigebahnhof) günstige Fahrgelegenheiten mit fahrplanmäßigen Zügen zu den Haltepunkten ihres Sonderzuges haben. Die Teilnehmer erhalten bei Vorzeigen der Sonderzugfahr- karte für die Anreise zum Zusteigebahnhof ebenfalls die Ssnderzug-Fahrpreisermäßigung, wenn die Zufahrtstrecke nicht mehr als 100 Kilometer beträgt.
In der Umgebung des Bückeberges werden die Teilnehmer in Privat- oder Masienquartieren un-
Äuch bezüglich der Hasenjagd hat der Kreisjägermeister ganz klare Richtlinien herausgegeben, die der Bedeutung des Hasen als unserer wichtigsten Wildart überhaupt Rechnung tragen wollen. Die Hasenjagd soll so ausgeübt werden, daß sie bei Erhaltung eines ausreichenden Besatzes höchste Wild- breterfräge bringt. Dies ist nur möglich bei weit« gehendster Eins^ränkung der Suchjagd und Betonung der Treibjagd. Es ist weiter festgestellt, daß mehrmaliges Treiben desselben Jagdteiles oder Be- jagen auf Suche und Treibjagd unvereinbar mit den Hegevorschriften des Jagdgesetzes ist. Die vertretenen Abschußgrundsätze haben in vielen gut gepflegten Revieren seit Jahren zu sehr guten Erträgnissen geführt, während andere sich seither noch nicht zu einer wirklich verantwortungsbewußten Behandlung ihrer Feldjagden entschließen konnten. Auch sie werden nunmehr sich einsügen müssen, oder
Frau Theres Wagner-Wiesbaden
über das Thema ,^ampf dem Verderb". Sie stellte die ungeheuere Summe von VA bis VA Milliarden Mark, die dem Wert der jährlich verdorbenen Waren entspricht in den Vordergrund ihrer Betrachtungen und machte daran klar, wie wichtig und groß die Aufgabe der Frau ist, sich für die Erhaltung dieser Summe einzusetzen. Wie das WHW. breiten Volksschichten hilft und die Arbeüs- möglichkeiten vermehrt, wie das Aufbauwerk die Arbeitsgelegenheiten schafft und der Reichsnährstand durch die Ernährungsschlacht die Ernährungsgrundlage verbreitert, so hilft der Kampf der deutschen Hausfrau gegen den Verderb die Rohstoffgrundlage erweitern.
Im ersten Teil dieses Kampfes müssen die Männer, die Bauherrn und Architekten mithelfen, daß durch luftige und kühle Vorratskeller und Speisekammern die Möglichkeit gegeben wird, Vorräte richtig zu lagern und aufzubewahren. Schließlich müssen die Hausfrauen gegen Nachlässigkeit, Gleichgültigkeit und Gewissenlosigkeit ankämpfen, um Nahrungsmitteln und sonstige Materialien vor dem Verderb zu bewahren. Die Rednerin zeigte die
. wg. Großen-Bu-seck, 30. Sept. Heute nachmittag ereignete sich auf der Provinzialstraße Gießen—Reiskirchen, unmittelbar am Abzweig der Straße nach Großen-Buseck ein Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer fuhr gegen den Wagen eines hiesigen Landwirts. Er stürzte durch den heftigen Anprall gegen das Seitenbrett des Kastens auf dem Wagen. Das Brett schlug um und ein Kind, das darauf faß, kam unter das Brett zu liegen. Der Fahrer und das Kind erlitten beide glücklicherweise nur leichtere Verletzungen. Das Motorrad wurde schwer beschädigt.
* Odenhausen a. d. Lumda, 30. September. Die Kartoffelernte in unserer Gemarkung ist beendet. Der Ertrag ist sehr gut. Wo die „Industrie" angebaut wurde, versagte sie vollkommen. Die Herbstbestellung der Felder geht nur langsam vor sich, da der Boden fast durchweg zu feucht ist.
> Göbelnrod, 30. Sept. Die hiesige NS. - Frauenschaft schält, wie im Vorjahr, Aepfel und dörrt die Schnitzen, die der N S. - Volkswohlfahrt zur Verfügung gestellt werden. Die Frauenschaft beabsichtigt, demnächst auch Honig zu kochen und ihn an die armen Volksgenossen zu verteilen. Unsere NS.-Frauenschaft trägt damit wirksam bei zur Linderung der Not der Armen. — In unserem Orte ist die Kartoffelernte soweit beendet. Leider fiel der Ertrag nicht so reich-
mit der Deutschen Arbettsfront stehen und tn absehbarer Zeit wohl in deren Hände übergehen werden. Kurdirektor Obermedizinalrat Dr. Schäfer gab seiner Freude über die außerordentliche Entwicklung dieses Heimes Ausdruck, zu dessen Errichtung an dieser Stelle die prächtige landwirtschaftliche Lage, wohltuende Ruhe und die vorzüglichen Heilquellen ausschlaggebend waren. Alljähr- lich wird das Heim vom Mai bis Ende September von annähernd 1000 Gästen auf durchschnittlich zwei bis drei Wochen besucht. Erfreulicherweise konnte hervorgehoben werden, daß einige Gäste schon 3-, 9-, 12- und 15mal im Heim Aufenthalt genommen hatten.
kann ja auch gar nichts anfassen. Früh gehen Sie mit dem Jungen los, es sind nicht viel Häuser."
„Was — was soll ich denn in den Häusern, Fräulein Hanna?" Friedel denkt, sie hat nicht ganz richtig gehört. Hier bleiben, um vier Uhr auf- tehen, mit einem Jungen losgehen —?
„Brötchen und Milch austragen. Der Junge weiß schon Bescheid. Dann sorgen Sie für das Frühstück, später komme ich schon mal mit vorbei, dann können wir ja — wenn Hochbetrieb ist — zusammen Milch und Butter verkaufen, Friedel."
„Fräulein Hanna, das ist doch — Gott bewahre --" r
„Er wird uns nicht!", sagt Hanna freundlich. „Hier muß geholfen werden, und wenn ich anfasse, werden Sie sich doch nicht genieren wollen.
„Das meine ich ja auch nicht!" Mit dunkelrotem Kopf gießt Friedel ein wenig Wasser in die Brühe, die sehr eingekocht ist. „Aber früh um vier — ich habe doch keinen Wecker und auch sonst nichts mit, ich —"
„Den Wecker bekommen Sie von meiner Freundin, die notwendigen Sachen kann Ihnen Ida heute Abend bringen. Geben Sie mal das Messer her, ich will die Birnen aufmachen — danke. Fallen Sie dann nicht mit dem Tablett auf die Nase, zum Wohnzimmer gehts eine Stufe tiefer."
Hanna nimmt Bestecke aus dem Tischkasten und geht hinaus. Sie läßt Friedel mit sehr gemischten Gefühlen zurück. Das ist denn doch allerhand — und Freundin — das ist ja nun auch eine Entdeckung, die man Ida unter die Nase halten kann. Friedel sieht sich jetzt erst in der kleinen Hofküche um, das Fenster ist vergittert, von einem Sonnenstrahl kann wohl hier nie die Rede sein. Die wenigen Möbel sind zwar sauber, aber stark abgenutzt.
„Hier — hier töt ich glatt ersticken!", murmelt Friedel und weiß auf einmal, was die Binger Straße doch wert ist, wenn man auch manchmal die Laune verliert bet dem ewigen Auf und Ab und Einerlei. Dann nimmt sie resolut ihre Schüsseln und Teller und tastet sich durch einen dunklen schmalen Gang nach dem Eßzimmer. Dort sitzt das Mädchen, das sie einmal in der Villa gesehen hat. Sie ist blaß und hat die Hände in dicken Verbänden, ihre Augen suchen unruhig und bleiben dann hilfesuchend auf dem frischen Gesicht Friedels haften.
„Du machst soviel Umstände mit mir, Hanna, jetzt muß noch Fräulein Friedel kommen und —"
„Das tu ich doch gern!", schnellt Friedel überzeugt heraus. „Das tut einem doch leid, wie Sie da sitzen müssen". Es klingt nicht nur so, es ist auch Mitleid, das sie überkommt. Sie ist sogar bereit, die gestörte Nachtruhe hinzunehmen.
„Sie können auch jetzt heimfahren und Ihre Siebensachen holen, wir essen einstweilen. Mir bringen Sie aus alle Fälle einen von Idas weißen Kitteln mit, und sagen Sie meinem Vater, daß ich gegen fünf Uhr daheim wäre, um seinen Koffer zu packen. "
„Was soll sie denn mit Ihren Siebensachen, Hanna?", fragt Liesel, als das Mädchen fortgegangen ist. Sie hat in der Hilflosigkeit ihrer armen verbrühten Hände den letzten Rest Selbstbewußtsem verloren, und als Hanna nun auch noch anfängt, sie wie ein kleines Kind zu füttern, tropfen schon wieder die Tränen.
„Jetzt wird nicht geheult, Aepfelchen, jetzt wird gegessen und sich auf mich verlassen. Vierzehn Tage wirst du ja wohl brauchen, bis du den Verband wieder los bist. Wenn du dich überanstrengst, werden vier Wochen daraus. Ich kann Friedel sehr gut für ein paar Tage entbehren, sie wird hier schlafen, die Milch abnehmen und auf den Laden achten, du kannst dich ja dazu setzen und sie mit den Preisen auf dem Laufenden halten. Große Schmerzen?"
„Nein, es ist viel besser. Die Salbe liegt finger- dick auf und tut gut. Aber, Hanna, ich kann doch nicht —" ., < xi
„Du kannst! Ist noch etwas, was ich dir erledigen soll?" ,
Das Aepfelchen seuzt. Sie ist noch nie krank gewesen, hat sich noch nie auf andere verlassen müssen Nun passiert ihr das und ausgerechnet mit den Händen. Der Arzt kostet doch auch, und der Verdienst ist nicht besonders gewesen in der Reisezeit.
„Ich bin noch nicht mal in der Krankenkasse!", sagt sie aus ihren Sorgen heraus.
„Krankenkasse? Wieso?" Hanna sieht sie ver- ständnislos an, aber dann begreift sie. „Du sollst dir keine Gedanken machen, Liesel!"
„Du hast doch sicher etwas vorgehabt, und nun habe ich dich davon abgebracht. Tennis spielen?"
Der edle Hirsch, der König des deutschen Waldes, hat noch seine hohe Zeit, die Mitte des Monats zu Ende geht. Dann gilt die Jagd vor allem dem Kahlwild, dessen zweifellos in vielen Rotwildbezirken Deutschlands zu große Zahl unbedingt im Rahmen des Abschußplanes herabgesetzt werden muß. Mit der Durchführung eines ausreichenden Kahlwildabschusses ist die Frage der Erhaltung des Rotwildes in unseren Wäldern auf das engste verknüpft. Denn nur der Wildstand kann im Sinne des Reichsjagdgesetzes als angebracht bezeichnet werden, der nicht zu einer Gefahr für die Landeskultur wird.
Um die Monatsmitte tritt der Damhirsch in die Brunft.
Dem Schwarzwild wird der Jager immer wieder seine Aufmerksamkeit widmen müssen, wenn auch bei uns, wo die Sauen fast ausgesprochene
Nachttiere sind, erst der Schnee wirklich erfolgreiche Jagd verspricht.
Am 15. Oktober endet die Schußzeit des Reh- b 0 ck e s. Der Abschuß des weiblichen Wildes steht damit im Vordergrund. In einem Rundschreiben an die Jäger des Kreises Gießen hat der Kreis- jäqermeifter erneut darauf hingewiesen, daß der festgesetzte Abschuß tatsächlich erfüllt werden muß. Böcke und Ricken müssen zahlenmäßig in ein bestimmtes Verhältnis zueinander gebracht werden, die Bestandszahl überhaupt muß mit den Erfordernissen der Land- und Forstwirtschaft im Einklang stehen, und schließlich soll der Ertrag der Jagd rntt- helfen, unser Volk aus eigenem Boden zu ernähren. Aus all diesen Gründen kommt dem Abschuß des weiblichen Wildes eine besondere Bedeutung zu. Auch männliche Kitze dürfen geschossen werden, doch ist es klar, daß damit nur die Möglichkeit gegeben sein soll, sehr schwache Stücke abzuschießen, aus denen doch niemals gesundes, kräftiges Wild wird. Es ist mit der Absicht des Abschußplanes unvereinbar, wenn nach Erfüllung des Bockabschusses nun auch männliche Stücke als Kitzböcke in größerer Zahl geschossen werden. Denn damit wird verhindert, daß das angestrebte Geschlechtsoerhältnis tat-
sächlich erreicht wird. Das mutz In krassen Fällen notgedrungen dazu führen, daß der Abschuß an Böcken im Folgejahr gekürzt werden muß. Rickenabschuß ist eine verantwortungsvolle Jagd, die all* Altersklassen betrifft und stets das Starke erhalten und das Schwache und Abkömmliche ausmerzen will.
Am 1. Oktober beginnt für den Hasen die schwere Zeit. Von allen Seiten lauten die Beobach« tungen gleichmäßig: es gibt Hasen, aber noch außerordentlich viel knappe Hasen und sog. Dreiläufer. Daraus muß der verantwortliche Jäger seine Folgerung ziehen. Es ist nicht zu vertreten, wenn jemand den Hauptabschuß in den Oktober legt. Die Hasen sind schlecht am Gewicht, sie neigen bei dem meist warmen Wetter zum Verderben und sind deswegen am Wildmarkt schlecht abzusetzen. Hasenjagd gehört in die Zeit, wenn die Nächte schon richtig kalt werden. „Der Hase muß einmal gefroren haben". Darum soll man sich im Oktober auf Küchenhasen in der Hauptsache beschränken und erst von Monatsende an mit der Treibjagd beginnen.
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Roman von 31fe Schuster.
Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. rn. b. H., Berlin SW 68
12. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
„Willste mir jetzt nicht mal sagen was eigentlich los ist? So mir nichts dir nichts laß ich rmr doch nicht das Fleisch aus der Pfanne holen! Ida hat eine lange Leitung heute, und Friedel muß sich bequemen, noch einmal genau zu halsten, was sie
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± SÄ » S-'Äit'.:!
’ne Bllchse Birnen werde >ch auch noch Ipenoie en. Die ißt das Fräulein ja auch ° «°rn.
Nach einer h°lden Stunde zieht F^i ^füllte zwei großen Henkelkorben steyen neuaieria
Töpfe und ein Weckglas. SneW ‘ft (e^r neuflUMp, »’». i" -7
Ä-1" S SÄ ~ ihrem Kopf und dann noch sie kurz darauf härt. .. & bringen Sie
»Mach-n St» Mnett »Sie auf und es hier ms Zimmer. Ordnung, wo es
machen auch sonst: em bitzch hier blei
nötig ist. S'e ^"ssen auch ohnehin morgen. Da den, mein Vater verreü I Allerdings
werde ich Nachtruhe ein Opfer drin-
müssen Sie mal Ihrer ) Milchwagen, den & ffilS w M. ** ».
herzliche Begrüßungsworte an die zahlreich chienenen Frauen, namentlich an die vom Lande, die ihre jetzt dringende Arbeit zur Seite gelegt haben, um hier neue Richtlinien für ein großes Werk zu erhalten, das den deutschen Frauen aufgetragen wurde. Hierauf sprach
„Ja," antwortet Hanna kurz. „Aber das läuft mir ja nicht davon."
„Wenn du mir mal in die Leihbücherei gehen wolltest, Hanna, ich habe zwei Bücher, die schon gestern hingehört hätten. Sie brauchen sie ja, und ich habe versprochen, pünktlich zu sein. Durch das ganze Theater bin ich nun —"
„Mache ich gleich nachher. Willst du neue haben?'/
„Wenn du einen handfesten Bauernroman sin- beft — ich lese sie immer wieder gern, da mache ich oft die Augen zu, dann rieche ich den Stall daheim und den Heuboden, ober die Aepfel aus der Dor- ratsfammer — ich hab' doch manchmal Sehnsucht, aber wenn ich die Bücher hab', ists besser, sie sind ja nicht alle echt, aber das spürt man gleich. Da redet bann ein Bauer nicht wie ein Bauer, und bie Tiere tun so, wie sie in Wirklichkeit nicht tun — aber manche sinb ganz groß und lebendig, die greifen einem ans Herz, und dann freut man sich, wenn noch mehr Menschen bas Buch lesen — ich gehe darauf wie auf einer Brücke nach Hause —"
Liesel schaut vor sich hin, hat einen zitternden Mund, und Hanna vergißt ganz, ihr die letzten Birnen in den Mund zu schieben. Sie sieht die Schulkameradin von einer ganz neuen, gan^ an- beren Seite. Von ber tapferen, verzichteten — so ganz glücklich ist sie also nicht in ber Stadt, die ist ihr wohl zuviel schuldig geblieben und hat ihr nur die geschäftliche Seite gezeigt, noch dazu nun in der Augsburger Straße. Ob es nun regnet ober bie Sonne' scheint — es hat bem Aepfelchen vom Gutshof Nieberrunge ganz gleichgültig zu sein —
„Ich wäre so schrecklich gern roieber zu dir gekommen, Hanna — der Garten ist so wunderschön " sagt da Liesel wie in Gedankenverbindung.
„Du wirst sehr baß kommen, ich muß nur mal nachdenken, wie wir das alles arrangieren. Jetzt räume ich den Tisch ab, bis dahin ist auch Friedel zurück, und bapn gehe ich mit den Büchern los.
Friedel ist pünklich, sie hat sogar den Apstlku« chen mitgebracht, den Iba auf dem Blech hatte. SiS ist überhaupt sehr eifrig, und wahrend sie sich die Schürze umbinbet, erzählt sie Liest! Gottschalk, daß ihre Mutter auch aus einem Geschäft stammte, Dee Großvater habe einen Kramladen auf dem lumM


