90 Zähre Gesangverein „Germania" Wißmar
den
Oberheffen
serem Dorfe Wasserleitung unb„ elektrisches Licht an-
kennuna über das gelegt, ein neues Schulhaus für zwei Schulklassen dankte dem Kreis» und zwei Lehrerwohnungen gebaut und neuerdings
chr Erscheinen.
deren Anschaffung. Der Freiwilligen Sanitäts- kolonne zollte er seine volle Anerkennung über das Geleistete." Bürgermeister Rinnt *' feuerwehrinspektor für seine Ausführungen, der Feuerwehr für ihre Leistungen und den Gästen für
auch die Hauptstraße des Dorfes gepflastert, lauter Begebenheiten, die seine Arbeit wesentlich vermehr» ten. Herrn Horn ist es wesentlich zu danken, daß
festgelegt.
352 Kriegerkameraden fahren nach Kassel.
Die Beteiligung
Am Sonntag, 19. 3uli 1936, Sonderzug zur Rosenschau in Steinfurth.
Am 19. Juli mittags gegen 1 Uhr fährt ein Son» Verzug nach Bad-Nauheim zur großen Rosenschau in Steinfurth. Bon Bad-Nauheim nach Steinfurth führt ein Spaziergang durch die Rosenfelder. Fahrpreis von Gießen—Bad-Nauheim und Eintrittspreis beträgt etwa 1,10 Mark. Anmeldungen werden durch die Orts-Betriebswarte und die Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, entgegengenommen.
Morgen kann sich jede Hausfrau von dem tadellos in Eis verpackten Fisch überzeugen. Um zur Regelmäßigkeit in der Marktordnung beizusteuern und dem Fischer zu einem geregelten Verdienst zu verhelfen, aber auch den Fleischmarkt zu entlasten, ist es für uns Binnenländer eine Verpflichtung, auch in den heißen Monaten Seefisch zu verbrauchen.
Durch leichtverdauliches Eiweiß, hochwertige Salze und Vitamine, besonders Jod, das z. B. unserem weichen Dogelsbergwasser fehlt, ist der Fisch auch durch seine Preiswürdigkeit ein unentbehrliches Nahrungsmittel und vollwertiger Fleischersatz. Er wird nun nicht immer und ewig gekocht und mit Senfsauce auf den Tisch gebracht, sondern in Fett oder Speck mit Zwiebeln, Grünem, Tomaten, Rahm gedämpft, gebacken oder ähnlich wie Fleisch als Gulasch oder Frikadellen zubereitet. Salat ergänzt und vergrößert den Nährwert einer solchen
Mahlzeit.
Da der Fischabsatz auf dem Lande unregelmäßig ist und jede Frau mithelfen muß, daß nichts verdirbt, bestellt die Hausfrau bei ihrem Kaufmann in der Vorwoche die nötige Menge. Der Fischtag für den Gau Hessen-Nassau ist vom Reichsnährstand, Abteilung Marktordnung, auf Mittwoch nsf.
Schuster im Preußischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft nimmt im Recht des Reichsnährstandes in einem Aufsatz über die neue Naturschutzverordnung u. a. auch zu dieser Frage Stellung, und zwar wie folgt: Da die in den Gärten und Anlagen umherstreunenden Hauskatzen der Vogelwelt und ihrer Brut besonders starken Abbruch tun, wird dem Grundeigentümer oder Nutzungsberechtigten gestattet, fremde, unbeaufsichtigte Katzen, die während der Zeit vom 15. März bis 15. August und so lange der Schnee den Boden bedeckt (weil sich dann die Katze an die Futterplätze besonders leicht heranschleichen kann) in Gärten, Obstgärten, Friedhöfen, Parks und ähnlichen Anlagen betroffen werden, unversehrt zu fangen und in Verwahrung zu nehmen. Der Fang ist der Ortspolizeibehörde anzuzeigen. Holt der Eigentümer die Katze nicht innerhalb von drei Tagen ab, so ist sie an die Ortspolizeibehörde abzuliefern, die sie unschädlich macht. Wird eine Katze, deren Eigen- tümer bekannt ist, innerhalb eines Kalenderjahres mehr als zweimal in Verwahrung genommen, so ist sie ebenfalls unschädlich zu machen.
* Berstadt, 30. Juni. Herr Johs. Horn III. von hier hat im Laufe dieses Monats mit Rücksicht auf sein vorgeschrittenes Alter das Rechneramt niedergelegt. Seit 1902 bekleidete er in unserer Gemeinde das Amt des Gemeinde- und zugleich auch das des Markrechners. Dazu übernahm er im Jahre 1906 auch noch das Amt des Kirchenrechners, so daß er einen großen Teil seines Lebens den finanziellen Belangen feiner Gemeinde und Kirche, wie auch der Bergstädter Mark widmete. Ein nur kurzer Rückblick auf diese lange Dienstzeit stellt der außerordentlichen Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit dieses Mannes ein glänzendes Zeugnis aus. Seine hohe Begabung und fein ausgezeichnetes Gedächtnis kamen ihm bei der Erfüllung seiner Amtspflichten natürlich sehr zustatten. Während seiner Dienstzeit wurden in un-
Die deutsche Arbeitsfront
■ I n.9.=Gcmeinfchaft „Kraft durch freute"
OieLollarerhistorischeKriegerkamerad- schastsfahne beim Neichskriegertag.
* Lollar, 1. Juli. Zum Reichskriegertag in Kassel konnte heute die Kriegerkameradschaft Lollar 1846, die älteste Soldatenvereinigung Hessens, ihre Traditionsfahne entsenden. Diese Fahne gehört zu den 27 ältesten Kyffhäuserfahnen und stammt aus Deutschlands schwerster Zeit, a u s d e m Jahre 17 4 2, als Marodeure und Banditen Dörfer und Straßen unsicher machten, oft an der „Garküche" bei Kirchberg lagerten, wobei eines Nachts der dortige Pfarrer geknebelt und ausge» plündert, die Haushälterin getötet "wurde. Zur Niederhaltung des Gesindels wurden B ü r g erwehren gegründet, die Felddienst unter Waffen, ;. B. auf dem Trieb, abhielten, und denen Feld- ahnen verliehen wurden. So auch 1742 der Lol- larer Bürgergarde! Der Zahn der Zeit hat das Fahnentuch zernagt, nur in Teilen ist noch der alte hessische Löwe erkennbar. Nun steht dieses alte Denkmal treuer Soldatenkameradschaft in vorderster Reihe, geehrt und ehrend diejenigen, welche im Dritten Reich erst recht dem Führer und dem Reich die Treue halten.
Blitzschäden im Kreise Friedberg.
(Ein junges Mädchen vom Blitz erschlagen.
Friedberg, 30. Juni. (LPD.) Die Gewitter haben im Kreise Friedberg starken Schaden angerichtet. In Nieder-Florstadt wurde eine erst vor wenigen Jahren neuernd)tfcte Scheune, die mit Heuvorräten angefüllt war, durch den Blitz in Brand gesetzt und vollständig eingeäschert. Durch das sofortige Eingreifen verschiedener Feuerwehren konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. In der Gemarkung W i ck st a d t wurde ein junges Mädchen bei Feldarbeiten vom Gewitter überrascht und vom Blitz erschlagen.
Don der Neichsautobahn.
Lpd. Bad-Nauheim, 30. Juni. Zur Zeit ist die Ueberbrückung der Wintersteinstraße in vollem Gange. Auch die Arbeiten an der großen Brücke über die StraßeNieder-Mörlen—Ober-Mörlen schreiten rüstig vorwärts. Ein lebhaftes Bild bietet der Bad-Nauheimer Güterbahnhof. Dort verlädt man täglich große Mengen Zement, Split, Kies und Esten, die dann auf Lastwagen zu den Baustellen befördert werden.
Canbfrds Gießen
:: Heuchelheim, 30. Juni. Am vergangenen Samstag fand die Inspektion der Feuerlöscheinrich- tungen der Gemeinde Heuchelheim durch Herrn Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier statt. Unter Führung von Oberbrandmeister Ludwig Schmidt VII. war die Wehr angetreten und zeigte zunächst ihr Können im Fuß- und Geräte-Exerzieren. Der anschließende Braydangriff erfolgte unter Mitwirkung der Freiwilligen Sanitätskolonne auf dem Fabrikgrundstück der Firma Rinn & Cloos AG. In der nachfolgenden Kritik vor versammelter Mannschaft gab Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier sein Urteil Über die Wehr ab, das sich wie folgt kurz zusammenfassen ließ: „Der Gesamteindruck war sehr gut, das Fuß- und Geräteexerzieren recht gut, der Brandangriff schneidig und nahm den vorgesehenen Verlauf, ließ jedoch erkennen, daß bei einem Großfeuer eine Motorspritze die Arbeit der Feuerwehr sehr erleichtern könnte und empfahl
Ichaft 5, Gesundheitslehre 1, Religion und Philo» ophie 1, Staatswissenschaft 6, Sprachwissenschaft 4 Bände. Nach auswärts kamen 17 Bände.
*♦ Erfolg bei der Schutzhundeprü- ung in Marburg. Bei der am Sonntag in Marburg abgehaltene'n Schutzhundeprüfung für deutsche Schäferhunde erreichte Frl. Virginie Hütte n d e r g e r (Gießen) mit ihrer Hündin P u r g a die höchste Bewertung „Vorzüglich".
** Ausdruck; der Rotlaufseuche. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit, daß in dem Schweinebestand des Wilhelm Repp, Gleiberger Weg Nr. 42, Schweinerotlauf festgestellt worden ist. Gehöftsperre ist angeordnet.
** Wann und w o darf ma n Katzen fangen? Katzen sind oft beunruhigende Streitobjekte. Manch lieber Sänger aus der Vogelwelt, der sich allzu sicher in seiner Gartenhecke dünkt, wird das Opfer einer wildernden Hauskatze, die auch dem Jäger nicht selten ins Handwerk pfuscht. Unter diesen Umständen taucht immer wieder die Frage auf: Wieweit können unbeaufsichtigte Katzen gefangen und gehangen werden? Ministerialrat
abgeholfen.
# Vom vorderen Vogelsberg, 29. Juni. Die Heuernte, welche soweit beendet ist, ist sehr gut ausgefallen. Bei den Heugrasversteigerungen zeigte sich infolgedessen eine sehr geringe Kauflust. Die Obsternte hält nicht, was die Frühjahrsblüte erhoffen ließ. An vielen Bäumen ist der gesamte Fruchtansatz abgefallen. — Einen für das Auge wohltuenden Anblick gewähren zur Zeit die blühenden F l a ch s f e l d e r, die wie kleine blaue Seen aus dem Farbenbild der Natur hervorleuchten.
Kreis Lauterbach.
A Lauterbach, 29. Juni. Der Kreiswett- kampf im Kleinkaliberschießen der Kameradschaften des Kyffhäuserverbandes Lauterbach wurde an drei verschiedenen Orten und zwar in Lauterbach, Schlitz und Bermutshain durchge-- führt. Bei diesem Kreiswettkampf ging es nicht allein um Meisterehren, sondern es war zugleich auch ein Ausscheidungsschießen für das künftige Landesschießen. Die Beteiligung war in diesem Jahr eine viel stärkere, denn früher. Die Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahr wesentlich gebessert. Die beste Mannschaft stellte Bermutshain mit 501 Ringen und der beste Einzelschüße war der Schütze Karl Schmelz aus Maar mit 157 Ringen. Geschossen wurde in den drei Anschlagarten je fünf Schuß auf eine besondere Scheibe. In der Einzelleistung waren die Schützen in drei verschiedene Klassen eingeteilt, in einer Mannschaft schossen vier Schützen.
Preußen.
Kreis rvehlar
I Krofdorf, 29. Juni. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1 936 schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 147 250 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögensteuer I = 360 Dom Hundert, Grundoermögensteuer II = 360 v. H., Gewerbesteuer nach dem Ertrage = 360 v. H., Gewerbesteuer nach dem Kapital - 360 v. H., Bürgersteuer - 500 v. H. Die Einwohnerzahl nach der letzten Personenstandsaufnahme beträgt 2530. Zur Einführung des Turnunterrichts für Mädchen in der Volksschule ist ein Betrag von 420 Mark im Haushaltsplan vorgesehen. Die Fürsorgeausgaben sind mit 14 000 Mark in den Haushaltsplan eingestellt. Für die Unterhaltung der öffentlichen Wege, Drücken, Straßen und Plätze sind 5150 Mark zur Verfügung gestellt. Die Feuerlöschverhältnisse haben durch die Anschaffung einer Motorspritze eine wesentliche Verbesserung erfahren. Für den Neubau einer Kanalanlage in der Hauptdorfstraße sind 4000 Mark im Haushaltsplan vorgesehen und für die Fertigstellung der Badeanstalt 2000 Mark.
= Rodheim a. d. B., 28. Juni. Dieser Tage fand im Raume Krofdorf, Vetzberg, Rodheim eine Gefechtsübung von Truppen aus Gießen statt, die zahlreiche Zuschauer angelockt hatte. Nach Schluß der Uebung rückten die Abteilungen nach Rodheim, wo die Feldküche bereit stand. Schnell knüpften sich zwischen der Rodheimer Bevölkerung und ihren Gästen herzliche Beziehungen und als aus dem Saale frohe Tanzweisen lockten, war schnell ein rechter Manöverball im Gange, der der Rodheimer Jugend Gelegenheit gab, ihre Begeisterung für unsere herrliche Wehrmacht unter Beweis zu stellen. Im Laufe des Abends richtete Ortsgruppenleiter Karl Keller herzliche Grußworte an die Gäste und brachte den Führergruß aus, der begeisterte Aufnahme fand. Leider wurde allzufrüh zum Aufbruch geblasen. Mit einem Extrazug der „Bieber* lies" fuhren die Abteilungen Dann kurz nach Mitternacht nach Gießen zurück.
= Wißmar, 29. Juni. Gegenwärtig steht auch hier der Flachs in der Blüte und ist mit feiner blauen Blüte eine Zierde für das Feld. Der letzte Flachs hier in der Gemarkung wurde im Jahre 1921 von einigen Bauern gezogen. Die Rapsernte ist im Gange und verspricht einen guten Ertrag. In diesem Jahr hat sich der Anbau gegen das Vorjahr fast um das Doppelte erhöht. — Die Straße, der sog. Erlenweg, im Wißmarbachtal ist jetzt nach Fertigstellung der Walzarbeiten wieder zum Verkehr freigegeben.
Ferne schlingt. Schon von jeher sind die Gesangvereine die Träger des deutschen Gedankens gewesen und haben ihre völkische Aufgabe ernst genommen. Durch Weltkrieg, Inflation und tiefsten kulturellen Niedergang haben sie ein wertvolles Kulturgut in die neue Zeit hinübergerettet. Sie stehen hinter dem Führer, bereit, auch fernerhin neben den alten die ihnen neu zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen, immer den Blick auf das eine große Ziel gerichtet: Deutschland! Zum Schluß forderte er alle noch Fernstehenden und besonders die Jugend zum Eintritt in die Gesangvereine auf.
Alsdann ergriff als Vertreter des verhinderten Kreisleiters der NSDAP.
Ortsgruppenleiter Henrich
das Wort. Er übermittelte die Grüße der Kreisleitung, der Ortsgruppe und der angegliederten Formationen. Er führte u. a. aus: Der Gesang und besonders das von den Vereinen in erster Linie gepflegte Volkslied ist der Ausdruck völkischen Lebens. Schon Jahn hat im Jahre der Dereins- grünbung das Wort geprägt: „Der Gesang ist der Boden des Lebens und der Liebe zum Volke." An- fnüpfenb an dieses Wort zeigte er, wie das Volkslied zu allen Zeiten Künder der deutschen Seele war. Die Sänger haben die nationale Pflicht, es zu pflegen. Der Führer hat uns wieder die Möglichkeit gegeben, in Sicherheit und Ordnung alles Wahre, Gute und Schöne zu hegen. Er schloß mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer. Die beiden Nationalhymnen schlossen sich an. Mit Gastsingen, Tanz und Volksbelustigung fand das Fest seine Fortsetzung.
Ein alter Spruch der Großmutter lautet: In Monaten ohne „r" darf man keinen Fisch essen!
Warum? ftagen wir heute. Hitzeeinwirkung und mehrtägiger Transport sind durch die Kühlwagen der Eilftachtzüge überwunden und unschädlich gemacht. In einer Nacht durchbraust so ein Zug das ganze Reich von den Hafenstädten bis zum Süden unseres Vaterlandes. Und am nächsten
des Kreises Gießen am Reichskriegerkag.
Zu dem am kommenden Samstag und Sonntag in Kassel stattfindenden Reichskriegertag haben zahlreiche Kameraden aus dem Kreisverband Gießen des Reichskriegerbundes (Kyffhäuferbund) ihre Teilnahme zugesagt. Aus 70 verschiedenen Kameradschaften fahren 352 Kameraden mit ihren Fahnen nach Kassel. Die Stadt Gießen ist mit etwa 50 Kameraden beteiligt.
** Große Erdbewegungen auf dem Trieb. Gegenwärtig sind auf dem Trieb, unmittelbar an der Volkshalle umfangreiche Erdbewegungen im Gange. Auf dem Platz werden gegenwärtig Erdmassen in der Höhe von einem Meter abgetragen und mit Hilfe von Loren und Feldbahnen abtransportiert. Das gewonnene Erdreich wird zur Schaffung des Unterbaues der Schlageter- straße verwandt, die bis zum Philosophenwald durchgeführt werden soll. Die Abttagungsart ist insofern interessant, als man das Erdreich mit einem schweren Pflug aufreißt, der von einem Traktor gezogen wird.
** Der Ertrunkene aufgefunden. Der dieser Tage beim Baden in der Lahn ertrunkene 19jährige Bäckergehilfe Linker aus Feldkrücken konnte, etwa 1000 Meter flußabwärts von der Unfallstelle, aufgefunden und geborgen werden. Die Leiche des bedauernswerten jungen Mannes wurde zur Beerdigung in feine Heimatgemeinde übergeführt.
**LehrlingsfreisprechungdesHand- werks im Kreis Gießen. Am kommenden Samstag veranstaltet die Kreishandwerkerschaft Gießen eine Feier, bei der die Freisprechung sowie Ueberreichung der Gesellenbriefe an die Junggesellen des gesamten Handwerks des Kreises erfolgen wird.
** Oeffentliche Bücherhalle. Im Juni wurden 1561 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 10, Gedichte und Dramen 4, Erzählende Literatur 1006, Jugendschriften 256, Länder- und Völkerkunde 93, Kultur- geschichte 3, Geschichte und Biographien 109, Kunstgeschichte 2, Naturwissenschaft und Technologie 48, Heer» und Seewesen 12, Haus- und Landwirt»
das einmal begonnene Werk des Kriegerdenkmals in der Zeit der Inflation auch vollendet wurde. In kirchlicher Hinsicht sind die Renovierung des In- nern der Kirche und die vor zwei Jahren zur Ausführung gelangte Warmluftheizung, vorab aber die Uebernahme des hiesigen Schulgutes in kirchliche Verwaltung zu erwähnen. Bei all diesen Geleaen- heiten konnten und durften Orts-, Mark- und Kirchenvorstand unbesorgt sein, denn die finanzielle Seite der Angelegenheit lag in guter, treuer Hand. Auch wird ihm unvergessen bleiben, daß er außerdienstlich gar manchem Volksgenossen selbstlos und hilfsbereit mit Rat und Tat zur Seite stand.
Kreis Alsfeld.
„!" Ruppertenrod, 29. Juni. Gestern hielt die hiesige Spar - und Darlehnskajse ihre Generalversammlung ab. Präsident I. KratzV. hieß die Mitglieder willkommen. Im vergangenen Jahre sind fünf Mitglieder, K. Wendland (Ober-Ohmen), H. Belling, K. Preiß, August Horst Wwe. und Polizeidiener Günther (Ruppertenrod), durch den Tod ausgeschieden. Ihrer wurde durch Erheben von den Sitzen gedacht. Rechner D ö l l verlas den Geschäftsbericht. 93 Mitglieder gehören der Genossenschaft an. Der Umsatz betrug 280 651,16 gegen 262 777,17 RM. Die Spareinlagen betragen 83 632,41 RM., das sind 11 619,11 RM. mehr als im Vorjahre. Der Stand der Darlehen beläuft sich auf 17 846,07 RM., um 146,55 RM. mehr als im Vorjahre. Bei der Landes- bauerntaffe hat die Genossenschaft ein Guthaben von 40 827,75 RM., um 8722,75 RM. mehr als im Vorjahre. Der Umsatz an Düngemitteln stieg um fast 50 v. H., während derselbe in Futtermitteln und Saatgut zurückgegangen ist. Die Genossenschaft hat abgesetzt: 972 Zentner Winter-, 28 Zentner Sommer- getreide und 24 Zentner Flachs. Die sachlichen und persönlichen Unkosten betragen 5407,77 RM. Der Reingewinn beziffert sich auf 585,41 RM. Die Genossenschaft stellte ihren Mitgliedern je eine Düngerstreu- und Beizmaschine zur Verfügung. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Es wurde beschlossen, die Geschäftsanteile mit 6 v. H. zu verzinsen. Dis Aernter blieben alle bei ihren Inhabern. Direktor V ö l z i n g hielt eine Ansprache, in der er auf den Aufstieg des deutschen Volkes und damit auch den des deutschen Finanzwesens unter der starken Hand unseres großen Führers hinwies. Direktor Dö l- z i n g empfahl dann noch die Anschaffung je einer Saatgutreinigungs- und Flacksentsamungsmafchine durch die Genossenschaft. Präsiden! Kratz schloß die Versammlung mit einem Sieg-Heil auf den Führer.
# Ober-Ohmen, 29. Juni. Die Notstandsarbeiten der Gemeinde sind beendet. Als letzte Arbeit wurde die Ausweitung der Kurve am Transformatorenhaus vorgenommen, da diese Stelle für die zum hiesigen Sägewerk fahrenden Langholzfuhrwerke eine Gefahrenecke bildete. Diesem Uebelftanb ist nunmehr
Da» aber ist notwendig, wenn man nach seiner Tageswanderung in den Jugendherbergen übernachten will?
Nor allem, lieber Wanderer, besorge dir bei deinem Helmat-Ortsverband oder dessen Ausgabestellen den gültigen Jugendherbergsausweis. Und wenn du Sann' abends — voll des Schauens — in der Jugendherberge Einkehr halten willst, ohne wegen Platzmangel abgewiesen zu werden, so melde dich rechtzeitig' an, und man wird dir sogar ein Bett freihalten.
Und noch eins: Wandere nach Möglichkeit nicht mit Mem Reichsherbergsverzeichnis von 1930 oder gar noch früher. In den letzten Jahren wurde eine Reihe neuer Jugendherbergen erstellt und andere wegen Unzulänglichkeit geschloßen. Das Reichsherbergsverzeichnis 1936, welches ebenfalls bei den Ortsverbänden des Jugendherbergsverbandes oder durch die Buchhandlungen erhältlich ist, gibt dir Aufschluß über Bettenzahl, Kochgelegenheit usw.
Alle weiteren Auskünfte gibt dir gern der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen, Landesverband Rhein-Main, Frankfurt, Hansa-Allee 150, Fernsprecher 51166.
= Lollar, 30. Juni. Auf Veranlassung der Kreisfilmstelle lief gestern im hiesigen Lichtspielhaus der große Film „Tannenber g", der den Russeneinbruch in Ostpreußen, den Verlauf der Schlacht bei Tannenberg und den Sieg Hindenburgs über die Russen in anschaulicher Weise schildert. Um 8 Uhr fand eine Vorführung für die Schulen von Mainzlar, Daubringen, Ruttershausen und Staufenberg und um 10 Uhr eine für die hiesige Schule statt. Der Film machte auf die Schüler einen tiefen Eindruck.
= Saubringen, 30. Juni. In dieser Woche wurde mit dem Ausbau der Kanalisation in der oberen Waldstraße begonnen. Der Fuhrwerksverkehr ist gesperrt. — Dieser Tage kehrte die Ober- klasse unserer Schule, die in der Jugendherberge zu Zwingenberg eine Landschulheimwvche mitmachte, wieder in unser Dorf zurück. Die Wanderungen durch den Odenwald, Bergstraße, durch das Ried bis zu Deutschlands erstem Erbhofdorfe Riedrobe hatten allen Buben und Mädchen ausgezeichnet gefallen.
+ Lauter, 30. Juni. Heute wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Gemeinde- flurschütz Johannes V i e h l zu Grabe getragen. Der Verstorbene stand im 67. Lebensjahre 20 Jahre bekleidete er in treuer Pflichterfüllung das Amt des Gemeindeflurschützen. Vorher hatte er ebenfalls 20 Jahre im Dienste eines hiesigen Bauern gestanden. Im Namen der Gemeinde legte Bürgermeister P i tz einen Kranz nieder.
A Großen-Linden, 29. Juni. Am Samstag hielt der Spar- und Vorschußverein Großen-Linden im Saale des Gastwirts PH. Schaum seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats W. Feller eröffnete die Versammlung und erstattete eingehenden Bericht über das Geschäftsjahr 1935. Es wurde dabei hervorgehoben, daß die Einlagen um 9 v. H. gestiegen sind. Die Zinsenrückstänoe sind noch als hoch zu bezeichnen. Der Reingewinn soll wie folgt Verwendung finden: 1050 RM. an den gesetzlichen Reservefonds, 3600 RM. kommen zur Verteilung an die Aktionäre, 9206,72 RM. werden als Vor- läge für 1936 verwandt.
Kreis Friedberg.
Bad-Nauheim, 30. Juni. (LPD.) Das traditionelle Rosenfest hatte wieder eine große Besucherschar ins Kurhaus gelockt. Der große Bühnensaal war mit 10 000 Rosen in ein herrliches Blumenmeer verwandelt. Fräulein Eleonore Fuhs, Pittsburg (USA.), wurde Rosenkönigin von Bad-Nauheim für 1936.
Kreis Bübingen.
eWißmar, 29. Juni. Am Samstag und Sonntag feierte der hiesige Gesangverein „Germania" das Fest seines 90jährigen Bestehens. Eröffnet wurde es mit einem Festkommers am Samstagabend, wobei der Vereinsführer Willi Moos eine eindrucksvolle Begrüßungsansprache hielt. Er bat die Sänger, auch fernerhin dem deutschen Liede und dem Verein die Treue zu halten und das überkommene Erbe zu verwalten. Chöre des Jubelvereins und Musikvorträge der Kapelle Lynker (Lollar), sowie turnerische Darbietungen des Turnvereins füllten den Abend aus.
Am Sonntag bewegte sich dann bei herrlichem Wetter ein Festzug durch die prächtig geschmückten Ortsstraßen, an dem sich die Ortsvereine und zahlreiche Gastvereine beteiligten. Aus dem Festplatz angekommen, begrüßte der Dereinsführer die Sänger und Gäste, sowie den Vertreter des Kreises Gießen des Deutschen Sängerbundes, Eberle (Lollar), und den Vertreter der Kreisleitung der NSDAP. Ortsgruppenleiter Henrich.
Nach einem Begrüßungschor des Jubelvereins unter Leitung feines Dirigenten Wilhelm Bitten- b o r f überbrachte der stellvertretende
Kreissängerführer Eberle
dem Jubelverein die Grüße und Glückwünsche des Deutschen Sängerbundes. Hinweisend auf die Begrüßungsworte des Vereinsführers, der die Vereins» geschichte in großen Zügen schilderte, stellte er fest, daß der Gesangverein „Germania" einer der ältesten der hiesigen Gegend ist. Gerade am Deutschen Liedertag, mit dem die Jubiläumsfeier zusammenfällt, fühlen wir so recht, wie das deutsche Lied ein einigendes Band um alle Deutschen in der Heimat und in der
Für Sonntag, 2. August, ist eine Rheinfahrt geplant. Anmeldungen hierfür können bereits abgegeben werden. Der genaue Fahrpreis sowie die Abfahrtzeit sind noch nicht bekannt.
Omnibusfahrt nach Schotten.
Zu dem Motorradrennen „Rund um Schotten" am 19. Juli fährt ein Omnibus von Gießen aus. Der Fahrpreis beträgt 2,70 Mark. Anmeldungen werden auf der Kreisdienststelle entgegengenommen.
Omnibusfahrt nach dem Nürburgring.
Zu dem Rennen um den „Großen Preis von Deutschland" (26. Juli) fährt ein Omnibus. Der Fahrpreis beträgt von Gießen aus 7 Mark.
Mittwochs:
Fischtag im Gau Hessen-Nassau.


