Nr. 151 Dritter Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Mittwoch, I.Zuli 1956
Gießener Studenten im ReichsleWngskamps
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Nachdruck verboten!
13. Fortsetzung.
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„Du scherzt, Papa!" lachte Maria Terry, als ihr der Vater das Heiratsprojekt vortrug, nicht in dem Sinne, wie es mit Torwald besprochen hatte, sondern rein privat, väterlich beratend.
In den Kreisen der Einzelhändler legt man häufig viel zu wenig Werte auf die geschmackvolle und zugkräftige Ausgestaltung der Schaufenster. Das Schaufenster ist nun einmal die Visitenkarte des
Daß der Alte sie so maßlos verwöhnt hatte, war auch nicht auf ihre, sondern lediglich seine Rechnung gegangen. Um so höher war es zu werten, daß sie sich so entwickelt und ihre Charaktere nicht darunter gelitten hatten. Wo sie auftauchten, waren sie willkommen, heimsten die Sympathien ein. Auch Maria konnte sie gut leiden.
„Ich will mal sehen, was sich machen läßt", sagte er, als Torwald sein Schweigen mit keinem Worte unterbrach. „Vielleicht geht es. Ob Wolfgang oder Hylmar, hat ja nichts zu sagen. Mir ist jeder von den beiden willkommen. Unter Umständen hätte ich nicht einmal mit ihrem Geld gerechnet. Aber nun, da wir es so notwendig brauchen, spielt das natürlich mit eine Rolle. Ich glaube auch mit Bestimmtheit zu wissen, daß Marias Herz noch frei ist."
„Das ist nur zu hoffen, Herr Kommerzienrat."
„Haben Sie etwas Gegenteiliges bemerkt?"
„Durchaus nicht. Nur kann man bei jungen Mädchen niemals mit Gewißheit sagen, ob sie nicht schon gewählt haben."
„Allerdings! Aber dann müßte ich sicher etwas davon bemerkt oder irgendeine Andeutung erhalten, oder sie einmal bei einem Stelldichein überrascht haben. Ich weiß von jedem ihrer Schritte."
„Dann ist es ja gut", meinte Torwald, verneigte sich und ging bedachtsam aus dem Zimmer.
,2)u willst nicht?"
.Doch, doch, Maria! « Was LahinLerllegt? Nun.
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verwirklichen helfen.
Für den Reichsleistungskampf 1936/37 der Gießener Studentenschaft sind folgende Themen gestellt:
1. „D a s Dorf K l e e b e r g" (einschließlich Ober- und Nieder-Kleen), das unter Berücksichtigung seiner besonderen Eignung durch seine Geschichte, den vorhandenen Ringwall und das alte Schloß, die enge Bebauung usw. eine reiche Anregung bietet. Die Führung hat die Medizinische Fachschaft (Bernhard Datz).
Straf- und Schluhvorschriften bilden den dritten Teil des 21 Artikel umfassenden Gesetzes, dem sich ein 15 Seiten umfassendes Verwaltungsgebühren- Verzeichnis, geordnet nach den einzelnen gebührenpflichtigen Gegenständen jeweils mit Angabe der Gebühr, anschlieht.
Mahnende Llnfallziffern.
DRV. Das Relchsverkehrsminisle- r i u m teilt mit: Als Opfer des Straßenverkehrs in der vergangenen Woche sind im Reichsgebiet 149 Tote und 4434 Verletzte zu melden. Das bedeutet wieder eine Steigerung der Zahl der Getöteten gegenüber der Vorwoche.
Darum, Ihr Strahenbenuher, wenn Ihr nicht auch einmal Opfer des Verkehrs werden wollt:
Augen auf! Auf andere Rücksicht nehmen! ständig fahren!
Dekorationskurse der Deutschen Arbeitsfront.
Einmalige Ausstellung.
„Siehst du, Liebling, das ist nun so ein Herzenswunsch von deinem alten Vater, daß du solch einen Schwiegersohn bringen möchtest."
Maria schwieg.
„Sind sie nicht wirklich nette Jungens, die den? Jeder ein Prachtstück!
„Sag einmal, Vater", unterbrach sie seine geisterung. „Was steckt denn nun eigentlich hinter dieser Lobeshymne? Laß mich einmal klar sehen, dann sollst du auch eine klare Antwort von mir haben/'
„Aber Kindchen!" wich er aus.
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Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
„Wie denn?" fragte Terry mutlos. „Woher denn nehmen? Von wem denn? Sagen Sie mir nur, von wem? — Ein einziger Fehlgriff und wir sind verloren, noch ehe wir überhaupt daran denken dürfen, uns wieder emporzuarbeiten."
„Allerdings, Herr Kommerzienrat! Fehlgriffe dürfen nicht mehr gemacht werden."
„Das sagen Sie so, Torwald. Haben Sie unsere Bilanzen im Gedächtnis? Zum Heulen! Und unsere Schulden — zum Zähneklappern!"
„Ich habe von Rechtsanwalt Schelling gehört, daß in der nächsten Woche die Testamentseröffnung Amselmanns stattfindet."
„Und--?"
„Er soll jedem seiner Söhne eine Million in bar hinterlassen haben."
„In bar", wiederholte Terry mit einer Betonung, als habe er noch nie eine solche Summe nennen hören. „Das ist — das sind zusammen zwei Millionen."
Ja "
Terry lachte verzweifelt. „Die werden gerade so dumm sein, uns ihr Geld zur Verfügung zu stellen, wo es jetzt ganz andere Möglichkeiten gibt, es sicherer und gewinnbringender anzulegen, als bei "^Das ist in diesem Falle nicht ausschlaggebend, Herr Kommerzienrat. Ausschlaggebend ist nur Ihre
Maria?" Trotzdem Torwald keine Antwort gab, hatte Terry begriffen. „Sie denken an eine Heirat?" „ _ . „
„An nichts anderes, Herr Kommerzienrat.
"fim —!" Terry nahm seine Wanderung durch das Zimmer wieder auf: Maria und einer der jungen Amselmanns. — Es ®ar §ar
nichts Absonderliches an diesem Vorschlaa. Von den beiden Jungens war jeder h^sch, gebildet und was die Hauptsache war, em Charakter Sie hatten nichts oder nur wenig von ihrem Vater vererbt bekommen, weder seine Geldgier, noch seine Brutalität, noch das Ungeschlachte seines Wesens. Zudem hatten auch sie, wie die gesamte Jugend überhaupt, den Geist der neuen Zeit sofort begriffen und sich hineinqelebt in die große, mächtige, alles umfassende Gemeinsamkeit des Volkes. Solchen Mannern konnte man seine Tochter wohl anoertrauen.
Karl-Ernst Eichhofs waren. Diese Studenten sind durch ihre Arbeit so lehr mit der Bevölkerung von Ruppertenrod verbunden, daß sie ihr jetzt — nach Semesterschluß — freiwillia ihre Kräfte zur Erntehilfe zur Verfügung gestellt haben.
Eine zweite Gruppe von vier Teilnehmern (Wilhelm Schäfer, Walter Neurath, Liefe! Götze und Alexander Weide) lieferte ebenfalls eine wertvolle Arbeit über „Das deutsche Watte n m e e r".
Von drei anderen Gruppen, mit den Themen „Der Betrieb als Ei n h e i t", bearbeitet an der Zigarrentabrick Rinn & Cloos, Heuchelheim, „Das Veterinärwesen imRa hm e n der Erzeugungsschlacht des Reichs- n ä h r st a n d e s" und „Humus- und Mine- ral-Düngun g", wurden die Gruppenführer Fritz Z e i s e w e i ß , Heinrich Sälzer und Erich Didier mit Auszeichnungen bedacht. — Endlich erhielten auch sieben Teilnehmer einer Arbeitsgemeinschaft über „Schillers Dramen" (Karl Ei t - meier, Fritz Leisen Heimer, Grete Keller, Heinrich C r a h , Gisela G e e st, Dieter Berger und Walter I a r r a s ch) die Ehrenurkunde.
Der Tod Georg Amselmanns war für die Dysolt- werke ein schwerer Schlag. Im Grunde genommen hatte Amselmann recht gehabt: man hatte zu wenig auf die neue Zeit und ihr Streben geachtet, war immer im alten Fahrwasser dahingesegelt und hatte die Augen vor der Flut verschlossen, die schon in Bewegung war und sich anschickte, alles Morsche, Brüchige, alles, was den Keim der Fäulnis in sich trug, hinwegzuschwemmen. Diesem Quellen und Drängen, diesem Emporreißen und Vorwärtsschieben aber war das lecke Schiff der Dysoltwerke nicht mehr gewachsen. Es hatte so kommen müssen, wie es gekommen war.
Kommerzienrat Terry, die Hände in den Rocktischen vergraben, durchquerte sein Arbeitszimmer von einer Ecke zur anderen. Zwischenhinein horchte er mit halbem Ohr auf das, was der erste Prokurist, der dem Unternehmen seit 25 Jahren feine Kraft geliehen hatte, zu ihm sprach: daß es weit nicht so schlimm sei, als es im Augenblick aussehe, daß jetzt jedem geholfen werde, der ehrlichen Wilsens sei, sich Helsen zu lassen. „Sie werden sehen, Herr Kommerzienrat, wenn wir erst wieder reinen Tisch gemacht haben und die abschutteln, die sich bislang auf unsere Kosten sattgefressen haben, dann geht es wieder auswärts mit uns. Dann kommen mir wieder hoch. Das Reich stundet uns ine Steuern. Di- Regierung wird Verständnis für un- fere Lage haben, schon deswegen, well sie ja selber weiß, wie schwer es in der letzten Zell war, sich über Wasser zu halten und weil sie ooch m erster Linie darauf bedacht ist, sovieien als möglich Arbeit und Brot zu geben und kein Jnterefse daran hat, daß wir die Betriebe schließen. Sie wird uns im Gegenteil unterstützen, so well es uur geht, daß wir niemand zu entlassen brauchen. Wir müssen nur schauen, ob wir nicht Kapital beschaffen kömien."
Aus der Provinzialhauptstadt.
Juli — der Heuert.
LPD. Mit dem Monat Juli beginnt die zweite Hälfte des Jahres. Dqs Jahr hat nun feinen Höhepunkt erreicht. Mit dem Juli hebt der eigentliche Sommermonat an; im Volksmund wird er auch „Heuert" genannt. Im Bauernspruch heißt es: „Im Juli muß es vor Hitze braten, was im September soll geraten." Dies deutet an, um Feldfrüchte ausreifen zu lassen.
Alt und jung auf dem Lande zieht nun bei der Frühmorgendämmerung hinaus auf die Wiesen, um zu wenden und zu häufeln, was fleißige Schnitterarbeit in regelmäßige Gleichen gelegt hat. Hoch beladen fährt bann Wagen an Wagen mit duftendem Heu ins Dorf. Der Beginn der Ernte, die da und dort schon im Juli, wenn die Tage recht heiß sind, einsetzt und die die schwere Arbeit des Bauern lohnen soll, ist gekommen. Um Jakobi herum sind die ersten Aepsel, die Jakobi-Aepsel, auf dem Markt zum Verkauf. Auch die ersten Kartoffeln werden schon geerntet. Für die Hausfrauen bringt die Beerenernte und die Kirschenernte eine Zeit erhöhter Tätigkeit, die Zeit des Einkochens, der Dorratssammlung für den Winter.
Für den Juli gibt es viele Bauernregeln und Prophezeihungen, die an Namen von Kalender- heiligen geknüpft find. Einige davon lauten: „An St. Kilian sähe Wicken an." — „Dor Jakobi ein Rüb, nach Jakobi ein Rübchen." — „Jst's zu Jakob dürr, geht der Winter ins Geschirr." — „Werfen die Ameisen am Anna-Tag höher auf, so folgt gewiß ein harter Winter drauf."
Dornotizen.
Tageskalender für Mittwoch.
„Arbeitsdank", Maidengruppe, 20.30 Uhr Gruppenabend im Pfälzer Hof, Schanzenstraße. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Drei um Christine". Neues LandesgebührengesehfürHessen
Mit Wirkung vom 1. Juli dieses Jahres tritt ein vom Reichsstatthalter in Hessen als Führer der Landesregierung mit Zustimmung des Reichsfinanzministers erlassenes Landesgebührengesetz in Kraft, das im „Hessischen Regierungsblatt" Nr. 8/1936 verkündet wird.
Nach Artikel I werden für einzelne Amtshandlungen, die auf Veranlassung der Beteiligten von Landesbehörden oder kraft staatlichen Auftrages von anderen Verwaltungen (außer Reichsbehörden) vorgenommen werden, Verwaltungsgebühren nach Maßgaben eines Gebührenverzeichnisses erhoben. Die Gebühren fließen in die Landeskasse. Wegen der Gebühren für Auftragshandlungen kann die Landesregierung eine andere Regelung treffen. Gebührenfrei find nach Artikel II Amtshandlungen, die eine Behörde in Ausübung einer öffentlichen Gewalt veranlaßt, es sei denn, daß die Gebühr einem Dritten als mittelbarem Veranlasser zur Last fällt. Die Mindestgebühr beträgt 0,50 RM.
In den weiteren Artikeln werden die Erhebung
Hauptgesichtspunkte der medizinischen Arbeit sind: Oefsentliche Gesundheitspflege, Wohnungsverhält- niste, Stallwesen, Seuchenbekämpfung u. a. An die- er Aufgabe arbeiten mit: 1. die Kulturwissenschaft- liche Fachschaft (Vorgeschichte, Siedlungs- und politische Geschichte, Brauchtum, Sitte. Liedgut, Bauweise, Landgängerei, Erbcharakterkunde); 2. die Staatswissenschaftliche Fachschaft (Beoölkerungs- tatistik, Wirtschaftsstruktur usw.); 3. die Theologische Fachschaft (Kirchengeschichte, Volksreligion); 4. die Juristische Fachschaft und 5. die Land- und Forstwissenschaftliche Fachschaft.
Es findet in der 2. Septemberwoche in Kleeberg ein 8- bis lOtägiges Lager aller Mitarbeiter statt.
2. „Die hochschulpolitische Bewegung nach den Befreiungskriegen, besonders in Gießen", wofür Gießen durch die „Schwarzen", die durch Karl Folien großen Einfluß auf die gesamte Burschenschaftsbewegung aus« übten, reiches Quellenmaterial bietet. Die Führung für diese Aufgabe hat die Kulturwissenschaftliche Fachschaft (Otto Rein).
Hierfür sind zu bearbeiten: 1. die zeit- und geistesgeschichtlichen Voraussetzungen, der Umbruch des Humanitätsideals zum politischen Denken usw.; 2. der Zusammenhang zwischen Kriegsteilnahme und politischem und hochschulpolitischem Ideal; 3. die Allgemeine Deutsche Burschenschaft als hochschulpolitischer Kampfbund gegen den landsmannschaftlichen Partikularismus; 4. das „Teutfch- Christliche" Burschenschaftsideal; 5. die Neuorientierung des Studiums am neuen politischen Ideal; 6. neue Körper- und Liedkultur und am Schluß: Das Scheitern des Ideals (Sinn, Ziele und Schicksal der Korporationen).
Die 3. Aufgabe, „Die Waldtypen der Forstämter Gießen und Schiffenberg" ist der Forstwissenschaftlichen Fachschaft (E d ft e i n), die 4. „Fragen der Volksernährung" (Ad. Urban) und auch die 5. „Erbbiologische Feststellungen an 4500 hessischen Sippen" (Dr. Koller) der Medizinischen Fachschaft zugewiesen.
Als Einzelthemen vergeben wurden 6. „Deutschland im Urteil englischer Gäste" an eine Studentin, die während der Olympifchen Spiele die erforderlichen Erfahrungen sammeln wird, und 7. „Die antisemitischen Grundlagen des deutschen Idealismus, dargestellt an Hegels theologischen Jugendschriften".
Die Gießener Studentenschaft geht mit den zwei ersten Themen an Aufgaben heran, die reichskonkurrenzfähig sind. Die ganze Fragestellung bet diesem Reichsleistungskampf sieht mehr oder weniger die Mithilfe der Volksgenossen, wie z. B. beim Dorf Kleeberg, bei der hochschulpolitischen Frage, bei der Körper- und Liedkultur, den Waldtypen usw. vor und damit gewinnen diese Arbeiten über die Studentenschaft hinaus an Bedeutung, so daß diesem Reichsleistungskampf ein reicher Erfolg zu wünschen ist.
Die Studenten aller deutschen Hoch- und Fachschulen sind im vergangenen Jahre zum ersten Male aufgerufen worden, sich am „Reichsberufswettkampf der deutschen Juaend" in einer ihrem Wollen und Können angemessenen Form zu beteiligen. Auch die Gießener Studenten haben mit ihrer Teilnahme am „Reichsleistungskampf der deutschen Studenten" ihren Willen zur Mit- und Aufbauarbeit am Werk des Führers, ihren Willen zur Zusammenarbeit mit dem werktätigen Volksgenossen unter Beweis gestellt. Sie haben sich dabei unter den deutschen Hoch- und Fachschulen nicht den schlechtesten Platz erworben.
Sie sind in die Betriebe gegangen, um sich einen Einblick in die Lage und Sorgen des deutschen Arbeiters zu verschaffen, sie find auf die Dörfer hinausgezogen, um ihre Verbundenheit mit dem deutschen Bauern zum Ausdrud zu bringen; sie haben sich an die Werke der großen Dichter und Denker gefetzt, um Fragen an sie zu stellen und Antworten von ihnen über die politischen Probleme unseres Volkes und Staates und ihrer Geschichte zu erhalten. Sie haben sich ernsthaft gefragt, was ihre Ein- zelwissenschaft zum Verständnis der wissenschaftlichen rasse- und bevölkerungspolitischen Maßnahmen der Reichsregierung beitragen kann. Sie haben viele ihrer Untersuchungen und Versuche in eine Form zu bringen gewußt, die von namhaften Wissenschaftlern anerkannt wurde und darum auch für die Wissenschaftsgestaltung des Dritten Reiches fruchtbar gemacht werden können.
Sie haben durch die Art ihrer Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, mit den Betrieben, Behörden und Professoren ein Beispiel für wahre nationalsozialistische Arbeitsgemeinschaft und Gemeinschaftsarbeit gegeben.
Bei der Lösung der ihnen und von ihnen gestellten Aufgaben stand niemand für sich; alle wirkten an einem Ziel mit, an einer gemeinsamen Aufgabe.
Zweifellos mußte dieser Reichsleistungskampf, weil er der erste war, auch seine Mängel haben. Nicht alle, die sich daran beteiligt haben, haben sich restlos bewährt. Aber das, was dabei geleistet wurde, gibt der Gießener Studentenschaft neuen Mut und neue Kraft, um sich tatkräftig für den neuen Reichsleistungskampf einzusetzen.
Von den für den RLK. eingesetzten Gruppen erreichte zwar keine einen Reichssiegerpreis, aber mehrere Gruppen wurden der Ehrenurkunde für „wertvolle" Arbeit gewürdigt, so besonders die ganze Gruppe, die die „Rassen- und volkskundlichen Untersuchungen an der Bevölkerung" von Ruppertenrod am Vogelsberg durchgeführt hat, deren Teilnehmer Fritz Müller, Heini Mohr, Ernst Stuhl, Bernhard Datz, Walter G r e b , Alfred Keßler, Erwin Pfeiffer und
Die Vorbereitungen für den neuen Reichsleistungskampf hat der örtliche Wettkampfleiter 2): Hoffmeister bereits in Angriff genommen. Die neuen Aufgaben find gestellt und aus dem Anschlag ersichtlich. Die einzelnen Fachschaften sind sich darin einig, keinerlei Partikularismus und Eaoismus einzelner oder einzelner Gruppen zu duloen, sondern die verfügbaren Kräfte in überfachschaftlicher Gemeinschaftsarbeit, in Mannschaften, die' aus Vertretern der verschiedensten Wissenschaftszweige zusammengestellt sind, zu vereinigen. Wie die Volksgemeinschaft nicht des Führers entbehren kann, wenn die in ihr ruhenden Kräfte aktiviert werden sollen, so ist auch in der wissenschaftlichen Arbeit Führung notwendig, Führung der jüngeren Studenten durch ihre Lehrer und älteren Kameraden. Das ist der einzige Sinn der Einzelgänaer und Stoßtrupps, die sich beim Vortraa des Angriffs bewähren, daß sie „Gruppenführer' für diejenigen Kameraden werden, die mitzuarbeiten gewillt sind. Deshalb ist auch der RLK. der deutschen Studenten nicht zuletzt eine organische Auslese derjenigen, die die Idee der nationalsozialisttschen Volksgemeinschaft
Um nun den Einzelhändlern und ihren Gefolgschaftsmitgliedern die Möglichkeit zu geben, sich an Ort und Stelle von der Art des Unterrichtes und seinen Einrichtungen zu überzeugen, können diese am kommenden Donnerstag, 2. Juli, von 14 bis 16 Uhr im Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, Saal, die Ausstellung der Schaufensterkojen besichtigen und werden hierbei vom Leiter der Lehrgänge, Eschmann, fachmännisch beraten.
Wir laden alle Betriebsführer und ihre Gefolgschaftsmitglieder hierzu ein. Interessenten an einem weiteren Dekorationslehrgang wollen sich an die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der Kreiswaltung Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 5, Tel. 3275, wenden.
Oie Benutzung der Jugendherbergen während der Gommerferien.
LPD. Noch wenige Tage trennen uns von den großen Sommerferien. Dann ziehen Tausende von Jugendlichen, Schüler, Jungarbeiter, Angestellte usw., aber auch Aeltere hinaus, um bet ihren Wanderungen Deutschland zu erleben.
Geschäftes und soll nicht nur Ware zeigen, sondern in erster Linie das Publikum anloden, zum Kauf anreizen, mit anderen Worten, es soll für das Geschäft werben. Diele Einzelhändler sind allerdings nicht in der Lage, ihre Schaufenster so zu dekorieren, daß eine gute Werbewirkung erreicht wird, desgleichen sind viele Angestellte der Einzelhandelsbetriebe, die nicht in der Lage sind, einen ständigen Dekorateur zu halten, ebenso wenig befähigt, diese Werbewirkung zu erreichen.
Die Deutsche Arbeitsfront hat sich deshalb in Verbindung mit der Wirtschafts- gruppe Einzelhandel veranlaßt gesehen, hier mit entsprechender Schulung einzusetzen und hat die Deutsche Dekorationsschule Duisburg nach Gießen verpflichtet. Die Teilnehmer an dem zur Zeit laufenden Dekorationslehrgang werden zunächst mit der Schrifttechnik (Lackschrift, Plakatschrift, Spritzverfahren, Tupfverfahren usw.) vertraut gemacht und dann in die Kunst der Schaufenster- beforation eingeweiht. Jeder einzelne Teilnehmer wird individuell, entsprechend seiner Branche und der Eigenart des Schaufensters seines Betriebes, unter- wiesen und hat so die Möglichkeit, das im Lehrgang Erlernte sofort in der Praxis verwenden zu können. Für die Unterrichtung stehen acht Schaufensterkojen zur Verfügung. Der Lehrgang läuft zur Zeit in zwei Abteilungen, und zwar in der Zeit von 8 bis 13 Uhr und in der Zeit von 20 bis 23 Uhr.________________
und der Erlaß der Verwaltungsgebühren und die Beschwerde hierüber gesetzlich geregelt. Artikel 9 bestimmt: Entstehen bei der Vornahme einer Amtshandlung besondere (außergewöhnliche) Kosten, so sind sie vom Schuldner zu ersetzen, auch wenn die Amtshandlung an sich gebührenfrei ist. Für derartige Kosten gelten die Vorschriften über Gebühren sinngemäß. Im übrigen sind allgemeine Auslagen, wie Postgebühren, Kosten der Vordrucke usw. nicht zu ersetzen.
Außer den Verwaltungsgebühren werden für das Land sonstige Gebühren erhoben:
a) für Benutzung öffentlicher Anstalten ober sonstiger Einrichtungen und Gegenstände im Eigentum ober Besitz bes Laubes (Benutzungsgebühren);
b) für Arbeiten, die von Landesbehörden oder Landesbeamten ausgeführt werden (Leistungsgebühren);
c) für Begutachtung, Prüfung ober Untersuchung bestimmter Unternehmungen, Anlagen, Geräte, Fahrzeuge oder sonstiger Gegenstände, die von Landesbehörden (Landesbeamten) oder im Auftrag solcher vorgenommen werden (Sachverständigenge- bübren u. bergt);
d) für Prüfungen, auf Grund deren bte Befähigung zur Anstellung im Landesdienst ober im Dienst äffentlicher Körperschaften erworben wird, ober für sonstige Prüfungen (Prüfungsgebühren).
wie ich dir schon sagte, einzig und allein mein Wunsch, einen solchen Schwiegersohn zu bekommen."
„Das ist nicht alles, Papa!"
„Was sollte sonst noch sein?" Damit er nicht immer ihrem forschenden Blick ausgesetzt war, begann Terry im Zimmer auf und ab zu gehen. „Und siehst du," rang er sich ab, „du bist doch jchon ein großes, kluges Mädchen und wirst begreifen, daß man in der Jetztzeit mancherlei Transaktionen abschließen muß."
„Aha!"
„Sei nicht voreilig, Maria!"
„Durchaus nicht, Papa!" Sie stand nun mit einem verschmitzten Lächeln vor ihm. „Du brauchst mir nichts weiter mehr zu erklären. Ich habe schon begriffen. Es ist dir weniger um einen der Jungen zu tun, als um deren Geld."
„Ich schätze die beiden Amselmanns sehr hoch."
„Zugegeben, Papa! Aber der Hauptfaktor ist eben doch ihr Mammon. Bei mir ist es umgekehrt: wenn überhaupt einer von ihnen in Frage käme, würde ihr Mammon mir nichts, ihre Persönlichkeit aber alles bedeuten. — Es kommt aber keiner von ihnen in Frage, Papa!"
„Kind--!"
„Nein", sagte sie kopfschüttelnd. „Es geht nicht. Ich würde dir ja gerne den Gefallen tun, aber es ist mir nicht möglich."
„Was haben dir denn die Jungens getan, Maria?"
„Nichts! — Wirklich nichts", bekräftigte sie, des Vaters ungläubiges Gesicht gewahrend. „Was sollte ich auch gegen sie haben? Sie sind nett, haben alle Tugenden, die man sich wünschen kann.--Aber
sie sind nun einmal nicht mein Typ! Durchaus nicht! Warum soll ich mir also einen Mann nehmen, für den ich nichts übrig habe, als Freundschaft?"
„Die schließlich die Grundlage für jede gute Ehe ist."
„Es nützt dir nichts, Papa", lachte sie, legte von rückwärts beide Arme um feinen Hals und schmeichelte ihre Wange gegen die feine. „Wenn's brenzlich wäre — ja. — Wenn dir das Wasser einmal sozusagen bis an den Hals geht — dann vielleicht. Aber solange es noch nicht soweit ist — oder ist es schon soweit, Papa?"
t Fortsetzung folgt!)


