Reichsberufswettkampf 1936.
Alle Teilnehmer am Reichsberufswettkampf 1936 treten am Sonntag, 2. Februar, vormittags 9 Uhr, auf dem Brandplatz an, um geschloffen an der Cröffnungskundgebung teilzunehmen.
Kreisjugendwalter Dr. Schmidt.
NSV., Ortsgruppe Sießen-Ost.
Lebensmittel-Opferring der Ortsgruppe Gießen-Ost.
Die Sammlung wird Dienstag, 4., und Mittwoch, 5. Februar, von der NS.-Frauenfchaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereit* halten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben.
LandschastSbundVolkstum und Heimat.
Ortsring Gießen.
Morgen, Sonntag, 2. Februar, um 11 Uhr pünktlich, Führung durch das Stadttheater unter Leitung von Herrn Nieren. Treffpunkt: Haupteingang des Stadttheaters. Gäste willkommen!
Oie Studentenschaft in einer Front mit dem WHW.
Die ganze Gießener Studentenschaft stellt sich am kommenden Sonntag geschlossen in den Dienst des Vhw.
Nachmittags von 12 bis 17 Uhr sammeln die Studenten in ganz Gießen. Am gleichen Abend lädt die Studentenschaft zellenweise 500 bedürftige Gießener Volksgenossen zu einem Abendessen und Kamerad- schaflsabend ein. Diesen Volksgenossen gehen bis Ende der Woche schriftliche Einladungen zu.
Gießener Bürger! Unter st üht uns in unserer Arbeit und zeigt, daß ihr nach wie vor hinter euren Studenten steht!
Leibesübungen für das WHW.
Die Mitglieder des Reichsverbandes Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer und das Sportamt der NS.-G. „Kraft durch Freude" laden zu einer sportlichen Abendveranstaltung am Sonn» tag, 2 Februar, um 20 Uhrin das Cafä Leib ein. Es werden aus vielen Gebieten der Leibesübungen Ausschnitte gezeigt. Der Bevölkerung Gießens ist somit Gelegenheit geboten, einen Einbli^ in das reichhaltige Betätigungsfeld der Sportlehrer zu tun. Die Ansage hat Herr Paul Nieren vom Gießener Stadttheater übernommen, für die musikalische Umrahmung der Darbietungen wurde die Kapelle Krengel verpflichtet. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pfennig. Nach den sportlichen Vorführungen findet Tanz statt.
A. Die öcutfthe Arbeitsfront
n.9.=0emcinf(haft „Kraft durch Freude"
Verbilligte
Theatervorstellungen für Mitglieder der DAI.
Die von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gießen aufgelegte Werksmiete hat einen derartigen Erfolg gebracht, daß wir uns entschlossen haben, für DAF.-Mitglieder für folgende Theatervorstellungen eine beschränkte Anzahl verbilligter Theaterkarten zu den bekannten Richtsätzen auszugeben:
5. Februar: Große Chance.
7. Februar: Große Chance.
9. Februar: Fledermaus.
11. Februar: Kanzler von Tirol.
12. Februar: Maskenball.
14. Februar: Hilde und 4 PS.
16. Februar: Fledermaus.
18. Februar: Krach im Hinterhaus.
19. Februar: Kanzler von Tirol.
21. Februar: Krach im Hinterhaus.
23. Februar: Fledermaus ober Tanzgräfin.
26. Februar: Undine.
28. Februar: Undine.
Die Betriebswarte nehmen die Vorausbestellungen der Karten entgegen, und zwar müssen die Be
stellungen mindestens 5 Tage vor der Vorstellung erfolgen. Die Karten werden dann 3 Tage vor der Vorstellung von der Kreisdienststelle gegen bar ausgegeben. Gefolgschaftsmitglieder von kleineren Betrieben, die keinen Betriebswart haben, geben auf der Kreisdienststelle ihre Bestellung persönlich ab.
Kameradschastsabend im Lustschuhbund
Das Revier I der Ortsgruppe Gießen des Reichsluftschutzbundes hielt gestern im „Hindenburg" einen Kameradschaftsabend ab. Die von musikalischen Darbietungen umrahmte Veranstaltung eröffnete der Leiter des Reviers I, Studienrat Clotz, mit herzlichen Begrüßungsworten. Dabei betonte er den Wert des Zusammenschlusses im Luft- und Selbstschutz als Sckicksalsgemeinschaft der Heimatfront. Der Luftschutz sei Frontkameradschaft der Heimat.
Der stellvertretende Ortsgruppenführer, Universitätsbibliothekar Dr. W a l b r a ch , gab dann einen Rückblick auf die Reichsgründungsfeier und die Erfolge der letzten Jahre. Zu den großen Ereignissen zählte er auch die Anerkennung der Luftschutzbewegung durch die Gründung des Reichsluftschutzbundes. Nach einem eindringlichen Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen und die Verpflichtung
Tierische Entwicklung im Film.
Die Arbeit des Forschers im Laboratorium scheint oft weitab zu führen von dem unmittelbaren und einfachen Verständnis der Dinge, die uns umgeben. Die Mitglieder und Gäste der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde und der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Niologenverbandes konnten demgegenüber am vergangenen Mittwoch während einer Vorführung biologischer Filme mit wachsender Spannung und Freude die Feststellung machen, daß aus der Arbeit des wissenschaftlichen Biologen auch Hilfsmittel erwachsen, die jedermann das einzigartige Erlebnis der tierischen Entwicklungsvorgänge zugänglich machen.
Auf Einladung der beiden Vereinigungen führte Dozent Dr. W. Kuhl (Zoologisches Institut der Universität Frankfurt a. M.) im vollbesetzten Hörsaal des Physiologischen Instituts Filme vor, die die ersten Entwicklungsoorgänge des Wasser- f r o s ch e s , des Bergmolches, des Axolotls und des Seeigels zur Wiedergabe brachten. In jahrelanger Mühe, mit zum Teil selbsterbauten und -erfundenen Apparaten, hat der Redner, in Zusammenarbeit mit feiner Frau, Tausende von Ausnahmen hergestellt. Ihre Eigenart
Die werktätige Zugend des Kreises Gießen lädt zum
3. Reichsberufswettkampf 1936
durchgesührt von der HZ. und der D2l§. ein.
Ort: Gießen. Zeit Sonntag, den 2. Februar 1936, vormittags 10 Uhr, bei Schaffftaedt, Schanzenftraße.
Feierfolge: Fahneneinmarsch. Lied: Ein junges Volk steht aus.
Begrüßung.
Ansprache pg. Schmelz.
Sprechchor der HZ.
Einzelsprecher der HZ.
Ansprache des Vertreters der HZ.
Lied der Zugend.
Fahnenausmarsch.
Die Kreiswaltung der DAF. Die Bannführung 116.
Gez.: Wagner. Gez.: Schreiber.
des einzelnen verpflichtete der stellvertretende Ortsgruppenführer eine größere Anzahl von Blockwarten durch Handschlag. Das Treuegelöbnis zum Führer beschloß diese Verpflichtung.
Studienrat Dr. F l ö r k e gab hierauf durch einen fesselnden Vortrag über „Entgiftung und ihre Durchführung" einen klaren Einblick in diese großen Aufgabengebiete des Luftschutzes. Für die Entgiftung ist der Entgiftungsdienst eingerichtet. Die Aufgabe dieses Dienstes ist es, die Schäden und Gefahren zu beseitigen, bevor die Zivilbevölkerung den Schutzkeller verläßt. Der Redner behandelte dann die Beschaffenheit und die Wirkungen der verschiedenenKampfstoffe. In feinem Schlußwort betonte er, daß die Gießener Organisation noch Gasspürer braucht, die einen ausgeprägten Geruchssinn Haden.
Der Sachbearbeiter des zivilen Luftschutzes, Polizeikommissar Zimmer, sprach davon, daß besonders die Frau am Luftschutz interessiert ist und daß sie in größerer Anzahl am Sicherheits- und Hilfsdienst teilnehmen sollte. Ganz besonders verwies er in diesem Zusammenhang auf die gesetzlichen Bestimmungen, nach denen jetzt jeder Deutsche luftschutzpflichtig ist. Mit der Aufforderung zu tätiger Mithilfe schloß Kommissar Zimmer seine Ansprache.
In seinem Schlußwort verwies nochmals der Revierleiter Klotz auf die hohen Aufgaben und Pflichten des Luftschutzes. Mit dem Treugelöbnis an den Führer und mit deutschen Liedern wurde der offizielle Teil beschlossen.
und Bedeutung liegt in der Zeitraffung: Vorgänge, die über Stunden und Tage sich erstrecken, können durch den Kinematographen auf Viertelstunden zusammengedrängt, „gerafft" werden. Nunmehr erst haben die Ereignisse ein Zeitmaß, in dem sie vom Menschen als Ganzes erblickt und begriffen werden können. Nach gleichen Grundgesetzen und doch bei jeder Tierart wieder mit Eigenheiten abgewandelt, sieht man jetzt die Umgestaltung der befruchteten Eizelle in den tausendzelligen Keim sich vollziehen. Furchen schneiden, zeitlich und räumlich auf das sorgsamste geordnet, hinein in die Masse lebenden Protoplasmas, Zelle auf Zelle bildet sich, aus scheinbarem Wirrwarr, aus einem erregenden Strömen und Sichverschieben wird Ruhe, Ordnung und Form. Allemal aber steht am Ende das große Wunder des fertigen jungen Wesens, das aus der einfachen Kugel der Eizelle mit unbeirrbarer Sicherheit zu der ihm vorbestimmten, verwickelten Gestalt gelangt ist, „nach dem Gesetz, mit dem es angetreten".
In feiner Einleitung gab der Redner einen kurzen Ueberblick über die Geschichte des Films, der zunächst zur Beantwortung zoologischer Fragen erfunden, im Laufe der Zeit nicht nur zu neuen Formen künstlerischer Gestaltung und des Kunstgenusses geführt hat, sondern auch zu einem wertvollen und vielseitigen Instrument der Lebensforschung geworden ist. Die wissenschaftlichen Fragestellungen wurden gekennzeichnet, die den Redner zu seinem Arbeiten veranlaßt haben, die Ergebnisse aufgezeigt und die in Zukunft notwendigen Wege angedeutet.
In einer angeregten Aussprache wurde die Ent-
Der Freiherr und der Leiermann.
Von Otto Anlhes.
Als der Wiener Kongreß ihm alle Hoffnungen auf Deutschlands Zukunft zerschlagen und statt des von ihm erträumten Reichs den Deutschen Bund aufgerichtet hatte, zog sich der Freiherr vom und zum Stein, der Politik müde und überdrüssig, nach Nassau an der Lahn zurück, wo mitten im Städtchen das Schloß lag, darin er geboren war, und jenseits des Flüßchens die letzten Mauern feiner Stammburg aus dem darüber gewucherten Wald aufragten. Und da ihm so Möglichkeit wie Lust mangelten, sich weiterhin um die Geschicke des großen Vaterlandes tätig zu bemühen, so ergab er sich ganz der Sorge um feine eignen Güter, die zu pflegen und zu mehren sein ganzes Trachten wurde. Es gelana ihm auch beides vortrefflich, das Pflegen wie das Mehren; das erste, weil er als ein guter Haushalter allewege selbst nach dem Rechten sah, und das zweite, weil er das bare Geld vorrätig hatte, das den Ackerbürgern des Städtchens und den Bauern der Umgegend nur allzu sehr fehlte, die nicht wußten, wie sie auf ihren kleinen Landstellen mit dem kargen Boden die vielen Kinder ernähren sollten, mit denen sie gesegnet wurden. Es fing damit an, daß er sämtliche Weinberge erwarb, die zur rechten Seite der Lahn die Ber'g- hänge bedeckten und aus denen die bisherigen Besitzer nichts Rechtes hatten ernten können, weil sie weder genug vom Weinbau verstanden, noch auch die Mühe und Kosten aufbringen konnten, die solcher Betrieb verlangt. Dann tarnen Scheunen dazu und Ställe überall im Städtchen und Wiesen und Aecker und Gärten vor den Toren, die die Eigentümer nicht zu halten vermochten, indes "die wachsende freiherrliche Wirtschaft sie wohl zu nutzen wußte. So daß den Nassauern bald zumute war, als würde ihnen ein Strick um den Hals immer enger gezogen. Und auf den Dörfern ringsum war es dieselbe Geschichte. Der Freiherr war daher nicht sehr beliebt bei seinen Landsleuten, und es kam so, daß derselbe Mann, der in Preußen die Städteordnung geschaffen und die Erbuntertänigkeit der Bauern aufgehoben hatte, in feiner engem Heimat als ein rückläufiger Leuteschinder und Volksausbeuter angesehen wurde. Es lag nun in der Art des Volkes dortzulande, daß die Betroffenen das Unrecht, das sie zu erleiden meinten, nicht schweigend hinnahmen; und wenn sie auch nichts Fruchtbares tun konnten, um sich zu wehren, so rächten sie sich doch durch allerlei Schabernack, den sie dem Freiherrn antaten, und durch scharfe spitzige An- fpielungen, die sie ihm ohne Gefahr not)erbringen
wußten. So daß er etwa eines Morgens am Gittertor seines Schlosses aufgehängt eine Stropuppe vorfand mit einem Strick um den Hals und einem Zettel vor dem Bauck, auf dem geschrieben stand: Der letzte Bauer. Oder an einem der seltenen Bäume des Parks war ein Gedicht angeheftet, das in holprigen Versen und heftigen Myrten das freiherrliche Tun geißelte. Und war dergleichen Dinge mehr waren. Zur Ausführung dieser Scherze bedienten sich die Nassauer insonderheit eines Menschen, der Hamphilipp genannt wurde und sein kärglich Brot dadurch erwarb, daß er mit dem Leierkasten auf den Dörfern umherzog oder an der Lahnbrücke saß, aber auch zu Hochzeiten und Taufen und ähnlichen Gelegenheiten die erforderlichen Verse herstellte, wobei er es an Kunstfertigkeit wohl manchmal beträchtlich, aber meist doch nicht an einem gewissen volkstümlichen Witz fehlen ließ. Wie er zum Beispiel dem Freiherrn an sein Gartenhaus im Mühlbachtal einen Vers anschlug, der lautete:
Ein Herr ist an der Lahn gesesse Un nit am Rhein, Der tut die Bauern all noch fresse, Dieweil sein Herz von Stein.
Der Freiherr, der zornigen Gemüts, wie er war, sich mehr über diese Anzapfungen ärgerte, als vielleicht nötig gewesen wäre, wollte den Bürgermeister für allen Unfug verantwortlich machen. Dieser drehte und mertbete sich eine lange Zeit; denn seiner Stadt von Herzen ergeben, durfte er es doch um vieler Dinge willen, die nicht nur seine eignen waren, mit dem Freiherrn nicht verderben. Schließlich jedoch konnte er nicht mehr ausweichen, als jener geradewegs verlangte, daß der Hamphilipp ihm auf dem Rathaus vorgeführt und dargeftellt werde. Der Hamphilipp kratzte sich hinter den Ohren, als ihn der Freiherr dort ohne Umschweife als den heimlichen Untäter anfuhr.
„Ei, Herr Baron", sagte er, „wir Künstler sind merkwürdige Leut" —
Weiter ließ ihn der Freiherr gar nicht kommen; er unterbrach ihn mit dröhnendem Lachen und rief: „Du ein Künstler? Mit deinem Leierkasten?"
Der Hamphilipp zuckte die Achseln.
„Leier oder Leierkaste", sagte er, „das is gehüppt wie gesprunge. Wer de Leut bei bene traurige Zeit e bißche Spaß macht, ber is en Künstler."
«Na, mir hast bu noch keinen Spaß gemacht."
„Das liegt an Ihne, Herr Baron, weil Sie kein Spaß verstehe."
Der Freiherr würbe ungeduldig.
„In manchen Dingen verstehe ich auch keinen Spaß", begehrte er auf. ,Ias Land, das ist Gottes
Geschenk an diejenigen, die etwas damit anzufangen wissen. Wer sein Land verkommen läßt wie die Nassauer, der ist ein Schwächling: und wer das Geschenk Gottes verkaufen muß, der ist ein Lump."
Da aber machte der Hamphilipp Augen wie ein böser Hund, wenn er auf den Schwanz getreten wird.
„Es gibt allerlei Lumpe", schrie er dawider. „Dem eine hängt's Hemd unne raus un dem annern owwe. Wenn mir so viel preußische Talerschein zum Hals raushänge täte wie Ihne, dann tät ich auch was damit schaffe."
Weiter aber kam er nicht. Denn der Bürgermeister, voller Entsetzen über die unvermutete Frechheit, nahm ihn kurzerhand beim Kragen, stieß ihn zur Tür hinaus und schmiß ihn die Stiege hinunter.
Als er darauf in tiefer Sorge und Kümmernis in die Stube zurückkehrte, fand er zu feinem Erstaunen den Freiherrn in der fröhlichsten Laune.
„Den Kerl", sagte er und rieb sich die Hände, „hab ich ganz falsch beurteilt. Der kann ja wundervoll grob werden. Der ist mein Mann."
Er ging ein paarmal im Zimmer auf und ab und blieb bann vor bem Bürgermeister stehen.
„Ich schicke heute burch meinen Rentmeister 100 preußische Taler. Die sinb bem Hamphilipp auszuzahlen mit dem Beding, daß er etwas damit schafft. Wir wollen mal sehen — guten Morgen, Bürgermeister."
Als ber Hamphilipp seinen plötzlichen Reichtum in Händen hatte, war er brei Tage aus bem Häuschen, lief burch alle Schenken und schmiß das Geld nur so um sich. Dann aber besann er sich auf die Bedingung und kaufte zunächst einmal einen leeren Schafstall am Hömberger Weg. Denn er hatte sich für eine Schäferei entschieden, sintemal das, wie er sagte, ein nachdenkliches Gewerbe sei, wie es sich für ihn am besten passe. Der Ankauf der Schafe zögerte sich allerdings noch ein wenig hinaus, weil er häufige und weite Gänge über Land machen mußte, um die besten Zuchttiere zu finden. Und noch länger währte es, bis er die beiden Hunde ausgesucht hatte, deren er zu seinem Geschäft dringend benötigte. Die Erziehung und Abrichtung der Hunde zu allerlei Kunstfertigkeiten, die nicht unbedingt etwas mit der Schäferei zu tun hatten, nahm ihn bann so in Anspruch, daß ihm darüber die Hälfte seiner Schafe abhanden kam. Als er im Aerger darum einige Nachbarn beschuldigte, ihm die Tiere gestohlen und heimlich geschlachtet zu haben, bekam er eines Abends in der Dunkelheit von vermummten Männern so fürchterliche Schläge, daß er wochenlang krank lag und an Quacksalber und alte Heilweiber ein unendliches Geld los wurde.
Wicklung des biologischen Films seit dem Jahre 1932 beurteilt — ein zusammenfassender Vortrag vor der Oberhessischen Gesellschaft „Der Film in der Biologie" versuchte damals den erreichten Stand zu kennzeichnen — und zum Ausdruck gebracht, in welchen Richtungen die Entwicklung des biologischen Filmes heute weiter vorgetrieben werden müsse.
Mit herzlichen Worten, in die lebhaftester Beifall der Zuhörer einstimmte, dankte der Vorsitzende der Oberhessischen Gesellschaft dem Redner und seiner Frau für den ungewöhnlich anregenden und an Eindrücken reichen Abend.
Gießener Dochenmarkkpreise.
* Gießen, 1. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 70 dis 90, Tomaten 45, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel das Pfund 10 bis 30 Pf., Birnen 25, Nüsse 40 bis 50, junge Hähne 90, Suppenhühner 80 bis 85, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 25 bis 40, Salat 35, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pf.
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** Die Dien st räume der Kreisleitung der NSDAP, sind wegen Umzugs am kommenden Montag, 3. Februar, geschlossen. Vom nächsten Dienstag ab befinden sich die Räume der Kreisleitung in dem Hause Lonystraße 18, in dem früher das Amt für Berufserziehung der DAF. untergebracht war.
** Die Schulferien 1936/37. Die Landesregierung — Abteilung II — hat die Schulferien für das Schuljahr 1936/37 vorbehaltlich der Zustimmung des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wie folgt festgesetzt: Osterferien 1936 insgesamt 18 läge, erster Ferientag 28. März, letzter Ferientag 14. April; Pfingstferien 7 Tage, erster Ferientag 28. Mai, letzter Ferientag 3. Juni; Sommerferien 40 Tage, erster Ferientag 9. Juli, letzter Ferientag 17. August; Herbstferien 5 Tage, erster Ferientag 15. Oktober, letzter Ferientag 19. Oktober; Weihnachtsferien 15 Tage, erster Ferientag 23. Dezember, letzter Ferientag 6. Januar 1937; Osterferien 1937 insgesamt 18 Tage, erster Ferientag 21. März, letzter Ferientag 7. April 1937. Die Festsetzung der Sommerund der Herbstferien gilt für alle Schulen in den Städten Darmstadt, Mainz, Gießen, Offenbach, Worms, Friedberg, Bad-Nauheim und Bensheim^ Für alle übrigen Orte des Landes sind die (Sommer? und die Herbstferien nach dem Stand der Erntearbeiten im Einvernehmen mit den Schulämtern festzulegen; sie dürfen die Zeitdauer von 45 Tagen (von dem auf den letzten Schultag vor den Ferien folgenden bis zu dem dem Tag des Schulbeginns nach den Ferien vorangehenden Tage einschließlich) nicht überschreiten.
** Geschäftsjubiläum. Sein 30. Geschäftsjubiläum kann heute Samstag, 1. Februar, der Jnstallakionsmeister Louis I r l e, Kaiserallee 38 wohnhaft, begehen. In der Geschäftswelt erfreut sich der Jubilar, der als tüchtiger Handwerksmeister bekannt ist, eines guten Rufes.
** D i e n ft j u b i I ä u m. Fräulein Katharine Schmidt, Beiköchin in der Universitäts-Augenklinik Gießen, begeht heute am 1. Februar ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Als junges Mädchen trat sie in die Dienste der Klinik, und sie hat sich durch Pflichttreue und tadelfreies Verhalten in ihre heutige Stellung emporgearbeitet. Fräulein Schmidt erfreut sich bei Vorgesetzten, Arbeitskameraden und Patienten allgemeiner Beliebheit.
** Die Erweiterung der Straßenbahnlinie in der Grünberger Straße soll nunmehr in aller Kürze in Angriff genommen werden. Zur Vergebung der Arbeiten und Lieferungen für den Bahnkörper veröffentlicht die Direktion der städtischen Betriebe in unserem heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung, auf die wir die Interessenten besonders aufmerksam machen.
Wieder auferstanden, mußte er die Entdeckung machen, daß inzwischen auch der Rest seiner Schafe mitsamt dem einen Hund verschwunden war; der ihm gebliebene Hund aber, auf den Namen „Wasser" hörend, hatte vermutlich durch einen ihm zugefügten Schlag, ein bösartiges Kopfleiden bekommen und ging auf den eigenen Herrn los, so daß der ihn töten mußte. In der Wut nagelte er die Tür seines Stalles zu und ging mit feinen letzten Talern außer Land. Ein Vierteljahr darauf aber traf ihn der Freiherr, als er zu feinem Gartenhaus jenseits der Lahn wollte, wiederum mit feinem Leierkasten an der Brücke fitzend.
„Na, Hamphilipp", sagte er mit grimmiger Fröhlichkeit, „du hast aber etwas Ordentliches geschafft!" „Habe ich auch", entgegenete der Hamphilipp. „Ich habe Ihne mal en Spaß gemacht, Herr Baron. Oder is das nix? Es ist nit jeder zum Landmann gehöre. Es muß auch Künstler gewwe."
Zeitschriften.
Das Februarheft von Langenfcheidts „English Monthly Magazine" zur Pflege und Förderung englischer Sprachkenntnisse (Preis 0,50 Mk.) bietet eine reiche Fülle von kurzen, überaus anregenden Beiträgen zum politischen und wirtschaftlichen Weltgeschehen. Ein kurzer Aufsatz über den verstorbenen König von England leitet das Heft ein. „British East Africa", auf das heute die Augen der ganzen Welt gerichtet sind, handelt der zweite Artikel. Ein weiterer Aufsatz schildert die Wichtigkeit des Oels. Die short-story ist vertreten durch eine sehr lebendig geschriebene Erzählung von einer der paradiesischen Inseln der Südsee. Einen Auftakt zu den Olympischen Wettkämpfen bildet der Aufsatz „The Olympic Spirit in Garmisch-Partenkirchen". Auch der Humor kommt wieder zu seinem Recht. Sprichwörter und Redensarten und ein Aufsatz über die Anwendung des Artikels im Englischen sorgen für Belehrung. Kurzum es ist eine Freude, auf so unterhaltende und anregende Weise die englischen Kenntnisse in Fluß zu halten.
Hochschulnachncktten.
Professor Dr. Bernhard Brelo er, Extraordinarius für indische Philologie an der Universität Bonn, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Berlin ernannt worden.
Professor Dr. Georg Wiarda, Extraordinarius für Mathematik und mathematische Physik an der Technischen Hochschule Dresden, ist zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Stuttgart ernannt worden.


